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Die Millenniums-Entwicklungsziele und der Wassersektor

Die Konzeption des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung am Beispiel Subsahara-Afrikas

Magisterarbeit 2008 150 Seiten

Politik - Klima- und Umweltpolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE BEDEUTUNG DES WASSERSEKTORS FÜR DIE VERWIRKLICHUNG AUSGEWÄHLTER MDGS IN SUBSAHARA-AFRIKA
2.1 BEKÄMPFUNG VON EXTREMER ARMUT UND HUNGER
2.2 PRIMARSCHULBILDUNG FÜR ALLE UND GLEICHSTELLUNG DER GESCHLECHTER
2.3 VERBESSERUNGEN IM GESUNDHEITSSEKTOR
2.4 ÖKOLOGISCHE NACHHALTIGKEIT

3. INTERNATIONALER POLITISCHER HANDLUNGSRAHMEN FÜR DIE ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT UND DEN WASSERSEKTOR SEIT DEN 1990ER JAHREN
3.1 ENTWICKLUNGEN VOR DER MILLENNIUMSERKLÄRUNG UND DEN MDGS
3.2 ENTWICKLUNGEN SEIT DER MILLENNIUMSERKLÄRUNG UND DEN MDGS

4. DAS BMZ ALS AKTEUR DER DEUTSCHEN EZ IM WASSERSEKTOR
4.1 DAS AKTIONSPROGRAMM 2015
4.1.1 Konzeption und Handlungsfelder
4.1.2 Der Wassersektor in ausgewählten Ansatzpunkten des AP 2015
4.1.3 Armuts- und Wasserorientierung in ausgewählten Sektoren
4.2 DAS SEKTORKONZEPT WASSER
4.2.1 Allgemeiner entwicklungspolitischer Handlungsrahmen
4.2.2 Sektorspezifische Grundsätze und Zieldimensionen
4.2.3 Rahmenbedingungen und sektorspezifische Handlungsfelder
4.3 DIE SCHWERPUNKTREGION SUBSAHARA-AFRIKA
4.3.1 Allgemeine strategische Konzeption
4.3.2 Die Profilbereiche der deutschen EZ
4.3.3 Bedeutung der PRSPs für die wasserbezogene EZ

5. FAZIT

6. LITERATURVERZEICHNIS
6.1 PRIMÄRQUELLEN
6.2 SEKUNDÄRQUELLEN
6.2.1 Monographien
6.2.2 Aufsätze aus Sammelbänden
6.2.3 Aufsätze aus Zeitschriften
6.2.4 Internetmaterialien

ANHANG

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

ABBILDUNGEN

ANLAGEN

1. Einleitung

Problemkontext

Der im September 2000 in New York abgehaltene Millenniumsgipfel war der „[…] vorläufige Kulminationspunkt einer Entwicklung […], die nach dem Ende des Ost- West-Konfliktes begann und einen Paradigmenwechsel in der internationalen Ent- wicklungsdebatte und den internationalen Organisationen mit sich brachte.“[1] Mit der Verabschiedung der Millenniumserklärung[2] und den später aus ihr abgeleiteten acht Millenniums-Entwicklungszielen (MDG)[3] wurde Armutsbekämpfung zur übergreifen- den Aufgabe der internationalen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) erklärt und eine umfassende Agenda für die internationale Politik des 21. Jahrhunderts gebildet.[4] Die Tatsache, dass Armuts- und Umweltprobleme korrelieren, macht eine Verknüpfung der globalen Armutsbekämpfung und Umweltpolitik notwendig.[5] Die natürlichen Ressourcen und insbesondere Wasser haben eine Schlüsselfunktion für die Erreichung der MDGs 1-7, deren Zielsektoren mit der Ressource Wasser direkt oder indirekt ver- knüpft sind.[6] So stellt Kemal Dervi!, der Direktor des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP), fest, dass „[…] ensuring that the poor have access to sanitation and water is central to achieving all the MDGs.“[7]

Gut einem Drittel der Weltbevölkerung steht die Ressource Wasser nicht in einem ausreichendem Maße[8] zur Verfügung.[9] In den Entwicklungsländern[10] des Sü- dens und den Entwicklungsregionen Asiens haben mehr als 1,1 Mrd. Menschen kei- nen Zugang zu sauberem Trinkwasser und 2,4 Mrd. Menschen verfügen über keine akzeptablen sanitären Einrichtungen.[11] Dieses Versorgungsdefizit wird durch das Be- völkerungswachstum[12], die Urbanisierung, die industrielle Entwicklung und den glo- balen Klimawandel[13] verschärft und lässt den intersektoralen Druck zwischen den konkurrierenden Ansprüchen der Haushalte, der Landwirtschaft und der Industrie auf die Ressource Wasser weiter ansteigen.[14]

Um dieser sich weltweit verschärfenden Krise im Wassersektor zu begegnen, wird im MDG 7 Teilziel 10 das Ziel formuliert, den Anteil der Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und zu sanitären Anlagen haben, bis 2015 zu hal- bieren.[15] Der jüngste Fortschrittsbericht der Vereinten Nationen (UN) zeigt, dass die Umsetzung der Zielsetzung für den Bereich der Wasserversorgung hinter den Erwar- tungen steht, jedoch auf Grund von Fortschritten in China und Indien realisierbar ist.[16] Für den Bereich der sanitären Basisversorgung ist hingegen weltweit ein großes Defi- zit zu verzeichnen. Im Zeitraum von 2005 bis 2015 müsste schätzungsweise 1,6 Mrd. Menschen der Zugang zu sanitären Einrichtungen ermöglicht werden, um das Ziel noch erreichen zu können.[17] Insbesondere Subsahara-Afrika hat bei der Erreichung der MDGs gravierende Probleme. Von 48 Ländern werden mindestens 43 Länder wahrscheinlich keines der weiteren MDGs bis 2015 erreichen können.[18] Wie Abbil- dung 2 zeigt, fällt in Subsahara-Afrika besonders die bisherige Bilanz für die Ver- wirklichung des Teilziels 10 schlecht aus. Nach Angaben der Weltbank macht die Region im internationalen Vergleich im Bereich der Wasserversorgung und der sani- tären Einrichtungen kaum Fortschritte: „Sub-Saharan Africa has had the slowest pro- gress: only an estimated 64 percent of the population has access to safe water and 37 percent to improved sanitation.“[19]

Eine Verbesserung der Wasserversorgungssituation in Subsahara-Afrika ist auf Grund der geographischen Ressourcenlage sowie der ökonomischen und politi- schen Realitäten eine besondere Herausforderung.[20] Aus geographischer Perspektive wird die Wasserversorgung durch die ungleichmäßige Beteiligung der Bevölkerung und die zahlreichen Klimazonen[21] des Kontinents erschwert. Die weiträumige Sied- lungsstruktur macht außerhalb der urbanen Zentren eine netzgebundene Trinkwasser- ver- und Abwasserentsorgung, deren Investitions- und Betriebskostenkosten im Ver- hältnis zum Nutzen stehen, schwierig.[22] Umgekehrt stellt die zunehmende Urbanisie- rung die Wasserversorgung vor quantitative und qualitative Probleme, die die schnell wachsenden Städte kaum auffangen können.[23] Des Weiteren kommen erschwerend die Niederschlagsmuster in Subsahara-Afrika hinzu. Es existieren regionale Unter- schiede bei den Niederschlagsmengen, die zwar insgesamt auf dem gleichen Mengen- Niveau liegen wie beispielsweise in Europa, sich dafür aber ungleichmäßig verteilen. Neben den ca. 20% der Menschen in Subsahara-Afrika, die in Gebieten leben, die durch den Wechsel von langen Trockenperioden und intensiven Regenzeiten geprägt sind[24], zeigt Abbildung 4, dass immer mehr Regionen des Kontinents von Wasser- stress und Wasserknappheit[25] betroffen sind.

Die Wasserkrise als hydrologisches Problem und Folge von Knappheit zu be- trachten greift jedoch viel zu kurz.[26] Die Probleme im Wassersektor in Subsahara- Afrika beruhen weniger auf einer mangelnden Ressourcenverfügbarkeit, sondern sind ein Problem der schwachen sozialen und ökonomischen Anpassungskapazitäten so- wie einer defizitären Sektorpolitik in der Region. Leif Ohlsson spricht in diesem Zu- sammenhang von einer Wasserknappheit der zweiten Ordnung, die durch gesell- schaftliche Lösungsansätze abgewendet werden kann.[27] Dies liegt zum einen an der geringen ökonomischen Leistungskraft der Bevölkerung auf Grund der großen Ar- mutsrate von ca. 41%[28] in Subsahara-Afrika. Nach Angaben des Human Development Index (HDI)[29] der UN ist die Region die am wenigsten entwickelte der Welt. Daher sind Investitionen in die Trinkwasserversorgung durch die Bevölkerung angesichts des geringen Pro-Kopf Einkommens wenig realistisch. Auch wenn nationale Haushal- te oder Maßnahmen der EZ Wasserversorgungssysteme bereitstellen würden, ist zu hinterfragen, wie die Kosten für den laufenden Betrieb und die Wartung langfristig gedeckt werden könnten. Zum anderen, so stellt Jens Martens fest, existieren in vielen Staaten Subsahara-Afrikas kaum oder keine Finanzierungsvorhaben und nur geringe Budgets für die Wasserversorgung. Eine Besinnung auf staatliche Dienst- und Trans- ferleistungen zum Wohl der Bevölkerung als Kernaufgabe des Staates wird zudem durch Korruption und Patronagepolitik korrumpiert.[30] Die meisten von Wasserknapp- heit betroffenen Staaten sind „[…] gleichzeitig solche, die wirtschaftlicher Armut ausgesetzt sind [, die] […] häufig nur über schwache oder schwerfällige Institutionen und nicht selten durch Korruption und rentseeking geprägte klientelistische Strukturen [verfügen].“[31] Die deutsche EZ kann hier einen Beitrag leisten, um Reformen und Rahmenbedingungen für einen leistungsfähigen Wassersektor zu bilden, der bei einer steigenden Nachfrage die inkompatiblen Ansprüche der konkurrierenden Wassersek- toren auf nationaler wie überregionaler Ebene organisiert und dabei die Bedürfnisse der Ökosysteme beachtet.[32]

Fragestellung

Vor dem Hintergrund der vorangegangenen Überlegungen untersucht die vorliegende Arbeit die Konzeption des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) als Akteur im Wassersektor in Subsahara-Afrika. Erkenntnis leitend wird als zentrale Fragestellung bearbeitet, inwieweit der strategisch- konzeptionelle Handlungsrahmen des BMZ die Relevanz des Wassersektors zur Ver- wirklichung der MDGs berücksichtigt.

Dafür ergeben sich hinführend folgende Fragestellungen, die gleichzeitig die Gliederung wiedergeben:

1. In welchen Bereichen profitieren die Zielsektoren der MDGs von Verbesserungen im Wassersektor? (Kapitel 2)
2. Inwieweit wurde und wird der Wassersektor in den Kontext des internationalen entwicklungspolitischen Handlungsrahmen verankert? (Kapitel 3)
3. Weisen das Aktionsprogramm 2015 (AP 2015) und die davon ausgewählten Sekto- ren einen signifikanten MDG- und Wasserbezug auf? (Kapitel 4.1)
4. Weist das Sektorkonzept Wasser eine hinreichende MDG- und Armutsorientierung auf und entspricht die strategische Orientierung den in Kapitel 2 identifizierten Prob- lemen? (Kapitel 4.2)
5. Entspricht die strategisch-konzeptionelle Orientierung des BMZ in Subsahara- Afrika den Anforderungen der MDGs, des Wassersektors und der nationalen Armuts- bekämpfungsstrategien? (Kapitel 4.3)

Methodik und Aufbau

Die vorliegende Arbeit bedient sich des methodischen Konzepts der Einzelfallstudie. Da diese ein bestimmtes Land, eine Gemeinde oder ein Problem in einem spezifi- schen Kontext untersucht, unterliegt sie nicht den „[…] technischen Beschränkungen von Laborversuchen und vermeidet auch die relative Oberflächlichkeit und Aussage- armut bloßer statistischer Korrelationen […].“[33] Nach Dirk Berg-Schlosser und Theo Stammen lässt sich die Einzelfallstudie im Hinblick auf ihre theoriebildende Funktion in mehrere Untergruppen aufteilen – bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um die interpretierende Fallstudie, die die Anwendung bereits bestehender Theorien be- inhaltet. Die Fokussierung auf Subsahara-Afrika erfolgt mit einem Verweis auf den Problemkontext, der verdeutlicht, dass die Region in Bezug auf die Realisierung der MDGs die geringsten Fortschritte aufweist und der Wassersektor wegen der geogra- phischen, ökonomischen und politischen Vorraussetzungen große Defizite offenbart. Die Auswahl des BMZ als Fallbeispiel lässt mit der Rolle der Bundesrepublik Deutschland in der internationalen EZ begründen. Wie der Überprüfungsbericht des Entwicklungshilfeausschusses (DAC) der Organisation für wirtschaftliche Zusam- menarbeit und Entwicklung (OECD) feststellt, hat Deutschland in den letzten 50 Jah- ren nicht nur eine wichtige Rolle als bilateraler Geber gespielt,[34] sondern auch mit dem „[…] Aktionsprogramm 2015 eine nützliche Dynamik zur Stärkung des Profils der Entwicklungspolitik auf der globalen politischen Agenda ausgelöst.“[35]

In Kapitel 2 erfolgt die Darstellung des gegenwärtigen Entwicklungsstands ausgewählter MDGs in Subsahara-Afrika. Um die im Problemkontext aufgestellte Hypothese zu belegen, dass Wasser ein elementarer Faktor zur Erreichung der MDGs ist, wird in Kapitel 2.1-2.4 anhand von ausgewählten Teilzielen der MDGs 1-7 unter- sucht, in welchen Bereichen die Zielsektoren der MDGs von Verbesserungen im Wassersektor profitieren können. In die Auswahl wurden diejenigen MDGs über- nommen, die in einem unmittelbaren Zusammenhang mit dem Wassersektor stehen.[36] In Kapitel 3 wird anschließend der internationale entwicklungspolitische Handlungs- rahmen von 1992 bis 2005 illustriert und auf wasserbezogene Leitlinien und Be- schlüsse untersucht. Da diese auch Auswirkungen auf die strategische Konzeption des BMZ haben, ist ihre Betrachtung für den weiteren Verlauf der Arbeit von besonderer Wichtigkeit.

