Lade Inhalt...

Qualitätsmanagementsysteme. Grundlagen und Begriffe: DIN EN ISO 9000:2005

Veränderungen und Auswirkungen

von Thorsten Henn (Autor) Markus Rüb (Autor) Julia Hofmann (Autor)

Studienarbeit 2008 65 Seiten

Ingenieurwissenschaften - Wirtschaftsingenieurwesen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Normen – wirtschaftliche Erfolgsfaktoren
1.1. Was leisten Normen?
1.2. Wer gibt die DIN Normen heraus?

2. Grundlagen für Qualitätsmanagementsysteme

3. Begriffe und Anwendungsbereich der QM-Normen
3.1. Entwicklung der Qualitätsmanagementnormen
3.2. Die ISO 9000 Familie
3.3. Das Prozessmodell der ISO 9001

4. Änderungen und Auswirkungen in den Normen
4.1. DIN EN ISO 9000:2005 zur DIN EN ISO 9000:2000
4.2. DIN EN ISO 9001:2007 zur DIN EN ISO 9001:2000

5. Praxisbeispiel

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Anhang
Änderungen DIN EN ISO 9000:2005
Änderungen DIN EN ISO 9001:2007

1. Normen – wirtschaftliche Erfolgsfaktoren

1.1. Was leisten Normen?

„Normung ist die planmäßige, durch die interessierten Kreise gemeinschaftlich durchgeführte Vereinheitlichung von materiellen und immateriellen Gegenständen zum Nutzen der Allgemeinheit. Sie fördert die Rationalisierung und Qualitätsmanagement in Wirtschaft und Technik. Sie dient einer sinnvollen Ordnung und der Information auf dem jeweiligen Normungsgebiet.“[1]

Normen erbringen einen hohen betriebs- und volkswirtschaftlichen Nutzen, der für Deutschland mit rund 16 Milliarden Euro pro Jahr ermittelt wurde. Normen fördern den weltweiten Handel und dienen der Rationalisierung, der Qualitätssicherung, dem Umweltschutz sowie der Sicherheit und Verständigung. Das Wirtschaftswachstum wird durch Normen stärker beeinflusst als durch Patente und Lizenzen. Unternehmen, die sich an der Normungsarbeit beteiligen, erzielen Wettbewerbsvorteile durch ihren Wissens- und Zeitvorsprung. Sie können dadurch Forschungsrisiken und Entwicklungskosten senken.

Durch die Anwendung von Normen können die vertragsbezogenen Informationskosten deutlich reduziert werden. Normen leisten einen bedeutenden Beitrag zur Deregulierung, indem sie den Staat von technischen Detailregelungen entlasten. Durch die Verweisung auf Normen kann der Gesetzgeber zudem wesentlich flexibler auf Änderungen im Stand der Technik reagieren.[2]

1.2. Wer gibt die DIN Normen heraus?

Das DIN Deutsches Institut für Normung e.V. erarbeitet Normen und Standards als Dienstleistung für Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Das DIN ist privatwirtschaftlich organisiert mit dem rechtlichen Status eines gemeinnützigen Vereins. Der Geschäftssitz ist seit 1917 in Berlin. Die Hauptaufgabe des DIN besteht darin, gemeinsam mit den Vertretern der interessierten Kreise konsensbasierte Normen markt- und zeitgerecht zu erarbeiten. Hierfür bringen rund 26.000 Expertinnen und Experten ihr Fachwissen in die Normungsarbeit ein. Auf Grund eines Vertrages mit der Bundesrepublik Deutschland ist das DIN als die nationale Normungsorganisation in den europäischen und internationalen Normungsorganisationen anerkannt. Heute ist die Normungsarbeit des DIN zu fast 90 Prozent europäisch und international ausgerichtet.[3]

Publiziert und veröffentlicht werden die Normen im Alleinverkauf durch den Beuth-Verlag in Berlin. In regelmäßigen Abständen werden die Normen auf Aktualität geprüft. Dies hat zur Folge, dass aktualisierte, überarbeitete Versionen erscheinen. Einen Vergleich der DIN EN ISO 9000 und 9001 aus dem Jahr 2000 mit der überarbeiteten Version aus dem Jahr 2005 ist Schwerpunkt dieser Ausarbeitung.

