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Stadt des Wissens - Stadt der sozialen Spaltung?

Erörterungen zum zukünftigen Weg Berlins

Seminararbeit 2002 32 Seiten

Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Wirkung der Wissensbasierung
1.1 Der Global – City – Ansatz
1.2 Der Mode 2 – Ansatz
1.3 Folgen der neuen Formation
1.4 Konzepte der neuen Fragmentierungen

2. Fallanalytischer Teil
2.1 Die Situation in Berlin
2.2 Was empfiehlt die Literatur?
2.3 Die BerlinStudie
2.4 Kritische Anmerkungen

3. Ergebnis

5. Literatur

6. Abbildungen und Tabellen

Einleitung

Nachdem die goldenen Jahrzehnte der sogenannten Ära des ´Fordismus´ nun auch in Berlin endgültig vorbei sind und so manche Träume einer schnellen Entwicklung hin zur Dienstleistungsmetropole von Weltrang allmählich verflogen sind, steht die Frage welchen eigenständigen Entwicklungspfad die Stadt einschlagen sollte immer noch im Raum.

Ein etwas qualifizierterer Versuch aus der aktuellen Krisensituation Berlins herauszukommen, als das in den 1990er Jahren dominante Warten auf Investoren von außen, stellt der Entwurf der BerlinStudie dar, die empfiehlt, daß sich die Stadt auf den Weg hin zu einer Wissenschaftsstadt machen soll.

In dieser Arbeit soll am Anfang versucht werden den allgemeinen Kontext darzustellen, in dem sich diese Strategieempfehlung einbettet. Dabei soll insbesondere auf die Gefahren eines solchen Weges für die soziale Kohäsion großer Städte eingegangen werden. Die Kern- überlegung dabei ist die, daß ein solcher Entwicklungspfad an sich, die seit einiger Zeit zu beobachtenden sozialen Spaltungsprozesse noch verstärken würde.

Diesen Aspekt im Blick, soll dann gefragt werden, inwieweit die Strategien der Stadt Berlin darauf eingehen, im Sinne eines proaktiven Konzeptes zur Sicherung der sozialen Nach- haltigkeit oder ob die Erfahrungen mit sozialen Spaltungsprozessen im Zusammenhang der Bildung einer stärker wissensbasierten Ökonomie der Städte, die diesen Weg schon ein - geschlagen haben, vernachlässigt werden. Wenn man den Autoren glaubt, die auf diesem Gebiet arbeiten, scheint von der sich herausbildenden neuen Formation des Kapitalismus eine erhebliche Bedrohung auszugehen für die Realisierung der Ansprüche, die sich demokratische Gesellschaften gegeben haben. Daher scheint es auch jetzt schon, obwohl diese Formation sich erst bildet, von großem Interesse zu sein, wie ein neuer Klassenkompromiß aussehen könnte bzw. was Städte tun können, um von Anfang an Aspekte einer gewissen Gleichheit der Lebensverhältnisse für die verschiedenen Gruppen ihrer Bevölkerungen zu erhalten und zu entwickeln. Kerngedanke dabei ist, daß eine Reparaturstrategie einem proaktiven Konzept wahrscheinlich unterlegen sein wird. Die Suche nach derartigen Elementen einer Entwicklungsstrategie für Krisenregionen wie Berlin bildet daher in dieser Arbeit eine wesentliche Dimension der Fragestellung.

Dies soll anhand einer Fallanalyse, bzw. einem Fallbeispiel konkretisiert werden. Als Untersuchungsobjekt soll die Stadt Berlin dienen. Denn hier scheint die Situation noch relativ offen zu sein, was zukünftige Entwicklungspfade angeht und daher eine vorausschauende Steuerung eines Restrukurierungsprozesses noch möglich zu sein.

Aus dem Angebot der Literatur im Bereich der Wirkung des Strukturwandels auf die großen Städte wurde auf solche Autoren zurückgegriffen, die es erlauben, Zusammenhänge herzustellen, zwischen den Veränderungen in den Bereichen Waren- und Wissensproduktion, die sich aus den Dynamiken des Fordismus entwickelten, zum Wandel dieser Formation beitrugen und den Rückschluß auf die Veränderungen der Sozialstruktur der großen Städte erlauben. Dabei wurde wesentlich zurückgegriffen auf die Arbeiten von Saskia Sassen, Manuel Castells, Michael Gibbons sowie Lash und Urry.

