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Geschlechterverhältnisse in der land- und hauswirtschaftlichen Aus- und Weiterbildung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Doktorarbeit / Dissertation 2007 326 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Moderne Geschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkurzungsverzeichnis

A. Gegenstand und Struktur der Arbeit
1. Aufgabenstellung
2. Methoden
3. Quellen
4. Aufbau der Arbeit

B. Grundlagen
1 Geschlechtsspezifische Aspekte
1.1 Definition des Begriffes Geschlecht
1.2 B erufstatigkeit von Frauen
1.3 Geschlechtsspezifische Aspekte in der Ausbildung
1.4 W andel der Familie
1.5 Feminismus und Emanzipation
1.6 Manneremanzipation
1.7 Gesellschaftlicher Wandel des Bauern
2 Wesentliche Entwicklungen in der Land- und Forstwirtschaft in der 2. Halfte des 20
Jahrhunderts
2.1 Entwicklung der Betriebs- und Arbeitskraftestruktur
2.2 Modernisierung, Mechanisierung
2.3 Produktion und ForderungsmaBnahmen
2.4 Auswirkungen des EU-Beitritts auf die Landwirtschaft
2.5 Die Situation der Bauerin
2.6 Aktuelle Situation

C. Empirischer Teil
1 Landwirtschaftskammer, Landliches Fortbildungsinstitut
1.1 Geschichte der Institution
1.2 Das Zeitalter der technischen Neuerungen
1.2.1 Bildungsangebote Landwirtschaft
1.2.2 Bildungsangebote Hauswirtschaft
1.2.3 Vermittelte Rollenbilder der Frau als Bauerin
1.3 Von der Basis- zur Spezialausbildung
1.3.1 Bildungsangebote fur Manner
1.3.2 Bildungsangebote fur Frauen
1.3.3 Der Beruf der Bauerin ist nicht mehr gefragt
1.4 Bauer und Bauerin als Unternehmer
1.4.1 Frau und Mann am Bauernhof treten als Unternehmer auf
1.4.2 Landwirtschaftliche Aufbaukurse
1.4.3 Vergleich der LFI-Kursprogramme
1.5 Meisterausbildung in Landwirtschaft und landlicher Hauswirtschaft
1.5.1 Historische Entwicklung
1.5.2 Landwirtschaftliche Meisterausbildung
1.5.3 Meisterausbildung in landlicher Hauswirtschaft
1.5.4 Vergleich der Ausbildungszahlen
2 Jugendwerk der Landwirtschaftskammer, Landjugend
2.1 Entstehung der Landjugendbewegung
2.1.1 Grundung von 4-H-Klubs und Landjugendgruppen
2.1.2 Aufbau und Organisation der Osterreichischen Landjugend
2.1.3 Besonderheiten bei Grundungen in den einzelnen Bundeslandern
2.1.4 Bundesweite Organisation
2.2 Ziele der Landjugendbewegung
2.3 Allgemeines Bildungs- und Arbeitsprogramm
2.3.1 Brauchtumspflege
2.3.2 Fachliche Weiterbildung und Aktivitaten
2.3.3 Exkursionen und Lehrfahrten
2.3.4 Arbeitsaufgaben und Kurzlehrbriefe
2.3.5 Wettbewerbe
2.4 Inhaltliche Schwerpunkte und Projekte im Laufe der Zeit
2.4.1 Kontakt mit Amerika
2.4.2 Beziehung Stadt-Land
2.4.3 Ausstellungen
2.4.4 Jahr der Frau 1975 - Jahr der Partnerschaft
2.4.5 Umweltschutz
2.4.6 Das Zeitalter der Projekte
2.4.7 Internationalitat
2.4.8 Vermehrte Bildung fur Funktionare und Betreuer/innen
2.4.9 Mit einem Schwerpunktthema ins neue Jahrtausend
2.5 Geschlechtsspezifische Tatigkeiten und vermittelte Rollenbilder
2.5.1 Burschenspezifische Aufgaben
2.5.2 Madchenspezifische Aufgaben
2.5.3 V ermittelte Rollenbilder
3 Landwirtschaftliche Fachschulen
3.1 Uberblick
3.2 Schule fur hauptsachlich Madchen: Mistelbach bei Wels
3.2.1 Geschichtliche Entwicklung
3.2.2 Wege nach der Fachschule
3.2.3 Projekte und Schulveranstaltungen
3.2.4 Schulstatistik
3.2.5 Lehrplane und -inhalte:
3.3 Schule fur hauptsachlich Burschen: Katsdorf
3.3.1 Geschichtliche Entwicklung
3.3.2 Projekte und Schulveranstaltungen
3.3.3 Schulstatistik
3.3.4 Lehrplane und -inhalte
3.4 Vergleich der Lehrplane der Fachrichtung Landwirtschaft mit Landlicher
Hauswirtschaft
4 Hohere Bundeslehranstalten
4.1 Uberblick
4.2 Hohere Bundeslehranstalt Elmberg
4.2.1 Geschichtliche Entwicklung
4.2.2 Wege nach der HBLA Elmberg
4.2.3 Schulautonomie und Schulentwicklung
4.2.4 Projekte und Schulveranstaltungen
4.2.5 Auslandskontakte
4.2.6 Maturathemen einst und jetzt
4.3 Hohere Bundeslehranstalt Ursprung
4.3.1 Geschichtliche Entwicklung
4.3.2 Schulstatistik
4.3.3 Wege nach der HBLA Ursprung
4.3.4 Projekte und Schulveranstaltungen
4.3.5 Lehrplan und Schulentwicklung
4.3.6 Maturathemen im Vergleich
4.4 Vergleich der Lehrplane HBLA Elmberg und HBLA Ursprung
5 Zusammenfassender Uberblick und Schlussfolgerungen

D. Literatur
1. Selbststandig erschienene Werke
2. Zeitungen und Zeitschriften
3. Gesetze
4. Gedruckte Quellen
5. Handschriftliche Quellen
6. Internetquellen, Elektronische Dateien
7. Mundliche Quellen

E. Lebenslauf

F. Danksagung

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die Kammerfuhrung vor dem neu errichteten Gebaude

Abbildung 2: Tonwagen der O.O. Landwirtschaftskammer

Abbildung 3: Fahrbare Fachbucherei

Abbildung 4: Frauen beim Traktorkurs

Abbildung 5: Burschen beim Traktorpflegekurs

Abbildung 6: Demonstration der Waschmaschine

Abbildung 7: Logo 4-H-Club

Abbildung 8: Landesbeitrat in Niederosterreich 1952

Abbildung 9: eine moderne Art der Volkstumspflege

Abbildung 10: Frauenschuhplattlergruppe „Die flotten Hupfer“

Abbildung 12: Leistungsabzeichen fur Burschen (oben) und fur Madchen (unten)

Abbildung 13: Logo der Zeitung „Die Landjugend“

Abbildung 14: Teilnehmer/innen der Ausbildung Landjugendpromotor 1998

Abbildung 15: „Welchen Traktor gibt es?“

Abbildung 16: Information zur Bodenuntersuchung

Abbildung 17: Wettbewerb fur Burschen 1958 in Salzburg

Abbildung 18: Nebenerwerbsbauer mit Lammern

Abbildung 19: BM fur Land- und Forstwirtschaft: Wir nahen ein Wascheknopfloch

Abbildung 20: Hauswirtschaftswettbewerb 1958

Abbildung 21: Madchentreffen in Salzburg

Abbildung 22: Die ideale Osterreicherin 1967

Abbildung 23: Die Landwirtschaftliche Berufs- und Fachschule Mistelbach

Abbildung 24: Eine Kochgruppe mit Lehrerinnen in der Kuche

Abbildung 25: Der Schlafsaal aus jener Zeit, untertitelt mit „Schlafsaal der Zoglinge“

Abbildung 26: Der Unterrichtsraum

Abbildung 27: Die Lehrkuche nach dem Umbau 1948 bis in die fruhen 60-er Jahre

Abbildung 28: Die Lehrkuche nach dem Umbau 1964

Abbildung 29: Das neue Nahzimmer 1964

Abbildung 30: In solchen Schlafsalen bzw. Zimmern waren die Schulerinnen vor

Abbildung 31: Prasentation der Werkstucke bei der Leistungsschau

Abbildung 32: Die hohe Schule der Kochkunst prasentiert sich

Abbildung 33: Schulerinnen in ihrer Freizeit am Steg der Fachschule

Abbildung 34: Das heutige Schulgebaude wurde fruher als Erholungsheim genutzt

Abbildung 35: Das Gebaude mit dem ursprunglichen Charakter eines Vierkanthofes

Abbildung 36: Der fruhere Stall (1957)

Abbildung 37: Viehversteigerung 1977

Abbildung 38: Unterricht bei Demobetrieben

Abbildung 39: Praktische Arbeit in den Werkstatten

Abbildung 40: Austausch mit der Fachschule Riesenhof 1999

Abbildung 41: Servieren bei der Jubilaumsfeier 50 Jahre Katsdorf

Abbildung 42: Die Absolventenkapelle spielte beim Hofkonzert 1986

Abbildung 43: Schulstatisik FS Katsdorf Abendschule

Abbildung 44: Die neu errichtete Schule in Elmberg

Abbildung 45 und 46: Das damals neu errichtete Internat

Abbildung 47: AuBenansicht der Schule heute

Abbildung 48: Ausbildungen und Berufswege 1959-1964

Abbildung 49: Prasentation beim Erntedankfestzug 1960

Abbildung 50: Ausbildung und Berufswege 1990

Abbildung 51: Schulerinnen prasentieren bei der Matura die genahten Trachten

Abbildung 52: Waldlehrpfad errichtet 2002/03

Abbildung 53:Festtafel im Festsaal

Abbildung 54: traditionelle Erntekrone

Abbildung 55: Schulerinnen bei der Arbeit in Holland

Abbildung 56: Entwicklung der Zahl der Auslandspraktikanten/innen

Abbildung 57: Wichtig in den Sechzigerjahren: Modernisierung der Haushalte

Abbildung 58: das neu errichtete Schulgebaude 1968

Abbildung 60: Der biologisch gefuhrte landwirtschaftliche Lehrbetrieb

Abbildung 61 und 62: Fleischverarbeitung und Brotbacken in den sanierten Praxisraumen

Abbildung 59: Schulerstatistik HBLA Ursprung

Abbildung 63: Berufswege Absolventen HBLA Ursprung bis 1983

Abbildung 64: Serviertruppe beim Maturaessen 1973

Abbildung 65 u. 66: Das Labor 1972

Abbildung 67: Neigungsgruppe Gerateturnen

Abbildung 68: Prufung bei der Matura in Tierhaltung 1970

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Agrarquote

Tabelle 2: Betriebe und Flachennutzung im Zeitvergleich

Tabelle 3: Anbauflachen Ackerfruchte

Tabelle 4: Beispiel fur ein Wochenprogramm 1952

Tabelle 5: Ein Wochenprogramm acht Jahre spater aus dem Jahre 1960

Tabelle 6: Ubersicht Schwerpunkte Radioprogramm

Tabelle 7: Kursstatistik Bildungswinter 1953/54

Tabelle 8: Lehrplan Landwirtschaftlicher Haushaltungskurs

Tabelle 9: LFI-Programm 1978/79

Tabelle 10: LFI-Programm 1988/89

Tabelle 11: LFI-Programm 1998/99

Tabelle 12: Statistik Meisterausbildung in Oberosterreich

Tabelle 13: Uberblick der Mitglieder in den einzelnen Bundeslandern 2003

Tabelle 14: Pramierungen in Salzburg 1950

Tabelle 15: Verteilung der Gewinner nach Geschlechtern

Tabelle 16: Tatigkeiten der Ortsgruppe Scheffau

Tabelle 17: Seminarprogramm fur Madchen

Tabelle 18: Weiterbildungswoche fur Madchen 1982

Tabelle 19: Weiterbildungswoche fur Madchen 1986

Tabelle 20: Teilnehmer/innen Rednerschulungen 1985/86 und 1986/87

Tabelle 21: Stundentafel landliche Hauswirtschaft Mitte der Siebzigerjahre

Tabelle 22: Schulstatistik Katsdorf

Tabelle 23: Vergleich Lehrplane Fachschulen 1982

Tabelle 24: Vergleich Lehrplane Fachschulen 1990

Tabelle 25: Vergleich Lehrplane Fachschulen 2006

Tabelle 26: Vergleich Lehrplane HBLAs 1967

Tabelle 27: Vergleich Lehrplane HBLAs 1988

Tabelle 28: Vergleich Lehrplane HBLAs 2006

Abkurzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

A. Gegenstand und Struktur der Arbeit

1. Aufgabenstellung

Im Bereich der Landwirtschaft gab es seit jeher eine starke Rollendifferenzierung zwischen den Geschlechtern. Manner und Frauen hatten ihre eigenen Arbeitsbereiche und Kompetenzen. Durch Sozialisation und Ausbildung wurden diese Rollenbilder auf die nachste Generation ubertragen. Im Laufe der Zeit anderten sich die Rahmenbedingungen fur die Betriebe, Fremdarbeitskrafte wurden weniger, Betriebe vergroBert oder im Nebenerwerb gefuhrt. Dies fuhrte zu einer neuen Arbeitsaufteilung zwischen den Geschlechtern und einen damit einhergehenden Abgleich im Bildungsbereich.

Ahnliche ungeschriebene Gesetze, wie die Arbeitsteilung in der Landwirtschaft, gab es im Bereich der landwirtschaftlichen Schulen. Theoretisch war es schon immer moglich gewesen, auch als Frau eine auf Landwirtschaft und nicht auf landliche Hauswirtschaft spezialisierte Schule zu besuchen, doch praktisch gesehen war es nicht ublich. Es gab konkrete Vorstellungen, was Burschen und was Madchen zu lernen hatten. Nach der Hauptschule wurden viele Hofnachfolger nicht vor die Wahl der Schule gestellt, sondern es war selbstverstandlich, die eine oder andere Fachrichtung (Landwirtschaft oder landliche Hauswirtschaft) zu besuchen.

In der Erwachsenenbildung herrschte eine ahnliche Aufteilung der Themenbereiche. Frauen setzten sich mit Haushalt, Werken, Wohnen, aber auch mit dem Thema Gesundheit und Personlichkeitsbildung auseinander, Manner mit Spezialfragen der Landwirtschaft. Es wurden keine eigenen Seminare fur Manner angeboten, fur Frauen jedoch schon.

Die Landjugend war viele Jahre in getrennten Madchen- und Burschengruppen organisiert. Im Laufe der Zeit fusionierten die Gruppen und wurden ab sofort partnerschaftlich gefuhrt.

Gegenstand vorliegender Arbeit sind Inhalte, Werte und geschlechtsspezifische Rollenbilder, die seit 1950 von den wesentlichen Bildungstragern Osterreichs, mit Spezialisierung auf Oberosterreich, vermittelt wurden.

Die Gegenwart kann mit dem Wissen um die Vergangenheit besser verstanden und interpretiert werden. Entscheidungen fur die Zukunft konnen mit dem Wissen um die bisherige Entwicklung getroffen werden. Ebenso verstehen wir besser, wie Menschen denken, handeln und welche Werte sie haben, wenn wir wissen, von welchem Bildungssystem sie gepragt wurden. Gegenseitiges Verstandnis ist die beste Grundlage fur gemeinsame Weiterentwicklung.

Die Ziele meiner Arbeit umfassen:

- Darstellung der historischen Entwicklung der ausgewahlten Bildungsanbieter in der zweiten Halfte des 20. Jahrhunderts.
- Inhalte, Werte und Rollenbilder, welche in landwirtschaftlichen Schulen, Erwachsenenbildung und Jugendgruppen an Frauen und Manner im Laufe der Zeit weitergegeben wurden unter Berucksichtigung der methodischen Aspekte der Wissensvermittlung.
- Darstellung der Zusammenfuhrung des getrennt geschlechtlichen Unterrichtes zu einer koedukativen Form im landwirtschaftlichen Schulwesen.

2. Methoden

Grundsatzlich habe ich mich der historischen Methode bedient. Geschichte kann einerseits als Teil der historischen Realitat gesehen werden, andererseits auch als wissenschaftliche Disziplin. Zu den Methoden zahlen die historische Beschreibung, die theoretischen Konstruktionen (Suchen von RegelmaBigkeiten, Konstruieren von Modellen) und die praktischen Anwendungen, die daraus gezogen bzw. abgeleitet werden konnen.1 In meiner Arbeit werde ich vorerst die Situationen beschreiben und daraus RegelmaBigkeiten und Modelle ableiten, die sich als typisch fur die jeweilige Zeit herauskristallisieren. Die zu untersuchenden Rollenbilder haben sich im Zeitablauf verandert. Die zentrale Thematik setzt sich mit der Fragestellung auseinander, welche Rollenbilder in welcher Zeit von wem vermittelt worden sind und wie sich diese Rollenbilder in der Gegenwart entwickelt haben.

Da nicht alle Schulen Gegenstand der Untersuchung sein konnten, wahlte ich fur diesen Bereich exemplarisch in Form von Fallstudien aus. Alle Schulen einer Fachrichtung haben heute gleiche Lehrplane und Ziele, die Rahmenbedingungen und die wirkenden Personen sind jedoch sehr unterschiedlich.

Eine Fallstudie ist nicht im Sinne einer statistischen Reprasentativitat angelegt, sondern zeigt einen typischen Fall auf. Zuvor ist der Themenkomplex fur die Fallstudie abzugrenzen. Die Fallstudie wird durch exploratives Vorgehen und Beschreibung bearbeitet, wobei es nicht darum geht, GesetzmaBigkeiten zu entdecken.

Bei einer Fallstudie geht man von den forschungsbildenden Fragen und den Grundannahmen oder den angestrebten Resultaten aus, wodurch der Fall auch eingegrenzt wird.

Das Fallstudiendesign weist folgende Inhalte auf, wobei es noch keine Standards gibt:

- Forschungsfrage: Welche Inhalte wurden in den verschiedenen Schulen unterrichtet?
- Grundannahmen: Es gab eine geschlechtsspezifische Unterscheidung, die ahnlich den Rollenbildern von Mann und Frau in der Landwirtschaft waren.
- Analyseeinheit: Vergleich der Schulen, insbesondere der Lehrplane.
- Verknupfungslogik der Daten mit den Grundannahmen - Deckt sich das Muster der Fallstudie mit den Grundannahmen?
- Kriterien zur Integration der Befunde.2

Manche Fragen konnten mittels Literatur nicht beantwortet werden. Fur diesen Zweck wurden Befragungen durchgefuhrt. Die Struktur des Interviews war durch einen Leitfaden mit groBteils offenen Fragen vorgegeben. Bei offenen Fragen gibt es keine vorgegebenen Antwortkategorien. Der Befragte antwortet mit eigenen Worten, der Interviewer motiviert zur Antwort. Motive und Werthaltungen konnen mit dieser Methode gut erfasst werden.3 Um bestimmte Details zu erheben, wurden ebenso einige geschlossene Fragen gestellt. Damit konnten konkrete fehlende Tatbestande erhoben werden.

