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Otto III. - Renovatio imperii Romanorum

Durchkonzipiertes Herrschaftsprogramm oder situationsbedingte, christliche Erneuerung?

Hausarbeit (Hauptseminar) 2008 30 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung

1. Historische Grundlagen
1.1 Die Entwicklung des „Römischen Erneuerungsgedanken“
1.2 Otto III. (980 – 1002)
1.3 Persönliches Umfeld Ottos III.

2. Otto III. und seine Rompolitik in der sächsischen Historiographie
2.1 Funktion der Stadt Rom Ende des 10. Jahrhunderts
2.2 Ottos III. Verhältnis zu Rom und den Römern
2.3 Der Akt von Gnesen
2.4 Zusammenfassung

3. Hinweise auf eine politische Programmatik?
3.1 Poltitische Initiativen Ottos III.
3.1.1 Rom als Hauptstadt mit der Bezeichnung caput mundi
3.1.2 Ottos Gnesenfahrt
3.2 Überreste der Zeit als Ausdruck politischer Programmatik?
3.2.1 Leo von Vercellis „Versus de Gregorio et Ottone augusto“
3.2.2 Gerbert von Reims „Nostrum, nostrum est Romanum Imperium“
3.2.3 Die Kaiserbullen Ottos III.

4. Renovatio imperii Romanorum – Eine Forschungskontroverse

Schlussbetrachtung

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

Wie schwierig es sein kann, die Motive eines mittelalterlichen Herrschers auszumachen und nachzuvollziehen, kann sehr gut am Beispiel Ottos III. gezeigt werden. Seit mehr als 100 Jahren versuchen Historiker, sich dem Wesen des Ottonen zu nähern, sein politisches und militärisches Handeln zu interpretieren und historisch einzuordnen. Dass sie hierbei zu unterschiedlichen Ergebnissen kamen, ist nicht ungewöhnlich. Vor allem Ottos III. undurchsichtige „Rompolitik“ brachte jedoch immer wieder neue Interpretationen zu Tage. Die tatsächlichen Interessen Ottos III. an Rom herauszufinden, machte sich nicht zuletzt der Historiker Knut Görich 1993 in seinem Werk „Romanus, Saxonicus et Italicus“[1] zur Aufgabe. Darin revidierte Görich in einigen wichtigen Punkten die über Jahrzehnte anerkannten Interpretationen des Historikers Percy Ernst Schramm. Dieser hatte in seinem Werk „Kaiser, Rom und Renovatio“[2] von 1929 bewiesen, dass es sich die ältere Forschung des 19. Jahrhunderts zu einfach gemacht hatte, als sie die Renovatio-Pläne Ottos III. als „ebenso großartige als unklare und phantastische Anschauungen“[3] beschrieb. Schramm zeigte, dass es sich dabei eben nicht bloß um „die Gedanken des schwärmenden Jünglings“[4] handelte. Seiner Meinung nach ging es bei dem zielgerichteten Vorhaben der Renovatio imperii Romanorum Ottos III. um die „Erneuerung der Römischen Kirche und des Römischen Reiches von Rom aus zu Ehren des H. Petrus und zum Ruhm des Reiches, bewirkt durch die wechselseitige Unterstützung von Papst und Kaiser“[5].

Die vorliegende Hauptseminararbeit beschäftigt sich mit Otto III. und der Renovatio imperii Romanorum, wobei die gegensätzlichen Interpretationen Schramms und Görichs die beiden tragenden Säulen ausmachen, an denen sich orientiert wird. Es soll der Frage nachgegangen werden, ob es sich bei der Renovatio imperii Romanorum um ein durchkonzipiertes, politisches Herrschaftsprogramm handelte oder es nicht mehr war, als die Reaktion auf die damaligen Verhältnisse in Rom. Gibt es Hinweise auf eine ideologisch-motivierte „Renovatio“-Politik? Wenn es welche gibt, stellt sich die Frage, ob diese ausreichen, um die Renovatio imperii Romanorum im Sinne Schramms zu interpretieren. Des Weiteren wäre zu klären, wie es sein kann, dass man anhand gleicher Quellen überhaupt zu solch unterschiedlichen Ergebnissen kommen kann. Daher wird sich diese Seminararbeit auch verstärkt mit den einzelnen erzählenden Quellen sowie mit den Sachüberresten auseinandersetzen, die etwas über die Rompolitik Ottos III. aussagen könnten. In diesem Zusammenhang werden auch die Quelleninterpretationen vor allem von Percy Ernst Schramm und Knut Görich zu beachten sein.