Im ersten Teil der Arbeit soll die Kernthese entfaltet werden. Nämlich, daß der Entwicklungspfad hin zu einer Wissensgesellschaft aus sich selbst heraus neue Spaltungsprozesse generiert. Dann soll in einem empirischen Teil gefragt werden, wie man in Berlin, wo man einen solchen Weg gehen will, darauf reagiert.

1. Die Wirkung der zunehmenden Wissensbasierung der wirtschaftlichen Prozesse auf die sozioökonomische Struktur der Bevölkerung der großen Städte

Das Aufkommen neuer Basisinnovationen im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts rund um den Computer induzierte einen Wandel, der nach Meinung Castells alle gesellschaftlichen Bereiche grundlegend umstrukturieren wird. (Castells 1999: 27). In der Sprache der Regulationsschule1 kann der Wandel des Akkumulationsregimes2 beschrieben werden, als eine Entwicklung von der intensiven Akkumulation mit Massenkonsum während der gesellschaftlichen Formation des ´Fordismus´, die als spezifische Regulationsweise für eine bestimmte Form industrieller Produktion (Massenproduktion nach Konzepten von Henry Ford), einen bestimmten Arbeits- (Taylorismus) und Konsumtypus (Reproduktion aus dem formellen Sektor) stand, wodurch auch weite Teile des politischen (Keynesianismus) und des sozio – kulturellen Lebens geprägt wurden, zur extensiven Akkumulation mit differenziertem Massenkonsum heute (Keim 1999: 94).

Im Zuge der aktuellen Restrukturierung der Wirtschaftsweise in den großen Städten läßt sich in der Dimension der Branchen eine räumliche Konzentration der einen Branchen – z- B. unternehmensbezogene Dienstleistungen (vgl. Sassen 1994 / vgl. Castells 1999) und die Dispersion anderer – z. B. routinisierte Büroarbeiten (vgl. Castells 1999 / Lash und Urry 1987: 300f.) - beobachten. In den metropolitanen Regionen folgen so zum Beispiel viele mittlere und einfache sowie personengebundene und soziale Dienstleistungen in einer räumlichen Bewegung ihren Kunden in die Randgebiete der Agglomerationen (Castells 1999: 30).

Für die angerissenen Veränderungen gibt es vielschichtige Ursachen und unterschiedliche Erklärungsansätze. Im folgenden sollen derer zwei näher erläutert und vorgestellt werden.

Der Bezug zur Fragestellung soll dabei durch die Hervorhebung der Wirkungen auf die Veränderungen der sozialen Positionen verschiedener Gruppen von Stadtbewohnern gewahrt bleiben.

1.1 Der Global City - Ansatz

Auf globaler Ebene ist die Neuordnung der Wirtschaftsräume gekennzeichnet, durch die Erleichterungen der Errichtung von industriellen Fertigungsbetrieben rund um den Globus. Diese führte zu einer Prägung des Weltmarktes durch ubiquitäre Produktions – voraussetzungen, die zu einer Aufsplitterung der Produktion je nach Standortqualitäten geführt haben. (Lash und Urry 1987: 84ff.).

Durch eine erhöhte Mobilität des Kapitals und verbesserte Transportbedingungen (Lash und Urry 1987: 95) sind die Fähigkeiten des Kapitals den Produktionsprozeß örtlich zu zerlegen, gestiegen. Die im ´Fordismus´ stark hierarchisch und vertikal organisierten Konzerne entwickelten sich seitdem zu Netzwerken von relativ autonomen Einheiten unter einem Dach, da große Fabriken teuer und unflexibel geworden sind. (Lash und Urry 1987: 96). Diese räumlichen Trennungen – z. B. die Trennung von Verwaltung und Produktion (Lash und Urry 84) einerseits und Verflechtungen andererseits - im Zusammenhang einer weltweit organisierten Produktion - verlangt nach komplexerer Steuerung und Regulation der weitverzweigten Produktionskette. (Sassen 1994: 68). Dabei erleichtern die neuen Informations- und Kommunikations- technologien (IuK – Technologien) die Kontrolle der Abläufe über große Entfernungen (Lash und Urry 1987: 84).