In Kapitel 4 steht die Betrachtung der strategisch-konzeptionellen Ebene des BMZ im Mittelpunkt.[37] Dafür wird in Kapitel 4.1 zunächst das AP 2015 allgemein dargestellt. Es folgt die Untersuchung, inwiefern sich das AP 2015 als nationaler Re- ferenzrahmen an den MDGs orientiert und ob einzelne Aktionsfelder des AP 2015 einen Bezug zum Wassersektor herstellen. Dem schließt sich eine Analyse einzelner Sektorkonzepte und Positionspapiere des BMZ an, die in Korrelation zu den Aktions- feldern des AP 2015 stehen. Diesem folgend wird in Kapitel 4.2 die strategische Aus- richtung des Sektorkonzepts Wasser dargestellt und auf ihre MDG- und Armutsorien- tierung überprüft. Neben der Darstellung des allgemeinen entwicklungspolitischen Handlungsrahmens werden insbesondere die sektorspezifischen Grundsätze und Ziel- dimensionen sowie die daraus resultierenden Handlungsfelder betrachtet. Kapitel 4.3 wird dann die Untersuchung auf die strategische Ausrichtung des BMZ auf die Regi- on Subsahara-Afrika verfestigen. Nach der Erläuterung der Schwerpunktsetzung wird anhand zweier Länderbeispiele, Sambia und Burkina Faso, überprüft, welche Rolle dem Wassersektor und in diesem Zusammenhang den nationalen Armutsstrategiepa- pieren (PRSP) zugewiesen wird. Die Auswahl der Länder Sambia und Burkina Faso erfolgte auf Grund der Tatsache, dass beide Länder ein PRSP vorgelegt haben und bilaterale Schwerpunktländer der deutschen EZ im Wassersektor sind. Ein abschlie- ßendes Fazit wird die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit zusammenfassen und hin- führende, wie zentrale Fragestellung beantworten.

Forschungsstand

Der jährlich von den UN herausgegebene Millennium Development Goals Report[38] fasst die international gesammelten Daten zu den MDGs zusammen, analysiert die Fortschritte und gibt Empfehlungen für die hinter den Vorgaben liegenden Sektoren. Auch der im Januar 2005 veröffentlichte Bericht Investing in Development: A Practi- cal Plan to Achieve the Millennium Development Goals[39] arbeitet die defizitären Sek- toren der MDGs systematisch heraus und gibt Handlungsempfehlungen zur Verwirk- lichung der MDGs, bezieht sich dabei aber sehr stark auf die finanziellen Ressourcen der internationalen EZ. Der vom UNDP jährlich herausgegebene Human Develop- ment Report (HDR) beschreibt auf Grundlage des HDI die Lage der menschlichen Entwicklung und gibt Empfehlungen zur Verbesserung einzelner Indikatoren der MDGs. Hinsichtlich der Schwerpunktsetzung der vorliegenden Arbeit ist der Human

Development Report 2006: Beyond scarcity: Power, Poverty and the global water crisis[40] und der Bericht Water: a shared responsibility[41] der United Nations Educatio- nal, Scientific and Cultural Organization (UNESCO) auf Grund der Analysen der Ur- sachen sowie auch der Wirkungen der Wasserkrise von besonderem Interesse. Eine Betrachtung der Korrelationen zwischen Entwicklungspolitik und Umweltschutz er- folgt im Hauptgutachten Welt im Wandel: Armutsbekämpfung durch Umweltpolitik[42] des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU). Eher kritisch betrachten die Nichtregierungsorganisationen (NGO) die bis- herige Umsetzung der MDGs. Beispielhaft zu nennen ist die Publikation von Gerhard Gad vom Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) Die Millenniumentwicklungsziele in Reichweite?[43] Im akademischen For- schungsbereich sind exemplarisch Franz Nuscheler mit dem Sammelband Die Millen- nium-Entwicklungsziele. Entwicklungspolitischer Königsweg oder ein Irrweg?[44] so- wie Katina Kuhn und Marco Rieckmann mit der Aufsatzsammlung Wi(e)der die Ar- mut? Positionen zu den Millenniumszielen der Vereinten Nationen[45] zu nennen, die eine vielseitige und kritische Darstellung der bisherigen Umsetzung der MDGs lie- fern. Bei der Einordnung der MDGs und der Lösungsansätze des Wassersektors in den internationalen Entwicklungskontext sind entwicklungspolitische Handbücher wie die Einführung in die Entwicklungspolitik[46] von Hartmut Ihne und Jürgen Wil- helm sowie der Sammelband Zukunftsfragen der Entwicklungspolitik[47] von Dirk Messner und Imme Scholz hilfreich. Auch innerhalb der wasserbezogenen Entwick- lungspolitik finden sich einige Instrumente und Standardtitel. Der World Water Council (WWC) hat gemeinsam mit dem Centre of Ecology & Hydrology den Water

Poverty Index (WPI)[48] entwickelt, durch den sich die Zusammenhänge zwischen Wasserarmut und Einkommensarmut darstellen lassen. Jedoch sind bisher nur wenige Daten des WPI öffentlich zugänglich. Prägend für die Forschung im Wassersektor sind die Arbeiten von Leif Ohlsson[49], der Wasserknappheit nach hydrologischen und gesellschaftlichen Indikatoren systematisiert und damit die Verteilungskrise im Was- sersektor sichtbar macht. Die von Mark W. Rosegrant entwickelten Szenarien der Wasserknappheit[50] geben wichtige Ansatzpunkte für Lösungskonzepte im Wassersek- tor und verdeutlichen den Handlungsbedarf zur Bewältigung der Krise. Hervorzuhe- ben ist auch der von Susanne Neubert et al. herausgegebene Sammelband Integriertes Wasserressourcen-Management (IWRM). Ein Konzept in die Praxis überführen[51] so- wie die Arbeiten[52] der Global Water Partnership (GWP)[53] und von Tony Allen[54], die sich mit der konzeptionellen Ausgestaltung von Lösungskonzepten für den Wasser- sektor im entwicklungspolitischen Kontext kritisch auseinandersetzen. Als gute In- formationsquelle haben sich auch Fachzeitschriften, wie das International Journal of Water Resources Development[55], Entwicklung und Zusammenarbeit[56] und Aus Politik und Zeitgeschichte[57] erwiesen.

Für die Untersuchung der strategisch-konzeptionellen Ausrichtung des BMZ im Wassersektor kann auf übergreifende Strategiedokumente und Sektorkonzeptionen wie z.B. auf das Aktionsprogramm 2015[58] und das Sektorkonzept Wasser[59] sowie auf Gutachten[60] des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE) zurückgegriffen werden. Für die nähere Untersuchung der Konzeption in Subsahara-Afrika wird auf allgemeine Strategiedokumente[61] und die Informationen der Webseite[62] des BMZ zu- rückgegriffen. Darüber hinaus steht für Burkina Faso die Länderkonzeption[63] und für Sambia ein Chapeau-Papier[64] sowie eine Joint-Assistance-Strategy[65] zur Verfügung, weitere Daten wurden jedoch vom BMZ nicht zur Verfügung gestellt.

2. Die Bedeutung des Wassersektors für die Verwirklichung ausgewählter MDGs in Subsahara-Afrika

2.1 Bekämpfung von extremer Armut und Hunger

Das Kernziel der MDGs ist die Halbierung der Armutsquote (MDG 1, Teilziel 1). Zwischen 1990 und 2015 soll der Anteil der Menschen halbiert werden, die mit weni- ger als einem US-$ pro Tag[66] auskommen müssen. Wie die in Abbildung 6 dargestell- ten MDG-Fortschritte zeigen, ist die internationale Gemeinschaft auf einem guten Weg, dieses Ziel bis 2015 zu erreichen. Die Armutsquote konnte zwischen 1990 und 2004 von 31,6% auf 19,2% gesenkt werden. Dennoch sind nach Angaben der Welt- bank von 2002 weltweit 1,165 Mrd. Menschen[67] von extremer Armut betroffen und auch in Subsahara-Afrika konnten bisher nur wenige Fortschritte erzielt werden. Etwa 327 Mio. Menschen[68] in der Region, über 40% der Gesamtbevölkerung, leben in ex- tremer Armut. Erschwerend kommt hinzu, dass 280 Mio. Menschen[69] keinen Zugang zu einer ausreichenden Wasserversorgung haben. Nach Angaben des WPI[70] leiden zwei Drittel der Länder Subsahara-Afrikas unter hoher oder schwerwiegender Was- serarmut. Wie eine Analyse des UNDP im HDR 2006[71] verdeutlicht, besteht eine en- ge Beziehung zwischen Einkommensarmut und dem Zugang zu sauberem Wasser. Wie in Abbildung 7 dargestellt, gehören zwei Drittel der Menschen ohne einen aus- reichenden Wasserzugang zur Armutsschicht. Dagegen ist nur ein Drittel der wohlha- benden Bevölkerungsteile von Wasserversorgungsproblemen betroffen.[72] Auch wenn ein kausaler Zusammenhang zwischen Einkommensarmut und Wasserarmut nicht zwingend ist, verdeutlicht die Analyse des UNDP, dass „[…] people might lack water because they are poor, or they might be poor because they lack water.“[73] Die Res- source Wasser ist nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch Produktionsfaktor in Landwirtschaft und Industrie und hat Auswirkungen auf den Bildungssektor, die Ge- schlechtergerechtigkeit, die Gesundheit und die ökologische Nachhaltigkeit.[74] Ver- besserungen im Wassersektor können demnach einen Beitrag zur Verringerung der Armut leisten. Die folgenden Kapitel werden daher den Einfluss des Wassersektors auf die individuelle Leistungsfähigkeit der benachteiligten Bevölkerung (MDG 2-6) und die Bedeutung für eine nachhaltige ökologische Entwicklung (MDG 7) näher be- trachten.

Neben der oben thematisierten Korrelation zwischen Wasser- und Einkommensarmut lässt sich, wie das folgende Kapitel zeigt, auch ein untrennbarer Zusammenhang zwi- schen der Verfügbarkeit von Wasser, der Nahrungsmittelproduktion und demzufolge auch dem Faktor Hunger herstellen. Schon jetzt leiden weltweit mehr als 854 Mio. Menschen an Hunger, davon kommen 820 Mio. aus den Entwicklungsländern.[75] Der Anteil der in Subsahara-Afrika an Hunger leidenden Menschen liegt bei 206 Mio. Menschen (32%).[76] Zudem sind 29% der Kinder unterernährt.[77] Dies hat negative Auswirkungen auf die Kindersterblichkeitsrate in der Region, denn Hunger und Un- terernährung spielen bei der Hälfte der Todesfälle von Kindern unter 5 Jahren eine tragende Rolle.[78] Sollte die bisherige Entwicklung in Subsahara-Afrika voranschrei- ten, wird zwischen 1990 und 2015 die Halbierung des Anteils der hungernden Men- schen (MDG 1, Teilziel 2) verfehlt werden, denn in der Region konnte die Quote bis 2003 nur von 36% auf 32% gesenkt werden.[79]

Damit Armutsbekämpfung erfolgreich sein kann, muss der Entwicklung des ländlichen Raums, der Landwirtschaft und der Ernährungssicherung auf Grund des großen Anteils der Landbevölkerung sowie der Bedeutung, die die Landwirtschaft für die Wirtschaft der Entwicklungsländer hat, eine große Aufmerksamkeit zukommen.[80] 70% der Armen in Subsahara-Afrika lebt im ländlichen Raum, zumeist Kleinbauern, die auch die größte Gruppe der unterernährten Menschen stellen.[81] Wasser bildet für die in Armut lebenden Menschen neben Landbesitz das einzige Naturkapital und stellt demzufolge eine existenzielle Lebensgrundlage dar, die die armen Haushalte befähigt, Nahrungsmittel zu produzieren und Einkommen zu erwirtschaften. Sie benötigen Wasser für wasserverbrauchende Landnutzungsformen, wie beispielsweise für Be- wässerungslandwirtschaft, Regenfeldbau, Viehhaltung und für weitere Umweltleis- tungen, von denen ein Großteil der Armen abhängig ist.[82] Abbildung 8 zeigt, dass der gesicherte Zugang zu Wasser nicht nur zu höheren Einkommen und einer Ernäh- rungssicherheit beiträgt, sondern die benachteiligten Bevölkerungsgruppen in die La- ge versetzt, in Produktionsbereiche mit einer höheren Wertschöpfung einzusteigen, mehr Beschäftigung zu schaffen und in andere Sektoren zu investieren.

