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Führung durch Einsatz positiver Energie

Seminararbeit 2008 12 Seiten

Didaktik - Gemeinschaftskunde / Sozialkunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Selbstwertgefühl
1.1. Allgemein
1.2. Aus Sicht der Führungskraft
1.3. Aus Sicht der Mitarbeiter

2. Grundlagen positiver Einstellung
2.1. Der innere Kritiker

3. Positive Führung
3.1. Halten Sie regelmäßig Kontakt zu Ihren Mitarbeitern
3.2. Belohnen Sie Ihre Mitarbeiter mit „angenehmen“ Erlebnissen
3.3. Mischen Sie sich nicht unnötig in die Arbeit Ihrer Leute ein
3.4. Bauen Sie Kontrollmaßnahmen ab
3.5. Beziehen Sie Ihre Mitarbeiter aktiv in Arbeits- und Veränderungsprozesse ein
3.6. Rücken Sie nicht das Negative in den Mittelpunkt
3.7. Geben Sie einem Mitarbeiter, der sich nichts oder nur wenig zutraut Hilfe zur Selbsthilfe
3.8. Locken Sie schüchterne oder gehemmte Mitarbeiter aus der Reserve
3.9. Messen Sie im Mitarbeiterumgang nicht mit zweierlei Maß

4. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1. Selbstwertgefühl

1.1. Allgemein

„Das Selbstwertgefühl ist unser Wert, den wir uns unbewusst im Verhältnis zu anderen zumessen. Messen wir uns unbewusst einen niedrigen Wert zu (z. B. mangels beruflicher oder privater Erfolge), so sind wir als seelisch gesunder Mensch gezwungen, diesen Mangel auszugleichen.

Diese so genannte Kompensation läuft unbewusst in uns ab und dokumentiert sich hauptsächlich in einem hohen Drang, unsere Geltungsbedürfnisse (Macht, Prestige, Anerkennung durch andere, Wertschätzung und Respekt durch andere, Status, Image) zu befriedigen.

Haben wir ein starkes und gesundes Selbstwertgefühl, so sind wir ausgeglichen und müssen unsere Geltungsbedürfnisse gegenüber anderen nicht kompensieren.

Dagegen wird ein Mensch mit gemindertem Selbstwertgefühl immer gezwungen sein, seine Geltungsbedürfnisse - zum Schaden anderer - zu kompensieren. Menschen mit einem Mangel an Selbstwertgefühl, fallen oft durch folgende Verhaltensweisen negativ auf

- erniedrigt andere, um sich selbst zu erhöhen
- ist rechthaberisch
- ist arrogant und überheblich
- macht andere schlecht, um selbst gut dazustehen
- schiebt eigene Fehler anderen in die Schuhe
- stellt sich in den Vordergrund
- kritisiert ständig andere
- und ist unfähig zu loben

Sieht man sich diese Verhaltensweisen an, so ist die Frage eigentlich schon beantwortet, ob man diese bemitleidenswerten Menschen mit einer Führungsverantwortung betrauen darf.

Denn es liegt auf der Hand: Führungskräfte mit gemindertem Selbstwertgefühl werden immer unbewusst bestrebt sein - zum Schaden des Unternehmens und zum Schaden der Mitarbeiter - sich an den ihnen unterstellten Mitarbeitern zu kompensieren.“(vgl. [ERWE])

Ich bin der Meinung, dass „positive Energie“ hierarchisch gesehen immer nur von oben nach unten weitergegeben werden kann. Kurzfristig mag die andere Richtung vielleicht funktionieren, aber auf lange Zeit gesehen wird die Führungskraft immer mehr Selbstzweifel haben und seine eigenen Mitarbeiter besser bewerten als sich selbst. Dies wird dazu führen, dass die Führungskraft immer mehr selbst zum Mitarbeiter wird und andere Mitarbeiter über sie bestimmen.

1.2. Aus Sicht der Führungskraft

Wie also im Allgemeinen Teil berichtet wird, ist es ebenso wichtig, dass Führungskräfte über ein positives Selbstwertgefühl verfügen, da dies der eigentliche Grundstein für erfolgreiche Mitarbeiter ist. Meiner Meinung nach, kann also eine Führungskraft, welche selbst negativ eingestellt ist, ein vorhandenes gutes, positives Klima in einer Abteilung/Betrieb zerstören. Auf keinen Fall kann so ein gutes Klima erreicht bzw. beibehalten werden. Ähnlich kann auf einem Feld kein Getreide wachsen, dessen Boden verseucht ist.

1.3. Aus Sicht der Mitarbeiter

Mitarbeiter bilden sich ihr Selbstwertgefühl oft an der Meinung der Führungskraft über sie. Natürlich gibt es auch Lob unter den Mitarbeitern, dieses wird aus meiner Erfahrung aber nicht mit dem von Vorgesetzten gleichgesetzt. Ein positiver Einfluss der Führungskraft ist daher unabdingbar um den Mitarbeitern ein positives Selbstwertgefühl zu geben. Grundlage dafür ist natürlich der unter Punkt 1.2 beschriebene Umstand, dass die Führungskraft selbst über eine positive Einstellung verfügt.