3. Quellen

Unter historischen Quellen versteht man uberlieferte Zeugnisse menschlichen Daseins. Diese mussen als Primarquelle geeignet sein. Historische Quellen konnen unterschiedliche Form ausweisen: schriftliche Quellen, Bildquellen, audio-visuelle Quellen oder Sachquellen.4

Bei den meisten von mir verwendeten historischen Quellen handelt es sich um schriftliche Quellen, welche von verschiedenen Institutionen zur Verfugung gestellt wurden und dort archiviert sind. Die wichtigsten davon sind 4-H-Klub-Zeitungen bzw. Landjugendzeitungen (ab 1948), Zeitung „Der Bauer“ (Zeitung der Landwirtschaftskammer fur Oberosterreich, die jedes Mitglied der Landwirtschaftskammer erhalt), verordnete Lehrplane, Gesetzestexte, Protokolle von Sitzungen, Maturaprotokolle, Aussendungen der Absolventenverbande und Festschriften. Bei allen angefuhrten Quellen handelt es sich um Primarquellen. Viele dieser Quellen befinden sich in den Archiven der Institutionen und wurden mir fur die Arbeit zur Verfugung gestellt.

Erganzend zu den schriftlichen Quellen wurden Interviews durchgefuhrt, denen ein Interviewleitfaden zugrunde lag. Personliche Aspekte, Eindrucke und die damit verbundenen Empfindungen konnten auf diese Weise am besten festgehalten werden. Die personlichen Anmerkungen sollen die Darstellung lebendiger machen. Es wurden sowohl so genannte Experten/innen (Personen in derzeitiger oder ehemaliger leitender Funktion) als auch Betroffene (ehemalige Schulerin und Beraterin) befragt. Die Interviewpartner wurden in einem bewussten Auswahlverfahren gewahlt.

Weiters wurden schriftliche Befragungen durchgefuhrt. Dabei handelte es sich um eine standardisierte Befragung, die auch offene Fragen beinhaltete. Befragt wurden Schuler/innen von Schulklassen.

4. Aufbau der Arbeit

Der erste Teil der Arbeit beschaftigt sich mit einer theoretischen Klarung des Geschlechterbegriffes. Der Begriff hatte im Laufe der Zeit, abhangig von der jeweiligen vorherrschenden idealistischen Stromung, unterschiedliche Bedeutungen inne. Mit eingeschlossen in diese Abhandlung sind die Entwicklung der Stellung der Familie, Emanzipationsbewegungen von Frauen und Mannern und die veranderte Position des Bauern in der Gesellschaft.

In den Grundlagen wird die Entwicklung der Landwirtschaft erortert. Diese hat sich strukturell und arbeitstechnisch stark verandert. Durch Mechanisierung, Anderung der Produktionszweige und VergroBerung der Betriebe sind Betriebe des 21. Jahrhunderts kaum mehr mit jenen der Nachkriegszeit vergleichbar. Mit den Veranderungen in der Landwirtschaft hat sich auch die Rolle der Frau geandert. Ende des 20. Jahrhunderts wurden 37% der osterreichischen Betriebe von Frauen gefuhrt.5 Frauen haben mehr Verantwortung und somit Entscheidungsgewalt ubernommen.

Der empirische Teil untersucht Landwirtschaftskammer, Landjugend, Fachschulen und hohere Bundeslehranstalten hinsichtlich ihres Bildungsangebotes. Vermittelte Inhalte, Werte, Rollenbilder und deren Entwicklungen werden aufgezeigt, verglichen und interpretiert.

Die Zusammenfassung hebt die wichtigsten Erkenntnisse hervor und gibt im Uberblick Antwort auf die Ziele der Arbeit.

B. Grundlagen

1 Geschlechtsspezifische Aspekte

1.1 Definition des Begriffes Geschlecht

Bereits seit langer Zeit gibt es Reflexionen daruber, warum es zwei Geschlechter gibt. Jedoch sind viele Uberlegungen einseitig, nur aus Sicht der Manner, angestellt worden, da Frauen erst im 20. Jahrhundert zu einem hoheren Prozentsatz in der Wissenschaft vertreten sind. Umso schwieriger war es fur die ersten Frauenbewegungen, sich auf mannlich dominiertem Terrain Gehor zu verschaffen.6

Seit der griechischen Antike gab es einen absoluten Menschentypen, namlich den des mannlichen. Der mannliche Korper galt als Norm und stand fur das Berechenbare, der weibliche Korper fur das Unberechenbare.7 In der Bibel wurde die Frau als ein Mensch definiert, dem etwas fehlte, der mangelhaft war, so wie Eva aus einer Rippe von Adam geschaffen wurde8 und sie diejenige war, die den Sundenfall verursachte.

Diese Definitionen sind im Vergleich zum Androzentrismus (Fokusierung auf den Mann) eher sexistisch ausgerichtet, da die Frau und das Weibliche als minderwertig betrachtet wurden.

Im Androzentrismus gelten der Mann und seine Erfahrungen als Standard fur die Kultur. Frauen und ihre Erfahrungen werden als eine geschlechtsspezifische Abweichung von dieser Norm des Mannes gesehen. Der Mann betrachtet die Welt aus seinen Augen und beschreibt sie aus einem egozentrischen (androzentrischen) Standpunkt. Das Weibliche wird zwar nicht als minderwertig betrachtet, jedoch als anders.9

Die Zuschreibung verschiedener mannlicher und weiblicher Normen hangt sehr stark von der historischen Dimension, von Kultur und Gesellschaft ab. Entscheidend war, welche geschlechtsspezifischen Rollenerwartungen an Manner und Frauen in einer bestimmten Gesellschaft gestellt wurden.10

Biologisch gesehen kann die Unterscheidung von Mann und Frau auf Grund der korperlichen Unterschiede erfasst werden.11,12 Nicht bei allen Spezies der Lebewesen gibt es eine konkrete Unterteilung in Mann und Frau. Fur Beauvoir ist der Sinn dieser Unterteilung nicht nachvollziehbar, da es genugend Beispiele in der Natur gibt, in welchen Sexualitat und Fortpflanzung eine vollig andere Bedeutung haben.13

Heute unterscheidet man zwischen „sex“ - dem korperlichen Geschlecht - und „gender“ - dem sozialen Geschlecht.14 Ursprunglich stammte diese begriffliche Unterscheidung aus der medizinisch-psychiatrischen Diskussion um Transsexualitat in den Funfziger Jahren.15 Im deutschen Sprachraum gibt es keinen adaquaten Begriff fur „gender“, am nachsten kommt diesem der Terminus „Geschlechterverhaltnisse“. Genderforschung setzt sich mit der Bedeutung des Geschlechtes fur Kultur, Gesellschaft und Wissenschaft auseinander.16

Das Verhaltnis zwischen den Geschlechtern wird nicht mehr als Naturalsache gesehen, sondern als ein selbst konstruierter, sich laufend andernder Sachverhalt, welche sich auf die Gesellschaft auswirkt und umgekehrt.17 Manner und Frauen entwickeln sich zu dem was sie sind durch Sozialisation. Sowohl kulturelles, als auch biologisches Geschlecht entsteht laufend und wird durch das Handeln erst hergestellt. Dabei konnen drei Dimensionen der Vergeschlechtlichung unterschieden werden: der individuelle Konstitutionsprozess, strukturelle Konstitutionsprozesse wie Arbeitsteilung oder Trennung von Offentlich und Privat und symbolische Konstitutionsprozesse wie sie u.a. durch Bilder von Mannlichkeit und Weiblichkeit oder durch die Sprache transportiert werden.18

Geschlechterstudien im agrarischen Bereich konnen dazu beitragen, Ungleichgewichte in Machtstrukturen und Potentiale fur einen sozialen Wandel zu erkennen. Erkenntnisse konnen AnstoBe fur beginnende Prozesse sein.19

1.2 Berufstatigkeit von Frauen

In den Funfzigerjahren war die Berufstatigkeit der Frau einerseits fur den wirtschaftlichen Aufschwung als auch fur die Selbstverwirklichung notwendig, andererseits wollten viele am traditionellen Rollenbild der Frau als Mutter und Hausfrau festhalten.20 Die funfziger Jahre waren die Blutezeit der Frau als Hausfrau und Mutter.21

Arbeitslosigkeit betraf mehr Frauen als Manner. Grunde dafur waren die Flucht der Frauen aus den hauswirtschaftlichen Berufen, und die Orientierung zu industriellen, gewerblichen und Dienstleistungsbereichen.22

Das kritische Bild der berufstatigen Frau wurde in den Funfzigerjahren auch im Film transportiert, obwohl damals beinahe 40% der Berufstatigen Frauen waren. Am positivsten wurden Filme dann bewertet, wenn die Berufstatigkeit der Frau jener einer Hausfrau und Mutter sehr nahe kam. Berufstatige Frauen wurden vor allem in der Landwirtschaft und im Haushalt gezeigt. Zu den unumstrittenen Frauenberufen im Film zahlten Kammerzofen, Stubenmadchen, Bauerinnen, Magde, Kellnerinnen und Naherinnen.

Nichts desto trotz ging die Anzahl der berufstatigen Frauen in diesen Domanen stark zuruck. 1951 arbeiteten noch die Halfte der Frauen in der Land- oder Hauswirtschaft, 1961 nur mehr ein Drittel. Stattdessen stieg der Frauenanteil in Industrie und Gewerbe von 28% auf 38% und im Handel und Verkehr von 10% auf 15%.23 Spater stieg der Anteil der Frauen im Dienstleistungsbereich.24

Im internationalen Vergleich ist die Berufstatigkeit der Frauen in Osterreich gegen Ende des 20. Jahrhunderts geringer als in anderen westlichen Landern. Bis Mitte der Sechzigerjahre war die Erwerbsbeteiligung der Frauen hoher als jene der USA und bis Anfang der Siebzigerjahre hoher als jene in GroBbritannien. Mittlerweile hat auch Frankreich ein hoheres Niveau erreicht, Deutschland liegt ungefahr auf gleicher Ebene. Wesentlich hoher ist die Frauenerwerbstatigkeit in Schweden, wo sie uber 80% betragt. In den Jahren 1960 bis 1989 stieg die Frauenerwerbsquote in Osterreich um 9%, in GroBbritannien um 30% und in Schweden sogar um 49%.25 Die Hohe der Erwerbsquote von Frauen hangt von der Sozialpolitik der Lander ab. Ausreichend Kinderbetreuungsplatze in erreichbarer Nahe machen es fur Mutter fruher moglich, wieder ihrer auBerhauslichen Arbeit nachzugehen.

Die Aktivitat der alteren Frauen (uber 55 Jahren) war in Osterreich stets unterdurchschnittlich. Ausnahmen stellen die Phasen des wirtschaftlichen Booms von 1969-1975 dar. Mitte der Neunziger Jahre waren es nur 25% der 55 bis 60 Jahrigen, die einer Erwerbstatigkeit nachgingen.26

Bis zu den sechziger Jahren waren im Sektor Landwirtschaft viele Frauen beschaftigt. Durch den Ruckgang der Landwirtschaft wurde das Arbeitsangebot knapp und die Chance auf hoheres Einkommen lockte die Bauern aus der Landwirtschaft in den Sekundarsektor. Viele Frauen waren ebenso im Konsumguterbereich tatig (Textil-, Bekleidungs-, Leder- und Nahrungsmittelindustrie). Waren 1961 noch 27,8% der erwerbstatigen Frauen in der Landwirtschaft beschaftigt, so schrumpfte diese Zahl auf 8,1% im Jahre 1989, der Anteil im Dienstleistungsbereich stieg von 43,1% 1961 auf 69,9% 1989.27

Die Zahl der Frauen, die ausschlieBlich im Haushalt tatig waren, belief sich 1961 auf 690.600 und 1972 auf 565.400, was eine Abnahme von 21% bedeutet. Und dies, obwohl die Anzahl der Pensionistinnen im Vergleichszeitraum gestiegen war. Der Anteil an Berufstatigen war unter den jungeren Altersgruppen wesentlich hoher. Ein GroBteil der Frauen, die ihre Berufstatigkeit zu Gunsten der Familienarbeit aufgaben, hatten zuvor meist einfache, korperlich anstrengende Arbeiten zu verrichten.

Die Untersuchung 1972 ergab auBerdem, dass jene Frauen, die niemals berufstatig gewesen waren zu 52,8% nur eine Volks schulbildung, 28% eine Hauptschulbildung und nur 11,8% eine uber die Pflichtschule hinausgehende Ausbildung nachweisen konnten.28

Zusammenfassend zur Berufstatigkeit der Frau kann feststellt werden, dass diese vor allem in jenen Bereichen zunahm, in welchen der gewerkschaftliche Organisationsgrad gering und die Lohne entsprechend niedrig waren. Heute kommen haufig alternative Arbeitsformen zur Anwendung, wie Teilzeitarbeit oder Werkvertrage.29 Eine neue Form der vertraglichen Vereinbarung sind die „neuen Selbstandigen“, welche vor allem Frauen betrifft, die keinem vollen BeschaftigungsausmaB nachgehen konnen, da sie noch familiare Verpflichtungen nachkommen mussen. Die rechtliche Absicherung bei dieser Art von Vertragen ist oftmals geringer als bei Angestelltenverhaltnissen.

Die zunehmende Berufstatigkeit wurde durch die Rationalisierung des Haushaltes ermoglicht. Die Versorgung des Haushaltes wurde vor allem durch den Einsatz moderner Maschinen erleichtert. Gas- und Elektroherde, Kuhlschranke, elektrische Kaffeemuhlen, Staubsauger, Nah- und Waschmaschinen sowie das elektrische Bugeleisen hielten Einzug in den modernen Haushalt und veranderten viele Hausarbeiten. Zuvor wurden Wohnungen an das offentliche Wassernetz angeschlossen und boten so entsprechenden Komfort.30 Fur Haushaltsgerate musste meist lange gespart werden. Viele Hausfrauen wunschten sich damals, dass man die Anschaffung der Gerate ebenso steuerlich absetzen konne, wie jene Investitionen der sichtbaren Arbeit.31

Einfacher gestaltete sich auch die Ernahrungssituation mit Konserven, der Nutzung von Kuhl- und Gefriergeraten und die Reinigungsarbeiten durch Herstellung von wirkungsvollen Wasch- und Putzmitteln sowie der Einsatz synthetischer Materialien32, welche pflegeleichter waren.

Uber den gesamten Lebenszyklus gesehen ist der Gesamtarbeitsaufwand der Frauen fur Haus- und Erwerbsarbeit hoher aus jener der Manner. Manner verbringen relativ wenig Zeit mit Hausarbeit, ihr Anteil steigt mit Eintritt in die Pension.

Die langste Arbeitszeit haben Frauen in der Landwirtschaft, gefolgt von selbstandigen Gewerbetreibenden. Unselbstandig Beschaftigte arbeiten weniger, je geringer das Ausbildungsniveau ist. Es ist anzunehmen, dass mit hoherer Bildung der Verdienst ebenfalls steigt und Arbeiten im Haushalt durch Guter und Dienstleistungen substituiert werden konnen.33

Viele Frauen gehen einer Teilzeitbeschaftigung nach. Diese wurde 1953 von den Vereinten Nationen und vom Internationalen Arbeitsamt als vertraglich gesicherte Tatigkeit von 24 bis 35 Stunden definiert. Teilzeitarbeit explodierte anschlieBend in ganz Europa.

Seit Ende der achtziger Jahre spricht man in Europa von neuen Termini, namlich der „typischen“ und der „atypischen“ Arbeit. Als typisch wird vorwiegend die mannliche Vollarbeitszeit und als atypisch die weibliche Teilzeit verstanden. Das normativ Allgemeine entspricht - wie in vielen anderen Bereichen - dem Mannlichen, das abweichende, besondere dem Weiblichen.34

Der Anstieg auBerhauslicher Arbeit zog die Errichtung von Betreuungsplatzen fur Kinder und altere Menschen nach sich. Mitte der achtziger Jahre besuchten mehr als die Halfte deutscher Kinder eine Vorschule, einen Kindergarten oder eine Spielgruppe.

Die Erziehung und Beaufsichtigung der Kinder sowie die Pflege alterer Menschen, war fruher in erster Linie Pflicht der Frauen. Heute ist diese Aufgabe fur Familien wesentlich leichter zu bewaltigen, da sie groBteils der Allgemeinheit zufallen. Berufe im sozialen und Reproduktionsbereich machten Mitte der Neunziger Jahre in Osterreich ein Zehntel aller Arbeitsplatze aus.35

1.3 Geschlechtsspezifische Aspekte in der Ausbildung

In Schulen wurden Madchen und Burschen getrennt unterrichtet, um den unterschiedlichen Entwicklungsstufen gerecht zu werden. Schulgesetze, die bis 1962 groBteils auf jenen der NS- Gesetzgebung basierten, sahen keine Koedukation vor.36 Seit 1975 ist die Koedukation in Osterreich gesetzlich verankert. Laut § 4 der 5. Schulorganisationswelle sind offentliche Schulen allgemein ohne Unterschied der Geburt, des Geschlechtes, der Rasse, des Standes und des Bekenntnisses zuganglich.37

Anhanger der Emanzipationsbewegung forderten in den achtziger Jahren eine geschlechtsneutrale Erziehung. Diese Emanzipationsbewegung sollte eine aktive Anderung der Geschlechterrollen bewirken. Ausgangspunkt dazu war die bisherige Erziehung, bei welcher versucht wurde, die Geschlechter moglichst getrennt zu entwickeln. Begrundung dafur wurde in der ursprunglichen Arbeitsteilung von Mann und Frau (Jager und Sammler - „Campverwalterinnen“) gesehen. Da diese Arbeitsteilung auf Grund des Fortschrittes nicht mehr notwenig war, sah man keinen Grund darin, Burschen und Madchen geschlechtsspezifisch zu erziehen und auf die unterschiedlichen Aufgaben vorzubereiten.