Die Landwirtschaft ist mit einem Anteil von ca. 65-70% am weltweiten Süß- wasserverbrauch[83] der größte wasserverbrauchende Sektor. Sie ist aber auch gleich- zeitig der größte Lebensmittelproduzent. Neben dem Regenfeldbau, der ca. 58% der weltweiten Lebensmittelproduktion[84] ausmacht, wird vor allem der Bewässerungs- landwirtschaft eine große Bedeutung im Bereich der Nahrungsmittelproduktion zuge- rechnet. Heute beträgt der Anteil der Bewässerungslandwirtschaft an der weltweiten

Nahrungsmittelproduktion bereits mehr als 40%[85] und in Entwicklungsländern sogar ca. 60%[86]. Subsahara-Afrika hingegen ist vom Regenfeldbau abhängig, denn mit ei- nem Anteil von nur 4% an der Gesamtanbaufläche hat die Bewässerungslandwirt- schaft nur eine marginale Bedeutung für den landwirtschaftlichen Sektor in der Regi- on. Zudem konzentrieren sich zwei Drittel der gesamten Bewässerungsbewirtschaf- tung in Nord-Afrika und in der Sudan-Sahel-Zone.[87] Die Kommission für Afrika empfiehlt aber zur Deckung des Nahrungsmittelbedarfs auf Grund der höheren Er- tragsleistung der Bewässerungslandwirtschaft mindestens eine Verdopplung der An- bauflächen bis 2015.[88]

Die Bewässerungslandwirtschaft erfuhr ihren Aufstieg insbesondere durch die Grüne Revolution in den 60er Jahren. Die Umstellung auf ertragreicheres Saatgut und eine Verbesserung der landwirtschaftlichen Infrastruktur in den Entwicklungsländern konnte den wachsenden Bedarf an Nahrungsmitteln decken. Die Umstellung des Saatgutes brachte jedoch nicht nur größere Erträge, sondern vermehrt auch das Auf- treten wasserintensiver Pflanzen, die den Wasserbedarf des Agrarsektors vergrößer- ten.[89] Nach David Molden und Frank R. Rijsberman ist zur Sicherung der Nahrungs- mittelproduktion bis 2025 ein Ausbau der Bewässerungslandwirtschaft um mindes- tens ein weiteres Drittel nötig. Die Folge ist ein gesteigerter Wasserbedarf der Bewäs- serungslandwirtschaft von ca. 17%.[90] Um jedoch den konkurrierenden Ansprüchen der anderen Wasserverbraucher gerecht zu werden und die Trinkwasserversorgung aufrecht zu erhalten, ist ein Rückgang der in der Bewässerungslandwirtschaft genutz- ten Wassermenge von mindestens 8% notwendig.[91] So steigt nach Einschätzung von Mark W. Rosegrant der Wasserbedarf für Haushalte, Industrie und Viehhaltung welt- weit um 62% bis 2025 gegenüber 1995 an. In Subsahara-Afrika wird sich der Was- serverbrauch außerhalb der Bewässerungslandwirtschaft mehr als verdoppeln.[92]

Die Entwicklungsländer stehen also vor der Herausforderung mehr Nahrung mit weniger Wasser zu produzieren, damit Ernährungs- und Wasserbedarf aller Verbraucher und Wassersektoren bei einer wachsenden Weltbevölkerung gewährleis- tet werden kann. Der Ausbau der Bewässerungslandwirtschaft könnte die Ernäh- rungssituation in Subsahara-Afrika verbessern, weil die Flächenproduktivität aus ag- rarökonomischer Sicht in trockenen Ländern mit Bewässerung wesentlich höher ist als im Regenfeldbau.[93] Doch bietet sie aus wasserökonomischer Perspektive keine Lösung für die größer werdenden Ansprüche der anderen Wassersektoren, denn nur gut ein Drittel des bei der Bewässerungslandwirtschaft in Entwicklungsländern einge- setzten Wassers wird tatsächlich für die Produktion genutzt.[94] Um den Herausforde- rungen im ländlichen Sektor zu begegnen, sollte die Zielsetzung in der Landwirtschaft in einer effizienteren und ertragreicheren Produktion pro Wassereinheit liegen und nicht in einem Ausbau der landwirtschaftlichen Flächen.[95] Neben der Einführung nachhaltiger Produktions- und Bewässerungsmethoden, wie z.B. der Tröpfchenbe- wässerung, sowie alternativer Lösungsansätze[96], kann auch eine stärkere Fokussie- rung auf den Regenfeldbau hilfreich sein. Insbesondere in Subsahara-Afrika sollten sich EZ-Vorhaben wegen der großen Verbreitung des Regenfeldbaus und der Ar- mutskonzentration unter den Kleinbauern auf die Förderung dieses Bereichs konzent- rieren. Effizienzverbesserungen, wie z.B. das Rainwater Harvesting, sind sehr viel kostengünstiger als in der Bewässerungslandwirtschaft zu erreichen und tragen indi- rekt zur Reduzierung des intersektoralen Drucks auf die Ressource Wasser bei.[97]

Wie das vorangegangene Kapitel zeigen konnte, bilden für zwei Drittel der benachtei- ligten und unterernährten Bevölkerungsgruppen in Subsahara-Afrika die Landwirt- schaft und der Zugang zu Wasser die Lebensgrundlage. Zudem ist der landwirtschaft- liche Sektor der größte Wasserverbraucher, dessen Wasserbedarf für eine ausreichen- de Nahrungsmittelproduktion gedeckt werden muss und gleichzeitig Einfluss auf die Versorgungsstabilität der anderen Wassersektoren hat. Eine Ausweitung des Zugangs zu Wasser und Effizienzsteigerungen im Regenfeldbau sowie in der Bewässerungs- landwirtschaft könnten signifikant zu einer stabileren Lebensgrundlage der benachtei- ligten Bevölkerungsgruppen beitragen, die Ernährungssicherheit erhöhen und den in- tersektoralen Druck zwischen den unterschiedlichen Wassersektoren[98] verringern.

2.2 Primarschulbildung für alle und Gleichstellung der Geschlechter

Bis 2015 sollen für Mädchen und Jungen die Grundlagen geschaffen werden, einen Primarschulabschluss zu erwerben (MDG 2, Teilziel 3) und die Ungleichbehandlun- gen auf Primar-, wie auch auf Sekundarebene beseitigt werden (MDG 3, Teilziel 4), um die Gleichstellung der Geschlechter und ein Empowerment[99] der Frauen zu för- dern. Doch die Zahlen des Millennium Development Goals Report 2007 zeigen, das einer Vielzahl von Kindern der Besuch der Primarschule verwehrt bleibt. Weltweit besuchen 72 Mio. Kinder (57% davon sind Mädchen), die sich im schulfähigen Alter befinden, nicht die Schule. In Subsahara-Afrika gab es zwar in den letzten Jahren immense Fortschritte, doch haben immer noch ein Drittel der Kinder keinen Zugang zu einer Primarschulbildung.[100] Die Verhältnisse im Trinkwasser- und Sanitärbereich spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Auf Grund fehlender getrenn- ter und sauberer Sanitäranlagen nimmt eines von zehn schulfähigen afrikanischen Mädchen mit Beginn der Pubertät oder während der Menstruationsphase nicht mehr am Schulunterricht teil.[101] Dies ist auf den Umstand zurückzuführen, dass viele Eltern sich aus Sorge um die Privatsphäre und Sicherheit ihrer Töchter veranlasst sehen, die Mädchen aus der Schule zu nehmen. Neben unzureichenden hygienischen Verhältnis- sen, wird zur Begründung auch das Auftreten von sexueller und körperlicher Gewalt gegen Frauen, wenn diese für ihre Toilette abgelegene Orte aufsuchen müssen, ange- führt.[102]

Ein weiteres Hindernis für einen gleichberechtigten Zugang zu Bildung und zu einem höheren Einkommen ist die in Subsahara-Afrika herrschende geschlechterspe- zifische Arbeitsteilung, die dazu führt, dass Frauen und Mädchen den größten Teil der unbezahlten Reproduktionsarbeit zur Sicherung des Überlebens der Familien leis- ten.[103] Zu ihren täglichen Aufgaben gehören Wasserbeschaffung und Abwasserent- sorgung, Kinderbetreuung, Zubereitung von Mahlzeiten, Pflege von kranken[104] und alten Menschen und Sammeln von Feuerholz. Die Belastung für die Frauen und Mäd- chen wird durch die schlechte Wasserinfrastruktur in Subsahara-Afrika noch ver- stärkt. So leben 42% der Bevölkerung über 30 Minuten[105] von einer Wasserquelle ent- fernt, wodurch die Wasserbeschaffung zu einer körperlichen Belastung wird und ei- nen hohen Zeitverlust bedeutet. Allein in Subsahara-Afrika entfallen jährlich 40 Mrd. Stunden[106] auf die Wasserbeschaffung. Mark C. Blackdon und Quentin Wodon spre- chen in diesem Zusammenhang von einer „[…] time poverty […]“[107] in Subsahara- Afrika. Verursacht durch die geschlechterspezifische Arbeitsaufteilung und den da- durch entstehenden Arbeitsaufwand wird den Frauen die Möglichkeit verwehrt, Bil- dungs- sowie wirtschaftliche Chancen zu ergreifen. Zudem leisten Frauen zumeist unentgeltlich 60-80%[108] der Arbeit, die für die Nahrungsmittelproduktion anfällt. An- gesichts dieser hohen Arbeitsbelastungen und der geringen Beschäftigungsquote der Frauen in nicht-landwirtschaftlichen Sektoren in Subsahara-Afrika von nur 32%[109] sind Frauen im besonderen Maße von Armut betroffen. Ca. 70% der weltweit von Armut betroffenen Menschen sind weiblich, weshalb man von einer Feminisierung der Armut sprechen kann.[110]

Verbesserungen der Wasser- und Sanitärversorgung haben weit reichende Folgen für ein Empowerment der Frauen. Primär werden durch die Reduzierung der körperlichen Belastungen, die Erhöhung der zeitlichen Ressourcen und die dadurch entstehenden positiven Konsequenzen für die Gesundheit und Bildung die wirtschaft- lichen und gesellschaftlichen[111] Chancen von Frauen erhöht.[112] Darüber hinaus führt die Integration von Frauen bei der Entwicklung und Durchführung von Wassermana- gementplänen zu einer stärkeren Stellung der Frauen in der Gesellschaft und gleich- zeitig profitieren Wasser-Vorhaben vom Wissen der Frauen über Wasser.[113] Die Auf- lösung der Disparitäten zwischen Männern und Frauen im Bildungsbereich, sowie auf wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene haben nach Auffassung von Carol Boender et al. generationenübergreifende Auswirkungen auf das Leben von Frauen, denn „[…] women’s control of assets, income, household decision-making, etc. leads to better outcomes for their families, improved child well-being, and reduced fertility rates.“[114]

Das vorangegangene Kapitel hat gezeigt, dass insbesondere Frauen von Armut betrof- fen sind, sie einen großen Anteil an der Nahrungsproduktion haben und sie durch die geschlechterspezifische Arbeitsteilung extremen körperlichen und zeitlichen Belas- tungen ausgesetzt sind, welche durch die schlechte Wasserinfrastruktur verstärkt wer- den. Verbesserungen im Wassersektor können somit einen wichtigen Beitrag leisten, das Defizit bei den Einschulungen von Mädchen zu verringern, körperliche Belastun- gen zu reduzieren und zeitliche Kapazitäten zu schaffen, um Frauen eine aktivere Gestaltung ihres Lebens und der Gesellschaft zu ermöglichen. Wasser-Vorhaben soll- ten daher im Sinne eines Gender Mainstreaming[115] immer die geschlechtsspezifische Rollenverteilung berücksichtigen und ein Empowerment der Frauen anstreben.

2.3 Verbesserungen im Gesundheitssektor

Verbesserungen im Gesundheitssektor, wie sie in MDG 4 (Reduzierung der Kinder- sterblichkeitsrate), MDG 5 (Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Mütter) und MDG 6 (Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen schweren Krankhei- ten) formuliert sind, stehen in engem Zusammenhang mit dem Wassersektor. Zahlrei- che Krankheiten, so wird das folgende Kapitel belegen, sind auf unsauberes Wasser, unzureichende sanitäre Bedingungen und mangelnde Hygiene zurückzuführen.

