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Akteure, Profiteure und Hintergründe des Klimawandels

Interessen von Politik und Wirtschaft und „die CO2-Lüge“

Hausarbeit (Hauptseminar) 2008 37 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Hintergründe des Klimawandels
2.1 Umstrittener Klimawandel und „die CO2-Lüge“
2.2 Ursachen
2.3 Effekte
2.4 Folgen, Auswirkungen und Unsicherheiten

3. Akteure und Profiteure beim Klimawandel
3.1 Akteure im Klimawandel
3.1.1 Wirtschaft
3.1.2 Politik
3.1.3 Umweltschutzorganisationen
3.1.4 Bevölkerung
3.1.5 Medien
3.1.6 IPCC
3.2 Verflechtungen der Akteure
3.3 Profiteure des Klimawandels ?
3.3.1 Wirtschaft
3.3.2 Politik
3.3.3 Umweltschutzorganisationen
3.3.4 Bevölkerung
3.3.5 Medien
3.3.6 IPCC
3.4 Welt in Angst

4. Fazit

5. Schluss

Quellen
Literatur
Internetquellen
Tabellen Abbildungen

Wortanzahl

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Entwicklung der globalen Durchschnittstemperatur

Abbildung 2: Komponenten des Strahlungsantriebs

Abbildung 3: Auftreten von tropischen Stürmen unterschiedlicher Stärke

Abbildung 4: Aktion zur Steigerung des Anteils regenativer Energien am Energiebedarf

Abbildung 5: Einfluss des Klimawandels auf die Bevölkerung

Abbildung 6: Prozess des Zustandekommens eines IPCC-Berichtes

Abbildung 7: Verflechtungsdiagramm der Akteure im Klimawandel

Abbildung 8: Windrad vor einem Braunkohlekraftwerk

Abbildung 9: Aktuelle Greenpeacekampagne mit Plakaten und Postkarten

Abbildung 10: Dramatische Schlagzeilen zum Klimawandel

Abbildung 11: Titel des Romas „Welt in Angst“

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Kürzliche Trends, Wissensstand bezüglich des menschlichen Einflusses auf den Trend und Projektionen für extreme Wetterereignisse, für die im 20. Jahrhundert ein Trend beobachtet wurde

Tabelle 2: Anteile der Treibhausgase am Treibhauseffekt

1. Einleitung

Beobachtungen und Messungen lassen keinen Zweifel, dass das Klima sich ändert: Die globale Erwärmung und der Meeresspiegelanstieg hat sich beschleunigt, ebenso das Abschmelzen der Gletscher und Eiskappen. In den letzten 100 Jahren hat sich die Erde im Mittel um 0,74°C erwärmt. Elf der letzten 12 Jahre (1995-2006) waren unter den zwanzig wärmsten Jahren seit Beginn der Beobachtungen. Es gilt als „gesicherte Erkenntnis“, dass im weltweiten Durchschnitt menschliches Handeln seit 1750 das Klima erwärmt hat – vorrangig durch den fossilen Brennstoffverbrauch, die Landwirtschaft und eine geänderte Landnutzung. Das heutige Niveau der Treibhausgase (THG) liegt deutlich höher als das natürliche Niveau in den letzten 650.000 Jahren.

So steht es in der Kurzzusammenfassung des IPCC-Berichtes vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF 2007, S.1). IPCC, das ist der Intergovernmental Panel on Climate Change oder übersetzt der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen.

Doch ist das wirklich so? In anderen Quellen ist ganz anderes zu lesen:

Es gibt keine Korrelation zwischen Temperatur und CO 2 über die Zeit. Das haben die IPCC- Ergebnisse nicht ergeben. Seit 1975 steigt die Temperatur. Die Ursache kann aber auch eine natürliche sein.

So drückt es zumindest Kenneth Hsü (in Schulte 2003, S.131) aus, ohne dass dies hier näher kommentiert werden soll. Jedenfalls hatte der neueste IPCC-Bericht jüngst für großes Aufsehen gesorgt, da er die Klimaerwärmung der letzten Jahrhunderte darstellt, den menschlichen Einfluss dabei thematisiert und Zukunftsszenarien darlegt.