2. Grundlagen für Qualitätsmanagementsysteme

Für jedes Unternehmen und jede Branche hat die Qualität von Produkten eine entscheidende Bedeutung bekommen. Das spiegelt sich auch in neuen Managementkonzepten wieder. Zentrale Erkenntnis dabei ist die Tatsache, dass es nicht möglich ist, Qualität in Produkte hineinzukontrollieren, sondern die Notwendigkeit eines hineinkonstruierens bzw. hineinproduzierens gegeben ist. Hierbei kommt den Beschäftigten auf allen Ebenen der Geschäftstätigkeit eine entscheidende Rolle zu. Qualitätssteigerungen bei Produkten und Produktionsverfahren müssen auch die Qualität der Arbeitsbedingungen mit einschließen. Es kann nicht nur um das kurzfristige Umsetzen von Ideen einzelner Mitarbeiter gehen. Vielmehr existiert eine Notwendigkeit, die intensive Beteiligung aller Beschäftigten in einen gemeinsamen Lernprozess zu integrieren. Letztlich sind davon die Qualität und die Absatzfähigkeit der Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens abhängig. Vor allem in den letzten Jahren haben sich Randbedingungen für ein erfolgreiches Wirtschaften in allen Branchen vom Einzelunternehmer bis zum Großkonzern nachhaltig verändert.[4]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die 8 Qualitätsmanagement-Grundsätze

Quelle: http://www.qtms.de/index_dateien/image057.jpg

Der gesteigerte Verdrängungswettbewerb stellt insbesondere an Unternehmen neue Forderungen hinsichtlich Technik, Preis, Leistung und Qualität. Wie umfangreiche Untersuchungen bewiesen haben, ist Qualität dabei gleichzeitig die schärfste Waffe im Wettbewerb, denn Qualitätsstrategien haben gegenüber anderen Strategien den Vorteil, dass die Wettbewerber sie nicht so schnell und auf die gleiche Art nachahmen können. Besonders in Krisenzeiten zeigt

sich also die Qualitäts- der Kosten- und Preisstrategie als überlegen. Der Qualitätsgedanke ist dabei nicht neu. Neu ist dagegen, dass eine Gesamtstrategie gefunden wurde, die heute als Qualitätsmanagement bezeichnet wird. Die entsprechende Aufbau- und Ablauforganisation des Betriebes mit allen Einrichtungen und Maschinen, sowie der Dokumentation aller qualitätsrelevanten Vorgänge einschließlich der Mess- und Prüfergebnisse, beschreibt das Qualitätsmanagementsystem.[5]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Die drei Ebenen eines QM-Systems

Quelle: http://www.wiehag.at/stuff/content/qmsystem.jpg

Ein zentraler Punkt in der Entwicklung des Qualitätsmanagements ist die Prozessorientierung.

Unter Prozessorientierung wird die Grundhaltung verstanden, bei der das gesamte betriebliche Handeln als Kombination von Prozessen einer Prozesskette betrachtet wird. Ziel ist die Steigerung von Qualität und Produktivität im Unternehmen durch eine ständige Verbesserung der Prozesse. Die Wünsche und Anforderungen der Kunden, sowie die Einbeziehung aller Mitarbeiter stehen bei dieser Betrachtungsweise im Fokus.

3. Begriffe und Anwendungsbereich der QM-Normen

3.1. Entwicklung der Qualitätsmanagementnormen

Eine Aufzählung aller Regelwerke auf dem Weg zu den heute weit verbreiteten und gebräuchlichen Normensystemen würde zeitlich den Rahmen dieser Ausarbeitung sprengen, dennoch sollen einige Meilensteine sowie ein zeitlicher Überblick gegeben werden:

1958 MIL-Q9858 Quality Program Requirement (USA) beinhaltet die Erstellung eines Qualitätssicherungssystems und die Anwendung statischer Verfahren zur Steuerung.

1968 ASQC Standard C1 (USA) nimmt zusätzlich das Beschaffen von Gütern und das Durchführen von Audits auf.

Im Anschluss an diese Norm forderte die NATO ein industrielles Qualitätssicherungssystem. Somit kamen die QM-Normen nach Europa.

1978 Z299 Quality Assurance Program Requirements (Kanada) ist in Ihrer Gliederung vierstufig und ist Vorbild für viele nationale Normen.

