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Auf den Weg nach Europa

Fachbuch 2009 600 Seiten

Geschichte - Sonstiges

Leseprobe

Vorwort

Natürlich ist das keine objektiv-wissen­schaftliche Basis ― für ein okkultistisch-rassistisches Buch der bön-buddhistischen Kalmücken, die im Dienst der SS kämpften. Die Grenzlinie zwischen wissenschaftlich und nichtwissenschaftlich orientierter Literatur lässt sich hinsichtlich des Themas sehr viel weniger noch als gemeinhin bei historischen Themen bestimmen. Der europäische Krieg ― beide Weltkriege ― die Herrschaft Stalins und Hitlers waren keine Zufälle der Geschichte und können nicht mit wissenschaftlichen Methoden erfasst werden. Initiator für diese Arbeit ist Kenchi, Physiker aus Harvard (University Cambridge, Massachusetts, USA) und Offizier einer letzten versprengten Einheit von »National Volunteer Defensive Army Tibets« (die es offiziell natürlich nicht gibt), ohne ihn wäre »dieses Buch« nicht zustande gekommen. Ich danke seinen Gegenspielern, han-chinesischen Freunden für die Erörterung des »Dáo-Zeichens« ― Auf den Weg ― das das Thema des vorliegenden Buches gut umschreibt.

Herzlich danke ich den Mitstreitern von Swami Vivekananda aus der Ramakrishna-Mission in Kalkutta (Kalkota), Sri Aurobindo (Aurobindo Ghose) für Elemente der »Integralen Theorie«, Pondichéry (der ehem. Franz. Enklave) und Mitgliedern der Theosophical Society Adyar Madras (heute Chennai) und dem Sozial-Anthropologen, Prof. Chr. von Fürer-Haimendorf (1909-1995; Cambridge/Uni Hydarabad, der über indigene Völker arbeitete), für unermüdliche Hilfestellung in eine mir unbekannte Weltsicht, über Indienfahrer im vorletzten Jahrhundert. In diesem Zusammenhang möchte ich auch die Britische und in Hongkong ordinierte, charismatische Buddhistin Jetsunma Tenzin Palmo erwähnen, die mich auf die Spur brachte. In der Klosterbibliothek Tsarang (Königreich Lo/NW-Nepal) verbrachte ich mit Schriften der Sakyapa-Auslegungen ― und den Kopien im »NGMPP« ― Nepalese-German Manuskripte Cataloguing Projecting Nationalarchiv. Ich danke den Lamas der Bibliothek und dem ehrenwerten Pemba Gyalten sowie S. H. dem buddhistischen Oberhaupt, für unermüdliche Hilfestellung. In der Staats-Bibliothek Berlin, Ostasien-Abteilung, verbrachte ich ebenfalls zig Stunden mit der Nachbereitung über wahren »Schätzen« und »Reisen« nach Shambhala und über dem Mikrofiche-Material von NGMPP. Ich danke den Mitarbeiter der STABI Berlin für ihre unbürokratische Hilfsbereitschaft ― Zahlreiche Bibliothekare in den Archiven Berlin, Koblenz, Kathmandu, Potsdam (Militärgeschichtliches Forschungsamt, MGFA) und Strasbourg unterstützten und halfen mir aufopfernd, auch falsch eingeordnete Dokumente zu finden. Ich habe Literatur von Robert Faurisson und anderen Schriftsteller aus der Französischen Nationalbibliothek Strasbourg verwendet, die in Deutschland nach § 130 (2 und 3) StGB, nach entsprechenden strafrechtlichen Bestimmungen verboten sind. Ich finde, dass die Gedanken Faurrisson und seine Thesen in Deutschland bekannt und erhalten bleiben sollten. In dem Buch vertrete ich kein Wiederbeleben faschistischen Denkens, diese Schrift dient der Aufklärung über bön-buddhistische Gewaltbereitschaft im Faschismus. Meine Ausführungen erheben, trotz des digitalen Zugangs zum weltweit größten historischen Video Archiv über CediS der Frei­en Universität Berlin in das Archiv der Shoah-Foundation Institu­te der Universität Süd Kalifornien (USC), keineswegs den An­spruch einer un­widerlegbaren Gül­tigkeit, die gibt es nicht. Die Schattenzonen innerhalb des primären Materials, über die Shoah, sind undurchdringlich, die unsäglichen Schicksale nehmen großen Raum ein.

Dankbar bin ich für die Unterstützung des Staatsanwaltes K. Schrimm und dem Strafrechtler Prof. F. Rüter (Uni Amsterdam), von der Ludwigsburger »Zentralstelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen«. Ebenso danke ich der Unterstützung von Frau Anne Löper, Museum der Stadt Warburg und mit den Freunden in meinem Heimatort Meisenheim/Glan und in der ehemaligen Synagoge Odenbach/Pfalz (Vorsitzende Ursula Woehl und der Münchner Malerin Tatjana Utz). Prof. Volker Zotz, Landau, ehemaliger Lehrstuhlinhaber für Philosophie in Luxemburg, danke ich für unschätzbare Hinweise im Buddhismus während der NS-Zeit. Rolf Beumelburg in Auckland (New Zealand) und Richard Ochs (Historischer Verein Traben-Trarbach/Mosel) danke ich für die mehr-stündigen Gespräche über das Leben Werner Beumelburgs. Herr Ochs gab mir für das Kapitel Beumelburg wichtige Hinweise auf den Nachlass in Koblenz. Den »Alten Herren« der Europa-Burschenschaft Arminia Zürich zu Heidelberg (EBA) Herrn Gerd Zikeli, Burschenschaft im Klingenteich, der »vergessenen Ortsgruppe der NSDAP«, begegnete ich 2005, ihm danke ich für Hintergrund-Infos über Geldgeschäfte im NS-Staat. Er wies mich u.a. zu dem in der Schweiz lebenden Recherchierjournalisten Shraga Elam aus Haifa, zum Bankhaus Genoud, zu den »Freimaurer Memphis-Misraim-Ritus«, deren Fraktionen verschiedene europäische Dienste auch heute noch fördern (Neo-Nazis und Thule-Netzwerk in Deutschland; Nouvelle Droite in Frankreich), zu Ritterorden und zu Vereinigungssekten sowie dem Moslem-Bruderschaften-Network. Schließlich machte Zikeli mich auf die van Harten-Affäre aufmerksam. Ich danke denjenigen, die nicht mehr unter uns sind, mit denen ich ebenfalls Gespräche führte: Dem Publizisten und Staatswissenschaftler Werner Beumelburg (1899-1963) aus Traben-Trarbach/Mosel, der Alt-Islandwissenschaftlerin Prof. Anne (Harder) Heinrichs, Humboldt Universität Berlin (1913-2007), dem Anthroposophen/Physiker Prof. Bodo-Hamprecht, Freie Universität Berlin (1940-2005), dem Bön-Buddhisten, Orientalisten unter Les Polaires, SS-Oberführer/Prof. Marquès-Rivière, Polgasduwa, Island Hermitage, Dodaduwa 80250 Sri Lanka (1963-2000), dem Physiker und Wasserstoffbomben-Bauer, Prof. Edward Teller (1908-2003). Letzteren lernte ich zum Beginn meines kern-chemischen Studiums in der Kernforschungsanlage Jülich 1967 kennen. Der Sinnfindung des chinesischen Zeichens danke ich Ulricke Wilmes-Schmitz, China Companion Bonn. Die Auswertung »Zen-Brain-Reflection«, meiner Elektroenzephalogramm-(EEG)-Messungen geschah mit Unterstützung, Prof. James H. Austin, Universität Adelaide, Australien. Uwe Groebel, Hörgeräte-Akustikmeister in Ludwigsburg danke ich für die Überprüfung der gemessenen Frequenzen: »Singender Sande« in den Dünen von Paryang (Tsangpo/Tibet). Peter Köhler, Landeskriminalamt Berlin (Wissenschaftlicher-Technischer Dienst), danke ich für das Erstellen der Konkordanzdatei, der Liste von Wörtern, die in dem Index eingeschlossen wurden. Walter Conrad in Lippstadt gab mir manche Nüsse zu knacken. Ganz außerordentlich danke ich August Heim, für die aufwendige Lektorierarbeit des vorliegenden »erzählendes Sachbuches mit autobiographischen Zügen«. Viele Sätze wurden unter seiner Hand vollständig, lesbar und verständlich.

Ich danke meiner Walking-Partnerin Charlotte Schwalm-Dittfurt aus Heidelberg, der ich in zig-Runden um den Berliner-Schlachtensee von dem Stand in meinem Buchprojekt berichtete und in ihr eine geduldige Zuhörerin fand. Mit großem Vergnügen danke ich meinen WG-Mitbewohnern. Sie ertrugen alle meine »ewigen und immer wieder vorgetragenen« Zwischenberichte nicht nur mit Humor, sondern versahen sie auch mit konstruktiven Kommentaren. Dank gilt ebenso meinen beiden Töchtern Vera Marie und Sophie Catherine. Meiner Frau Marlene gilt mein besonderer Dank, nicht nur weil sie mir Texte und Kommentare über die »Russische Befreiungsarmee, General Vlasov« zugänglich, sondern mir Mut zur Weiterarbeit nach frustigem Bibliotheksbesuch machte und meine Studien in den vergangenen Jahren nicht nur verkraftete, sondern mir Ansporn zur Weiterarbeit an diesem »ariosophischen*)[1] Pamphlet« gab, das zunächst von den meisten Verlagen abgelehnt wurde. So hoffe ich denn, dass das Buch im GRIN-Verlag für eine Weile das bleibt, als was es bisher Anerkennung gefunden hat: Ein Versuch der Aufklärung jenseits gängiger Klischees.

Berlin, Meisenheim/Glan, Mai 2009 Peter H. Kemp Einleitung

Unkenntnis und Missverständnisse prägen das wechselseitige Bild von China und dem Abendland. Auch als der Austausch von Ideen und Luxusartikeln – Seide ― spürbar zunahm, blieb das Wissen voneinander gering. Ich möchte daher Ihre Aufmerksamkeit über »Auf den Weg« in diesen Teil der Welt lenken, der für unsere Art von Leben nahezu ideal ist: Nicht zu kalt oder zu warm, mit lichtdurchfluteten Augenblicken, mit herrlichen heißen und kalten Quellen. Ein Stückchen Erde am Tsangpo, dem späteren Brahmaputra, in unmittelbarer Nähe zum kostbarsten Juwel, dem hl. Kailash – als Zentrum dieses gemächlich rotierenden, grün-blauen, goldenen Prachtstücks eines Planeten. Wir können das als die irdische Verkörperung des mythischen Berges Meru und damit Zentrum des kosmischen und irdischen Mandela auffassen. Satellittenaufnahmen des Tarim-Beckens mit der Taklamakan-Wüste und Gobi zeigen Kälte-und Hitze-Zonen in unendlicher Ausdehnung, der mit Sand die Hauptstadt Beijing mit dem »Sandflow« beglückt. Kalkuttas Slums, Hunger und quälendes Elend wühlen uns auf. Wenn wir Vergleiche mit anderen Planeten und Universen anstellen, können wir feststellen, dass wirkliche und geistige Landschaften paradiesisch sind – denn einen anderen Planeten kennen wir nicht. Wir nehmen wohl an, dass es in den Multiversen auch lebensfreundliche Planeten gibt. Sicher, dieser Fall ist nicht unwahrscheinlich, dass ein Raumschiff mit in Kälteschlaf versetzte Raumfahrer, durch Zufall einen lebensfreundlichen Planeten antreffen werden. Wir haben Hunderte von Millionen Jahre geschlafen, sind langsam aufgewacht und fangen an nach und nach unsere Welt zu begreifen – was uns erstaunen lässt. Wir haben die Möglichkeit, zu verstehen - zu sehen, bevor wir unsere Augen schließen.

Ich denke bei mir: Wunderbar, wo Soldaten und Offiziere am Feuer so liebenswürdig sein können, diametral entgegengesetzt zu ihrem Verhalten in Kampfeinsätzen! Ich »sehe« vor meinen Augen Kenchi, wie er im Herbst 1985 völlig gleichmütig über mörderische Überfälle der letzten versprengten Einheiten des tibetischen Widerstandes ― auf chinesische Konvois im Hochplateau Chang-Tang sinnierte.