Der größte Streitpunkt ergibt sich also bei der Frage nach dem menschlichen Einfluss. Vom IPCC war dieser mit „gesicherte[r] Erkenntnis“ bezeichnet, wirklich nachzuweisen ist er allerdings schwer, da Zusammenhänge und Folgerungen in der Klimatologie sehr komplex und kompliziert sind. Tabelle 1 ist dem IPCC-Bericht entnommen. Die Wahrscheinlichkeit des gravierenden menschlichen Einflusses ist demnach recht hoch, insbesondere was zukünftige Ereignisse betrifft, von Sicherheit kann man aber nicht sprechen. Es liegen folglich nur Indizien vor, die Beweise fehlen. Die Wahrscheinlichkeit des Einflusses ist das Hauptargument der Befürworter von Gegenmaßnahmen zum Klimawandel, die mangelnde Sicherheit das von den Ablehnern der Maßnahmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Kürzliche Trends, Wissensstand bezüglich des menschlichen Einflusses auf den Trend und Projektionen für extreme Wetterereignisse, für die im 20. Jahrhundert ein Trend beobachtet wurde (IPCC 2007)

Doch es spielen noch mehr Gründe als reine Überzeugung eine Rolle, wenn man Klimaschutzmaßnahmen befürwortet oder ablehnt. Im Klimaschutz und in der Klimapolitik mischen eine ganze Reihe Akteure mit unterschiedlichen Motiven und Zielen mit. In dieser Arbeit soll nun thematisiert werden, wie sich der umstrittene wissenschaftliche Hintergrund darstellt, um welche beteiligten Akteure es sich handelt und welche Interessen sie mit ihrer Position mit welchen Mitteln vertreten. Und wer profitiert eigentlich vom Klimawandel?

Dabei soll in der Arbeit vorrangig auf die Industrienationen eingegangen werden, eine globale Betrachtung müsste sehr differenziert erfolgen und ist vom Umfang her in diesem Rahmen kaum machbar.

2. Hintergründe des Klimawandels

Zunächst soll dem Begriff des Klimawandels Beachtung geschenkt werden, dann soll in kurzer und prägnanter Form auf Ursachen, auftretende Effekte, Folgen und Ursachen des Klimawandels eingegangen werden.

2.1 Umstrittener Klimawandel und die „CO2-Lüge“

Die gesamte Erdgeschichte ist eigentlich nichts als ein andauernder Klimawandel. So haben Schwankungen des Klimas die Entwicklung unseres Planeten maßgeblich beeinflusst. Vor 3,8 Milliarden Jahren wurde die Entwicklung von Leben nur durch Abkühlung des Klimas möglich, vor 65 Millionen Jahren sorgte ebenfalls eine abrupte Abkühlung für das Aussterben der Dinosaurier und im Neozoikum sorgte eine Klimaerwärmung für die Verbreitung von Palmen auf Kamtschatka und Alligatoren in der Arktis (Ludwig 2006). Das Klima besaß dabei zu keiner Zeit einen wirklich stabilen Zustand und kleine Einwirkungen hatten schon früher gelegentlich große Veränderungen über Rückkopplungen zur Folge. Denn Klima und Wetter sind „Nichtlineare Dynamische Systeme“, die „multistabil“, „grundsätzlich instabil“, „dem Phänomen der Bifurkation oder Verzweigung“ unterworfen und „chaotisch“ sind (Schulte 2003, S.118).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Entwicklung der globalen Durchschnittstemperatur (Gebhardt et al 2007)

Das tatsächliche Vorhandensein eines „Klimawandels“ ist also unbestreitbar, da das Klima sich permanent ändert. Das Ausmaß des Klimawandels lässt sich auch noch einigermaßen gut messen. So kann man einige Veränderungen der letzten 150 Jahre deutlich feststellen, die noch im Folgenden angesprochen werden sollen, auch wenn das exakte Ausmaß in unterschiedlichen Quellen unterschiedlich angegeben wird. Insbesondere die Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur wird hierbei immer wieder angeführt, wie auch in Abbildung 1. Elf der 12 Jahre von 1995-2006 waren unter den wärmsten 12 Jahren seit Beginn der Temperaturmessungen und auch feste Trends der Veränderungen werden vom IPCC (2007) als sehr wahrscheinlich bis wahrscheinlich bezeichnet, Murray (2007) spricht in Berufung auf den IPCC sogar davon, dass „die Klimaerwärmung (…) eine Tatsache und unbestreitbar [ist], wie der weltweite Anstieg der mittleren Luft- und Ozeantemperaturen, das großflächige Abschmelzen von Schnee und Eis sowie der weltweit steigende Meeresspiegel belegen“.

