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Mario Wandruszka

Sprachen - vergleichbar und unvergleichlich

Seminararbeit 2008 24 Seiten

Dolmetschen / Übersetzen

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

I. Abstracts (Englisch, Russisch)

II. Vorwort
1. Biografie von Mario Wandruszka
2. Wandruszkas Werk: Sprachen – vergleichbar und unvergleichlich
2.1. Das natürliche und das grammatische Geschlecht
2.2. Der bestimmte Artikel
2.3. Der unbestimmte Artikel
2.4. Die Substantivierung
3. Zusammenfassung

III. Glossar

IV. Namensindex

V. Bibliografie

I. Abstracts

The following paper is based on Mario Wandruszka’s work Sprachen – vergleichbar und unvergleichlich (R. Piper & Co. Verlag, München, 1969). Its aim is to point out grammatical differences between a few important Romance and Germanic languages. It contains general information about Wandruszka’s life and work and then focuses on the grammatical and natural gender, the indefinite article, the definite article, and the nominalization. Every chapter comprises several examples to demonstrate which constructions are used in the different languages and where the languages correspond or differ from each other. At the end the most important facts are summarized.

Эта работа основана на книге Марио Вандрушка Sprachen – vergleichbar und unvergleichlich (издательство R. Piper & Co. Verlag, Мюнхен, 1969 г.). Цель этой работы - осветить грамматические разницы между некоторыми романскими и древнегерманскими языками. Содержится обшая информация о жизне и о произведении Вандрушка. В следующих главах излагается информация о грамматическом и естественном родах, неопределённом артикле, определённом артикле, а также о субстантивации. Каждый глав содержит разные примеры, чтобы показать какие конструкции употребляется в различных языках и в каких случаях языки похожи и где они отличаются друг от дгуга. В конце обобщены самые важные факты работы.

II. Vorwort

Mario Wandruszka (1911 – 2004) war einer der bekanntesten österreichischen Sprachwissenschaftler, der sehr viele bemerkenswerte Werke im Bereich der Sprachforschung veröffentlicht hat.

Ich habe mich im Rahmen des Seminars „Formen und Funktionen des Übersetzungsvergleichs“ intensiver mit seinem Werk „Sprachen – vergleichbar und unvergleichlich“ (R. Piper & Co. Verlag, München, 1969) beschäftigt und mich auf einige grammatische Aspekte seiner Forschung konzentriert. Im ersten Teil dieser Arbeit werde ich näher auf das grammatikalische und das natürliche Geschlecht eingehen. Wandruszka führt hier einige Beispiele dafür an, wie sich die verschiedenen romanischen bzw. germanischen Sprachen in Bezug auf dieses Thema unterscheiden bzw. gleichen.

Das folgende Kapitel behandelt den bestimmten Artikel, des Weiteren wird auch die Artikellosigkeit angesprochen.

Im dritten Kapitel geht es um den unbestimmten Artikel, wobei hier vor allem die Unterschiede zwischen dem Englischen und dem Deutschen angesprochen werden.

Das letzte Kapitel behandelt die Substantivierung, wobei es für mich sehr interessant zu sehen war, welche Konstruktionen im Englischen möglich sind bzw. wie das Englische mit der Substantivierung umgeht.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass ich dieses Thema sehr bereichernd empfunden habe und mir dank Wandruszkas Beispielen einige Sprachunterschiede bewusst wurden, die ich vorher nicht bemerkt hatte. Ich persönlich fand seine Ausführung sehr verständlich, und seine Erklärungen spannend und humorvoll geschrieben.

III. Mario Wandruszka (1911 – 2004)

1. Biografie

Der österreichische Romanist und Sprachwissenschaftler Prof. (em.) Dr. Dr. h.c. mult. Mario Wandruszka wurde am 9. August 1911 in Znaim, dem heutigen Znojmo in Tschechien, geboren.[1] Bereits als Kind verliert er seinen Vater im ersten Weltkrieg und wächst dann in Wien und Innsbruck auf.

Nach seinem Schulabschluss studiert er romanische und deutsche Philologie in Frankreich, Österreich und Italien. Im zweiten Weltkrieg wird Wandruszka von den Briten gefangen genommen und verbringt daraufhin die folgenden vier Jahre in Kanada. Im Jahr 1956 wird er Professor an der Universität Tübingen, wo er bis 1971 unterrichtet. Daraufhin lehrt er an der Universität Salzburg und nimmt auch Gastprofessuren in Straßburg und Montreal an.[2] Er beschäftigt sich im Laufe seiner Sprachforschung vor allem mit den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Portugiesisch.

Wandruszka erhält mehrere Auszeichnungen für seine Tätigkeiten, wie zum Beispiel im Jahr 1978 die Ernennung zum Doctor honoris causa der Universität Paris-Sorbonne. 1979 feiert er einen großen Erfolg mit seinem Werk Die Mehrsprachigkeit des Menschen und findet damit bei einem breiten Leserpublikum Anklang. Weitere bekannte Werke von ihm sind Sprachen – vergleichbar und unvergleichlich, Der Geist der französischen Sprache, Die europäische Sprachengemeinschaft, Das Leben der Sprachen, Angst und Mut.

Mario Wandruszka stirbt am 17. März 2004 im Alter von 92 Jahren. Er wird in Salzburg beigesetzt.[3]

2. Wandruszkas Werk: Sprachen – vergleichbar und unvergleichlich

Eines der bekanntesten Werke von Wandruszka ist Sprachen – vergleichbar und unvergleichlich, welches im R. Piper & Co. Verlag im Jahr 1969 in München erschienen ist. Im Folgenden werden einige grammatikalische Aspekte aus diesem Werk anhand von Beispielen genauer erläutert.

2.1. Das natürliche und das grammatikalische Geschlecht

Wandruszka[4] beschreibt in diesem Kapitel, dass bei bestimmten Sprachen ohne den sprachlichen Kontext das Geschlecht eines Wortes nicht erkennbar ist. Ein Beispiel dafür ist das englische Wort cook – das uns nicht verrät, ob es sich um einen Koch oder um eine Köchin handelt. In einigen Fällen bleibt also dem Übersetzer gar nichts anderes übrig, als nach eigenem Gutdünken aus dem cook entweder einen Koch oder eine Köchin zu machen.

Wandruzka empfindet es als einen Mangel, dass die englische Sprache die alte germanische Endung zur Kennzeichnung des weiblichen Geschlechts abgestreift hat und auch hunderte von lateinischen und romanischen Lehnwörtern ohne Geschlechtsunterscheidung verwendet.

Im Gegensatz zum oben genannten Beispiel gibt es jedoch Situation, wo man aus dem Kontext heraus erkennt, um welches Geschlecht es sich handelt. So wird zum Beispiel in Gone With The Wind über die Hauptfigur Scarlett O’Hara geschrieben:

e. Careless of the disapproval of Aunt Pitty’s friends, she behaved as she had behaved before her marriage. […]

d. Ohne der Mißbilligung von Tante Pittys Freundinnen zu achten, benahm sie sich wie vor ihrer Ehe.

f. des amies i. delle amiche s. de las amigas p. das amigas

Aus der Situation und dem Kontext im obigen Beispiel wird also klar, dass es sich hier nicht um Freunde, sondern Freundinnen handelt.

Wandruszka sieht es als „informatorische Defizienz“[5], dass im Englischen im Gegensatz zu anderen europäischen Sprachen das Geschlecht eines Lebewesens in seinem Gattungsnamen häufiger unbestimmt bleibt. Daher muss laut Wandruszka „der Verlust des Femininsuffixes manchmal durch geschlechtsbestimmende Zusatzwörter ergänzt werden, wie z.B. man und woman oder lady, boy und girl, male und female, he und she“.[6]

Hierzu zwei Beispiele:

e. doctors and men nurses […] d. Ärzte und Krankenpfleger
f. infirmiers i. infermieri s. enfermeros p. enfermeiros
e. She had never had a girl friend […]
d. Eine Freundin hatte sie nie gehabt
f. une amie i. un’amica s. una amiga p. uma amiga

Jedoch kann die Verwendung dieser geschlechtsbestimmenden Zusatzwörter manchmal zu etwas merkwürdigen Konstruktionen führen. Wandruszka[7] führt zur Erläuterung dieses Beispiel an:

[...]


[1] vgl. Richard Schneider: Mario Wandruszka im Alter von 92 Jahren gestorben, http://www.uebersetzerportal.de/nachrichten/n-archiv/2004/2004-08/2004-08-20.htm, (Stand: Oktober 2008 ) (auch Bildquelle)

[2] vgl. Wolfgang Pöckl (Herausg.): Europäische Mehrsprachigkeit, Festschrift zum 70. Geburtstag von Mario Wandruszka, Max Niemeyer Verlag, Tübingen, 1981.

[3] vgl. Richard Schneider: Mario Wandruszka im Alter von 92 Jahren gestorben, http://www.uebersetzerportal.de/nachrichten/n-archiv/2004/2004-08/2004-08-20.htm, (Stand: Oktober 2008 )

[4] vgl. M. Wandruszka: Sprachen – vergleichbar und unvergleichlich, R. Piper & Co. Verlag, München 1969, S. 171 ff

[5] M. Wandruszka: Sprachen – vergleichbar und unvergleichlich, R. Piper & Co. Verlag, München 1969, S. 173

[6] siehe oben

[7] siehe oben

Details

Seiten
24
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640261307
ISBN (Buch)
9783640261475
Dateigröße
482 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v121568
Institution / Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck – Institut für Translationswissenschaft
Note
Gut
Schlagworte
Mario Wandruszka Formen Funktionen Übersetzen Übersetzungsvorgang Sprachen Translationswissenschaft Translation Dolmetschen Translationslehre Übersetzer Dolmetscher Romanistik Sprachwissenschaft Philologie Mehrsprachigkeit Sprachengemeinschaft Wandruszka von Wanstetten

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Titel: Mario Wandruszka