Die daraus resultierende Forderung ist jene nach einer geschlechtsneutralen Erziehung, soweit diese moglich war. Ziel war nicht, einheitliche Menschen zu schaffen, sondern den Handlungsspielraum zu erweitern. So kann sich der Mann in den bisher weiblichen, und die Frau in den bisher mannlichen Bereichen wieder finden und entfalten. Dabei soll die Frau weder vermannlicht, noch der Mann verweiblicht werden.38

Eine Weiterfuhrung dieser Theorie ist die Antisexistische Erziehung, in der bestimmte Verhaltensbereiche gezielt antisexistisch - entgegen der alten Erziehungsrichtung - ausgerichtet waren. Die Idee dahinter war, dass durch antisexistische Erziehung Madchen besser in raumlicher Vorstellung werden konnten und Burschen weniger aggressiv werden. Die Defizite von Madchen und Burschen sollten so ausgeglichen werden. Dieser Art der Erziehung sind soweit Grenzen gesetzt, wie das Kind sich fur die jeweiligen Bereiche interessiert.39

Weiters entfachte sich eine Koedukationsdebatte, da Madchen in den gemischtgeschlechtlichen Klassen einer besonderen Forderung bedurften, weil sie auf Grund mangelnder Beachtung diskriminiert wurden. Die feministische Schulforschung forderte, dass trotz Koedukation Madchen ihre Starken und Fahigkeiten entfalten konnen sollen.40

1.4 Wandel der Familie

Galt in den Funfzigerjahren die Familie als wichtige soziale Lebensform, so geriet diese ab den sechziger Jahren ins Wanken. Erste Anzeichen lieferten die demografischen, okonomischen und technologischen Entwicklungen. Die neuen materiellen und gesellschaftlichen Moglichkeiten schafften Grundlagen, um das bewahrte System der Familie in Frage zu stellen.41

Die rechtliche Stellung der Frau innerhalb der Familie war bis zu den siebziger Jahren der des Mannes untergeordnet. Zu den Pflichten der Ehefrau gehorte es, den Haushalt zu fuhren, den Mann beim Erwerb unentgeltlich zu unterstutzen und keine eigene entgeltliche Erwerbstatigkeit durchzufuhren, da sonst die Rolle als Mutter und Hausfrau vernachlassigt werden wurde. Erst im Jahre 1975 kam es familienrechtlich zur Gleichstellung von Mann und Frau.42 Erstmals orientierte man sich nicht am Patriarchat, sondern an Partnerschaft und Selbstbestimmung der Frau. Mit dieser neuen rechtlichen Situation, die bereits Jahre zuvor von unterschiedlichen Parteien diskutiert und in Parteiprogramme aufgenommen wurde43 war ein wesentlicher Schritt zur Neuorientierung der Familie gegeben.

Doch bereits vor Beschluss des neuen Gesetzes hatte sich die Zusammensetzung der Familien - vor allem ihre GroBe - drastisch geandert.

Die Reproduktionsziffer war in Nord- und Westeuropa rapide gesunken. Lag sie 1967 noch bei uber 2,5, so sank sie 1975 auf unter 2, 1988 betrug sie in Deutschland nur noch 1,4 und in Osterreich 1,5. In Sudeuropa setzt der Ruckgang erst spater ein, ging dann aber umso rascher vor sich. 1990 hatten die Lander Spanien, Italien und Hongkong die niedrigste Reproduktionsziffer mit 1,3.44

Die Bedeutung der Familien ist gesunken, die Anzahl der Scheidungen und somit auch die der Alleinerzieher gestiegen. Kam es fruher vor allem durch Tod oder Verlassen eines Ehepartners zur Trennung, so entscheiden sich heute viele Paare freiwillig fur die Trennung. Anders war es bis Mitte der achtziger Jahre in Irland und in den Mittelmeerlandern, wo die Scheidung noch verboten war. Zu diesem Zeitpunkt waren in Deutschland bereits 10% aller Haushalte Familien mit nur einem Elternteil. Das Konzept der Kernfamilie mit ihren traditionellen geschlechtsspezifischen Rollenauspragungen war in einer Krise.45

In den Funfzigerjahren feierte man noch die Kernfamilie, in den achtziger Jahren bestehen mehr als die Halfte aller Haushalte in Osterreich nur aus ein oder zwei Personen.46 Heute spricht man in Osterreich von rund einer Million Single-Haushalten. Die Wirtschaft mit Guterproduktion, Dienstleistungen und Wohnraumschaffung ist sich dieser wachsenden Zielgruppe bewusst und bietet spezielle Angebote an.

1.5 Feminismus und Emanzipation

Die in den vorigen Jahrhunderten landwirtschaftlich gepragte Gesellschaft hat sich hin zur Industriegesellschaft verandert und dadurch hatte sich der Zustandigkeitsbereich der Frau verkleinert. Der Mann hat grundsatzlich beides behalten: Beruf und Familie - Offentliches und Privates. Frauen, die fruher in der Offentlichkeit standen und das Gesinde am Hof betreuten waren nun in die Kleinfamilie zuruckgedrangt.47

In den Sechzigerjahren herrschte die antiautoritare Welle. Man pladierte fur die Abschaffung der Hierarchien, vor allem jene zwischen Erwachsenen und jungen Menschen. Gleichzeitig wuchs der Argwohn bei den Frauen. Versammlungen, die die Gleichstellung der Frau zum Inhalt hatten, wurden von Mannern moderiert. Sie waren es, die in der Offentlichkeit standen.48

Ab den Siebzigerjahren haben sich die Lebensbedingungen der Frauen drastisch verandert. Die Anzahl der Ehescheidungen wuchs, somit auch jene der alleinerziehenden Mutter. Die Erwerbstatigkeit der Frau nahm zu und eine neue Stromung - der „Feminismus“ erregte die Aufmerksamkeit.

Im Jahre 1968 gab es einige Aufsehen erregende Aktionen, die als Vorboten des neuen Denkens des Feminismus gedeutet werden konnen. In Amerika inszenierten Frauen ein „Begrabnis der traditionellen Weiblichkeit“. Ein Schaf, das zur Miss Amerika gewahlt wurde, wurde mit Bustenhalter, Huftgurtel und Augenwimpern zu einem „Freiheits-Abfalleimer“. Zwei Jahre spater legten franzosische Frauen am Triumphbogen in Paris einen Kranz nieder, der den unbekannten Frauen der unbekannten Soldaten gewidmet war. Weiters gab es viele Demonstrationen und Aufstande in westlichen Landern, die sich fur die Rechte der Frauen einsetzten.49

Viele Anliegen von Frauen wurden in der Politik und der Opposition der Frauenbewegung offentlich diskutiert, wodurch die Bedeutung des Feminismus erst recht ins Rampenlicht geruckt wurde. Diskussionsthema war vorrangig die Abtreibungsfrage.50

Ideologisch gibt es unter den Feministinnen zwei Richtungen. Die ersten bejahen die Unterschiede von Mann und Frau bzw. der Geschlechter als Grundprinzip, welche dadurch auch zum politischen Prinzip wird. Zweite verneinen die Relevanz dieser Verschiedenheit als Basis fur soziale und existentielle Unterscheidung.51 Es ging um die Frage, wann die Frau endlich „Frau“ sein konne. Wann musse sie nicht mehr Hausfrau, Mutter und Ehefrau sein, sondern wann kann sie gleichzeitig berufstatig und Ehefrau sein.52

Feministinnen der sechziger und siebziger Jahre wollten Frauen von Zwangen der Geschlechterzugehorigkeit befreien und von den ihnen zugeschriebenen traditionellen Rollen und Aufgaben losen.

Neuere Stromungen gehen dahin, die Rechte der Frau an jene der Manner anzugleichen und so eine geschlechtsneutrale Welt zu schaffen. Beispiel dazu ist die Aktion „Halbe-Halbe“, die Manner und Frauen im Haushalt gleiche Rechte und Pflichten einraumt. Umgesetzt wurde diese mit mehr oder weniger Enthusiasmus. Von insgesamt 18 Haushaltstatigkeiten gibt es laut einer osterreichischen Studie nur eine einzige, die uberwiegend von Mannern durchgefuhrt wird: Das Auswechseln von Gluhbirnen. Alle anderen angefuhrten Arbeiten wie bugeln, Reinigungsarbeiten, Kochen usw. sind weiterhin in der Domane der Frau, was diese als selbstverstandlich ansehen. Viele sind daruber nicht glucklich, finden sich mit der Situation jedoch ab.53

Neben diesem ideologischen Ansatz gibt es die Theorie „Feminismus der Differenz“. Dieser untersucht das Anderssein der Frau und die Unterschiede zwischen Mann und Frau. Der Stellenwert der Frau wird geschatzt. Man richtet sich gegen die Abwertung der Frau und gegen die Assimilation der Frauen an mannliche Existenz- und Lebensweisen.54

Wie groB derzeit das Interesse an der Verschiedenheit der Geschlechter ist, zeigen die Erfolge von Autoren, welche sich mit diesen Themen auseinandersetzen. „Manner sind anders. Frauen auch. - Manner sind vom Mars. Frauen von der Venus“ von John Gray ist ein bekannter Titel, der sowohl in den USA als auch im deutsprachigen Raum zum Bestseller wurde.

Grundforderung der Frauenbewegung war jedoch die Befreiung der Frauen von ihrer Unterdruckung. Diskussionen uber unterschiedliche Bewegungen im Feminismus entfachten erst spater.

Der Feminismus hat eine soziale Seite an sich. Es kam zur Grundung von Gesundheitskliniken, Zentren fur Vergewaltigungsopfer, Frauenhausern und Beratungsstellen. Offentliche Begegnungsstatten fur Frauen wurden geschaffen. Mit Frauentreffen, Buchladen und Seminaren speziell fur Frauen sollte die Frauensolidaritat verwirklicht werden.55

In der Politik sind und waren Frauen unterreprasentiert. Dies nicht zuletzt deshalb, dass die Beurteilung von Frauen dem eigenen Geschlecht gegenuber oft hart ist. Eine Frau darf nach einem anstrengenden Tag nicht geschafft und mude erscheinen, sonst muss sie mit Kritik rechnen. Man beschuldigt sie, nicht mit ihrem Leben als Politikerin zu Recht zu kommen.56 Die Bedeutung der Frau fur die Zukunft war anderen Wissenschaftlern jedoch sehr bewusst. Sie prophezeiten, dass ohne die aktive Mitwirkung der Frau bei wichtigen Entscheidungsprozessen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft nicht die gleichen Erfolge erzielt werden konnten.57

Das eigene Rollenverstandnis der Frauen in Osterreich erhob eine Studie des Wiener Fessel- und GfK-Institutes 1973. Ein GroBteil der Frauen sah demnach, dass sich durch die Emanzipation die gesellschaftliche Rolle der Frau in den letzten Jahrzehnten verandert hatte. Allerdings durfte man sich nicht mit bisher Erreichtem zufrieden geben, sondern musse weiter an der Verbesserung der Situation der Frau - vor allem im Beruf - arbeiten. Laut Aussagen der Frauen waren fast ausschlieBlich Manner fur die materielle Versorgung der Familien zustandig. Ebenso in puncto Selbstverwirklichung hatten es die Frauen viel schwerer, da sie mehr auf ihre Umwelt Rucksicht nehmen mussten und ihre Interessen in der Offentlichkeit weniger Bedeutung hatten.58

1.6 Manneremanzipation

Vor wenigen Jahrzehnten hat ein Trend aus Amerika auch Europa erreicht, eine emanzipatorische Mannerbewegung. Sie kann als Antwort auf die Frauenemanzipation gedeutet werden. Bei einer Studie 2002 hielten 45% der befragten Manner diese Entwicklung fur positiv und notwendig. Umgesetzt wurde das Bedurfnis nach Manneremanzipation einerseits in Form von Mannernetzwerken und Mannergruppen, die ihr Leben beleuchten und bereit sind, das eigene Leben zu andern, andererseits versucht die Mannerpolitik, Voraussetzungen zu schaffen, damit die Veranderung der Manner unterstutzt oder zumindest nicht verhindert wird.59

Die in Osterreich 2002 in Auftrag des Bundesministeriums fur soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz erarbeitete Studie, teilt Manner in vier verschiedene Typen ein: den Traditionellen (herkommlicher Familienernahrer), den Pragmatischen (pragmatischer Balancierer), den Unbestimmten (formbarer Sucher) und den Modernen (zeitgemaBer Lebenspartner)60. Vergleicht man die Ergebnisse von 1992 mit jenen von 2002, so stieg der Anteil der Manner, die sich als „modern“ betrachten um 65% - von 14% auf 23%, wahrend der Anteil der traditionellen Manner etwa im gleichen AusmaB zuruckgegangen ist - von 23% auf 17%.61 Dabei ist die Berufsgruppe der Landwirte vor allem bei den Typen der Traditionellen und der Unbestimmten vertreten.62 Die groBe Gruppe der Unbestimmten steht fur die Vielzahl der Manner, welche auf der Suche sind bzw. manchmal auch etwas orientierungslos sind.63 Die Orientierungslosigkeit trifft auf den „modernen“ Mann starker zu als auf den traditionell gepragten. Diese finden vor allem in ihrem Beruf Lebenssinn, Anerkennung und gesellschaftliches Ansehen. Weiters sind klassisch denkende Manner eher religios orientiert und im Glauben gefestigt, der Lebenssinn gibt.64

Die Politik versuchte, Beratungsstellen fur Manner einzurichten, welche aber nicht haufig in Anspruch genommen wurden, da diese nicht mit den selbst zugeschriebenen Attributen wie dominant, aktiv und stark in Einklang stehen.65

In einer weiteren Studie mit dem Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus Mannersicht“ wird deutlich, dass sich die heutige Generation junger Vater viel mehr in der Familienarbeit und Kindererziehung engagieren und dass viele bereit sind, sich aus den traditionellen Rollenbildern zu losen, wenn sich dies mit Karriere und finanzieller Absicherung vereinbaren lasst. Allerdings haben sich die Anforderungen an Manner in der Gesellschaft und im Berufsleben kaum verandert,66 wodurch es schwierig sein wird, das Wunschdenken einer veranderten Mannerrolle in der Familie umzusetzen.

Untermauert werden die Ergebnisse oben genannter Studie in einer weiteren, in der 11,2% der Befragten zwischen 18 und 25 Jahren planen, sich beruflich weniger zu engagieren als ihre eigenen Vater.67

Die Eigendefinition der Manner hat sich geandert. Sie leben nicht nur vom Job und auBeren Leistungen alleine. Sie sind mehr nach innen orientiert und schatzen Familie und Partnerschaft, an der sie sich aktiv beteiligen wollen. Sie sind eher bereit, bei den Kindern zu Hause zu bleiben oder im Haushalt mitzuhelfen als traditionell orientierte Manner.

1.7 Gesellschaftlicher Wandel des Bauern

Der gesellschaftliche Wandel im 20. Jahrhundert hat den Bauern als Berufsmensch besonders betroffen. Alleine ein Blick auf die Beschaftigungsstruktur zeigt, dass die Bedeutung des Landwirtes zuruckgegangen ist. 1910 waren 39,5% der Berufstatigen in der Land- und Forstwirtschaft tatig68, der Wert fur 2004 liegt bei 2,5%69. In den Siebzigerjahren dominierten Industrie und Gewerbe, spater hat sich der Dienstleistungssektor durchgesetzt.

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das Selbstwertgefuhl des Bauern durch Hungersnote, speziell nach den Weltkriegen, gestarkt. Die Produktion der Nahrungsmittel war eine wesentliche Saule des Staates. Ab den Funfzigerjahren wurden die Bauern mehr und mehr zu Subventionsempfangern. Diese Tatsache schwachte das Selbstwertgefuhl. Mit einher ging das sinkende Interesse junger Madchen, auf einen Bauernhof einzuheiraten.70

Am Bauernhof herrschten klare Rollenbilder vor. Die Ordnungshierarchie war davon bestimmt, dass Junge, Schwachere und Frauen sich weiter „unten“ befanden und Altere, Starkere und Manner weiter „oben“. Im Zuge des Maschineneinsatzes haben sich die Unterschiede in der Arbeitsteilung verringert. Die eigentliche Hausarbeit blieb aber weiterhin den Frauen uber.71

Die Anforderungen an den Bauern sind heute sehr hoch. Er muss nicht nur in fachlichen Bereichen Wissen beweisen, sondern sich auch zunehmend Kenntnisse in Technik, Chemie und Betriebswirtschaft aneignen. Kennzeichnend fur den Beruf des Bauern heute sind noch immer die Selbstbestimmung der Arbeit und die freie Zeiteinteilung, welche aber von naturlichen Produktionsbedingungen und Art der Tierhaltung beeinflusst wird. Der Stolz des Bauern hat sich seit den Funfzigerjahren zunehmend aufgelost, doch geblieben ist ein hoher Arbeitsstolz bzw. eine hohe Arbeitsmoral.72 Nicht umsonst sind Sohne und Tochter von Landwirten gern gesehene Arbeiter und Angestellte.

Das Image von Jungbauern wird heute durch TV-Sendungen etwas aufpoliert. Dabei wird das idyllische Landleben mit der Arbeit des Bauern in Verbindung gebracht, der auf der Suche nach einer entsprechenden Frau ist. Neben der personlichen Sympathie sollte sie Interesse fur die Arbeit am Hof haben und in manchen Fallen auch den Vorstellungen der Altbauern entsprechen. Junge Frauen - teilweise aus der Stadt - lernen so das Leben am Land kennen, um vielleicht bei dieser Gelegenheit auch der „Liebe ihres Lebens“ zu begegnen.

2 Wesentliche Entwicklungen in der Land- und Forstwirtschaft in der 2. Halfte des 20. Jahrhunderts

Die Osterreichische Landwirtschaft war in der Nachkriegszeit durch einen gewaltigen Prozess des Strukturwandels und der Rationalisierung gekennzeichnet. Es kam zu einer grundlegenden Verschiebung der Produktionsfaktoren von Arbeit zu Kapital, die Produktionsmengen wurden betrachtlich gesteigert und die Marktorientierung nahm stetig zu. Nichts desto trotz blieb die landwirtschaftliche Urproduktion in den Handen von Familienbetrieben.73

Ein Blick uber die Grenzen Osterreichs zeigt, dass Betriebsleiter in westlichen EU-Landern wesentlich geringer mit der Landwirtschaft und ihrem Betrieb verbunden sind als Bauern in Osterreich. Sie sehen ihren Betrieb als Unternehmen, wogegen bei uns noch viele Landwirte mit Herzen ihren Betrieb fuhren, sich aber immer mehr zum Unternehmer entwickeln mussen, um erfolgreich wirtschaften zu konnen.