Zusammen mit Kshatriya*-Soldaten und einem ihrer Offiziere[2] räkeln wir uns am Feuer, schlürfen Bödscha, quatschen über weltpolitische Zusammenhänge, über die Kampfmoral der NVDA im tibetischen Hochland, an der Grenze Indiens zu Ost-Pakistan[3] sowie den Kämpfen in der kargen Kalmücken-Steppe Russlands: Wo Kalmücken zusammen mit der Wehrmacht und Schwarzen Orden zusammen kämpften. Die deutsche Wehrmacht setzte gegen die Sowjetunion Söldner ein, vor allem Osteuropäer. Wie Sie vielleicht wissen, geschah das zufolge der extrem hohen Verluste. Es stellt eine der dramatischsten und gleichwohl unbekanntesten Episoden dar, was häufig aus Unwissenheit übersehen oder gar mit Absicht in den Archiven verfälscht wird. Zu den Freiwilligenverbänden gehörten u.a. Balten*, Weißrussen*, Ukrainer*, Kaukasier – Kosaken*, Russen* und Albaner*. Es gab die Russische Befreiungs-Armee (ROA) bestehend aus Bön-Buddhistischen Kalmücken und die Russische Volks-Befreiungs-Armee (RONA). Zum Zeitpunkt der Gründung der ROA hatte sie eine Truppenstärke von 50.000, am Ende des Zweiten Weltkriegs über 320.000 Mann. Dabei sind dem übergelaufenen sowjetischen General Wlassow (1901-1946), weitere sowjetische Generäle und dem deutschen Generalleutnant von Helmuth von Pankwitz mehrere nationale Formationen unterstellt gewesen. Die ROA-Bewegung war erfolgreich im Kampf, krankte aber an tragischer Schizophrenie, nämlich an der Unvereinbarkeit ihrer nicht-nazistischen Bestrebungen und der Tatsache des Quislings mit dem NS-System.

Kenchi spricht für mich über Bön-Buddhistische Kalmücken-Einsätzen, als handelte es sich um ein nächstes Boccia-Strandtunier. Von Kenchi erfuhr ich nähere Einzelheiten von dem Einsatz in der Sowjetunion. Lange vor ihrem Einsatz (1925) hatte der Reichsführer SS Heinrich Himmler den Einsatz von »Kshatriya*« mit den Worten gefordert: »Kshatriya, das müssen wir sein, das ist die Rettung«.[4] So vermutete Himmler im Himalaya Hilfe für das »Ahnenerbe« zu finden, denn er war überzeugt, in den Bön-Buddhistischen »Kshatriya« beste Soldaten vorzufinden und dass sie den Ursprung der »Arier«* (Arya) darstellten. Die Begegnung zwischen Wissenschaft und Esoterik hat maßgeblichen Einfluss auf begründete Ariosophie bzw. Nationalsozialismus. In übertragener Bedeutung fand ein »Eranos«[5] – ein geistiges Fest statt, zu dem die Eingeladenen Eigenes mitbrachten – eine Rede, eine Erkenntnis, ein Lied, Kriegs-Philosophie (Kschatrija) und Techné, Begegnung zwischen Wissenschaft Asiens und Esoterik des Westens – auf die sich okkult-esoterische Wurzeln des Dritten Reiches aufbauten, die bewusst esoterisch nach außen gerichtet blieben - um die Welt zu täuschen.

1939 schickte Himmler die Schäfer-Expedition nach Tibet, um nach Kshatriya zu suchen, deren Kampfmoral bereits dem »Schwarzen Orden« »Grausamkeit als Tugend« mit auf den Weg gegeben hatte. Kenchi vergleicht die Situation 1985 im Fernen Osten mit der von 1945, denn für ihn und seine Mitkämpfer stellte sich die unterlegene Situation ähnlich katastrophal dar wie einst für die Kalmücken. Er beschreibt mir die Chancenlosigkeit der Bön-buddhistischen Soldaten gegenüber dem zahlenmäßig weit überlegenen Han-Chinesischen Verbänden. Kenchi ergänzt noch, dass Kshatriya auch mehr Spielführer als Figuren sind. Kenchi hatte offensichtlich die Vorstellung, lieber 1000 Truppen als einen Zollbreit Boden zu verlieren. Das scheint in seinem Herzen wie im tibetanischen und chinesischen Volk tief eingewurzelt zu sein, wie mir ein chinesischer Grenzsoldat anvertraute. Seine extrem traditionalistische, kriegerisch Haltung, die, wenn auch in politisch unterschiedlich akzentuierter und modifizierter Form dem Konzept der VR China bezüglich der Frage der Wiedervereinigung Chinas zu Grunde liegt. Trotzdem: Seit den 70er und 80er Jahren befinden sich die Beziehungen über die Taiwan-Straße auf einer zwischenstaatlichen Win-Win*―Verhandlungs-Ebene [ ], das mag das Spannungspotential in den tibetanisch-chinesisch–chinesischen Beziehungen verdeutlichen. China verweigert den Tibetern jegliche Autonomie, es heizt damit den Widerstand gegen China an. Das kann sich aus einer peripheren Region des Riesenreiches – aber im Zentrum der Welt heraus - zu einer militärischen Eskalation, u.U. mit unabsehbaren internationalen Folgen entladen.

Kenchi spricht von dem »Verrat der CIA« in den 70er Jahren an Tibet und von der Hinwendung der USA nach Beijing im »Shanghai-er Kommuniqué«* - denn der heimliche Wettstreit um das 1950 im Hochplateau Chang-Tang entdeckte Uran und die seltenen Elemente im Periodensystem verursacht im Machtpoker zwischen der USA und VR China stets neue Wendungen und überraschende Änderungen.[6]

Sie fragen sich vielleicht, wer Kenchi ist? Er stammt aus einem tibetanischen Weiler in der Provinz Amdo, Ost-Tibet, er war CIA-Stipendiat, Harvard-Absolvent (Physiker) und ist inzwischen hochrangiger Offizier der NVDA in einem Khampa-Magar* Mustang/Nepal unweit der Hauptstadt Lo Manthang. Kenchi wurde in der Republik China (Taiwan) von »National-Revolutionären«* ausgebildet. Und natürlich bin ich interessiert, etwas über den Konflikt zwischen VR China und der national-(revolutionären) Republik China zu hören, in dem ein Großteil der Kshatriya-Soldaten ausgebildet wird und für mich seit dem Ausspruch Himmlers doppelt interessant.

Im darauf folgenden Jahr (1986) reiste ich als Tourist wieder zu ihnen nach Mustang. Auch lernte ich über Kenchi weitere Kshatriya-Kämpfer kennen, denen ich über den Korela La nach Zhongba am Tsangpo in Süd-Tibet auf einem Amdo-Kyang-Pferdchen folgte und mit denen ich weiter bis zum Berg Kailash auf einem LKW fuhr. Ich reiste als Rucksacktourist.[7] Diese Reise mit Kenchi war neben meiner Sahara-Erfahrung eine der extremsten Touren in meinem Leben: Sie bedeutete Brüche mit dem »grauen Alltag«, mit unserer europäischen Vorstellung, wie Zusammenleben funktioniert. So erfuhr ich unbekannte Dinge über Tibet-China-China (Republik China, Taiwan). Was den Bön-Buddhismus in Tibet betrifft, wird aus Unwissenheit oder mit Absicht übersehen, dass bei aller »Farbigkeit und allem schönen Traditionalismus« die »sehr starken feudalen Elementen, die hinter dem freundlichen Lächeln des Dalai Lama« stecken - die wirkliche Geschichte verschwindet, denn die verlief keineswegs so friedfertig und einheitsselig, wie westliche Buddhisten-Freunde sich das in Berlin oder Paris vorstellen. Ganz im Gegenteil, die Kshatriya-Geschichte war und ist eine endlose Abfolge brutaler Kämpfe unter den Stämmen im Fernen Osten, von Grabenkämpfen zwischen Sekten, die einander buchstäblich bis aufs Messer verfeindet sind, von Palastrevolten und Thronintrigen, und sie ist vor allem die Geschichte ausgebeuteter und unterdrückter Völker. Die Han-Chinesen konnten diese Kämpfe auf Kosten »einer gewissen Modernität« bis zu einem gewissen Maß befrieden. Der Vorwurf des Dalai Lama, in Tibet gebe es einen »kulturellen Genozid« ist m. E. sachlich falsch: S.H. ist trotz außerordentlicher Seriosität, kein Diplomat als Führer der Tibeter. Er sollte als Religionsführer in Tibet sein und mit einem »Formelkompromiss allen tibetanischen Buddhisten« gegenüber China dienen.

Kenchi macht mich auf die Situation in Indien aufmerksam. Nicht nur seit den schweren Unruhen der Jahre 1992 (Ayodya) und 2002 (Gujarat) wird der militante Hindu-Nationalismus von Beobachtern mit dem Begriff »Faschismus« belegt.[8] Seien sie ehrlich, ihnen ist eine Verbindung zwischen Asien und Deutschland in dieser Form nicht geläufig. Natürlich birgt jede Definition gemeinsamer Merkmale gewisse Gefahren, da es zwischen einzelnen faschistischen Bewegungen eine entfernte Verwandtschaft gibt. Ihnen dürfte auch weitgehend in Vergessenheit geraten sein, dass bereits vor 1939 die Faschismustheorie sowie Antisemitismus und Hitlers Parole vom Kampf gegen plutokratischen Bolschewismus und der dem »Hitlerismus« verwandte »Stalinismus«, in Asien und Europa wenig Resonanz fand – bei überzeugten Antifaschisten wie Faschisten. Die deutsche Führung fand Anschluss in England, Frankreich, Asien, der arabischen Welt und zu nichtrussischen Völkern der Sowjetunion. Wie kürzlich in der Tagespresse zu lesen war, pflegte die SS mit mehreren politischen Führern nicht-russischer Völker des Kaukasus und der arabischen Welt Kontakte. Sie stellte die bosnisch-muslimische SS-Division »Handschar« auf, die sie vom Großmufti von Jerusalem Armin al-Hussein ― der in den Irak geflohen war und als Führer der pro-deutschen irakischen Regierung vorstand, segnen ließ. Faschistische Ustascha-Verbände mit der Eliteeinheit Crna Legija, dem Kroatischen Innenministerium unterstellt, handelten im Sinne eines abhängigen Staates Kroatien;[9] kroatische Einheiten wurden direkt dem deutschem militärischen Kommando unterstellt. In Osteuropa und Mittelasien erfolgte die Unterstützung Hitler-Deutschland durch Bön-buddhistische, mongolische Oirate sowie durch Hindu–Nationalisten. Die Indian National Army Soldiers (INA) wurden auf den charismatischen »Netaji« Subhas Chantra Bose (1897-1945), der auch »König von Bengalen« genannt wurde, und auf Adolf Hitler vereidigt.

Kenchi interessiert sich für die Situation in Deutschland. Ich berichte ihm, dass Heinrich Himmler und der Philosoph Arnold Gehlen, rassische Vorbilder in »tibetischen Arya, das sind der/die Edle(n) aus Adyar«, sahen. Ihre Weltfluchten gestatteten, auf Denkmuster zurückzugreifen, die seit Jahrhunderten im Bön-Buddhismus, Tibet, China zu Hause sind, aber auch in Afghanistan, Indien, Nepal, Bhutan, Thailand, Mongolei, Russland(!) sowie im rechts-gerichteten Japan. Himmler und Gehlen gingen davon aus, dass die Lamas aus dem »Reich der Mitte« um ihren schöpferischen Reichtum wussten und dass es sich um Persönlichkeiten handelte, die auch Buddha vertreten konnten. Im Vergleich mit heute kommt mir das so vor wie die widersprüchlichen Veröffentlichungen der US-Geheimdienste über das iranische Atomwaffenprogramm. Sensationell deutlich grenzt man sich darin von der zentralen Behauptung der US-Amerikanischen Regierung ab. Jedwedes Schönreden des Berichtes von Seiten der Entscheidungsträger kann die Blamage Amerikas nicht verdecken. Im November 2008 kam der »National Intelligence Councel« (NIC) zu einem deutlichen Ergebnis: Die USA werden an politischer und wirtschaftlicher Macht verlieren. Dem fügt der Chemiker und Ökonom Meadows[10] hinzu, dass die Welt aus den Fugen gerät – und es noch schlimmer wird.[11] Im Jahr 2025 werde die Welt eine andere, eine multipolare sein, in der es mehr Konflikte geben werde. Der US-Dollar verliere seine Rolle als stärkste Währung der Welt. Die Verwerfungen der weltweiten Finanzkrise können die wirtschaftlichen Ver-schiebungen beschleunigen. Wahrscheinlich wird eine Dreierkonstellation aus Dollar, Euro und Yuan bestehen. Das Problem damit sei, dass die USA ihr Wirtschafts-Wachstum über die Auslandsverschuldung finanziert. US-Amerikaner werden lernen, nicht mehr über ihre Verhältnisse zu leben.