Die Leitungsfunktionen dieser global operierenden Netzwerke siedeln dabei gerne in den großen Städten. Denn sie sind auf die Zulieferung einer ganzen Reihe von gehobenen Dienst- leistungen angewiesen, die sie entweder selbst nicht herstellen können oder bei denen es zu aufwendig wäre, sie selbst zu produzieren:

- „ ... cities offer agglomeration economies and highly innovative environments. Some of these services are produced in – house by firms, but a large share are bought from specialized service firms. The growing complexity, diversity and specialisation of the services required makes it more efficient to buy them from specialised firms rather than hiring in – house professionals. The growing demand for these services has made possible the economic viability of a free – standing specialized service sector.“ (Sassen 1994: 65 – 66).

So erlaubt dieser den großen Firmen den Einkauf von exquisitem Wissen (Gibbons u. a. 1994: 13), bzw. lassen sich nur durch eine enge Kooperation verschiedener unabhängiger Büros die Probleme ihrer Auftraggeber lösen und unter dem hohen Zeitdruck meistern (Sassen 1994: 66f.

& Gibbons u. a. 1994: 42). Die Cluster – Bildung solcher Akteure zu sogenannten innovativen Milieus (Castells 1999: 29) bzw. die Ausbildung regionaler Netzwerke (Keim 1999: 101) bilden dabei einen sehr wichtigen Standortvorteil für die Headquarter – Funktionen der großen Konzerne (Sassen 1994: 65).

Diese gehobenen unternehmensbezogenen Dienstleistungen bestehen im wesentlichen aus Betrieben der Bereiche Management und Verwaltung, Organisation und Marketing, Finanzen und Versicherung, Immobilienhandel, Rechts- und Unternehmensberatung, Forschung und Entwicklung, Werbung, EDV und Technik. (vgl. Sassen 1991). Diese Elemente der Wirtschaftsstruktur der großen Städte (´misscellaneos business services´ - Sassen 1994: 59) sind durch ein schnelles Wachstum gekennzeichnet. So verzeichneten sie in New York City und London in den 1980ern eine Wachstumsrate von ca. + 35% (Sassen 1994: 60). Sassen spricht in diesem Zusammenhang von der ´formation of an new production complex´ (Sassen 1994: 65), dessen Fähigkeit zur Ausbildung einer ´global control capability´ entscheidend sei als funktionale Aufgabe im neuen Akkumulationsmodus. (Sassen 1994: 68). Dabei interessiert hier die Wirkung dieser Restrukturierung des Wirtschaftsgefüges der großen Städte auf deren Sozialstruktur. Denn das Wachstum der oben beschriebenen Sektoren wirkt vermittelt über den Arbeitsmarkt auf die gesellschaftlichen Positionen derer Bevölkerung und damit auf die Qualität der sozialen Kohäsion als Element der Problemstellung dieser Arbeit. Darauf wird im übernächsten Kapitel einzugehen sein.

Einige Autoren wenden gegen den Global – City - Ansatz ein, daß er die ökonomischen Faktoren als Ursachen dieser Entwicklung z. B. gegenüber den kulturellen überbetonen würde und daß das Konzept generell zu funktionalistisch geprägt sei (vgl. Noller 1999). Es wurde in diesem Ansatz von einigen Autoren daher lediglich eine Analyse der funktional – räumlichen Arbeitsteilung im internationalen Stadt– und Regionalsystem gesehen (Krätke und Borst 2000: 13). Der Global City - Ansatz soll hier dennoch in die Argumentation aufgenommen werden, da er geeignet scheint, den grundlegenden Mechanismus des neuen Entwicklungs- pfades aufzuzeigen. Dies gilt besonders für die Zusammenhänge zwischen den jeweils regional ausgeprägten Produktionskomplexen und den Fragen der Arbeitsmarktentwicklung unter besonderer Berücksichtigung der dortigen Spaltungstendenzen. Dies jedoch ohne den Anspruch, daß damit eine vollständige Abdeckung aller bedeutenden Dimensionen dieses Zusammenhangs gegeben sei.