So sind Durchfallerkrankungen zu 88%[116] mit oben beschriebenen Verhältnis- sen zu erklären. Von den weltweit zehn Mio. Kindern unter fünf Jahren[117] die jedes Jahr sterben, fordern allein Durchfallerkrankungen 1,8 Mio. Kindern[118] das Leben, was in Subsahara-Afrika auch zu einer hohen Kindersterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren beiträgt. Die Kindersterblichkeitsrate liegt hier bei 166 Todesfällen pro 1000 Lebendgeburten und ist damit doppelt so hoch wie in den Entwicklungsre- gionen insgesamt.[119] Einen wichtigen Beitrag zur Verringerung von Durchfallerkran- kungen und folglich zur Reduzierung der Kindersterblichkeitsrate leistet eine Verbes- serung der Wasser- und Sanitärversorgung. Einer Studie von Ricardo Fuentes et al. zufolge reduzierte sich beispielsweise in Ghana das Risiko einer Durchfallerkrankung durch einen neu gelegten Leitungswasseranschluss im Haus um 60% und durch eine Toilette mit Spülung um 50%.[120] Des Weiteren konnte die Studie nachweisen, umso höher der Standard der infrastrukturellen Basisversorgung ist, desto besser ist der Schutz vor Durchfallerkrankungen.[121] Zwar kann die Zielvorgabe für MDG 4, die Senkung der Kindersterblichkeitsrate der Kinder unter fünf Jahren um zwei Drittel, nicht allein durch die Reduzierung von Durchfallerkrankungen erreicht werden, doch angesichts des langsamen Prozesses in diesem Bereich könnten Fortschritte im Was- ser- und Sanitärbereich „[…] play a vital role in getting the world back on track.“[122]

Nicht nur Durchfallerkrankungen können durch eine Verbesserung des Was- sersektors reduziert werden. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind 80 %[123] aller Krankheiten in Entwicklungsländern, die sich nachfolgend in vier Kategorien unterteilen lassen, auf eine mangelhafte Wasser- und sanitäre Basisver- sorgung zurückzuführen. Erstens durch unsauberes Wasser übertragene Krankheiten (Durchfallerkrankungen), zweitens hygieneabhängige Krankheiten, die durch Berüh- rung mit kontaminiertem Wasser entstehen (z.B. Trachoma),[124] drittens auf Wasser basierende Krankheiten, die durch im Wasser lebende Parasiten verursacht werden (z.B. Schistosomiasis)[125] und viertens die durch Insekten übertragende Krankheiten (z.B. Malaria), da ruhende Wasserflächen eine Grundlage für die Vermehrung krank- heitsübertragender Insekten sind.[126]

Neben den Durchfallerkrankungen ist Malaria die am weitesten verbreitete Krankheit, die im Zusammenhang mit der Ressource Wasser steht. Jährlich erkranken ca. 300-500 Mio. Menschen an Malaria, wovon 60% der schwer Erkrankten in Subsa- hara-Afrika leben. Auch hier ist eine Verbindung zur Kindersterblichkeitsrate zu zie- hen, denn unter den 1,3 Mio. Toten jährlich (zu 90% in Subsahara-Afrika) sind ca. 800.000 Kinder im Alter unter fünf Jahren.[127] Das in vielen Staaten nur rudimentär vorhandene Gesundheitssystem wird durch Krankheiten wie Malaria überproportional belastet. So lassen sich durchschnittlich 30% aller Arztbesuche und zwischen 20% und 50% aller Krankenhausaufenthalte auf Malariaerkrankungen zurückführen.[128] In der wissenschaftlichen Fachliteratur wird die Meinung geäußert, dass die Ausbreitung von Malaria durch Bewässerungsfeldbau[129], Staudämme und Reservoire[130] verstärkt wird, da Malaria übertragende Moskitos stehende Gewässer als Brutstätte bevorzu- gen. Betrachtet man aber die Zahl der Menschen, die in Subsahara-Afrika in der Um- gebung von Großstaudämmen und Bewässerungssystemen wohnt (9,4 Mio.), so lässt sich dies nicht in Übereinstimmung damit bringen, dass in Subsahara-Afrika eine Ma- laria-Prävalenz[131] von 87,9% aufzufinden ist.[132] In den übrigen Entwicklungsregionen leben dagegen 15,3 Mio. Menschen neben Großstaudämmen und 845 Mio. Menschen neben Bewässerungssystemen, hier lässt sich jedoch nur eine Malaria-Prävalenz von 12,1% finden.[133] Ein Rückschluss auf die bis zu 500 Mio. infizierten Menschen pro Jahr scheint daher ausgeschlossen. Hingegen ungeklärt bleibt die Rolle der kleinen Staudämme, „[…] of which there are many hundreds of thousands in malaria endemic areas in Africa and elsewhere. Cumulatively, these could well be more important for malaria transmission than large dams and irrigation schemes.“[134] Keiser et al. stellen daher fest, dass ein an integrierte Malariamaßnahmen[135] gekoppeltes Wassermanage- ment die Belastungen in instabilen Malariaregionen in der Umgebung von Staudäm- men und Bewässerungssystemen mildern kann.[136]

Die Schistosomiasis, die bis zu 80% in Subsahara-Afrika verbreitet ist und dort jährlich 280.000 Todesopfer fordert,[137] ist ein weiterer den Gesundheitssektor belastender Faktor, der durch eine verbesserte Wasserinfrastruktur vermeidbar ist. Sie wird durch menschlichen Hautkontakt mit im Wasser lebenden Parasiten ausgelöst und verbreitet sich auf Grund mangelnder Sanitäranlagen, durch Staudämme[138] und durch schlecht konzipierte Bewässerungsanlagen.[139] Gline Boelee und Henry Madsen führen aus, dass viele afrikanische Bewässerungsanlagen ideale Brutbedingungen für die Süßwasserschnecken, die die infizierten Parasiten als Zwischenwirt tragen, dar- stellen und somit die Übertragung der Schistosomiasis begünstigen.[140] Eine Verbesse- rung der sanitären Infrastruktur und damit eine geringere Verunreinigung des Wassers mit Fäkalien könnte die Erkrankungsrate um über 77% reduzieren.[141] Werden Schistosomiasis-Bekämpfungsprogramme mit Verbesserungsmaßnahmen im Wasser- sektor verbunden, wie z. B. durch strukturelle Veränderungen der Bewässerungskanä- le,[142] kann die Übertragung der Krankheit eingedämmt werden.[143]

Eine Eindämmung der wasserinduzierten Krankheiten trägt schrittweise zu einer Annäherung an die Zielvorgaben der MDGs 5 und 6 bei.[144] Die Tatsache, dass in Subsahara-Afrika eine von 16 Müttern während oder an den Folgen der Schwan- gerschaft stirbt,[145] lässt erkennen, dass insbesondere für Mütter das Risiko während der Schwangerschaft zu erkranken und die Arbeitslast wie in Kapitel 2.2 beschrieben, verringert werden muss. Auch für HIV/Aids-, Malaria- und Tuberkulosepatienten kann durch Verbesserungen im Wassersektor das Risiko vermindert werden, durch eine Folge- bzw. Begleitkrankheit weiter geschwächt zu werden.[146] Außerdem setzt die Dezimierung der Krankheitsrate wasserinduzierter Krankheiten finanzielle und personelle Kapazitäten frei, die in andere Gesundheitsbereiche umgelenkt und inves- tiert werden können. Allein in Subsahara-Afrika würden sich die Einsparungen auf jährlich 610 Mio. US-$[147] belaufen, ca. 12% der gesamten Staatsausgaben[148] für das Gesundheitswesen. Weil zahlreiche Krankheitstage und die Pflege von Angehörigen einen regelmäßigen Schulbesuch und das Nachgehen einer Einkommen schaffenden Tätigkeit verhindern, sind Krankheiten in den Ländern des Südens einer der haupt- sächlichen Gründe für Armut.[149] Die hohe Erkrankungsrate schwächt die Menschen nicht nur körperlich, sondern verringert ihre Einkommen und wirtschaftliche Leis- tungskraft. Zum einen müssen Menschen die oft krank sind, einen Großteil ihres Ein- kommens für Medikamente ausgeben und zum anderen kosten die Krankheiten die Entwicklungsländer über fünf Mrd. Arbeitstage pro Jahr.[150] Verbesserungen im Was- sersektor können daher einen signifikanten Beitrag leisten, die individuelle Leistungs- fähigkeit benachteiligter Bevölkerungsgruppen zu steigern und die wirtschaftliche Produktivität in Subsahara-Afrika zu erhöhen.

Wie gezeigt werden konnte, haben wasserinduzierte Krankheiten einen signifikanten Anteil an den hohen Erkrankungs- und Sterblichkeitsraten, verursachen finanzielle und personelle Kosten im Gesundheitssektor, mindern die individuelle Leistungsfä- higkeit und schwächen die wirtschaftliche Produktivität in Subsahara-Afrika. Verbes- serungen im Wassersektor, insbesondere die Steigerung der Wasserqualität, tragen zur Dezimierung wasserinduzierter Krankheiten bei. Dadurch kann nicht nur die Gesund- heit des Einzelnen, sondern auch die wirtschaftliche Produktivität und die Stabilität des Gesundheitswesens in Subsahara-Afrika gesteigert werden.

2.4 Ökologische Nachhaltigkeit

Als eine wesentliche Voraussetzung für die Armutsbekämpfung führt der WBGU die „[…] Bewahrung der ökologischen Integrität […], Ressourcenschutz und -management unter Beachtung von Nachhaltigkeitskriterien und die Vermeidung ge- fährlicher Umweltveränderungen […]“[151] an. Menschen die in extremer Armut leben, sind unmittelbar auf natürliche Ressourcen und das Funktionieren der Ökosysteme angewiesen. Die soziale Vulnerabilität von Armutsgruppen gegenüber Umweltkrisen ist besonders hoch, da sie nur über geringe Bewältigungs- und Anpassungsfähigkeiten gegenüber Krisen verfügen.[152] So liegt die Zahl der Umweltflüchtlinge[153] gegenwärtig bei ca. 25 Mio. Menschen, bis 2010 wird ein Anstieg auf 50 Mio. Menschen prognos- tiziert. Der Großteil der Umweltflüchtlinge stammt aus Subsahara-Afrika.[154] Das MDG 7 beinhaltet daher als Kernforderung die Einbeziehung der Grundsätze der nachhaltigen Entwicklung und den Schutz der knapper werdenden natürlichen Res- sourcen.

Hauptursache für die Umweltflucht in Subsahara-Afrika ist die durch Boden- degradation[155] verursachte Wüstenbildung (Desertifikation).[156] In der Region sind immer mehr landwirtschaftlichen Nutzflächen, die die Lebensgrundlage für einen Großteil der benachteiligten Bevölkerungsgruppen darstellen, wie in Kapitel 2.1 be- schrieben, nicht mehr nutzbar. Ca. 65% der Ackerflächen, 31% der Weiden und 19% der Wälder sind von einer beginnenden Degradation der Böden betroffen.[157] In Tro- ckengebieten bildet neben der Überweidung und zu intensiven Landnutzung durch Monokulturen, die dem Boden nicht genügend Zeit zur Regeneration lassen, die un- sachgemäße künstliche Bewässerung,[158] die eine Versalzung der Böden zur Folge hat, die Hauptursache für eine Bodendegradation. Spätere Regenfälle und Wind tragen die oberen Bodenschichten ab und der Boden verwüstet. Der Verlust landwirtschaftlicher Nutzflächen wiederum führt zur Kultivierung bisher ungenutzter Flächen, wie z.B. Waldgebieten, denen im natürlichen Ökosystem wichtige Regulierungs- und Schutz- funktionen zukommen. In Wurzelwerk und Boden speichert der Wald Wasser, regu- liert den Wasserhaushalt und schützt den Boden vor Erosion.[159] Subsahara-Afrika ver- liert durch Rodungen pro Jahr ca. 3,5 Mio. Hektar[160] seiner Wälder. Neben dem Ver- lust der Biodiversität[161] sind zwischen 18% und 25% der jährlichen CO2-Emissionen auf die Rodungen von Waldgebieten zurückzuführen, denen damit eine Schlüsselrolle für die Verursachung des Klimawandels zukommt.[162] Doch haben Bewässerung, fal- sche Drainage, die Erschließung neuer Anbaugebiete und der Bau von Wasserspei- chern nicht nur Auswirkungen auf die Böden, wie Malin Falkenmark und Victor Ga- laz feststellen, sondern verursachen auch Veränderungen der natürlichen Variabilität des Wasserkreislaufs[163]. Durch die Verunreinigung der Böden mit Chemikalien und die zu hohe Nährstoffbelastungen werden auch Flüsse, Seen, Feuchtgebiete und Grundwassererneuerung belastet,[164] weil der Wasserkreislauf alle Ökosysteme durch- läuft. Das hat zur Folge, dass „[…] all disturbances to the components of that cycle are pushed onwards, causing a domino effect on the other components.“[165] Doch ent- steht durch Störungen einzelner Komponenten der Ökosysteme nicht nur ein Domi- noeffekt, der andere Bereiche der natürlichen Ökosysteme belastet, sondern auch so- ziale Probleme bedingt. Der Verlust der natürlichen Lebensgrundlage zwingt die von Armut und Hunger betroffenen Bevölkerungsteile zur umweltbedingten Migration in andere Gebiete.[166] Die Folge größerer Migrationsbewegungen sind Verteilungskon- flikte und eine weitere Erhöhung des Drucks auf die knapper werdenden natürlichen Ressourcen.[167]

Umweltbedingte Migration hat oft Landflucht und damit eine Verlagerung des Lebensraums in die Stadt zur Folge. Hier sind besonders die urbanen Zentren Subsa- hara-Afrikas betroffen, die für die schnell wachsenden Einwohnerzahlen nicht genü- gend Wohnraum schaffen können. Nach Angaben des United Nations Population Fund (UNFPA) leben in der Region 72%[168] der Stadtbewohner unter Slumbedingun- gen.[169] Ein Hauptproblem in den Slums ist die kaum bzw. nur rudimentär ausgebaute Trink- und Abwasserversorgung. So ist es in vielen Städten Subsahara-Afrikas nicht ungewöhnlich, wenn sich 250 Haushalte drei Toiletten und eine Dusche teilen müs- sen.[170] Doch haben die schnell wachsenden Städte auch Auswirkungen auf die Öko- systeme. Zum einen müssen landwirtschaftliche Nutzflächen für neuen Wohnraum weichen,[171] zum anderen führt die Verschmutzung und die Übernutzung des Grund- wassers, wie Abbildung 11 zeigt, in der Umgebung von Städten zu einem Verlust der Grundwasserreserven. Dies hat zur Folge, dass Wasser aus anderen Sektoren herbei- geschafft werden muss. Für Subsahara-Afrika wird die Wasserversorgung der urba- nen Zentren eine der zentralen Herausforderung in der Zukunft sein, denn bis 2030 wird sich die Stadtbevölkerung in der Region verdoppeln.[172]

