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Universelles Leben: Renaissance christlicher Esoterik?

Diplomarbeit 2000 136 Seiten

Theologie - Sonstiges

Leseprobe

Disposition

I. EINLEITUNG

II. HAUPTTEIL: DIE GLAUBENSLEHRE DES UL
1. Der Prophet und das prophetische Wort
1.2 Die sogenannte Prophetin Gabriele Wittek
1.2.1. Ihr Leben bis zum Durchbruch des Inneren Wortes
1.2.2. Das Innere Wort
1.2.3 Die weitere spirituelle Entwicklung G. Witteks
1.2.4 Die Unio mystica
1.2.5 Kritik an der heutigen offiziellen Kirche
1.2.6 G. Witteks Widerstand gegenüber dem göttlichen Auftrag
1.2.7 Lehr- und Künderpropheten
1.2.8 Das Programm der Lehrprophetin Gabriele Wittek
2. Die Aussagen G. Witteks über Gott
2.1. Gott als Geist
2.2. Der Geist als Urgrund der göttlichen Persönlichkeit
2.3. Der Geist als Urgrund der Schöpfung
2.4. Das geistige Zentrum der Schöpfung: die Urzentralsonne
2.5. Gott-Vater
2.6. Jesus Christus
2.7. Die Trinität
3. Die Schöpfung
3.1. Gott-Vater als Vater und Schöpfer
3.2. Satana
3.3. Die sieben Seraphim
3.4. Die weiteren himmlischen Wesen
3.5. Das Leben in den göttlichen Welten
3.6. Einzelheiten des himmlischen Lebens
4. Der Fall
4.1. Geist und Materie
4.2. Der Verlauf des Falls bis zur Bildung der Lichtmauer
4.3. Die Bildung der Fallebenen
4.4. Weitere Auswirkungen des Falls
4.5. Die Freiheit der Kinder Gottes
4.6. Die Aufgabe der Propheten
4.7. Die Erde als Spiegelbild der himmlischen Welten
5. Die Erlösung
5.1. Die Inkarnation des Sohnes
5.2. Der gleichzeitige Symbolcharakter des Inkarnationsgeschehens
5.3. Die Entwicklungsgeschichte des inkarnierten Sohnes
5.4. Die Wunder Jesu
5.5. Das eigentliche Erlösungsgeschehen
5.6. Jesus Christus als der einzige Erlöser der Menschheit durch seinen Erlöserfunken
5.7. Die ursprüngliche Absicht Jesu: Die Errichtung des inneren, wahren Christentums
6. Der Wiederaufstieg
6.1. Die Rückkehr ins Vaterhaus und das geistige Grundwissen
6.1.1. Über den Tod und das Leben danach
6.1.1.1. Das vom UL beanspruchte Wissen über die postmortale Existenz
6.1.1.2. Vorgänge während des sogenannten Sterbens
6.1.1.3. Konsequenzen und Aufgaben des irdischen Lebens
6.1.1.4. Eschatologische Perspektiven
6.1.2. Die Reinkarnation
6.1.2.1. Das geistige Gravitationsgesetz
6.1.2.2. Die christliche Reinkarnationslehre nach dem UL
6.1.2.3. Die Reinkarnation und ihre Bedeutung bei den großen Dichtern und Denkern des Abendlandes
6.1.2.4. Die Reinkarnation im Urchristentum
6.1.2.4.1. Das Zeugnis der Heiligen Schrift
6.1.2.4.2. Das Zeugnis der Kirchenväter
6.1.2.5. Die Geschichte der Verdammung der Reinkarnationslehre
6.1.2.6. Die Folgen
6.1.2.7. Spirituelle Entwicklung und Reinkarnationswissen
6.2 Grundlagen der christlichen Mystik
6.2.1. Das Gebet
6.2.1.1. Das Herzensgebet
6.2.1.2. Das Seelengebet
6.2.1.3. Das Äthergebet
6.2.2. Der Innere Weg
6.2.3. Konsequenzen
6.2.3.1. Positive Konsequenzen
6.2.3.2. Negative Konsequenzen: Das Problem von Krankheit und Heilung
6.2.3.2.1. Der Mensch und seine Seele: Der Mikrokosmos im Makrokosmos
6.2.3.2.2. Das Bewußtseinszentrum der Ordnung
6.2.3.2.3. Das Bewußtseinszentrum des Willens
6.2.3.2.4. Das Bewußtseinszentrum der Weisheit
6.2.3.2.5. Das Bewußtseinszentrum des Ernstes
6.2.3.2.6. Das Bewußtseinszentrum der Geduld
6.2.3.2.7. Das Bewußtseinszentrum der Liebe
6.2.3.2.8. Das Bewußtseinszentrum der Barmherzigkeit
6.2.3.2.9. Zusammenfassung: Organerkrankung und Bewußtseinszentren
6.2.3.2.10. Weitere Aspekte der Therapie des UL
6.2.4. Das Evangelium Jesu
6.2.4.1. Die Gotteslehre
6.2.4.2. Die vegetarische Lebensweise
6.2.4.3. Die Reinkarnation
6.2.4.4. Die Bergpredigt
6.2.4.5. Die Zwölf Gebote Jesu
6.3. Die Geschichte der Welt in Gegenwart und Zukunft
6.3.1. Die Situation in der Welt
6.3.2. Die Zukunft
6.4. Die Einrichtungen des UL
6.4.1. Die Innere Geist=Christus-Kirche
6.4.2. Die christliche Arbeitsgemeinschaft der Christusbetriebe
6.4.3. Die christliche Lebensgemeinschaft
6.4.3.1. Die Bundgemeinde Neues Jerusalem
6.4.3.1.1. Gründung, Bedeutung und Aufgabe der Bundgemeinde
6.4.3.1.2. Die Gemeindeordnung
6.4.3.2. Partnerschaft und Ehe
6.4.3.3. Erziehung
6.4.4. Die christliche Mysterienschule
6.4.4.1. Der meditative Aufbereitungsweg
6.4.4.2. Der meditative Ansprechungsweg
6.4.4.3. Die Intensivschulung
6.4.4.3.1. Die Stufe der Ordnung
6.4.4.3.2. Die Stufe des Willens
6.4.4.3.3. Die Stufe der Weisheit
6.4.4.3.4. Die Stufe des Ernstes
6.4.4.4. Der Siebenfache Mystische Pfad
6.4.4.5. Die großen kosmischen Lehren des Jesus von Nazareth

III. Schluß

LITERATURVERZEICHNIS

1. Quellen
1.1. Literatur des Universellen Lebens
1.2. Sonstige Quellen

2. Weiterführende Literatur

I. EINLEITUNG

Den Karmelitern kann man derzeit nicht dankbar genug sein. Jahrhundertelang hatten sie selber ihren eigenen Ordenserneuerer Johannes vom Kreuz vergessen, bis in der gegenwärtigen Umbruchszeit christlicherseits die Dringlichkeit der Sammlung aller Kräfte ihn in den letzten zehn Jahren neu entdecken ließ. 1991 erschien u.a. von Ulrich Dobhan und Reinhard Körner als Herausgeber "Johannes vom Kreuz. Lehrer des 'Neuen Denkens'. Sanjuanistik im deutschen Sprachraum." Der Titel knüpft an die spirituelle Diskussion und Bewegung an, wie sie teilweise außerhalb der christlichen Kirchen in Anlehnung an östliche Religionen in den letzten Jahrzehnten, aber auch als universale Religionen schon seit dem 19. Jahrhundert als Gegenreaktion gegen eine säkularisierte Welt neu entstanden ist. Oftmals hilflos den neu aufkommenden religiösen Bedürfnissen gegenüber , konnten die christlichen Kirchen bislang kaum davon profitieren . Mit der Wiederentdeckung des Johannes vom Kreuz besteht nunmehr die Chance, auf der Basis primärer Rückbesinnung auf die eigene Tradition, wie sie auch von J. Figl gefordert wird, und wie sie insbesondere bei Johannes vom Kreuz in nahezu beispielloser Tiefe vertreten ist, Herausforderungen von außen gelassener zu begegnen, mehr denn je inspirativ zu begreifen und - soweit dies wünschenswert und möglich - diese christlich zu integrieren und zu korrigieren.

Geht man davon aus, daß eine tiefere Mystik in den geschlossenen Gesellschaften der Vergangenheit unterdrückt worden ist und sich nur noch fragmentarisch erahnen läßt, so hat die Sanjuanistik außer den persönlichen Anfeindungen, die Johannes vom Kreuz vom eigenen Orden erleben mußte, zum Glück für die heutige Welt die Zeiten offenbar einigermaßen unbeschadet überstanden. Wenn er erst heute nach jahrhundertelanger Vergessenheit wieder zu neuem Leben erwacht, dann weil er offenbar erst jetzt durch die mannigfachen Impulse und Herausforderungen der Postmoderne in seiner ganzen Aussagekraft und Bedeutung für die Gegenwart allmählich begriffen wird.

Um das bereits viel zu lange den NRK - den Neuen Religiösen Kulturformen, wie sie es nennt - überlassene Feld für das Christentum zurückzugewinnen, plädiert M. Widl für eine christliche Prophetie. Man könnte hierbei in Anlehnung an Karl Rahner die allgemeine Heils- und Offenbarungsgeschichte, die seiner Meinung nach auch außerhalb des Christentums geschieht, als transzendentale, über die seinshafte hinausgehende individuelle Selbstmitteilung Gottes bezeichnen, um auf den Begriff des Propheten zu stoßen, in dem dieses Geschehen symbolhaft personifiziert in absoluter Unmittelbarkeit mündet. Genau das ist das Thema der sanjuanischen Mystik, die sich um eine gleichsam prophetische Kommunikation mit dem Ziel einer Vereinigung mit dem christlich personalen Gott bemüht. Wie nirgends sonst in der Geschichte der christlichen Mystik finden wir den Weg zu solcher zur Vollendung gelangten und in Freiheit und Autonomie angenommenen Selbstoffenbarung Gottes bei Johannes vom Kreuz aufgezeichnet. In einem Zehn-Stufen-Plan beschreibt er in der "Dunklen Nacht" den Aufstieg der Seele über die Läuterung bis zur Gotteinung. "Geheime Treppe" nennt er diesen Weg, der dann auf den oberen Stufen durch die klare Schau aufgrund der völligen Angleichung nichts Verborgenes mehr darstellt.