Neben der bereits erwähnten Literatur sollen vor allem jene Quellen analysiert werden, die etwas über Ottos III. Verhältnis zu Rom und speziell über die Renovatio imperii Romanorum aussagen. Die Quellen die zu diesem Zweck herangezogen werden, sind die Quedlinburger Annalen[6], die Hildesheimer Annalen[7], die Chronik des Bischofs Thietmar von Merseburg[8], Brun von Querfurts Lebensgeschichte des heiligen Adalbert[9] und die Thangmar zugeschriebene Lebensbeschreibung des Bischofs Bernward von Hildesheim[10]. Zu ihrem Quellenwert für dieses Thema wird an andere Stelle etwas gesagt werden. Darüber hinaus werden weitere Monografien sowie die maßgeblichen Biografien über Otto III. herangezogen.

Die Seminararbeit ist so aufgebaut, dass im ersten Teil mit den historischen Grundlagen in das Thema dieser Arbeit eingeführt werden soll. Neben der Entstehung und der Entwicklung des „Römischen Erneuerungsgedankens“ wird auch auf ein paar wichtige Lebensdaten Ottos III. hingewiesen werden, die für das weitere Verständnis dieser Arbeit hilfreich sein werden. Dabei wird im dritten Abschnitt explizit auf die Berater Ottos III. eingegangen und damit eine Verbindung zwischen Otto III. und dem möglicherweise durch seine Berater an ihn herangetragenen Römischen Erneuerungsgedanken hergestellt. Während sich der zweite Teil der Seminararbeit hauptsächlich mit der oben erwähnten Quellenanalyse und der Darstellung der verschiedenen Interpretationen beschäftigt, soll im dritten Teil konkret nach Indizien für eine politische Programmatik gesucht werden. Die Forschungskontroverse, die Görich mit seinem Buch 1993 auslöste und die auch heute noch nicht beigelegt ist, soll im letzten Teil der Arbeit kurz aufgearbeitet werden. Dabei sollen auch allgemeine Probleme der Mittelalter-Forschung aufgezeigt werden.

In der anschließenden Schlussbetrachtung sollen die Ergebnisse des Hauptteils noch einmal zusammengefasst, aufgeworfene Fragen beantwortet und ein Fazit gezogen werden.

1. Historische Grundlagen

Zur Einführung in die Thematik dieser Seminararbeit bietet es sich an, erst einmal auf ihre historischen Grundlagen einzugehen. Dabei soll zunächst dargestellt werden, was es überhaupt mit dem „Römischen Erneuerungsgedanken“ auf sich hat und wie dieser sich bis zur Kaiserzeit Ottos III. entwickelt hat.

1.1 Die Entwicklung des „Römischen Erneuerungsgedanken“

Der später zur Zeit Ottos III. verwendete Begriff Renovatio imperii Romanorum tauchte im Laufe von zwei Jahrhunderten seit der Kaiserkrönung Karls des Großen immer wieder in verschiedenen Variationen auf. Doch wurde bei den am häufigsten verwendeten Formeln stets das Wort Renovatio aufgegriffen. An dieser Stelle wäre also eine kurze Begriffsanalyse angebracht: Der Begriff Renovatio ist eine Substantivierung des Verbs renovare, das übersetzt soviel wie „erneuern“ bedeutet. Also kann Renovatio mit „Erneuerung“ übersetzt werden. Doch was impliziert nun der Begriff „Erneuerung“? Erstens steht fest, dass sich nur etwas Bestehendes „erneuern“ lässt. Zweitens kann davon ausgegangen werden, dass das Bestehende einer „Erneuerung“ bedarf, es also wohlmöglich alt und zerbrechlich ist. Drittens resultiert daraus auch, dass sich der „Erneuerer“ etwas aus dieser „Erneuerung“ verspricht. Warum sollte sonst eine „Erneuerung“ stattfinden? Welche Art „Erneuerung“ womöglich für die fränkischen und sächsischen Könige des 9. und 10. Jahrhunderts erstrebenswert war, soll im folgenden Abschnitt untersucht werden.