Die Lebensbedingungen der städtischen Bevölkerung können durch eine gute Wasserbewirtschaftung, die die Wasserversorgung zu Haushalts- und Produktions- zwecken und die Bekämpfung von Verschmutzung und Klärung der Abwässer regu- liert, sowie den Schutz der Umwelt mit einbezieht, um ein Vielfaches verbessert wer- den. Stadtplanungen nach dem Ecological Sanitation-Konzept (Ecosan)[173] sind hier ein Lösungsansatz, die Bedürfnisse der Städte und anderer Wassersektoren zu verei- nen. Damit die Stabilität der natürlichen Ökosysteme durch den steigenden Wasser- bedarf der anderen Sektoren nicht aus dem Gleichgewicht gerät, ist ein Wassermana- gement wie das Integrierte Wasserressourcenmanagement (IWRM)[174] gefordert, das zu einem nachhaltigen Umgang mit Wasser führt. Das IWRM kann „[…] im Idealfall […] die wachsende Kluft zwischen Wasserangebot und –bedarf für alle Länder und Bevölkerungsgruppen wieder [ausbalancieren] […].“[175]

Das vorangegangene Kapitel hat gezeigt, dass eine Bewirtschaftung der ländlichen Ressourcen nicht zu einer Übernutzung und Störung der natürlichen Ökosysteme füh- ren darf, da ansonsten ein Dominoeffekt entsteht, der die wasserbezogenen und all- gemeinen Leistungen der Ökosystem verringert und der den Verlust der natürlichen Lebensgrundlage, umweltbedingte Migration sowie eine Steigerung des Drucks auf die natürlichen Ressourcen zur Folge hat. Des Weiteren hat das Kapitel gezeigt, dass die Urbanisierung Auswirkungen auf die Qualität und Quantität der Grundwasservor- kommen in Stadtnähe hat und zu einer Steigerung des intersektoralen Drucks beiträgt. Wassermanagementstrategien, die das Management von Land, Wasser und den damit in Beziehung stehenden Ressourcen fördern und sich am Wasserkreislauf orientieren, tragen dazu bei, die Ursachen der Wasserknappheit zu bekämpfen und die aus ihr ent- stehenden Probleme zu lösen.

[...]


[1] Markus Loewe: Die Millennium Development Goals: Hintergrund, Bedeutung und Bewertung aus Sicht der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, Bonn 2005, [DIE Discussion Paper 12/2005], S. 1, in: http://www.die- gdi.de/die_homepage.nsf/0/ec343b8b532dab1cc1256f81003064be/$FILE/MDGs BB DiscPaper InternetFass.pdf (25. November 2007).

[2] Vgl. The General Assembly of the United Nations: United Nations Millennium Declaration, New York 2000, [A/55/L.2], in: http://www.un.org/millennium/declaration/ares552e.htm (15. Oktober 2007).

[3] Vgl. die acht MDGs mit ihren 18 Teilzielen und 48 Indikatoren unter Abbildung 1.

[4] Vgl. Jutta Kranz-Plote: Chancen und Herausforderungen bei der operativen Umsetzung der Millenni- um-Entwicklungsziele. Eine Innenperspektive, in: Franz Nuscheler/Michèle Roth (Hrsg.): Die Millen- nium-Entwicklungsziele. Entwicklungspolitischer Königsweg oder ein Irrweg?, Ulm 2006, [Eine Welt- Texte der Stiftung Entwicklung und Frieden Band 20], S. 83.

[5] Vgl. Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen: Welt im Wan- del: Armutsbekämpfung durch Umweltpolitik, Berlin 2005, S. 1, in: http://www.wbgu.de/wbgu_jg2004.pdf (13. November 2007).

[6] Vgl. Annette van Edig/Helmut van Edig: Integriertes Wasserressourcen-Management – Schlüssel zur nachhaltigen Entwicklung, in: Susanne Neubert et al. (Hrsg.): Integriertes Wasserressourcen- Management (IWRM). Ein Konzept in die Praxis überführen, Baden-Baden 2005, S. 139f.

[7] United Nations Development Programme: Speeches, [Rede von Kemal Dervi!, gehalten am 14. April 2007 auf dem Special Meeting on Water in Washington D.C.], in: http://content.undp.org/go/newsroom/2007/april/kemal-dervis-special-meeting-on-water- .en? categoryID=593043&lang=en (16. Oktober 2007).

[8] Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert den täglichen Mindestbedarf an Wasser pro Person auf 20 Liter. Diese Menge reicht nicht für die tägliche Körperhygiene aus und deckt lediglich den Be- darf für Trink- und Kochwasser. Vgl. World Health Organization Regional Office for South-East Asia: Minimum water quantity needed for domestic uses, New Dehli o. J., [WHO/SEARO Technical Notes for Emergencies No. 9], in: http://www.who.or.id/eng/contents/aceh/wsh/water-quantity.pdf (20. De- zember 2007).

[9] Vgl. Weltbank: Weltentwicklungsbericht 2003. Nachhaltige Entwicklung in einer dynamischen Welt, Bonn 2003, S. 3.

[10] Für den Begriff der Entwicklungsländer gibt es keine einheitliche Definition. Das Bundesministeri- um für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) identifiziert daher Merkmale, die die Mehrzahl von ihnen aufweisen: unzureichende Nahrungsmittelversorgung, niedriges Pro-Kopf- Einkommen, mangelhafte Gesundheitsversorgung, hohe Kindersterblichkeitsrate, geringe Lebenser- wartung, mangelhafte Bildungsmöglichkeiten, niedriger Lebensstandard. Vgl. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Glossar. Entwicklungsland, in: http://www.bmz.de/de/service/glossar/entwicklungsland.html (25. November 2007).

[11] Vgl. Marc Laimé: Sauberes Wasser – knappes Gut, in: Le Monde Diplomatique/Die Tageszeitung (Hrsg.): Atlas der Globalisierung. Die neuen Daten und Fakten zur Lage der Welt, Berlin 2006, S. 14.

[12] Die Weltbevölkerung umfasste im Juli 2007 ca. 6,7 Mrd. Menschen. Bei einem momentanen jährli- chen Wachstum von 78 Mio. Personen wird bis 2050 eine Weltbevölkerung von 9,2 Mrd. Menschen erwartet. Die Bevölkerung in den Industrieländern wird sich kaum vergrößern, während es in den 50 ärmsten Entwicklungsländern bis 2050 zu einer Verdopplung kommen wird. Vgl. United Nations De- partment of Economic and Social Affairs/The Population Division: World Population Prospects: The 2006 Revision. Executive Summary, New York 2007, [ST/ESA/SER.A/261/ES], S. 7, in: http://www.un.org/esa/population/publications/wpp2006/English.pdf (5. Januar 2008).

[13] Durch die erhöhten Oberflächentemperaturen kommt es zu einer verstärkten Wasserverdunstung. Die Folge ist, dass sich der natürliche Wasserkreislauf und die Niederschlagsmuster verändern. Vgl. dazu ausführlicher Dörte Bernhardt: Klimawandel und Wasser, Stuttgart 2003, [Menschenrecht Wasser Hin- tergrund-Materialien 10], S. 3-5, in: http://www.menschenrechtwasser.de/downloads/2_3_hintergrund- klimawandel.pdf (25. November 2007).

[14] Vgl. United Nations Development Programme: Human Development Report 2006: Beyond scarcity: Power, Poverty and the global water crisis, New York 2006, S. 2f, in: http://hdr.undp.org/en/media/hdr06-complete.pdf (2. November 2007).

[15] Das Ziel, zwischen 1990 und 2015 den Anteil der Menschen ohne Zugang zu sanitären Einrichtun- gen zu halbieren, wurde auf dem Weltnachhaltigkeitsgipfel 2002 in Johannesburg zu MDG 7 Teilziel 10 hinzugefügt. Vgl. United Nations: Plan of Implementation of the World Summit of Sustainable De- velopment, Johannesburg 2002, [Chapter II, Paragraph 8], S. 4, in: http://www.un.org/esa/sustdev/documents/WSSD_POI_PD/English/WSSD_PlanImpl.pdf (15. Oktober 2007).

[16] Vgl. United Nations: The Millennium Development Goals Report 2007, New York 2007, S. 23-26, in: http://www.un.org/millenniumgoals/pdf/mdg2007.pdf (15. Oktober 2007).

[17] Vgl. ebd., S. 25.

[18] Vgl. United Nations: Africa and the Millennium Development Goals 2007 Update, New York 2007, S. 1, in: http://www.un.org/millenniumgoals/docs/MDGafrica07.pdf (25. Oktober 2007).

[19] The World Bank: Global Monitoring Report 2006. Millennium Development Goals. Strengthening Mutual Accountability, Aid, Trade and Governance, Washington 2006, S. 54, in: http://siteresources.worldbank.org/INTGLOBALMONITORING2006/Resources/2186625- 1145565069381/GMR06Complete.pdf (17. Oktober 2007).

[20] Vgl. dazu ausführlicher Frank Bliss: Trinkwasserversorgung und Armut in Sub-Sahara-Afrika, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, o. Jg. (2006) 32-33, S. 15-17, in: http://www.bpb.de/files/UIHE7W.pdf (18. Oktober 2007).

[21] Vgl. Köpper-Geiger Klimamodell unter Abbildung 3.

[22] Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Partner für ein starkes Afrika. Zusammenarbeit im Bereich Wasser, Bonn/Berlin 2007, [BMZ Materialien Nr. 162], S. 7, in: http://www.bmz.de/de/service/infothek/fach/materialien/Materialie162.pdf (16. Oktober 2007).

[23] Vgl. Piers Cross/Allain Morel: Pro-poor strategies for urban water supply and sanitation services delivery in Africa, in: Water Science & Technology, Jg. 51 (2005) 8, S. 51.

[24] Vgl. Deutsches International Hydrological Programme/Hydrology and Water Resources Programme Nationalkommitee: Wasser und Regionen. Wasser in Afrika, in: http://ihp.bafg.de/servlet/is/15848/afrika.html (28. Oktober 2007).

[25] Nach Malin Falkenmark besteht Wasserstress dann, wenn weniger als 1700m" an erneuerbaren Was- serressourcen pro Kopf und Jahr zur Verfügung stehen. Wasserknappheit bei weniger als 1000m". Vgl. dazu ausführlicher Malin Falkenmark: The massive Water Scarcity now threatening Africa – Why isn't it being addressed?, in: Ambio, Jg. 18 (1989) 2, S. 112-118.

[26] Vgl. Asit K. Biswas: An Assessment of Future Global Water Issues, in: International Journal of Wa- ter Resources Development, Jg. 21 (2005) 2, S. 232.

[27] Zur Strukturierung der unterschiedlichen Problemfaktoren unterscheidet Leif Ohlsson bei Wasser- knappheit zwischen einer Knappheit erster Ordnung, die die natürliche Wasserverfügbarkeit anhand hydrologischer Merkmale ermittelt, und einer Knappheit zweiter Ordnung, die sich auf die mangelnden institutionellen, sozialen und ökonomischen Anpassungskapazitäten einer Gesellschaft zur Lösung der Knappheit erster Ordnung bezieht. Vgl. Leif Ohlsson/Anthony R. Turton: The turning of a screw. So- cial resource scarcity as a bottle-neck in adaptation to water scarcity, London 1999, S. 3f, in: http://www.soas.ac.uk/waterissues/occasionalpapers/OCC19.PDF (2. November 2007).

[28] Vgl. United Nations: Africa and the Millennium Development Goals 2007 Update, S. 1.

[29] Der HDI ist ein Index für menschliche Entwicklung, bemessen aus der realen Kaufkraft des Pro- Kopf-Einkommens, der Lebenserwartung und der Alphabetisierungsrate. Er wird auf eine Skala von 0 bis 1 projiziert. Es wird unterschieden zwischen Ländern mit einem „high human development“ (HDI zwischen 0,8 und 1), Ländern mit einem „medium human development“ (zwischen 0,5 und 0,799) und abschließend Ländern mit einem „low human development“ (unter 0,5). Vgl. United Nations Devel- opment Programme: Human Development Reports. Statistic, in: http://hdr.undp.org/en/statistics/ (13. Dezember 2007).

[30] Vgl. Jens Martens: Die öffentliche Armut der Entwicklungsländer. Was die Regierungen des Südens daran hindert, Armutsbekämpfung aus eigener Kraft zu finanzieren – und was dagegen getan werden kann, Bonn 2006, S. 5f, in: http://www.globalpolicy.org/eu/de/publ/oeffentliche_armut.pdf (2. Novem- ber 2007).

[31] Elke Herrfahrdt/Susanne Neubert: Integriertes Wasserressourcen-Management. Ein realistisches Konzept für Entwicklungs- und Transformationsländer?, in: Dirk Messner/Imme Scholz (Hrsg.): Zu- kunftsfragen der Entwicklungspolitik, Baden-Baden 2005, S. 237.

[32] Vgl. Axel Klaphake/Waltina Scheumann: Politische Antworten auf die globale Wasserkrise. Trends und Konflikte, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, o. Jg. (2001) 48-49, S. 6, in: http://www.bpb.de/files/AHSH62.pdf (7. November 2007).

[33] Dirk Berg-Schlosser/Theo Stammen: Einführung in die Politikwissenschaft, 7. Aufl., München 2003, S. 129.

[34] Vgl. Development Assistance Committee: Prüfbericht über die Entwicklungszusammenarbeit. Deutschland, Paris 2005, S. 21, in: http://www.oecd.org/dataoecd/10/22/36770168.pdf (6. November 2007).