Angesichts solch "esoterikträchtiger" Vergangenheit kann es nicht ausbleiben, daß dieser Begriff auch im heutigen Christentum allmählich seinen etwas anrüchigen Charakter verliert und salonfähig wird. E. Biser, der noch vor wenigen Jahren sich seiner durch mancherlei Irrwege in Verruf geratenen Charakters dadurch erwehrte, daß er ihn auf eine "exoterische Mystik" reduzierte , spricht inzwischen völlig unvoreingenommen von einer "esoterische(n) Grundposition des Apostels" Paulus . Damit ist eine wichtige Voraussetzung geschaffen, um mit den NRK ernsthaft ins Gespräch zu kommen.

Was beim postmodernen Bemühen dieser NRK mehr oder weniger anvisiert wird, ließe sich nämlich als esoterisch verankerten Universalismus bezeichnen. Esoterisch könnte man demnach - einmal abgesehen von der durch die historische Gnosis belasteten Diskussion - definieren als die über äußere Unterschiede hinausgehende tiefere Mitte der Religionen, in der deren universaler Charakter zutage tritt.

Insofern trägt Esoterik also auch für das Christentum einen durchaus legitimen Charakter. Das

"Gehet-hin-und-lehret-alle-Völker" wäre auch sonst nur von einem repressiven Standpunkt aus zu verstehen. Der christologische Kulminationspunkt ist freilich unaufgebbar. Ohnedies scheint es so zu sein, daß auch andere Religionen, je mehr sie zu sich selber kommen, diesen christologischen universalen Kulminationspunkt erreichen. Man denke an die beeindruckende Christus-Erscheinung des Yogananda!

Von Leitenden in der Kirche wird heute in zunehmendem Maße mystagogische Kompetenz eingefordert. Das Christentum und insbesondere seine Verantwortlichen sind angesichts dessen natürlich gezwungen, wenn sie sich selber als lebendig und integrationsfähig erweisen wollen, sich dementsprechend auf die eigene spirituelle Tiefe zu besinnen.

Wäre Johannes vom Kreuz eher wiederentdeckt worden, befände sich die christliche Spiritualität heute auf einem anderen Niveau. So manche Auseinandersetzung der letzten Jahre und Jahrzehnte wäre vermutlich dann auch weit weniger dramatisch verlaufen. So manche Aufregung wäre völlig überflüssig gewesen, nicht nur, weil eine von J. Figl angemahnte partnerschaftliche Diskussion mit den NRK und den universalreligiösen Bewegungen letztlich ohnehin produktiver für beide Seiten verlaufen wäre, sondern auch, weil die von Johannes vom Kreuz erreichte spirituelle Tiefe Herausforderungen des christlichen Glaubens glänzend bestanden lassen hätten.

Dies gilt insbesondere für die größte christliche Sekte, die sich im Bereich esoterischer Spiritualität in den letzten Jahrzehnten zu Wort gemeldet hat, das Universelle Leben. Der Anspruch des UL, christliche Esoterik zu vertreten, macht es für uns natürlich besonders interessant. Auch zur sanjuanischen Mystik ergeben sich einige Parallelen. Beide streben nach einer prophetischen Ebene und darüberhinaus zur unio mystica, zur Vereinigung mit Gott. Insbesondere die aktuelle Differenzierung dieses "mystischen Schulungsweges" rechtfertigt also eine nähere Untersuchung.

II. HAUPTTEIL: DIE GLAUBENSLEHRE DES UL

1. Der Prophet und das prophetische Wort

Gott schweigt nicht. Davon sind die Anhänger des Universellen Lebens überzeugt. Es würde seinem Wesen als einem liebenden Vater widersprechen, sich seinen Kindern gegenüber stumm zu verhalten. Gott ist kein "Rabenvater". Um seine Kinder zu warnen, zu lehren und zu unterweisen hat er sich immer wieder über das prophetische Wort an sein Volk Israel gewendet. Er sprach im Urchristentum zu den ersten christlichen Gemeinden sowie in der darauffolgenden Kirchengeschichte durch Menschen wie "Katharina von Siena, Mechthild von Magdegurg, Jeanne d' Arc und Hildegard von Bingen". Heute in der entscheidenden Zeitenwende, am Beginn des sogenannten Wassermannzeitalters offenbart sich Gott wieder "durch ein mächtiges Sprachrohr". Das von Gabriele Wittek "geoffenbarte geistige Gut ist von bisher nicht dagewesener Weite, Tiefe und Detailliertheit ... Vor allem aber wird durch sie der direkte und unmittelbare Weg zu Gott gelehrt, in den Einzelheiten aller Schritte und Stufen." Insofern handelt es sich bei ihr um das "größte Sprechwerkzeug nach Jesus von Nazareth".

Daß angesichts solchen Anspruchs, der maßlos erscheinen muß, sich das UL nicht nur Freunde geschaffen und heftigsten Widerspruch hervorgerufen hat, sondern auf eine Art und Weise bekämpft worden ist, die auch nicht immer würdevoll war, mag verständlich erscheinen. Allerdings sollten für die christlichen Kirchen, insbesondere in ihrer gegenwärtigen Situation, unberechtigte, überzogene Ansprüche kein Argument liefern, sich möglicher, dringend notwendiger Impulse für die eigene Spiritualität zu verweigern. Sehen wir also näher zu.

1.2 Die sogenannte Prophetin Gabriele Wittek

1.2.1. Ihr Leben bis zum Durchbruch des Inneren Wortes

1933 in der Nähe von Augsburg geboren führte sie zunächst "ein ganz normales Leben". Da ihre Eltern es sich nicht erlauben konnten, sie auf eine höhere Schule zu schicken, erlernte sie den Beruf der Kontoristin. 1955 erfolgte die Heirat mit einem Studenten der Maschinenbautechnik und Wirtschaft . Erst mit dem Tode der Mutter, der sie sehr erschüttert, fängt sie an, sich ernsthafter mit der Frage nach Gott und dem Tod zu beschäftigen . Eines Tages hat sie dann eine Erscheinung ihrer Mutter, die sie freundlich anlächelte. Da wurde ihr mit einem Male klar, daß es ein Weiterleben nach dem Tod gibt, daß es "einen Gott der Liebe gibt".

In der darauffolgenden Zeit beginnt Gabriele, sich mehr und mehr zurückzuziehen und in die Stille zu gehen. Sie hört ruhige und erhebende Musik und versucht im Gebet, sich immer stärker auf ihr Inneres, auf "das Licht in ihr", auszurichten. Sie hat heftige, innere Kämpfe durchzustehen, vor allem Träume bedrängen sie. Dadurch reinigt und entfaltet sich und erstarkt die Seele Gabrieles immer mehr. Am 6. Januar 1974 schließlich erfolgt "der Durchbruch des Inneren Wortes".

1.2.2. Das Innere Wort

"...die lichte Seele Gabrieles...war nun bereit, die Impulse aus dem Geiste Gottes aufzunehmen und ins Oberbewußtsein strömen zu lassen - was für sie als das Innere Wort vermehmbar wurde. Das heißt: Gott sprach nun"... nach ihrer Aussage "...unmittelbar in ihr, in der weitestgehend reinen Seele; und Gabriele vernahm dies nun als klare Worte in sich." Wie sie sagt, machten "alle wahren Mystiker" diese Erfahrung.

R. Wagner verweist an dieser Stelle auf die mystische Tradition. Nach Bernhard von Clairvaux erlebe man das Wort Gottes im eigenen Herzen, wenn man in sich ginge. Gleiche Aussagen machten Meister Eckhard und Thomas von Kempen. Ferner erinnert R. Wagner an Stellen im At, so Jer 33,3, wo der Herr zu Jeremia spricht: "Rufe zu mir, so will ich dir antworten und dir große, unfaßbare Dinge mitteilen, die du nicht kennst."

Zuerst sprach Gabrieles "Geistiger Lehrer" Emanuel zu ihr. Nach drei Tagen offenbarte sich schließlich Jesus Christus. Gabriele erschrak zunächst und wollte die Einsprechungen schon abblocken, worauf sie die liebevollen, tröstenden Worte empfangen haben will: "Fürchte dich nicht! Ich begleitete dich während deines ganzen irdischen Lebens. Du standest immer in Meiner Obhut. Denn du bist ausgegangen, um Mein Wort aufzunehmen und es der Welt wiederzugeben."

1.2.3 Die weitere spirituelle Entwicklung G. Witteks

Mit dem Durchbruch des Inneren Wortes ist die spirituelle Entwicklung G. Witteks noch nicht zu Ende. Es folgen erneut "innere Kämpfe", die Einheit mit Gott wurde "immer stärker und inniger erfahren". Sie empfindet das höchste Glück, die tiefste Seligkeit, "in Ihm zu ruhen und nach Seinem Willen zu leben und zu wirken". Sie lebt in dem Bewußtsein, daß Seelenkämpfe das Leben jeden Mystikers ausmacht und diese die Reinigung der Seele und die "vollkommene Einheit mit Gott" bewirken.

