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Internationaler islamistischer Terrorismus und wie man ihm begegnet

Hausarbeit 2008 12 Seiten

Soziologie - Krieg und Frieden, Militär

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Strömungen islamistischer Terrorgruppen

3. Rekrutierung von Mitgliedern für islamistische Terrorgruppen

4. Finanzierung islamistischer Terrorgruppen

5. Verwendete Terrormittel islamistischer Terrorgruppen

6. Ausblick/Bekämpfung islamistischer Terrorgruppen
6.1 Weltweit
6.2 Einzelfall Deutschland

7. Schlussbemerkung

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Terrorismus ist ein zunehmendes, erschreckendes und großes Problem in der sich immer weiter globalisierenden Welt. So gut wie jeder Staat muss mit der Angst leben durch einen Terroranschlag getroffen zu werden. Eine besondere Form bildet dabei die Gefahr durch religiös motivierte Angriffe.

Viele terroristische Gruppen in der heutigen Zeit sind religiös geprägt. Auffallend ist, dass sich in jeder der wichtigen Weltreligionen terroristische Vereinigungen finden. Diese „Kämpfer einer Religion“ werden oft auch als Fundamentalisten bezeichnet. Terror unter dem Deckmantel der Religion ist allerdings nichts Neues. Bereits vor mehr als 2000 Jahren wurden die ersten „Kämpfer“ beschrieben (Zeloten). Des Weiteren gilt sogar bis ins 19. Jahrhundert die Religion als einzige Rechtfertigung von Terror. Zur Zeit des „Kalten Krieges“ verschwindet der religiöse Terror etwas und wird vom „weltlichen“ Terrorismus ersetzt. Doch bereits in den Jahren 1980 bis 1992 erhöht sich die Anzahl von religiösen extremistischen Gruppen exponential.[1] Dabei kann beobachtet werden, dass die Renaissance dieser Vereinigungen sehr eng mit der Revolution im Iran verbunden ist. Inzwischen nehmen Gruppen dieser Art immer mehr zu. Somit kann Religion als neue Triebkraft für den Terror nach der Beendigung des „Kalten Krieges“ angesehen werden. Kennzeichnend für religiös motivierte Terroranschläge sind oft verheerende Gewalttaten mit großer Opferzahl. Als Gründe können andere Vorstellungen von Wertesystemen, von Funktionsweisen der Legitimierung und Rechtfertigung, von Moralbegriffen und Weltansichten genannt werden. Gewalt ist demnach ein sakramentaler Akt oder eine von Gott gebotene Pflicht, welche sich für die Fundamentalisten meist aus theologischen Anforderungen oder Geboten herleiten lassen. Geistliche Personen werden oftmals gebraucht um den Terror zu sanktionieren oder „abzusegnen“. Eine Legitimation leiten religiöse Terrorgruppen aus ihrer Religion ab. Demnach kann zusammenfassend gesagt werden: „Religion – übermittelt durch heilige Texte, verbreitet durch geistliche Autorität, die den Anspruch haben, für das Göttliche zu sprechen – dient daher als eine legitime Kraft.“[2] Erschreckend ist, dass diese Vereinigungen kaum Grenzen kennen. Es wird fast unbegrenzte Gewalt gegen eine schier endlose Zahl von Zielen eingesetzt. Andersdenkende werden mit herabwürdigenden Begriffen belegt. Dadurch liegt die Hemmschwelle bei terroristischen Akten noch niedriger. „Kämpfer der Religionen“ sehen sich selbst als Außenseiter des bestehenden Systems.[3]

Unter den verschiedenen Gruppen religiöser Terroristen wird in dieser Hausarbeit der Islam und dessen terroristische Strömungen näher beleuchtet. Hauptsächlich wird es um den internationalen Terrorismus gehen. Es werden die Entstehung und Gründe für religiösen Terrorismus näher beleuchtet. Anschließend werden Möglichkeiten aufgezeigt wie dem Problem möglicherweise Einhalt geboten werden kann. Die Arbeit soll dazu dienen, einen tieferen Einblick in die Vorstellungen und Denkweisen dieser Organisationen zu bekommen. Allerdings kann nur ein Überblick vermittelt werden, da ansonsten die Informationsfülle den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde.

2. Strömungen islamistischer Terrorgruppen

Die ersten Bewegungen, welche die Ideologien eines islamischen Terrorismus offenbarten, begannen sich hauptsächlich im 19. Jahrhundert zu formieren. „Sie waren in erster Linie eine Protestbewegung gegen die eigenen, als tyrannisch empfundenen Regierungen, die für soziökonomische Probleme, kulturelle Entfremdung und politische Ohnmacht der islamischen Welt verantwortlich gemacht [wurden].“[4] Es war eine Gruppe Namens Salafiya, die sich gegen die Verwestlichung der islamischen Welt richtete. Diese Bewegung war der festen Überzeugung, dass nur eine Rückbesinnung auf den Islam gegen eine Modernisierung nach westlichem Vorbild standhalten könne. Allerdings waren die Salafiya eher friedlich geprägt und versuchten ihre Ziele auch dementsprechend ohne Gewalt durchzusetzen. Andere sich entwickelnde Gruppierungen, welche eng verbunden mit der Salafiya waren, hatten radikalere Ansichten. Sie entstanden vor allem in „Zentralarabien, Nordwestindien, im Jemen, Nordnigeria und der nördlichen Sahara.“[5] Prominenteste Vertreter sind die Schule von Deoband und die Wahhabiya. Letztere Gruppe prägt die Anschauung vieler Islamisten von heute (z.B. Usama Bin Laden).

Die Gruppe Wahhabiya entstand im 18. Jahrhundert in Zentralarabien und wurde in den ersten Jahren von dem Religionsgelehrten Muhammad b. Abdalwahhab angeführt. Ihre Ideologie ist sehr einseitig geprägt. Es wird hauptsächlich nach gläubig und ungläubig unterschieden. Als gläubig gilt „[...] derjenige, der die Verhaltensvorschriften der Wahhabiya minutiös befolgt und ihre theologischen Ansichten vorbehaltlos übernimmt.“[6] Ihrer Ansicht nach waren Koran und Sunna[7] das einzig Verbindliche in der Welt. Die Gebote Gottes wurden treu gehalten und umgesetzt. Über die korrekte Ausführung der Gebote und das nicht Beschmutzen dieser Traditionen wachte eine Religionspolizei. Des Weiteren sollten alle Ungläubigen im jihad bekämpft werden. Diese zwei Strömungen (Salafiya (geistig-moralisch), Wahhabiya (militant)) „[...] schufen die ideologische Grundlage der islamistischen Organisationen des 20. Jahrhunderts.“[8]

[...]


[1] Vgl. Hoffman 2001, S. 117.

[2] Ebd., S. 122.

[3] Vgl. Hoffman, S. 121 f.

[4] Steinberg, S. 19.

[5] Ebd., S. 20.

[6] Steinberg, S. 20.

[7] [arabisch »Brauch«,»Sitte«] die, die Gesamtheit der von Mohammed überlieferten, im Hadith gesammelten Aussprüche, Entscheidungen und Verhaltensweisen; bildet zusammen mit dem Koran die Grundlage des islamischen Rechts (Scharia). (Quelle: http://lexikon.meyers.de)

[8] Steinberg, S. 21.

Details

Seiten
12
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640201709
Dateigröße
420 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v117963
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Institut für Soziologie
Note
2,7
Schlagworte
Internationaler Terrorismus islam kampf

Autor

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