1980 SN 029100 (Schweiz) Anforderungen an Qualitätssicherungssysteme in drei Stufen.

1987 ISO 9000-9004: Die dreistufige 9000 Serie wurde geschaffen und später vom Europäischen Komitee für Normung übernommen. (Mit der Herausgabe dieser Normreihe, die in der Zwischenzeit die nationalen QM-Normen weitestgehend abgelöst haben, ist ein wesentlicher Schritt zur Harmonisierung der QM-Nachweisführung getan worden.)

1994 ISO 9000ff: Revision der Normen mit größerem Fokus auf dem Qualitätsmanagement

2000 ISO 9000ff: Große Revision der Normen zum integrierten, prozessorientierten Managementmodell.

2005 ISO 9000: Überarbeitung der der ISO 9000:2000 nach Definitionsanpassungen und Rechtschreibkorrekturen.

2007 ISO 9001+9004: Entwürfe zur Überarbeitung der Normen wurden vorgelegt, sind allerdings noch nicht in Kraft getreten.[6]

3.2. Die ISO 9000 Familie

Als Grundlage zum Aufbau eines modernen Qualitätsmanagementsystems dient die jeweils aktuelle Normenfamilie DIN EN ISO 9000. Diese ist untergliedert in die einzelnen Normen DIN EN ISO 9000, 9001, 9004 und 19011. Grundlegend überarbeitet wurden diese Normen Ende der 90er Jahre und im Dezember 2000 in ihrer Neufassung als DIN EN ISO 9000:2000-Familie in Kraft gesetzt. Seit Dezember 2005 gibt es eine neue, leicht aktualisierte Fassung der Einzelnorm ISO 9000, die als DIN EN ISO 9000:2005 gültig ist.[7]

Die Normen 9001 und 9004 sind dagegen immer noch in Ihrer Fassung aus dem Jahr 2000 gültig. Im Jahr 2007 gab es Bemühungen auch hier einige Anpassungen vorzunehmen. Zu diesen Änderungen ist es aber bis zum heutigen Tag nicht gekommen, sondern die Entwürfe 9001:2007 und 9004:2007 befinden sich immer noch in der Diskussion.

Die DIN EN ISO 19011 mit dem Titel „Leitfaden für Audits von Qualitätsmanagement und/oder Umweltmanagementsystemen“ war nicht von Beginn an der Normenfamilie zugehörig. Sie löste eine Norm zum Auditieren aus dem Jahr 1996 ab und wurde im Jahr 2002 in der Normenfamilie aufgenommen.[8] In der DIN EN ISO 9000 werden die Grundlagen und die Begriffe des Qualitätsmanagements erläutert. Die eigentlichen Forderungen an das QM-System sind Inhalt der DIN EN ISO 9001. Die DIN EN ISO 9004 stellt einen Leitfaden für die Leistungsverbesserung der Organisation bereit. Dessen Aufbau richtet sich nach den Inhalten der DIN EN ISO 9001, zielt jedoch auf ein über die Normforderungen hinausreichendes, umfassendes Qualitätsmanagement im Sinne von Total Quality Management ab.[9] Man nennt die Normen auch das „übereinstimmende Paar“, das liegt daran, dass in Ihren Strukturen prinzipiell denselben Aufbau besitzen. Die Normen ähneln sich daher inhaltlich sehr. Inhalte aus der ISO 9001 können unter derselben Überschrift auch in der ISO 9004 gefunden werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: kontinuierliche Verbesserung durch DIN EN ISO 9001

Quelle: http://www.karriereclub.net/~upload/bilderpool/small/qm.jpg

Die Normen der DIN 9000-Familie sind die weltweit am weitesten verbreiteten Normen.[10] Die Bezeichnung „DIN EN ISO“ steht für eine Übereinstimmung mit der deutschen Norm (DIN), sowie der europäischen Norm (EN) und der internationalen Norm (ISO).[11]

