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Räumliche Effekte neuer Informations- und Kommunikationstechnologien

am Beispiel Telearbeit

Seminararbeit 2004 22 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. NEUE INFORMATIONS- UND KOMMUNIKATIONSTECHNOLOGIEN – IuK
2.1 Begriffserklärungen
2.2 Entwicklung neuer IuK
2.3 Entwicklung der Telekommunikation in Deutschland
2.4 theoretische Ansätze zur Raumwirksamkeit neuer IuK

3. BEISPIEL TELEARBEIT
3.1 Entwicklung der Telearbeit
3.2 Räumliche Effekte der Telearbeit

4. FAZIT

5. LITERATUTVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

Das Interesse der Geographen an neuen Informations- und Kommunikationstechnologien ist vor allem in Deutschland ein eher junges. So klingt es im ersten Moment auch etwas abstrakt Informations- und Kommunikationsströme zu analysieren, zu verfolgen und räumlich einzuordnen. Abstrakter jedoch wird es noch, sobald man realisiert, dass dadurch ein zweiter Raum geschaffen wird, der zwar nicht physischer Gestalt ist, aber dennoch den Erdball in einer anderen Dimension umspannt: Der „Space of Flows“.

Prinzipiell besteht der „Space of flows“ aus Informations- und Kommunikationsströmen. Würde man nun versuchen einen „Space of flows“ des Jahres 1600 darzustellen und ihn mit einer Darstellung des heutigen „Space of flows“ vergleichen, würde man feststellen, dass die Erde innerhalb der letzten vierhundert Jahre vor allem durch neue Informations- und Kommunikationstechnologien, erheblich geschrumpft wäre, zumindest in diesem mehr oder weniger fiktiven Raum der Ströme.

Neue Informations- und Kommunikationstechnologien ermöglichen es heute innerhalb von Sekunden mit einer Person nahezu unabhängig von Orten zu kommunizieren und interagieren. Neue Möglichkeiten in Bereichen der Wirtschaft, Politik und Ökologie ergeben sich daraus und bestimmen heutige Entwicklungen weitgehend. Sie unterstützen die Entwicklung einer globalen Informationsgesellschaft.

2. NEUE INFORMATIONS- UND KOMMUNIKATIONSTECHNOLOGIEN – IuK

2.1 Begriffserklärungen

Zum besseren Verständnis des folgenden Textes, möchte ich am Anfang einige Begriffe erklären und definieren.

Bisher wurde sich kaum um eine definitorische Klärung des Begriffs Information bemüht. Kellermann ([1992, S. 402]vgl. RAUH, S. 7) jedoch liefert eine begriffliche Synthese, die es ermöglicht einen Eindruck von Information zu bekommen:

„Informationen stellen aus dem potentiellen Feld einer Vielzahl von Informationen ein herausgehobenes Teilelement dar, das dem Handelnden nicht nur zur Verfügung steht, sondern von ihm auch verstanden wird und zu Wissen, das potentiell auch räumlich umsetzbar ist, geordnet werden kann. Der Inhalt der Informationen kann ökonomischer [Kontakte von non- profit- Organisationen, wie Regierungen, kulturelle oder akademische Einrichtungen], institutioneller [Verkehr von Gütern und Kapital], sozialer [familiäre und soziale Kontakte], und produzierter [kommerzielle Produkte] Art sein.“ (KELLERMANN, 1992, S.402, zitiert nach: RAUH, 1999, S. 7)

Kommunikation (lat. communis- gemeinsam) finde statt, wenn gewisse Gemeinsamkeiten zwischen verschiedenen Subjekten bestehen. (vgl. RAUH,1999, S. 5) Diese Gemeinsamkeiten können unterschiedlicher Natur sein. Materielle Güter, gemeinsame Interessen, oder einfach das Bedürfnis zum Austausch von Informationen, sind nur ein paar Beispiele.

Heute können verschiedene Formen der Kommunikation unterschieden werden. Die ursprünglichste Form ist die sogenannte face- to- face- Kommunikation, wobei Individuen an irgendeinem Ort aufeinander treffen und miteinander unmittelbar in Interaktion treten.

Der technische Fortschritt ermöglicht mittlerweile allerdings auch Kommunikation von Mensch zu Maschine und die sogenannte „delegierte Kommunikation“, was einen eigenständigen Informationsaustausch zwischen technischen Systemen, also Maschinen, bezeichnet. (GRÄF, 1985, zitiert nach: RAUH, 1999, S.6)

Weiterhin wichtig zu unterscheiden sind Formen der Individual- und Massenkommunikation. Individualkommunikation findet meist zwischen zwei oder wenigen Individuen statt und hat geschäftlichen oder privaten Charakter. Massenkommunikation richtet sich an ein anonymes, räumlich meist weit verteiltes Publikum und ist öffentlich. Beispiele hierfür sind Radio, TV und Zeitungen. Durch das Zusammenwachsen von Medien- und Computertechnik unter dem Begriff Multimedia jedoch wird die Grenze nach und nach verwischt.

Laut RAUH (1999, S. 8) besteht Kommunikation aus einem mehrstufigen Prozess

- In dem ein Austausch von Informationen
- zw. Individuen, Gruppen und wirtschaftlichen, gesellschaftlichen oder juristischen Organisationen (vgl. GRÄF, 1988, S.6) in den Rollen von Kommunikatoren und Rezipienten,
- die jeweils gewisse Motive und Erwartungen verfolgen
- über persönliche Kontakte oder durch nachrichtentechnische Vermittlung stattfindet
- und zu einer raumwirksamen Reaktion führen kann. (vgl. RAUH, S. 8)

Informations- und Kommunikationstechnologien „[...] sind sämtliche Technologien, die der räumlichen, zeitlichen und inhaltlichen Informationstransformation dienen (Aufnahme, Umwandlung, Speicherung, Übermittlung...).“ (GEBAUER, 2002, S. X)

Weitere Bezeichnungen für Informations- und Kommunikationstechnologien sind „Telekommunikationstechnologien“, „Neue Medien“, „moderne Telekommunikationsmedien“ sowie „IuK“. Maßgebliche Veränderungen ergeben sich in diesem Bereich durch die Entwicklung der Mikroelektronik und Computertechnik. (vgl. GEBAUER, 2002, S. X)

2.2 Entwicklung neuer IuK

Der Telekommunikationsmarkt befindet sich seit Anfang der 80er in einer Expansionsphase, was sowohl globale und internationale als auch regionale und kommunale Veränderungen in wirtschaftlichen, sozialen und politischen Bereichen zur Folge hat. Das Angebot „Neuer Medien“ beeinflusst die Nutzung durch die Bevölkerung weltweit, woraus sich auch raumwirksames Handeln ergeben kann. Zwar sind neue IuK als wirtschaftliche Basisinnovation (vgl. Preussag Dienstleistungsreport, 2001, S.8) zu verstehen, dennoch gab es, und gibt es Grenzen, die Entwicklung in diesem Bereich gehemmt haben. Der technische Fortschritt im Bereich der Telekommunikation innerhalb der letzten zehn Jahre wurde erst durch gewisse Deregulierungs- und Liberalisierungsmaßnahmen des Telekommunikations- Sektors angekurbelt und ermöglicht. Beispiel hierfür ist der extreme Preisrückgang der Verbindungsgebühren (vgl. Abb. 1), was die Nutzung der Telekommunikationstechnologien natürlich wesentlich attraktiver macht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Quelle: Preussag Dienstleistungsreport, 2001 www.networks-group.de

Seit 1984 wird eine abgestimmte Telekommunikationspolitik der EG/EU verfolgt. Das Einbinden der Telekommunikation in einen gemeinsamen Markt wird damit angestrebt.

Der EU- weite Deregulierungsprozess verläuft in drei Phasen. (vgl. RAUH, 1999, S.33-34)

- Die vorbereitende Phase von 1984 bis 1987 verfolgte die Harmonisierung des Fernmeldewesens in den Mitgliedstaaten der EG/EU in technischen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Bereichen. Maßnahmen werden sozusagen länderübergreifend aufeinander abgestimmt.
- Die erste Durchführungsphase von 1987- 1993 setzte ihren Fokus auf die Integration der Telekommunikation in eine gemeinsame Marktwirtschaft („Grünbuch der
Telekommunikation“[vgl. RAUH, S. 33])der EG/EU. Teilbereiche der Telekommunikation werden in den meisten Mitgliedstaaten aus den Monopolen herausgenommen und für den Wettbewerb freigegeben. Weiterhin wurden verbindliche Richtlinien für Dienste, Endgeräte und öffentliches Auftragswesen erstellt, sowie politisch- rechtliche Grundlagen für eine Liberalisierung (stufenweise von Einschränkungen freimachen) des Telekommunikationssektors geschaffen.
- In der zweiten Durchführungsphase von 1993- 1998 kam es zur endgültigen Liberalisierung und letzte Monopole (Sprachtelefondienst und Netzmonopole) sollen zum 1.1. 1998 beseitigt werden und einer wettbewerblichen Ordnung unterlegt werden. Entsprechende Regelungen werden für Spanien, Griechenland, Portugal und Irland bis 2003 festgelegt.

Heute gilt der Informations- und Kommunikationssektor als zentraler Sektor des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturwandels. Nach Definition des OECD, umfasst der Informations- und Kommunikationssektor alle Produktions- und Dienstleistungssektoren, die Daten und Informationen elektronisch erzeugen, transportieren und verarbeiten (vgl. Networks, Sektoranalyse Telekommunikation 2003, S.17). Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der IuK- Branche wird deutlich an der Entwicklung der Bruttowertschöpfung und der Produktivitätsentwicklung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: networks, Sektoranalyse Telekommunikation 2003, S.19; www.networks-group.de

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Details

Seiten
22
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783640225507
Dateigröße
815 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v118993
Institution / Hochschule
Philipps-Universität Marburg – Fachbereich: Geographie
Note
1,3
Schlagworte
Räumliche Effekte Informations- Kommunikationstechnologien Geographie Dienstleistungen Kommunikation IuK Telearbeit

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Titel: Räumliche Effekte neuer Informations- und Kommunikationstechnologien