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Stärken- und Schwächen-Analyse des Supply Chain Management-Konzeptes zu den Konzepten Logistikmanagement und Just in Time in der unternehmensübergreifenden Wertschöpfungskette

Seminararbeit 2003 17 Seiten

BWL - Industriebetriebslehre

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung und Abgrenzung des Themas

2 Kurzerläuterungen zu den Konzepten

3 Stärken- und Schwächen-Analyse der Konzepte

4 Schlußfolgerung und kritischer Ausblick

Literaturverzeichnis

1 Einführung und Abgrenzung des Themas

Auf Grund der veränderten Bedingungen am Absatzmarkt sehen sich viele Unternehmen gezwungen ihre produktionswirtschaftlichen Rahmenbedingungen den Absatzbedingungen anzupassen. Geänderte Kundenwünsche implizieren eine Verkürzung der Produktlebenszyklen, die wiederum von den Unternehmen durch einen häufigeren Produktwechsel sowie eine reduzierte Produktentwicklungszeit (time-to-market) kompensiert werden müssen. Der immer stärker zunehmende Trend zur Individualisierung von Produkten und Gütern ist eng mit der Veränderung der Kundenansprüche, wie ein erhöhtes Qualitätsniveau und eine schnelle Lieferung verknüpft. Auf der produktionswirtschaftlichen Seite stehen demgegenüber ein zu erfüllender höherer Qualitätsanspruch, ein verringerter Lager- und Warenbestand und häufigere Maschinenrüstvorgänge. Damit einhergehend ist ein höherer Steuerungs- und Planungsaufwand und ein höherer Entwicklungsaufwand in immer kürzeren Periodenabschnitten verbunden. Ein zunehmender globaler Wettbewerb erzwingt auf der produktionswirtschaftlichen Seite weitere Maßnahmen. Um dem internationalen Preisdruck entgegen zu wirken, müssen die Produktionskosten gesenkt werden und die Möglichkeiten des technischen Fortschritts realisiert werden.

Aus diesen Forderungen ergeben sich die neuen Ziele für die Fertigungsindustrie: hohe Termintreue, hohe Auslastung, niedrige Bestände und kurze Durchlaufzeiten.[1] Um diesen geänderten Marktbedingungen gerecht zu werden bieten sich Konzepte wie Supply Chain Management und Just in Time an. Ziel dieses Assessments soll eine Analyse der Stärken und Schwächen der Konzepte im Vergleich zu dem traditionellen Konzept des Logistikmanagements sein. Dabei stehen die strategischen und taktischen Ausprägungen, also die Philosophien der Konzepte im Vordergrund. Eine Analyse auf der operativen Ebene erfolgt bei diesen Konzepten nur am Rande, soweit dies zur Erklärung oder Erläuterung der strategische oder taktischen Auswirkungen notwendig ist. Eine Beschränkung der Analyse alleine auf die operative Ebene der Konzepte gibt dabei nicht das volle Spektrum der Synergien wieder, die diese Konzepte bieten. Ziel des Supply Chain Managements ist es, eine Optimierung der Beschaffungslogistik und der Wertschöpfung über die Unternehmensgrenzen hinweg zu erreichen. Das Supply Chain Management bieten ebenso die Möglichkeiten Engpässe zu identifizieren und zu beheben. Beim Just in Time Konzept wird diese Optimierung auf die unternehmensinternen Bereiche beschränkt. Lediglich auf operativer Ebene wird mit dem allseits bekannten Instrumentarium der Just in Time Beschaffung diese Grenze auch auf Bereiche außerhalb des eigenen Unternehmens ausgedehnt. Die Beschaffung ist dabei nicht alleine auf die Warenlieferung beschränkt, sondern schließt auch Maßnahmen der Qualitätssicherung ein.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2 Kurzerläuterungen zu den Konzepten

Als Logistikmanagement kann der traditionelle Ansatz der unternehmensübergreifenden Materialbeschaffung bezeichnet werden. Er bedingt eine Beschaffung der Materialien in der geforderten Qualität, in der gewünschten Schnelligkeit, sowie eine Flexibilität des Lieferanten. Der weitere Focus wird auf die Zuverlässigkeit des Lieferenten und auf den Einkaufspreis der Materialien gerichtet.

Supply Chain Management ist ein ganzheitliches Managementkonzept, das initiiert von der Nachfrage des Endkunden, ein geschäftsprozess- und unternehmensübergreifendes Management des Materialflusses und des Informationsstromes innerhalb des Wertschöpfungsnetzwerkes erlaubt. Beim Supply Chain Management wird die Zusammenarbeit auf alle in der Versorgungskette integrierten Unternehmen ausgedehnt. Ziel ist es dabei dem Endverbraucher das bestmögliche Ergebnis der überbetrieblichen Leistungserstellung anzubieten. Jedes in die Versorgungskette integrierte Unternehmen sollte, unabhängig von seiner Position in der Versorgungskette, seine Handlungen im Hinblick auf die Leistungsziele Qualität, Schnelligkeit, Flexibilität, Zuverlässigkeit und Kosten auf die Anforderungen der Endkunden ausrichten. Das Optimum der Leistungserstellung wird also nicht mehr nur durch die Optimierung der unternehmensinternen Wertschöpfung erreicht, sondern durch eine ganzheitliche Sicht auf das Wertschöpfungsnetzwerk. Supply Chain Management zielt also auf die Gestaltung, Lenkung, Koordination, Verbesserung und Optimierung der gesamten unternehmensübergreifenden Wertschöpfungskette.