Dabei wird hier von der Annahme ausgegangen, daß die oben dargelegten Erläuterungen gemäß dem Global City - Ansatz von Sassen dabei auch für Berlin bzw. diese Arbeit relevant seien , da zum einen angenommen wird, daß sie sich auch auf kontinentalen und nationalen Ebenen vollziehen – ohne daß die betroffenen Städte dabei den Rang einer Global City einnehmen müssen. Zum anderen ist es ja auch bei dieser Analysedimension die ´brainware´ der neuen Dienstklasse, die den Unterschied macht zu anderen Produktionssphären und zu anderen Teilräumen des globalen Wirtschaftssystems. Weiterhin erscheint er mit dem anderen hier im Anschluß dargelegten Ansatz der Analyse von dem Standpunkt der zunehmenden Wissensbasierung der Wirtschaft in den entwickelten Ländern verknüpft. Denn ohne die ´Fütterung´ des neuen Produktionskomplexes mit neuen Ideen wäre er auf Dauer nicht aufrechtzuerhalten. Damit wären schon einige Elemente der zweiten Ebene angesprochen, die als Hintergrund in die Arbeit eingehen soll.

1.2 Der Mode 2 - Ansatz

Über die Aufgaben der Steuerung globaler Netzwerke hinaus sind die angesprochenen Milieus wichtig bei der stetigen Suche nach neuen Produkten und Verbesserungen bereits vorhandener. (Reich 1993: 233 und 259f.). Denn die nachlassenden Profite älterer Basisinnovationen (z. B. Automobile, chemische Produkte und Heimelektronik) führten zu der Strategie, nach neuen Produkten zu forschen und andere, heute schon gängige Produkte zu differenzieren (Gibbons 1994: 49). Da sich durch Innovationen die Wertschöpfung stark beeinflussen läßt, können in immer härter umkämpften, globalen Märkten neue Ideen zum entscheidenden Faktor eines Vorsprungs gegenüber der Konkurrenz werden (Gibbons u. a. 1994: 26). So können dann in neuen Märkten speziellere Bedürfnisse bedient und sich eine Nische gesichert werden, in der ein Aufpreis für die Anpassung der Produkte an die Wünsche der Kunden verlangt werden kann, der die Rendite wieder steigen läßt (Gibbons 1994: 62). Dies bedeutet aber auch, daß die Bedarfe sich schneller ändern und dementsprechend zügig neue, maßgeschneiderte Produkte entwickelt werden müssen. Diese Art der Produktion nennt Gibbons ´economy of scope´ (Gibbons 1994: 52). Dementsprechend wächst die Arbeit im Bereich Entwicklung und Marketing, die wiederum die Bedeutung von ´Wissensarbeitern´ verstärkt (Gibbons u. a. 1994: 13).

Diese sogenannten ´Wissensarbeiter´ liefern nun die geforderten neuen Technologien, neuen Materialien und neuen Methoden der Produktion. Allgemein gesprochen bieten sie neue Wege der Problemlösung, Problemidentifizierung und strategischen Vermittlung neuen Wissens an. Reich (1993) nennt sie auch ´symbolic analysts´. Diese sogenannten ´symbolic analysts´ der verschiedenen Professionen, werden dafür bezahlt, sich den Kopf zu zerbrechen, um der Konkurrenz stets einen Schritt voraus zu sein. (vgl. Reich 1993). Dabei bewegen sich die Forscher stärker auf den Verwertungsprozeß zu (Gibbons u. a. 1994: 19). Es scheint eine Bewegung hin zu konkreten Prozessen bzw. zur Anwendung auch aus der Wissenschaft heraus stattzufinden. (Gibbons u. a. 1994: 24 &. 27). Weitere wichtige Elemente der geforderten neuen Fähigkeiten sind die Komplexitätsreduktion der allgemeinen Datenflut im Sinne einer Aufbereitung zugänglichen Wissens und der Rekombination brauchbaren, vorhandenen Wissens zu neuem Wissen (Gibbons 1994: 64). So bedienen die Wissens- industrien, in denen die ´symbolic analysts´ tätig sind, die wissensbasierten Industrien als Orte der materiellen Güterproduktion (Gibbons 1994: 84).