Dass der aktuelle Klimawandel durch menschliche Einflüsse verursacht wird, ist allerdings noch immer sehr umstritten. Während vom IPCC (Tabelle 1) für die aktuellen Trends der Veränderungen der Beitrag des Menschen als „wahrscheinlich“ bis „eher wahrscheinlicher als nicht“ bezeichnet wird, spricht Veizer davon, dass die CO2-Konzentration, die die Hauptauswirkung des Menschen auf das Klima darstellt, keinen Einfluss auf das Klima haben kann wie beispielsweise die Vegetation, der Wasserdampf in der Atmosphäre und die Aktivität der Sonne. Er begründet dies mit den Worten: „Die CO2-Konzentration ist überall 350 ppm, das kann das Wettergeschehen nicht antreiben“ (Veizer in Schulte 2003, S.134) und auch Schulte selbst zweifelt beim „Streit um heiße Luft“ die Rolle des CO2für den Klimawandel an. Thüne (1998) geht sogar soweit, das „Treibhaus-Gespenst“ und die Wirkung von CO2 auf das Klima als Erfindung der Atomkraft-Lobby darzustellen. Murray dagegen ist der Ansicht, dass die ,Treibhauswirkung‘ von CO2außerhalb jeder Debatte stünde, nur das Ausmaß sei umstritten. Im Folgenden werden auch an anderen Stellen noch Unstimmigkeiten deutlich werden, jedoch soll von der häufigeren Annahme ausgegangen werden, dass das von Menschen emittierte CO2sich auf eine Klimaerwärmung merklich auswirkt, die aktuell beobachtbare Klimaerwärmung also vorrangig anthropogen bedingt ist. Eine weitere Diskussion dieses Sachverhaltes wäre noch nahezu unbegrenzt möglich, würde jedoch diesen Rahmen sprengen. Die Frage, ob die „CO2-Lüge“ eine Lüge ist oder auf Tatsachen beruht, kann an dieser Stelle also nicht beantwortet werden.

2.2 Ursachen

Wie eben angesprochen, spielt das Kohlenstoffdioxid CO2, das durch menschliche Einflüsse in die Atmosphäre gelangt, der landläufigen Meinung zufolge eine wichtige Rolle als Ursache der Klimaerwärmung. 2000 formulierte Bach, dass die „Einwirkung der CO2- Zunahme auf das globale Klima noch nicht nachweis[bar]“ sei, aber dass „gerade diese Unsicherheiten (…) es ratsam erscheinen [lassen], das CO2-Problem ernst zu nehmen und sich über (…) Vorsorgemaßnahmen (…) Gedanken zu machen“ (Bach 2000, S.47). Insbesondere der Einfluss der Ozeane auf die CO2-Veränderungen ist noch nicht vollständig geklärt.

Nicht alle Einflüsse auf das Klima sind durch den Menschen hervorgerufen, jedoch gibt es eine ganze Reihe von Einflüssen des Menschen auf das Klima, die vorrangig die globale Durchschnittstemperatur verändern. Man spricht vom sogenannten Strahlungsantrieb, der „die Veränderung in der vertikalen Nettoeinstrahlung (Einstrahlung minus Ausstrahlung; ausgedrückt in Watt pro Quadratmeter: Wm-2) an der Tropopause (Grenze zwischen Troposphäre und Stratosphäre) aufgrund einer Veränderung eines äußeren Antriebs des Klimasystems“ darstellt (IPPC 2007 Annex, S.85) und für einzelne Faktoren angegeben werden kann, die auf das globale Klima Auswirkungen haben. Abbildung 2 listet diese natürlichen und anthropogenen Faktoren auf und stellt ihren quantitativ abgeschätzten Strahlungsantrieb und die dabei enthaltenen Unsicherheiten dar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Komponenten des Strahlungsantriebs (IPCC 2007)