Ganz sicher bin ich mir mit Kenchi: Was sich im Fernen Osten aufbaut, wurde im Westen schlichtweg unterschätzt und kleingeredet. Sicher gab es Ausnahmen, wie etwa der Anthropososoph Rudolf Steiner, der Anfang des 20. Jahrhunderts vor dem Bön-tibetanischen Buddhismus warnte: Der völkische Rassist Guido von List sah 1908 in Steiner allerdings einen »jüdischen Propheten mit einer buddhistischen Sklavenlehre«, die den «Kampfgeist der arischen Rasse zerstöre«. Durch solche Beurteilung wurde Steiner in Misskredit gebracht. Leute aus altem Adel, die beiden Ludendorffs, weitere rechtskonservative National-Revolutionäre zogen ebenfalls in den 20er Jahre gegen die Weltverschwörung, katholische Kirche, Judentum und tibetanischen Buddhismus zu Felde. Ihnen wurde mehr Beachtung geschenkt – aber schließlich doch nicht gefolgt.

Mit voller Überzeugung konzediert der englische Historiker Nicholas Goodrick-Clarke in sei­ner Studie zu den Ariosophen und der dahinter stehenden Lehre des Bön-Buddhismus (Krieger-Lehre, Gita): Dass wie bei der Büchse der Pandora ein Schwall unheilvoller, äußerst gefährlicher, irra­tionaler Ideen die Welt über­schwemmt und eventuell auch andere Völker in der Welt infiziert hätte. Abgese­hen da­von, dass das Vorhanden­sein von irrationalen Vor­stellungen im Nationalsozialismus kein Beweis für okkulte Füh­rung durch Dritte ist, müssen wir diese Aussage wegen fehlender Dokumente nicht einfach so stehen lassen. Gegen die Weltverschwörungs-Theorie erhoben sich verschiedene Persönlichkeiten. Albert Grünwedel[12], der das Kalacakra-Tantra 1924 übersetzte und kommentierte, warnte vor dem abstrusen und grausamen Kult, der sich anschickte, in die Waffen-SS einzudringen und dort zur Grundlage der größten Barbarei wurde.[13] In letzter Instanz dienten als Charakteristik für deutsche Härte und Haltung nämlich Wille zur Macht sowie die Faszination in Beton (Westwall, Autobahn), der radikalste Zivilisationsbruch einer hoch entwickelten Gesellschaft, die auf völkisch-messianischem Irrwahn baute. Daraus entstanden technisierte Unmenschlich­keit, ethnisch religiöse und politische Unterdrückung, Vertreibung, Vernichtung und Genozid als integraler Bestandteil der europäischen »Modernisierung«.[14] Dass sich Heinrich Himmler zur Bhagavad-Gita hingezogen fühlte, geht aus der Orgie von Blut, Brutalität und der Barbarei der SS in den KZ hervor. Lehrinhalte aus der Bhagavadgita scheinen geradezu prädestiniert für das metaphysische Selbstverständnis der SS gewesen zu sein. Die Lehrinhalte stellen nach den »Krieg als Selbstzweck« dar, Krieg und Massenmord erscheinen als selbst gewählte Schuld.

Die auf Esoterik-beruhende Machtziele wurden zu Triebfedern hinter gestalteten, ge­schichtlichen Ereignissen des 19. Jahrhunderts mit Folgen bis heute. Diese Machenschaften standen hinter dem Experiment aufgebauten preußischen und Weimarer Reiches, ebenso wie hinter dem späteren, nicht zuletzt mit vatikanischer Hilfe beendeten sozialinovativen, kommunis­tischen Experiment staatskapitalistischer Ausbeutung im abgeschotteten Sowjetimperalismus. Der Sozio­loge Ralf Dahrendorf formulierte zutreffend, dass der Nationalsozialismus nicht 1918 begann, son­dern als geistige Bewegung einer ganzen Reihe von idealisierenden Bestrebungen, Wünschen und Träu­mereien viel früher als »cold Projects« zu­sammenzufassen ist,[15] das Bronder[16] noch weiter ausbaute: Die den Natio­nalismus vorbereitenden Ideen kamen keinesfalls aus den Gehirnen Hitlers, Goebbels, Rosenberg, Dr. Feder und anderen Zeitgenossen, sondern entstammte einer Hand voll Historikern und Theosophen des 19. & 20. Jahrhunderts,[17] denn natio­nalsozialistische Entscheidungsträger haben ariosophische Gedanken abgeleitet, zu­sammengefasst und wiederholt, was vorher gedacht und geschrieben wurde; und das war zum Teil tiefergreifend, als ihre Nachfolger es je vermochten umzusetzen.[18] Die vorbereitenden Ide­en entwachsen vielfältigen und heute fast nicht oder nur mehr schwer auslotbaren kulturhistorischen Böden.

Dieses ist natürlich für Kenchi zu viel, aber es geht weiter durch Anleihen bei den großen deutschen Dichtern durch das NS-System. Neben Goethe, Schiller und Hölderlin war es vor allem Kleist, auf den die Nationalsozialisten ihr vereinnahmendes Auge richteten. Ich betone Kenchi gegenüber »Kleist« - damit sage ich nicht zu viel, dass er zum Klassiker des nationalsozialistischen Deutschland werden konnte. Das NS-Regime machte aus der »Hermannsschlacht« ein Symbol der wiedergewonnenen Volksgemeinschaft. Das Schauspiel ist das Drama des Triumphes völkischer Gefühls-Sicherheit. In Kleist lebt und wirkt die naturhafte »Deutschheit«, die einem Feind der Volksgemeinschaft ohne Sentimentalität entgegen steht. Im Verborgenen wird so die Bhagavadgita studiert und mit ariosophische Leitlinien zusammen gebracht. Das schuf verschrobene okkultistische Vorstellungen und unglaublich verquaste Hirngespins­te sowie mör­derische Ideen. Welche Verbindungen es zur deutschen Macht gab – das waren auch für Kenchi bekannte Orientalisten, Sozialpädagogen und Tibetologen, Indologen, Sanskrit-Spezialisten (Bernbaum, Deussen, Grünwedel, Marquès-Riviere, Roerich u.a.). Über Verbindungen Karl Haushofers[19] zu Hitler, sowie über den Weg nach Shambhala ins Zentrum der Welt – sind sich viele Fachleute nicht einig. Außerdem konnte ich wie viele anderen - diesen Verbindungen nicht nachgehen, denn US-Amerikaner haben unmittelbar nach Ende des 2. Weltkrieges Tagebücher und Aufzeichnungen von Karl und Albrecht Haushofer beschlagnahmt und bis jetzt nicht freigegeben.[20]

Vielleicht sollte auch verhindert werden, die wahren Gründe hinter dem Lebensraum-Gedanken zu verstehen (Friedrich Ratzel, Hans Grimm, Karl Haushofer) und den Bestrebungen nach außerordentlichen Kräften nachzuspüren. Trotz naturwissenschaftlichem Studium ist das für Kenchi äußerst unverständlich und er formuliert sein Erstaunen mit einprägsamen Worten, die ich nicht wiedergebe (Schmidt, Rudolf Heß – Botengang eines Toren? Der Flug nach Großbritannien vom 10. Mai 1941). Ich erzähle Kenchi, dass unsere Mythen die Geschichtsinterprätation prägen und letztlich die Politik bis heute beeinflussen.[21] Lévi-Strauss provozierte uns mit der Vorstellung, der Mensch sei eine Maschine mit Milliarden Nervenzellen unter dem Termitenhügel des Schädels. So ist es interessant, dass in Europa die Briten sich die Hauptrolle bei dem Sieg über Hitler-Deutschland zuschreiben, weil sie allen Invasions-Drohungen widerstanden, die deutsche Luftwaffe ausschalteten und sich mannhafter erwiesen als die Franzosen. Und es herrscht anscheinend die Grundannahme vor, dass der Rest der Welt, damit ist der Ferne Osten gemeint, seine moralischen Schulden bei Großbritannien noch nicht bezahlt hat. Deutsche Fußball Vereine werden immer noch von den Insel-Fans mit dem Dambusters Marsch begrüßt.[22] Engländer und Amerikaner sprechen über Bombenangriffe auf die Städte in Deutschland, Italien und Japan, als von »chirurgischen Bombardierungen« und »Kollateralschäden«, selbst beim Abwurf der A-Bombe. Natürlich ist bei allen Armeen, die am Zweiten Weltkrieg kämpften, nicht die Rede von den zahlreichen Granat-Schüssen und von den getöteten Zivilisten, die offensichtlich auf der Flucht waren (was auch aus Bombern und Jagd-Flugzeugen erkannt wurde). So werden auch die Massenvergewaltigungen von Mädchen und Frauen durch Soldaten der Wehrmacht in der Sowjetunion und deren Verbündete, verschleiert. Die Vergewaltigungen durch Sowjetische Soldaten in Berlin ebenso. Ich spreche nicht von mit veralteten Waffen ausgerüsteten Marokkaner und Schwarzafrikaner in Italien, die in den französischen Regimentern kämpften und nach der Kapitulation ihr Unwesen trieben.

Ich versuche deutlich zu machen, dass ich kein »UFO« oder »Nur-Flügler«―Befürworter bin, sondern auf die mythologischen Flugobjekte als eigentliches Problemthema mit dieser spezifischen Ausprägung eingehe. Meinem Erachten nach wäre die Welt besser dran gewesen, wenn mit der 1947er Arnold-Sichtung nicht mit »Flying Saucers« sondern mit UFO gestempelt worden wäre. Ein Geschäftsmann und andere Personen meldeten unabhängig von einander der US Air Force von diesen Phänomenen. Von Anfang hatte die Sichtung unbekannter Flugobjekte besondere Bindungskräfte und Imaginationen aufgebaut, die eine visionäre Kraft besitzen und dem NS-Thema eine ganz andere Bedeutung gegeben, als es eigentlich verdient! Es ist von mir ein Anliegen aufzuzeigen, welches mythologisches NS-Nervengift solche »Flugobjekte« beinhalten ― während diese Phantome als Vorstellung höchstwahrscheinlich falsch sind. Offenkundig waren nach dem Niedergang NS-Deutschland heimliche Aktionen gestartet worden, um angebliche Techné-Heldentaten des faschistischen Imperiums hervorzuheben ― in dem Sinne: »Schaut was wir alles leisteten, wir das berufene Volk«.

Ich sagte Kenchi, dass in dem Kapitulationszug vieles schief ging: Dort waren völlig erfolglos Admiral Canaris und der ehemalige deutsche Botschafter Fritz von Papen vordergründig eingebunden. Man hielt dort den Glauben an ein mythisches Land (Hyperboreer-)Thule und deren Gemeinschaften samt den angeblich hinter ihnen stehenden Kräften künstlich aufrecht. Die das taten die hatten kein Interesse daran, Spuren zu hinterlassen. Es handelte sich dabei nicht um Mythisches, sondern um Finanz-Geheimnisse. Es gab Kräfte, die dem kriegführenden Deutschland Darlehen gewährten und die größtes Interesse daran hatten, den Krieg zu verlängern, die »deutsche Kapitulation« hinaus zu Zögern, denn das »Lend-Lease-Act«-Abkommen zwischen den USA und der »Roten Armee« lief gerade an.[23] Die Lieferung sehr hoher Stückzahlen an Flugzeugen, LKWs, Panzer, Lokomotiven, PKWs, Nahrungsmittel, aber auch das zu Verfügung stellen von Unterlagen zur Ermöglichung der Kernfusion sollten die Sowjetunion über die »Neue Weltordnung« einbinden. Auch Kenchi hatte davon gehört.