Aufgrund verschiedener interner und externer Faktoren unterscheidet sich das Qualitätsmanagement in Unternehmen. Faktoren sind beispielsweise die unterschiedlichen Absatzmärkte, die Vielzahl von Produkten, die Anforderungen der Kunden oder die Unternehmensgröße. Die Anforderungen an ein modernes Qualitätsmanagement-Normensystem sind daher auf die universelle Einsetzbarkeit ausgerichtet. Dies ist mit der DIN EN ISO 9000ff gelungen. Die Normreihe ist ein universelles Regelwerk und lässt sich auf jegliche Aufbau- und Ablauforganisationen von Unternehmen anwenden. Die Normreihe hat Leitfadencharakter, dessen Inhalte vor dem Hintergrund der unternehmensspezifischen Randbedingungen gespiegelt werden müssen, um die individuelle Ausprägung einzelner Umsetzungsmöglichkeiten von qualitätssichernden Maßnahmen zu bewerten und festzulegen.[12]

3.3. Das Prozessmodell der ISO 9001

Im Prozessmodell der DIN EN ISO 9001 werden vier Hauptkategorien graphisch dargestellt. Das Modell zeigt das Zusammenspiel von:

- Verantwortung der Leitung
- Management von Ressourcen
- Produktrealisierung (auch Umsetzung von Dienstleistungen)
- Messung, Analyse und Verbesserung

Zur Erreichung eines umfassenden Qualitätsmanagement-Systems sind diese Kategorien nicht isoliert, sondern wie bei der prozessorientierten Arbeitsteilung in gegenseitiger Verbindung zu sehen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Prozessmodell der DIN EN ISO 9001

Quelle:http://www.teialehrbuch.de/Kostenlose-kurse/Technologiemanagement/images/3008366.gif

Dieses Prozessmodell kann weiter untergliedert werden, wobei die Untergliederung der Nummerierung an die Inhalte und Kapitel der ISO 9001 angepasst ist:

4. Qualitätsmanagementsystem

4.1 Allgemeine Anforderungen

Langfristiger Erfolg entsteht durch gezieltes Führen und Steuern auf Grundlage eines effektiven und effizienten Managementsystems. Dies muss vor allem auf die Bedürfnisse der Kunden abgestimmt sein.

4.2 Dokumentationsanforderungen

Ein QM-System ist nach außen ein Aushängeschild und nach innen ein Kochrezept.

Die steigende Komplexität von Unternehmen zwingen zu definiertem, nachvollziehbarem und rückverfolgbarem Handeln.

5. Verantwortung der Leitung

5.1 Verpflichtung der Leitung

Ein QM-System ist Chefsache und ein Instrument der Geschäftsleitung zur effizienten Unternehmenssteuerung. Voraussetzung ist, dass die Geschäftsleitung das System aktiv betreibt und danach handelt.

5.2 Kundenforderungen

Das zentrale Ziel ist es, den Erwartungen und Wünschen des Kunden zu entsprechen. Vertrauen und Zufriedenheit muss gewonnen, bewahrt und weiter erhöht werden.

5.3 Qualitätspolitik

Die angestrebte Qualitätspolitik muss verkündet und kommuniziert werden. Sie gilt als Verpflichtung für die Geschäftsführung, so wie für jeden Mitarbeiter.

5.4 Planung

Um praktische Ziele der Qualitätspolitik umzusetzen, muss systematisch geplant werden. Die Planung dient als Orientierungsrahmen für messbare Qualitätsziele und die Erfassung der Tätigkeiten und Mittel, die benötigt werden, um die formulierten Ziele zu erreichen.

5.5 Verantwortung, Befugnis

Die Übertragung von Befugnissen und Verantwortung auf Mitarbeiter fördert in einer Kombination mit einer guten internen Kommunikation, dass sich Mitarbeiter auf allen Ebenen zum Anliegen machen.

5.6 Managementbewertung

Ein QM-System ist niemals endgültig und perfekt. Es lebt und entwickelt sich stetig weiter. Die Leitung muss ständig bewerten, ob die Qualitätspolitik und die Qualitätsziele noch den Gegebenheiten am Markt entsprechen.

6. Management von Ressourcen

6.1 Bereitstellung von Ressourcen

Kundenzufriedenheit und ein damit in Verbindung stehender Unternehmenserfolg kann nur sichergestellt werden, wenn stets qualifiziertes Personal und ausreichend materielle Ressourcen zur Verfügung stehen.

6.2 Personelle Ressourcen

Die gute Qualität eines Produktes oder einer Dienstleistung ist nur mit Mitarbeitern zu erreichen, die durch Ausbildung, Weiterbildung und Erfahrung entsprechend Ihren Aufgaben qualifiziert sind.

