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Platon über die Liebe

Liebe und Freundschaft in Lysis, Symposium, Phaidros

Wissenschaftliche Studie 2008 16 Seiten

Philosophie - Philosophie der Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Platon über die Liebe

1. Einleitung

2. Lysis. Oder: Über Freundschaft und Liebe

3. Symposium. Oder: Über Eros und den Trieb zur Unsterblichkeit

4. Phaidros. Oder: Über Nachteile und Nutzen der Liebe sowie die Beschaffenheit der Seele

5. Zusammenfassung

6. Literatur

1. Einleitung

Platon (428/427 - 348/347) ist als Philosoph wohl jedem bekannt. Die in seinen Werken behandelten Themen waren weitreichend. Das Thema Liebe war zentral in seinen Dialogen Lysis und dem Symposium sowie einer von zwei Gegenständen des Phaidros. In diesem Artikel sollen die zentralen Punkte der drei Dialoge zum Thema Liebe herausgearbeitet und, sofern möglich, daraus eine sie vereinende Theorie gebildet werden, was aber nicht ganz so einfach ist, da Platon in seinen Dialogen stets mehrere Personen sprechen lässt und einzig Sokrates als Indikator dafür gelten mag, welche Position Platon selbst nun einnimmt.

Grundlage war die von Rowohlt 2006 gedruckte alte Übersetzung von Schleiermacher. Angegeben werden Seitenzahlen dieser Ausgabe sowie entsprechende Seitenzahlen der Stephanus-Paganierung. Erstere werden als 'S.' abgekürzt angegeben, letztere als 'Nr.', der einfacheren Lesbarkeit halber.

2. Lysis. Oder: Über Freundschaft und Liebe.

Der Dialog ist aufgeteilt in Einleitung, Vorbereitendes Gespräch[1], Zwischenstück, Hauptgespräch und Schluss.

Ort der Einleitung ist der Platz vor der neuen Palaistra, wo Sokrates auf Hippothales, Ktesippos und deren Freunde trifft. Ktesippos ist genervt von Hippothales, da dieser sich in den Knaben Lysis verliebt hätte und seitdem diesem nur noch Loblieder dichten würde. Er wirft ihm vor, dass er nur das bereits Bekannte lobt und an nichts Neues in dem Knaben denken kann. Sokrates meint hierzu, dass, sollte Hippothales den Lysis für sich gewinnen können, so hätte er ihn dann nur als Zierde und würde selbst erhoben werden, dass er also nur für sich selber dichtet und ihn gar nicht liebt, sondern nur deshalb haben will. Gewinnt er ihn dagegen nicht, würde er umso mehr verlieren, denn man würde seiner spotten. Sokrates kommt zu dem Schluss, dass man den Geliebten nicht loben sollte, solange man ihn noch nicht hat, da er sonst hochmütig und schwerer zu bekommen wird.

Nachdem Sokrates sich von Hippothales überreden lässt, mit Lysis zu sprechen um herauszubekommen was dieser fühle, gehen sie in die Palaistra. Sokrates setzt sich mit Ktesippos, während die anderen um sie herum bleiben und Hippothales sich dort versteckt. Menexenos, Freund von Lysis und Cousin des Ktesippos, kommt zu diesem, Lysis folgt ihm. Sokrates spricht davon, dass man sich erzählt, Freunde würden alles teilen. Danach wechselt er das Thema. Er stellt fest, dass nicht das Alter zählen würde sondern die Erfahrung. Worüber man Einsicht hat, darüber hat man Freiheit, dann ist man nützlich und damit liebbar. Und um an seinen letzten Punkt des Gespräches mit Hippothales wieder anzuknüpfen sagt er noch, dass man den Geliebten demütigen und zur Ordnung bringen müsse, nicht aufblähen und verwöhnen.

Das folgende Hauptgespräch begeht Sokrates nur mit Menexenos und Lysis allein in seiner typischen Manier, rhetorische Fragen zu stellen, so zu Schlüssen zu kommen, diese wieder in Frage zu stellen und immer so fort.

Sokrates beginnt mit der Frage, wer wem ein Freund ist. Der Liebende oder der Geliebte? Der Liebende wohl nicht, denn der Geliebte kann ihn genausogut auch hassen und damit nicht lieben.

Doch müssen sich überhaupt beide lieben? Nein, denn man kann auch seinen Feind lieben.

Und was liebt sich dann? Ist das Ähnliche dem Ähnlichen Freund? Das kann nicht sein, denn Schlechtes kann dem Schlechten nicht Freund sein, eher schon das Gute dem Guten.

Aber was kann sich gegenseitig das Ähnliche schon leisten? Sie sind zu 'ähnlich', um sich nützlich zu sein. Und wenn das Gute selbstgenügsam ist, braucht es auch niemanden sonst, erhält von niemandem einen Nutzen. Also ist sich Ähnliches meist eher Feind, weil sie Konkurrenten sind. Dagegen braucht das Unähnliche sich.

Ziehen sich denn Gegensätze an? Nein, das kann auch nicht sein, denn das Gute und das Schlechte können nicht miteinander. Ebenso ja auch nicht Gut & Gut sowie Schlecht & Schlecht. Was dann? Etwas drittes, nämlich das, das sowohl Gut als auch Schlecht ist – oder auch nichts von beidem wirklich, das Neutrale. Das Neutrale ist Gutes mit etwas Schlechtem daran. Es braucht das Gute, um das Schlechte loszuwerden. So suchen die Philosophen die Wahrheit und Weisheit, weil sie ihnen bisher fehlt. Das Gute dagegen hat es nicht nötig und das Schlechte will es gar nicht.

[...]


[1] Vgl. Platon: Lysis. In: Platon: Sämtliche Werke, Band 2. Hamburg: Rowohlt 200631, S. 13ff. / Nr. 203ff.

Details

Seiten
16
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640237487
ISBN (Buch)
9783640239894
Dateigröße
473 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v120504
Note
Schlagworte
Platon Liebe Symposium Phaidros Lysis Freundschaft sokrates philosophie griechen

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Titel: Platon über die Liebe