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Nachhaltigkeit trotz Globalisierung am Beispiel von Kleinkläranlagen im Verbandsgebiet des Zweckverbandes für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung

Seminararbeit 2008 16 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.0 Einleitung/Vorwort
1.1 Nachhaltigkeit

2.0 Das Medium Wasser
2.1 Globale Betrachtung des Wassers
2.1.1 Ursachen globaler Wasserprobleme
2.1.2 Lokale Ursachen des Wasserproblems

3.0 Bauarten von Kleinkläranlagen
3.1 Funktion von Kleinkläranlagen
3.2 Kleinkläranlagen und ihre Unterschiede
3.2.1 Membranbelebungsanlage
3.2.2 Tropfkörperanlage
3.2.3 Festbettanlagen
3.2.4 Pflanzenkläranlage

4.0 Vorbemerkung Abwasserbeseitigung in Sachsen
4.1 Der zu erreichende Stand und deren künftige Rahmenbedingungen
4.1.1 Finanzielle Rahmenbedingungen
4.1.2 Veränderte rechtliche Rahmenbedingungen

5.0 Abwasserentsorgung in Leipzig und Umgebung
5.1 Förderung von Kleinkläranlagen
5.2 Förderung am Beispiel des Zweckverbandes für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung
5.3 Fördermittelverfahren durch die SAB ( Sächsische Aufbaubank)

6.0 Resümee

Literaturverzeichnis

1.0 Einleitung/Vorwort

Die langfristige Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen, wirtschaftliche Stabilität und soziale Verträglichkeit bilden die drei Dimensionen, die das Leitbild der Nachhaltigkeit zu vereinbaren sucht. [1]

Der Gedanke zukünftigen Generationen eine saubere Umwelt zu hinterlassen, findet eine breite Zustimmung. Wie es umgesetzt werden soll, ist aber unklar. Wie können die Ziele einer nachhaltigen Entwicklung gefunden werden und wie sieht ein solcher Weg am Beispiel der biologischen Kleinkläranlagen im Großraum Leipzig aus?

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden, um dieses Ziel zu erreichen?

1.1 Nachhaltigkeit

Der Begriff Nachhaltigkeit ist in den letzten Jahren sehr stark in den Vordergrund der Betrachtung getreten. Die Debatte über Nachhaltigkeit ist erst in den 80´er Jahren des letzten Jahrhunderts aufgetaucht. Er ist ein sehr politischer und wissenschaftlicher Begriff. Es besteht eine lebhafte Diskussion hinsichtlich einer exakten Definition dieses Begriffes. Die Hoffnung, dass aus dem Konzept der Nachhaltigkeit Regeln bzw. Normen entstehen ist falsch. Es scheint, vielmehr dass der Begriff Nachhaltigkeit in den letzten Jahrzehnten Konturen annimmt. [2]

Homann schreibt hierzu: „ Es gibt bisher keine zureichende Definition von Sustainability. Es kann sie auch nicht geben, weil die Suche danach schon verfehlt ist. Was Sustainability ist, bzw. was sinnvoll darunter verstanden werden kann, werden wir erst am Ende eines jahrzehntelangen Such-, Lern- und Erfahrungsprozesses genauer, wenn auch noch nie definitiv wissen. Ebenso wenig, wie ein Arzt vor Beginn der Therapie eine operationale Definition von Gesundheit braucht, ebenso wenig ist eine operationale Definition von Sustainability Voraussetzung von Politik. “ (vgl. Homann 1996, S. 38; Grober 2002, S. 167ff)

2.0 Das Medium Wasser

Wasser ist der bedeutendste Stoff in der Erdgeschichte. Aus ihm entstand alles Leben auf der Erde. Aus dem Wasser entwickelten sich vor ca. 400 Millionen Jahren zum ersten Mal die Wasserlebewesen und eroberten das Festland. Wasser ist das Symbol der Lebenskraft, Reinigung und der Erneuerung. Alle Tiere und Pflanzen benötigen es für ihre Existenz. Mit dem erfrischenden Nass wuschen sich seit jeher die Menschen oder nahmen ein Bad. In wasserreichen Gebieten entwickelten sich erste, z. T. hochintelligente Kulturen. In Trockenperioden wurde deren Fortbestehen durch Ernteausfälle und Hungersnöte in Frage gestellt. In der heutigen Zeit wird das Wasser einerseits durch den stetig steigenden Bedarf in Industrie, Landwirtschaft und privaten Konsum und andererseits durch die immer mehr werdende Umweltverschmutzung bedroht. Unsere Erde ist zu 2/3 mit Wasser bedeckt, aber nur 1% des Wassers stehen als Trinkwasser zur Verfügung. Der Mensch besteht zu ca. 70% aus Wasser, grüne Blätter von Pflanzen zu ca. 85%. Ein Mensch von etwa 70kg Gesamtgewicht trägt etwa 42 kg Wasser bei sich. Ein Mensch kann bis zu 14 Tage ohne Nahrung auskommen, aber bereits nach 48 Stunden verdurstet man. Täglich sollte eine Wassermenge von 2-3 Liter zu sich genommen werden. Diese Menge an Wasser, die der Mensch täglich verbraucht, gibt er auch wieder ab. Es werden täglich 1,5 Liter über den Urin, 0,1 Liter mit dem Stuhl und 0,9 Liter mit der Atmung und über das Schwitzen ausgeschieden. Nach einer Betrachtung des Wasserverbrauches pro Person und Tag stellt sich die Frage, wie wir Wasser einsparen können. In Mittel- und Südeuropa herrscht schon jetzt Wasserarmut. Im speziellen Fall im spanischen Katalonien die schlimmste Dürre seit ca. 60 Jahren. [3]