Im Gegensatz zum Supply Chain Management Konzept betrachtet das Konzept des Just in Time nur die eigene Unternehmung und nicht die gesamte Wertschöpfungskette. Hinter dem Management-Konzept Just in Time steht die Philosophie die Nachfrage sofort mit perfekter Qualität zu befriedigen. Just in Time richten den Blick dabei ganzheitlich auf die Kernbereiche Personal, Produktionsstrukturen, Produkte, Produktions- und Logistikprozesse, sowie Einkauf und Beschaffung.[2] In diesen Bereichen wird eine fortlaufende Verbesserung vorangetrieben, indem einfache Dinge allmählich bis zur Perfektion verbessert werden, alle Mitarbeiter der Unternehmung in den Produktionsprozess eingebunden werden und alle überflüssigen Elemente eliminiert werden. Als überflüssig können alle Aktivitäten bezeichnet werden, die nicht zur Wertschöpfung beitragen, wie beispielsweise Warenbestand, Transport und mangelhafte Ware. Das Just in Time Konzept erfordert daher ein hohes Niveau an Qualität, Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit, Flexibilität und Kostenreduktion. Dieses Niveau stellt jedoch häufig ein Ideal dar, von dem die Unternehmung weit entfernt ist. Erst durch eine allmähliche Verbesserung über einen längeren Zeitraum, kann sich die Unternehmung diesen Idealen annähern.

3 Stärken- und Schwächen-Analyse der Konzepte

Das Konzept des Logistik-Managements weist im Gegensatz zu den anderen beiden Konzepten weniger Stärken auf, da es entwicklungsbedingt die Grundlage der Materialbeschaffung ist. Just in Time und Supply Chain Management sind dagegen neuere Philosophien, die auf den ersten Blick viele Stärken aufweisen. Diesen Stärken stehen aber auch gewisse Schwächen gegenüber.

Eine entscheidende Schwäche des Logistikmanagements ist die Beschränkung der Materialwirtschaft nur auf das eigene Unternehmen. Aus dieser Sicht ergibt sich für die Wertschöpfung nur eine eingeschränkte Verknüpfung zu Lieferanten und Kunden. Die Materialbeschaffung erfolgt hier ausschließlich nach dem Prinzip Lieferant auswählen, Material bestellen und die Lieferung erhalten. Nach der Wertschöpfung wird das Produkt wiederum eingelagert und von dort aus an die Kunden verkauft. Das Konzept des Supply Chain Managements erweitert diese Sicht auf alle Stufen der Wertschöpfung, angefangen vom Rohstofflieferanten, bis hin zum Endkunden. Die Wertschöpfungskette des Supply Chain Managements kann allerdings durch diese Erweiterung eine immens große Anzahl an Gliedern erreichen. Betrachtet man hierzu einen Automobil-Hersteller wird schnell klar, welche Anzahl an Gliedern und damit auch an Kunden-Lieferanten-Beziehungen in komplexen Wertschöpfungsketten entstehen kann. Dabei reicht die Wertschöpfung von der Rohstoffgewinnung, über Teilelieferanten, die beispielsweise Schrauben, Bleche oder Öle liefern, über Lieferanten von kompletten Einbaumodulen, wie Sitzen, Armaturenelementen oder Zusatzaggregaten, bis hin zum Endkunden. Durch den konsequenten Einsatz des Supply Chain Managements kann jedoch die Durchlaufzeit der gesamten Wertschöpfungskette reduziert werden und die Reaktionszeit auf die Kundennachfrage wird gesenkt (time-to-costumer).

[...]


[1] Vgl.: Kupfer, Karl-Heinz: Just-in-Time, Düsseldorf 1994, S. 9.

[2] Vgl. Kupfer, Karl-Heinz: Just-in-Time, Düsseldorf 1994, S. 2.

Details

Seiten
17
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638180719
Dateigröße
545 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v12086
Institution / Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz – Lehrstuhl für Allgemeine BWL und Produktionswirtschaft
Note
1,7
Schlagworte
SCM Supply chain management Lagerwirtschaft Wertschöpfung Wertschöpfungskette

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Titel: Stärken- und Schwächen-Analyse des Supply Chain Management-Konzeptes zu den Konzepten Logistikmanagement und Just in Time in der unternehmensübergreifenden Wertschöpfungskette