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Grammatik- und Wortschatzvermittlung kontrastiv betrachtet

Seminararbeit 2008 13 Seiten

Didaktik - Deutsch - Grammatik, Stil, Arbeitstechnik

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Einleitung

Wortschatz - Begriffsklärung

Grammatik - Begriffsklärung

Ziele und Funktion der Grammatikvermittlung

Methodische Schritte der Grammatikvermittlung

Orientierung

Systematik

Automatisierung

Zusammenfassung

Ziele und Funktion der Wortschatzvermittlung

Methodische Schritte der Wortschatzarbeit

Präsentation und Orientierung

Vermittlung neuer lexikalischer Einheiten

Üben und Anwenden

Wiederholen und Lernkontrolle

Beispiele für Übungstypen der Wortschatzvermittlung

Beispiele für Grammatikübungen

Beispiele für übergreifende Übungen

Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Einleitung

Um in einer Fremdsprache erfolgreich kommunizieren zu können, sind verschiedene Fertigkeiten notwendig. Sowohl die Grammatik, als auch der nicht weniger bedeutende Bereich des Wortschatzes nehmen dabei einen wesentlichen Stellenwert ein.

Dabei ist insbesondere der Stellenwert der Grammatik in der Fremdsprachendidaktik sehr umstritten. Nach Ansicht des herkömmlichen Fremdsprachenunterrichts ist ein Sprachenlernen ohne Grammatik schlichtweg unmöglich. Andererseits vertreten Anhänger der direkten Methode die Ansicht, Grammatik habe im Fremdsprachenunterricht gar nichts zu suchen. In der kommunikativ- funktionalen Grammatik hingegen ist das Erlernen der korrekten sprachlichen Form (Perfekt, Konjunktiv II usw.) nicht das eigentliche Ziel, sondern der intentions- und situationsadäquate Gebrauch dieser Mittel durch den Lernenden[1] Hier wird also besonderes Augenmerk darauf gelegt, in welchen kommunikativen Situationen die gelernten Strukturen am häufigsten verwendet werden.

Das Lernen von Wörtern beziehungsweise Vokabeln erfolgt normalerweise seriell, das heißt in beliebiger Reihenfolge und ungeordnet. Der Wortschatz wird in der Regel autonom, also vom Lernenden eigenständig außerhalb des Unterrichts erlernt. Ziel der Wortschatzarbeit wäre es allerdings, dem Lernenden durch Aufzeigen von Lernstrategien und gezielten Übungen bei der Verinnerlichung des erlernten Wortschatzes Hilfe zu leisten.

Das Lernen von Grammatikthemen hingegen wird stärker in der Klasse thematisiert und dabei im Umfang und Verlauf durch die Lehrpersonen gelenkt.

In der vorliegenden Arbeit möchte ich mich kontrastiv mit den Lern- und Lehrmethoden im Bereich Grammatik und Wortschatz und deren Funktion im Fremdsprachenlernen, insbesondere im Erlernen des Deutschen, näher auseinandersetzen.

Wortschatz - Begriffsklärung

Als Wortschatz wird die Gesamtheit der in einer Sprache vorhandenen Wörter und festen Wortverbindungen betrachtet. Etymologisch gesehen besteht der Wortschatz aus Erbwörtern, also dem Grundbestand einer Sprache aus der ältesten Zeit der Sprachentwicklung, aus Lehnwörtern und aus Fremdwörtern.[2]

Der aktive Wortschatz bezeichnet jene Wörter, die der Lerner tatsächlich einsetzt und produktiv verwenden kann während der passive Wortschatz jene Wörter umfasst, die er einmal gelernt hat, aber nicht produktiv beim Schreiben und Sprechen gebraucht. Er erkennt die Wörter und versteht sie, wenn er sie hört oder liest. Zum potenziellen Wortschatz eines Lerners zählt man alle abgeleiteten und zusammengesetzten Wörter, die dem Lerner zwar neu sind, die er aber aufgrund ihrer Bildung erschließen kann. Voraussetzung dafür ist, dass er Grundwort und die entsprechende Wortbildungsregel kennt. Diese Fähigkeit hängt wesentlich von der Qualität des produktiven und rezeptiven Wortschatzes ab und auch vom vorhandenen Wissen über den Einsatz von Lese- und Hörstrategien.