2.1 Globale Betrachtung des Wassers

Der Zugang zum Element Wasser ist stark begrenzt. Etwa 1,5 Milliarden Menschen besitzen keinen Zugang zu diesem Element, wobei die Problematik in den Entwicklungsländern derzeit am ausgeprägtesten ist. Das Überleben der Menschen wird durch die Verschmutzung, Übernutzung und Verschwendung des Wassers gefährdet. Sauberes Trinkwasser ist die Lebensgrundlage. Es häufen sich die Fälle in denen sich die Menschen gegenseitig den Zugang zum Wasser streitig machen. Zudem wird die Wasserverteilung bedroht indem große Konzerne das Wasser und dessen Verteilung kontrollieren wollen. Es gibt heute eine Reihe von internationalen Kommissionen und Organisationen, die sich mit Süßwasserressourcen befassen. Eine Federführung übernimmt dabei die von der Weltbank und UNESCO eingesetzte WORLD WATER VISION COMMISSION. [4]

Im Zuge der Industrialisierung ist die kulturelle Tradition im Umgang mit Wasser in großem Maße verloren gegangen. Moderne Wassertechniken wie Wasserklosetts und Kanalisation lassen sich nicht in allen Regionen der Erde implementieren. In vielen Gesellschaften werden Fäkalien kompostiert und nicht mit Wasser in Berührung gebracht, was in Monsunländern mit extremen Regenfällen seuchenhygienisch sinnvoll wäre. Die Implementierung moderner Wassertechniken kann hier nicht nur vermehrt zu Seuchen führen, sondern auch zum Verlust des traditionellen Wissens. Nur sehr vereinzelt können traditionelle Kulturen ihre eigenen Wertvorstellungen über das Wasser gegen das Vordringen westlicher Werte schützen. Ein erfolgreiches Beispiel hierfür ist der Rechtsstreit der Maori in Neuseeland gegen die Entsorgung des städtischen Abwassers in den Kaituna-Fluss und den Rotorua-See. Seitdem werden die Abwässer in einer Fichtenplantage versickert. Dadurch wurden die traditionellen Werte der Maori offiziell anerkannt. [5]

2.1.1 Ursachen globaler Wasserprobleme

Zwischen fünf Ursachen globaler Wasserprobleme kann unterschieden werden.

- Bevölkerungszunahme
- Urbanisierung
- Industrialisierung
- Klimaveränderung
- Kultureller Wandel

Eine hohe Bevölkerungszunahme in Entwicklungsländern führt zu einem überproportionalen Wachstum der städtischen Siedlungen. Heute liegen 8 der zehn größten Städte auf der südlichen Halbkugel. 1960 waren es nur drei. Die Urbanisierung und Industrialisierung führen zu einer stetigen Zunahme des Wasserverbrauchs. Der tägliche Verbrauch des Trinkwassers pro Kopf ist um ein Vielfaches angestiegen. Dies kann zu einer lokalen Verknappung des Trinkwassers führen. Diese Verknappung muss durch Transport von außen ausgeglichen werden. Die Folge daraus ist der stetige Anstieg des schadstoffbelasteten Abwassers und die Verschmutzung des Grundwassers. Durch die Industrialisierung ist der Verbrauch von Energie, Rohstoffen und Wasser um ein Vielfaches angestiegen. Dadurch wächst der Wasserverbrauch überdurchschnittlich. Dem kann nur entgegengewirkt werden, indem man eine Kreislaufführung des Wassers anstrebt. Durch die mögliche Verschiebung der Klimazonen ändert sich der Wasserhaushalt von Landschaften und Regionen. Versteppung, Vegetationsschwund und Überschwemmungen mit Bodenverlust ist die Folge. Ein kultureller Verlust der der Traditionen zeigt sich durch die Vereinheitlichung der technischen und organisatorischen Umgangsformen mit Wasser. Die Industriekultur nach westlichem Maßstab und die Globalisierung der Märkte spielt hierbei eine große Rolle. Ein weiterer Gesichtspunkt ist der Wandel und Verlust der Wahrnehmung von Wasser. Wasser ist allgegenwärtig aber der Umgang damit ist in den Hintergrund gerückt. Dieser Verlust der kulturellen Werte kann als Ursache globaler Wasserprobleme gesehen werden. [6]