Auch diese Dimension des Wandels führt zu einem verstärkten Einkauf von externem Wissen durch güterproduzierende Firmen (Gibbons 1994: 46). Dieses Strategie entspringt u. a. dem Bedarf nach sehr speziellen Wissen, das meist nur durch eine Kooperation mit Forschern von außerhalb erzeugt werden kann (Gibbons 1994: 51). Außerdem läßt die enge Ausrichtung der Forschung von Firmen die Erzeugung von grundlegendem Wissen nicht immer zu, so daß auch aus diesem Blickwinkel ein Zwang zum Einkauf von externem Wissen entsteht (Gibbons 1994: 86f.). Entscheidendes Wissen in diesem Bereich ist dabei oft implizit, ausschließlich oder stark personengebunden. (Gibbons 1994: 25). Es kann daher schlecht imitiert werden von der Konkurrenz (Gibbons 1994: 26). Entsprechend der Nachfrage nach Wissensarbeitern steigen die Bezüge, die sie fordern können. (Reich 1993: 251 und 259). Die immer schneller ablaufenden Produktzyklen verstärken weiterhin die Bedeutung schneller Kommunikation im Produktionsprozeß. (Gibbons 1994: 14). Dies trägt zu einer Verstärkung der Bildung von Clustern bei. Diese Veränderungen der sich wandelnden Verwertungsbedingungen des Kapitals werden von Seiten der Wissenschaft begrifflich gefaßt als eine Entwicklung hin zu einem flexiblen Produktionsregimes (Keim 1999: 102) oder einer Entwicklung vom organisierten zum flexiblen Kapitalismus (Lash und Urry 1987: 161).

Der Bezug zu Mode 2 erfolgt hier ebenfalls im Hinblick auf die Wirkung veränderter Wirtschaftsweisen auf die Sozialstruktur der großen Städte. Die aus den beschriebenen Zusammenhängen resultierende Wirkung führt ebenfalls zu einer Zunahme des Bedarfs nach höchst qualifizierten Arbeitnehmern. Da deren Arbeitsergebnisse aber nicht notwendigerweise am Ort der Erfindung umgesetzt werden, wirken sie sich auch nicht zwangsläufig in Vorteile für die Beschäftigten anderer Segmente des Arbeitsmarktes aus. Dies scheint nur dann der Fall zu sein, wenn die beiden skizzierte Prozesse und das ortsansässige warenproduzierende Gewerbe miteinander verkoppelt werden. Denn unternehmensbezogene Dienstleistungen sind in dem hier interessierenden Fall einer Metropole, die in einer tieferen Liga als die Global Cities spielt, auf innovative Industriezentren in der Region als Auftraggeber angewiesen und die Industrie, wie oben dargelegt auf die unterstützenden Dienste der neuen ´service class´. (vgl. Krätke und Borst 2000 & Lash und Urry 1987).

Um die Beziehung der umrissenen Dynamiken zu der Fragestellung dieser Arbeit abschließend herauszuarbeiten, sollen sie im Anschluß noch etwas deutlicher als bisher auf die Binnenstrukturen der großen Städte bezogen werden.

[...]


1 Die Regulationsschule bietet eine Sichtweise, welche die Entwicklung der Geschichte als Entfaltung einer in den Kernstrukturen kapitalistischer Produktionsweise angelegten Logik denkt und die Geschichte des Kapitalismus als Abfolge spezifischer Formationen auf der Basis einer gleichbleibenden Grundstruktur begreift. Wenn hier auf Begriffe der Regulationsschule zurückgegriffen wird, dann im Sinne einer Heuristik mit der Bruchlinien und Neuformierungen gesellschaftlicher Makrostrukturen zu fassen versucht werden sollen.

2 Akkumulatiosregime meint eine auf besondere Produktions- und Managementtechnologien gestützte Form der Mehrwertproduktion und –realisierung (nach Esser / Hirsch 1987: 34).

Details

Seiten
32
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783640219742
Dateigröße
867 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v118539
Institution / Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin – Institut für Sozialwissenschaften
Note
2,7
Schlagworte
Stadt Wissens Spaltung Wissensmilieus Polarisierung

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