2.1 Entwicklung der Betriebs- und Arbeitskraftestruktur

Mitte des 20. Jahrhunderts war die Arbeitsteilung in der Land- und Forstwirtschaft bereits tief verankert. Im Gegensatz dazu waren landwirtschaftliche Betriebe fruher eher auf Selbstversorgung ausgerichtet und deckten den groBten Teil des Haus- und Betriebsbedarfes. Mit der Arbeitsteilung stieg die Marktorientierung der Bauern, wobei 1960 bereits 70% der Erzeugnisse uber den Markt verkauft wurden.74

Die Landwirtschaft hatte in den Nachkriegsjahren die wesentliche Aufgabe der Ernahrungssicherung zu erfullen. Wie abhangig bzw. wie elastisch der Markt auf das Angebot der Landwirtschaft reagierte zeigt die Kalorienzufuhr der Bevolkerung in Abhangigkeit von der Ernte. Im Jahr 1958/59 verzeichnete man eine gute Obsternte, woraus eine geringere Kalorienzufuhr bei der Bevolkerung resultierte. Die Menschen reagierten auf das Angebot und konsumierten vor allem inlandische, regionale Produkte. So hatte eine schlechte Obsternte 1959 einen geringen Obstverbrauch zur Folge.75 Es wurde moglichst alles verwertet, was der Betrieb erwirtschaftete. An das Wegwerfen von Lebensmittel dachte niemand. Ein Uberschuss an Obst und Gemuse wurde verschenkt oder gegen andere Produkte eingetauscht.

Die Anzahl der Betriebe sank laufend. In den Funfziger Jahren nahm vor allem die Zahl der Kleinstbetriebe ab. Der Anteil der Betriebe unter 2 ha betrug 1951 noch 72.292, 1960 nur mehr 61.759, was eine Abnahme von 14,6% bedeutet. Die Landwirtschaften mit 2 bis 5 ha gingen um 13,2% zuruck. Mittlere und groBere Betriebe stockten auf, Betriebe ab 20 ha selbstbewirtschafteter Flache nahmen zu.76 Der Ruckgang der kleineren Betriebe setzte sich in den folgenden Jahren fort. Nicht alle landwirtschaftlichen Betriebe wurden aufgegeben, einige wurden auch im Nebenerwerb weitergefuhrt.77 Mit dem Ruckgang der Betriebe nahm auch die Agrarquote ab.

Tabelle 1: Agrarquote78

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Berufsstand der Bauern ist von einer Mehrheit zu einer Minderheit geworden. Immer weniger Menschen wissen, wie Lebensmittel produziert werden.

Seit Anfang der Neunzigerjahre verlieBen viel mehr familieneigene Arbeitskrafte ihre Betriebe bzw. wurden Abgange durch Pensionierungen weniger oft ersetzt als fruher. Besonders rucklaufig war der Anteil mittatiger Bauernsohne (zukunftige Hoferben), der von 1993 bis 1994 um 8,5 bis 10% abnahm. Der Grund fur die Abwanderung wurde in der zunehmend pessimistischen Einschatzung der Zukunft fur die Landwirtschaft gesehen.79

In Osterreich herrschten landwirtschaftliche Familienbetriebe vor. Der GroBteil des Arbeitspensums konnte durch familieneigene Arbeitskrafte abgedeckt werden, daher war der Anteil an Fremdarbeitskraften schon immer relativ gering. 1951 lag der Anteil der Fremdarbeitskrafte bei 21%, 11% davon als standige Mitarbeiter. Die Anzahl der Beschaftigten in der Land- und Forstwirtschaft sank laufend. GroBe Sprunge gab es vor allem zur Zeit der Mechanisierung. Von 1958 auf 1960 fiel innerhalb der zwei Jahre die Zahl der Landarbeiter von 107.643 auf 88.378 im Jahre 1960. Dies ist ein Ruckgang von 17,9%. Zuwachse gab es nur bei Professionisten, wie Kraftfahrern.80 Im August 1970 war die Anzahl der Landarbeiter auf 27.749 gesunken81, das bedeutet einen Ruckgang von 68,6% innerhalb von zehn Jahren.

Die Anzahl der Landarbeiter hat sich schlieBlich eingependelt bzw. ist sogar wieder leicht gestiegen. Der Grund dafur mag in der gestiegenen durchschnittlichen BetriebsgroBe liegen. 2004 waren 30.670 entlohnte Arbeitskrafte in der Land- und Forstwirtschaft tatig. Diese Berechnung bezieht sich auf Jahresarbeitseinheiten (JAE) und nicht auf ganzjahrig aufrechte Dienstverhaltnisse. Eine JAE wird mit 2.160 Stunden pro Jahr veranschlagt. Somit werden Saisonarbeiter und Teilzeitkrafte mit einem Bruchteil einer JAE bewertet.82

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aus dieser Statistik ist wiederum ersichtlich, dass die Anzahl der Betriebe tendenziell sank. Heute spricht man in diesem Zusammenhang von Strukturbereinigung. Gesunken ist auch die landwirtschaftliche Gesamtflache bedingt durch die wachsende Bautatigkeit (Siedlungs- und StraBenbau). Kleine Betriebe geben auf, groBere wachsen weiter. Im Vergleich zu EU-Staaten ist Osterreichs Landwirtschaft nach wie vor klein strukturiert und liegt bei der durchschnittlichen BetriebsgroBe der EU-25 Staaten an 11. Stelle.83

2.2 Modernisierung, Mechanisierung

Zu Beginn der Funfzigerjahre herrschte Armut. Viele Kleinbauern konnten aufgrund der Lebensmittelknappheit zusatzliches Einkommen erzielen und somit die Elektrifizierung oder Wasserleitungen finanzieren. Nun jedoch stellte sich die Frage, woher sie das Geld fur den Ankauf neuer, moderner Maschinen und Gerate fur den Betrieb nehmen sollten. In gutsituierten Gegenden ging die Mechanisierung in der Landwirtschaft rasch vor sich. Bei einer Fahrzeugsegnung in St. Christophen im Tullnerfeld wurden 1950 200 Traktore gesegnet.84

Der Landmaschinenbestand hat sich kontinuierlich erhoht. Von 1966 bis 1980 nahm vor allem die Zahl der Traktoren zu. In groBem AusmaB gestiegen ist ebenfalls die Anzahl der Maschinen zur Arbeitserleichterung wie Stallmiststreuer, Kartoffel- und Rubenvollernter und Ladewagen.85

Mitte der Achtzigerjahre wurden je Traktor knapp 10 ha landwirtschaftliche Nutzflache bearbeitet und je Mahdrescher 34 ha abgeerntet. Um dieser Ubermechanisierung entgegen zu wirken, wurde die Grundung von Maschinenringen gefordert,86 welche sich als geeignet erwiesen, Unter- und Uberkapazitaten an Arbeit und Maschinenkapital innerhalb der Betriebe auszugleichen.87 Kostenintensive Maschinen konnten so uberbetrieblich genutzt werden, um zusatzliches Einkommen zu erzielen und die Maschine rentabler zu machen.

Der finanzielle Aufwand fur moderne Maschinen und Traktoren war sehr hoch, dazu kamen noch Kosten fur Instandhaltung und Energie. 1960 beliefen sich die Ausgaben fur die Anschaffung von Traktoren und landwirtschaftlichen Fahrzeugen in Osterreich auf 2,2 bis 2,3 >Milliarden Schilling (= rund 160 Mio. Euro). Notwendig waren auch bauliche Investitionen und Ausgaben fur Meliorationen.88

Ab 1970 kam es zu einer Verschiebung der Investitionen vom Maschinen- zum Gebaudekapital. Im Bereich des baulichen Sektors gab es einen groBen Nachholbedarf, besonders bei Betrieben im Berggebiet.89 Es wurden moderne Stalle gebaut und Wohnbereiche saniert.

Durch den Einsatz moderner Technik sank der Bestand an Zugtieren am Hof. Da dadurch immer weniger Handarbeit vonnoten war, sank auch die Zahl der Arbeitskrafte. Der Ruckgang an Pferden und Ochsen als Arbeitstiere fuhrte zu einer Freisetzung von landwirtschaftlicher Flache, die nun zur Sicherung von Nahrung zur Verfugung stand. 1960 waren es in Osterreich mindestens 200.000 Hektar, die unmittelbar, oder uber die Veredelungswirtschaft, zur Produktion von Lebensmitteln genutzt wurden.90 Gab es 1959 noch rund 163.000 Pferde auf Bauernhofen, waren es sechs Jahre spater nur mehr rund die Halfte, namlich 84.80091 und 1970 47.300 Stuck.92 Die Halbierung des Bestandes erfolgte von 1959 bis 1965 in nur sechs Jahren, anschlieBend nahm dieser Prozess rund funfzehn Jahre in Anspruch.

Um die Produktivitat der Landwirtschaft zu steigern, kam es zum vermehrten Einsatz von Handelsdunger. Der Verbrauch stieg in den Funfziger- und auch Sechzigerjahren stark an. Propagiert wurde das Bild des intelligenten Bauern, der mit Einsatz von Kunstdunger93 arbeitete und dem des dummen Bauern, der sich diese Neuerung nicht zunutze machte. Durch die Verwendung von Handelsdunger, der unter anderem in den Stickstoffwerken in Linz produziert wurde, stiegen die Hektarertrage der Feldfruchte. Die Flachenproduktivitat konnte so in den 50-er Jahren um ein Drittel gesteigert werden.94

Ein weiterer Kostenpunkt fur Landwirte waren importiertes Saatgut und Pflanzenschutzmittel. Beide trugen dazu bei, die Hektarertrage zu erhohen.95 Die Produktivitat der landwirtschaftlichen Betriebe stieg enorm. Im zehnjahrigen Vergleich von 1960 bis 1970 ist die Flachenproduktivitat um nahezu ein Viertel und die Arbeitsproduktivitat um mehr als die Halfte gestiegen.96 Immer weniger Personen produzierten immer mehr Lebensmittel auf gleicher Flache.

Mit all diesen Verbindungen zum Markt, vor allem durch den Ankauf von Betriebsmitteln, forderte die Landwirtschaft auch Industrie und Handel. Die Landwirtschaft trat vermehrt als Auftraggeber fur andere Wirtschaftszweige auf97 und gewann als Kaufer gewerblich- industrieller Waren zunehmend an Bedeutung.98 Wie groB die Verbindung bzw. Abhangigkeit vom Markt war, zeigt der Zukauf gewerblicher, industrieller Mischfutterprodukte. Der Anteil betrug 2000 rund 50% des Gesamtfuttereinsatzes.99 Der Rest sind Eigenproduktion bzw. Importe von Rohstoffen wie zum Beispiel Soja.

Durch zahlreiche Investitionen erhohte sich das Aktivkapital der Betriebe, jedoch stieg auch die Verschuldung der Landwirte. 1965 belief sich der Fremdkapitalanteil am Gesamtvermogen auf 7%. Der Bedarf an Fremdkapital wurde durch Gewahrung von Agrarkrediten seitens der offentlichen Hand, welche durch Zinszuschusse gestutzt waren, teilweise gedeckt.100 Zehn Jahre spater hat sich der Anteil des Passivkapitals auf durchschnittlich 10,4% erhoht. Am hochsten war der Verschulungsgrad bei Betrieben des Voralpengebietes mit 13,3%.101 In den Achtzigerjahren pendelte die Verschuldensrate zwischen 10 und 11%.102 Grund fur den hohen Anteil an Fremdkapital war die standige Verteuerung der Investitionsguter und Baukosten.103

Durch den laufenden Abbau von Arbeitskraften in der Land- und Forstwirtschaft waren Rationalisierungsinvestitionen notwendig. Um sich diese Neuerungen, wie arbeitserleichternde Maschinen und Gerate, leisten zu konnen, gingen viele Betriebsleiter in den Neben- oder Zuerwerb oder versuchten durch Erhohung des Ertrages einen steigenden Deckungsbeitrag zu erzielen.

Ausgabenseitig entwickelte sich der Preisindex negativ fur die Bauern. Die Schere zwischen Erzeugerpreise und Sachaufwand klaffte immer weiter auseinander. Der Aufwand erhohte sich von 1958 bis 1965 um 53%. Dies war einerseits vor allem durch die Verteuerung der Produktionsguter und Dienstleistungen hervorgerufen, andererseits jedoch ebenfalls durch einen hoheren Verbrauch bei Futtermittel und Treibstoff. Der Reinertrag nahm nicht im selben AusmaB zu.104

Die Preis-Kosten-Relation, welche sich zu ungunsten der Bauern entwickelte, stieg weiterhin. Die Bauern wurden angehalten, weitere kostensenkende RationalisierungsmaBnahmen durchzufuhren und marktkonform zu produzieren.105 Dazu stellte der Bund Forderungsmittel zur Finanzierung landwirtschaftlicher Berater zur Verfugung.

Mit dem Beitritt zur EU sollte sich dieser negative Aspekt der hohen Preise fur Betriebsmittel verbessern.

2.3 Produktion und ForderungsmaBnahmen

Ab Ende der Funfzigerjahre stieg der Bestand an Schweinen. Dies war einerseits Folge des Uberschusses bei der Kartoffel- und Getreideernte, andererseits stieg der Schweinefleischkonsum und allgemein die Nachfrage nach tierischem EiweiB.106

Wie bereits erwahnt, stieg in den Nachkriegsjahren die Produktivitat durch den Einsatz von Dunge- und Pflanzenschutzmittel und importiertem Saatgut.

Die Ertrage bei Weizen konnten von 1956 bis 1960 um 11,50% gesteigert werden, jene von Gerste gar um 22,70%. Bei beiden Getreidesorten stieg auch die Anbauflache zu Gunsten von Roggen und Hafer. Geringere Anbauflachen hatte zu dieser Zeit Mais, beliebt war die Kartoffel. Das Verhaltnis der beiden Hackfruchte betrug 1960 1:3,10.107

Wie sehr sich das Anbauverhaltnis geandert hat, zeigt folgende Ubersicht mit dem Vergleich der Anbauflachen der wichtigsten Ackerfruchte in ha:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3: Anbauflachen Ackerfruchte108

Mit den veranderten Ernahrungsgewohnheiten anderte sich auch das Anbauverhaltnis der Feldfruchte. Heute essen wir bei weitem weniger Kartoffeln als in der Nachkriegszeit, dafur stieg der Konsum an Brot und Backwaren, wozu Weizen benotigt wird. Fruher wurden Kartoffeln auch in der Schweinemast eingesetzt. Der geringe Anteil an EiweiB in der Kartoffel fordert den - heute unerwunschten - Fettanteil der Tiere.

Hafer wurde vor allem an Pferde verfuttert. Durch den Ruckgang des Pferdebestandes ging auch der Bedarf an Hafer zuruck. Roggen ist ein typisches Brotgetreide. Heute leben wir in einer Wohlstandsgesellschaft und konnen taglich zwischen verschiedenen, frischen Brotarten wahlen. In den Sechzigerjahren backte man sein Brot selbst - vorwiegend mit Roggen, da er eine langere Haltbarkeit garantierte. Der enorme Anstieg an Mais, besonders an Corn-cob-mix - hier wird die gesamte Pflanze siliert - lasst sich durch den gestiegenen Fleischkonsum erklaren. Maissilage ist ein beliebtes Futtermittel fur Mastschweine.

Dem Anbauverhaltnis lagen immer mehr betriebswirtschaftliche Uberlegungen zu Grunde. Mit dem EU-Beitritt wurden bestimmte Feldfruchte mehr gefordert als andere, was sich auf deren Produktion auswirkte.

Im Bereich der Tierproduktion gab es ebenfalls groBe Anderungen. Die Leistung der Milchkuhe stieg stark an, wobei die Durchschnittsleistung 1960 2.512 kg Milch je Kuh betrug. Damals war der Anteil an Kleinstlieferanten bedeutend. 57% der Landwirte lieferten unter 5t Milch pro Jahr und erbrachten so rund ein Viertel der Gesamtmarktleistung.109 Im Jahr 2000 gab es noch 63.606 Milchlieferanten. Die durchschnittliche Lieferleistung je Kuh war mittlerweile auf 5.210 kg pro Jahr gestiegen.

Vergleicht man die Lieferleistung von 1960 mit 2000 so betrug diese 6.916 bzw. 41.097 kg Milch pro Betrieb und Jahr. In 40 Jahren hat sich die Liefermenge pro Betrieb fast versechsfacht, dabei ging die Zahl der Lieferanten von 226.200 auf 63.606 zuruck, der Viehbestand sank ebenfalls um fast die Halfte.110

Bereits in den Funfzigerjahren wurde die Landwirtschaft vom Staat auf Grund der beschrankten Moglichkeiten zur Einkommenssicherung gefordert. Nach Kriegsende zielten die MaBnahmen darauf ab, eine moglichst hohe Flachenproduktivitat zu erreichen und den Nahrungsmittelmangel zu beheben. Ab 1952/53 verlagerten sich die Forderungen in Richtung Qualitatsproduktion, Absatz- und Preisstutzung. Im Vordergrund stand die Forderung der Produktionsgrundlage, indem die VerkehrserschlieBung und betriebliche VergroBerung, sowie die Anschaffung von rationellen Investitionen vor allem forciert wurde. Dies geschah zum Beispiel in Form von zinsverbilligten Krediten.111 Die Absatzforderung war ab Mitte der Sechziger Jahre immer wichtiger geworden.112

Forderungswurdig erschienen auch Bergbauernbetriebe, die auf Grund ihrer verkehrsmaBig benachteiligten Lagen noch eingeschrankter waren.113 Anfang der Sechziger Jahre wurde der Berghofekataster erstellt, der Bergbauernbetriebe in verschiedene Erschwerniszonen einteilte.

Weitere Forderungsmittel wurden fur die Schulung und Beratung landwirtschaftlicher Betriebsleiter aufgebracht.114 1965 waren 474 Berater und 317 Beraterinnen tatig. Die Berater fuhrten Modernisierungs-, Bau- und Futterungsberatungen durch und waren bei der Beschaffung von Krediten behilflich. Die Schulung der Berater zielte auf die Vermarktung

der Produkte ab. Das Thema Marketing gewann an Bedeutung, damals jedoch in anderer Form wie heute. Die Vermarktung sollte durch Zufahrtswege zu den Hofen und somit einer besseren Infrastruktur erleichtert werden. Weiters wurde die Elektrifizierung der Betriebe forciert.115 Die Anzahl der Beratungskrafte nahm in den Siebzigerjahren ab und belief sich 1979 auf 337 landwirtschaftliche und 154 hauswirtschaftliche Berater/innen.116

Besondere Forderprogramme fur Bergbauern wurden ab 1972 mit dem Ziel eingeleitet, die Funktionsfahigkeit der Berggebiete zu erhalten. Unterstutzt wurden einzelbetriebliche MaBnahmen wie auch Projekte zur Verbesserung der Infrastruktur.117

Die Grenzlandforderung startete 1974. Der Ausbau des Telefonnetzes und die Forderung des Maschinenringes wurden forciert. Dies waren erganzende MaBnahmen zu laufenden Forderungen.118

Mitte der Sechzigerjahre konnten heimische Betriebe den wesentlichen Bedarf an Nahrungsmitteln decken. 1965 wurde dies bei Wein, Butter, Zucker, Rindfleisch, Vollmilch und Kartoffeln vollkommen erreicht, bei Schlachtfetten, Schweine- und Kalbfleisch uber 90%. Eine groBe Lucke bestand bei pflanzlichen Olen, dessen Nachfrage nicht einmal zu 10% gedeckt werden konnte.119

Mit wachsendem Wohlstand verringerte sich die Nachfrage der Konsumenten beim Anteil der Urprodukte fur die Ernahrung. Stattdessen stieg sie nach verarbeiteten Produkten. Die Menschen konnten sich qualitativ hochwertige Produkte leisten und solche, die ihnen die Arbeit im eigenen Haushalt erleichterten. Die Regierung reagierte darauf im „Grunen Plan“, indem sie den Ausbau von Verarbeitungs- und Markteinrichtungen finanziell unterstutzte.120 Langfristig verringerte sich der Anteil von Getreideprodukten und Kartoffeln zu Gunsten tierischen EiweiBes am Speiseplan. 121

Von 1950 bis 1980 verdoppelte sich der Konsum von tierischem EiweiB auf 59 g/Person und Tag, Fett wurde fast in dreifacher Menge verzehrt (49 g/Person und Tag im Jahre 1950 und 147g/Person und Tag im Jahre 1980).122 Heute geht der Ernahrungstrend wieder umgekehrt in Richtung Reduktion von tierischem EiweiB und Fett.