2.1.2 Lokale Ursachen des Wasserproblems

In Industrieländern wie den USA, Frankreich oder Deutschland wird Wasser durch die Preisbildung der Wasserversorger vergeudet. Es ist einem nicht transparent, wie wichtig das Wasser ist. Durch einen hohen durchschnittlichen Verbrauch des Trinkwassers pro Kopf und Tag entstehen erhebliche Belastungen des Wasserhaushaltes. Die Landwirtschaft lässt den Wasserverbrauch stetig ansteigen und in Ballungsgebieten wie Berlin oder dem Kölner Raum entstehen durch veraltete Wassersysteme und Leckagen der Abwasser- und Wasserleitungen eine erhebliche Verschmutzung des Grundwassers sowie ein erheblicher Wasserverlust. Es besteht ein hoher Erneuerungs- und Instandsetzungsbedarf der Wasserinfrastruktur, der nur durch einen hohen finanziellen Aufwand zu bewerkstelligen ist. Als Ursache der Wasserprobleme kann die Verknappung des Wassers durch die Abnahme der Wasserverfügbarkeit aufgrund des hohen Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums und die veränderten Niederschlagsverteilungen sowie des Verlustes der Vegetationsdecke angesehen werden. Eine weitere Ursache ist die Verschmutzung des Wassers durch den Eintrag von Schadstoffen aus der Luft, Nutzungsprozesse der Industrie, Haushalte und der Verschmutzung der Böden durch die Landwirtschaft und Abfalldeponien. Als Letztes wäre die Vergeudung des Mediums durch übermäßigen Verbrauch von Wasser aufgrund unzureichender Zuweisung von Nutzungsrechten zu nennen. [7]

Langfristig ist die Verschmutzung des Grundwassers als besonders problematisch zu sehen. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, ist es äußerst wichtig Maßnahmen zu treffen um das Grundwasser, Umwelt und die Wasserlandschaften zu schützen. Eine Form des Umweltschutzes wäre die Reinigung des Abwassers von Privathaushalten, die nicht ans zentrale Abwassersystem angeschlossen werden können. Diese Haushalte befinden sich meist in ländlichen Gebieten in denen eine Kanalisation nur schwer und mit großem Aufwand geschaffen werden können. Die EU schreibt eine Änderung der privaten Kleinkläranlagen bis 2015 vor. Diese Änderung schreibt eine Modernisierung der Kleinkläranlagen vor. Sie müssen mit einer biologischen Reinigungsstufe nachgerüstet werden. Es gibt verschiedene Systeme um das Abwasser zu reinigen. [8]

[...]


[1] vgl. Christian Hey; Ruggero Schleicher-Tappeser , Nachhaltigkeit trotz Globalisierung, Springer 1998, S.1

[2] Christian Hey; Ruggero Schleicher-Tappeser, Nachhaltigkeit trotz Globalisierung, Springer, 1998, S.13 ff.

[3] vgl. http://www.seilnacht.com/Lexicon/Wasser.htm (3.4.2008)

[4] Forum Umwelt und Entwicklung (Wasser im Streitpunkt der globalen Umwelt- und Entwicklungspolitik) S.3 ff.

[5] Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderung (Welt im Wandel: Grundstruktur globaler Mensch-Umwelt-Beziehungen(1993)) S.48 ff.

[6] Vgl. Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderung (Welt im Wandel: Grundstruktur globaler Mensch-Umwelt-Beziehungen(1993)) S.48 ff.

[7] Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderung (Welt im Wandel: Grundstruktur globaler Mensch-Umwelt-Beziehungen(1993)) S.52 ff.

[8] Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderung (Welt im Wandel: Grundstruktur globaler Mensch-Umwelt-Beziehungen(1993)) S.52 ff.

Details

Seiten
16
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640241552
ISBN (Buch)
9783640245222
Dateigröße
525 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v120344
Institution / Hochschule
Hochschule Merseburg
Note
1,3
Schlagworte
Nachhaltigkeit Globalisierung Beispiel Kleinkläranlagen Verbandsgebiet Zweckverbandes Wasserversorgung Abwasserbeseitigung

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Titel: Nachhaltigkeit trotz Globalisierung am Beispiel von Kleinkläranlagen im Verbandsgebiet des Zweckverbandes für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung