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Analyse des Diamond-Modells zur theoretischen Fundierung bankbezogener Intermediationsleistungen

Hausarbeit (Hauptseminar) 2008 15 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Finanzintermediär

3. Das Grundmodell von Diamond
3.1. Arten direkter Finanzbeziehungen
3.1.1 Anreizverträge mit nichtmonetären Strafen
3.1.2. Monitoring des Projektertrages
3.2. Die Einführung eines Finanzintermediärs
3.2.1. Die Delegation des Monitoring an einen Finanzintermediär
3.2.2. Kostensenkung durch Diversifikation des Finanzintermediärs

4. Weitere Ausarbeitungen zum Diamond Modell

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1
Abbildung 2

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit wird die Grundaspekte des Diamond-Modells erörtern. Diamond schuf mit seiner Arbeit „Financial Intermediation and Delegated Monitoring“ 1984 die erste vollständige Existenzerklärung der Finanzintermediation.

Mit der Existenzerklärung der Finanzintermediation haben sich neben Diamond eine Vielzahl von Autoren beschäftigt. Es gibt neoklassische Erklärungsansätze, die die Existenz von Finanzintermediären damit begründen, dass durch die Einbeziehung eines Intermediärs die Anzahl der Transaktionen und die Transaktionskosten zwischen Kapitalgeber und –nehmer gesenkt werden.

In informationsökonomischen Erklärungsansätzen wird die Existenz eines Finanzintermediärs dadurch begründet, dass der Intermediär die durch asymmetrische Informationen entstehenden Kosten senken kann. Doch die Einbeziehung des Finanzintermediärs verschiebt das Problem der Informationsasymmetrie nur. Es entstehen nicht nur durch eine direkte Beziehung zwischen Kapitalgeber und –nehmer Kosten, sondern auch durch die Zwischenschaltung eines Intermediärs. Das Modell von Diamond knüpft an die obigen Überlegungen an. In seinem Modell begründet er, wie, trotz des verschobenen Problems der asymmetrischen Informationen, die Kosten durch einen Finanzintermediär gesenkt werden.

Um sich dem Modell von Diamond anzunähern, werden zuerst die Begriffe des Finanzintermediärs und der asymmetrischen Informationen definiert. Im Grundmodell werden die Rahmenbedingungen für die Existenzerklärung festgelegt. Der darauf folgende Abschnitt stellt die zwei Arten der direkten Finanzbeziehungen vor. Dazu gehören die Anreizverträge mit nichtmonetären Strafen und das Monitoring der Projekterträge.

Danach wird der Finanzintermediär in das Modell eingeführt. Das Monitoring wird nun an den Finanzintermediär delegiert und durch eine Diversifikation des Intermediärs werden die Gesamtkosten für die Delegation und das Monitoring gesenkt.

Der letzte Abschnitt enthält erweiterte Ausarbeitungen zum Diamond Modell.

2. Der Finanzintermediär

Der Begriff des Finanzintermediärs umfasst grundsätzlich eine Reihe von Institutionen. Finanzintermediäre sind z.B. Rating-Agenturen, die sich auf das Sammeln von Informationen spezialisiert haben. Daneben werden auch Wertpapierhändler als Finanzintermediäre verstanden. Unter dem Begriff des Finanzintermediärs wird also nicht nur die klassische Bank verstanden. Aufgrund ihrer Tätigkeit können Finanzinstitutionen in drei Gruppen gegliedert werden: Es gibt Finanzgutachter, Finanzhändler und Finanzauktionäre.1

Als Grundsatz für die Erklärung der Existenz eines Finanzintermediärs nimmt man einen Markt an, auf dem Finanzkontrakte gehandelt werden. In Erklärungsmodellen werden die Märkte als nicht perfekt angenommen. Auf diesen nicht perfekten Märkten entstehen für die Schaffung von Finanzkontrakten Transaktionskosten. Für die Kontrakte relevante Informationen sind asymmetrisch verteilt.

Die Transaktionskosten nehmen hier die Form von Informationskosten an. Durch asymmetrische Informationen ist in Finanzbeziehungen meist eine Seite besser informiert als die andere Seite und kann sich nur durch eine kostenintensive Informationsanhäufung besser stellen. In Finanzkontrakten gibt es drei Typen von Unsicherheit: Die Qualitätsunsicherheit, die Verhaltensunsicherheit und die Costly State Verification.

Für Kreditbeziehungen bedeutet die Qualitätsunsicherheit bspw. , dass der Kreditnehmer die Projektqualität ex ante besser einschätzen kann. Die Projektqualität beeinflusst natürlich auch die Rückzahlungsfähigkeit und den Rückzahlungswillen des Kreditnehmers.

Die Verhaltensunsicherheit spielt insofern eine Rolle, weil der Kreditnehmer im Projektverlauf Entscheidungen treffen oder Verhalten setzen kann, das vom Kreditgeber nicht beobachtet werden und das den Projektausgang verändern kann.

Die Costly State Verification nimmt an, dass nur der Kreditnehmer ex post seinen Rückzahlungswillen beziehungsweise seine Rückzahlungsfähigkeit kennt.2

Doch auch wenn ein Finanzintermediär zwischen den Parteien auftritt, bestehen wiederum Informationsasymmetrien, die durch ihren Abbau Kosten verursachen. Als Ziel der Existenzerklärung von Finanzintermediären gilt es zu beweisen, dass durch einen Finanzintermediär die Vertragskosten zwischen Kapitalgeber und –nehmer gesenkt werden.

3. Das Grundmodell von Diamond

Als Grundmodell aller endogenen Erklärungsansätze der Existenz von Finanzintermediären gilt das Modell von Diamond, mit dem er sich in seiner Arbeit „Financial Intermediation and Delegated Monitoring“ befasst.

Im Modell befasst sich Diamond aber nicht mit allen drei Typen von Informationsasymmetrien, sondern es besteht nur eine ex post Unsicherheit. Der Kapitalgeber kann den Ausgang des Projektes nicht beobachten. Die Ertragsverteilung des finanzierten Projektes steht von vornherein fest und kann während des Projektverlaufs von den Kapitalnehmern nicht beeinflusst werden.3

Im Modell von Diamond gibt es [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Unternehmer, die für die Durchführung eines Projekts Kapital benötigen. Da die Unternehmer kein Kapital besitzen, müssen ihre Projekte durch Kapitalgeber finanziert werden. Für die Realisierung eines Projekts wird Kapital im Umfang von einer GE benötigt. Die Unternehmer wie auch die Kapitalgeber sind risikoneutral.

Die Kapitalgeber können auch, anstatt in das Projekt zu investieren, in eine Alternative eine GE investieren. Wenn ein Kapitalgeber in die Alternative investiert, erhält er eine Rückzahlung von [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]. Daher wird ein Kapitalgeber nur eine GE in ein Firmenprojekt investieren, wenn er vom Unternehmer eine Rückzahlung von mindestens [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] erhält.

Jeder Kapitalgeber kann dem Unternehmer im Grundmodell einen Betrag von [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] GE zur Verfügung stellen, es müssen also [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Kapitalgeber in ein Projekt investieren. Eine Investition von einer GE zum Zeitpunkt [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] führt zu einem zufallsabhängigen Ertrag [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] im Zeitpunkt [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] ist.4

Würde keine asymmetrische Informationsverteilung vorliegen, könnten die Kapitalgeber mit den Unternehmern Verträge abschließen. Die Verträge würden jedem Kapitalgeber eine Rückzahlung von [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] sichern und die Unternehmer könnten außerdem einen Gewinn von [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] erzielen. Diese Situation stellt eine First-Best-Lösung dar.

In den weiteren Erklärungen wird aber davon ausgegangen, dass die Informationen asymmetrisch verteilt sind.

3.1. Arten der direkten Finanzbeziehung

Im Diamond Modell können sich die Kapitalnehmer und Kapitalgeber für eine von zwei möglichen Finanzbeziehungen entscheiden um das Informationsproblem zu lösen. Es ist aber grundsätzlich die Aufgabe des Unternehmers den Kapitalgebern eine passende Vertragsform anzubieten, da die Kapitalgeber sonst in die Alternative investieren würden.

Einerseits besteht die Möglichkeit Anreizverträge zu schaffen, durch die die Unternehmer gezwungen sind die wahren Projekterträge zu vermelden. Zum anderen können Informationen durch Monitoring beschafft werden. Im Monitoring wird der Projektverlauf überwacht, dabei entstehen aber zusätzliche Kosten.


[...]

1 vgl. Hartmann-Wendels/Pfingsten/Weber, 2007, S. 110.

2 vgl. Obst/Hintner, in: von Hagen/von Stein, 2000, S. 209.

3 vgl. Obst/Hintner, in: von Hagen/von Stein, 2000, S. 211.

4 vgl. Hartmann-Wendels/Pfingsten/Weber, 2007, S. 116.

Details

Seiten
15
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640218257
ISBN (Buch)
9783640218615
Dateigröße
514 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v118513
Institution / Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck – Institut für Banken und Finanzen
Note
1,00
Schlagworte
Analyse Diamond-Modells Fundierung Intermediationsleistungen Bankmanagement

Autor

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Titel: Analyse des Diamond-Modells zur theoretischen Fundierung bankbezogener Intermediationsleistungen