Stetig stieg die Bedeutung des Fremdenverkehrs fur die Landwirtschaft. Er bot Absatzmoglichkeiten fur die Betriebe. Besonders in Bergbauerngebieten verbrachten Gaste gerne ihren Urlaub am Bauernhof. Bereits 1969 entfielen 7% der Endproduktion der Landwirtschaft auf den Auslanderfremdenverkehr.123 Im Jahr 2000 verzeichnete man 3.175.000 Nachtigungen in Privatzimmern und 1.775.400 Nachtigungen in Ferienwohnungen und -hausern am Bauernhof. Der Auslanderanteil betrug bei der Privatzimmervermietung 69% und bei Ferienwohnungen 80%.124

Mit der Zimmervermietung und Gastebetreuung waren bzw. sind meist die Frauen betraut und konnen sich so ein zusatzliches Standbein schaffen. Heute versucht man, den Betriebszweig „Urlaub am Bauernhof“ immer mehr zu professionalisieren. In einem Akademielehrgang konnen Vermieter/innen das notwendige Fachwissen erwerben.

Mit der finanziellen Situation der bauerlichen Familie war es zu Beginn der Achtzigerjahre nicht zum Besten bestellt. Im Jahre 1982 haben in 15% aller Haupterwerbsbetriebe familieneigene Arbeitskrafte so wenig verdient, dass das Einkommen unter der Armutsgrenze lag. Bei den Bergbauern lag dieser Anteil sogar bei 18%.125

Die Landwirtschaft war zu dieser Zeit in hohem MaBe exportabhangig, da sie mehr produzierte als im Inland abgesetzt werden konnte. Diese Ausfuhren mussten seitens der Regierung finanziell unterstutzt werden, kosteten also wiederum Geld. Noch dazu wurde ein Teil der Exporte an zahlungsunfahige Ostblocklander geliefert.

Aufgrund der schlechten Wirtschaftslage in den Achtzigerjahren gab es fur Nebenerwerbslandwirte weniger Moglichkeiten, einen auBerbetrieblichen Arbeitsplatz zu finden. Dadurch stieg die Zahl der Lehrlinge in der Landwirtschaft rapide an, zuvor hatte sie tendenziell abgenommen. In Oberosterreich betrug die Zahl der landwirtschaftlichen Lehrlinge 1976 863 und im Jahr 1983 1.457. Im Bereich des Gewerbes gab es zahlreiche Kundigungen von Nebenerwerbslandwirten, die wieder voll in die Agrarproduktion einsteigen mussten.126

Ab Beginn der Neunzigerjahre gewann die Aufgabe der Bauern, die Kultur- und Erholungslandschaft zu erhalten, an Bedeutung. Gepflegte Landschaft und Natur sind notwendig fur den Tourismus. Durch nachhaltiges Wirtschaften am Bauernhof soll eine intakte Umwelt erhalten bleiben.127

2.4 Auswirkungen des EU-Beitritts auf die Landwirtschaft

Osterreich ist seit 1. Janner 1995 Mitglied der EU. Schon in den Jahren zuvor wurden in Osterreich Anpassungen an den kunftigen EU-Beitritt getatigt, indem regelmaBig neue Gesetze und Verordnungen auf Ubereinstimmung mit der EU gepruft wurden.

Mit der Liberalisierung des Kapitalverkehres wurde bereits 1989 begonnen. Weiters wurde an der Hartwahrungspolitik festgehalten, sodass der Schilling nach 1995 zum engen Kreis der Hartwahrungen gezahlt werden konnte.128

Der groBte Unterschied zwischen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und der osterreichischen Agrarpolitik lag im Marktordnungssystem. In Osterreich wurden die Agrarprodukte durch Beschrankung der Produktion mengenmaBig gesteuert. In der EU geschah dies uber die Preispolitik.129

Mit dem Wirksamwerden der GAP sind die heimischen landwirtschaftlichen Erzeugerpreise erheblich gesunken. Zu Jahresbeginn 1995 gab es Preisreduktionen bei Getreide um rund die Halfte, bei Schlachtrindern um rund 10%, bei Schweinen um rund 20% und bei Milch um rund ein Drittel.

Der befurchtete Importdruck aus der EU hielt sich in Grenzen, wobei die inlandischen Anbieter ihre Preise zum Teil vorbeugend unter das Niveau potentieller EU-Konkurrenten senkten.

Hinsichtlich der Betriebsmittel erwartete man sich eine finanzielle Entlastung, die aber nur langsam voran ging. Vor allem Pflanzenschutzmittel waren in Osterreich wesentlich teurer als in anderen EU-Landern.130

Der vor dem EU-Beitritt kaum vorhandene Wettbewerb im Lebensmittelbereich brachte mit sich, dass osterreichische Betriebe im Bereich Marketing und Effizienz einen erheblichen Nachholbedarf hatten.

Der Osterreichischen Landwirtschaft standen fur die Ubergangsphase von 1995 bis 1999 degressive Ausgleichszahlungen als Anpassungshilfe zur Verfugung. Neben den Ausgleichszahlungen erhielten die Landwirte eine Entschadigung fur die okologischen Leistungen angeboten. Dieses Programm nannte sich Umweltprogramm, OPUL.131

Finanziert wurden diese Ausgleichszahlungen aus nationalen Mitteln und aus Mitteln der EU mit einer Gesamtsumme von 16 Milliarden Schilling.132 Degressive Ausgleichszahlungen gab es fur Obst und Gemuse, Kartoffeln, Mastschweine, Zuchtsauen, Geflugel und Milch.133

Durch den EU-Beitritt anderte sich das Anbauverhalten der Landwirte. Die Anbauflache fur EiweiBpflanzen halbierte sich, die Olsaatenflachen wurden um etwa 18% reduziert. Leichte Ruckgange gab es auch bei Getreide. Mehr als verdoppelt haben sich hingegen die stillgelegten Flachen, was auf die Stilllegungsverpflichtung im Rahmen des Kulturpflanzenausgleichs zuruck zu fuhren war.134

Durch die Konkurrenz auslandischer Lebensmittel begann man verstarkt fur heimische Produkte zu werben. Die Bauern mussten sich besonders um die Intensivierung der professionellen Vermarktung bemuhen. Ein wichtiges Ziel der Agrarpolitik war, die Marktposition der heimischen Landwirte zu starken. Im Zuge dessen wurden gemeinsam von Landwirtschaftsministerium, AMA (Agrarmarkt Austria) und Prasidentenkonferenz Arbeitsgruppen „Erzeugergemeinschaften“ ins Leben gerufen. Diese Gruppen sollten zur Bewaltigung der Anforderungen an den Markt Unterstutzung bieten.135

Man bemuhte sich vorrangig, Marken zu schaffen, und diese beim Konsumenten zu verankern. Fernsehwerbung und Plakate erinnerten an heimische Produkte und riefen zu deren Kauf auf. Man appellierte also an den Konsumpatriotismus.

Die Strukturanderung in der Landwirtschaft wurde durch den EU-Beitritt beschleunigt. Betriebe mit einer hohen Tieranzahl wuchsen stark an, Betriebe mit kleineren Bestanden wurden immer weniger.

2.5 Die Situation der Bauerin

Die Bauerin war am Strukturwandel in der Landwirtschaft voll beteiligt. Eine Studie aus den Neunzigerjahren verdeutlicht, dass durch ihre Arbeit fur die Familie weniger Alten- und Pflegeheime notwendig waren. Frauen haben es auch vielen Mannern ermoglicht, einem anderen Beruf nachzugehen, indem sie sich um Betrieb und Haushalt kummerten. Obwohl die Belastung der Bauerin sehr hoch war, waren die meisten Frauen zufrieden mit ihrem Beruf und sahen Vorteile in der Eigenstandigkeit, im Naturbezug und der Nahe zur Familie. Als negativ wurden die schwere korperliche Belastung und die standige Bindung an den Hof gesehen.

Zu den klassischen Frauenarbeiten zahlten traditionelle Teile der Innenwirtschaft, wie das Reinigen des Melkgeschirrs und das Melken. Davon betroffen waren vor allem Frauen in groBeren viehhaltenden Betrieben. Trotz laufender Mechanisierung wurde Anfang der Neunzigerjahre noch die Halfte der Rinderstalle und 80% der Schweinestalle handisch ausgemistet, sofern diese Tatigkeit von den Frauen erledigt wurde. Durchschnittlich verbrachten Frauen drei bis vier Stunden taglich mit Stallarbeit.136 Frauen verrichteten diese Arbeiten demnach eher in kleinen Betrieben, welche nicht im Haupterwerb gefuhrt wurden.

Die Agarstrukturerhebung ergab 1999, dass 37% der Betriebe von Frauen gefuhrt wurden. Relativ gering war der Anteil der Frauen als Betriebsleiterinnen im Westen und Suden. In Vorarlberg und Tirol betrug der Anteil weniger als 20%, in Burgenland, Oberosterreich, Steiermark, Niederosterreich und Salzburg wurden mehr als 30% der Betriebe von Frauen gefuhrt.137 Bei der 2006 durchgefuhrten Bauerinnenbefragung gaben 41,8% (1996 waren es nur 17%) der Bauerinnen an, dass der Betrieb in ihren Namen bewirtschaftet wurde. Frauen sind vor allem Inhaberinnen von Nebenerwerbsbetrieben (49%). Die Entscheidungskompetenz der Bauerinnen ist ebenfalls stark gestiegen. Waren es 1996 nur 5%, so gaben 2006 15% der Befragten an, betriebliche Entscheidungen alleine zu treffen. In 76% der Falle werden Entscheidungen gemeinsam mit dem Partner getroffen. Die Einbeziehung der Frauen in die strategische Betriebsfuhrung ist somit von 65% auf 76% gestiegen.138

Bedingt durch die groBere Personenanzahl und einer daraus resultierenden groBeren Wohn- und Gartenflache, musste die Frau in einem landwirtschaftlichen Haushalt ein groBeres Arbeitspensum erfullen, als vergleichsweise in einem durchschnittlichen Haushalt.139

Immer mehr Frauen, welche nicht aus der Landwirtschaft stammen, heirateten in einen Bauernhof ein. 1986 waren dies 9% der Frauen, 1996 bereits 14%. Vermehrt gehen in einem Nebenerwerbsbetrieb Frauen einem auBerlandwirtschaftlichen Beruf nach. Basis fur die Entscheidung sind ihre Fahigkeiten und die jeweilige Ausbildung. Vor der Heirat sind die Frauen durchwegs in anderen Berufen tatig. In zahlreichen Fallen, in welchen der Partner auBer Haus arbeitet, sind es die Frauen, die Betrieb, Haushalt und Familie managen.140

Bauerinnen mussen den Spagat zwischen Beruf und Privat schaffen, wobei auf Bauernhofen diese beiden Sektoren meist direkt ineinander ubergehen, da der Arbeitsplatz auch gleichzeitig Wohnort ist. Dadurch gibt es auch weniger Privatsphare, die Arbeit ist immer „anwesend“.

Auf Bauernhofen wohnen meist mehrere Generationen zusammen. GroBteils wohnen die einzelnen Familien in eigenen Wohnungen, jedoch besteht meist laufender Kontakt und bestimmte Arbeiten werden gemeinsam erledigt bzw. unterstutzen sich die Generationen gegenseitig. Diese Nahe zueinander fuhrt jedoch auch haufig zu Konflikten.141 Da die Frau oft den ganzen Tag zu Hause ist wahrend der Mann dem Nebenerwerb nachgeht, ist auch sie am ehesten von Konflikten betroffen.

In vielen bauerlichen Familien wird es nach wie vor als Verpflichtung gesehen, sofern dies irgendwie moglich ist, die Pflege der alten Menschen zu ubernehmen. Fallen Kinderbetreuungspflicht, Altenpflege, Umbauarbeiten und taglich anfallende Aufgaben zeitlich zusammen, kommt es haufig zur Uberlastung der Familie und im Besonderen der Frau.142

Seit August 1990 sind die Frauen im BMLF durch den Bauerinnenbeirat verankert. Der Beirat dient der Unterstutzung des Bundesministers zur Erarbeitung von Vorschlagen und Anregungen fur Themenbereiche wie bauerliche Familie, Produktion und Vermarktung bauerlicher Produkte, Umweltfragen, Gesundheit, Ernahrung, Forderung und Bildung.143

Obwohl die Arbeit der Bauerinnen nie angezweifelt wurde, besteht erst seit 1992 die Bauerinnenpension.144 Davor war sie mit dem Mann mitversichert und somit auch von ihm abhangig. Eine eigene Bauernpension hatten nur jene Frauen, die den Betrieb alleine fuhrten.

2.6 Aktuelle Situation

Noch immer ist die Anzahl der Betriebe rucklaufig. Bei der letzten Agrarstrukturerhebung 2003 waren es 190.382, das sind um 27.100 Betriebe weniger als bei der Vollerhebung 1999. Vom Ruckgang betroffen waren vor allem Nebenerwerbsbetriebe mit -21,1%, die Zahl der Haupterwerbsbetriebe blieb relativ konstant. Die durchschnittliche BetriebsgroBe liegt bei 34 ha Kulturflache bzw. 18,4 ha landwirtschaftlicher Flache (ohne Wald und Bauareal).145

Der Rucklauf an Betrieben lieB die uberlebenden immer groBer werden. Am Milchsektor sank die Anzahl der Betriebe von 1995 bis 2003 bei einer steigenden Milchquote pro Betrieb von 60% (von 30,0 auf 48,1 t) um rund ein Drittel. Der Ruckgang war vor allem in Nichterschwerniszonen zu verzeichnen. Viele Betriebe im Berggebiet stockten ihre Kontingente auf. Ein Ende dieser Entwicklung ist von Experten nicht abzusehen, zumal Osterreich im Vergleich zu den EU-15 Staaten das Schlusslicht bei der durchschnittlichen Milchquote darstellte.146

Immer groBere Beliebtheit hat die biologische Wirtschaftsweise. 2004 gab es in Osterreich 19.577 Biobetriebe. Diese Entwicklung liegt ganz im Trend, denn die Nachfrage der Konsumenten/innen nach Bioprodukten steigt weiter. Waren Bioprodukte fruher eher eine Marktnische, haben sie sich zu einem ernstzunehmenden Marktsegment entwickelt. Einen Einbruch bei der Entwicklung gab es gegen Ende der Neunzigerjahre unter anderem durch niedrige Erzeugerpreise, Beratungsdefizite und schlechte Erfahrungen aus der ersten OPUL- Periode (OPUL = Osterreichisches Programm einer umweltgerechten, extensiven und den naturlichen Lebensraum schutzenden Landwirtschaft). Heute entscheiden sich immer mehr groBe Betriebe, biologisch zu wirtschaften, wodurch die Anzahl der Bio-Flachen dynamisch steigen.

Die Ideologie der Biobetriebe hat sich geandert. Zu Beginn wurden Biobetriebe als Alternative zur Chemisierung und vollkommenen Technisierung in der Landwirtschaft gesehen. Biobauern propagierten ein gesamtheitliches Lebens- und Bewirtschaftungskonzept, dem auch viele Biobauern folgten. Heute ist der Biolandbau eine alternative Form der Produktion, es wird wie im konventionellen Landbau versucht, produktionstechnisch, betriebswirtschaftlich und marktwirtschaftlich zu optimieren. Experten bescheinigen dem biologischen Landbau auch weiterhin ein hohes Wachstumspotential.147

Landwirte erhalten Direktzahlungen und Leistungsentgelte fur ihre Arbeit, die von der EU (56%), dem Bund (20%) und den Landern (24%) finanziert werden. 2004 betrug die gesamte Forderung fur die Land- und Forstwirtschaft 2.212 Mio. Euro. Rund ein Drittel dieser Summe wird der Marktordnung zugesprochen. Hier sind vor allem Flachen-, Tier- und Produktpramien, sowie die Lagerhaltung, Exporterstattung und Beihilfen fur Verarbeitung und Vermarktung enthalten. Im Bereich der landlichen Entwicklung gibt es das Umweltprogramm (OPUL), Ausgleichszulagen fur Berg- und benachteiligte Gebiete und Investitionszuschusse fur Projekte im Rahmen der landlichen Entwicklung.

2004 nahmen 78% aller Betriebe am Umweltprogramm teil, Betriebe, die Ausgleichzahlungen erhielten, bewirtschafteten 75% der landwirtschaftlichen Flache.148

Nachhaltigkeit in der Produktion ist ein gesamtgesellschaftliches Anliegen geworden. Grund fur das Umdenken waren unter anderem Agrarkrisen, wie die BSE-Krise, welche bei vielen Konsumenten Verunsicherung hervorrief. Eine stabile okologische Landwirtschaftsstruktur soil Basis fur eine zukunftsweisende Entwicklung sein.149 Diese Grundidee ist ahnlich dem Konzept der Okosozialen Marktwirtschaft, in der nicht nur der okonomische Zweck des Unternehmens im Vordergrund steht, sondern die okologische Vertretbarkeit einen wesentlichen Stellenwert innehat.