1.2.4 Die Unio mystica

Inzwischen hat G. Wittek laut Aussagen den "Gipfel des mystischen Weges zu Gott" erreicht, sie lebt in der "unio mystica", im "All-Vater-Bewußtsein, aus dessen Fülle sie schöpft". Nunmehr gibt es keine dunkle Nacht der Seele mehr für sie, kein Gefühl des Getrenntseins. Sie erfährt Gott in jedem Augenblick in sich und steht mit ihm in enger Kommunikation. Damit sei sie den "Pfad der Liebesmystik" den anderen lediglich vorausgegangen, denn er ist der "Weg aller Menschen und Seelen".

Das Universelle Leben ist deshalb davon überzeugt, daß der, der "ehrlich und unvoreingenommen prüft", früher oder später erkennen wird, daß G. Wittek zu den großen Propheten der Menschheitsgeschichte gehört. Es ist aufschlußreich, sich einmal näher das von R. Wagner beschriebene, nach Auffassung des UL hohe Bewußtsein und die Lebensweise eines solch "prophetischen Menschen wie Gabriele" anzusehen. Sie hat durch Reinigung und Läuterung ihr Bewußtsein voll erschlossen und steht deshalb "im Strom des Heiligen Geistes". Ihr Bewußtsein sei sogar "eins mit dem Logos". Sie ist schließlich "durch mehrere Erdenleben" auf ihre jetzige Aufgabe vorbereitet worden und kennt demgemäß auch den Menschen mit seinen Schwierigkeiten und Problemen, die sie selbst erlebt und gemeistert hat. "Jedem begegnet sie mit Wohlwollen und innerer Liebe." Durch ihr hohes Bewußtsein ist sie befähigt, ihre Mitmenschen in ihrem inneren Denken und Fühlen zu durchschauen und "aufklärend" tätig zu sein , d.h. Hilfestellungen als freies Angebot an die spirituelle Entwicklungsbereitschaft des anderen zu geben. Wie sehr sie dazu in der Lage sei, versucht sie einmal mit der Behauptung unter Beweis zu stellen, auch Menschen beschreiben zu können, die sie noch nie persönlich gesehen hätte und an die ein Gesprächspartner gerade denkt. Ein Bruder macht sofort ein Experiment. Er denkt an einen Menschen, den G. Wittek noch nie gesehen hat, und sogleich beschreibt sie diesen Menschen bis ins Detail "genauer, als der Bruder es vielleicht vermocht hätte".

Jederzeit sei G. Wittek bemüht, allen und vor allem Gott demütig zu dienen, um ihren Auftrag zu erfüllen, "so schwer ihr letzteres oft auch gemacht " würde. Trotz ernster Worte entspringt doch auch "herzhafte Spritzigkeit", "innere Heiterkeit und Gelassenheit" der freudigen, kraftvollen Dynamik "ihrer lichten Seele". "Stets war und ist sie bereit, zu geben, zu dienen, für alle da zu sein" Damit Gott, der Vater, sie als vollkommenes Instrument einsetzen kann, gibt sie sich dem, der sie unendlich liebt, ganz hin. Von seiner Liebe und Weisheit sei sie ganz durchdrungen. Sie denke nicht an sich, sondern gäbe selbstlos aus dem Geiste Gottes, was ihr die größte Freude bereite. Nichts besonderes will sie sein, sondern "Dienerin aller". Das UL ist deshalb davon überzeugt, daß G. Wittek auch lebe, was sie sage.

Bei allem sei sie von bescheidenem Wesen. Aufgrund ihrer zurückhaltenden Art beginnt man oft erst nach näherem und häufigerem Kontakt zu erfassen, mit welch einer spirituellen Kapazität man es bei ihr zu tun hat. Ihr persönlicher Lebensraum besteht nur aus einem Zimmer.

Mit unermüdlicher Geduld sei sie bei ihrer Arbeit, wodurch sie sogar im Negativsten noch einen positiven Kern findet, da sie in ihren Mitmenschen allesamt "Ebenbilder des himmlischen Vaters", "Kinder Gottes", im Grunde "vollkommene Geistwesen" sieht, die derzeit lediglich mit einem menschlichem Körper bekleidet sind. Da Gabriele in allem den Geist Gottes am Werke sieht, betrachtet sie letztlich alles als positiv und nimmt alles in Dankbarkeit und Gottvertrauen an. So kann man auch im Leid, durchglüht von der Liebe zu Gott, ihn loben und preisen.

Nach Auffassung des UL wird das ganze Universum von der Liebe Gottes zusammengehalten, die sich in "unvorstellbaren Kräften" verströmt. Sei man mit dieser Liebe Gottes vereint, äußere sich das auch in der Liebe zu seiner gesamten Schöpfung, also nicht nur zu den Menschen, sondern auch zur Natur. G. Wittek "kommuniziert" von daher sowohl mit den Pflanzen und Tieren als auch mit dem Mineralreich, der anorganischen Natur. In allem, was ist, wirke der Geist Gottes. So wie er in den Menschen am Werke sei, so äußere er sich auch im Tierreich. Deshalb sind die Tiere unsere "Übernächsten". Wenn wir unseren Übernächsten liebevoll behandeln sollen, dann ebenfalls auch die Tiere, denn sie leiden gleich den Mitmenschen unter Mißhandlung. Ebenso haben auch die Pflanzen ihr Recht zu leben.

Aus dem Gesagten ergibt sich für G. Wittek die Konsequenz, vegetarisch zu leben. Die idealste Ernährung bilden Früchte, die gleichsam als Geschenk der Natur dem Menschen von Gott gegeben werden. Sie entsprechen den höheren und feineren Sinnesempfindungen des spirituell entwickelten Menschen und sind auch der Gesundheit am zuträglichsten. Der Übergang zur vegetarischen Lebensweise solle sich jedoch ohne Fanatismus vollziehen. Solange noch Appetit auf Fleisch, Wurst und Fisch bestehe, solle man sich dies nicht abrupt versagen. Mit wachsender Spiritualität wird sich das Verlangen nach derartiger Nahrung "automatisch reduzieren".

Sich die Erde untertan zu machen bedeutet demnach nicht mehr das Töten von Lebendem und Kampf gegen die Natur, sondern das Leben "in Harmonie mit den gottgegebenen Kräften der Natur". G. Wittek beschreibt ein besonderes Erlebnis einmal folgen-dermaßen:

"Wenn dieses Einheitsbewußtsein mit der ganzen Schöpfung in den Menschen einbricht, strömt zuerst unsagbare Liebe ein; eine unendliche Ruhe erfüllt die Seele und den Menschen. Der Mensch glaubt, daß er nicht mehr Mensch ist, sondern sich ... auflöse ... Ich war nur noch Geist, leicht, beschwingt; ... Im selben Augenblick veränderte sich die Natur ... die Tiere, die ich sah, waren nicht mehr außerhalb von mir, sondern in mir. Auch die Menschen, die ich sah waren nicht Menschen außerhalb von mir, sondern in mir, in meinem großen Körper, der doch kein Körper mehr war. Es war nur noch Äther, der alles einhüllte und liebte ... Es war ein Wogen mit der Einheit. Und während es so wogte und unendliche Stille den Traum erfüllte, hörte man den Gottesgeist, nicht nur von innen her, sondern e i n e Stimme drang aus allen Himmelsrichtungen, aus den Bäumen, aus den Sträuchern, aus den Planeten, aus den Tieren. Trotzdem ist es eine Stimme, die in allem ist.

Es ist so schwer, dieses Einheitsgefühl zu beschreiben. Es ist alles Licht, ... selige Freude und himmlische Harmonie. Und die Gottesstimme, die von allen Seiten zu hören ist, weil man ja selbst keinen Körper mehr wahrnimmt - man ist im Zeit- und Raumlosen -, es ist eine himmlische Melodie, die aus allen Bereichen einströmt, nicht in den Körper, sondern in etwas, das frei, rein und eins mit der Ganzheit ist."

Angeblich bleibt G.Wittek trotz solcher Erlebnisse bescheiden. Jeder Mensch, der sein Bewußtsein geläutert, gereinigt und sich nach innen zu orientieren gelernt hat, sei befähigt, eine solche innere Erfahrung der Einheit zu erleben. In ihr erschließt sich der Unterschied von Wissen und Weisheit. Großes Wissen bedeutet noch keine Weisheit. "Wahre Weisheit erlangen wir nur durch ein bewußtes göttliches Leben." Sie erschließt sich jedem ernsthaft Suchenden. Ein solcher Mensch wird auch die "Fülle in sich" und viele "Geheimnisse" erfahren.

1.2.5 Kritik an der heutigen offiziellen Kirche

Nach Auffasssung von G. Wittek hat das Christentum massiv versagt. Das heutige Christentum sei "alles andere als ein dynamisches Geist-Christentum der Tat, wie dies Christus wünschte". Dies sei der Grund dafür, daß diese Welt eben nicht von Friede, Liebe Harmonie und Brüderlichkeit bestimmt würde. In ihrer Kritik der Kirche wähnt sich G. Wittek nach R. Wagner in der Kette der traditionellen Propheten und Prophetinnen. Auch ein Vergleich mit Hildegard von Bingen wird nicht gescheut. Insbesondere hätte Hildegard das lasterhafte Leben der Geistlichkeit, deren Bequemlichkeit und Mittelmäßigkeit gegeißelt: "Meine Söhne, die ihr meine Herde weidet, warum errötet ihr nicht, da die anderen Geschöpfe meinen Willen tun, ihr aber nicht. Die Propheten verkündeten mutig mein Wort, aber eure Lippen bleiben stumm. Ihr gleicht jener Nacht, in der die Sterne nicht funkeln, ihr gleicht einem Volk, das nicht anbetet, das aus Trägheit nicht im Lichte wandelt. Ihr seht Gott nicht und habt kein Verlangen, ihn zu schauen. Ihr sollt das Fundament der Kirchen bilden, aber ihr zieht euch in die Höhle eurer Bequemlichkeit zurück. Ihr solltet eine Feuersäule sein und dem Volk den rechten Weg weisen, aber ihr täuscht euch selbst ... Ihr sollt Tag sein und nicht Nacht."