Erstmals vermittelte Karl der Große im Jahr 800 ein Gefühl der Erneuerung des römischen Kaisertums der Antike, als er sich von Papst Leo III. in Rom zum Kaiser krönen ließ. Karl der Große trat damit die Rechtsnachfolge des römischen Kaiserreichs an. Mit der Devise Renovatio Romani imperii auf der Kaiserbulle von 803 verband Karl der Große zum ersten Mal römische Tradition mit fränkischem Herrschaftsgedanken. Sein Reich stand damit zugleich in Konkurrenz zu Byzanz, „das sich als bruchlose Fortsetzung des alten Imperium Romanum verstand“[11]. In Byzanz bestand demnach immer der Anspruch, in der Tradition des römischen Reiches zu stehen. Dieser Anspruch war für die Legitimation der Herrschaft des Basileus im Westen Europas von äußerster Wichtigkeit, da er dadurch als „der allgemein anerkannte Inhaber der höchsten weltlichen Gewalt“[12] galt.

Im Jahr 800 war es also die Legitimierung des eigenen Herrschaftsanspruchs, die zu einer römischen Kaiserkrönung führte. Doch war für Karl den Großen wohl die Krönung durch den Papst und die Bindung an Rom nicht ausschlaggebend für den Bestand des Kaisertums. Vielmehr verstand er das Kaisertum als eine Würde, die sich aus sich selbst erneuerte.

Anders lässt sich schwer nachvollziehen, warum die Erhebung Ludwigs des Frommen zum Mitkaiser im Jahr 813 in Aachen und nicht in Rom, also auch ohne Weihe durch den Papst, vollzogen wurde. Ludwig der Fromme gab sich dementsprechend mit dem Titel Imperator Augustus und auf seiner Kaiserbulle mit der abgeschwächten „Renovatio“-Formel Renovatio regni Francorum, eine an sich ziemlich sinnlose Formel, die sich nur dadurch erklären lässt, dass ein unmittelbarer Bezug auf Rom vermieden werden sollte.

Doch waren bereits Ludwig der Fromme und auch seine Nachfolger nicht imstande, die offensichtlich bestehende Idee Karls des Großen von einem „romfreien“ Kaisertum“ zu realisieren. In der Folgezeit sollte für die Nachfolger Karls des Großen und Ludwigs des Frommen selbst die Renovatio regni Francorum nicht mehr möglich sein. Auch wenn z. B. Karl der Kahle auf seine Kaiserbulle die Inschrift: Renovatio imperii Romani et Francorum setzte, so war er nach Percy Ernst Schramm „weiter davon entfernt, dieses Ziel zu erreichen, als seine Vorgänger“[13].

Die Nachfolger Karls des Kahlen kehrten wieder zur Formel der Renovatio Regni Francorum zurück, doch blieb dies eine leere Formel. Vielmehr konnten sie noch viel weniger über eine Renovatio nachdenken, sondern hatten genug damit zu tun, das noch Bestehende des Reiches zu erhalten. Rom hatte von ihnen nichts mehr zu erwarten. Die Renovatio blieb vielmehr „eine Illusion, bei der die tatsächlichen Machtverhältnisse völlig verkannt waren“[14]. Doch wie kam es nun dazu, dass nach diesem Verfall der Erneuerungsgedanken und der Glaube an die Weltgeltung Roms trotzdem nicht untergegangen sind?

Schramm erklärt es sich so, dass der Gedanke des römischen Erneuerungsgedankens vor allem in Rom selbst fortlebte.[15] Es waren die Römer, die sich gern an alte glorreiche Zeiten zurück erinnerten, wie sie ihnen vor allem durch die antiken Autoren beschrieben wurden. Diese Zeit und damit die Wiederaufrichtung des alten Ansehens galt es zu erneuern. Doch waren sie allein zu dieser Erneuerung nicht in der Lage, sondern mussten sich vielmehr auf Teilerneuerungen beschränken, wie zum Beispiel auf die Erneuerung altrömischer Ämter[16].

Demgegenüber fand im Jahre 962 mit der Kaiserkrönung Ottos des Großen die wichtigste Erneuerung des 10. Jahrhunderts statt. Die Wiederherstellung des Kaisertums geschah nicht nach dem Vorbild der römischen Antike, sondern der karolingischen Epoche: Es ging Otto dem Großen darum, die Kaiserwürde Karls des Großen wiederherzustellen.[17] „Der ‚Karlskult’ der sächsischen Dynastie, (…) nicht der Romkult, hat der Erneuerung des Kaisertums im Jahre 962 das geistige Gepräge gegeben.“[18]

