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Die Arbeitsgesellschaft im Wandel

Ein Interviewbericht

Projektarbeit 2008 13 Seiten

Politik - Methoden, Forschung

Leseprobe

Inhalt:

Einleitung

Frageleitfsaden

Kurzbeschreibung der interviewten Person

Interviewtranskription

Auswertung

Fazit

Die Arbeitsgesellschaft im Wandel

Ein Interviewbericht

1. Einleitung

Dass Arbeit in unserem Leben eine – wenn nicht sogar DIE – zentrale Rolle einnimmt, ist für die meisten von uns selbstverständlich. Allerdings sind die Bedingungen und Bedeutung von Arbeit in einem drastischen Wandel begriffen. So markiert beispielweise die in Deutschland erstmals 1911 im Rahmen der Reichsversicherungsordnung eingeführte Erwerbslosenfürsorge einen gravierenden Wendepunkt, indem Arbeit damit nicht mehr die Grundvoraussetzung für das nackte Überleben war. Des Weiteren hat in den vergangenen Jahren die Tendenz zugenommen, nicht mehr einen einzigen Beruf über das ganze Leben hinweg auszuüben. Nicht nur Arbeitsplatzwechsel, Fortbildungen oder der Schritt in die Selbstständigkeit werden immer alltäglicher, sondern auch Umschulungen, der Wechsel des ganzen Berufs oder zentraler Tätigkeiten im Laufe des Arbeitslebens sind keine Seltenheit mehr. Dadurch ergeben sich neue Anforderungen an kognitive Prozesse wie die Konstruktion des Selbstbildes und die Schaffung eines persönlichen Identifikationsrahmens in der Gesellschaft. Wenn sich ein Mensch nicht mehr für sein komplettes Dasein als Maurer, Anwalt, Lehrer oder sonstiges definieren kann, bleibt eine Lücke, die durch etwas anderes gefüllt werden muss. In dieser Lücke findet man zum Beispiel den Begriff Selbstverwirklichung, ob sie nun in der Familie, beim Sport oder in der Kunst gefunden wird.

Diese Entwicklungen weisen eher auf eine schwindende Bedeutung von Arbeit hin. Auf der anderen Seite sind jedoch Tendenzen auszumachen, die eher das Gegenteil nahelegen. So wird zum Beispiel die Trennung von Arbeits- und Lebenssphäre, die sich im Zuge der Industrialisierung im 18. und 19. Jahrhundert vollzogen hat, teilweise wieder aufgehoben und die Arbeit in die Privatsphäre, in das

„home office“ – was prinzipiell ein Oxymoron darstellt – verlagert. Zugleich befinden wir uns in einem Transformationsprozess zur „knowledge society“ oder Wissensgesellschaft. Dies erfordert unter anderem die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen – nicht mehr nur in den klassischerweise wissensintensiven Berufen. Zur normalen Arbeitsbelastung kommen damit neue Aspekte hinzu, wie eben Fortbildungen – z. B. mit Bezug auf die als immer wichtiger erachteten „soft skills“ oder Schlüsselkompetenzen – oder das für beruflichen Erfolg zunehmend als Voraussetzung gesehene Networking.

Das diesem Bericht zugrunde liegende Interview soll Einblicke darin geben, wie sich eine individuelle Person in unserer von Arbeit geprägten – wenn nicht gar definierten – Gesellschaft angesichts des

Wandels der Bedingungen und Anforderungen zurechtfindet. Dazu habe ich den nachfolgenden Frageleitfaden erstellt. Es handelt sich dabei um ein offenes, halb-standardisiertes Interview für eine qualitative Einzelfall-Erhebung.

2. Frageleitfaden

Wann und wie hast du zum ersten Mal über deinen beruflichen Werdegang nachgedacht? Was waren deine Vorstellungen/Wünsche? Konntest du deine Pläne realisieren?

Bitte gib einen kurzen Überblick über deine beruflichen Ausbildungen und Tätigkeiten.

Entspricht dein beruflicher Werdegang bzw. deine berufliche Planung deinen eigenen Interessen und Vorlieben oder primär praktischen Erwägungen, z. B. über die Situation am Arbeitsmarkt? Wie ist das Verhältnis?