Zu den »ariosophischen Wurzeln«, zur »Volkskraft des Nordens« (zum Beispiel der Stein von Hablingo mit Odins-Knoten, aus Gotland*), zu dem von Heinrich Himmler bezeichneten Kshatriya, zum Shambhala-Mythos der Fluid-Gnosis habe ich den Lesern/-innen folgendes mitzuteilen: Zunächst verstehe ich unter der »Lehre der Ariosophen«* den von Jörg Lanz von Liebenfels geprägten Denkansatz,[24] der wiederum auf die Guido von List-Gesellschaft zurückgeht: Er verbindet »rassis­tische Elemente der Theoso­phie mit einer buddhistisch-völkischen Runenlehre«. Danach besagt die Lehre der Ariosophen im Wesentlichen, dass der Mensch das Produkt seiner Handlungen ist, die er in vorangegangenen Leben erlebt hat (Kenchi nickt). Eine solche Weltsicht ließ sich mit der NS-Haltung kombinieren. In ihrer Konsequent verneint diese Idee, dass es unschuldige Opfer gibt. In Anlehnung an die buddhistische Lehre H. J. Glowka[25] und Goodrick Clarke[26] bedeutete es ein Sammelbe­cken arisch-rassistisch-okkulter Lehren, ein fruchtbarer Boden für Germanen-Orden (Armanen­schaft, Reichs-Hammer-Bund, Geheimlogen ― um die jüdische Weltver­schwörung mit ihren eigenen Mit­tel zu be­kämpfen ―) und Thu­le-Gesellschaft: Insbesonde­re die seit Ende des 19. Jahr­hundert/Anfang des 20. Jahr­hundert entstandene Thule-Gesellschaft leitet ihren Namen und Zielrichtung vom sagenumwobenen Thule ab, einer nordischen Ent­sprechung des untergegang»nen Atlantis-Kon­tinent'. Dort soll ein Ge­schlecht von riesenhaften Übermenschen gelebt haben, das mittels ihrer magischen Kräfte mit dem gesamten Kosmos in Ver­bindung stand. Es verfügte über psychische und technische Energien, noch weithin überlegen den technischen Er­rungenschaften des 20. Jahrhundert. Nach Kenchis Kenntnisstand haben sich Überlebende in den tibetischen Raum (Wüste Gobi) gerettet. Wen das Thema weiter interessiert, vermag das im Glossar weiter nachlesen.

Sie können sich vielleicht vorstellen, dass ich es Kenchi kaum klar machen konnte, was ich unter der »Fluid-Gnosis des Nationalsozialismus« verstehe: Zunächst ist es die geistige Bewegung, die schon vor der Zeit heute bis ins 2. und 4. Jahrhundert nach Chr. in der alten Welt diskutiert wurde, bei Heiden, Juden und Christen. Die Vereinnahmung des »arischen« Indiens und damit sowohl rassischer wie sprachlicher und kultureller Gemeinsamkeiten zur Selbsterkundung und Abgrenzung seitens deutscher Wissenschaftler, das bei Schopenhauer zu tage tritt ― denn er hoffte, dass eine Zeit heranrückte, in der Europa von der jüdischen Mythologie gereinigt sein und es für den Buddhismus bereit sein werde.[27] Er vertrat ein religions- und kulturpolitisches Programm mit antisemitischer Zielrichtung. Was Schopenhauer am Christentum für gut hielt, stammte für ihn aus Indien, was er ablehnte, kommt bei ihm aus dem Judentum. Bei Schopenhauer ist jedoch kaum eine rassische, gegen das jüdische Volk gerichtete Ideologie zu finden – die Idee eines gemeinsamen arischen Erbes wurde erst von den Nationalsozialisten (wie etwa Houston Stewart Chamberlain und neuere Autoren) umgeschrieben.[28] […] Schopenhauers Ansichten sind eine mit dem Christentum konkurrierende spekulative geprägte Strömung der Spätantike. Sie war eine gleichermaßen philosophische wie re­ligiöse Weltanschauung. In ihrem Mittelpunkt stand die Erkenntnis, die […] nicht das Resultat diskursiven Denkens zu sein, sondern in der Geheimlehre, also vom Lehrer an Schüler übermittelte Realität, und nur wenigen Eingeweihten vorbehal­ten. Gnosis bedeutet nach nationalsozialistischen und national-revolutionären Techné-Gedanken, »Fluid-Gnosis-Gedanken«, sowohl für newtonsche Fluide und nicht-newtonsche. Die Fluid-Gnosis nationaler Strömungen in Indien, wie in Japan und dem »Reich der Mitte« haben zahlreiche manichäische Wurzeln, die zu den ariosophischen Fundamenten führen, die wiederum von persönlichen und okkulten Ereignissen tangiert sind. Die NSDAP verwendete Themen aus der Theosophie, Heiliger Gral, Edda, Agartha, Armanen, Thule-Gesellschaft als Belege.[29] In diesem Sinne wird Fluid Gnosis von der SS, als synkretische Verbindung zwischen den Religionen, vor allem dem Bud­dhismus sowie arischem Christentum gesehen (nationalsozialistischer Religion und Buddhis­tischem Faschismus).

Vielleicht denken Sie jetzt, es handelt sich »nur« um esoterisches NS-tum. Das trifft vordergründig. Ich gebe aber zu bedenken, dass dahinter handfeste metaphysische Tatsachen und Techné-Vorstellungen stecken, ― die sich unbewusst auch in unseren Köpfen verankert haben, nein, hinter diesen »Ur«-esoterischen Gedanken stecken metaphysische Tatsachen – die von den Feinden Deutschlands nicht erkannt werden durften, da sie Grundlagen der Übertragung darstellten.[30] Nach Werner Beumelburg gelang es dem englischen Geheimdienst die deutsche »Codiere-und Chiffriermaschine ENIGMA« aufzubrechen und (Vorläufer der digitalen Rechenmaschine) zu ent­schlüsseln (Fehler eines deutschen Funkers. Ansonsten war ENIGMA angeblich sicher): d.h. metaphysisches Gedankengut (schließlich stecken Blavatskys Gedanken dahinter) wurde technisch genutzt.

Für mich ist es nahezu unmöglich, den »Komplex, paranormale Phänomene des Ahnenerbes« aus den Aktivitäten des »Schwarzen Ordens« zu interpretieren, obwohl ich mich in dieser Weltanschauungskrise damit auseinander setzte.[31] Kenchi und ich sind nicht verwundert, dass die große Mehrheit der Wissenschaftler nicht gleichgeschaltet wurde, sondern sich aus freien Stücken für das NS-Regime engagierten. Faszinierend finde ich, durch die Ablehnung der Relativitäts­theorie Einsteins, »als jüdische Physik«, dass Tibetologen im Faszinosum des tibetischen Buddhismus Denkansätze, sozusagen die »Relativitätstheorie« der mongolischen und tibetischen Peta-Welt, in anderen Universen, Parallel-Welten, Parallel-Invasionen sowie der Unsterblichkeit im Bardo, mit Raum und Zeit, im Shangri-La (oder Shambhala, sham bha la) der atmischen Ebene des »Multiversums« entdeckten.

Diese Denkansätze sind heute, mehr denn je Gegenstand der aktuellen Diskussion in den Naturwissenschaften. Das was sich wie Metaphysik anhört, sind Fragen, die nicht nur Metaphysiker, sondern Physiker und Chemiker, etwa an den Max-Planck-Instituten, Einstein-Forum in Potsdam und im Kernforschungszentrum Cern in Genf umtreiben.[32] Der Physik-Nobelpreis zeichnete im Jahr 2008 Wissenschaftler aus den USA und Japan wegen ihrer Theorie über die Entstehungsgeschichte des Kosmos aus. Diese Forscher wiesen nach, dass das Auftreten von Asymmetrien bereits die Anfänge des Universums prägte, und entwickelten die Hypothese von drei weiteren »Quarks« – jenen Teilchen, aus denen sich die Protonen und Neutronen von Atomen zusammensetzten. S. H. der Dalai Lama stellte vor ein paar Jahren auf einem Initiationsritus-Jahrgang seinen Initianten eines der möglichen Universen vor, danach handelt es sich mehr um ein metaphysisches Programm – das bereits auf Interesse des »SS-Ahnenerbes« in den Instituten des KWI und der Reichsuniversität Strasbourg stieß. Ich versuche, der NS-Metaphysik nach zu spüren, wie sie von der Thule-Gesellschaft repräsentiert wurde, die die Allegorie* Shambhala-Agartha benutzte, vielleicht, um den Kurswechsel in Hitlers Sowjetunion-Politik nachzuvollziehen – dahinter stecken jedenfalls metaphysische Phänomene, die die alliierten Vernehmungsoffiziere nicht so wirklich verstanden und die ihnen somit verborgen blieben.

Nach Kenchi Ausführungen trat aufgrund des japanisch-deutschen Anti-Komintern-Pakts Tibet-China für einen offiziellen Kontakt zur deutschen Regierung ein. Die Idee entsprang der praktischen Notwendigkeit (Verbündete, für die deutsche Kriegsforschung ― Tarnkappen-Techniken, Nur-Flügler - elementar – umzusetzen). In dem Zusammenhang wies Kenchi daraufhin, dass die konservative tibetische Regierung vorsichtig vorging und eine Forschergruppe der NS-Regierung einlud, während des Neujahrfestes (den Losarfeierlichkeiten) Tibet zu besuchen. Nach Kenchis Aussagen suchte die Expedition die Unterstützung der Meister von Shambhala ― die »Hüter geheimer psychischer Mächte« ― für die Sache des NS-Systems zu gewinnen. Shambhala, so wurde von Reichsführer Heinrich Himmler betont, hätte sich zunächst geweigert, Hilfe zu leisten, doch die Meister des unterirdischen Reiches von Agartha hätten dann doch schließlich eingewilligt und »Tausende« von Tibetern sollen nach Deutschland gekommen sein. Dass sich das auf die mitgebrachte Schädelsammlung aus Tibet bezog, die in der Reichsuniversität Strasbourg weiter untersucht wurden, wurde verschwiegen.

Es gibt andere Tatsachen, die sprechen dafür, die Rolle Adolf Hitlers und das NS-Regime, als charismatische Herrschaft im Sinne Max Webers und des Bön-Buddhismus zu verstehen. Jedenfalls können wir mit Hilfe dieser Vorstellung, Hitlers Sonderstellung, zu seinem »Führermythos« – zugleich, aber auch das Gefüge des Dritten Reiches mit seinen rivalisierenden ― Machtzentren ― erfassen, denn ähnliche Strukturen gab es in der tibetischen Theokratie. Vom Beginn Hitlers öffentlichen Reden bis zu seinen letzten dokumentierten verkündete er sein Politprogramm und – Projekt im Namen eines religiösen Weltenherrschers, konzipierte und begründete er sein Tun über theologische Strukturen. Das Auffinden der Arischen Rasse im Kaukasus, Altai und Himalaya, das Auffinden des mächtigsten Herrschers der Welt, den Chakravartin (der aus Shambhala kommt; Buddhisten nennen ihn Rigden-jyepo, den 25. Kalki-König, der laut Nicholas Roerich in Russland mit einer großen Armee, ausgestattet und mit Superwaffen, kommen soll), das hängt mit dem hochentwickelten Zhang Zhung-Königreich sowie dem »Silberpalast im Garuda-Tal« im West-Tibetischen Hochland zusammen. So war die Göttin Kali, eine Verkörperung der weiblichen Energie, für das NS-Regime von sehr entscheidender Funktion.[33] Vom Sutley-Tal aus, so vermuten Buddhisten bis heute, wird das »weltweite Goldene Zeitalter« eingeleitete werden.

Im Verlauf des Internationalen Militärgerichtshofs zu Nürnberg gelang es unter dem Vorwand des Schutzes der Zivilisation, Dokumente über Trance/Esoterik und Ariosophen aus dem Gericht zu verbannen oder nicht zur Verhandlung zu zulassen (was mit archaischem Ursprung und Gefahren begründet wurde: Es betrafen aber »zufälligerweise« die wichtigen Vor­gängerorganisation und Mind-Control-Projekte am Kaiser-Wilhelm-Institut* (KWI), deren Finanzierung durch die Rockefeller-Fundation für eugenische Forschungen in Deutschland im Zweiten Weltkrieg bis 1943 fortgesetzt wurde, mit der Begründung, der Krieg dürfe wissenschaftliche Forschung nicht verhindern. Die KWI-Wissenschaftler Rudin, Vershuer und Kallmann waren zugleich Mitbegründer der amerikanischen Gesellschaft für Humangenetik, auch im Bereich »Mind-Control«, die heute noch aktiv ist! Kallmann wurde zum Direktor gewählt und behielt diesen Posten bis 1965. Wahrheitssuche ist schwer. Bei den Alliierten gibt’s jetzt noch ein Aufatmen, denn es ging nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges die Angst um, die Wahrheit hätte ans Licht kommen können (und ihre vermeintliche Magie hätte den geis­tigen Kräf­ten nicht gewachsen sein können)?