C. Empirischer Teil

1 Landwirtschaftskammer, Landliches Fortbildungsinstitut

1.1 Geschichte der Institution

Die Vorgangerorganisation der Landwirtschaftskammer fur Oberosterreich war der Landeskulturrat, fur welchen allerdings keine Pflichtmitgliedschaft bestand. Die Wurzeln der Organisation gehen auf die Zeit der Bauernbefreiung zuruck. Ziel war eine Vertretung fur Bauern, da sie zu den bestehenden Landwirtschaftsgesellschaften keinen Zutritt hatten. Diese Bestrebungen fuhrten 1886 zur Grundung des Landeskulturrates. Nach wie vor gab es Anstrengungen, eine Berufs vertretung zu grunden, der alle Bauern angehorten. Nach dem ersten Weltkrieg wurde 1922 die Niederosterreichische Landwirtschaftskammer gegrundet. 1932 beschloss der Oberosterreichische Landtag ebenfalls die Grundung einer Landwirtschaftkammer als landwirtschaftliche Berufsvertretung, die als selbstandige Rechtspersonlichkeit konstituiert wurde. Dabei gingen groBteils die Mitarbeiter und Funktionare des Landeskulturrates in den Wirkungsbereich der Landwirtschaftskammer uber.150

Die Aufgaben der Landwirtschaftskammer gliederten sich in die Standes- und Interes sens vertretung sowie in die Landeskultur- und Wirtschaftsforderung. Spater verschwand der Begriff der Landeskulturforderung aus dem Aufgabenbereich. Die beiden Hauptaufgabengebiete der Landwirtschaftskammer lagen bei der Berufsvertretung des Einzelnen und der gesamten Landwirtschaft sowie bei der Forderung der landwirtschaftlichen Betriebe in der Produktion und im Absatz.151

Mit dem Beschluss des Kammergesetzes mussten alle Mitglieder die Zeitung der Landwirtschaftskammer beziehen. Zuvor gab der Oberosterreichische Landeskulturrat die „Land- und volkswirtschaftlichen Mitteilungen“ heraus, die durch die Bezirksgenossenschaften verbreitet wurde. 1938 folgte eine zehnjahrige Unterbrechung der Zeitungsausgabe. Ab 1948 erschien das Blatt unter dem neuen Titel „Der Bauer“, welches Neuerungen und Informationen fur die gesamte Land- und Forstwirtschaft beinhaltete. Vorerst erschien die Zeitung monatlich, spater vierzehntagig und ab 1951 fast regelmaBig wochentlich. Die Finanzierung der Zeitung erfolgt bis heute aus der Kammerumlage und ist fur Kammermitglieder kostenlos.152

Die Landwirtschaftskammer orientierte sich zu ihren Mitgliedern hin und errichtete in den Bezirken sogenannte Berufsgenossenschaften. Diese sollten die Aufgaben der Landwirtschaftskammer vor Ort umsetzen. Mitglieder dieser Berufsgenossenschaften waren Eigentumer, FruchtgenieBer oder Pachter landwirtschaftlicher Betriebe im AusmaB von mindestens zwei ha landwirtschaftliche Nutzflache oder 20 ha Wald.

Im Marz 1938 wurde die Landwirtschaftskammer aufgelost und ging in den Reichsnahrstand uber. Die wichtigste Aufgabe wahrend des Krieges war, die Ernahrung der Bevolkerung zu sic hern. Im Juni 1945 wurde die Landesbauernschaft aufgelost und die Landwirtschaftskammer wieder eingesetzt. Zu dieser Zeit war die Ausgabe von Bezugsscheinen fur Lebensmittel eine wesentliche Aufgabe der Organisation.153

Das OO. Landwirtschaftskammergesetz, das 1948 beschlossen wurde, sah zusatzlich zum Gesetz aus der Zwischenkriegszeit eine Mitwirkung bei der Volksbildung, die Wahrnehmung sozial-politischer Fragen und die Vertretung der Mitglieder vor Amtern und Behorden vor. Die BesitzgroBe fur die Mitgliedschaft war anfangs ein Hektar und wurde 1955 (LGBl. Nr. 74) auf zwei Hektar erhoht.

Der Landwirtschaftskammer steht der Prasident vor, der den Vorsitz der Vollversammlung fuhrt, welche fruher aus 31 direkt gewahlten Kammerraten und vier Kammerraten aus dem Bereich der Genossenschaften, bestand. Heute werden alle Mitglieder gewahlt. Weitere Gremien sind der Hauptausschuss und Fachausschusse. Zur Umsetzung der Beschlusse und der Aufgaben der Landwirtschaftkammer dient das Kammeramt, das der Kammerdirektor, vormals Kammeramtsdirektor, leitet.154 Bisher waren alle Kammerprasidenten und Vizeprasidenten Manner und ein GroBteil der Kammerrate ist zurzeit ebenfalls mannlich. Die erste Kammerratin Johanna Preinstorfer, spatere Prasidentin der OO Landtages, trat 1973 ihre Funktion an. 2007 sind 9 von 35 Kammerraten Frauen, das ist ein Anteil von 25,7%. Delegierte aus den Genossenschaftsbereichen gibt es heute nicht mehr, einige Kammerrate erfullen aber durchwegs Doppelfunktionen und sind auch im Genossenschaftswesen aktiv.155

Neu war ab 1948 die Organisation von Ortsbauernschaften, die mit den neu eingefuhrten Bezirksbauernkammern in Verbindung standen.156 Die Ortsbauernschaften wurden nach den politischen Gemeinden eingerichtet. Ihnen gehorten alle in dem Gebiet wohnenden Kammermitglieder an. Vorsitzender der Ortsbauernschaft war der Ortsbauernobmann.157 Auf Bezirksebene dominierten die Manner mit dem Bezirksbauernkammerobmann und der Obmannerkonferenz, der alle Ortsbauernobmanner angehorten.158 Das Bezirksbauernkammeramt wurde vom Bezirksbauernkammersekretar geleitet.159 Vorerst waren Bauerinnen in keiner offiziellen Form organisiert.

Das Jahr 1957 war die Geburtsstunde der Bauerinnenorganisation. Landeshauptmann- Stellvertreter und Bauernbundobmann Okon. Rat Johann Blochl und der Bauernbunddirektor Bundesrat Georg Schreiner bestellten erstmals eine Leiterin der Abteilung Hauswirtschaft in der Landwirtschaftskammer, Regierungsrat Luise Hamminger. Auf Bezirksebene wurden Bezirksbauerinnen und auf Ortsebene Ortsbauerinnen bestellt. Ziele der Organisation waren die Unterstutzung der Aus- und Weiterbildung, Verbesserung der Lebens- und Arbeitssituation, soziale Absicherung der bauerlichen Familien und Mitsprache bei agrarpolitischen und gesellschaftspolitischen Belangen.160

Die Bezeichnungen Orts- und Bezirksbauerinnen war politisch besetzt, das Gremium, welches in der Landwirtschaftskammer mitwirkt, heiBt auf Landesebene Bauerinnenbeirat der Landwirtschaftskammer, der sich aus je einer Vertreterin der Bezirke und einer Vorsitzenden, die Mitglied der Vollversammlung ist, zusammensetzt. Dieses Gremium trifft maximal viermal im Jahr zu Beratungen zusammen. Auf Bezirksebene setzt sich der Bauerinnenbeirat aus gewahlten Delegierten der Ortsbauernausschusse zusammen. Die Tagung findet maximal dreimal jahrlich statt.161 Diese Organisationsstruktur wurde in einem Artikel in „Der Bauer“ 1989 deutlich klargelegt, nachdem offensichtlich behauptet worden war, dass Bauerinnen zu wenig in der Landwirtschaftskammer vertreten waren und die Forderung nach mehr Mitspracherecht aufgestellt wurde. Die angefuhrte Organisations struktur war zwar in den Statuten der Landwirtschaftskammer verankert, der Wirkungsbereich der einzelnen Gremien umfasste aber fast ausschlieBlich Bereiche, welche speziell die Bauerin und die Familie betrafen. Entscheidungen in landwirtschaftlichen Bereichen konnten in diesen Gremien nicht getroffen werden. Die Delegierte der Vollversammlung konnte die Anliegen der Bauerinnen in der Vollversammlung vorbringen, die verschiedenen Bauerinnengremien hatten aber keine entsprechende Entscheidungsbefugnis, was die Bezeichnung „Bauerinnenbeirat“ bereits aussagt.

1972 wurde das „Landliche Fortbildungsinstitut (LFI)“ bundesweit gegrundet mit dem Ziel, eine Plattform fur die berufliche, kulturelle, soziale und korperliche Aus- und Weiterbildung fur die landliche Bevolkerung anzubieten. Weiterer Zweck des Vereines war, die Werte des landlichen Raumes bewusst zu machen und um Verstandnis fur die Probleme der Land- und Forstwirtschaft zu werben. Mitglieder des Vereines waren die osterreichischen Landwirtschaftskammern, die Prasidentenkonferenz, der Osterreichische Landarbeiter- kammertag und der Hauptverband der Land- und Forstwirtschaftlichen Betriebe Osterreichs.162 Im selben Jahr wurde das Landeskomitee in Oberosterreich gegrundet, dessen Vorsitz der damalige Landwirtschaftskammerrat und spatere Landesrat Leopold Hofinger uber hatte. Verschiedene Veranstaltungen wurden nun koordiniert und gesammelt in einem Programm veroffentlicht. Das LFI sollte auch dazu dienen, Impulse im Bildungsbereich zu setzten.163

Bisher war jedoch ein Problem des LFIs noch nicht gelost, denn es gab noch keine zentrale Kursstatte fur die angebotenen Seminare und Vortrage. 1975 wurde das Gebaude der Landwirtschaftskammer fur OO errichtet, in dem auch das LFI untergebracht war. Ein Vortragssaal mit 250 Sitzplatzen, vier Lehrsale, ausgestattet mit diversen Medien, das Haus der Bauerin mit Lehrkuche, Nahzimmer, Hauswirtschafts- und Bastelraum und die Landtechnische Schule waren unter einem Dach vereint. Als Unterkunft standen Dreibett- und Einzelzimmer mit insgesamt 100 Betten zur Verfugung. Die Verpflegung erfolgte ebenfalls im Haus und den Kursteilnehmern standen auch ein Gymnastikraum sowie Aufenthaltsraume

zur Verfugung.164

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die Kammerführung vor dem neu errichteten Gebäude165

1.2 Das Zeitalter der technischen Neuerungen

1.2.1 Bildungsangebote Landwirtschaft

Das Angebot an landwirtschaftlichen Kursen ist eng mit der Entwicklung in der Landwirtschaft verbunden. In der Nachkriegszeit spielte die Rinderhaltung eine groBe Rolle, spater wurden WeiterbildungsmaBnahmen zur Schweinehaltung angeboten. Die Unternehmertatigkeit des Landwirtes wurde ab den Neunzigerjahren ein aktuelles Thema. Geschult werden heute nicht mehr nur ausschlieBlich die Produktion von Gutern, sondern auch die kreative Produktentwicklung und deren Vermarktung. Diese Unternehmungen werden dem Landwirt als Unternehmer gerecht.

Anfang der Funfzigerjahre trat die zweite Phase des Marshallplanes in Kraft. War zuvor das Ziel, die Bevolkerung mit Lebensmittel zu versorgen, so ging es ab nun darum, die Leistungskraft der Landwirtschaft zu sichern. Allerdings wurde bereits 1950 im Rahmen der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer fur OO daruber diskutiert, dass Marktregulationen in Zukunft eingefuhrt werden mussen, um die drohende Uberproduktion an Milch zu kontrollieren. Man schlug das Milchverkehrsgesetz vor, das den einzelnen Erzeugern einen einheitlichen Preis und einen sicheren Absatz garantieren sollte. In diesem Gesetz wurde auch das Einzugs- und Verwertungsgebiet festgelegt. Durch wirtschaftliche MaBnahmen sollte eine entsprechende Preisspanne zwischen Erzeuger- und Konsumentenpreis gesichert sein.166

Fur die Weiterbildung standen nicht nur Kurse zur Verfugung. Man versuchte, durch Filme und Rundfunk Wissen zu vermitteln. So gab es ab 1952 taglich eine Landfunksendung, deren Inhalte wochentlich in „Der Bauer“ vorangekundigt wurden. Im Zentrum standen aktuelle landwirtschaftliche Themen. Die Vortrage wurden vorerst taglich (auBer sonntags) um 11:45 Uhr auf dem Sender Rot-WeiB-Rot (amerikanische Besatzungszone) ausgestrahlt.167 Ab Mitte des genannten Jahres wurde die Sendezeit verdoppelt. Nun waren die Sendungen auch morgens von 5:35 bis 5:45 Uhr zu horen. Ebenso folgten landwirtschaftliche Informationen nach den Lokalnachrichten um 6:00 Uhr.168

Nachdem die Sendungen der Besatzungsmachte eingestellt wurden, rief man ab Marz 1954 den „Landfunk“ ins Leben. Die verschiedenen Bundeslander gestalteten dazu abwechselnd Beitrage, die im gesamten Bundesgebiet zu horen waren. Ab 1960 wurde auch im Fernsehen eine Sendung in 14-tagigem Rhythmus unter dem Titel „Die grune Welle“ ausgestrahlt.169 Heute werden in der Sendung „Land und Leute“ landwirtschaftliche Themen behandelt.

Tabelle 4: Beispiel für ein Wochenprogramm 1952170

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Themen im Jahreskreis wurden je nach Aktualitat und agrarpolitischer Zielsetzung ausgewahlt - groBteils landwirtschaftliche Belange, teilweise Informationen aus der Hauswirtschaft. Die Vortragenden dieser Reihe setzten sich nach den Anfangsjahren weniger aus Vertretern des Ministeriums oder der Hochschule fur Bodenkultur, sondern aus Experten der verschiedenen Organisationen der Landwirtschaftskammern zusammen.

Tabelle 5: Ein Wochenprogramm acht Jahre spater aus dem Jahre 1960:171

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Man sieht, dass die Sendungen immer spezifischer wurden, von einer grundsatzlichen Information uber Aufforstung zum Wissen uber das richtige Setzen von Forstpflanzen. Es fallt auch auf, dass nicht nur fachspezifische Probleme behandelt wurden, sondern auch solche, die im personlichen Lebensbereich hilfreich waren.

Ab 7. Oktober 1974 anderte sich das landwirtschaftliche Programm im regionalen Rundfunk. Morgens um 6:55 Uhr wurden Marktberichte, Termine und Kurse angekundigt, am Vormittag von 11:05 - 11:30 Uhr loste die Sendung „Aus dem Land - fur das Land“ den bisherigen Landfunk ab, wo Beitrage der Bundeslander Oberosterreich und Salzburg ausgestrahlt wurden. Mit dieser neuen Sendung sollten alle Bevolkerungsschichten angesprochen werden. Diese war als Magazin gestaltet, die Abwechslung im Inhalt (Gesundheit, Ernahrung, Haushalt, Landjugend, landlicher Raum) und in der Methode (Reportagen, Interviews, Tipps) brachte. Samstags wurde zusatzlich die osterreichweite Sendung „Agrarpolitischer Kommentar“ zu aktuellen Themen gesendet.172 Ab 2. Janner 1978 vergroBerte sich die Reihe der teilnehmenden Bundeslander an der Sendung. Nun wurden die Verantwortlichkeiten fur die Inhalte nach Wochentagen zwischen vier Landern aufgeteilt, jeder Wochentag behandelte besondere Schwerpunkte.

Tabelle 6: Ubersicht Schwerpunkte Radioprogramm173

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Vor der Zeit der Rundfunkubertragungen setzte die O.O. Landwirtschaftskammer einen Tonwagen ein, welcher aus Marshallmitteln finanziert wurde. Dieser war mit Lautsprecher, Tonfilmgerat und Tonaufnahmegerat versehen. Damit konnten Fachvortrage aufgenommen und beliebig oft wiederholt werden.

Abbildung 2: Tonwagen der O.Ö. Landwirtschaftskammer 174

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wichtige Hilfsmittel, um Wissen zu transportieren waren Bilder, die zu Vortragen mitgenommen wurden. Dazu wurden 1949/50 uber 15.000 Stehbilder angeschafft, die an die Beratungsstellen verteilt wurden. Diese musste man mit Hilfe eines Bilderwerfers an die Wand projizieren. Weiters wurden Filme angekauft. Stummfilme sollten im Unterricht und Tonfilme in der Aufklarung und Beratung eingesetzt werden. Dazu wurden alle Bezirksbauernkammern mit einem Filmgerat ausgestattet.

Eine weitere Methode der Wissensvermittlung und Aufklarung uber neue Methoden stellten die Wanderausstellungen dar. Landwirtschaftliche Neuerungen wurden so prasentiert und an zentralen Orten oder in Bauernhausern aufgestellt. Die Bevolkerung war aufgerufen, die Ausstellungen an den Wochenenden (Samstagnachmittag oder sonntags vor oder nach dem Gottesdienst) zu besuchen und uber das Fur und Wider zu diskutieren.175

Bucher waren ebenfalls eine wichtige Quelle fur aktuelles Wissen. Um diese fur die Bauern und Bauerinnen leistbar zu machen, entstanden fahrbare Fachbuchereien. Diese wurden in den Bezirken im Flachland eingerichtet. Hier konnten Bucher entlehnt oder auch gekauft werden. Diese fahrbaren Buchereien wurden oftmals von Frauen verwaltet, welche damit regelmaBig von Ort zu Ort und von Hof zu Hof unterwegs waren.176

Zusatzlich zu diesem Angebot gab es in 300 Gemeinden Oberosterreichs je eine landwirtschaftliche Fachbucherei. Die Landwirtschaftskammer verlieh Fachbucher an die Gemeinden, bei denen sie entlehnt werden konnten. An den funfzehn Bezirksbauernkammern und an der Haushaltungsschule Weyregg wurden besonders umfassend ausgestattete Bibliotheken errichtet, welche laufend mit Neuerscheinungen aus diversen Fachgebieten ausgestattet wurden.

Die Finanzierung dieses Projektes erfolgte mit Hilfe von ERP-, Bundes-, Landes- und Kammermittel. Fur die Fachkrafte der Landwirtschaftskammer und fur sehr interessierte Bauern gab es zusatzlich eine landwirtschaftliche Zentralbucherei, die im Gebaude der Landwirtschaftskammer untergebracht war und aktuelle Fachbucher aus dem In- und Ausland verwaltete.177

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Fahrbare Fachbücherei178

In der Wochenzeitung der Landwirtschaftskammer, „Der Bauer“, wurden bzw. werden laufend aktuelle Fachartikel publiziert. Diese dienten ebenso der Weiterbildung fur Bauer und Bauerin. Uber dieses Medium konnten in den Funfzigerjahren wochentlich 60.000 Personen erreicht werden.179 Neben Fachbeitragen fanden hier auch Anliegen der bauerlichen Standesvertretung Platz. Beispielsweise versuchte man in der Nachkriegszeit den Bauern die Uberlebensfahigkeit zu erleichtern, indem in der Rechtsberatung darauf hinwiesen wurde, dass es eine Hofsunde sein, den Hof an mehrere Kinder zu vererben, anstatt Anerben festzulegen. Nur wenn der Hof als unteilbares Ganzes ubertragen wurde, konnte das Uberleben der Bauern gesichert werden.180

Wie Werbeeinschaltungen platziert, fanden sich zwischen den Texten immer wieder Aufforderungen, wie „Sorgt fur gute Luftung des Stalles!“181. Die Uberschriften und Zwischenuberschriften diverser Artikel sind in ahnlicher Form auffordernd gestaltet: „Schafft bessere und behagliche Feuerstellen“182 oder bestehen aus Fragen: „Wie wird eine Grundzusammenlegung eingeleitet?“183. Diese Art des Informationstransportes konnte heute negativ als Bevormundung gedeutet werden, war damals aber eine durchaus gangige Methode, Bauern und Bauerinnen zum Umdenken zu bewegen oder Wissen zu vermitteln.