[35] Ebd., S. 23.

[36] Das MDG 8 (Globale Entwicklungspartnerschaften) wird daher nicht dargestellt. Zwar können Ent- wicklungspartnerschaften zwischen staatlichen, zivilen Akteuren und der Privatwirtschaft einen Beitrag zur Lösung der Probleme im Wassersektor leisten, jedoch ist eine unmittelbare Wirkung durch eine Verbesserung des Wassersektors auf MDG 8 nicht festzustellen. Vgl. dazu ausführlicher Lena Partzsch: Partnerschaften – Lösungen der globalen Wasserkrise, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, o. J. (2006) 25, S. 15-20, in: http://www.bpb.de/files/279LAV.pdf (12. Dezember 2007).

[37] Angesichts des Projektumfangs der deutschen Durchführungsorganisationen und der Heterogenität der Projektstandorte in Subsahara-Afrika wird auf die Darstellung der operativ-pragmatischen Ebene verzichtet.

[38] Vgl. United Nations: The Millennium Development Goals Report 2007, New York 2007.

[39] Vgl. United Nations Millennium Project: Investing in Development: A Practical Plan to Achieve the Millennium Development Goals, New York 2005, in: http://www.unmillenniumproject.org/documents/MainReportComplete-lowres.pdf (29. Oktober 2007).

[40] Vgl. United Nations Development Programme: Human Development Report 2006: Beyond scarcity: Power, Poverty and the global water crisis, New York 2006, in: http://hdr.undp.org/en/media/hdr06- complete.pdf (2. November 2007).

[41] Vgl. United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization: Water: a shared responsibil- ity. The United Nations World Water Development Report 2, Paris/New York 2006, in: http://unesdoc.unesco.org/images/0014/001454/145405E.pdf (16. Oktober 2007).

[42] Vgl. Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen: Welt im Wan- del: Armutsbekämpfung durch Umweltpolitik, Berlin 2005.

[43] Vgl. Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen: Die Millenniumsziele in Reichweite? Eine Bewertung des Entwicklungspolitischen Ertrags des Entscheidungsjahrs 2005, Bonn/Berlin 2006, [2015 im Gespräch Heft 9], in: http://www.2015.venro.org/publikationen/dokumente/2005/2005.pdf (10. Oktober 2007).

[44] Vgl. Franz Nuscheler/Michèle Roth (Hrsg.): Die Millennium-Entwicklungsziele. Entwicklungspoli- tischer Königsweg oder ein Irrweg?, Ulm 2006, [Eine Welt-Texte der Stiftung Entwicklung und Frie- den Band 20].

[45] Vgl. Katina Kuhn/Marco Rieckmann (Hrsg.): Wi(e)der die Armut? Positionen zu den Millenniums- zielen der Vereinten Nationen, Frankfurt a. M. 2006.

[46] Vgl. Hartmut Ihne/Jürgen Wilhelm (Hrsg.): Einführung in die Entwicklungspolitik, 2. Auflage, Hamburg 2006.

[47] Vgl. Dirk Messner/Imme Scholz (Hrsg.): Zukunftsfragen der Entwicklungspolitik, Baden-Baden 2005.

[48] Der Water Poverty Index ist ein Instrument zur Beschreibung der Trinkwasserversorgungslage in Kombination mit dem Niveau des Wohlstands eines Landes oder einer Region. Er setzt sich aus fünf Kernkomponenten zusammen: (1) Die physische Verwendbarkeit von Oberflächen- und Grundwasser, (2) dem Zugang zu Wasser für den menschlichen Gebrauch, (3) dem Einkommen der Menschen und der Teilhabe an der Wasserverwaltung, (4) der Art und Weise des Wasserverbrauchs und (5) den Um- weltbedingungen im Bezug zum Wasser. Vgl. Peter Lawrence/Jeremy Meigh/Caroline Sullivan: The Water Poverty Index: an International Comparision, Keele 2002, in: http://www.keele.ac.uk/depts/ec/wpapers/kerp0219.pdf (1. November 2007).

[49] Vgl. Leif Ohlsson: Environment, scarcity, and conflict – A study of malthusian concerns, Gothen- burg 1999. Vgl. auch Leif Ohlsson/Anthony R. Turton: The turning of a screw. Social resource scarcity as a bottle-neck in adaptation to water scarcity, London 1999.

[50] Eine Analyse der verschiedenen Szenarien (Business-as-Usual Scenario, The Water Crisis Scenario, The Sustainable Water Use Scenario) verdeutlicht den Unterschied zwischen einer Welt, in der Ernäh- rungssicherheit besteht oder in der Wasserknappheit zu Hunger, Armut und Konflikten führen kann. Vgl. Ximing Cai/Sarah A. Cline/Mark W. Rosegrant: World water and food to 2025. Dealing with scarcity, Washington D.C. 2002.

[51] Vgl. Susanne Neubert et al. (Hrsg.): Integriertes Wasserressourcen-Management (IWRM). Ein Kon- zept in die Praxis überführen, Baden-Baden 2005.

[52] Vgl. Mike Muller: How IWRM will contribute to achieving the MDGs, o. O. 2006, [Policy Brief 4], in: http://www.gwpforum.org/gwp/library/Policy_brief_4_MDGs.pdf (13. November 2007).

[53] Die GWP ist eine internationale zwischenstaatliche Organisation, die sich als übergreifendes Netz- werk versteht, das ein umweltverträgliches nachhaltiges Management der Ressource Wasser zu Guns- ten der menschlichen Entwicklung fördert. Vgl. Global Water Partnership: About us, in: http://www.gwpforum.org/servlet/PSP?chStartupName=_about (13. November 2007).

[54] Vgl. Tony Allan: IWRM/IWRAM: A new sanctioned discourse?, London 2003, in: http://www.soas.ac.uk/waterissuesfiles/occasionalpapers/OCC50.pdf (16. Oktober 2007).

[55] Vgl. International Journal of Water Resources Development: Special Thematic Issue: Selected Global Water Issues, Jg. 21 (2005) 2.

[56] Vgl. Entwicklung und Zusammenarbeit: Wasser für jeden, Jg. 47 (2006) 3, in: http://www.inwent.org/E+Z/content/archiv-ger/03-2006/index.html (18. November 2007).

[57] Vgl. Aus Politik und Zeitgeschichte: Afrika, o. Jg. (2006) 32-33, in: http://www.bpb.de/files/UIHE7W.pdf (13. November 2007) und Vgl. Aus Politik und Zeitgeschichte: Wasser, o. Jg. (2006) 25, in: http://www.bpb.de/files/279LAV.pdf (13. November 2007).

[58] Vgl. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Aktionsprogramm 2015. Armut bekämpfen. Gemeinsam handeln. Der Beitrag der Bundesregierung zur weltweiten Hal- bierung extremer Armut, 2. Aufl., Bonn 2003, [BMZ Materialien 106], in: http://www.bmz.de/de/service/infothek/fach/materialien/ap2015_kurz.pdf (10. Oktober 2007).

[59] Vgl. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Sektorkonzept Was- ser, Bonn/Berlin 2006, [BMZ Konzepte 143], in: http://bmz.de/de/service/infothek/fach/konzepte/Konzepte143.pdf (20. Oktober 2007).

[60] Vgl. Lena Horlemann/Susanne Neubert: Empfehlungen zur zukünftigen strategischen Orientierung der deutschen EZ im Wasser- und Bewässerungssektor: Schlussgutachten im Rahmen des Forschungs- projekts des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ): "Was- ser und Armut: Schlussfolgerungen für die Umsetzung des Aktionsprogramms 2015 und das Erreichen der Millennium Development Goals (MDG)", Bonn 2005, [DIE Discussion Paper 4/2005], in: http://www.die- gdi.de/die_homepage.nsf/6f3fa777ba64bd9ec12569cb00547f1b/ec343b8b532dab1cc1256f81003064be /$FILE/Neub-Horlem-DP4.2005Internetfassung.pdf (20. Oktober 2007).

[61] Vgl. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Partner für ein star- kes Afrika. Zusammenarbeit im Bereich Wasser, Bonn/Berlin 2007, [BMZ Materialien 162], in: http://bmz.de/de/service/infothek/fach/materialien/Materialie162.pdf (16. Oktober 2007).

[62] Vgl. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Länder und Regio- nen. Regionen. Afrika südlich der Sahara, in: http://bmz.de/de/laender/regionen/subsahara/index.html (20. Dezember 2007).

[63] Auf telefonische Anfrage wurde das Länderkonzept Burkina Faso zur Verfügung gestellt. Das Papier wird zurzeit überarbeitet und es kann daher nur auf die Informationen von 2005 zurückgegriffen wer- den. Vgl. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Länderkonzept Burkina Faso, Bonn 2005, [internes Dokument, siehe Anlagen].

[64] Vgl. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Chapeau-Papier zur gemeinsamen Geberstrategie Sambia (Joint Assistance Strategy for Zambia, JASZ), Bonn 2007, [inter- nes Dokument, siehe Anlagen].

[65] Vgl. The Donor Committee for Enterprise Development: Zambia Joint Assistance Strategy 2007- 2010 (JASZ), o. O. 2007, in: http://www.enterprise-development.org/resources/download.asp?id=506 (27. Februar 2008).

[66] Die angewendete Armutsdefinition orientiert sich an der einkommensbezogenen Definition der Weltbank. In der Literatur kritisieren zahlreiche Autoren die Verwendung dieser auf extreme Armut bezogenen Definition auf Grund ihrer eingeschränkten Perspektive. Vgl. Wolfgang Sachs: Die Millen- nium-Entwicklungsziele – (k)ein Entwicklungsparadigma?, in: Katina Kuhn/Marco Rieckmann (Hrsg.): Wi(e)der die Armut? Positionen zu den Millenniumszielen der Vereinten Nationen, Frankfurt a. M. 2006, S. 69f.

[67] Vgl. Shaohua Chen/Martin Ravallion/Prem Sangraula: New Evidence on the Urbanization of Global Poverty, Washington D.C. 2007, [World Bank Policy Research Working Paper 4199], S. 38, in: http://www- wds.worldbank.org/servlet/WDSContentServer/WDSP/IB/2007/08/27/000158349_20070827111606/R endered/PDF/wps419901update1.pdf (27. Dezember 2007).

[68] Vgl. ebd.

[69] Vgl. United Nations Millennium Project: Investing in Development, S. 260.

[70] Vgl. die Water Poverty World Map unter Abbildung 5.

[71] Vgl. United Nations Development Programme: Human Development Report 2006, S. 48-54.

[72] Auf Grund des sehr niedrigen Versorgungsgrades im Sanitärbereich sind nicht nur die ärmsten, son- dern auch die einkommensstärkeren Bevölkerungsteile von einem Defizit im Sanitärbereich betroffen.

[73] United Nations Development Programme: Human Development Report 2006, S. 49.

[74] Vgl. Veronika Fuest/Wolfram Laube: Konzept einer armutsorientierten Entwicklungszusammenar- beit im Wassersektor. Teilgutachten 1 im Rahmen des Forschungsprojekts des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ): Wasser und Armut: Schlussfolgerungen für die Umsetzung des Aktionsprogramms 2015 und das Erreichen der Millenium Development Goals (MDG), Bonn 2004, S. 11, in: http://www.die- gdi.de/die_homepage.nsf/6f3fa777ba64bd9ec12569cb00547f1b/7fff02380449e81fc1256e14003340ef/ $FILE/Fuest + Laube - Konzept einer armutsorientierten EZ im Wassersektor BERICHT.pdf (28. No- vember 2007).

[75] Vgl. Food and Agriculture Organization of the United Nations: The State of Food Insecurity 2006. Eradicating world hunger – tacking stock ten years after the World Food Summit, Rom 2006, S. 8, in: ftp://ftp.fao.org/docrep/fao/009/a0750e/a0750e00.pdf (29. November 2007).

[76] Vgl. ebd., S. 9.

[77] Vgl. United Nations: Millennium Development Goals Report 2007, S. 7.

[78] Vgl. Médecins sans Frontières: Food is not enough. Without essential nutrients millions of children will die, Geneva 2007, S. 4, in: https://www.aerzte-ohne- grenzen.de/obj/_scripts/msf_download_pdf.php?id=3616&filename=2007-10-Hintergrundpapier- Ernaehrung.pdf (2. Januar 2008).

[79] Vgl. unter Abbildung 6.

[80] Vgl. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Zwölfter Bericht zur Entwicklungspolitik der Bundesregierung, Bonn 2005, [BMZ Materialien 131], S. X, in: http://www.bmz.de/de/service/infothek/fach/materialien/entwicklpol_bericht.pdf (2. Januar 2008).

[81] Vgl. International Fund for Agricultural Development: Rural Poverty in Africa, in: http://www.ruralpovertyportal.org/english/regions/africa/index.htm (27. Dezember 2007).

[82] Vgl. John Soussan: Water and Poverty. Fighting poverty through Water management, Kyoto 2004, S. 7, in: http://www.adb.org/Documents/Books/Water_for_All_Series/Water_and_poverty/Water_01.pdf (28. November 2007).

[83] Vgl. Wolfgang Sachs et al.: Fair Future. Ein Report des Wuppertaler Instituts. Begrenzte Ressourcen und globale Gerechtigkeit, Bonn 2005, [Schriftenreihe der Bundeszentrale für Politische Bildung Band 553], S. 110.