Deutlich aus der Abbildung werden mehrere Ergebnisse. Zuerst hat das umstrittene CO2, das durch den Verbrauch von fossilen Brennstoffen und Änderungen in der Landnutzung erzeugt wird, dem IPCC zufolge die größte Auswirkung auf die Temperaturveränderungen, salopp formuliert: ,Es lohnt sich also, darüber zu streiten.‘ In nur 10 Jahren, von 1995 bis 2005, verstärkte sich der Strahlungsantrieb durch den CO2-Anstieg um ganze 20 % (IPCC 2007). Für eine Erwärmung relevant sind auch noch Methan CH4und Lachgas NO2, die vor allem in der landwirtschaftlichen Produktion entstehen und so als langlebige Treibhausgase in großer Menge in die Atmosphäre gelangen, sowie Halogenkohlenwasserstoffe. Wichtig ist zudem das entstehende Ozon, das die Atmosphäre mit großer Wahrscheinlichkeit erwärmt, unter Umständen aber auch leicht abkühlen kann, Ozon wird aus der chemischen Reaktion von emittierten Stickoxiden, Kohlenmonoxiden und Kohlenwasserstoffen mit in der Luft vorhandenem Sauerstoff gebildet. Die anthropogene Veränderung der Oberflächenalbedo der Erde durch veränderte Landnutzung oder Verringerung der Schneeoberfläche durch beispielsweise Ruß, kann sich sowohl positiv als auch negativ auf die globale Temperatur auswirken. Der größte Unsicherheitsfaktor ist bei den Betrachtungen ist bei der Wirkung der Aerosole zu sehen. Sowohl direkt als auch indirekt ist ihre Wirkung auf das Klima weitgehend unbekannt, es scheint lediglich festzustehen, dass sie die globale Temperatur senken, nicht aber in welchem Maße. Sie wirken zudem regional und je nach Einfallswinkel der Sonnenstrahlung unterschiedlich (ebd.). Die Sonnenstrahlung selbst wird vom IPCC- Bericht nur für geringe Temperaturschwankungen verantwortlich gemacht, Schulte (2003) dagegen betont mehrfach auffällige Übereinstimmungen von Sonnenfleckenzyklen mit Temperaturanomalien, bemängelt die mangelhafte Miteinbeziehung des Wasserdampfes in die Überlegungen und weist auf die Bedeutung des Flugverkehrs hin, dessen Kondensstreifen.

Insgesamt ist Abbildung 2 eine anthropogener Strahlungsantrieb seit 1750 von +0,6 bis +2,4 Wm-2mit „einem sehr hohen Vertrauen“ (IPCC 2007, A1 S.3) zu entnehmen, der eine deutliche Erwärmung erklären würde. Bei einer Addition der darüber angegebenen Werte fällt allerdings auf, dass mit ebendieser Auflistung auch eine Temperaturverringerung erklärbar wäre, bedingt durch die hohen auftretenden Unsicherheiten, besonders bei der Wirkung der Aerosole, welche zusätzlich zu den Wolkenausmaßen noch deren Eigenschaften verändern können. Die Berechnung des Nettostrahlungsantriebs durch den IPCC erfolgte allerdings deren Ausführungen nach auf kompliziertere Art und Weise, die dort nicht näher erläutert wird (IPCC 2007).

2.3 Effekte

Der wohl bekannteste Effekt der Klimadiskussion ist der Treibhauseffekt. Ohne diesen wäre die durchschnittliche Temperatur der Erde der allgemeinen Vorstellung nach bei -18 Grad, da sich damit ein Gleichgewicht zwischen Ein-und Gegenstrahlung einstellen würde, 33 Grad geringer als sie es mit Treibhauseffekt tatsächlich ist (Ludwig 2006). Der Begriff an sich ist bei genauerer Betrachtung eher verwirrend, da der Effekt nicht mit den Geschehnissen in einem Treibhaus gleichzusetzen ist. Weder kann keine Luft aus dem Treibhaus entweichen, noch wird sämtliche Rückstrahlung der Erde vom Glasdach des Treibhauses zurückgehalten (Schulte 2003). Jedenfalls werden aber Teile der thermischen Infrarotstrahlung, mit der die Erde Wärmeenergie an das Weltall abgibt durch sogenannte Treibhausgase absorbiert und zurückgestrahlt, wodurch die Lufttemperatur unterhalb der Tropopause erhöht wird. Diese Treibhausgase sind vor allem Wasserdampf H2O, Kohlendioxid CO2, Lachgas N2O, Methan CH4, Ozon O3 sowie Halogenkohlenwasserstoffe insbesondere FCKW (IPCC 2007). Man unterscheidet den natürlichen vom anthropogenen Treibhauseffekt je nachdem was die Quelle der entsprechenden Treibhausgase ist, beide wirken gemeinsam. Die Anteile der einzelnen Treibhausgase am natürlichen und anthropogenen Treibhauseffekt werden aus Tabelle 2 ersichtlich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Anteile der Treibhausgase am Treibhauseffekt (eigene Abbildung nach Schulte 2003)