Einen besondern Stellenwert in der land- und forstwirtschaftlichen Weiterbildung hatten die landwirtschaftlichen Fortbildungskurse. Da nicht alle in der Land- und Forstwirtschaft Tatigen eine Fachschule besuchen konnten bzw. es in der Nachkriegszeit nur wenige gab (acht Schulen im Jahre 1948), bot die Landwirtschaftskammer fur Bauernsohne und Landarbeiter mit osterreichischer Staatsburgerschaft diese Fachkurse an. Inhalte waren sowohl Allgemeinbildung (Deutsche Sprache und Schrift, Rechnen, Naturlehre, Geographie, Geschichte, Burgerkunde, Religion und Bauerliches Brauchtum) als auch fachliche Bildung (Ackerbau, Obstbau, Tierhaltung, landwirtschaftliches Bauwesen, Maschinenkunde, Genossenschaftswesen, Bauernwald, Unfallschutz, Erste Hilfe), die rund 55% der Kurszeit ausmachte. Die Kurse umfassten rund 160 Stunden und wurden in den Wintermonaten (November bis Mitte Marz) abgehalten. Die Altersgrenze fur Teilnehmer war mit mindestens 16 Jahren festgelegt, es wurde aber empfohlen, die Kurse erst mit 18 Jahren zu belegen, da man bereits mehr Erfahrung aus der beruflichen Praxis mitbringen konnte.184

Die Fortbildungskurse wurden direkt vor Ort, also auch in kleineren Gemeinden abgehalten. Die Kurse fanden an zwei Nachmittagen pro Woche fur 4-5 Stunden statt. Dadurch sollte moglichst wenig Arbeitszeit am Betrieb verloren gehen. Im darauf folgenden Sommer wurden Begehungen und landwirtschaftliche Fachreisen durchgefuhrt, im anschlieBenden zweiten Winter standen zehn interessante Vortrage und Veranstaltungen aus der landwirtschaftlichen Praxis am Programm.

Der Kursbeitrag war gestaffelt. Sohne von groBeren Betrieben mit uber zwei Hektar Besitz bezahlten 40,-- Schilling (= 2,9 €), jene von Kleinhauslern nur 20,-- Schilling (=1,45 €). Landarbeiter waren vom Kursbeitrag vollkommen befreit,185 um auch ihnen die Weiterbildung zu ermoglichen.

Wie hoch der Nachholbedarf an landwirtschaftlicher Bildung war, zeigt eine Kursstatistik aus dem Jahre 1954. Zwischen dem Winterhalbjahr 1947/48 und 1953/54 fanden in Oberosterreich 349 landwirtschaftliche Fortbildungskurse mit 8725 Teilnehmern statt. Zu jener Zeit existierten rund 60.000 Betriebe, die groBer als zwei Hektar waren. Somit kam durchschnittlich auf jeden siebten Betrieb ein Absolvent der angebotenen Kurse.186

Die Nachfrage nach Fortbildungskursen nahm nach einem groBen Ansturm ab. Bis 1965 verringerte sich die Anzahl auf 24, schlieBlich wurden sie 1969 ganzlich eingestellt. An ihre Stelle traten Lehrlingskurse, denn in der Zwischenzeit hatte man die landwirtschaftliche Berufsausbildung auf neue Beine gestellt und die Berufe „Landwirtschaftlicher Facharbeiter“ und „Landwirtschaftlicher Meister“ geschaffen. Es wurden entsprechende Berufschulen installiert,187 wozu am 1. Juni 1961 das Gesetz fur „Die Fuhrung und Organisation der landwirtschaftlichen Berufsschulen“ im OO Landtag beschlossen wurde.188

Aktuelles landwirtschaftliches Wissen wurde in Kurzkursen, zum Beispiel zur richtigen Dungung, angeboten. Die Dungerberatungsstelle fuhrte dazu jahrlich einige Kurse je Bezirk durch. Die Kurse begannen entweder um 9:00 Uhr, 15:00 Uhr oder 19:30 Uhr.189 Auch hier waren die Zeiten so gewahlt, dass die laufende Arbeit dadurch nicht gestort wurde.

Im Jahre 1950 wurde eine Melkerschule im Sonnwendhof in Windischgarsten eroffnet, welche zur Halfte aus Mitteln des Marshallplanes finanziert wurde. Das Schulungszentrum besaB ein Stallgebaude, in dem „gute“ Kuhe von funf verschiedenen Rassen untergebracht waren. Im Schulgebaude befanden sich neben Unterrichts- und Aufenthaltsraumen auch Schlaf-, Wasch- und Duschraume, die mit flieBendem Warm- und Kaltwasser ausgestattet waren. Diese Kursstatte diente vorrangig der Schulung von Frauen, da die Stallarbeit in erster Linie von ihnen verrichtet wurde. Potentielle Kursteilnehmerinnen waren vor allem Dienstmagde als auch Jugendliche, die einen Hof ubernehmen sollten. Die Dauer der Kurse betrug vier Wochen. Neben dem Erlernen einer optimalen Melkmethode beinhaltete der Lehrplan auch Futterungslehre, Grunlandwirtschaft, Geburtshilfe, Kalberaufzucht, Viehpflege, Milchbehandlung und Tiergesundheitslehre. Zusatzlich fuhrte man Lehrfilme vor und organisierte Exkursionen in gut gefuhrte landwirtschaftliche Betriebe sowie in Molkereien.190 Am Sonnwendhof in Windischgarsten wurden von Oktober bis April Kurse abgehalten. Vierwochige Melklehrgange wurden nur fur Frauen angeboten, Melkmaschinenkurse auch fur Manner, jedoch in eigenen Kursen. Es fanden damals keine gemischten Kurse statt.191 Mitte der Funfzigerjahre wurden die Bauerinnen angehalten, eine Melkmaschine anzuschaffen, da diese eine groBe Arbeitserleichterung fur die ohnehin uberlastete Bauerin bringen sollte.192

Die Kursstatte Sonnwendhof war umstritten, da die Lage (15 km von der nachsten Bahnstation entfernt) nicht sehr zentral war. Befurworter argumentierten damit, dass im Ort eine Schnellzugstation zu finden und die StraBe zum Sonnwendhof gut ausgebaut waren. Vorganger dieses Schulungsgebaudes war die Fachschule Mistelbach, der eine Melkerschule, welche seit 1931 bestand, angegliedert war. Diese musste jedoch 1938 gesperrt werden. Ab diesem Zeitpunkt gab es keine Melkerschule fur Madchen mehr. Burschen und mannliches Personal wurden weiter an der Fachschule Ritzlhof unterrichtet.193 Bei dieser Ausbildung lernte man nicht nur Melken, sondern auch allgemeinbildende Facher (Schriftverkehr, Rechnen), Dungerwirtschaft, Grunlandwirtschaft, Tierhaltung (Viehwirtschaft, Viehaufzucht und -pflege, Tiergesundheitswesen, Futterung des Milchviehs, Milchbildung) und Milchbehandlung.194

In Ubereinstimmung mit dem Wirkungsbereich der Frau im Bauernhaus, die oftmals viel im Stall arbeitete, bot die Landwirtschaftskammer funftagige Futterungskurse fur Bauerntochter und Landarbeiterinnen in der Landwirtschaftsschule in Schlagl an.195

Speziell fur Manner wurden vorerst Landmaschinenkurse angeboten. Als neue Kursstatte wurde eine ehemalige Kraftfahrzeugswerkstatte der Luftwache in Linz Wegscheid angekauft. Aus ihr entstand der neue Bauhof der Landwirtschaftskammer. Zuvor besaB die Landwirtschaftskammer bereits seit 1929 einen Bauhof mit Werkstatten fur die bundeseigenen Kultivierungsmaschinen. Diese Kursstatte wurde mit Hilfe von ERP-Mitteln und Mitteln des Landes Oberosterreich finanziert. Neben Werkstatten errichtete man einen Lehrsaal, einen Tagesaufenthaltsraum, Schlaf- und Speisesale fur die Abhaltung mehrtagiger Kurse. In einer Halle fand die Dauerausstellung von Landmaschinen der O.O. Warenvermittlung statt, welche auch fur die praktischen Ubungen zur Verfugung stand.

Wie auch bei den Melkkursen beschrankte sich die Kursdauer in der Nachkriegszeit nicht auf wenige Stunden, sondern wurde in Wochen abgehalten. So wurde ein zweiwochiger Traktorkurs fur jene angeboten, die bereits einen Traktorfuhrerschein besaBen. Es wurde der Aufbau, sowie die Funktion und Pflege des Traktors eingehend geschult. Jene Teilnehmer, die den Fuhrerschein erwerben wollten, mussten eine zusatzliche Woche einplanen. Fur andere landwirtschaftliche Maschinen wurde ein einwochiger Landmaschinenkurs angeboten. Dabei lernten die Teilnehmer uber Zweck, Aufbau, Bedienung und Pflege der wichtigsten Maschinen.

Ziel der Kurse war es, dass mindestens ein „Mann“ am Hof ein guter Maschinist sein sollte, der sich bei Pflege, Wartung und Instandsetzung der Maschinen auskannte. Nur wenn die Maschinen funktionsfahig waren, konnten sie ordnungsgemaB eingesetzt werden. Die Kurskosten waren in der Nachkriegszeit sehr niedrig und von offentlichen Mitteln gefordert.196

Im Fruhling 1953 wurde erstmals ein Traktorfuhrerkurs fur Bauerntochter abgehalten, den alle Teilnehmerinnen bestanden. Einige Teilnehmerinnen erwarben zusatzlich den PKW- Fuhrerschein, eine Kursbesucherin sogar noch den Motorradfuhrerschein. Die Kursidee entstand aus der Notwendigkeit, dass auch immer mehr Frauen, wenn auch aushilfsweise, mit dem Traktor fahren konnen sollten.197

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Frauen beim Traktorkurs198

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Burschen beim Traktorpflegekurs199

Die Nachfrage nach technischen Kursen war so groB, dass 1955 zwar 305 Kursteilnehmer geschult, 600 bis 700 Anmeldungen jedoch nicht berucksichtigt werden konnten. Daher wurde diese Kursstatte ausgebaut, wobei das Bundesministerium fur Land- und Forstwirtschaft die Halfte der Kosten abdeckte.200 Bereits im Winter 1955 konnte die neu ausgebaute Landtechnische Schule eingeweiht werden, wobei sowohl hohe Vertreter des Landwirtschafsministeriums, des Landes Oberosterreich und der Kirche anwesend waren.

Da das Maschinenkapital eine beachtliche Belastung fur die Betriebe darstellt, ist die Erhaltung und Pflege dieser umso wichtiger, wie auch der richtige Umgang. Durch die Halbierung der Landarbeiter in einem Zeitraum von zehn Jahren zwischen 1945 und 1955 war der Ankauf von Maschinen notwendig, da die Anzahl der familieneigenen Arbeitskrafte ebenso stark zuruckgegangen war.201

Mit Ausnahme der Traktorkurse waren bis 1958 alle landtechnischen Kurse Mannern vorbehalten. Auch der im selben Jahr angekaufte Mahdrescher stand nur mannlichen Kursteilnehmern zur Verfugung. Einen VorstoB im technischen Bereich erreichten die Frauen 1958 mit dem ersten Schlepperkurs, der speziell fur Landfrauen und die weibliche Landjugend angeboten wurde. Es wurde darauf hingewiesen, dass fast alle Teilnehmerinnen die Schulung bestanden hatten.202 Im selben Jahr wurde auch ein landtechnischer Lehrgang fur weibliche Teilnehmerinnen abgehalten. Ab diesem Zeitpunkt hatten auch Frauen die Chance, sich in manchen Bereichen der Landmaschinen entsprechend weiterzubilden. Montage- und Pflegekurse sowie das Fahren des Mahdreschers blieb jedoch vorerst in mannlicher Hand.

Zusatzlich zur Kurstatigkeit in der Ausbildungsstatte in Wegscheid wurde in Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaftskammer und Osterreichischem Produktivitatszentrum 1955 ein LKW mit allen notwendigen Werkstattenutensilien fur einen Landmaschinenpflegekurs ausgestattet. Ein Kursleiter und der ihm unterstellte Helfer fuhren von Ort zu Ort und konnten innerhalb von funf Jahren 100 Kurse abhalten. Die Nachfrage nach dieser Schulung war so groB, dass Teilnehmer bereits ein Jahr vorher vorgemerkt waren, bevor der Kurs tatsachlich im gewunschten Ort stattfand.203

Anlasslich des 40-jahrigen Bestehens der Landtechnischen Schule 1992 wurden neue Ziele definiert. Kurse sollten Entscheidungshilfe bei Investitionen sein, die sachgerechte Bedienung und Wartung von Maschinen und praktische Fertigkeiten zur Verarbeitung von Holz, Metall und Kunststoff sollte vermittelt werden. Gelehrt wurden auch handwerkliche Selbsthilfekurse, wie Tapezieren, Ausmalen oder das Verlegen von FuBboden. Die rein technische Information hatte sich auf interdisziplinare Betrachtungsweisen ausgedehnt, wobei auch auf Umweltaspekte und agrarische und betriebswirtschaftliche Sachverhalte Bezug genommen wurde.204

Im Bereich Betriebswirtschaft wurden vorerst Buchfuhrungskurse von der land- und forstwirtschaftlichen Landes- Buchfuhrungs- Ges.m.b.H angeboten. Da viele Bauern nicht die Zeit und das notwendige Wissen uber Buchfuhrung hatten, bestand die Moglichkeit, diese Arbeit an die Buchfuhrungsgesellschaft abzugeben, welche die Jahresabschlussrechung auf Grund von Aufzeichnungen uber Geldgebarung und Naturalumsatze durchfuhrte. In eintagigen Kursen lernten Bauern, Aufzeichnungen (Kassabuch, Aufzeichnungen des Naturalumsatzes) fur die Erstellung des Abschlusses durch die Organisation zu fuhren.205 An das selbstandige Fuhren der Bucher war zu diesem Zeitpunkt noch nicht gedacht.

In der folgenden Kursstatistik des Bildungswinters 1953/54 wird ersichtlich, welche landwirtschaftlichen Probleme und Neuerungen damals einen wichtigen Stellenwert hatten. Ein GroBteil dieser Kurse war fur mannliche Teilnehmer ausgeschrieben.206

Tabelle 7: Kursstatistik Bildungswinter 1953/54

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einerseits gab es die landwirtschaftlichen Fortbildungskursen und andererseits so genannte Kurzkurse. In jener Zeit war es kaum ublich, dass altere Personen diese Kurse besuchten, sondern diese Weiterbildung war vor allem fur Jugendliche gedacht.

Ein GroBteil der landwirtschaftlichen Kurse war fur Manner bestimmt. Technische Kurse gab es auch getrennt fur Frauen, aber das fachliche landwirtschaftliche Wissen wurde verstarkt an junge Bauern weitergegeben.

Die hauswirtschaftlichen Kurse fur Frauen enthielten immer auch einen kleinen landwirtschaftlichen Teil - wie weiter unten genauer ausgefuhrt ist - das Wissen konnte jedoch auf Grund der Stundenanzahl nur auf weniger hohem Niveau vermittelt werden.

Das Problem des Berufes der Bauerin lag darin, dass er sich keiner groBen Beliebtheit erfreute, weil er mit sehr viel harter Arbeit verbunden war. Die Frau wurde im Bereich der Landwirtschaft als Mitarbeiterin des Mannes und unterstutzende Kraft bei Arbeitsspitzen betrachtet. Als zweite Saule ihrer Aufgaben hatte sie die Rolle der Mutter und Leiterin des Haushaltes mit kulturellen Aspekten zu erfullen. Mit dem Einsatz von Technik in Haus und Hof versuchten die Verantwortlichen der Landwirtschaftskammer den Beruf der Bauerin attraktiver zu machen. Durch sinnvoll gewahlte Arbeitsmethoden und richtigem Einsatz von Maschinen und Geraten, sollte die Arbeitsbelastung der Frau vermindert werden, um sich mehr um Haushalt und Familie kummern zu konnen. Gab es zuvor noch Dienstboten am Hof, die die Bauerin im Haus unterstutzten, so war sie nun mit einem wachsenden Aufgabenbereich konfrontiert. Ziel all dieser MaBnahmen war, junge Frauen an den Hofen zu halten und so den Bauernstand zu sichern.207

Ergonomische Arbeitsgestaltung war damals noch nicht bekannt und so war die korperliche Belastung der Frauen am Bauernhof enorm. Mit dem Einzug der Melkmaschine in die Hofe ubernahmen auch manche Manner diese Arbeit, was seitens der Landwirtschaftskammer positiv vermerkt wurde.208 Ein landwirtschaftlicher Bereich, in dem sich die Frauen zunehmend entfalten sollten, war die Huhnerhaltung. Im Anschluss an die Kuckenaktion der Landjugend, die in diesem Kapitel naher beschrieben wird, erschienen vermehrt Artikel uber Huhnerhaltung unter dem Titel „Fur die Bauerin“. Auf diesem Gebiet gab es in Osterreich Nachholbedarf, da eine steigende Nachfrage an Huhnerfleisch zu verzeichnen war.209 Diese korperlich weniger anstrengende Arbeit sollte von Frauen durchgefuhrt werden. Letztendlich sollten sich damit Frauen mehr aus korperlich anstrengenden Arbeiten zuruckziehen, die von Maschinen erledigt werden konnten, um sich mehr der Kleintierzucht und dem Haushalt widmen zu konnen.

Zur Forderung der Huhnerhaltung veranstalteten die Madchenfachgruppen der Landjugend einen Wettbewerb zur Geflugelwirtschaft, an dem sich 1025 Madchen beteiligten. Beim Landesentscheid mussten zuerst Fachfragen beantwortet werden, anschlieBend im praktischen Teil eine Legehenne beurteilt und ein Huhn geschlachtet und kuchenfertig aufbereitet werden.

Dieser Bewerb wurde in Folge auch auf Bundesebene ausgetragen, an dem die besten jungen Frauen aus Oberosterreich teilnehmen konnten.210

[...]