2. Grundlagen positiver Einstellung

Grundlagen positiver Einstellung Um die positive Grundeinstellung weitergeben zu können, muss diese also zu aller erst bei der Führungskraft vorhanden sein. Was ist aber nun die Grundlage für eine solche Einstellung? Was macht den Unterschied derjenigen aus, die eine haben und denen sie fehlt? Auf Grund von [SV02] gehe ich nun näher darauf ein.

2.1. Der innere Kritiker

„Wir alle haben in uns einen Beobachter, der unser Verhalten überwacht und darüber urteilt, wie gut oder schlecht wir abschneiden. Er hat für uns nie ein gutes oder freundliches Wort übrig und macht uns immer nur auf unsere Fehler und Schwächen aufmerksam. Er schläft nie und ist immer schnell bei der Hand, uns anzugreifen und zu verurteilen. Er führt genau Buch über unsere Fehler und Schwächen, aber er erinnert uns nie an unsere Stärken und gute Seiten. Er nimmt von ihnen einfach keine Notiz oder spielt sie herunter. Er schreibt uns vor, wie wir zu leben haben, was wir zu tun und zu lassen haben. Verstoßen wir gegen seine Vorschriften, dann bombardiert er uns mit den größten Vorwürfen und läßt uns mit einem schlechten Gewissen und dem Gefühl zurück, mies, gemein oder schlecht zu sein. Er versucht ständig, unser Selbstwertgefühl anzugreifen, und er ist darin sehr erfolgreich und geschickt. Der Kritiker wirft uns unschöne und häßliche Worte an den Kopf wie Dummkopf, Idiot, Versager, Feigling und Schlappschwanz oder bezeichnet uns als dumm, häßlich, unfähig und schwach. Er läßt uns in dem Glauben, daß wir minderwertig und schlecht sind, und unternimmt absolut nichts, um unser Selbstvertrauen zu stärken. Der Kritiker in uns liest die Gedanken anderer Menschen und überzeugt uns, daß diese uns für langweilig und unattraktiv halten und uns ablehnen. Er will uns weismachen, daß wir immer versagen, daß wir uns immer dumm anstellen, daß wir immer Schuld daran haben, wenn eine Beziehung in die Brüche geht, oder daß wir nie eine Sache zu Ende bringen.

Der Kritiker in uns nutzt jede noch so kleine Gelegenheit, um uns zu demütigen, und er läßt uns keine Chance, uns gut zu fühlen. Er erledigt seine Aufgabe so raffiniert und geschickt, daß seine Kritik uns immer als berechtigt und gerechtfertigt erscheint. Wir kommen gar nicht auf den Gedanken, daß mit seiner Kritik etwas nicht stimmt. Wir glauben seiner vernichtenden Kritik, gleichgültig, wie ungerechtfertigt sie auch sein mag. Wir halten es für völlig normal und gerechtfertigt, daß er uns ständig überwacht und verurteilt. Wir leben schon so lange mit ihm zusammen, daß wir glauben, seine Existenz sei ebenso selbstverständlich und natürlich wie die Tatsache, daß wir zwei Arme und zwei Beine haben. Wir sehen keine Möglichkeit, uns gegen ihn zu wehren oder ihm gar den Mund zu verbieten.“ ([SV02] Seite 41)

Ich denke, dass jeder von uns das oben beschriebene kennt, vielleicht oder hoffentlich nicht in diesem Ausmaß, aber doch kommen uns ab und zu solche Gedanken. Woher aber kommen diese schlechten Gedanken? Wie im Eisbergmodell nach Freund von Ruch und Zimbardo in [WIK01] erklärt werden dem Bewusstsein nur 20%, dem Unterbewusstsein jedoch 80% zugeschrieben. Abbildung 1 verdeutlicht die verschiedenen Bewusstseinsarten.

Der innere Kritiker bedient sich nun nicht von unserem bewussten, sondern vom Unterbewussten (vorbewussten und unbewussten). Um dieses zu verändern bedarf es aber einer dauerhaften Suggestion, die sowohl von außen als auch von einem selbst kommen kann. Dadurch kann jetzt ein andauerndes negatives Feedback von z.B. der Führungskraft dazu führen, dass sich Mitarbeiter irgendwann selbst als schlecht ansehen. Darum sollte immer darauf geachtet werden, dass auch positive Signale weitergegeben werden und nicht nur die negativen.

[...]

Details

Seiten
12
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640251162
Dateigröße
455 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v120882
Institution / Hochschule
Fachhochschule Technikum Wien
Note
1,0
Schlagworte
Einsatz Energie Kommunikation Führung

Autor

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Titel: Führung durch Einsatz positiver Energie