6.3 Infrastruktur

Genauso wichtig wie die Mitarbeiter, ist das Bereitstellen eines Arbeitsplatzes, der mit den notwendigen Einrichtungen und Betriebsmitteln ausgestattet ist. Die erforderlichen Unterstützungsprozesse gehen hin bis zum Personal- und Finanzwesen.

6.4 Arbeitsumgebung

Die Infrastruktur allein ist nicht ausreichend. Es gilt eine Umgebung zu schaffen, die positiven Einfluss und Motivation auf die Mitarbeiter ausstrahlt.

7. Produktrealisierung

7.1 Planung der Produktrealisierung

Der Kunde wird es nicht akzeptieren, wenn Zusagen bezüglich Termin, Stückzahl oder Qualität nicht eingehalten werden. Es gilt die dafür notwendigen Prozesse vorausschauend zu planen.

7.2 Kundenbezogene Prozesse

Wenn bestimmte Forderungen des Kunden nicht erfüllt werden können, weil sie nicht eindeutig festgelegt waren, kann dies sehr teuer werden. Eine effiziente Kommunikation und eine lückenlose Dokumentation hilft, Risiken wie diesen vorzubeugen.

7.3 Entwicklung

Entwicklung und Konstruktion sind die entscheidenden Kriterien für die spätere Qualität eines Produktes. Wer hier nachlässig plant, riskiert spätere Qualitätsprobleme oder hohe Folgekosten, um qualitative Zielvorgaben noch zu erfüllen.

7.4 Beschaffung

Den Preis zum Hauptkriterium bei der Beschaffung zu machen kann schwerwiegende Nebenwirkungen mit sich bringen. Eine durchdachte Bestell- und Lagerhaltungspolitik ist in der Zusammenarbeit mit Lieferanten unerlässlich.

7.5 Produktion/Dienstleistungserbringung

Es genügt nicht mit Sorgfalt und Vertrauen auf gut geschulte Mitarbeiter und hohem Technologisierungsgrad zu Fertigen. Bereits im Vorfeld gilt es dafür zu sorgen, dass qualitätsfähige Prozesse vorhanden sind.

7.6 Lenkung von Überwachung und Messmitteln

Ziel muss es sein, Fehlmessungen und damit verbundene fehlerhafte Aussagen zu vermeiden. Alle Prüfmittel, die für die Prüfung von Qualitätsmerkmalen eingesetzt werden, müssen die geforderten Genauigkeiten aufweisen.

8. Messung, Analyse und Verbesserung

8.1 Allgemeines

„Stillstand ist Rückschritt“ - Unternehmen müssen sich ständig neuen Markt- und Kundenanforderungen anpassen, dies gilt neben den Produkten und Dienstleistungen auch für die Wirksamkeit der Prozesse, als auch für die Organisation als solche.

8.2 Überwachung und Messung

Zum Identifizieren von Verbesserungspotentialen und Schwachstellen ist die Anwendung verschiedener Überwachungs- und Messmethoden unverzichtbar. Nur auf Basis von Fakten ist eine Analyse vorzubereiten, die als Grundlage zur Entscheidungsfindung dient.

8.3 Lenkung fehlerhafter Produkte

Aus Fehlern muss gelernt werden. Voraussetzung hierfür ist ein offener Umgang mit Ihnen. Fehler bieten die Chance zur Optimierung.

8.4 Datenanalyse

Unternehmerische Entscheidungen sollten nur auf Basis von Daten, Informationen und Analysen getroffen werden.

8.5 Verbesserung

Ein großes Problem bei der Fehlerbeseitigung ist das Vorgehen, das nach ihrem Auftreten an mehreren Schrauben gedreht wird und nach Beseitigung des Fehlers keine Aussage mehr darüber getroffen werden kann, woran das Problem lag. Ziel muss es sein, nicht nur Fehler zu beseitigen, sondern ebenfalls Maßnahmen zu ergreifen, Fehlerursachen vorzubeugen.[13] [14]

4. Änderungen und Auswirkungen in den Normen

In diesem Kapitel werden einige Auszüge der neuen Normen aus dem Jahre 2005 beziehungsweise 2007 denen aus dem Jahre 2000 gegenübergestellt und Änderungen und Neuerungen herausgearbeitet. Alle Änderungen in den Normen werden in Reihenfolge der einzelnen Kapitel der Norm 9000:2005-12 und 9001:2007 nach aufgezeigt und sind ausführlich im Anhang beschrieben. Alle Änderungen in der neuen DIN EN ISO 9000:2005[15] und DIN EN ISO 9001:2007[16] Version sind unterstrichen und kursiv dargestellt.