Für Sie ist es sicher schwer vorstellbar, dass das vergangene und jetzige Jahrhundert im Zeichen der Bodhisattva-Gelübde und Antichristen steht. Die vielen Trivial-Orientalismen okkulter Sekten und Kollektiv-Meditationen im Rahmen des Kalacakra-Tantras, sowie der Machart einer Alice Bailey oder gar der Findhorn Foundation sowie dem Bollwerk des Anti-Michaelismus, der nicht nur in der »Neuen Rechten« wirkt. Es wirken Wechselwirkungen zwischen religiösen und politischen Ansichten. Das bezieht sich auf jemanden, der eine hohe Erleuchtung erreicht, aber aus Mitleid mit anderen auf den Einzug in höhere Welten verzichtet, um anderen auf ihrem Weg zur Erlösung »aktiv« bei zustehen!

Die Gruppe Gylfiliten erblickt in der Erhaltung und Reinhaltung der Germanischen Rasse eine göttliche Forderung. So wird Hitler als Antichrist, als In-karnation Odins, verehrt, Jörg Lanz von Liebenfels mit Luzifer als spirituellen Führer verglichen (Hitler ging viel weiter: Er sah sich selbst als denjenigen, der die Welt von einem degenerierten System befreit und mit der arischen Herrenrasse einen neuen Schritt der Evolution herbeiführen wollte. Er ließ keinen rivalisierenden Antichristen zu, weder in der Gegenwart noch in der Zukunft. Dem Buddhismus stand er jedoch tolerant gegenüber). Auch andere, die zum Bund der Goden gehören, grup­pierten sich aus sehr un­terschiedlichem Milieu von Nord bis nach Süd – in Gesinnungs-Gemeinschaften der Neuen Front (GdNF), die Nach­folgeorganisationen der verbotenen Aktionsfront Natio­naler Sozialisten/Nationale Ak­tivisten ANS/NA, Märkischer Heimatschutz (MHS) aus Brandenburg (die Berliner Sektion vom MHS – bevor Tor und Baso von der StA verboten wurden) bis zur Kameradschaft Süd (vermutlich in Anlehnung an Polizegiregiment Süd der SS) in Mün­chen, auch Schutzgruppe (SG) genannt.

Genau so wie Deutschland zunächst die »Kapitulation« verweigert wurde, geschah es dem »Achsen«-Land Japan. Die Japaner kapitulierten im März 1945. In diesem Monat sandte das japanische Oberkommando an die amerikanische Botschaft in Moskau, die russische Botschaft in Tokio und an das Pentagon in Washington die Mitteilung, dass die Kaiserliche Regierung die bedingungslose Kapitulation wünsche. Und – die Amerikaner ignorierten diese Kapitulations-Unterbreitung! Warum? Im Nachhinein wurde von den USA behauptet, dass die entsprechenden Schreiben nicht entschlüsselt werden konnten! Da frage ich natürlich, wie haben die USA-Funker dann vorher den militärischen und diplomatischen Code entschlüsselt? Inzwischen kennen wir die Antwort: Die japanischen Inseln waren noch nicht zerstört. Wir könnten annehmen, die B-29 sollte den Kahlschlag für die Weltbank weiter ausführen. Die Zerstörung Tokios erfolgte danach. Aber der eigentliche Paradigmenwechsel erfolgte erst auch wegen der zweifelhaften Legalität der Abwurf der A-Bomben-Abwürfe über Hiroshima und Nagasaki.[34] Die Folgen kennen wir. Die Druckwelle und Strahlung verursachten Schäden. Nicht nur bei den Überlebenden gab es dramatische Schäden: Durch die gewaltige Explosionen wurden große Mengen an Staub und Rauch in die Atmosphäre gewirbelt, die für mehrere Wochen das Sonnenlicht wegnahmen und ein kaltes Klima erzeugten. Selbst kapillare Kräfte wurden gestoppt. Erst danach durfte der gewaltigste Wiederaufbau eingeleitet werden – als Teil der Weltwirtschaft. Petersen[35] schreibt dazu: »In der Moderne besteht die Wahrheit der Welt in der reinen Möglichkeit. Wer die Moderne beschreiben will, muss es daher mit dem Denken aufnehmen, das sich von den traditionellen Formen löste und den Gedanken der reinen Möglichkeit ins Zentrum rückt«.

Wie wir heute wissen, war US-Amerika gegen eine Verkürzung des Krieges, denn es war imstande – dank des Zweiten Weltkrieges – die negativen Auswirkungen der Wirtschaftskrise der 30er Jahre endgültig zu überwinden. Eine vorzeitige Rückkehr der GIs hätte den erholten US-Arbeitsmarkt möglichweise destabilisiert.[36][37]

Deutschland verlor 75 Jahre lang den gewaltigen geografischen Raum – Reich der Mitte - und geschichtlichen Horizont aus dem Blickfeld[38], der Jahrtausende vor der Geschichte Europas und des Mittelmeerrau­mes auf die Welt des Okzidentalismus* zurückführt, dem Tethysmeer, die Reste des prähistorischen Weltmeeres, das sich bis zum Ma­nasarovar See und Rakas Tal erstreckt (die geomorphologische* Anordnung symbolisiert die Polaritäten), zu Füssen des Kailash.[39] Vom Paradies des fernen Westens (Europas) reden sinngemäß Ostasiaten, denn ih­nen wanderte die Heilskunde vom Westen her zu [...],[40] so skizziert Heinrich Frick[41] die religionsgeschichtliche Entwicklung. Lanczkowski nennt diese Beziehung Ost-West-Koexistenz-Spannung, wenn infolge des raschen Wirtschaftswachstum und Wasserver-schmutzung 500 Millionen Asiaten das Trinkwasser ausgeht. Buddhisten sind der Meinung, wenn ein Eisenvogel erst einmal fliegt, zieht er gegen Westen! Nicht nur die Erdbeben in China (2008) bewirken Chaos, die »integrale Theorie«* beschwört den Flügelschlag des Eisenvogels, der auf unserer Seite des Glo­bus nicht nur Katastrophen bewirkte, sondern die Finanzkrise hilft der China Investment Corporation (CIC) zur nächsten Ebene der Holarchie. Der Kollaps durch Erdbeben, Klimawandel erzeugt Chaos, das destabilisierend zu dem erfolgreichen Aufbau und dem sich entwickelnden modernen Leben steht. So gibt es auch nicht nur Schattenseiten der Globalisierung als Gegenentwurf zu Huntingtons Weltordnung nach 11/9 auszumachen. Das Problem liegt darin, dass heutige Holons* – die Nationalrevolutionären Staaten – derartig gestaltet sind, das sie nur den nationalen Rahmen berücksichtigen – diese Versteinerung behindert und führt in die Isolation. Der Globalisierung entsprechen bereits nationalrevolutionäre Handlungen, die operierten die Holons des globalen Kapitals über Schweizer Banken, des Handels und transnationaler Konzerne (so auch nationales Verbrechen) im globalen Rahmen, wie in der Klimaveränderung als Frage von Krieg und Frieden. In einer vom »Council on Foreign Relations« (CFR) ― Mitglied und Harvard-Professor herausgegebenen trilateralen Studie »Krise der Demokratien« heißt es: »im Laufe der letzten Jahre hat das Funktionieren der Demokratie [...] das Versagen herkömmli­cher Mittel zur gesellschaftlichen Kontrolle und somit eine Begrenzung der öffentlichen Macht nach sich gebracht haben«.[42]

Mein Buch startet im Fernen Osten und mündet im technisch-wissenschaftlichen «Chindia« (China-Indien), das zur Ummante­lung der Techné bei­trägt, in dessen Verlauf Soldaten wieder zum Objekt gemacht werden (ist nicht unfassbar, weil wir unter meme*― bedingten Zuständen leben)! Unnötig hinzuzufügen, dass so auch unserer Erfahrung Grenzen gesetzt sind, denn sie stützen sich auf unmittelbare Nützlichkeit wie Kämpfer aus Stahl (im Irak Einsatz von Robotern). Ausgestattet mit einem künstlichen Gewissen sind sie womöglich humaner als Soldaten aus Fleisch und Blut. Der Philosoph Volker Gerhardt, Mitglied des Deutschen Ethik-Rats, klärt Argumente der Wissenschaft und Gesellschaft). Aber sind wir nicht bereits schon weiter? Denn Kernaussage einer Pentagon-Studie ― die zunächst nicht für die Öffentlichkeit gedacht war ― betrafen die sozialen Folgen eines abrupten Klimawandels mit sicherheitspolitischen Katastrophenszenario der Folgen für Gesellschaften, die darauf nicht vorbereitet sind.[43] und[44] Neu an diesem Szenarium ist die strategische Einschätzung des Klimawandels und CO2-Emission auf die Nationalstaaten, ein zentrales Sicherheits- und Friedensproblem.

Zwar existiert ein Aktionsplan für chinesisch-europäische Beziehungen, der sicherheits-politische Maßnahmen beinhaltet, und es stehen Wirtschafts- sowie Technologiepolitik weit oben über der Agenda-21.[45] Viele NS-Theorien wurzeln wohl noch in den Erkenntnissen der Paläontologen des späten 19. Jahrhunderts sowie in bestimmten Strömungen des indischen Nationalismus, insoweit sie die rassischen Theorien der Menschheitsentwicklung aufgriffen, das zur Grundlage des antisemitistischen, ariosophischen Pfades führte und die Menschheit der fünften Wurzelrasse zuordnete, in dem zerbrechlichen Gebäude der Weimarer Republik, wo die Gesellschaft politisch links und rechts, kulturell zerrissen zwischen konservativ und Moderne, sich auf sehr schwankender, ökonomischer Plattform der Weltwirtschaftskrise 1929 und 2008 befindet. Die Vielfalt der Meinungen, Bewegungen und Stile drückte Ratlosigkeit aus, nach fünfzig Jahren Kaiserreich, dessen Entscheidungsträger bis zuletzt versuchten, dem Tod Gottes wie dem Reformwillen der Gesellschaft zu trotzen. Mit den Theosophen um Blavatsky gegen Ende des 19. Jahrhunderts beginnt eine neue Wahrnehmung Tibets: Das Hochland wird zum Hort des Okkulten und Mysteriösen, zum Inbegriff einer geheimnisvollen Welt, aus der die Rettung einer entzauberte Alltäglichkeit erwartete. Das »Ex oriente lux« war nicht neu, nur die Inhalte der Sehnsucht hatten sich verändert. Für die Aufklärung insbesondere Leibnitz war China die ideale moralische Welt,[46] eine Kultur des Maßvollen und der Aufgeklärtheit, die sich wohltuend vom konfessionellen Hader in Europa unterschied. Blavatskys und Tilak schrieben, dass zur Zeit der Bewohner von Atlantis die Menschheit sich in Zweige des rechten und linken Pfades des Wissens teilte (aus dem hinduistischen Tantra), die zur Keimzelle der weißen und schwarzen Magien wird. Indirekt assoziierten sie die beiden Pfade mit Agartha und Shambhala der regenerierenden Kraft, die überkommene Ordnungen zerstören und neue, reformierte, etablieren kann. Autoren charakterisierten Kali als zentrales Motiv der linken Tantra-Bewegung eines frühindischen Ritus – der während des Übergangs vom Matriarchat zum Patriarchat aus dem Widerstand gegen diese Entwicklung entstand, als degenerierte Form und fälschlicherweise mit dem tibetischen Buddhismus (Verkörperung der weiblichen Energie).