1.2.6 G. Witteks Widerstand gegenüber dem göttlichen Auftrag

G. Wittek wehrt sich gegen ihren, wie sie glaubt, von Gott beschiedenen Auftrag. Oftmals sträube sie sich, die harten Worte auszusprechen, nach denen sie "tagelang niedergeschlagen sei". In dieser Weigerung glaubt sie den Grund zu erkennen für eine unheilbare Krankheit, die sie schließlich befällt. Vermutlich handelt es sich um Krebs. Als sie sich schlußendlich fügt, sei die tödliche Krankheit relativ rasch abgeklungen.

1.2.7 Lehr- und Künderpropheten

G. Wittek bezeichnet sich als Lehrprophetin und Botschafterin Gottes. Im Gegensatz zu Hildegard von Bingen und Catharina von Siena, vollzöge sich ihr Auftrag jedoch außerhalb der christlichen offiziellen Institution, da diese sich heute zu weit von dem entfernt, was Jesus von Nazareth eigentlich beabsichtigt hätte und seine vertiefte esoterische Lehre in der heutigen Kirche auf zu große Hindernisse stieße. Im Vergleich mit dem Kampfe zwischen Priester und Prophet, sieht sich G. Wittek auf der Seite des Propheten, der jeweils das aktuelle Wort Gottes verkünde und damit "immer Bewegung in die stehenden Gewässer" bringe. Darüberhinaus gäbe es den Unterschied zwischen Lehr- und Künderprophet. Beide seien zwar "ein Kanal für Gottes Wort". Der Künderprophet weise jedoch "nur global den Weg". Er tröste und baue auf.

Ein Lehrprophet, für den sich G. Wittek hält, ginge dagegen auf den einzelnen ein und leiste persönliche Hilfestellungen.

1.2.8 Das Programm der Lehrprophetin Gabriele Wittek

Aus ihrem Selbstverständnis als Lehrprophetin, ergibt sich das weitere Programm der G. Wittek. Es ginge heute um die von Jesus bereits angekündigte Unterweisung des "Inneren Weges", für die vor 2000 Jahren die Zeit offenbar noch nicht reif war.: "Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen." (Joh 16,12f) An der Schwelle einer so "mächtigen Zeitenwende", wie sie sich heute vollzöge, am Beginn des Wassermannzeitalters, wo "der Geist Gottes immer stärker einstrahlt", sei jedoch das Bewußtsein der Menschen genügend entwickelt, um das aufzunehmen, was damals noch nicht möglich war, heute aber dem modernen Menschen durch G. Wittek als Lehrprophetin Gottes verkündet würde. Dazu erläuternd entwirft sie einen gesamtkosmischen Zusammenhang, um die Stellung des Menschen von ihrer Sichtweise her deutlich zu machen. Demnach war der Mensch ursprünglich ein reiner Engel aus der "lichten ewigen Heimat". Durch den sogenannten Engelsturz ist er dieser verlustig ge-worden. Satana, der höchste weibliche Engel, sei nicht mehr bereit gewesen, sich dem Willen Gottes zu fügen, sondern hätte ihr eigenes Reich gründen wollen. So entstanden die "sieben Fallwelten und schließlich die Materie und der Mensch".

Jesus Christus habe dann das Fallgeschehen durch seine Menschwerdung zum Halten gebracht. Durch seine Erlösertat erhielt jede Seele den "Erlöserfunken", der zurück in die Absolutheit strebe. Dazu lehrte Jesus Christus den "verirrten Menschen" den "Pfad der Liebe", auf dem sich alle Seelen und Menschen unter seiner Mithilfe und unter der Führung seines Geistes nach und nach höherentwickeln können, bis sie ihre ewige Heimat bei Gott wieder erreicht haben. Obwohl Gott bei diesem Evolutionsgeschehen den Menschen unterstützt, hängt es doch vom freien Willen jedes einzelnen ab, wie sehr er sich in dieses Geschehen tatkräftig einbringt. Die Dauer dieses Geschehens sei davon abhängig. Dank G. Wittek, die uns "den direkten und unmittelbaren Pfad" und "die Weisheit der Himmel" von Gott, unserem Vater vermittelt, hätten wir nunmehr die Chance, möglichst rasch zu Ihm als Seine Kinder zurückzukehren.

2. Die Aussagen G. Witteks über Gott

2.1. Gott als Geist

Das UL kennt offenbar so etwas wie eine Theogenesis. Gott ist anfänglich nämlich nicht schon der Vater. Zunächst müsse man feststellen: "Gott ist Geist." Dieser wird gar als "unpersönlich" bezeichnet. Dieser Geist verströmt und durchströmt die ganze Schöpfung als göttliche Energie. Fälschlicherweise sei deshalb diese Wahrheit im westlichen Christentum immer in die Nähe des Pantheismus gerückt worden, während sie den "Völkern des Ostens", insbesondere den Indern und Chinesen, sowie den "Erleuchteten der verschiedenen Religionen" immer bewußt gewesen sei. Die hinduistischen Upanischaden nennen sie Brahman, den ewigen Weltgeist, aus dem alles hervorgegangen ist. Ähnliches bringt das Wort Tao zum Ausdruck, allerdings in etwas es-hafter Form als Urgrund bzw. Ordnungsprinzip.

2.2. Der Geist als Urgrund der göttlichen Persönlichkeit

Das UL orientiert sich stark an östlichen Vorstellungen, wenn es von da aus seine eigene Lehre entwickelt. Diese beginnt allerdings mit einer begrifflichen Ungenauigkeit. Zwar ist nämlich von einem "unpersönlichen Gott" hinsichtlich des ursprünglichen Geistes die Rede. Diesem "unpersönlichen Gott" wird aber auch Bewußtsein zugestanden, wie mir in persönlichen Gesprächen mit Prof. Klaus Meurer versichert wurde. Was könnte Geist im übrigen auch wohl anders bedeuten als Bewußtsein? Prof. Walter Hoffmann qualifiziert wesentlich klarer und unmißverständlicher in seinem Vortrag über westliche und östliche Meister den "reinen Heiligen Geist" als "reines Bewußtsein".

Erst im Kapitel über Gott-Vater wird auch bei R. Wagner der Sachverhalt deutlicher. Dort wird Gott-Vater als persönlicher Gott bezeichnet, was bei R. Wagner die Eigenschaft, eine "erhabene Gestalt" zu besitzen, betrifft. Potentiell, also bewußtseinsmäßig, beinhaltet der Heilige Geist also bereits den Vater. Der Unterschied zwischen Gott-Vater und dem Geist beruht demnach auf der manifestierten "Form" des Vaters gegenüber dem formlosen reinen Geist und nicht auf dem Bewußtsein, welches auch dem Geist zukommt. In einer "Offenbarung" des Vaters an Gabriele Wittek am 24. August 1985 setzt dieser sich gleich mit dem Allgeist, was auch nur - angesichts der Formwerdung des Geistes im Vater - die Identität des Bewußtseins betreffen kann, das sich sowohl beim Geist als auch beim Vater im "Ich bin" äußert. Wortwörtlich heißt es dann schließlich auch bei R. Wagner: "Der Unterschied zwischen dem Geist und dem Vater besteht nun darin, daß die ätherische Form des Vaters nicht allgegenwärtig ist. Doch Sein Bewußtsein, Sein sich verströmender Odem der Liebe, der der ewige, heilige, alldurchdringende Geist ist, lebt in der Allgegenwart..." Bewußtsein und Geist werden also gleichgesetzt.

Nach der klassischen Definition der Person ist diese aber primär gerade durch das Bewußtsein gekennzeichnet. Es ist also unzutreffend, wenn das UL vom mit Bewußtsein ausgestatteten Heiligen Geist als dem "unpersönlichen Gott" redet. Besser wäre es wohl für das UL, von einem formlosen Geist zu sprechen, womit der vom UL gemeinte Sachverhalt treffender bezeichnet und weniger zum Mißverständnis anregen würde.

2.3. Der Geist als Urgrund der Schöpfung

Die gleichsam formlose Manifestation des Geistes besteht gewissermaßen im sogenannten "Äther" als der Substanz und gleichzeitigen Kraft und Energie. Es ist ähnlich wie beim Licht, das nicht nur als Welle, sondern auch als Teilchen erscheint. Der Ursprung der Schöpfung beginnt nach dem UL mit der Differenzierung dieses "Äthers" in die beiden Teilchen Positiv und Negativ, wobei das positive Teilchen aus zwei Dritteln, das negative aus einem Drittel der Urkraft besteht. Ähnlich wie bei einem Magneten oder dem elektrischen Strom entsteht dadurch ein Kraftfeld, das zusammen aber eine Einheit bildet. Jedenfalls wirken beide "Teilchen" des Allgeistes in absoluter Harmonie. Durch die Wechselwirkung dieser beiden Pole wird eine Energie erzeugt, die sich verströmt: "Der Allgeist atmet aus."

Ferner setzt sich der Äther als Substanz der ganzen Schöpfung aus fünf geistigen Atomarten zusammen, die gewissermaßen aus dieser Quelle entspringen. Die Atome mit der höchsten Schwingung sind die genannten Ätheratome. Aus ihnen entwickeln sich die weiteren geistigen Atomarten: die Fruchtbarkeitsatome, die Träger- oder Stabilisationsatome, die Schaffungs- oder Formungsatome und die Entwicklungs- oder Bewegungsatome.