Um einen schnellen Überblick zu bekommen, werden in diesem Kapitel exemplarisch einige Veränderungen zu den neuen Versionen aufgezeigt. Zusätzlich wurde jede Änderung kategorisiert. Folgende Kategorien wurden gebildet:[17]

1. Präzisierung

(prä|zi|sie|ren = präziser, genauer ausdrücken; ich muss meine Frage, Aussage etwas präzisieren)

2. Klarstellung

(klar|stel|len [V.1, hat klargestellt; mit Akk.] etwas klarstellen

1. klären; einen Sachverhalt klarstellen
2. deutlich, unmissverständlich feststellen (sodass jeder Bescheid weiß, jeder es versteht); ich möchte ein für alle Mal klarstellen, dass…)

3. Verbesserung der Verständlichkeit

(ver|ständ|lich [Adj. ]

1. verstehbar, hörbar; verständlich reden
2. begreiflich, gut fassbar; eine verständliche Darstellung
3. einsehbar, gut verstehbar; sein Verhalten ist verständlich)

4. Erweiterung

(er|wei|tern [V.1, hat erweitert; mit Akk.] weiter, größer machen, ausdehnen; eine Öffnung erweitern; seinen Horizont, seine Kenntnisse erweitern; seinen Bekannten-, Kundenkreis erweitern)

5.
Neu hinzufügen

neu I [Adj. , -er, am neuesten] Ggs. Alt

1. erst vor kurzem hergestellt; ein neues Auto; ein neues Kleid; neue Möbel
2. noch ungebraucht; eine neue Tube aufmachen; neue Wäsche anziehen
3. noch nicht lange bestehend, erst seit kurzem vorhanden; die neuste Mode; ein neuer Staat; er ist neu in dieser Stadt; ein neu geschaffenes Gesetz ein soeben erst geschaffenes Gesetz; das neu vermählte Paar das seit kurzem verheiratete Paar II

[Adv. ]

1. anders; sich neu einkleiden
2. noch einmal, wieder (und anders); etwas neu formulieren; neu beginnen
3. seit kurzem; er ist neu hinzugekommen

(hin|zu|fü|gen [V.1, hat hinzugefügt; mit Akk.]

1. ergänzend dazutun; etwas Milch, Zucker hinzufügen
2 .ergänzend bemerken; ich möchte hinzufügen, dass …; ich habe seinen Worten nichts mehr hinzuzufügen

6. Entfernung

(ent|fer|nen [V.1, hat entfernt]

I [mit Akk.]

1. etwas entfernen, beiseite tun, weglegen, -stellen, -tun, wegnehmen, beseitigen; einen Gegenstand entfernen; einen Flecken im Kleid entfernen.
2. jmdn. Entfernen, entlassen, verdrängen, ausschließen; jmdn. aus seinem Amt entfer- nen; einen Schüler aus der Schule entfernen; jmdn. aus einer Gemeinschaft entfernen; wegbringen, (von etwas) abbringen; diese Frage entfernt uns zu weit vom Thema

II [refl.] sich entfernen.

1. weggehen; sich rasch, heimlich, eilig entfernen; er entfernt sich in seinem Roman zu weit von der Realität; sich von der Wahrheit entfernen, nicht die ganze Wahrheit sagen
2. leiser werden, in der Ferne verklingen; die Schritte entfernten sich wieder)

4.1. DIN EN ISO 9000:2005 zur DIN EN ISO 9000:2000

Der Grundgedanke des Qualitätsmanagements ist das Prinzip der ständigen Verbesserung, daher wurde im Dezember 2005 die Einzelnorm DIN EN ISO 9000:2005-12 aktualisiert. In dieser Ausgabe der Norm wurden die Grundlagen und Begriffe für Qualität und Qualitätsmanagementsysteme überarbeitet. Hauptgrund der Aktualisierung der Norm DIN EN ISO 9000:2005 ist die Harmonisierung der Begriffe mit den beiden Normen DIN EN ISO 19011-Leitfaden für Audits

von Qualitätsmanagement- und Umweltmanagementsystemen und DIN EN ISO 100012-Messmanagementsysteme-Anforderungen an Messprozesse und Messmittel.[18]