Die komplizierte Entwicklung der Weltgesellschaft nach 1945 versuche ich durch die Darstellung der komplexen Verbindung von Prozessen und neuen Risiken der Globalisierung zu charakterisieren – da Flächenbrände infolge Klimawandel mit unabsehbarer internationaler Kettenreaktion sich zu entladen drohen. Ich behandele Reaktionen als Folge der Techné und politischen Handlungen, die vertikale Ausdifferenzierung verschiedener Entscheidungsebenen im Bereich der Technologie als Wandel konkreter Formen der Steuerung. Der UN-Sicherheitsrat diskutierte über mögliche Klimakatastrophen, die zu blutigen Konflikten führen können, über die Vorliebe totalitärer Staaten (im Faschismus, Nationalsozialismus und New Deal) für großtechnischen Monumentalismus (Land-, Trinkwasserversorgung, Kanalisation, Wasserkraft). Die entsprechenden Vorhaben werden in allen Systemen propagandistisch genutzt: »Symbol-Baustellen«! Obwohl die Erörterung hypothetischer Gefahren von einigen Staaten begrüßt, von anderen (VR China-Republik China) als Panikmache abgetan wird, bin ich der Meinung – dass unsere Verantwortung die Konfliktmöglichkeiten enthüllen müssen. Ich bin der Meinung der britischen Außenministerin, sie zitierte den Präsidenten Ugandas, der den Klimawandel als »Aggressionshandlung der Reichen gegen die Armen« bezeichnete. Wenn wir die verschiedenen Einzelphänomene des gewalttätigen 20. Jahrhunderts am »europäische Ufer« uns ansehen (aus dem Blickwinkel »Central Asian« die Geschichte des Ariertums einordnen), da fällt mir die »Zentralität« auf. Diese eindrucksvolle Karte belegt die Ansicht Mommsens und Hales nach Taylor[47] und weist auf die periphere Lagen in Afrika, Südamerika und Asien hin, wo Aggressionshandlungen der Reichen gegen die Armen statt finden.

Erster Teil: Mentalitäten

Das System Hitler ist die memetische Krank­heit

des Gesellschaftssystems unter dem Hakenkreuz

1 Bürgertum, Reich des Geistes

»Die Judenfrage ist keine Frage der Humanität, keine der Religion, sie ist einzig und allein eine der politischen Hygiene«, schrieb Littell zum Anfang seines Buches.[48] Er berichtet denn ähnlich auch aus der Täterperspektive und vom menschlichen Verhalten beim organisierten Massenmord an Wohlgesinnten, als er »Die Henker sprechen lässt«. Littell berührt den »Holocaust nicht so sehr als Juden, sondern als Menschen«. Wir wissen, dass lange vor dem Nationalsozialismus, Antisemitismus wichtige kulturelle und sozioökonomische Faktoren der zerbrechenden europäischen Gesellschaften und Staaten bildete. Die Weltanschauungs-Dämmerung wurde eingeleitet mit allseitiger Omnipräsenz der Physik (Einsteins). Sie geht umher mit popularisierenden Darstellungen über das Judentum in unterschied­lichster Weise, immer negativ, in jedem Fall vulgarisierend und unwürdig – mit sich ausbreitenden porno­graphischen Zügen. Sie wurde in allen möglichen Zeitungen, Magazinen, Pamphleten verbreitet. Jeder, der las, wusste in den 20er und 30er Jahren etwas über das allgemeine Relativitäts-Gesetz.[49] Heute sind »Psychologisierung« und »pornogra-phisierender« Alltag nicht zu übersehen, in der Weimarer Zeit war der gesellschaftliche Alltag mit gehässigen Umschreibungen und Andeutungen über das angeblich negative jüdische Leben durchzogen. Die Äußerungen bekannter Persönlichkeiten (hier Alfred Döblin) werden in NS-Organen instrumentalisiert und können als typisches Beispiel für die »abscheuliche Relativtätslehre«[50] herhalten.

Verwunderlich ist dabei für den Asiaten Kenchi, dass die »Modernität« in Deutschland mit der Esoterikwelle aus Asien hereinschwappte, die von einem elitären, gehobenen Bürgertum gierig aufgesaugt wurde. Das passierte gleichzeitig auch mit technischen Entwicklungen – diese Aufnahme lief autoritär und illiberal. Moderne heißt im üblichen Sinn Weiterentwicklung von Wissenschaft und Technik in der bürgerlichen Gesellschaft und ihre Spiegelung im realen Leben: Entwicklungen bizarrer Lebensformen, dekadentes Berliner Nachtleben, sowohl modern wie antimodern innerhalb »nazistischer« Formen. Es sirren bewegte Schwingungen. Sexenergien durchbrechen Blockaden im Bauchbereich – was nicht nur Veränderungen im Sex-Bereich bedeutet, es bedeutet durchaus auch meditative Loslösung durch Versenkung, die nach heutigen Kenntnissen Neuronen im Hippocampus entstehen lassen.[51]

Aus dem Umkreis meiner Familie spricht mich Werner Beumelburg an. Er war der Ansicht, jeder »aufrechte« Deutsche sei gefordert, nach dem »Verrat von Locarno«, den Kampf gegen die Erfüllungspolitik aufzunehmen, insbesondere diejenigen, die als zukünftige Ingenieure und Unternehmer ― des einzig zur Führung befähigten Standes ― dazu in der Lage waren. Nach seinen Worten sind wir alle geradezu verpflichtet, den Kampf gegen die »rote Gefahr« und den »parlamentarischen Brei« aufzuwischen und in Müllcontainer zu werfen. Das sei wichtig, denn nach dem Dawesplan und Locarno sei die anstehende Volksabstimmung zur Fürstenenteignung nur ein weiterer Schritt auf dem Weg zur endgültigen Bolschewisierung Deutschlands. »Die Alliierten haben Deutschland entwaffnet und versklavt. Jetzt geht es darum, diesen »deutschen Landen seine Seele und sein Wesen zu rauben«, um es in einen hilflosen Ameisenhaufen zu verwandeln, dessen Milch abgemolken wird«.[52]

So gut die Geistesgeschichte des vergangenen Jahrhundert erforscht ist, so wenig bekannt sind mentalitätsgeschichtliche Begebenheiten, insbesondere was Gedanken und Motive jener Kreise betrifft,[53] und die nur zu oft zwischen Hingabe, Aufgabe und innerer Emigration sowie vereinzelt mit Widerstand einiger Nationalrevolutionäre schwanken. Es entstanden Publikationen mit sozialdarwinistischer Deutung,[54] welche die Wahrnehmung politisch-sozialer Entwicklungen auf vielfältige Weise ab dem Jahr 1901 beeinflußten und Anstöße zu Handlungen gaben. Die Bedeutung des Sozialdarwinismus lag in der Fähigkeit, die Komponenten des aufsteigenden Nationalismus in ein umfassendes, wissenschaftliches Weltbild zu integrieren und ihm auf diese Weise Plausibilität und Geltung zu verleihen. Die Kreise, die sich bilden – sind »parallele Gesellschaften« nicht nur in Hinterhöfen. Das neue Paradigma – es gibt nichts Absolutes mehr auf dem Planeten Erde – wurde auf sämtliche Bereiche menschlichen Lebens übertragen – insbesondere auf ethische und moralische. Religion und staatliche Autorität lieferten konservativen Vorbehalten neue Nahrung. Und die Menschen wollten sich nicht ihr Weltbild zerstören lassen, zumal nicht von allgegenwärtigen jüdischen Einrichtungen, die auch nach 1945 wieder installiert werden.

Die nationalsozialistischen Wahlerfolge in den späten 20er und frühen 30er Jahre wirken, sie sind nicht zuletzt durch das rapid-schwindende Vertrauen in die christliche Religion begünstigt.

Blicken wir zurück: Der österreichische Industrielle und Hütten­werks-Besitzer Karl Kellner, gründete den Ordo Templins Orients, O.T.O. Dort lehrte man eine an den Westen angepasste Version des fernöstli­chen Tantra-Kultes. Darin stießen die weiblichen Aspekte der obersten Gottheit in den Mittelpunkt.[55] Es handelte sich um zentrale Motive des Tantra-Kultes, des frühindischen Ritus, der während des Überganges von Matriarchat zum Patriarchat aus dem Widerstand gegen diese Veränderung entstand. Kali personifizierte das weibliche, irrationale, rauschhafte, kreatür­liche Prinzip – das sich gegen das männliche, kontrollierte, vernünftige, ordnende Prinzip zur Wehr setzt. Die Verquickung fernöstlicher mit europäischer Lehre wurde ein Schlüsselthema in »Reaktionärer Modernismus«,[56] Aspekte der nazistischen Ideologie, verbunden mit Techné. Nationalismus und Nationalsozialismus, wird später einmal von Goebbels als »Stahl-wie-Romantik« des zwanzigsten Jahrhunderts« bezeichnet. Leben wird nicht nur mit der Judenfeindlichkeit verbunden,[57] sondern mit sozioökonomischen, kulturhistorischen Techné-Voraussetzungen. Der Judenhass entsprach dem »kulturellen Code« einer Weltanschauung oder »neuzeitlichen irdischen Metaphysik«. Antisemitische Denkströme schlugen in der ersten Jahrhunderthälfte des 20. Jahrhunderts »Wege gegen den Westen und Osten (Russland)« ein. Der Osten ist Primär-Aggressor im Europäischen Krieg, das wurde mit wirtschaftlichen und politischen Aktivitäten verdeckt.

Nach einer »Ewigkeit« haben Bundestagsabgeordnete, am Vorabend des 9. November (des 70. Jahrestages des Novemberpogroms) eine gemeinsame Erklärung gegen den Antisemitismus verabschiedet, der sich lediglich Hamas- und Hisbollah-Freunde in der Linkspartei, um deren außenpolitischen Sprecher Norman Peach, verweigerten. Die Erklärung ist hinsichtlich des Irans eine Verlogenheit. Das iranische Regime, mit dem deutsche Unternehmen Geschäfte in Milliardenhöhe abwickeln und das von denselben Abgeordneten des Bundestags mit Samthandschuhen angefasst wird, propagiert seit der Islamischen Revolution 1979 die Zerstörung Israels und sorgt regelmäßig für die Neuauflage des antisemitischen (gefälschten) Klassikers »Die Protokolle der Weisen von Zion«. An dem 9. November 2008 wird einigen von uns wieder einmal bewusst, dass Geschichte kein abgeschlossener Prozess, sondern ein permanentes Werden ist. Die Häufung tragischer oder hochgestimmter Ereignisse im November mag Zufall sein. Aber der innere Zusammenhang des Geschehens breitet sich erkennbar aus. Die Welt hat schon einmal zugesehen, wie sich Antisemitismus derart, radikalisierte, dass er zur Ermordung von Millionen Menschen führte zugleich zum Untergang der Protagonisten des Antisemitismus. Sind sich die Bundestagsabgeordneten der Möglichkeit einer Wiederholung der Katastrophe nicht bewusst, haben sie nicht begriffen, dass Antisemiten mit anti-israelischer Politik-Haltung gleichgesetzt wird und die Ankündigung ihrer Verbrechen ernst meinen, so irrsinnig diese auch erscheinen. Das Erinnern an die Opfer des Antisemitismus ist absichtsvoll verdrängt, und legt den Schluss nahe, dass Gedenken sich heute in Deutschland und Europa auf die Erinnerung der ermordeten Juden beschränkt, während sie den Lebenden im jüdischen Staat die Solidarität verweigern. Aus der Geschichte lernen heißt, die Zeichen an der Wand rechtzeitig erkennen, Despoten und Fanatiker ernst nehmen, die ungeniert aus ihrem Herzen Mördergruben machen. Weil das aber mit enormen Folgen für die Außenhandelsbilanz verbunden wäre, diskutiert man lieber darüber, ob der derzeitige iranische Präsident gedroht hat, Israel von der Landkarte auszuradieren oder nur so daher schwadroniert, ob das zionistische Regime von alleine aus der Geschichte verschwindet.

Es gibt wenige Gelegenheiten im Jahr, wo der Bundestag nicht nur Bühne ist, sondern Forum der deutschen Öffentlichkeit sein muss. Der Holocaust-Gedenktag am 30. Januar ist ein solcher Tag.[58] Da haben sich die Nachfahren der Täter gegenüber den Nachfahren der Opfer so zu verhalten, wie es Verantwortung und Respekt gebieten. Dass Bundestagspräsident Lammert die Absage des Zentralrats der Juden, an der Veranstaltung im Parlament nicht teilzunehmen, unverständlich findet, ist unverständlich! Und er ist nicht alleine damit, denn die Juden in Deutschland fühlen sich seit Jahren nicht gut behandelt und akzeptiert an diesem 64. Jahrestag diesen Tag mit demonstrativem Fernbleiben. Denn da werden sie noch nicht einmal persönlich begrüßt. Kein Wunder, dass solches Verhalten mit in der Gesellschaft, die jüdischen Deutschen trifft. Vielleicht ist das ja die hinterhältige Feindschaft, die Israel entgegenschlägt. Denn die erfährt gerade verdeckt eine neue Dimension mit ewig wiederkehrenden Äußerungen und Debatten über »Pogromstimmungen gegen Manager« durch hochangesehene Persönlichkeiten in der Bundesrepublik oder die Erinnerung an deutsche Schicksaltage dominieren ihre Ausführungen. Und es spricht nichts dafür, dass das letzte Kapitel bereits geschrieben ist, schreibt Walter Laquer in der Einleitung seines Buches.[59]

Weil sie anders und arm waren und weil sie anders und reich waren, werden die Juden immer noch gehasst. Der Antisemitismus ist eine mit Nationalismus, Sozialdarwinismus und Rassismus begründete Feindlichkeit, die bereits im Mittelalter Europas ihren Ausgang hat. Zur wesentlichen Voraussetzung gehörte der durch das Christentum begründete Antijudaismus.[60] Stereotypen und Vorurteilsstrukturen bestehen fast überall in der Welt. Antisemiten betrachten Juden immer noch als geschlossene Abstam­mungs­einheit mit negativen Eigenschaften, die diese durch keine Assimilation, ablegen können. In Form einer Verschwörungs-Theorie wird der jüdischen Gesellschaft großen Einfluss auf die jeweilige Gesellschaft angedichtet, so macht die öffentliche Meinung in der Gesellschaft häufig Juden für tatsächliche oder vermeintliche negative Entwicklungen verantwortlich – Das sind widerkehrende Klischee-Vorstellungen. Heutige National­sozialisten knüpften an Traditionen an, in denen rassistischer Antisemitismus zentral ist. Im »Spiegel Spezial 2006, Nr. 5« lese ich: »Die Denker der Aufklärung haben das Land verehrt, Kaiser Wilhelm II. hat es verwöhnt und unterjocht – das Verhältnis der Deutschen zu Japan/Tibet und zum Reich der Mitte ist eine Geschichte der Extreme«. Dieser Satz umreißt treffend das komplizierte Beziehungsgeflecht. Aus einer politischen Randformation entstand in kurzer Zeit eine nationale Bewegung. Dabei sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass einflussreiche Eliten und Förderer der Industrie und der Hochfinanz sich mit den machtpolitischen Zielen identifi­zierten. Nationale Geistesströme wurden durch Historiker und Sozialphilosophen mit machtvollem Worte erhoben – die Politiker verstummen ließen. Niemals haben Denker eine derart dominante Rolle in der Öffentlichkeit eingenommen.

Hingewiesen sei auf preußische Historiker (Griffen) Johann Gustav Droyssen,[61] Theodor Mommsen,[62] Hein­rich von Sybel,[63] den jüngeren Heinrich von Treitschke,[64] Hans Rothfels[65] und wie sie auf die Öffentlichkeit einwirkten, inwieweit sie als deutschnationale Historiker einer Politik das Wort redeten, die sich später nahtlos in die NS-Ideologie einfügte. Im Namen der neuen Volksgeschichte wird die Homogenität des deutschen Staatsfolkes abgehoben, sowie die »Entpolung« und »Entjudung« osteuropäischer Siedlungsgebiete zugunsten der Einsiedlung von »Volksdeutschen« eingefordert und mit dem Gütesiegel wissenschaftlicher Autorität versehen (beispielsweise von Hans Rothfels, jüdischer Herkunft).[66] Ebenso legten Theosophen, die Welt in ihrer Entwick­lung Gottes neu aus und stellten sie in mys­tischer Schau ihren Kreisen vor. Die Theosophen Helena P. Blavatsky,[67] René Guénon, Nicolei Roehrich sowie Rudolf Steiner (schuf mit der »Anthroposophischen Gesellschaft« zwischen 1900-1925 die wichtigste esoterische Gemeinschaft der europäischen Geschichte)[68] wirkten metaphysisch auf ihre Anhänger ein, sie verbanden kulturhistorische Epochen aus dem Abendland mit dem Morgenland. Guénon, Roehrich sowie Steiner wirken wie ein Mikrokosmos in der Zeit um 1900, ohne das Umfeld sind ihre Ausführungen nicht zu verstehen. Sie schaffen eine gemeinsame Sache mit wechselseitiger Anzeige des relevanten Kontexts für und während ihrer Kommunikation. Die Teilnehmer auf den Veranstaltungen werden fortlaufend einbezogen durch die Verwendung (konventio-nalisierter) Kontextualisierungs-Hinweise (Kontext). In der Quintessenz wurde von diesen Kreisen das deutsche Kaiserreich verdrängt: Historiker, Theosophen und Morgenlandfahrer auf Ceylon, Japan, Indien, die Mongolei und Russland-Asien sowie Tibet spürten »unbewusst« bereits, dass »Verheerendes auf die Welt zukam«.

Das bürgerliche Gesellschaftsleben entwickelte sich zu Zentren der Literatur, Kunst- und Musikbegeisterter in München – Breslau/Wrocław – Bayreuth – Berlin – (und New York).[69] Sowohl Nationalsozialisten, Juden scharten sich um um Winifred Wagners neuen Schwager, dem Rassentheoretiker Houston Stewart Chamberlain. Politische Visionäre berufen sich nicht nur auf Fichte[70] oder gar auf den deutsch-jüdischen Emil Herz,[71] Franz Werfel, Johannes Lepsius zunehmend auch diejenigen von rechts ― wie Friedrich Griese, Eberhard Möller, Kurst Ziesel und Werner Beumelburg ― wobei sie wohlweislich unterschlagen, dass die Denkrichtungen ― trotz ihrer tiefgründig vorgetragenen Ideologie über angeblich deutsches und deutsch-jüdisches Wesen, die Nation als ein Durchgangsstadium mit – Auf den Weg – nahm zur freiheitlichen Zukunft im Geist der Menschlichkeit: Deutschland, das von Napoleon auf seine überstaatlichen Gemeinsamkeiten zurückgeworfene, sollte als Kultur- und Bildungsmacht Vorreiter eines globalen Aufbruchs sein, an dessen Ende für diese Denker nichts geringeres stand als die endgültige heile Welt. Zahlreiche, sich widersprechende, zum Teil außergewöhnlich vielschichtige Denk-Richtungen und Geistes Strö­mungen bestimmten so den Zeit­geist, in dem sich zunehmend antisemi­tische Klänge einnisteten. Die Gnosis-Bewegung ― das mit All­deutschen Publi­zisten und Agitatoren wie Wilhelm Marr, Theodor

Fritsch und Adolf Stöcker ― griffen Martin Luthers Worte auf – wie: Die Ju­den sind unser Unglück. Einige Publizisten geißelten fortschritt­liche Ideen und die Moderne als Folge und Zeichen einer jüdischen Welt-Verschwörung. Es kursierten die erfundenen »Protokolle der Weisen von Zion«. Den Alldeut­schen folgten Christian Baur, Lipsius, Hilgenfeld, Adolf von Harnack, 1904 Richard Reitzen­stein und 1910 Dietrichs (Doku­mente der Gnosis). Es entstand eine eigentümliche Verbindung aus Wandervo­gel-Romantik und sozialer Enttäuschung, besonders solcher Menschen, die vom sozialen Ab­stieg bedroht waren, so das Kleinbürger­tum, zumeist handwerklicher Aus­richtung, das sich von der Gewerbefreiheit bedroht sah.

Der Franzose Gobineau bürgerte die Vorstellung vom »Rassenkampf« ein,[72] er glaubte an Überlegenheit der »arischen Ur-Rasse«. Vermischung mit »minderwertigen Rassen« führe unweigerlich zur Degeneration und damit zum Untergang eines Volkes und Staates. Der Engländer Houston Steward Chamberlain bewunderte Deutschland und verkündete in seinem Versuch, Weltgeschichte einseitig und ausschließlich zugunsten der arischen Rasse positiv auszulegen: Körperlich und geistig ragen die Arier unter allen Menschen hervor, deshalb sind sie zu Herrschern der Welt berufen. Sie haben in Indien eine zentrale Religion geschaffen, der Welt die unvergängliche Schönheit von Hellas, den Rechtstaat des römischen Imperiums gegeben, schließlich den drohenden Kulturzerfall durch die Jugendkraft der Germanen abgewendet. Toland sagte, »Deutschland hat in den Stunden seiner höchsten Not sich einen Führer geboren – das bezeugt sein Leben­digsein«.[73] Toland weist auf das in geistiger Tradition verbundene rechtslastige Nord­amerika hin, Grant wird von den Nationalsozialisten als einer ihrer geistigen Wegbereiter gefeiert; Stoddard gilt als Er­finder des Begriffs vom »Untermenschen«. Solche Ge­danken waren verbreitet nicht nur bei wenigen Deutschen, sondern auch bei ariosophischen Verfechtern in Frankreich (Action Française), England, Holland, Schweiz und Ungarn.[74]

Oswald Spengler, Rudolf Steiner, Friedrich Nietzsche und Ludwig Klages entsprachen dem Zeitgeist differenziert. Sie wurden, so unterschiedlich sie in ihren Aussagen auch waren, von weiten Kreisen ― rechten wie linken Esoterikern - geradezu als Propheten gefeiert. Sie werden heute, so habe ich den Eindruck, zum Teil bewusst diffamiert, weil sie in ihrem holistischen Ansatz vom Menschen nicht verstanden werden. Eine Bewertung oder Umwertung der Werte gelingt nicht absolut – wie Nietzsche in »Also sprach Zarathustra« eindrücklich aufzeigte. Nietzsche betitelt – das Zerstören alter Werte ist lediglich ein Durchgangsstadium – um Raum zu schaffen für die neue Wertesetzung. Dieses Theorem hat in Schumpeters Analysen[75] zur Innovationsdynamik eine populäre soziologische Fassung durch Martinsen[76] erhalten. Waren es doch ähnlich katastrophale Zustände in der Weltwirtschaft wie heute. Der praktizierte Historismus entsprang hochdramatischen Transformationen in seiner Deutung, für die damalige holistische Weltdeutung. Die Anthroposophie entwickelte sich paradigmatisch für antihistorisch-deutbare Reaktionen – vom theoretischen Kommunismus über anstehende nationalistische Fragen bis zum New Age und praktizierter Esoterik. Anthropische Wege* zeigen auf, dass zwischen dem Zustand des Universums und der Existenz der Menschen eine Korrelation besteht. Rudolf Steiner hält den Bringer des Guten, Maiteya-Buddha, hoch. Maitreya ist der Antichrist. Es ist eine verschlüsselte und kritische Äußerung zum aufkommenden Nationalsozialismus sowie zum Widerstand. Diese Channelbotschaften sind vermutlich auch für Eingeweihte schwer zu verstehen.[77] Versuchen wir es einmal gemeinsam. In einer Vorlesung mit dem Titel Maitreya – Christ oder Antichrist umriss Steiner, was auch immer von den Lippen eines Maitreya, durch die Kraft Christi kommt. Das ist ein Bezug auf die Smaragdtafeln von Todh, dem Atlantier und Doreal: Maitreya, Lord of the World, Maitreya, Herr der Welt. Steiner nach zufolge ist Christus der Prophet, der das Land von Shambhala mit seinem zweiten Kommen offenbart und sein Erscheinen ankündigt. Shambhala ist das Land, das vor langer Zeit verschwand, mit Sitz des Herrschers.[78] Für Steiner aber ist dort der Sitz des Antichristen! Steiner arbeitete an diesem Thema den Konflikt zwischen Gutem und Bösem heraus und personifiziert Luzifer und Ahriman. Steiner betitelt in der Zeitschrift LUCIFER: »Kinder des Luzifer sind alle, die nach Erkenntnis und Weisheit streben«.[79]

[...]


[1] Worte im Buch mit *) gekennzeichnet werden im Glossar erklärt

[2] Offizier der »National Volunteer Defensive Army Tibet«, NVDA.

[3] Freiwillige aus der NVDA bildeten die Division »Wehrmacht 22« in Indien.

[4] Heinrich Himmler, Bundesarchiv Koblenz, Himmler N/L 126/9, Nr. 235.

[5] Eranos-Tagungen fanden seit 1933 in Ascona (Schweiz) am Berg Monte Verital und an den Ufern des Lago Maggiore statt. Die Eranos-Tagungen wurden von Olga Froebe-Kapteyn als Begegnung östlicher und westlicher Religion, Geistigkeit und Wissen mit Inhalt durchgeführt. Sie wurden berühmt wegen ihrer Diversität und ihrer Themen in Techné und Phliosophie – Asien/Westen.

[6] Kemp, Reise zum Berg Kailash. Politische Widerständler, verboten Zonen, unbekannte Religionen, 93, 2006.

[7] Kemp, 123ff., 2006.

[8] Der indische Hindu-Nationalismus definiert sich über den abstrakten »Hindutva« = Hindutum, entstammt dem persischen Parsi, bezieht sich auf eine ethnische streng abgeschlossene Gruppe Menschen, die jenseits des Indus leben, die der Lehre des Zoroastrismus angehört, mit Sanskrit und Hindi als Sprache, Sikhs und Buddhisten sind mit einbezogen. Bezieht sich auf die Sakralität des indischen Sub-Kontinentes.

[9] Nezavisna Država Hrvatska, NDH.

[10] Dennis Meadows, Grenzen des Wachstums. Rechnergestützte Simulation.

[11] Claude Lévi-Strauss propagierte in den 50er Jahre den Untergang der westlichen Kultur, des einzigartigen Denkmals –der Zivilisation.

[12] Grünwedel, Wegweiser nach Shambhala, tib. Shambhala 'i lamyig.

[13] In Vajrayana*-Texten wird das Töten von Feinden der buddhistischen Lehre, insbesondere Vajrayna befürwortet. Das Kalacakra-Tantra beschreibt einen endzeitlichen Krieg, in dem Bodhisattva von Shambhala die den Buddhismus bedrohenden Muslime endgültig besiegt/vernichtet.

[14] Zittelmann, Modernisierungstheorie, 2004; Dahrendorf (1965) und Schildt (1994), erzwungene Moderne.

[15] Dahrendorf, 416, 2004.

[16] Bronder, Bevor Hitler kam. Eine histo­rische Studie,1975.

[17] Zander, Anthroposophie in Deutschland. Theosophische Weltanschauung & gesellschaflichte Praxis 1881945. Berlin 2007;

[18] Jansen, Christian & Arno Weckbecker , Eine Miliz im Weltanschau­ungskrieg. Der Volksdeutsche Selbstschutz Der Zweite Weltkrieg - Analysen, Grundzüge, For­schungsbilanz. München, Zürich 1993.

[19] Haushofer, 1869-1946.

[20] Wegen der engl.Bez.und Möglichkeit ihres Einsatzes, Aufzeichnungen, Obersalzberg, 12.5.1941.

[21] Lévi-Strauss, Elementare Strukturen der Verwandtschaft, 1949; Derrs., Mythologiques Mytheme, Paris 1975.

[22] Titelsong eines Filmstreifens über die Bombardierung deutscher Talsperren 1943.

[23] Ironischerweise übte der Ausbruch des Weltkrieges 1939 (1937 in Asien) und 1941 für die USA nachhaltige Veränderungen, wie Ende der Weltwirtschaftskrise ein: Kriegsproduktion/Mobilmachung. Mitglieder etnischer Gruppen kämpfen in US-Einheiten, kommen danach in den Genuß von Ausbildung und College-Uni-Abschlüsse (G.I. Bill). Gesundheitsfürsorge für Veteranen. An der Home Front übernehmen Frauen Männerarbeit.

[24] Liebenfels, Jörg Lanz von ; Grundriss der ariosophischen Ge­heimlehre, Zeit­schrift für Menschenkenntnis und Men­schenschicksale 1, 1925-1926.

[25] Glowka, Deutsche Okkult-Gruppen, 1875-1937, 1981.

[26] Goodrick-Clarke, The occult roots of Nazism. The Ariosophits of Austria/Germany 1890-1935.

[27] Arthur Schopenhauer, SW, V, 269, 1986.

[28] Zotz, Auf den glückseligen Inseln, Buddhismus in der deutschen Kultur, 81, 2000.

[29] Lange, Otto Rahn und die Suche nach dem Gral, Bio­graphie und Quellen, Engerda 1999.

[30] Fohat härtet zerstreut die sieben Brüder. Aus, Dzyan von Blavatsky, das als Verschlüsselungs-Code im Funkverkehr zwischen OKW und Shangri-La diente (tib. dhyzan = Weisheit; Dzyan lernen).

[31] Erforschung der Kaukasus-Völker, Tibet-Expedition, Teilchenbeschleunigung, Multiversen.

[32] Es betrifft das hypothetische, den ganzen Raum durchziehende Energiefeld, das Higgsfeld.

[33] Ebenso wie das Matriarchat der birmanischen Berg­völker - Tibeter, Mosuo in Yunnan, China - denen über das Mutterrecht eine rassistische Wendung – und starke rassische Wurzeln - wie bei den nordischen finno-ugrischen Urvölkern zugeschrieben werden, die durch ihre »Blutseele« bestimmt worden seien.

[34] Carsten Könneker, »Auflösung der Natur – Auflösung der Geschichte«. Moderner Roman und NS-Weltan-schauung, im Zeichen der theoretischen Physik, 2001.

[35] Petersen im Deutschen Roman der Moderne, 21, 1991.

[36] Wyman, Das unerwünschte Volk. Amerika und die Vernichtung der europäischen Juden; Higham, Trading with the Enemy. An Exposé of the Nazi-American Money-Plot 1933-1949, 157, 1983; Bergman, Nazi collaborator, or hero? in: Ha’aretz, 28.4.2000; dieser Artikel und meine pers. Infos basieren auf den Recherchen des Journalisten Shraga Elam, Israel.

[37] Im Vorwort von Marquès-Rivière » A L’hombre des monastères thibétains« von Maurice Magre wurde bemerkt: »In Shambhala, so wird gesagt, besitzen die Weisen die Kraft, die Dauer des menschlichen Lebens zu verlängern. Sie sind die Wächter des verloren gegangenen, antiken Wissens und verfügen in ihren Archiven über die Geschichte von Atlantis und Lemurien als auch über die zukünftige Geschichte der Menschheit. Danach sollen in Palästina, im Altai, der Wüste Gobi, Mongolei oder Tibet sich Geheimnisse zu der sagenhaften Örtlichkeit befinden, die Stadt der Weisen [...]«. Hier sind möglicherweise die Gründe zu finden, aus denen der Alliierte Gerichtshof 1945/46 in Nürn­berg Dokumente beiseite gelassen hatte, die auf Zionismus und esoterische Einflüsse aus der Wallstreet und andere okkulte Dinge hinwiesen. Tausende Akten über die Waffen-SS und Akten aus diesem Zeitraum lagern in amerikanischen Archiven und Berichte des Zentral-Komitees der KPdSU. 1990 wurden zum Hitler-Stalin Pakt von 1939 und zur Frage des Baltikums erstmals (teilweise) Dokumente veröffentlicht, die möglicherweise manipuliert wurden (vgl. dazu Voslensky, Das Geheimnis wird offenbar. Moskauer Archive erzählen 1917-1991; Valentin Falin, die zweite Front - Interessen Konflikte in der Anti-Hitler-Koalition). Protokolle der Unterredungen von Rudolf Heß mit britischen Offizieren (Flug nach England, 1941), sind mit einem Sperrvermerk bis im Jahr 2018 versehen.

[38] Rabe, in China verehrt, in D. vergessen; Pan Guang, The Revitalisation of the Jewish People, Shanghai.

[39] Kemp, 189, 2006.

[40] Lanczkowski, 55, 1980.

[41] Frick, 71, 1941.

[42] Unbekannt. Fast ohne Ausnahme sind CFR-Mitglieder durch Blutsverwandtschaft, wirtsch. Status/Bildungs-standard verbunden. Brzezinski (Jimmy Carters und Obamas Mentor) und David Rockefeller haben jede einzelne Person zur Teilnahme an der Gestaltung/Verwaltung der vorgschl. »Neuen Weltordnung« überprüft und ausgewählt.

[43] Levinson, 160, 1978.

[44] Kemp, Umgang mit technischen Risiken. Abrupte Klimakatastrophe als Kriegs-Gefahr, 2005.

[45] Steht für das 21. Jh. Ziel ist eine nachhaltige Entwicklung – weltweit, was vor Ort beginnt.

[46] Leibnitz, 1646 - 1716; G.W. Leibnitz, Das Neueste von China. Novissima Sinica 1697.

[47] Taylor (1906), zitiert von Joscelyn Godwin, 51, 1996.

[48] Jonathan Littel, Die Wohlgesinnten, 23, 2008.

[49] Voraussetzung war die von Newton vertretene Ann. der völligen Gleichheit u.Träger der schweren Massen.

[50] Döblin, in Berliner Tageblatt, Nr 543, 5, 24. Nov. 1923.

[51] Singer, W., Matthieu, R., Hirnforschung und Meditation. 2008

[52] Gesprächsnotiz mit Werner Beumelburg, April 1962.

[53] Techné-Gesellschaften in Berlin, Breslau, München und Wien angehend

[54] Friedrich Ratzel, 1844-1904, Der Lebensraum (1901);

Hans Grimm 1875-1959, Volk ohne Raum.

[55] Karl Kellner, 1895, ind. Namen wie Devi, Radha, Methamma, Kali oder Durga.

[56] Herf, Jeffrey, Reactionary Modernism. Technology, culture & politics in Weimar and the Third Reich. 1984.

[57] Burleigh, Wippermann, the Racial State. Germany 1933-1945, 1991.

[58] Machtergreifung Hitlers war am 30. Januar 1933.

[59] Walter Laquer, Gesichter des Antisemitismus. 2008.

[60] Bereits der mittelalterliche - frühneuzeitliche Antijudas diskriminierte.

[61] Droyssen, 1808-1884.

[62] Mommsen, 1817-1903.

[63] Sybel, 1817-1895.

[64] Treitschke, 1834-1896; nach ihm ist in Berlin-Steglitz eine Straße benannt, Treitschke machte den Judenhass in Deutschland salonfähig.

[65] Rothfels, 1891-1976.

[66] Ingo Haar, Revisionist. Hist.: Königsberger Beisp. In: Schöttler (Hrsg.): Gesch. als Legitimation, 88f.,1999.

[67] H.P. Blavatsky, 1831-1891, eine gebürtige Hahn von Rottenstern, stammt aus deutsch-russischem Adel und gelangte nach dem Mythos im Alter von 24 Jahren über Kashmir und Ladak nach Tibet, wo sie in buddhistischen Klöstern eine systematische Schulung erhielt. Guénon, 1886-1951, Roehrich, 1874-1947, sowie Rudolf Steiner, 1861-1925.

[68] Kiersch: Wenn Anthroposophie von innen gesehen wird, aus Prozessen der Entwicklungen und Erneuerung heraus, wird sie aus der Imagination gewonnen, die Ebene der Intuition ist der Bereich, der zu letzten Wahrheiten führt. »Absolute Wahrheiten« müssen bei Steiner differenziert werden, aber sie sind erkenn- und überprüfbar. Steiner ist für Kiersch ein Mensch und als solcher nicht ohne Fehler und Irtümern, aber darüber hinaus mit der Fähigkeit zur Intuition, aus der das Schauen gewonnen wird; siehe Johannes Kiersch, Vom Land aufs Meer: Steiners Esoterik in verändertem Umfeld. 2008.

[69] Hamann, 111, 2003.

[70] Fichte,1808, Rede an die deutsche Nation.

[71] Emil Herz, 1951, Denk ich an Deutschland in der Nacht. Titel ist der ersten Zeile H. Heines entnommen: Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.

[72] Gobineau, Versuch über die Ungleichheit der Menschenrassen, Paris 1853.

[73] Toland, 213, 1977.

[74] Lange, 59, 1993.

[75] Schumpeter, Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie. 1950.

[76] Martinsen, 138/139, 1999.

[77] Steiner, Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menschheit, in: Buddha und Christus. Dornach, 53, 1939.

[78] Steiner, Das Ereignis der Christus-Erscheinung in der ätherischen Welt, ist seiner Zeit weit voraus 131. Obwohl die Existenz des Äthers bis ins frühe 20. Jh. in wissenschaftlichen Kreisen unumstritten, bis das Michelson-Morley-Experiment 1887 allgemein als Beweise anerkannt wurde, dass eine solche verborgene Energiequelle nicht vorhanden sei.

[79] Aus G. Wehr, Rudolf Steiner, Wirklichkeit, Erkenntnis und Kulturimpuls. Verlag Aurum, 189, 1982

Details

Seiten
600
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640378913
ISBN (Buch)
9783640378982
Dateigröße
3.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v119493
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin – Geow. Inst. der Freien Universität Berlin
Note
Schlagworte
Seminar Geowissenschaften Hochgebirgsökologie/Umweltrecht

Autor

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Titel: Auf den Weg nach Europa