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Seelsorge an Jugendlichen

Seminararbeit 2008 8 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Abgrenzung des Themas

2 Wann beginnt Seelsorge?

3 Grundlagen

4 Hilfen für die Seelsorge
4.1 Die persönlichen Voraussetzungen eines Seelsorgers
4.2 Methoden
4.3 Grenzen kennen und Verantwortung wahrnehmen
4.4 Hilfen für ein Beratungsgespräch

5 Statement

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung und Abgrenzung des Themas

Die Jugendlichen von heute, sind die Erwachsenen von morgen. Sie sind diejenigen, die morgen die Verantwortung tragen werden, sich in der Politik, im Gesundheitswesen, in der Wirtschaft, im Sozialwesen oder an anderer Stelle in der Gesellschaft einsetzen werden. Doch wie oft wird über die jungen Menschen „gemeckert“? Wie oft passiert es, dass Jugendliche psychisch krank, drogenabhängig, kriminell werden oder im schlimmsten Fall sogar Selbstmord begehen? Was viele vergessen ist, dass sich die jungen Menschen in einer der intensivsten Phasen ihres Lebens befinden, in der sie viele schwere Herausforderungen beanspruchen.

Sie sind in der Zeit der Ablösung vom Elternhaus, haben gravierende Probleme mit sich selbst, befinden sich in seelischen Hochs und Tiefs, haben Zukunftsängste und sind den Ansprüche von Außen, die an sie gestellt werden, ausgesetzt.

Daher brauchen Jugendliche nicht nur Bildung und soziale Sicherheit, sondern sie brauchen persönliche Beziehungen und vor allem eine Person, der sich auch um ihre Seele kümmert.

Somit haben auch die Gemeinden und die Jugendkreise eine große Verantwortung gegenüber den jungen Menschen, denn die Seelsorge ist eines der wichtigsten Bestandteile in der Jugendarbeit.

Ich selber fühle mich oft unfähig seelsorge-suchenden Jugendlichen zu helfen, daher habe ich mich für das Thema „Seelsorge an Jugendlichen“ entschieden. In dieser Arbeit soll es darum gehen wann Seelsorge beginnt, was grundlegend für eine biblische Seelsorge ist, welche Eigenschaften ein Seelsorger mitbringen bzw. verbessern sollte und welche Hilfen es für Seelsorgegespräche gibt.

Unmöglich ist es sich mit allen betreffenden Themen und ihren direkten Hilfestellungen zu beschäftigen.[1]

2 Wann beginnt Seelsorge?

Reinhold Ruthe[2] geht von der Jugendseelsorge aus, die beginnt, wenn ein Jugendlicher in die Seelsorge kommt. Dagegen schreibt Martin Liedholz[3], dass der Seelsorger einfach die jungen Menschen ansprechen soll. Dabei sollten nicht nur die auffälligen Jugendlichen die Aufmerksamkeit bekommen, sondern vor allem die unauffälligen.

Beide vertreten nachvollziehbare Positionen. Zu ergänzen wäre, dass Seelsorge eigentlich schon da beginnt, sobald der Mitarbeiter, ob es nun der hautamtliche Gemeindeleiter, der Jugendleiter oder ein ehrenamtlicher Mitarbeiter ist, in eine Beziehung zu den Jugendlichen tritt. Indem die Person sich für die Jugendarbeit entschieden hat, hat sie sich auch für die Seelsorge an den jungen Menschen entschieden. Durch die persönlichen Beziehungen entsteht ein Raum des Vertrauens, in denen Jugendliche sich öffnen können bzw. auch angesprochen werden können. Jugendseelsorge ist somit oft nicht etwas Geplantes oder Terminliches, sondern geschieht bereits dort, wo Vertrauen entsteht und gute Beziehungen gelebt werden. Auch durch Impulse und Andachten im Jugendkreis kann der Mitarbeiter ohne sein Wissen seelsorgerlich Handeln. Durch die bereits vorhergegangene „spontane“ Seelsorge besteht die Möglichkeit, zur kontinuierlichen, zuvor abgesprochenen Seelsorge.

Daher ist es entscheidend, dass jeder Mitarbeiter in der Jugendarbeit sich mit dem Thema Seelsorge auseinandersetzt und sich zumindest mit den Grundlagen der Jugendseelsorge befasst. Die folgenden Grundlagen, Voraussetzungen, Methoden, Grenzen und Hilfen für ein Beratungsgespräch sollen dazu helfen.

3 Grundlagen

Der Jugendliche ist eine Einheit von Geist, Seele und Leib. Daher sollte der Seelsorger in der Sorge um die Seele der Jugendlichen ganzheitlich orientiert sein. Damit sind die geistliche Ganzheit, die emotionale Ganzheit und die ganzheitliche Beziehungen gemeint.[4]

Die geistliche Ganzheit ist die persönliche Beziehung zu Jesus und die geistliche Reife. Sie sind Priorität und können durch nichts anderes bleibend ersetzt werden. Die Aufgabe des Seelsorgers ist die Förderung der geistlichen Ganzheit.

Emotionale Probleme wie Schuldgefühle, Depressionen sind auf „das unterentwickelte Bild von Gott in der Seele“[5] zurückzuführen. Die Seelsorge hilft dem Jugendlichen zu erkennen und zu leben, wie Gott ihn gemeint hat.

In den ganzheitlichen Beziehungen geht es, wie der Name schon ausdrückt um Beziehungen und zwar um gesunde, wiederhergestellte. Denn gerade in ungesunden und/ oder zerbrochenen Beziehungen erleben die jungen Menschen, viele Krisen, die zu schweren Problemen in ihrem Leben führen. Daher ist die Förderung der Wiederherstellung von Beziehungen enorm wichtig: zuerst „…mit Gott, dann mit den Eltern, dann mit anderen.“[6]

Es geht also in der Jugendseelsorge nicht darum, dass der Jugendliche „glücklich“ wird, sondern durch den Seelsorger zum Glauben geführt wird bzw. im Glauben begleitet wird, so dass er geistlich und persönlich reifen kann. Dabei spielt auch die Person des Seelsorgers eine entscheidende Rolle, da sie als Vorbild dient oder erst das Seelsorgegespräch ermöglicht. Im Folgenden werden persönliche Voraussetzungen erläutert. Sie können erlernt oder auch verbessert werden.

4 Hilfen für die Seelsorge

4.1 Die persönlichen Voraussetzungen eines Seelsorgers

Eine Beziehung zu Jesus Christus: In der Seelsorge ist der Seelsorger vollkommen von Jesus abhängig. Es gibt Probleme auf die nur Jesus Antwort hat, Zeiten von Strapazen, die auf die göttliche Kraft, Ausdauer und Geduld angewiesen sind. Daher ist eine enge Beziehung zu ihm sehr wichtig.[7]

Vertrauen in den Heiligen Geist: Das heißt, nicht in sich selbst oder die eigene Kompetenzen und Gaben, sondern in den Heiligen Geist zu vertrauen.

Einfühlungsvermögen: Mit Ausdrücken des Verständnisses und der Betroffenheit kann der Seelsorger sein Einfühlungsvermögen gegenüber dem Jugendlichen zeigen. Sie wirken heilend auf den jungen Menschen. Durch das Interesse des Seelsorgers fühlt sich der junge Mensch verstanden und geliebt.

Wärme: Wärme wird durch das Interesse am, durch das Sorgen um und die Zuneigung an dem Jugendlichen deutlich. Das alles schafft einen Raum des Vertrauens. „Vertrauen aber ist die wichtigste Voraussetzung für Seelsorge.“[8]

Wahrhaftigkeit: Echt sein gegenüber dem Jugendlichen, ist sehr wichtig. Dazu gehören vor allem Offenheit, Ehrlichkeit, sich selbst kennen und leben. Junge Menschen merken, wenn das Gegenüber sich verstellt.

Demütige Gesinnung: Diese Eigenschaft strebt nicht danach verstanden zu werden, sondern den anderen zu verstehen. Sie eifert nicht danach einen Rat zu geben, sondern hilft dem jungen Menschen Antworten und Orientierungen zu finden. Dabei nimmt sie die kognitiven und emotionalen Erfahrungen des Ratsuchenden ernst.

[...]


[1] Hierfür empfehle ich auf weiterführende Literatur zurückzugreifen, z. B. Josh McDowell, Bob Hostetler, Handbuch Jugendseelsorge, Bielefeld 1998.; Reinhold Ruthe, Praxis Jugendseelsorge, Wuppertal/ Zürich 1990.

[2] Vgl. Reinhold Ruthe, a. a. O..

[3] Vgl. Martin Liedholz, Unterwegs mit jungen Menschen, Handbuch für Jugendarbeit, Gießen³1984, 227.

[4] Vgl. Josh McDowell, Bob Hostetler, a. a. O., 20-21. 27-28.

[5] Ebd., 28.

[6] Ebd., 8.

[7] Die Ausführung bezieht sich auf folgende Quellen: Vgl. ebd., 25-27.; Martin Liedholz, Unterwegs mit jungen Menschen, Handbuch für Jugendarbeit, Gießen³1984, 215-218.; Willi Faix, Jugendarbeitslehrgang, Seelsorge in der Jugendarbeit (Theologisches Seminar Adelshofen: unveröffentlichter Jugendarbeiterlehrgang 1989, 1-6).

[8] Willi Faix, a. a. O., 1.

Details

Seiten
8
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640228614
Dateigröße
349 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v119318
Note
Schlagworte
Seelsorge Jugendlichen Jugendarbeit

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