Welchen Stellenwert Rom für Otto den Großen hatte, lässt sich nur schwer aus den Quellen ablesen. Im Jahr 966 wird in einer Urkunde Ottos die Pfalz von Aachen als „der vornehmste Königssitz diesseits der Alpen“[19] bezeichnet. Welche Stadt, wenn nicht Rom, sollte dann bitte der vornehmste Königssitz jenseits der Alpen sein? Otto spielte jedoch nicht mit dem Gedanken, Rom zur Hauptstadt seines Reiches zu machen, wie die Römer es vielleicht gerne gehabt hätten. Percy Ernst Schramm sagt dazu folgendes: „Es strahlte von Rom kein unmittelbarer Reiz auf den Kaiser aus, der ihn hätte verlocken können, seine sichere Bahn zu verlassen. Er blieb Sachse, der Deutsche, der außer seinem Heimatlande auch Rom und Italien regierte.“[20]

Die Kaiserkrönung Ottos des Großen brachte wiederum Byzanz ins Spiel, und zwar aus den gleichen Gründen wie schon bei der Kaiserkrönung Karls des Großen. Die Rivalität zwischen abendländischem und byzantinischem Kaisertum spitzte sich jedoch erst mit der regelmäßigen Verwendung des Titels „Romanorum“ unter Otto II. zu. Seit der Wiederherstellung des Kaisertums war dieser Titel nur ganz selten benutzt worden. Jetzt gab es in Byzanz und im Abendland gleichzeitig einen „Kaiser der Römer“. Für Schramm steht fest, dass es sich hierbei um mehr als eine Titelfrage handelte. „In diesem Falle drückt sich in dem neuen Titel die These aus, dass nur ein Kaiser der Römer ein echter und wahrer Kaiser sei.“[21]

Otto II. war sich offensichtlich der Bedeutung, die Rom und die Römer für die Legitimation seiner Würde darstellten, bewusst. Er konnte dem Basileus gegenüber, der sich auf eine ungebrochene Tradition berief, nur als ebenbürtig gelten, indem er auf das seiner Macht gehorchende Rom hinwies. Das war die Ausgangslage im Jahr 983, als Otto II. starb und seinem dreijährigen Sohn Otto III. das Reich hinterließ. Bevor sich nun detaillierter mit der „Außenpolitik“ Ottos III. auseinandergesetzt wird, sollte man zunächst jedoch kurz ein paar Worte über Otto III. verlieren.

1.2 Otto III. (980 – 1002)

Otto wurde im Sommer 980 als Sohn des Kaisers Otto II. und der aus Byzanz stammenden Kaiserin Theophanu in der Nähe von Kleve geboren und bereits im Alter von drei Jahren zum deutschen König gewählt. Als im Jahr 983 Kaiser Otto II. verstarb, wurde die Regentschaft von Ottos Mutter Theophanu und nach deren Tod 991 von Ottos Großmutter Adelheid übernommen. Im September 994 übernahm Otto im Alter von 14 Jahren die Regierungsverantwortung und musste sich zugleich gegen Feinde zu Wehr setzen, die ins Reich eindrangen. Seinem Ziel der Kaiserkrönung sollte er näher kommen, als Papst Johann XV. Otto um Hilfe bat, als er wegen der Übermacht des einflussreichen, römischen Stadtpräfekten Crescentius Rom verlassen musste. Auf ähnliche Art und Weise war auch Otto der Große im Jahr 961 vom Papst nach Rom gerufen worden und hatte anschließend von diesem die Kaiserkrone empfangen. Doch sollte dessen Enkel Otto nicht von Papst Johann XV. gekrönt werden, da dieser kurze Zeit nach der Ankunft Ottos in Rom starb. Zu diesem Zweck bestimmte Otto mit seinem Vetter Brun von Kärnten den Papstnachfolger selbst, der fortan den Namen Papst Gregor V. führen sollte. Von diesem ließ sich Otto am 21. Mai 996 zum Kaiser krönen. Otto III. trug seitdem den Titel „Imperator Romanorum“.

Otto verließ Rom jedoch wieder, was der gerade noch in die Defensive gedrängte Crescentius auf der Stelle ausnutzte. Ende März 997 riss er die Macht in Rom wieder an sich. Der in Norditalien ein Konzil abhaltende Papst Gregor V. konnte nur hilflos zusehen, als Crescentius einen Gegenpapst einsetzte. Dieser war Johannes Philagathos, ein ehemaliger Günstling der Kaiserin Theophanu, der „vom teuflischen Gifte der Habsucht trunken“[22] mit dem Kaiser gebrochen hatte. Die erneute Machtübernahme des Crescentius veranlasste Otto III. zu seinem zweiten Italienzug. Der Kaiser erschien im Frühjahr 998 in Rom. Was nun folgte, war ein grausames Strafgericht: Crescentius wurde der Kopf abgeschlagen und auf dem Monte Mario an den Beinen aufgehängt. Auch Philagathos entging seiner Bestrafung nicht. Man verstümmelte ihn und warf ihn ins Gefängnis.