[84] Vgl. Mark Rosegrant et al.: The Role of Rainfed Agriculture in the Future of Global Food Produc- tion, Washington 2002, [EPDT Discussion Paper No. 90], S. 2, in: http://www.ifpri.org/divs/eptd/dp/papers/eptdp90.pdf (28. November 2007).

[85] Vgl. Susanne Neubert: Wasser und Ernährungssicherheit. Problemlagen und Reformoptionen, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, o. Jg. (2001) 48-49, S. 13, in: http://www.bpb.de/files/PVXKIK.pdf (28. November 2007).

[86] Vgl. Mark Rosegrant et al.: The Role of Rainfed Agriculture, S. ii.

[87] Vgl. Karen Frenken: Irrigation in Africa in figures. Aquastat Survey – 2005, Rome 2005, [FAO Wa- ter Reports], S. 25, in: ftp://ftp.fao.org/agl/aglw/docs/wr29_eng.pdf (29. November 2007).

[88] Vgl. Commission for Africa: Our common interest. Report of the Commission for Africa, o. O. 2005, S. 49f, in: http://www.commissionforafrica.org/english/report/thereport/english/11-03-05_cr_report.pdf (29. November 2007).

[89] Vgl. dazu ausführlicher Prabhu Pingali/Terri Raney: From the Green Revolution to the Gene Revolu- tion: How will the Poor fare?, Rom 2005, [ESA Working Paper 05-09], S. 2-6, in: ftp://ftp.fao.org/docrep/fao/008/af276e/af276e00.pdf (28. November 2007).

[90] Vgl. David Molden/Frank R. Rijsberman: Balancing water uses: water for food and water for nature. Thematic Background Paper, Bonn 2001, S. 1, in: http://www.water- 2001.de/co_doc/Water_for_food.pdf (29. November 2007).

[91] Vgl. Joseph Almaco/Thomas Henrichs/Thomas Rösch: World Water in 2025. Global modeling and scenario analysis for the World Commission on Water for the 21st Century, Kassel 2000, [Kassel World Water Series. Report 2], S. 33ff, in: http://www.usf.uni- kassel.de/usf/archiv/dokumente/kwws/kwws.2.pdf (26. November 2007).

[92] Vgl. Ximing Cai/Sarah A. Cline/Mark W. Rosegrant: Global Water Outlook to 2025. Averting an Impending Crisis, Colombo und Washington D.C. 2002, S. 5, in: http://www.ifpri.org/pubs/fpr/fprwater2025.pdf (28. November 2007).

[93] Vgl. Susanne Neubert: Wasser und Ernährungssicherheit, S. 14.

[94] Vgl. Frank Kürschner-Pelkmann: Wasser – Grundlagen, Zahlen, Fakten, Stuttgart 2003, [Hinter- grund-Materialien 12], S. 5, in: http://www.menschen-recht-wasser.de/downloads/12_grundlagen- zahlen-fakten.pdf (28. November 2007).

[95] Vgl. dazu ausführlicher Sarah Carriger: Improving water productivity: How Do We Get More Crop from Every Drop?, Stockholm 2007, [Water Policy Briefing 8], in: http://www.iwmi.cgiar.org/Publications/Water_Policy_Briefs/PDF/wpb08.pdf (28. November 2007).

[96] Das Konzept des virtuellen Wasserhandels ist ein alternativer handelspolitischer Lösungsansatz zur Bewältigung der globalen Wasserkrise. Dem Konzept liegt die Idee zu Grunde, dass wasserarme Län- der ihren Bedarf an Nahrungsmitteln durch Importe aus wasserreichen Ländern decken. Ziel ist es, die dadurch gesparten Wasserressourcen in andere produktivere Bereiche umzuverlagern. Vgl. dazu aus- führlicher Lena Horlemann/Susanne Neubert: Virtueller Wasserhandel – Ein realistisches Konzept zur Lösung der Wasserkrise?, Bonn 2006, [DIE Studies 22], in: http://www.die- gdi.de/die_homepage.nsf/6f3fa777ba64bd9ec12569cb00547f1b/81c64bcd2814f575c12570fb002cc37c/ $FILE/Internetfassung Studie 22 Horlemann.Neubert.pdf (18. November 2007) oder Vgl. Toni Allan: ‘Virtual water’: a long term solution for water short Middle Eastern economies?, Leeds 1997, in: http://www.oranim.ac.il/courses/meast/water/OCC03.PDF (18. November 2007).

[97] Vgl. Mark Rosegrant et al.: The Role of Rainfed Agriculture, S. 6.

[98] Der Wasserbedarf der natürlichen Ökosysteme und die Auswirkungen der landwirtschaftlichen Ü- bernutzung von Ökosystemen wird in Kapitel 2.4 behandelt.

[99] Empowerment meint hier die Stärkung des Einflusses der Frauen in der Familie, in der Politik und in der Gesellschaft. Allgemein beschreibt Empowerment einen Prozess, in dessen Verlauf einzelne Perso- nen und/oder gesellschaftliche Gruppen Zugang zu aktiven sozialen, wirtschaftlichen und politischen Mitwirkungs- und Gestaltungsmöglichkeiten erhalten. Vgl. Uwe Holtz: Entwicklungspolitisches Glos- sar. Stichwörter zur Entwicklungs- und Nord-Süd-Politik, S. 23, in: http://www.uni- bonn.de/%7Euholtz/virt_apparat/EP_Glossar.pdf (20. November 2007).

[100] Vgl. United Nations: Millennium Development Goals Report 2007, S. 10. Vgl. auch unter Ab- bildung 9.

[101] Vgl. Rose Atemo Lidone: Sanitation for people, in: Gender and Water Alliance (Hrsg.): The Gender and Water Development Report 2003: Gender Perspectives on Policies in the Water Sector, Leichester- shire 2003, S. 17, in: http://www.genderandwater.org/content/download/307/3228/file/GWA_Annual_Report.pdf (20. No- vember 2007).

[102] Vgl. United Nations Environment Programme: Woman and the Environment, Nairobi 2004, S. 64, in: http://www.unep.org/PDF/Women/ChapterFive.pdf (23. November 2007).

[103] Vgl. Birte Rodenberg: Gender und Armutsbekämpfung. Neuere konzeptionelle Ansätze in der Ent- wicklungszusammenarbeit, Bonn 2003, [Berichte und Gutachten 9/2003], S. 4, in: http://www.die- gdi.de/die_homepage.nsf/6f3fa777ba64bd9ec12569cb00547f1b/fa66ed1ab3b8efd6c1256ce100431e37/ $FILE/Gender&Armut (151203).pdf (23.November 2007).

[104] Eine Reduzierung der in Kapitel 2.3 thematisierten wasserinduzierten Krankheiten kann somit einen wichtigen Beitrag leisten, die durch die Krankenpflege entstehende Belastung der Frauen zu verrin- gern.

[105] Vgl. Eirah Gorre-Dale: Woman, Water and Hygiene are key to change in Africa. Services for Woman & Girls must be priority for Water and Sanitation, New York 2005, S. 1, in: http://www.worldwatercouncil.org/fileadmin/wwc/Sections_for/Journalists/Water_Media_Program/w mp_resources_press_release_14.09.05.pdf (22. November 2007).

[106] Vgl. United Nations Development Programme: Human Development Report 2006, S. 47.

[107] Mark C. Blackdon/Quentin Wodon: Gender, Time use and Poverty in Sub-Saharan Africa, Wash- ington D.C. 2006, [World Bank Working Paper No. 73], S. 17, in: http://siteresources.worldbank.org/INTAFRREGTOPGENDER/Resources/gender_time_use_pov.pdf (22. November 2007).

[108] Durch den hohen Anteil an weiblichen Arbeitskräften im Landwirtschaftsbereich sind Frauen be- sonders von den in Kapitel 2.1 thematisierten Umständen im Wassersektor betroffen. Vgl. Food and Agriculture Organization of the United Nations: Rural Woman and food security: Current situation and perspectives, [o. p., in: Kapitel 2.1: Women as food producers], in: http://www.fao.org/docrep/003/W8376E/w8376e02.htm#2.1%20women%20as%20food%20producers (1. Dezember 2007).

[109] Vgl. United Nations: Millennium Development Goals Report 2007, S. 11.

[110] Vgl. Sandra Haskamp: Neue Tendenzen in der Entwicklungspolitik. Idee und Grundlagen der deut- schen Entwicklungszusammenarbeit, Oldenburg 2002, [Edition Neuer Diskurs Band 6], S. 134f.

[111] Auch im politischen Leben nehmen Frauen nach wie vor eine kleine Rolle ein. Der Anteil der Frau- en in politischen Vertretungen weltweit und in Subsahara-Afrika liegt bei nur 17%. Vgl. United Na- tions: Millennium Development Goals Report 2007, S. 13.

[112] Vgl. Birte Rodenberg: Gender und Armutsbekämpfung, S. IV.

[113] Vgl. Brian Appleton/Ian Smout: Executive Summary, in: Gender and Water Alliance (Hrsg.): The Gender and Water Development Report 2003: Gender Perspectives on Policies in the Water Sector, Leichestershire 2003, S. xv, in: http://www.genderandwater.org/content/download/307/3228/file/GWA_Annual_Report.pdf (20. No- vember 2007).

[114] Carol Boender/Anju Malhotra/Sidney Ruth Schuler: Measuring Women's Empowerment as a Vari- able in International Development, Washington D.C. 2002, S. 33, in: http://www.letkidslead.org/LeadershipandDemocracy/upload/MeasuringWomen.pdf (22. November 2007).

[115] Das Konzept des Gender Mainstreaming ist eine Vorgabe bei der Umsetzung von Vorhaben der EZ zur Beachtung des geschlechterspezifischen Ansatzes in allen Politikfeldern, Planungs- und Entscheidungsprozessen. Vgl. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Ent- wicklung: Konzept für die Förderung der gleichberechtigten Beteiligung von Frauen und Männern am Entwicklungsprozess. Gleichberechtigungskonzept, 2. überarbeitete Fassung, Bonn 2001, [BMZ Kon- zepte 111], S. 5, in: http://www.bmz.de/de/service/infothek/fach/konzepte/konzept111.pdf (22. No- vember 2007).

[116] Vgl. World Health Organization: Water, Sanitation and Hygiene Links to Health. Facts and Figures, o. O. 2004, [o. p., in Abschnitt: Diarrhoea], in: http://www.who.int/water_sanitation_health/factsfigures2005.pdf (10. Dezember 2007).

[117] Vgl. World Health Organization: The World Health Report 2005: make every mother and child count, Genf 2005, S. 1, in: http://www.who.int/whr/2005/whr2005_en.pdf (10. Dezember 2007).

[118] Vgl. United Nations Development Programme: Human Development Report 2006, S. 45.

[119] Vgl. United Nations: Millennium Development Goals Report 2007, S. 15.

[120] Vgl. Ricardo Fuentes/Tobias Pfütze/Papa Seck: A Logistic Analysis of Diarrhea Incidence and Ac- cess to Water and Sanitation, o. O. 2006, S. 9f, in: http://hdr.undp.org/en/reports/global/hdr2006/papers/fuentes et al b.pdf (10. Dezember 2007).

[121] Vgl. ebd., S. 11.

[122] United Nations Development Programme: Human Development Report 2006, S. 44.

[123] Vgl. World Health Organization: Water, Sanitation and Hygiene Links to Health.

[124] Die Trachoma-Erkrankung ist eine Infektionskrankheit der Augen die erst nach mehreren Jahren zu Erblindung führt. Weltweit sind ca. 150 Mio. Menschen wegen der Erkrankung in Behandlung. Vgl. World Health Organization: Water-related Diseases. Trachoma, in: http://www.who.int/water_sanitation_health/diseases/trachoma/en/ (13. Dezember 2007).

[125] Auf die Schistosomiasis-Erkrankung wird in diesem Kapitel später noch detaillierter eingegangen.

[126] Vgl. United Nations Development Programme: Human Development Report 2006, S. 46.

[127] Vgl. World Health Organization Regional Offices for Africa and Eastern Mediterranean: The Africa Malaria Report 2006, o. O. 2006, S. 6, in: http://www.afro.who.int/malaria/publications/annual_reports/africa_malaria_report_2006.pdf (12. Dezember 2007).

[128] Vgl. ebd., S.7-9.

[129] Vgl. dazu ausführlicher Felix P. Amarasinghe et al.: Small Irrigation Tanks as a Source of Malaria Mosquito Vectors: A Study in North-Central Sri Lanka, Colombo 2001, [IWMI Research Report 57], in: http://www.iwmi.cgiar.org/Publications/IWMI_Research_Reports/PDF/pub057/Report57.pdf (11. Dezember 2007).

[130] Vgl. dazu ausführlicher Jonathan Lautze/Matthew McCartney/Dereje Olana: The impact of an Ethiopian Reservoir on malaria, o. O. o. J., in: http://www.cpnile.net/Africa -figures_1_.pdf (11. De- zember 2007).

[131] Unter Prävalenz wird die absolute Zahl an Krankheitsfällen in einer Population verstanden, die die neu erworbenen und die länger bestehenden Krankheiten zusammenfasst. Vgl. Stefan Kaufmann: Wächst die Seuchengefahr? Globale Epidemien und Armut: Strategien zur Seucheneindämmung in einer vernetzten Welt, Frankfurt 2008, [Schriftenreihe des Forums für globale Verantwortung], S. 346.

[132] Vgl. Jennifer Keiser et al.: Effect of Irrigation and large Dams on the Burden of Malaria on a Global and Regional Scale, in: The American Journal of Tropical Medecine and Hygiene, Jg. 72 (2005) 4, S. 392, in: http://www.ajtmh.org/cgi/reprint/72/4/392 (12. Dezember 2007).

