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Grundlagen guter Gesprächsführung (Gesprächsvorbereitung) mit besonderer Betrachtung von Friedemann Schulz von Thun

Hausarbeit 2008 12 Seiten

Soziologie - Kommunikation

Leseprobe

1 Einleitung

2 Die Gesprächsvorbereitung
2.1 Die Selbstklärung
2.1.1 Sachebene
2.1.2 Appellebene
2.1.3 Beziehungsebene
2.1.4 Selbstoffenbarungsebene
2.2 Die Rahmenklärung
2.3 Die Verabredung zum Gespräch

3 Zusammenfassung

4 Anhang – Das Kommunikationsquadrat

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In der vorliegenden Arbeit werde ich mich mit den Grundlagen guter Gesprächsführung beschäftigen. Da es sich um eine zweigeteilte Arbeit handelt, werde ich im ersten Teil auf die Gesprächsvorbereitung eingehen und Anton Koehler wird in seinem Teil der Arbeit darauf eingehen, wie gute Gespräche ablaufen.

Die Fragestellung, die in dieser Arbeit beantwortet werden soll, ist: Wie kann man sich systematisch auf gute und konstruktive Gespräche vorbereiten?

Um diese Frage zu beantworten, gehe ich zunächst davon aus, dass die Funktion des Kommunikationsquadrats und die einhergehenden Aufschlussmöglichkeiten, die es zusätzlich bietet, bekannt sind. Friedemann Schulz von Thun schreibt, dass „ein und dieselbe Nachricht stets viele Botschaften gleichzeitig enthält. Dies ist eine Grundtatsache des Lebens, um die wir als Sender und Empfänger nicht herumkommen.“[1] Gerade in der Tatsache, dass eine Nachricht mehrere Botschaften enthält, sieht Schulz von Thun die Ursache für komplizierte und störanfällige Kommunikation[2]. Das von Schulz von Thun entwickelte Modell dient als wichtiges Grundmodell in der heutigen Kommunikationspsychologie und ist somit auch eine wichtige Grundlage guter Gesprächsführung.

Mit Hilfe des Kommunikationsquadrats werde ich zunächst vier Aspekte vorstellen, die eine Vorbereitung auf gute Gespräche erleichtern.

Da nicht nur die vier Aspekte Schulz von Thuns zur Vorbereitung wichtig sind, sondern auch Faktoren, wie die Rahmenklärung und die Verabredung zum Gespräch existenziell auf den Ausgang des Gespräches sind, werden diese in den darauf folgenden Passagen bearbeitet.

2 Die Gesprächsvorbereitung

Da das Kommunikationsquadrat (Erklärung s. Anhang) sowohl ein wichtiges Analyseinstrument, als auch eine Basis zur Strukturierung von zwischenmenschlicher Kommunikation darstellt, kann man es auch zur Vorbereitung auf Gespräche benutzen. Solche Vorbereitungen sind sicherlich nicht für kurze Gespräche gedacht, sondern für jene, in denen Grundsatzfragen besprochen und Ziele definiert werden sollen.

So spielt die Vorbereitung auf ein Gespräch eine zentrale Rolle für gute Gesprächsführung. In einem guten Gespräch soll das „Eigentliche“ zum Thema werden. So soll kein Harmoniegespräch stattfinden, das sich „schön anfühlt“ oder in dem Unangenehmes nur angedeutet wird, sondern es soll genau das besprochen werden, was den Gesprächsteilnehmern auf den Herzen liegt. Dabei sollen die Sachinhalte und persönlichen Meinungen deutlich werden, aber die Beziehung der beiden zueinander soll keinen Schaden nehmen. Im Gegenteil: Es besteht die Chance, dass sich diese durch uneingeschränkten Meinungsaustausch verbessert, da am Ende klar ist, was zu tun ist[3].

In den meisten Unternehmen wird dem Führen von Gesprächen, so wie deren Vorbereitung, wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Dies ist gerade in Unternehmen der Fall, in denen die Meinung herrscht, dass Gespräche Zeit kosten. Dass sie aber auch gleichzeitig Zeit sparen, sieht Schulz von Thun darin begründet, dass Gespräche „zu Verhaltensänderungen führen, Beziehungen stabilisieren, Mitarbeiter motivieren und Arbeitsziele klar definieren helfen“[4]. Er geht sogar so weit, zu behaupten, dass die Faustregel gilt: „Was der Gesprächsführer nicht leistet, muss der Krisenmanager hinterher doppelt und dreifach ausbügeln“4.

Nach Karl Benien besitzen Gespräche bestimmte einheitliche Charakteristika und ähnliche Verlaufsstrukturen. Diese Tatsache ermöglicht es erst, eine differenzierte Gesprächsvorbereitung, auf Grundlage einer systematischen Grundorientierung und unter Berücksichtigung von situativen Gesprächseinflüssen, vorzunehmen. Nach Bienen gibt es fünf Phasen in einem Gespräch: Anfangsphase, Informationsphase, Argumentationsphase, Beschlussphase und Abschlussphase. Da bei jedem Gespräch der Verlauf, der Anlass, das Thema und die Situation unterschiedlich sind, wird der Vorbereitung auf ein Gespräch hohe Bedeutung beigemessen[5].

2.1 Die Selbstklärung

Ausgehend davon, dass ein Gesprächsbedarf vorhanden ist, muss man sich fragen, worin die Motivation des Gespräches liegt: Will ich überhaupt ein Gespräch führen? Wo sehe ich Probleme? Sehe möglicherweise nur ich die Probleme? Um die dritte Frage zu beantworten, kann auch der Rat von Freunden oder Mitarbeitern eingeholt werden.

Gerade bei wichtigen oder heiklen Gesprächen ist die Vorbereitung besonders wichtig und kann somit zum Gelingen des Gesprächs beitragen. Für die Selbstklärung ist das Kommunikationsquadrat ein hilfreiches Instrument, da es alle vier wichtigen Ebenen im Gespräch beachtet. Dabei ist ein besonderer Vorteil, dass das Kommunikationsquadrat bei der Strukturierung und Ordnung der eigenen Gedanken hilft.

Bei der Selbstklärung muss zunächst die innere Klarheit hergestellt werden. Das bedeutet, dass man in der Vorbereitung des Gesprächs herausfinden muss, welche Themen im Zentrum stehen sollen und welche Hindernisse und Schwierigkeiten zu erwarten sind[6].

[...]


[1] Schulz von Thun, Friedemann (1981), S.26

[2] vgl. Schulz von Thun, Friedemann (1981), S.26

[3] vgl. Schulz von Thun, Friedemann (2000), S.107 f.

[4] Schulz von Thun, Friedemann (2000), S.108

[5] vgl. Benien, Karl (2003), S.46 ff.

[6] vgl. Schulz von Thun, Friedemann (2000), S.110

Details

Seiten
12
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640196029
Dateigröße
445 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v117450
Institution / Hochschule
Fachhochschule der Wirtschaft Bergisch Gladbach
Note
1,0
Schlagworte
Grundlagen Gesprächsführung Betrachtung Friedemann Schulz Thun Soziale Kompetenzen

Autor

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