Otto III. setzte 999 seinen engen Vertrauten Gerbert von Reims als neuen Papst ein. Dieser trug den Namen Silvester II. Otto III. baute Rom zum Zentrum seiner kaiserlichen Herrschaft aus. Er ließ in der Stadt eine kaiserliche Pfalz errichten. Außerdem gestaltete er das Hofzeremoniell um und führte Ämter nach römischem Vorbild ein. So wurde beispielsweise die Würde des Patricius neu belebt.[23] Gegenüber dem Papsttum hatte Otto die Wahrung des kaiserlichen Vorrangs im Auge. Auch in seiner Ostpolitik ließ sich Otto III. vom einträchtigen Zusammenwirken von Kaiser und Papst leiten. Zu Beginn des Jahres 1000 pilgerte er zum Grabe Adalberts nach Gnesen. Dort errichtete er das Erzbistum Gnesen, wodurch Polen eine eigene, vom Reichsverband unabhängige kirchliche Organisation erhielt. Im August 1000 kehrte Otto III. nach Rom zurück, wo Anfang 1001 ein Aufstand ausbrach. Der Kaiser musste notgedrungen gemeinsam mit dem Papst nach Ravenna fliehen. Ende Januar 1002 verstarb Otto III. unweit von Rom wahrscheinlich an Malaria.

[...]


[1] Knut Görich: Romanus, Saxonicus et Italicus. Kaiserliche Rompolitik und sächsische Historiographie,

Sigmaringen 1993.

[2] Percy Ernst Schramm: Kaiser, Rom und Renovatio. Studien zur Geschichte des Römischen

Erneuerungsgedankens vom Ende des Karolingischen Reiches bis zum Investiturstreit, Leipzig 1929 (ND

Darmstadt 1992).

[3] Wilhelm von Giesebrecht: Geschichte der deutschen Kaiserzeit, Bd. 1, 5. Aufl., Leipzig 1881, S. 219.

[4] Ebd., S. 219.

[5] Schramm: Kaiser, Rom und Renovatio, S. 124.

[6] Annales Quedlinburgenses, ed. Martina Giese, MGH SS rer. Germ. (72), Hannover 2004.

[7] Annales Hildesheimenses, ed. Georg Waitz, MGH SS rer. Germ. (8), Hannover 1878.

[8] Die Chronik des Bischofs Thietmar von Merseburg, ed. Robert Holtzmann, MGH SS rer. Germ. NS (9), Berlin

1935.

[9] Brun von Querfurt: Vita Sancti Adalberti, in: Annales, chronica et historiae aevi Carolini et Saxonici, ed. Georg

Heinrich Pertz, MGH SS (4), Hannover 1841, S. 596-612.

[10] Thangmar: Vita Bernwardi, MGH SS (4), S. 754-782.

[11] Matthias Becher: Karl der Große, 4. Aufl., München 2004, S. 13.

[12] Ebd., S. 13.

[13] Schramm: Kaiser, Rom und Renovatio, S. 44.

[14] Ebd., S. 45.

[15] Vgl. ebd., S. 45-57.

[16] Vgl. ebd., S. 57-63.

[17] Vgl. ebd., S. 67.

[18] Ebd., S. 70.

[19] DO I, 316, MGH DD O I., ed. Theodor Sickel, Hannover 1879-1884, S. 430 Z. 31.

[20] Schramm: Kaiser, Rom und Renovatio, S. 79.

[21] Ebd., S. 84.

[22] Die Annales Quedlinburgenses, ed. Martina Giese, MGH SS rer. Germ. (72), Hannover 2004, S. 497;

Übersetzung aus: Eduard Winkelmann/Wilhelm Wattenbach: Die Jahrbücher von Quedlinburg, 2. Aufl.,

Leipzig 1891, S. 16.

[23] Vgl. DO III, 339, MGH DD O III, ed. Theodor Sickel, Hannover 1893, S. 767-769.

Details

Seiten
30
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640215737
ISBN (Buch)
9783640215867
Dateigröße
508 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v118564
Institution / Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Note
1,7
Schlagworte
Otto Renovatio Romanorum Rompolitik Schramm Erneuerungsgedanke

Autor

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