[133] Vgl. ebd.

[134] United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization: Water: a shared responsibility, S. 215.

[135] Da ein Impfstoff gegen Malaria erst in einigen Jahrzehnten zur Verfügung stehen wird, ist die Verbreitung von mit Permethrin behandelten Moskitonetzen eine der wirksamsten Strategien zur Mala- riaprävention. Eine medikamentöse Prophylaxe macht für die Bevölkerung in Endemiegebieten wenig Sinn, da dadurch die Resistenz der Anopheles-Mücken gegenüber den Medikamenten steigt. Jedoch kann durch die vorsorgliche Behandlung von Schwangeren (Intermittent Preventive Treatment) die Gesundheit der Mütter und der Kinder deutlich verbessert werden. Vgl. Médecins Sans Frontières: Medizin. Malaria, in: http://www.aerzte-ohne-grenzen.de/Medizin/Malaria.php (2. Januar 2008).

[136] Vgl. Jennifer Keiser et al.: Effect of Irrigation and large Dams, S. 392.

[137] Vgl. Marieke J. van der Werf et al.: Quantification of clinical morbidity associated with schistosome infection in sub-Saharan Africa, in: Acta Tropica, o. Jg. (2003) 86, S. 125f.

[138] Im Senegal gab es vor dem Bau des Diama Damms 1986 nahe zu keine Verbreitung der Krankheit. Drei Jahre später waren 72% der Bevölkerung in der Umgebung des Staudamms mit dem Erreger infi- ziert. Vgl. Scott Grosse: Schistosomiasis and water resources development: a re-evaluation of an im- portant environment-health linkage, Michigan 1993, [Technical Working Paper No. 2], [o. p., in Ab- schnitt: Large Dams and Reservois], in: http://ageconsearch.umn.edu/bitstream/123456789/24413/1/twp2.pdf (9. Dezember 2007).

[139] Vgl. World Health Organization: Water-related Diseases. Schistosomiasis, in: http://www.who.int/water_sanitation_health/diseases/schisto/en/ (13. Dezember 2007).

[140] Vgl. Eline Boelee/Henry Madsen: Irrigation and Schistosomiasis in Africa: Ecological Aspects, Colombo 2006, [IWMI Research Report 99], S. v, in: http://www.iwmi.cgiar.org/Publications/IWMI_Research_Reports/PDF/Pub099/RR99.pdf (13. Dezember 2007).

[141] Vgl. World Health Organization: Water, Sanitation and Hygiene Links to Health, [o. p., in Ab- schnitt: Schistosomiasis].

[142] Vgl. dazu ausführlicher Eline Boelee/Henry Madsen: Irrigation and Schistosomiasis in Africa, S. 19-25.

[143] Vgl. Jürg Utzinger et al.: Sustainable schistosomiasis control –the way forward, in: The Lancet, o. Jg. (2003) 362, S. 1932, in: http://download.thelancet.com/pdfs/journals/0140- 6736/PIIS0140673603149689.pdf (13. Dezember 2007).

[144] Vgl. die Entwicklung der Kinder- und Müttersterblichkeitsraten unter Abbildung 10.

[145] Vgl. United Nations: Africa and the Millennium Development Goals 2007 Update, S. 2.

[146] Vgl. United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization: Water: a shared responsibil- ity, S. 206f.

[147] Vgl. United Nations Development Programme: Human Development Report 2006, S. 43.

[148] Vgl. ebd., S. 58.

[149] Vgl. Klaus Wardenbach: Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit im 21. Jahrhundert. Der World Summit in Johannesburg, in: Utopie kreativ, o. Jg. (2003) 153/154, S. 668, in: http://www.rosaluxemburgstiftung.de/cms/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Utopie_kreativ/153- 4/153_154_wardenbach.pdf (13. Dezember 2007).

[150] Vgl. Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GmbH: Umwelt, Infrastruktur und die Millenniums-Entwicklungsziele. Beitrag der deutschen Technischen Zusammenarbeit, Eschborn 2005, S. 20, in: http://www.gtz.de/de/dokumente/mdg-umwelt-und.infrastruktur.pdf (20. November 2007).

[151] Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen: Welt im Wandel: Armutsbekämpfung durch Umweltpolitik, S. 3.

[152] Vgl. Franz Nuscheler: Umwelt und transnationale Risken: Trends und Perspektiven, in: Tobias De- biel/Dirk Messner/Franz Nuscheler (Hrsg.): Globale Trends 2007. Frieden, Entwicklung, Umwelt, Frankfurt a. M. 2006, S. 325f.

[153] Der Begriff Umweltflüchtling wurde 1985 von dem Wissenschaftler Essam El-Hinnawi geprägt, der unter Umweltflüchtlingen diejenigen Menschen versteht, die gezwungen sind, ihren traditionellen Le- bensraum zeitweise oder dauerhaft zu verlassen, weil deutliche Störungen der Umwelt entstanden sind, die ihre Existenz gefährden oder die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Frank Biermann weist darauf hin, dass viele unterschiedliche Begriffsdefinitionen in der Literatur vorhanden sind und eine eindeuti- ge Begriffsbestimmung deshalb nicht möglich ist. Biermann führt jedoch zur theoretischen Abgren- zungen des Begriffs vier Ursachen für Umweltflucht an: Deposition (Umweltverschmutzung), Degra- dation (lokale Umweltzerstörung), Desaster (Naturkatastrophen) und Destabilisierung (durch Umwelt- zerstörung auseinanderfallende soziale Netze). Vgl. dazu ausführlicher Frank Biermann: Umwelt- flüchtlinge. Ursachen und Lösungsansätze, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, o. Jg. (2001) 12, S. 24- 29, in: http://www.bpb.de/files/H7BDUB.pdf (2. Januar 2008).

[154] Vgl. Norman Meyers: Environmental Refugees: An emergent security issue, Prag 2005, [EF.NGO/4/05], [o. p., in Abschnitt: Introduction], in: http://www.osce.org/documents/eea/2005/05/14488_en.pdf (2. Januar 2008).

[155] Bodendegradationen sind dauerhafte oder irreversible Veränderungen der Strukturen und Funktio- nen von Böden, die durch physikalische und chemische oder biotische Belastungen durch den Men- schen entstehen und die Belastbarkeit der jeweiligen Systeme überschreiten. Vgl. Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen: Welt im Wandel: Die Gefährdung der Böden. Jahresgutachten 1994, Bonn 1994, S. 254, in: http://www.wbgu.de/wbgu_jg1994.pdf (2. Januar 2008).

[156] Vgl. Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen: Welt im Wan- del: Armutsbekämpfung durch Umweltpolitik, S. 62.

[157] Vgl. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Umwelt – Entwick- lung – Nachhaltigkeit. Entwicklungspolitik und Ökologie, Bonn 2002, S. 42, in: http://www.bmz.de/de/service/infothek/buerger/themen/Oeko.pdf (2. Januar 2008).

[158] Vgl. Franz Nuscheler: Entwicklungspolitik, 5. Aufl., Bonn 2005, [Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung Band 488], S. 390f.

[159] Vgl. dazu ausführlicher Food and Agriculture Organisation of the United Nations: Global forest Resources Assesment 2005. Progress towards sustainable forest management, Rom 2006, [FAO For- estry Paper 147], S. 95-106, in: ftp://ftp.fao.org/docrep/fao/008/A0400E/A0400E00.pdf (2. Januar 2008).

[160] Vgl. dazu ausführlicher Food and Agriculture Organisation of the United Nations: State of the World's Forests 2007, Rom 2007, S. 4-13, in: ftp://ftp.fao.org/docrep/fao/009/a0773e/a0773e.zip (2. Januar 2008).

[161] Gemäß der 1992 verabschiedeten Convention on Biological Diversity der UN bezieht sich der Beg- riff Biodiversität auf die gesamte Vielfalt des Lebens auf der Erde – darunter fallen Ökosysteme, Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen, einschließlich der Unterschiedlichkeit der Gene von Individuen und Populationen. Vgl. United Nations: Convention on biological diversity (with annexes), Rio de Ja- neiro 1992, in: http://www.cbd.int/doc/legal/cbd-un-en.pdf (31. Dezember 2007). Die Biodiversität hat einen erheblichen Einfluss auf die Ernährungssicherheit, den Gesundheitssektor, ist Einkommens- grundlage für die Armen, reduziert die geophysikalische Vulnerabilität und erhöht den Nutzen der Ö- kosysteme. Vgl. dazu ausführlicher Izabella Koziell/Charles I. Mc Neill: Building on Hidden Opportu- nities to Achieve the Millennium Development Goals: Poverty Reduction through Conservation and Sustainable Use of Biodiversity, New York 2002, in: http://www.undp.org/equatorinitiative/documents/pdf/poverty_reduction.pdf (31. Dezember 2007).

[162] Vgl. United Nations: Millennium Development Goals Report 2007, S. 22.

[163] Wasserkreislauf-Anhang

[164] Vgl. Malin Falkenmark/Victor Galaz: Agriculture, Water and Ecosystems, o. O. 2007, [SWH Policy Brief Nr. 6], S. 3, in: http://www.siwi.org/downloads/Reports/Policy Brief - Agriculture Water and Ecosystems.pdf (2. Januar 2008).

[165] Malin Falkenmark: Less ignorant towards the future, in: Ders. et al. (Hrsg.): Water. A reflection of landuse. Options for counteracting land and water mismanagement, Stockholm 1999, S. 118, in: http://www.siwi.org/downloads/waterlanduse.pdf (2. Januar 2008).

[166] Vgl. Annabelle Houdret/Dennis Tänzler: Umweltwandel und Konflikte, in: Tobias Debiel/Dirk Messner/Franz Nuscheler (Hrsg.): Globale Trends 2007. Frieden, Entwicklung, Umwelt, Frankfurt a. M. 2006, S. 362.

[167] Umweltflucht kann zu Spannungen zwischen ethnischen Gruppen führen, die in gewaltsamen Kon- flikten eskalieren. Weitere Folgen sind politische und infrastrukturelle Instabilität sowie ein Anstieg der Kriminalitätsrate. Vgl. dazu ausführlicher Michelle Leighton: Desertification + Migration = Conflict?, in: Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GmbH (Hrsg.): Desertification: a security threat? – Analysis of risks and challenges. A conference on the occasion of the World Day to Combat Desertification 2007, Berlin 2007, [Specialists Conference Report], S. 21-25, in: http://www.gtz.de/de/dokumente/en-desertification-a-security-threat-2007.pdf (2. Januar 2008).

[168] Vgl. United Nations Population Fund: The State of World Population 2007. Unleashing the Poten- tial of Urban Growth, New York 2007, S. 16, in: http://www.unfpa.org/upload/lib_pub_file/695_filename_sowp2007_eng.pdf (2. Januar 2008).

[169] Die UN definiert Slums als ein Gebiet mit folgenden Charakteristiken: Unzureichender Zugang zu einer Basisversorgung mit Trinkwasser, Sanitäranlagen und anderer Infrastruktur, schlechte Wohnbe- dingungen, Überbevölkerung und unsicherer Wohnstatus. Vgl. United Nations Human Settlements Programme: The Challenge of Slums. Global Report on Human Settlements 2003, London und Sterling 2003, S. 12, in: http://www.unhabitat.org/pmss/getElectronicVersion.asp?nr=1156&alt=1 (31. Dezem- ber 2007).

[170] Vgl. ebd. S. 17.

[171] Vgl. Wolfram Mauser: Wie lange reicht die Ressource Wasser? Vom Umgang mit dem blauen Gold, Frankfurt a. M. 2007, S. 143.

[172] Vgl. United Nations Population Fund: The State of World Population 2007, S. 6.

[173] Ecosan ist ein Ökosystemansatz, der auf der stoffstromorientierten Kreislaufwirtschaft von Wasser, Nährstoffen, organischen Stoffen und Spurenelementen beruht. Im Idealfall ermöglichen Ecosan- Systeme eine vollständige Rückgewinnung aller in häuslichen Abwässern enthaltenden Nährstoffe und Spurenelemente für andere Wassernutzer. Vgl. dazu ausführlicher Christine Werner et al.: Ecological Sanitation: Seine konzeptionelle Bedeutung für IWRM und seine Umsetzung in die Praxis, in: Susanne Neubert et al. (Hrsg.): Integriertes Wasserressourcen-Management (IWRM). Ein Konzept in die Praxis überführen, Baden-Baden 2005, S. 283-301.

[174] Integriertes Wasserressourcenmanagement (IWRM) ist ein flexibler, prozessorientierter und ganz- heitlicher Ansatz zur optimalen Entwicklung von Wasser, Land und der damit in Beziehung stehenden Ressourcen. Vgl. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Der Was- sersektor in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, Bonn 2006, [BMZ Materialien 154], S. 10, in: http://www.bmz.de/de/service/infothek/fach/materialien/Materialie154.pdf (10. Dezember 2007).

[175] Elke Herrfahrdt/Susanne Neubert: Integriertes Wasserressourcen-Management. Ein realistisches Konzept für Entwicklungs- und Transformationsländer?, in: Dirk Messner/Imme Scholz (Hrsg.): Zu- kunftsfragen der Entwicklungspolitik, Baden-Baden 2005, S. 237.

Details

Seiten
150
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640197651
ISBN (Buch)
9783640197873
Dateigröße
9.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v117483
Institution / Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn – Philosophische Fakultät
Note
1,0
Schlagworte
Millenniums-Entwicklungsziele Wassersektor

Autor

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Titel: Die Millenniums-Entwicklungsziele und der Wassersektor