Wie ließen sich Kinderwunsch und berufliches Fortkommen für dich vereinbaren?

Was davon bereust du, womit bist du zufrieden, worauf bist du stolz?

Was war deine bislang schönste Tätigkeit? Warum?

Was für verschiedene Führungsstile hast du kennengelernt und wie beurteilst du sie?

In welchen Tätigkeiten hast du dich gerecht bzw. ungerecht entlohnt gefühlt?

Wie ist deine Einstellung zur beruflichen Selbstständigkeit? Würdest du die Selbstständigkeit gegenüber einer abhängigen Beschäftigung bevorzugen? Warum (nicht)?

Wie stellst du dir den optimalen Arbeitsplatz vor?

Wen oder was würdest du zu welchen Teilen für berufliche Misserfolge verantwortlich machen?

Welche Rolle spielt Arbeit in deinem Leben, auch im Verhältnis zum Privatleben? Was nimmt mehr Zeit bzw. höhere Priorität ein? Sind beide streng getrennt oder gibt es fließende Grenzen?

Was ist das Wichtigste für dich an Arbeit? Das Einkommen? Das Aktiv-Sein? …?

Was ist das Schlimmste an Arbeitslosigkeit? Warum?

Was glaubst du, wie hat dich dein besonderer beruflicher Werdegang beeinflusst, z. B. in Bezug auf dein Selbstbild, gesellschaftlichen Status, generelle Lebensansichten o. ä.?

Was hältst du von neuen Erwerbsformen wie Zeitarbeit, Teilzeit-Arbeit etc., den sogenannten prekären Arbeitsverhältnissen? Wie sind deine Erfahrungen damit?

Glaubst du, dass sich die Arbeitswelt stark verändert hat bzw. noch in der Veränderung begriffen ist? Wie stehst du dazu?

Glaubst du, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der sich die Menschen primär über ihre Arbeit definieren? Falls ja, wie erlebst bzw. findest du das?

Wie stellst du dir die nächsten 20 Jahre deines beruflichen Lebens vor?

3. Kurzbeschreibung der interviewten Person

I. K W., K 44 K Jahre, K wohnhaft K in K H., K studiert K „Management K natürlicher K Ressourcen“ K an K der

xxxxxxx Universität. K Sie K lebt K in K einer K Lebenspartnerschaft K mit K einem K gutverdienenden Mediziner, mit dem sie einen Sohn im Grundschulalter hat. Aus geschiedener Ehe hat sie eine erwachsene Tochter. Ihre Lebensumstände sind eher bürgerlich-gehoben. Sie selbst bezieht außer Kindergeld keine staatlichen oder privaten Einkünfte.

Ihre Mutter hat nach dem 8.-Klasse-Schulabschluss eine Ausbildung zur Kindergärtnerin gemacht und in diesem Beruf bis 1986 gearbeitet. Danach war sie noch einige Jahre als Museumspädagogin tätig. Ihr Vater begann nach der 8. Klasse eine Ausbildung zum Stellmacher. Später absolvierte er Qualifizierungen zum Kfz-Ingenieur, Diplom-Kybernetiker und Keramikingenieur. Er war bis zur Wende als Kundendienst- und ökonomischer Leiter in verschiedenen Betrieben tätig, danach bis zur Rente als Selbstständiger bei IRIS Fliesen und Türenfein Färber.

4. Interviewtranskription

1. Wann und wie hast du zum ersten Mal über deinen beruflichen Werdegang nachgedacht? Was waren deine Vorstellungen/Wünsche? Konntest du deine Pläne realisieren?

Nach dem Abitur hatte ich noch keine konkreten Vorstellungen. Ich war zwar an vielem interessiert, hatte aber keine konkreten Ziele oder Pläne. Auf die Idee, „etwas mit Porzellan“ zu machen, kam ich dann durch das derzeitige Fernstudium meines Vaters.

[...]

Details

Seiten
13
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640264506
Dateigröße
453 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v121758
Institution / Hochschule
Hochschule Bremen
Note
1,3
Schlagworte
Arbeitsgesellschaft Wandel Begriff Zukunft

Autor

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Titel: Die Arbeitsgesellschaft im Wandel