Aufgebaut sind diese fünf geistigen Atomarten folgendermaßen: Als Atomkern, auch Lebens- oder Wesenskern genannt, fungiert die Urkraft in Gestalt der beiden Teilchen Positiv und Negativ. Um diesen Atomkern herum kreisen drei energetische Kräfte, auch Eigenschaften Gottes genannt: Barmherzigkeit, Liebe und Geduld. Als stärkste Kraft bewegt sich die Liebe offenbar in engster Umgebung vom Atomkern, mit Abstand folgen die Ströme der Barmherzigkeit und schließlich der Geduld.

Um diese drei Ströme der Eigenschaften Gottes bewegen sich die vier Wesen¬heiten Gottes: Ordnung, Wille, Weisheit und Ernst. Sie werden auch die vier Elementarkräfte genannt, da sie die vier Elemente Feuer (Ordnung), Wasser (Wille), Erde (Weisheit) und Luft (Ernst) darstellen. Dabei handelt es sich wohlgemerkt um unterschiedlich schwingenden geistigen Urstoff.

Die vier Wesenheiten und drei Eigenschaften Gottes bilden als die sieben Grundschöpfungskräfte die unteilbare Einheit des sogenannten geistigen Atoms, "keine Wesenheit oder Eigenschaft ist ohne die anderen existenzfähig". Entsprechend dem Aufbau dieses geistigen Atoms erfolgt auch der Antrieb für die einzelnen Komponenten, d.h. die beiden Teilchen der Urkraft stellen die eigentlichen Antriebskräfte für die einzelnen Eigenschaften und diese dann für die Wesenheiten dar.

Dazu stehen die fünf geistigen Atomarten auch in Beziehung zu den Eigenschaften und Wesenheiten Gottes, den sieben Grundschöpfungskräften. Die Ätheratome korrelieren mit den drei Eigenschaften Gottes. "Bei den Elementarkräften (Wesenheiten Gottes) entspricht das Element Feuer (Ordnung) den Fruchtbarkeitsatomen, das Element Wasser (Wille) den Träger- oder Stabilisationsatomen, das Element Erde oder Urstoff (Weisheit) den Schaffungs- oder Formungsatomen und die Elementarkraft Luft (Ernst) den Entwicklungs- oder Bewegungsatomen.

In den Wesenheiten befindet sich ferner vor allem das Betätigungsfeld der positiven Energien der Urkraft - Vater-Mutter-Prinzip genannt -, in den Eigenschaften das der negativen. Das Vater-Prinzip stellt dabei naturgemäß den schöpferischen und aktiven Aspekt dar.

2.4. Das geistige Zentrum der Schöpfung: die Urzentralsonne

Eine weitere Manifestation des Allgeistes ist die Urzentralsonne, die sich gleich dem geistigen Atom aufbaut. Sie ist gleichsam das Herz und das größte Energiefeld des ganzen Kosmos. Ihren Kern bilden - wie im Kleinen so im Großen - wiederum zwei positive und ein negatives Teilchen der Urkraft, um die als Wesenskern schalenmäßig die drei Eigenschaften und die vier Wesenheiten Gottes angelegt sind. Das Kraftfeld der Urzentralsonne verfügt über ein unendliches Energiepotential, bestehend aus "der beständigen Wechselwirkung der positiven und der negativen Kraft". Aus diesem Kraftfeld der Urzentralsonne entwickelte sich die gesamte Schöpfung, die ständig durch den aus der Urzentralsonne sich ergießenden Äther auch von dieser erhalten und genährt wird. Sie strahlt in reinstem Licht als Ausdruck des Absoluten, der als glänzendes Weiß erscheint. Der Allgeist, der Heilige Geist, erscheint also nach Auffassung des UL einmal als reines Bewußtsein, reiner Geist, reiner Äther und zum anderen in der manifestierten Form der Urzentralsonne als der energetischen Basis der ganzen Schöpfung. Beides ist eine Einheit. Deshalb ist auch die Urzentralsonne nicht ein Es, sondern als Geist eben auch Bewußtsein, wie eine ihrer Komponenten, die wesentlichste der Grundschöpfungskräfte, nämlich die Liebe, bei allen menschlich bedingten Vorstellungsschwierigkeiten, besonders deutlich zum Ausdruck bringt. Im übrigen besteht ja auch ihr Kern aus besagten zwei positiven und negativen "Teilchen" des reinen Äthers, des reinen ewigen Bewußtseins. Komplettiert wird das Bild von der Ursonne einmal durch die Wesenheiten und Eigenschaften Gottes, die diesmal als die sieben Grundstrahlen von ihr ausgesendet werden, und zum anderen von sieben sogenannten "Zweiten Ursonnen", die sie in elliptischen Bahnen umkreisen.

Jeder der Zweiten Ursonnen wird ein Grundstrahl zugeordnet, der dabei in jeweils sieben Kräfte zerlegt wird. Aus dem Grund werden die sieben Ursonnen auch Prismensonnen genannt. Alles ist in allem enthalten: Wird z. B. der Grundstrahl der Liebe aufgespalten, so werden auch die in ihm ebenfalls vorhandenen anderen Wesenheits- und Eigenschaftsstrahlen frei. Nach dem Grundstrahl ist allerdings die jeweilige Prismensonne benannt. Das UL mahnt dazu, sich angesichts dieser schematischen anthropomorphen Begriffe nicht über die "siebendimensionale Wirklichkeit" täuschen zu lassen, auf die sie sich beziehen. Menschliche Worte seien angesichts solcher Dimensionen immer zu dürftig und zu defizient, um diese unendlichen und vom Menschlichen her unvorstellbaren Wirklichkeiten angemessen beschreiben zu können.

Der Allgeist beliefert das gesamte Universum mit Energie, er "beatmet" seine Schöpfung. Dabei besteht ein immerwährender Austausch von Energie, da die ausgeströmte Energie umgewandelt wieder zu ihrem Ursprung zurückfindet. Das geistige Gravitationsgesetz ordnet alles so, daß keine Energie verlorengeht. Die ständige Aussendung und Rücknahme dieser Geistkraft wird auch als das "Ein- und Ausatmen des Allmächtigen", des Heiligen Geistes bezeichnet.

Durch diese "Atmung" vergrößern sich die ewig-reinen Himmel, wobei sie sich nicht nur in die Unendlichkeit hinein ausdehnen, sondern auch zahlenmäßig sich vervielfachen. Sämtliche Vorgänge werden gleich einem Computer von der Urzentralsonne gespeichert und bis in alle Ewigkeiten festgehalten.

2.5. Gott-Vater

Gott-Vater gilt im UL im Gegensatz zum Heiligen Geist als der persönliche Gott. Wir stellten bereits fest, daß es den eigentlich vom UL gemeinten Sachverhalt nicht trifft, vom Geist als dem unpersönlichen Gott zu sprechen, da diesem Geist ja Bewußtsein - in diesem Fall sogar das absolute, reine Bewußtsein - als primäres Kriterium der Person zugesprochen wird. Dieses

Bewußtsein ist mit dem des Vaters "in absoluter Einheit", d.h. es ist mit ihm identisch. Darüber hinaus besitzt der Vater Form. Er ist "das erste und höchste manifestierte Wesen". Der Begriff "Schöpfung", wie ihn W. Mirbach für diesen Vorgang verwendet, dürfte dem gemeinten Sachverhalt nicht ganz gerecht werden, da Schöpfung ja ein Gegenüber beinhaltet. Der vom UL benutzte Begriff Kristallisation dürfte angesichts der Bewußtseinsidentität beider Größen einer genauen Beschreibung dienlicher sein.

Der Unterschied zwischen Vater und Geist besteht ja lediglich darin, daß der Vater mit seiner ätherischen Form nicht allgegenwärtig ist, während sein Bewußtsein, "sein sich verströmender Odem der Liebe, der der ewige, heilige, alldurchdringende Geist ist", in der Allgegenwart lebt. Das Bewußtsein des Vaters und das des Geistes ist also ein und dasselbe.

Verdeutlicht wird dieser Umstand anhand eines Beispiels aus dem menschlichen Erfahrungsbereich: Während wir uns mit unserem irdischen Körper nur an jeweils einem Ort befinden können, so können wir uns doch in Gedanken durchaus auch anderenorts aufhalten. Ebenso verhält es sich mit der Person Gott-Vaters. Angesichts der Identität des Bewußtseins sind beim Vater auch alle Eigenschaften und Wesenheiten des Geistes verkörpert. In einer Offenbarung sagt er von sich selbst: "Ich Bin alles in allem. Ich Bin der ich Bin, das Leben." "Gott, das absolute, unendliche Sein, kann mit unzähligen Menschenworten beschrieben werden." Vor allem aber ist Gott-Vater die Liebe, "die sich immerdar verströmende Liebe".

2.6. Jesus Christus

Das UL stützt sich zunächst auf die Aussagen, die vom NT her über Christus als dem Sohn Gottes gemacht werden. Er sitzt zur Rechten des Vaters (Lk 22, 69; Apg 7, 55f). Näheres beschreibe der Kolosserbrief: "'Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung; denn in Ihm wurde alles erschaffen im Himmel und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare, Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten; ...' (Kol l, 55f)."

Entsprechend den sogenannten Offenbarungen G. Witteks werden vom UL diese Angaben weiter differenziert. Christus ist "der erste im Vater aufgestiegene Kindschaftsgedanke", "vor aller Schöpfung", der eigentliche "Anlaß zur ewigreinen Seinsschöpfung" überhaupt, von "Urbeginn an in sich geschaut" vom Vater, der reinen Liebe. Seiner inneren Sehnsucht gab er im Sohn Ausdruck. Zunächst erschuf er deshalb ein "wunderschönes weibliches Wesen", das er zu seinem Dual und seiner geistigen Gemahlin erklärte.