Darüber hinaus gibt es noch so genannte Internationalismen. Das sind Wörter, die in gleicher oder ähnlicher Form in verschiedenen Sprachen vorkommen und die der Lerner erschließen kann, weil sie in seiner Muttersprache ähnlich oder gleich geschrieben oder ausgesprochen werden.[3] Beim so genannten „Transfer aus der Muttersprache“ ist aber Vorsicht geboten. „Im Ergebnis können „richtige Äußerungen“ produziert werden, aber auch von der Norm der Fremdsprache abweichende Äußerungen („Fehler“)[4]

Grammatik – Begriffsklärung

Im Fremdsprachenunterricht decken wir mit dem Begriff der Grammatik zumindest drei unterschiedliche Dinge ab.

a) „Grammatik“ ist die Grammatik, die Muttersprachige beherrschen und die in dem Sprachangebot (dem Input), das den Lernenden gemacht wird, in den Formen und Strukturen der Sätze und Äußerungen realisiert ist. Im Fremdsprachenunterricht wird meist eine standardnahe Sprachform der Zielsprache vermittelt, die den Referenzpunkt für den Lernprozess darstellt.
b) „Grammatik ist das, was wir im Unterricht an Wissen über diese Sprache vermitteln – die Paradigmen und Regeln, die vorab Thema des Grammatikunterrichts sind. (…)
c) „Grammatik ist das, was die Lernenden in jedem Moment des Lernens mit der fremden Sprache tun können, was es ihnen erlaubt, Äußerungen zu verstehen bzw. Wörter beim Sprechen miteinander zu verknüpfen. Man kann diese Grammatikkenntnisse als „Lernergrammatik“ bezeichnen. Sie führt nicht immer zu einem Verstehen oder einem Sprechen, das gemessen am Standard korrekt ist.[5]

Ziele und Funktion der Grammatikvermittlung

Grammatikkenntnisse vermitteln Wissen über die Sprache. (…) Es ist der Versuch (…), das Lernen von Fremdsprache zu stabilisieren und zu beschleunigen. Wie kann Wissen über Sprache dazu beitragen? Es erlaubt den Lernenden, sich in der neuen Sprache besser zu orientieren und sich im Gebrauch der Sprache (sowohl im Verstehen wie im Produzieren) selber besser zu kontrollieren. Mit anderen Worten: Grammatikkenntnisse erlauben es den Lernenden (im guten Falle) ohne Hilfe der Lehrkraft bestimmte Probleme des Verstehens bzw. des Sich - Auseinandersetzens zu lösen und damit durch eigenes Tun den Sprachkontakt reicher zu machen. Dies setzt allerdings dreierlei voraus:

- Das Verständnis der Begriffe und Erklärungen
- Die Fähigkeit der Lernenden, das, was sie über die Sprache wissen, im konkreten sprachlichen Material wiederzuerkennen bzw. ihre Fähigkeit, in den eigenen Formulierungen die Stellen zu erkennen, die die Anwendung einer Regel nötig machen D.h.: Das Wissen muss praktisch anwendbar sein.
- Die Fähigkeit der Lernenden, den sprachlichen Formen im Kontext die richtige Bedeutung zuzuweisen. D.h.: Das Wissen muss in die normalen Vollzüge des Verstehens und Ausdrückens von Gedanken eingebettet werden können.[6]

Methodische Schritte der Grammatikvermittlung

Um die vermeintliche Komplexität grammatischer Strukturen für den Lernprozess zu vereinfachen, ist es ratsam, die Behandlung der Grammatik in vier Phasen zu unterteilen.

Orientierung:

In dieser Phase werden dem Lerner eine Zusammenfassung des zum Verstehen der neuen Strukturen relevanten Wissens und ein kurzer Überblick ihrer wichtigsten Merkmale zur Verfügung gestellt. „Eine uralte Weise, grammatische Phänomene zu präsentieren, ist die Darbietung von Texten, in denen sie gehäuft vorkommen. Zusätzlich können die entsprechenden Wörter, Morpheme oder Strukturen graphisch hervorgehoben werden. Der Zweck solcher Verfahren ist, eine Regularität im Kontext zu zeigen und diesen zu nutzen, um die Lernenden auch ohne weitläufige Erklärungen auf die Spur der Bedeutung kommen zu lassen.“[7]

[...]


[1] Götze, Lutz: Lebendiges Grammatiklernen, S. 4

[2] http://lexikon.meyers.de/meyers/Wortschatz

[3] vgl.: Bayerlein, Oliver: Erwerb und Vermittlung von Wortschatz, München: Iudicum1997, S. 60.

[4] Tönshoff, Wolfgang: Fremdsprachenlerntheorie, 1995, S. 5

[5] Portmann-Tselikas, Paul R: Grammatikunterricht als Schule der Aufmerksamkeit, Graz, S. 9

[6] Portmann-Tselikas, Paul R.: Grammatikunterricht als Schule der Aufmerksamkeit, Graz, S. 12

[7] Portmann- Tselikas, Paul R.: Grammatikunterricht als Schule der Aufmerksamkeit, Graz, S. 15

Details

Seiten
13
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640242238
Dateigröße
401 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v120508
Institution / Hochschule
Universität Wien – Germanistik
Note
1,0
Schlagworte
Grammatik- Wortschatzvermittlung Proseminar Grammatikvermittlung

Autor

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