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Ruanda - Ein Überblick über Land, Bevölkerung, Geschichte und Gegenwart

Referat / Aufsatz (Schule) 2007 13 Seiten

Ethnologie / Volkskunde

Leseprobe

Gliederung

1. Land Ruanda
1.1 Geographische Lage
1.2 Landbeschaffenheit
1.3 Klima
1.4 Flora und Fauna

2. Bevölkerung
2.1 Landessprache
2.2 Religion
2.3 Ethnische Gruppen
2.4 Demographie

3. Geschichte
3.1 Vorkoloniale Zeit
3.2 Deutsche Kolonialgeschichte
3.3 Belgische Kolonialgeschichte
3.4 Erste Republik
3.5 Zweite Republik
3.6 Völkermord
3.7 Daten

4. Modernes Ruanda
4.1 Aktuelle Politik
4.2 Wirtschaft

Literaturangabe

1. Land Ruanda

1.1 Geographische Lage

Das nur 26.338 km² große Land Ruanda befinden sich auf dem afrikanischen Kontinent. Es grenzt im Norden an Uganda, im Osten an Tansania, im Süden an Burundi und im Westen an die Demokratische Republik Kongo[1].

Ruandas Hauptstadt Kigali befindet sich auf dem 1°57 Grad südlicher Breite und auf dem 30°03 östlicher Länge. Die Maximale Breite des Landes von West nach Ost beträgt ca. 226 km und von Nord nach Süd ca. 160 km. Ruanda würde etwa 13-mal in Deutschland passen und entspricht etwa der Fläche von Mecklenburg Vorpommern.

1.2 Landbeschaffenheit

Es gibt drei vorherrschende Landschaftstypen in Ruanda: die südöstliche Senke, das zentrale Hochplateau, und die Kongo-Nil-Wasserscheide. Als Besonderheit des kleinen, afrikanischen Landes werden häufig seine hüglige Berglandschaften, sowie der Kiwusee an der westlichen Grenze des Landes genannt1.

Das zentral gelegene Hochplateau Ruandas reicht von einer Höhe von etwa 1.500m über dem Meeresspiegel bis zu 2000m. Besonders der Westliche Teil des Landes wird von den vulkanischen Hügeln bestimmt. Das Hochplateau ist von vielen Wasserläufen durchkreuzt. Durch die gute Wasserversorgung wird dieses Gebiet hauptsächlich zur Landwirtschaft genutzt1.

Im Norden des Landes herrschen die Virunga-Vulkane. Es stellt die höchste Erhebung des Landes dar. Landwirtschaftlich gesehen ist das Land hier weniger intensiv nutzbar, da der Vulkanische Boden das Wasser zu schnell versickern lässt. Diese Ebenen werden größtenteils zum Kartoffelanbau genutzt1.

Die Kongo-Nil-Wasserscheide erstreckt sich im Westen Ruandas vom Kiwusee südlich entlang der Grenze zum Kongo. Sie erreicht Höhen im Norden bis nahezu 3.000 m, im mittleren Teil nur bis zu 1.200 m und im Süden wieder bis zu 2.700 m Höhe. Der größte Teil der Grenze zur Demokratische Republik Kongo im Westen Ruandas wird von dem 2.650 km² große Kiwusee bestimmt. Der See hat eine maximale Wassertiefe von 450 Metern. Er liegt auf einer Höhe von 1.462 Metern. Der See hat einen sehr hohen Salz- sowie CO2-Gehalt und beinhaltet Methangase[2].

1.3 Klima

Ruandas Klima ist vergleichsweise mild. Das eigentlich äquatoriale Klima in diesem Gebiet wird durch die Höhenlage Ruandas gemildert1.

Die Niederschlagssumme beträgt ca. 986 mm pro Jahr1, also etwas mehr als die in den gemäßigten Breiten üblichen 750 mm wie in Deutschland. Typisch für das äquatorial gelegene Land wären bis zu 2500 mm im Jahr[3].

Das Niederschlagsmaximum liegt im April bei etwa 165 mm1, ein zweites Maximum ist im Oktober zu erkennen. Daraus erschließen sich die 2 Regenzeiten des Landes, die erste im April, die zweite im Oktober. Im Juli fallen nur 7 mm Neiderschlag, was zu einer Trockenzeit führt1, 3.

In Ruanda ist es das ganze Jahr über ausgewogene 20°C warm (Jahresdurchschnitt: 20,3°C)1. In Deutschland dagegen herrscht eine Jahresdurchschnittstemperatur von etwa 16°C, wobei die Temperatur zwischen Winter und Sommer sehr stark variiert2. In Ruanda dagegen gibt es auf dem Niveau der Temperatur keine Jahreszeiten. Diese werden ausschließlich durch die Regen- und Trockenzeiten bestimmt1,[4],[5].

1.4 Flora und Fauna

Das neblig- feuchte Klima des Landes erschafft eine einzigartige Artenvielfalt seiner Tier- und Pflanzenwelt, für die Ruanda international bekannt ist. Im Virunga-Nationalpark im Westen des Landes nördlich des Kiwusees kann man noch die vom Aussterben stark bedrohten Berggorillas antreffen1.

Auch der Osten des Landes birgt einen Nationalpark mit einer großen Artenvielfalt. Große Teile der Tierwelt sind hier jedoch im Krieg 1994 vernichtet worden, nun beherbergt der Park nur noch wenige Herden von Zebras, Löwen Impalas, Topis sowie Wasserbüffeln und Leoparden, sowie andere Antilopen-Arten in kleineren Herden, wenige Elefanten sowie aus Tansania eingeflogenen Giraffen sowie eine beeindruckende Vogelvielfalt1.

Im zentralen Hochland dagegen ist die Flora und Fauna durch Landwirtschaft jedoch schon arg eingeschränkt[6].

2. Bevölkerung

2.1 Landessprache

Offizielle Landessprachen in Ruanda sind Englisch, Französisch sowie Kinyarwanda.

Ruanda wird als mit das einzige Land Afrikas gehandelt, in dem man sich mit einer einzigen Sprache im ganzen Land verständigen kann. Grade das machte Ruanda so attraktiv für die Europäer. Die Kommunikation war sehr leicht realisierbar. Die Einheimischensprache Kinyarwanda ist eine Bantusprache, die auch im südlicheren Burundi, sowie im Westen Tansanias verstanden wird. In den Schulen wird auf Kinyarwanda unterrichtet2.

Englisch und Französisch werden lediglich als Fremdsprachen unterrichtet. Daher spricht der Großteil der Bevölkerung (88%) ausschließlich diese Sprache und kaum oder gar kein Französisch oder Englisch, obwohl es die offiziellen Landessprachen sind1. Französisch wurde in der belgischen Kolonialzeit, Englisch dagegen wurde von Einwanderern aus Tansania und Kenia eingeführt[7].

2.2 Religion

Ruanda wurde bereits in der Deutschen Kolonialherrschaft ab 1890 missioniert, von den Belgiern nach dem ersten Weltkrieg in den Katholizismus eingeführt. Gegenwärtig sind etwa 74% der Bevölkerung Christlich und 9% Muslimisch. Der Muslimische Einfluss kommt größtenteils aus dem Muslimisch eingestellten Osten des Kontinents1,[8],[9].

2.3 Ethnische Gruppen

Ruandas Bevölkerung ist in drei verschiedene Ethnische Gruppen unterteilt: Die Hutu, die Tutsi und die Twa, auch Pygmäen genannt1.

Die Twa bilden die kleinste ethnische Gruppe und sind die Ureinwohner Ruandas. Sie bilden etwa 1% der Gesamtbevölkerung und sollen ursprünglich in der zentralen Hügellandschaft Ruandas gelebt haben. Sie gelten als Randgruppe der Gesellschaft2.

Die Hutus sind im 14 Jahrhundert eingewandert und zählen nun etwa 90% der Bevölkerung. Sie sind als Bantustamm aus dem Nordwesten Afrikas immigriert und wurden dann in Ruanda als Ackerbauern sesshaft, da Ruanda einen so nahrhaften Boden hat. Die ersten Europäer beschrieben die Hutu in ihren Berichten wie echte „Neger“ 2 mit platten Nasen und dicken Lippen und nur minderwertig intelligent 2.

Letztendlich kamen aus dem Nordosten Afrikas im 15/16 Jahrhundert die Tutsi eingewandert. Sie waren traditionelle Viehzüchter und blieben ebenfalls wegen Ruandas nahrhaftem Boden. Im modernen Ruanda machen sie etwa 9% der Gesamtbevölkerung aus. Sie sollen ein eher europäisch angelegtes Aussehen gehabt haben, wie „schwarze Europäer“[10],[11].

[...]


[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Ruanda

[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Ruanda

[3] Erdkundeunterricht

[4] http://www.transafrika.org/pages/laenderinfo-afrika/ruanda/klima-und-beste-reisezeit.php

[5] http://www.klimadiagramme.de/Afrika/ruanda.html

[6] http://de.wikipedia.org/wiki/Ruanda

[7] Karel Dekempe: Kinyarwanda Wort für Wort; Seite 3ff - Vorwort

[8] http://www.ipicture.de/daten/land_ruanda.html

[9] Uwe Hoering, Hutu & Tutsi, Seite 17

5 http://www.bethel-historisch.de/files/station_7.2_bild3.jpg

[10] http://de.wikipedia.org/wiki/Ruanda

[11] Uwe Hoering, Hutu & Tutsi, Seite 17

4 http://ipicture.de

3 http://www.41-afrika.s-cool.org

Details

Seiten
13
Jahr
2007
Dateigröße
592 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v121014
Note
13,0
Schlagworte
Ruanda Land Bevölkerung Geschichte Gegenwart

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Titel: Ruanda - Ein Überblick über Land, Bevölkerung, Geschichte und Gegenwart