Für den Zeugungsvorgang strömten aus der Urzentralsonne die Wesenheiten in das Dual ein. Dazu übertrug der Vater seinem Dual noch die Eigenschaftsstrahlen, die sich mit den vier Wesenheiten vereinten. Dadurch entstand mit einem Ätherleib die Sohngestalt "als reines Ebenbild des Vaters". Folglich wurde der Sohn geschaffen und zugleich gezeugt. Als erstes "Kind Gottes", das aus einem weiblichen Wesen geboren wurde, kann er auch der erstgeborene und eingeborene Sohn Gottes genannt werden. Aufgrund seines Bewußtseins und seiner ätherischen Körperlichkeit ist er wie der Vater eine Person im Vollsinn des Wortes.

Die Unterschiede zwischen Sohn und Vater hat Jesus selber zu seinen Lebzeiten in Nazareth zum Ausdruck gebracht, als er sagte: "Mein Vater ist größer denn Ich." Der Vater als Verkörperung des Heiligen Geistes besteht zu zwei Dritteln aus positiver und einem Drittel negativer Energie. Ein Drittel der positiven Urkraft übergab er seinem Sohn. Insgesamt verfügt der Sohn - anthropomorph und schematisch vereinfacht ausgedrückt - also über "zwei Neuntel" der Urkraft des Vaters. Es sind vorwiegend die vier Wesenheiten des Geistes, durch die Christus tätig ist; in ihnen ist er "Gott, allgegenwärtiger Geist". Aufgrund dieses Drittels der positiven Urkraft obliegt dem Sohn die "Teilkraft aus der Urkraft", wodurch er zum Mitregenten der Schöpfung wird. Deshalb hat Christus den Platz zur Rechten Gott-Vaters inne, mit dem zusammen er das All "in grenzenloser Liebe" regiert.

2.7. Die Trinität

Die Aussagen über die Trinität ergeben sich bereits aus den bisherigen Erklärungen. Gott-Vater und Gott-Sohn verkörpern und manifestieren demnach den reinen formlosen Geist. Alle drei bilden sie die Dreieinigkeit.

3. Die Schöpfung

3.1. Gott-Vater als Vater und Schöpfer

Es ist für eine sachgerechte Beurteilung des UL wichtig zu sehen, daß vom UL vor der Darstellung des Schöpfungswerkes betont wird, daß Gott als Schöpfer der Unendlichkeit vor allem der Vater seiner Kinder ist.

Ähnlich wie der Vater und der Sohn "kristallisierte" sich auch die gesamte Schöpfung aus dem Allgeist, dem absoluten Bewußtsein, dem reinen Äther. Alles entspringt so dem göttlichen Bewußtsein, wird von ihm durchdrungen und belebt. Alle "feinstofflichen Formen" des in himmlischen Welten mit Sonnen und Planeten manifestierten Äthers befinden sich so in absoluter Harmonie mit ihrem Ursprung, dem "fließenden Äther". In seiner Ein¬heit mit dem Allgeist, dem absoluten Bewußtsein, sah zunächst Gott-Vater die gesamte Schöpfung schon in ihrer Vollendung, und dergestalt ging alles durch seine allmächtige Willenskraft aus ihm hervor.

Dabei übernehmen die sieben Prismensonnen die Rolle der Energieübermittler, wodurch ihrem jeweiligen Charakter entsprechend sieben Lichthimmel geschaffen werden. Menschliche Worte können selbstverständlich, entsprechend dem eingeschränkten menschlichen Bewußtsein, nur höchst unvollkommen diese gewaltigen Schöpfungsereig-nisse wiedergeben.

Die himmlischen Planeten belebte Gott-Vater sodann mit mannigfaltigen Formen und Wesen. Dazu gehörten auch geistige Naturreiche mit Mineralien, Pflanzen und Tieren. Vor allem aber bildeten auch geistige Kinder die ersten Schöpfungsgedanken Gottes. Aus den vier Wesenheitssonnen traten Bündelstrahlen in Richtung der Urzentralsonne hervor. Auf ihnen erschienen "vier herrliche männliche Wesen", die in "majestätischer Haltung" sich zunächst zum Zentralgestirn begaben. Dorthin sandte ihnen Gott-Vater die Eigenschaftsstrahlen Geduld, Liebe und Barmherzigkeit, auch Kindschaftseigenschaften genannt, wodurch ihr Antlitz und ihre Gestalt "von Schönheit und Anmut durchdrungen" wurden.

In gleicher Weise wurden drei "Eigenschaftssöhne" geschaffen. Gott-Vater nannte diese sieben männlichen Geistwesen "Seine Fürsten". Es handelt sich bei ihnen um die sieben Erzengel bzw. Cherubim. Sie haben teil am Schöpfungswirken des Vaters und verehren ihn, indem sie ihn anbeten, d.h. durch ihre Liebe zu ihm seinen Willen "stets getreu" erfüllen.

3.2. Satana

Zugleich mit den Eigenschaftssöhnen wurde vom Vater das erste weibliche Wesen geschaffen: Satana. Sie ging aus der Einliegersonne im Innern der Urzentralsonne hervor, geschaffen als ein Wesen mit einem alles überragenden Ebenmaß an Schönheit durch die schöpferische Liebeempfindung des Vaters. Er übertrug seinem ersten weiblichen Kind, das er zu seinem Dual und zu seiner geistigen Gemahlin erhob und mit der er Christus "zeugte", allerdings nicht so wie Christus die Mitregentschaft der Himmel, obgleich er ihr den Platz zu seiner Linken einräumte. Satana wurde zudem vorwiegend aus den negativen Ätherteilchen geschaffen. Zusammen mit dem Vater bildet sie als weibliches Wesen das Mutterprinzip mit den wie bei allen weiblichen Wesen stärker vertretenen Eigenschaften Geduld, Liebe und Barmherzigkeit. Die männlichen Wesen repräsentieren dagegen mehr die Wesenheiten Ordnung, Wille, Weisheit und Ernst.

3.3. Die sieben Seraphim

Die sieben Seraphim wurden als weitere "Himmelstöchter" und Duale der Cherubim unter Beachtung derer Vorstellungen und Wünsche geschaffen. Gott-Vater übertrug daraufhin jedem "himmlischen Fürstenpaar", ihrer Mentalität entsprechend, die jeweilige Regentschaft über eine der sieben Himmelsebenen.

3.4. Die weiteren himmlischen Wesen

Durch weitere geistige Zeugungen entstanden schließlich die "himmlischen Familien", die übrigen Bewohner der himmlischen Ebenen. In jedem Geistwesen sind alle Wesenheiten und Eigenschaften Gottes. Dadurch sind sie Kinder Gottes, "hervorgegangen aus Seinen Wesenheiten und zur Kindschaft erhoben durch Seine Eigenschaften", daher ja auch "Kindschafts¬eigenschaften" genannt. "In der Liebeeinheit der Duale haucht der Vater gewissermaßen die Kindschaft ein", er, die absolute Liebe. So sind sie "Ebenbilder des Vaters, vollkommene, geistige Wesen in leuchtender Reinheit, von ebenmäßiger und anmutiger Lichtgestalt, voller Schönheit und ewig jung". "Er ist Gott, und seine Kinder... sind göttlich." Die Dreieinigkeit ist heilig, ihre Kinder sind göttlich.

Substantiell sind alle Geschöpfe von dem gleichen reinen Äther wie der Vater und der Sohn. Ihre Körper entsprechen der ewigen Schöpfung, sind "Mikrokosmos im Makrokosmos". Ein Wesenskern bildet als "Gottesfunke" das Herz dieses Energiekörpers und stellt als solcher die Einheit mit der Urzentralsonne her, von der er seine Lebenskraft bezieht.

Gleich den sieben Prismensonnen, die die von der Urzentralsonne ausgehenden sieben Grundstrahlen jeweils in weitere sieben Grundstrahlen aufteilen, wirken auch im Ätherleib sieben Kraftzentren, die die von der Urzentralsonne einströmende weiße Licht-Energie wie Prismen aufspalten. Als die "Lebensbahnen des Ätherleibes" stehen diese Spektralkräfte in absoluter Harmonie mit den göttlichen Urkräften. Somit besitzt der ätherische Körper jedes himmlischen Wesens und Gotteskindes den gleichen Aufbau wie die gesamte Schöpfung. Er ist tatsächlich "Mikrokosmos im Makrokosmos". Wie im Großen, so im Kleinen. "Alles ist in allem enthalten und ist eins mit dem ewigen Gesetz, das Gott ist."

3.5. Das Leben in den göttlichen Welten

Wie im Großen, so im Kleinen: Wie oben so unten, könnte man ergänzen, liest man die Aussagen des UL über das Leben in den Bereichen "des höchsten Glücks". Das Leben dort scheint jedenfalls nicht "das total andere", sondern zumindest mit analogen Brücken beschreibbar zu sein, obschon die Vergleiche über die tatsächliche Wirklichkeit "nur schwache Vorstellungen" liefern können. Erlebnisse "des höchsten Glücks, des tiefsten Friedens, der seligsten Freude, der innigsten Liebe, also Situationen der innersten Erfüllung", die man auf dieser Erde eventuell schon erfahren haben mag, sind "nur ein milder Abglanz des göttlichen Lebens, das die himmlischen Geistwesen führen". Der dreieinige Gott ist Fülle und Leben, das Leben mit ihm absolute Harmonie, durchdrungen vom Heiligen Geist.

Mit Ausnahme von Christus herrscht vollkommene Gleichheit unter den Kindern des Vaters. Als Bruder steht Christus trotzdem "über" allen, denn er ist zugleich auch ihr Herr. Der Vater hat jedoch alle zu seinen Söhnen und Töchtern erklärt und liebt deshalb alle gleich. Die reine Liebe des Vaters durchströmt und erfüllt alle. Jeder lebt auch dieser Fülle entsprechend im Dienst am Nächsten, untereinander gibt es keine Geheimnisse, es herrscht absolute Harmonie und Eintracht.

3.6. Einzelheiten des himmlischen Lebens

Auch für die konkreten Angaben des UL zum Leben in der göttlichen Sphäre gilt der Hinweis, daß die Mitteilungsfähigkeit am menschlichen Vorstellungsvermögen seine Grenzen findet. Obgleich die alles durchströmende Ätherkraft alles belebt, wird bei besonderen Anlässen wie z.B. Festen auch Nahrung in Form von Früchten, Brot und Fruchtgetränken aus kristallisierter Energie aufgenommen. Die Schönheit der Musik, die bei solchen Festen zumeist von den dazu besonders befähigten weiblichen Wesen auf selbstgefertigten Instrumenten produziert wird, entspricht dem Schwingungsgrad der Urzentralsonne, nach dem sich alle geistigen Sonnensysteme ausrichten.

Im allgemeinen jedoch ist das Leben in diesen Sphären geprägt von emsigem schöpferischen Schaffen. Die Bewohner der einzelnen Planeten legen z.B. "Parks mit Springbrunnen, Seen, Wandelwegen", Brücken und Blumenfeldern an, "alles in unbeschreiblicher Schönheit und Harmonie". Die Bauweise ähnelt den Baustilen früherer irdischer Baumeister, z.B. der Renaissance, dem Barock und der Gotik. Der Inspiration verdankt es die Menschheit, wenn ihr auf diese Weise die "Schönheiten der Himmel" übermittelt wurden. Die Unterschiede zum Irdischen bestehen in den siebendimensionalen Formen der himmlischen Sphären.

Das herrlichste Bauwerk, "ein prachtvoller Palast in der siebendimensionalen Bauweise" bewohnt interessanterweise auch Gott-Vater auf seinem sogenannten geistigen Wohnplaneten. An der Errichtung dieses "Meisterwerk(s) an Schönheit und Glanz" waren seine vier ersten Söhne, die der Wesenheiten, mitbeteiligt. Dieser Wohnplanet Gott-Vaters kreist unmittelbar um die Urzentralsonne. In seiner Herrlichkeit ist er mit menschlichen Worten nicht wiederzugeben. "Sein Landschaftsbild ist von Hügeln geprägt, die wie Alabaster schimmern". Seen in sanften Tälern, die wie Bergkristalle leuchten, Blumen und Sträucher, "die den geistigen Wassern den Silberglanz verleihen" und Seerosen, die in "den intensivsten Pastellfarben strahlen", schaffen einen unbeschreiblichen Zauber von Farbe und Harmonie.

Auf dem geistigen Wohnplaneten Gott-Vaters können die Kinder Gottes im "Angesicht des Vaters" ihn schauen und in "vollkommenem Frieden und im Lichte absoluter Liebe" existieren.

4. Der Fall

4.1. Geist und Materie

"Gott ist Geist. Der Geist ist der Ursprung, aus dem alles hervorgegangen ist." Demgegenüber ist Materie "verdichtete Energie". Das hat bereits Einstein erkannt und mit seiner Formel E = m • c² sogar berechenbar gemacht. Als verdichtete Energie ist Materie also extrem komprimierter geisti¬ger Äther - "verdichteter Geist". Angesichts dieser Tatsache läßt sich das Geschehen des Falls aus den hohen himmlischen Sphären in den vom Allgeist aufgrund ihrer Verdichtung nicht mehr vollkommen beatem- und durchdringbaren niederen Schwingungsbereich verdeutlichen. Die Materie ist wegen ihrer Grobstofflichkeit nicht mehr so wie im Bereich der reinen Formen fähig, die hohen Geistkräfte aufzunehmen. Es hat eine Entfernung vom göttlichen Ursprung stattgefun-den.

4.2. Der Verlauf des Falls bis zur Bildung der Lichtmauer

Im Gegensatz zu Christus übertrug Gott-Vater seinem Dual und ersten weiblichen Engel Satana nicht einen Teil der allgegenwärtigen Urkraft, weil das weibliche Prinzip nun mal mehr das empfangende und gebärende Prinzip darstellt und nicht das aktiv wirkende. Darüber unzufriedene, gegensätzliche Empfindungen entwickelten sich bei Satana bis zum Neid gegenüber dem von ihr und Gott-Vater geborenen Sohn Christus, als dieser sein Erbe der Mitregentschaft antrat. Zudem konnte sie die Trennung vom Vater, die durch ihre Manifestation erfolgt war, nicht annehmen und wollte stattdessen wieder "in der Allgegenwart sein und wirken", d.h. sie wollte wie Gott sein.

Da sie mit den Schöpfungsgesetzen bestens vertraut war, glaubte sie, daß es ihr möglich wäre, ein eigenes Reich zu gründen. Sie warb um Mitstreiter und gewann sogar den zweiten Sohn Gottes für dieses Unternehmen. Zusammen schafften sie es, einen Teil der reinen Geistwesen auf ihre Seite zu bringen, und das Fallgeschehen nahm seinen Lauf.

Satana veränderte nun zunächst mit ihren Gedankenkräften "die Anordnung der fünf geistigen Atomarten" innerhalb ihres eigenen von Gott-Vater geschenkten Sonnensystems und in vielen weiteren. Die Folge war, daß der Odem des Allgeistes nicht mehr wie vorher aufgenommen werden konnte. Es kam zu ungeheuren Erschütterungen in diesen Planetensystemen, die schlie߬lich von der übrigen Schöpfung getrennt und ins All hin-ausgeschleudert wurden.

Die Abtrünnigen flüchteten sich zunächst noch auf Planeten in den reinen Bereichen. Allerdings veränderte sich auch ihr ehemals reiner Ätherkörper ihrem gesetzwidrigen Handeln und Empfinden gemäß. Ihr Lichtglanz nahm zusehends ab, vor allem als sie gütige Belehrungen Gott-Vaters nicht annehmen wollten und die Abspaltung von in ihren Schwingungen veränderten Planeten von den himmlischen Ebenen irrtümlich als Möglichkeit mißdeuteten, tatsächlich ein eigenes Reich errichten zu können. Als die Aufrührer schließlich von den reinen Planeten "nicht mehr gehalten werden konnten, führte sie Michael, der Cherub des göttlichen Willens, aus den himmlischen Welten hinaus: Sie wurden 'aus dem Paradies vertrieben'." Durch die Absplitterung der Planeten und Weggang der abtrünnigen Kinder Gottes wurde ein Kräfteausgleich in den reinen sieben Grundhimmeln notwendig, die sich näher um die Urzentralsonne gruppierten. Zugleich bildete sich um die reinen Himmel abschirmend herum die sogenannte "Lichtmauer".

Als Satana feststellte, daß sich durch gegensätzliche Schwingung Planeten aussondern ließen, strebte sie kein eigenes Reich mehr an, sondern die Auflösung aller Formen, um dadurch wieder eins mit dem Allgeist zu werden. Praktisch wäre dies durch Verlangsamung der Rechtsrotation der geistigen Atome und letztliche Bewegungsänderung in eine Linksrotation hinein mög¬lich. Noch heute spiegelt sich diese Idee "der Auflösung aller Formen im ewigen Äther" - auch die der individuellen Seele -, zum Teil noch als Ge¬dankengut der östlichen Religionen wider, nach denen sich letztlich alles im Brahman auflöst, was dadurch als gegensätzliche Vorstellung entlarvt wird.

4.3. Die Bildung der Fallebenen

Weil sich das Maß des Zuwiderhandelns gegen die Gesetze des Allgeistes bei den abtrünnigen, ehemals reinen Kindern des Vaters immer mehr vergrößerte, verringerte sich die Geistkraft der von ihnen beeinflußten Sphären und kristallisierte und verdichtete sich immer stärker. Die Rotation der geistigen Atome verlangsamte sich, und es bildeten sich dem Verdichtungsgrad entsprechend "sieben Grundebenen mit wiederum je sieben Teilebenen", gemäß den Wesenheiten und Eigenschaften des reinen Geistes. Die oberen drei die¬ser Grundebenen werden "Fallebenen" genannt, die unteren vier bilden die "satanischen Hierarchien". Die verdichteten Ebenen kristallisierten so bis zur Vollmaterie. Es entwickelte sich schließlich die Erde als die unterste Fallebene.

Ähnlich wie in der Urzentralsonne alles Geschehen aufgezeichnet wird, bildete sich dazu die sogenannte "Äther-" oder "Akasha-Chronik", die alles Denken und Tun wie ein Computer aufspeichert. Wer in ihr zu lesen versteht, muß Wahres und Unwahres unterscheiden können, sonst läuft er Gefahr, Falsches zu vermitteln, gleich den Sehern des Ostens, die fälschlicherweise glauben, aus der Akashachronik die Auflösung aller Formen ableiten zu können.

4.4. Weitere Auswirkungen des Falls

Die Wesenheiten und Eigenschaften Gottes, von den Kraftzentren des ursprünglich reinen Ätherleibes in sieben mal sieben Kräfte aufgespalten, verringerten durch das Fallgeschehen ihre Schwingungszahl. Dadurch war der Wesenskern, der Gottesfunke, gezwungen, diese sieben Grundschöpfungskräfte näher an sich heranzuziehen, so wie auch die Urzentralsonne bei der Aussonderung der Fallplaneten die übrigen aufgrund des notwendigen Kräfteausgleichs enger zu sich herangeholt hatte. Um den Ätherkörper und den Wesenskern der Seele, die sich dabei verkleinerte, formierten sich die Grundschöpfungskräfte als sieben Astral- bzw. Mental-Hüllen, deren Schwingungszahl den sieben Fallebenen entsprach, zusammen mit dem Äther¬leib zur sogenannten Seele.