Folgende Definitionen wurden durch ergänzende Formulierungen erweitert:

- Auditor
- Auditteam
- Messmittel
- Funktionsbereich
- Metrologie

Der Begriff „Messüberwachungssystem“ wurde ersetzt durch den Betriff „Messmanagementsystem“, die Definition bleibt unverändert. Einige weitere Definitionen wurden durch den Austausch einzelner Worte oder Formulierungen korrigiert und überarbeitet. Schließlich wurden einige Anmerkungen zu den Definitionen ergänzt beziehungsweise erweitert.

Desweiteren wurden sechs neue Begriffe hinzugefügt:

- Anforderung
- Kompetenz
- Vertrag
- Auditplan
- Auditumfang
- Kompetenz (in Bezug auf Audits)

Ebenfalls wurden ein Vorwort sowie eine Anerkennungsnotiz eingefügt.

Damit man einen Einblick erhält, werden nun einige Änderungen und Neuerungen anhand von Beispielen aufgezeigt. Eine ausführliche Gegenüberstellung der verschiedenen Stände der Normen sind im Anhang zu finden.

Abschnitt 2, Absatz 2.9 – ständige Verbesserung[19]

2005

Das Ziel der ständigen Verbesserung eines Qualitätsmanagementsystems besteht darin, die Wahrscheinlichkeit zu steigern, die Zufriedenheit der Kunden und anderer interessierter Parteien zu erhöhen.

[...]


[1] vgl. Franz J. Brunner: Taschenbuch QM, S.86

[2] vgl. Anthony, Peter C.:Deutsches Institut für Normung e.V, S.3

[3] vgl. www.din.de (Stand: 03.05.2008)

[4] vgl. Jörg-Peter Brauer: DIN EN ISO 9000:2000 ff. umsetzten, Hanser Verlag, 4.Auflage, S.7

[5] vgl. www.hanser.de (Stand: 05.05.2008)

[6] vgl. Franz J. Brunner: Taschenbuch QM, S.87

[7] Europäische Norm: Qualitätsmanagementsysteme – Grundlagen und Begriffe (ISO 9000:2005)

[8] Europäische Norm: Leitfaden für Audits von Qualitätsmanagement und/oder Umweltmanagementsystemen (ISO 19011)

[9] vgl. www.hanser.de (Stand 11.04.2008)

[10] vgl. www.dqs.de (Stand 17.04.2008)

[11] vgl. Kamiske G. F, Umbreit G.: Qualitätsmanagement, S.15

[12] vgl. Franz J. Brunner: Taschenbuch QM, S.88

[13] vlg. Europäische Norm: Qualitätsmanagementsysteme – Anforderungen (ISO 9001:2000)

[14] vgl. Qualitätsmanagement für kleine und mittlere Unternehmen – Bayerisches Wirtschaftsministerium – S. 14-38 – Bartels&Wernitz München 2001

[15] vgl. Europäische Norm: Qualitätsmanagementsysteme – Grundlagen und Begriffe (ISO 9000:2005)

[16] vgl. Europäische Norm: Qualitätsmanagementsysteme – Anforderungen (ISO 9001:2007)

[17] vgl. www.wissen.de, Bertelsmann Wörterbuch (Stand 07.05.2008)

[18] vgl. Jörg-Peter Brauer: DIN EN ISO 9000:2000 ff. umsetzten, S.17

[19] vgl. Europäische Norm: Qualitätsmanagementsysteme – Grundlagen und Begriffe (ISO 9000:2005), S.16

Details

Seiten
65
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640232147
ISBN (Buch)
9783640232260
Dateigröße
1.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v119502
Institution / Hochschule
Hochschule Pforzheim
Note
1,3
Schlagworte
Qualitätsmanagement

Autoren

Teilen

Zurück

Titel: Qualitätsmanagementsysteme. Grundlagen und Begriffe: DIN EN ISO 9000:2005