Der Treibhauseffekt ist aber –wie sehr vieles in der Klimatologie– umstritten, unter anderem Thüne (1998) zweifelt dessen Existenz an. Er spricht von völlig falschen Berechnungen und unrichtigen Annahmen und schon der Titel seines Buches „Der Treibhaus-Schwindel“ spricht für sich und er wirft der „Treibhausclique“ (ebd. S. 275) bewusst aus politischen Gründen die These zu verbreiten. An dieser Stelle sei allerdings nicht näher auf diese Diskussion eingegangen.

Ein abkühlender Effekt im Klimageschehen ist das erst kürzlich entdeckte Global Dimming. Hiervon spricht man, wenn ausgestoßene Schadstoffe, zum Beispiel Asche, Ruß und Schwefeldioxid, die Atmosphäre verdunkeln und die Einstrahlung der Sonne nur in geringerer Form stattfinden kann als ohne diese Stoffe. In den USA beträgt diese Reduzierung der Einstrahlung bis zu 10%, in Teilen Großbritanniens sogar 16% (Hamann 2006). Er tritt somit besonders über großen Industriegebieten und –ländern auf. Der Effekt vermindert oder verhindert eine potentielle Erwärmung und wirkt beispielsweise dem Treibhauseffekt entgegen und könnte diesen teilweise sogar ausgleichen. Bei umweltfreundlicheren Produktionsketten könnte zwar der Treibhauseffekt aber auch der Effekt des Global Dimming verringert werden, so dass regional keine Abkühlung des Klimas insgesamt gewährleistet werden kann (Ludwig 2006).

Des Weiteren existieren Rückkopplungseffekte, die kleine Ursachen zu großen Wirkungen verstärken können. Ein Beispiel für positive Rückkopplungen ist die Eis-Albedo- Rückkopplung. Wenn es durch äußere Umstände global wärmer wird, so schmelzen Eisflächen und weichen Landoberfläche. Dadurch wird die Albedo der Oberfläche geringer und mehr Strahlung wird absorbiert, denn Wasser und Land reflektieren weniger als Schnee und Eis. Dadurch wird dann die Temperatur weiter erhöht und de Effekt verstärkt (Murray 2007).

Als negativer Rückkopplungseffekt wird hingegen in Schulte (2003) das Verhalten von Wolken dargelegt. So verdunstet mehr Wasser bei höheren Temperaturen, dies führt zu vermehrter Wolkenbildung, was dann die Sonneneinstrahlung verringert und so zu Abkühlung führt, gegebenenfalls sogar zur Bildung einer Eisschicht – theoretisch zumindest.

Die Überlagerung etlicher und teilweise nur unzureichend erforschter und erklärter Effekte machen die Klimatologie zu einem sehr komplexen Gebiet und bieten jede Menge Diskussionsstoff.

2.4 Folgen, Auswirkungen und Unsicherheiten

Wie im letzten Abschnitt angesprochen können kleine Ursachen oft eine große Wirkung zur Folge haben. Ein Anstoß genügt für extreme Veränderungen des sensiblen Systems Klima mit all seinen enthaltenen Rückkopplungen. Der aktuelle Klimawandel verursacht eine ganze Reihe von Veränderungen, viele davon sind allerdings bislang nur Hypothesen, manche gefestigt, andere weniger. Der IPCC berichtet davon, dass in der Atmosphäre in den letzten 25 Jahren der Wasserdampfgehalt deutlich angestiegen ist, da die Lufttemperatur angestiegen ist und wärmere Luft bestrebt ist, mehr Wasser aufzunehmen als kältere. Damit verfügt die Luft über ein höheres Energieniveau, das sich in einem größeren Zerstörungspotenzial von Stürmen zeigt.

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Details

Seiten
37
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640264650
ISBN (Buch)
9783640264919
Dateigröße
2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v121784
Institution / Hochschule
Universität Karlsruhe (TH) – Geographie
Note
1,1
Schlagworte
Akteure Profiteure Hintergründe Klimawandels Examensseminar

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Titel: Akteure, Profiteure und Hintergründe des Klimawandels