Diese verfügt über "geistig magnetische Felder", von denen ähnlich wie bei der Zentralsonne und der Akashachronik alles Reden, Denken und Tun quasi wie in einem "Buch des Lebens" aufgezeichnet wird. Die weitere schwingungsmäßige Verdichtung führte schließlich dazu, daß die Seele sich so weit diminuierte, daß ihre Hüllen sich zu Bewußtseinszentren - in der Esoterik und im Sanskrit Chakras genannt - zusammenzogen. Mit ihrer Hilfe entwickelten sich die Organe des physischen Körpers des Menschen, der so das am stärksten verdichtete Fallwesen darstellt.

Wie alle Materie so bedeutet auch der physische Körper ein niedrig schwingendes Energiefeld, aus dem das ätherische Energiepotential des reinen göttlichen Geistes weitgehend verdrängt wurde. Je weiter sich die Fallwesen von Gott entfernten, desto weniger konnten sie allein von der reinen Ätherkraft am Leben erhalten werden. Schließlich war der so entstandene Mensch mit seinem physischen Körper gezwungen zu arbeiten, um sich "im Schweiße seines Angesichts" sein Brot zu verdienen. Die sonstigen Folgen der Verbannung aus dem Paradies bestehen in den charakteristischen negativen Attributen des menschlichen Lebens: ethische Bastardisierung in Form von Neid, Haß und Feindschaft durch konkurrierendes Gewinnstreben und Habenwollen, Überbetonung der Sinnlichkeit und Begierden, allgemein also eine sich vergrößernde Distanzierung vom Mitmenschen und von Gott.

Andererseits ergeben sich ontologische Konsequenzen: Der phyische Körper, der vom belebenden Allgeist nicht mehr durchdrungen wird, ist vergänglich, er altert und stirbt. Die Bewegungsmöglichkeit beschränkt sich auf die Erde. Auch der Geist erfährt seine Einengung. Erkenntnis- und Wahrnehmungsfähigkeit erleben gegenüber dem vormaligen Wissen eine beträchtliche Reduzierung, das Bewußtsein wirkt abgestumpft. Die Siebendimensionalität reduzierte sich auf drei Dimensionen innerhalb von Raum und Zeit.

4.5. Die Freiheit der Kinder Gottes

Dieser tragische und dramatische Fall seiner Kinder in den Bann der irdischen Materie wurde nach Auffassung des UL von Gott-Vater zugelassen, weil Gott die Freiheit ist. Er straft und züchtigt nicht, da er die unendliche Liebe ist. Aufgrund des Gesetzes von Ursache und Wirkung strafen sich die ihm Zuwiderhandelnden selbst.

4.6. Die Aufgabe der Propheten

Obwohl der Vater wußte, daß seine Kinder einst allesamt wieder zu ihm zurückkehren würden, schaute er dem Geschehen beileibe nicht gelassen zu, sondern schickte immer wieder und zu allen Zeiten seine Propheten, um seinen verirrten Kindern den Weg zurück zum Vaterhaus zu zeigen. Gerade das Alte Testament beschreibt eindringlich die Bemühungen der Propheten. Zum Teil inkarnierten sich auch einige der sieben Erzengel. Elia war niemand anderer als der Cherub des göttlichen Willens, Jesaja der Cherub der göttlichen Weisheit, Abraham der Cherub des Ernstes, Moses der Cherub der göttlichen Ordnung. Letzterer hatte die Aufgabe, neben den Zehn Geboten den Israeliten vor allem den Gott der Gerechtigkeit und Liebe zu verkünden, aus dem die Israeliten in ihrer Verblendung einen Rachegötzen gemacht hatten. Im wesentlichen versuchten alle Propheten, die Menschen über "den mystischen Weg der Erkenntnis und der Liebe" zum göttlichen Bewußtsein zurückzuführen.

4.7. Die Erde als Spiegelbild der himmlischen Welten

"Gott ist Geist." Er durchflutet als solcher alles, auch die Materie, ohne seine Kraft könnte sie nicht existieren. Die "Beatmung" durch den Allgeist sorgt dafür, daß sie in ihren Formen erhalten bleibt. Durch seine Gnade und seinen Willen konnte die Erde überhaupt erst entstehen. Der materielle Erdenplanet bildete sich durch seine "Beatmung mit dem Geist" zu einem fruchtbaren und schönen, wenn auch schwachen Abbild der himmlischen Reiche, womit an die eigentliche Heimat des Menschen ständig erinnert werden sollte. Verursacht durch den Fall ist die Erde so zugleich auch von Gott geschaffen, um der Seele durch wiederholte Einverleibungen eine "schnellere Reinigung" und damit rascheren Wiederaufstieg zu ermöglichen. Dazu sandte er uns vor allem aber seinen eigenen Sohn, Jesus Christus.

5. Die Erlösung

5.1. Die Inkarnation des Sohnes

"Gott ist die unendliche Liebe. Unser liebender Vater reichte uns immer die Hand, um uns zu sich heimzuholen. Und so sandte Er uns sogar Seinen eigenen Sohn, Christus, um uns aus der Knechtschaft der Materie zu befreien."

"Als Jesus von Nazareth ging dann der erstgeschaute und eingeborene Sohn Gottes, Christus, zur Einverleibung." Der Vorgang verlief wie bei jeder anderen Inkarnation: Sein Geistleib verkleinerte sich und "trat in den irdischen Körper ein - das Knäblein Jesus ward geboren". "Etwas Unerhörtes war geschehen: Der erstgeborene Sohn Gottes, der Mitregent der Unendlichkeit, befand sich im Erdenkleid! Welch unfaßbares Ereignis! Gott wird Mensch!! (sic)."

5.2. Der gleichzeitige Symbolcharakter des Inkarnationsgeschehens

Neben der Realität besitzt dieses einzigartige Geschehen der Inkarnation des Gottessohnes auch einen tiefen Symbolcharakter. Die vergebliche Herbergssuche der Gotteseltern Josef und Maria, die von den Wohlhabenden ab¬gewiesen wurden und schließlich im Stall armer Leute nächtigen mußten - Jesus kam später in seinem Gleichnis vom Kamel und Nadelöhr darauf zu sprechen -, und die Tiere im Stall, für deren Gesellschaft sich der Sohn Gottes nicht zu schade ist, geben einen Hinweis auf die Liebe Gottes auch zu den nichtmenschlichen Geschöpfen. Die Flucht nach Ägypten bringt seinen Mangel an irdischer Heimat und sein Schicksal als von den weltlichen und religiösen Mächten Bedrängter zum Ausdruck.

Insbesondere jedoch war das Leben Jesu der Menschheit ein Symbol für "den wahren und unmittelbaren Weg zu Gott, ihrem und Meinem Vater". Insofern war Jesus von Nazareth "der größte aller Mystiker". Er ging vom Heiligen Geist erfüllt den inneren Weg der "Einheit mit dem himmlischen Vater". Was er verkündete, das verwirklichte er auch in seinem Leben. Aus der Einheit mit Gott handelnd begab er sich zum innerlich und äußerlich hilfsbedürftigen Menschen und erfüllte "vollkommen das Gebot der Gottes- und Nächstenliebe". Durchdrungen vom Heiligen Geist lebte und wirkte er in der mystischen Einheit mit dem Vater.

Gewissermaßen war Jesus auch "der größte Prophet aller Zeiten", da der Geist Gottes machtvoll durch ihn die "Wahrheit, Liebe und Größe Gottes" verkündete. Als größter aller Lehrpropheten ging er als Mensch beispielhaft den Pfad zum Gottesbewußtsein voraus.

Praktisch heißt das, daß er "leben und lernen" mußte, "wie jeder andere Mensch auch". Mit der Inkarnation war ihm das Bewußtsein über seine Herkunft nicht mehr gegeben. Er mußte es sich dadurch erkämpfen, daß er den Menschen in sich überwandt.

5.3. Die Entwicklungsgeschichte des inkarnierten Sohnes

Jesus Christus hatte eine harte Schule durchzumachen. Tag und Nacht wurde ihm von den dunklen Gegensatzkräften zugesetzt. Die Entwicklung des Gottessohnes und damit die Erlösung sollte um jeden Preis verhindert werden. Die Zeit vom 12. Lebensjahr an bis zu den Predigerjahren war für ihn die schwerste: "Sie brachte Mir große Qualen, größere als der Kreuzweg selbst." Den dunklen Mächten war vom Vater die Möglichkeit eingeräumt worden, seinen Sohn zu erproben, wovon sie auch ausgiebig Gebrauch machten. Durch die Anfeindungen fand Jesus oft nur wenige Stunden Schlaf. Vom Fieber geschüttelt brachte er morgens oft nur noch ein Röcheln über die Lippen. Gott-Vater stand ihm jedoch immer zur Seite und ließ seine göttliche Kraft in die geschundene Seele und den Körper strömen.

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Details

Seiten
136
Jahr
2000
ISBN (eBook)
9783640229475
ISBN (Buch)
9783640230983
Dateigröße
935 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v119649
Institution / Hochschule
Universität Wien – Institut für Religionswissenschaft
Note
befriedigend
Schlagworte
Universelles Leben Renaissance Esoterik

Autor

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Titel: Universelles Leben: Renaissance christlicher Esoterik?