1 Vgl. Sandgruber: Wissenschaftstheorie, Teil: Methodik der historischen Wissenschaften, Folien zum Vortrag, 2004, S. 2.

2 Vgl. Yin: Case Study Research Design and Methods, S. 21ff.

3 Vgl. Ebster, Stalzer: Wissenschaftliches Arbeiten fur Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, S. 214.

4 Vgl. Sandgruber: Wissenschaftstheorie, Teil: Methodik der historischen Wissenschaften, Folien zum Vortrag, S.8.

5 Vgl. BMLFUW: Gruner Bericht 2000, S. 183.

6 Vgl. Becker-Schmidt, Knapp: Feministische Theorien zur Einfuhrung, S. 14.

7 Vgl. Stephan, von Braun: Einleitung, S. 25.

8 Vgl. de Beauvoir: Das andere Geschlecht, S. 12.

9 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Androzentrismus (1.6.2006)

10 Vgl. Becker-Schmidt, Knapp: Feministische Theorien zur Einfuhrung, S. 66.

11 Vgl. Kloehn: Typisch weiblich? Typisch mannlich, S. 21ff.

12 Vgl. de Beauvoir: Das andere Geschlecht, S. 52.

13 Vgl. de Beauvoir: Das andere Geschlecht, S. 28.

14 Vgl. Frevert: „Mann und Weib, und Weib und Mann“, Geschlechter-Differenzen in der Moderne, S. 13f.

15 Vgl. Becker-Schmidt, Knapp: Feministische Theorien zur Einfuhrung, S.69.

16 Vgl. Stephan, von Braun: Einleitung, S. 9.

17 Vgl. Thdbaud: Einleitung, S. 14.

18 Vgl. Frey Steffen: Gender, S. 18ff.

19 Vgl. Teherani-Kronner: Agrarwissenschaften, S. 217.

20 Vgl. Sauer: SchweiBblatter, S. 42ff

21 Vgl. Thdbaud: Einleitung, S. 19.

22 Vgl. Leinfellner: Silberwald, Sissi und Sexbomben, S. 60.

23 Vgl. Leinfellner: Silberwald, Sissi und Sexbomben, S. 60.

24 Vgl. Bock: Frauen in der europaischen Geschichte. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart, S. 330.

25 Vgl. Biffl: Die Arbeitswelt der Frauen in Osterreich - Erwerbsarbeit und Hausarbeit, S. 121f.

26 Vgl. Biffl: Die Arbeitswelt der Frauen in Osterreich - Erwerbsarbeit und Hausarbeit, S. 123.

27 Vgl. Biffl: Die Arbeitswelt der Frauen in Osterreich - Erwerbsarbeit und Hausarbeit, S. 134, nach: Osterreichisches Institut fur Wirtschaftsforschung: OECD Labour Force Statistics.

28 Vgl. Weinzierl: Emanzipation? Osterreichische Frauen im 20. Jahrhundert, S. 65f.

29 Vgl. Biffl: Die Arbeitswelt der Frauen in Osterreich - Erwerbsarbeit und Hausarbeit, S. 136.

30 Vgl. Lefaucheaur: Mutterschaft, Familie und Staat, S. 474.

31 Vgl. Bock: Frauen in der europaischen Geschichte. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart, S. 330.

32 Vgl. Lefaucheaur: Mutterschaft, Familie und Staat, 20. Jahrhundert, S. 474.

33 Vgl. Biffl: Die Arbeitswelt der Frauen in Osterreich - Erwerbsarbeit und Hausarbeit, S. 141.

34 Vgl. Bock: Frauen in der europaischen Geschichte. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart, S. 332.

35 Vgl. Lefaucheaur: Mutterschaft, Familie und Staat, 20. Jahrhundert, S. 476f.

36 Vgl. Sauer: SchweiBblatter, S. 42ff.

37 Vgl. 5. Schulorganisationsnovelle. In: Rosenbichler, Vollmann: Als die Madchen zu den Buben kamen und was wir daraus lernten, S. 19.

38 Vgl. Kloehn: Typisch weiblich? Typisch mannlich?: Geschlechterkrieg oder neues Verstandnis von Mann und Frau?, S. 209ff.

39 Vgl. Kloehn: Typisch weiblich? Typisch mannlich?: Geschlechterkrieg oder neues Verstandnis von Mann und Frau?, S. 212f.

40 Vgl. Rosenbichler, Vollmann: Als die Madchen zu den Buben kamen und was wir daraus lernten, S. 22f.

41 Vgl. Lefaucheaur: Mutterschaft, Familie und Staat, S. 463.

42 Vgl. Cyba: Modernisierung im Patriarchat? Zur Situation der Frau in Arbeit, Bildung und privater Sphare 1945 bis 1955, S. 437.

43 Vgl. Weinzierl: Emanzipation? Osterreichische Frauen im 20. Jahrhundert, S. 11ff.

44 Vgl. Lefaucheaur: Mutterschaft, Familie und Staat, S. 464.

45 Vgl. Lefaucheaur: Mutterschaft, Familie und Staat, S. 467.

46 Vgl. Lefaucheaur: Mutterschaft, Familie und Staat, S. 467.

47 Vgl. Hohler: Weg von Rollenklischees - Manner und Frauen in den achtziger Jahren, S. 9.

48 Vgl. Hohler: Weg von Rollenklischees - Manner und Frauen in den achtziger Jahren, S. 11.

49 Vgl. Ergas: Der Feminismus der siebziger Jahre, S. 557ff.

50 Vgl. Ergas: Der Feminismus der siebziger Jahre, S. 561.

51 Vgl. Ergas: Der Feminismus der siebziger Jahre, S. 569.

52 Vgl. Hohler: Weg von Rollenklischees - Manner und Frauen in den achtziger Jahren, S. 8.

53 Mikula: Family Fairness. http://www.oif.ac.at/presse/bzw/artikel.asp?Rubrik=3&ID Art=1&BZWArtikel=396 (3.6.2006)

54 Vgl. Ergas: Der Feminismus der siebziger Jahre, S. 569.

55 Vgl. Ergas: Der Feminismus der siebziger Jahre, S. 571ft'.

56 Vgl. Hohler: Weg von Rollenklischees - Manner und Frauen in den achtziger Jahren, S. 34.

57 Vgl. Kloehn: Typisch weiblich? Typisch mannlich?: Geschlechterkrieg oder neues Verstandnis von Mann und Frau?, S. 209.

58 Vgl. Weinzierl: Emanzipation? Osterreichische Frauen im 20. Jahrhundert, S. 112.

59 Vgl. Zulehner: MannsBilder, Ein Jahrzehnt Mannerentwicklung, S. 12ff.

60 Vgl. Zulehner: MannsBilder, Ein Jahrzehnt Mannerentwicklung, S. 33.

61 Vgl. Zulehner: MannsBilder, Ein Jahrzehnt Mannerentwicklung, S. 189.

62 Zulehner: MannsBilder, Ein Jahrzehnt Mannerentwicklung, S. 33.

63 Vgl Zulehner: MannsBilder, Ein Jahrzehnt Mannerentwicklung, S. 189.

64 Vgl. Feldkircher: Beziehungsfahigkeit der Manner. In: Zulehner (Hrsg.): MannsBilder, Ein Jahrzehnt Mannerentwicklung, S. 194.

65 Vgl. Zulehner: MannsBilder, Ein Jahrzehnt Mannerentwicklung, S. 189.

66 Vgl. Bundesministerium fur soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz (Hrsg.): Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus Mannersicht, S. 9f.

67 Vgl. Bundesministerium fur soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz (Hrsg.): Jugendliche Familienfahigkeit unter Berucksichtigung der Vaterthematik, S. 4.

68 Vgl. Sandgruber: Die Landwirtschaft in der Wirtschaft, S. 264.

69 Vgl. BMLFuW: Gruner Bericht 2005, S. 207.

70 Vgl. Hanisch: Mannlichkeiten, Eine andere Geschichte des 20. Jahrhunderts, S. 357.

71 Vgl. Hanisch: Mannlichkeiten, Eine andere Geschichte des 20. Jahrhunderts, S. 358.

72 Vgl. Hanisch: Mannlichkeiten, Eine andere Geschichte des 20. Jahrhunderts, S. 359f.

73 Vgl. Pevetz: Sozialokonomische Veranderungen in der Landwirtschaft und in Problemgebieten, S. 26 f.

74 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1960, S. 21.

75 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1960, S. 9.

76 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1960, S. 23.

77 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1970, S. 5.

78 Quelle: Gruner Bericht 1985, 1995, 2005.

79 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1995, S. 35.

80 Quelle: Statistik Austria, in: BMLFUW: Gruner Bericht 2002, S. 193.

81 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1970, S. 111.

82 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 2005, S. 287.

83 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 2005, S. 63.

84 Vgl. Gutkas: Der Alltag der funfziger Jahre in Niederosterreich, S. 12.

85 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1980, S. 137.

86 Vgl. Pevetz: Sozialokonomische Veranderungen in der Landwirtschaft und in Problemgebieten, S. 28.

87 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1980, S. 35.

88 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1960, S. 21.

89 Vgl. Pevetz: Sozialokonomische Veranderungen in der Landwirtschaft und in Problemgebieten, S. 28.

90 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1960, S. 21.

91 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1965, S. 33.

92 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1970, S. 25.

93 Vgl. Sandgruber: Die Landwirtschaft in der Wirtschaft, S. 204 f.

94 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1960, S. 21.

95 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1960, S. 26.

96 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1970, S. 5.

97 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1960, S. 21.

98 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1965, S. 7.

99 Vgl. Sandgruber: Die Landwirtschaft in der Wirtschaft, S. 227.

100 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1965, S. 7.

101 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1975, S. 31.

102 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1985, 67.

103 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1975, S. 33.

104 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1965, S. 8.

105 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1970, S. 37.

106 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1960, S. 32.

107 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1960, S. 26.

108 Datenquelle: Gruner Bericht 1960 und 1990.

109 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1960, S. 35.

110 Vgl. BMLFUW: Gruner Bericht 2005, S. 181.

111 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1960, S. 106.

112 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1965, S. 70.

113 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1960, S. 106.

114 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1960, S. 106.

115 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1965, S. 72.

116 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1960, S. 81.

117 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1975, S. 70.

118 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1960, S. 79.

119 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1965, S. 14 f.

120 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1965, S. 11.

121 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1970, S. 5.

122 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1975, S. 7.

123 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1970, S. 5.

124 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 2000, S. 204.

125 Vgl. Pelz: Arbeitsplatzpolitik fur den landlichen Raum, S. 24.

126 Vgl. Pelz: Arbeitsplatzpolitik fur den landlichen Raum, S. 25 f.

127 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1990, S. 18.

128 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1995, S. 8.

129 Ledermuller: Herausforderung EU, S. 14.

130 Schneider: Erste Erfahrungen mit der GAP. In: Agrarische Rundschau 2/95, S. 31 f.

131 Amt der OO Landesregierung: Bericht uber die Land- und Forstwirtschaft im Jahr 1995, S. 101.

132 Ledermuller: Herausforderung EU. In: Agrarische Rundschau 3/94, S. 14.

133 Luttenberger: Degressive Ausgleichszahlungen von Apfel bis Zuchtsau, S. 5.

134 BMLF: Der grune Bericht 1995, S. 10.

135 Molterer: Erfolg durch Partnerschaft, S. 34.

136 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1990, S. 133.

137 Vgl. BMLFUW: Gruner Bericht 2000, S. 183.

138 Vgl. Osterreichisches Institut fur Familienforschung: Situation der Bauerinnen in Osterreich 2006, S. 6ff.

139 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1990, S. 133.

140 Vgl. Ziegelbock, Dachs: Zur Situation der Bauerin, S. 11 f.

141 Vgl. Ziegelbock, Dachs: Zur Situation der Bauerin, S. 12.

142 Vgl. BMLFUW: Gruner Bericht 2000, S. 185.

143 Vgl. BMLF: Gruner Bericht 1990, S. 133.

144 Vgl. Ziegelbock, Dachs: Zur Situation der Bauerin, S. 14.

145 Vgl. BMLFUW: Gruner Bericht 2005, S. 8.

146 Vgl. BMLFUW: Gruner Bericht 2005, S. 44 f.

147 Vgl. BMLFUW: Gruner Bericht 2005, S. 47 f.

148 Vgl. BMLFUW: Gruner Bericht 2005, S. 10.

149 Vgl. BMLFUW: Gruner Bericht 2000, S. 43.

150 Vgl. Landwirtschaftskammer fur OO (Hrsg.): Bauernland Oberosterreich, S. 662f.

151 Vgl. o.V.: Die Aufgaben der Landwirtschaftskammer, S. 2 f.

152 Vgl. o. V.: Der neuerscheinenden Fachzeitschrift „Der Bauer“ zum Geleit, S. 3.

153 Vgl. Landwirtschaftskammer fur OO (Hrsg.): Bauernland Oberosterreich, S. 666f.

154 Vgl. Lehner: Organisation der Landwirtschaftskammer, S. 2 ff.

155 Quell: Telefonat mit Frau Krenn, Sekretariat des Prasidiums der Landwirtschaftskammer fur OO, gefuhrt am 22.2.2007.

156 Vgl. Landwirtschaftskammer fur OO (Hrsg.): Bauernland Oberosterreich, S. 675.

157 Vgl. o. V.: Unsere Bezirksbauernkammern und Ortsbauernschaften, S. 2 f.

158 Vgl. Landwirtschaftskammer fur OO (Hrsg.): Bauernland Oberosterreich, S. 675.

159 Vgl. o. V.: Unsere Bezirksbauernkammern und Ortsbauernschaften, S. 2 f.

160 Vgl. OO. Bauern- und Nebenerwerbsbauernbund: Bauerinnen in Oberosterreich 1957-1997, S. 3.

161 Vgl. o. V.: Die Bauerinnen in der Landwirtschaftskammerorganisation, S. 23.

162 Vgl. o. V.: Landliches Fortbildungsinstitut (LFI) gegrundet, S. 4.

163 Vgl. o. V.: LFI-Landeskomitee konstituiert, S. 5.

164 Vgl. Stampfl: Das Landliche Fortbildungsinstitut der OO. Landwirtschaftskammer, S. 6f.

165 Quelle: Bauer Nr. 20, 14.5. 1975, S. 7.

166 Vgl. o. V.: Landwirtschaftliche Probleme, S. 11.

167 Vgl. o. V.: Landfunkprogramm, S. 15.

168 Vgl. o. V.: Neue Landfunksendungen, S. 8.

169 Vgl. Landwirtschaftskammer fur OO (Hrsg.): Bauernland Oberosterreich, S. 48.

170 Vgl. Landfunkprogramm, S. 15.

171 Vgl. Landfunkprogramm v. 29. Februar bis 5. Marz 1960, S. 7.

172 Vgl. o. V.: Seit einem Jahr: „Aus dem Land - fur das Land“, S. 4.

173 Vgl. o. V.: Ein neuer „Landfunk“, S. 12.

174 Quelle: Der Bauer Nr. 20, 27. Mai 1950, Titelbild (Foto: Meyer, Wien)

175 Vgl. o. V.: ERP-Mittel fur den Aufklarungs- und Beratungsdienst, S. 2f.

176 Vgl. o. V.: Fahrbare Fachbucherei, S. 5.

177 Vgl. o. V.: 317 landwirtschaftliche Fachbuchereien, S. 3f.

178 Quelle: Der Bauer, Nr. 8, 23. Feb. 1952, S. 5.

179 Vgl. Mandorfer: Wir haben nicht geruht, S. 4.

180 Vgl. Schildberger: Die Hofsunde, S. 6f.

181 Vgl. Der Bauer, Nr. 3, 21. Janner 1950, S. 7.

182 Vgl. Der Bauer, Nr. 3, 21. Janner 1950, S. 9.

183 Vgl. Der Bauer, Nr. 3, 21. Janner 1950, S. 4.

184 Vgl. o. V.: Die landwirtschaftlichen Fortbildungskurse, S. 12.

185 Vgl. Hauschild: Landw. Fortbildungskurse 1952/53, S. 10.

186 Vgl. o. V.: Fortbildungskurstatigkeit, S. 7.

187 Vgl. Landwirtschaftskammer fur OO (Hrsg.): Bauernland Oberosterreich, S. 688.

188 Vgl. Hauschild: Landwirtschaftliche Berufsschule, S. 2.

189 Vgl. o. V.: Kurzkurse uber Dungung, S. 6.

190 Vgl. o. V.: Errichtung der Melkerschule Windischgarten, S. 2.

191 Vgl. o. V.: Melkerschule Windischgarsten, S. 9.

192 Vgl. o. V.: Arbeitserleichterung durch Melkmaschinen, S. 11.

193 Vgl. o. V.: Viehhaltungs- und Melkerschule „Sonnwendhof“, S. 2f.

194 Vgl. o. V.: 65. Melkerkurs in Ritzlhof, S. 9.

195 Vgl. o. V.: Futterungskurse, S. 2f.

196 Vgl. Blasl: Meldet euch zu Landwirtschaftskursen, S. 11f.

197 Vgl. Blasl: Traktorfuhrerlehrgang, S. 12.

198 Quelle: Der Bauer Nr. 19, 17. Mai 1958, Titelbild (Bild: Ing. Brunner)

199 Quelle: Bauer Nr. 8, 23. Feb. 1972, S. 4.

200 Vgl. o. V.: Vollversammlung der O.-O. Landwirtschaftskammer, S. 2ff.

201 Vgl. o. V.: Landtechnische Schule Wegscheid, S. 2ff.

202 Vgl. o. V.: Landfrauen am Schlepper, S. 10.

203 Vgl. o. V.: 100 Landmaschinenpflegekurse, S. 6.

204 Vgl. o. V.: 40 Jahre Landtechnische Schule: Hilfe zur Selbsthilfe, S. 1f.

205 Vgl. Wiesenhofer: Buchfuhrungskurs, S. 13f.

206 Vgl. Hauschild: Landwirtschaftliche Fortbildungskurse, S. 5.

207 Vgl. Hamminger: Probleme der Landfrau, S. 8.

208 Vgl. Hamminger: Probleme der Landfrau, S. 8.

209 Vgl. o. V.: 1st die Angst vor dem Geflugel begrundet? S. 2f.

210 Vgl. Klee: Leistungswettbewerbe, S. 7f.

Details

Seiten
326
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783668688513
Dateigröße
3.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v118765
Institution / Hochschule
Johannes Kepler Universität Linz
Note
1,0
Schlagworte
Geschlechterverhältnisse Aus- Weiterbildung Hälfte Jahrhunderts

Autor

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Titel: Geschlechterverhältnisse in der land- und hauswirtschaftlichen Aus- und Weiterbildung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts