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Unterrichtsstunde: Unser Umgang mit der Schöpfung – Gottes Auftrag an uns

Unterrichtsentwurf 2007 21 Seiten

Didaktik - Theologie, Religionspädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Bedingungsanalyse
1.1 Schulsituation
1.2 Situation der Lerngruppe

2 Begründung des Themas
2.1 Lernbereichsplanung
2.2 Sachanalyse

3 Didaktische Analyse
3.1 Richtziele – Jahrgangsstufe 5
3.2 Grobziele der Unterrichtseinheit
3.3 Teilziele der einzelnen Stunden
3.4 Feinziele der Unterrichtsstunde

4 Problemorientierung
4.1 Lernvoraussetzungen der Schüler im Bezug zum Thema
4.2 Entwicklungspsychologische Voraussetzungen
4.3 Methodisches Vorgehen
4.3.1 Motivation und Zielorientierung
4.3.2 Erarbeitung
4.3.3 Transfer
4.3.4 Vertiefung
4.3.5 Ergebnissicherung

5 Unterrichtsverlauf

6 Literaturverzeichnis

Anhang

M1 Text „Karl der Käfer“

M2 Text Laufdiktat

M3 Tafelbild

1 Bedingungsanalyse

1.1 Schulsituation

Der Religionsunterricht findet von der Klasse 5-7 zweistündig und von der Klassenstufe 8-10 einstündig statt. Bei der 5. Klasse handelt es sich um die 6. und 7. Stunde. Aufgrund der ungünstigen Busverbindung müssen einige Schüler den Unterricht ca. 5 Minuten eher verlassen.

Das „Religionszimmer“ ist relativ klein. Dies ist jedoch von Vorteil, da die Religionsgruppen nicht sehr groß sind. Die räumliche Situation lässt die Verwendung der gängigsten Sozialformen und Unterrichtsmethoden zu, so ist der Raum z.B. groß genug, um Arbeiten in Kleingruppen zu ermöglichen, ohne dass diese sich gegenseitig stören.

Negativ ist jedoch die Anordnung der Tische. So ist die Aufteilung der Schüler sehr auseinander gezogen, sodass man Schwierigkeiten hat immer alle Schüler im Blick zu haben. Aufgrund der niedrigen Schülerzahl sind zahlreiche Bänke und Stühle unbesetzt, die zu offeneren Arbeitsformen genutzt werden können. So können Tische bzw. Sitzkreise bereits vor der Stunde arrangiert werden, ohne den Schülern ihren „Platz“ wegzunehmen. Außerdem befindet sich ein Waschbecken im Zimmer, sodass auch kreative Arbeiten durchgeführt werden, können ohne das Zimmer zu verlassen. Weiterhin sind verschiedene Medien, wie Tafel, Overheadprojektor, Rekorder etc. vorhanden. Die großen Wandflächen bieten sich außerdem für kreative Arbeiten von Schülern an.

1.2 Situation der Lerngruppe

Die Religionsgruppe der Jahrgangsstufe 5 unterrichte ich seit Beginn des Schuljahres. Die Lerngruppe besteht aus acht Schülern aus den zwei Parallelklassen der 5. Jahrgangsstufe. Seit Beginn des Jahres besucht eine weitere Schülerin den Religionsunterricht, da sie erst neu hergezogen ist. Somit besteht die Lerngruppe nun aus sieben Jungen und zwei Mädchen. Die kleine Gruppe ist von Vorteil, da so die Möglichkeit besteht, auf jeden Schüler individuell einzugehen.

Der zweistündige Unterricht findet mittwochs in der 6. und 7. Stunde in der Zeit von 11.40-12.25 bzw. 12.45 bis 13.30 statt. Da es sich um die letzten beiden Stunden handelt, sind die Schüler von den vorherigen Stunden meist ausgepauert, können sich nicht mehr richtig konzentrieren und lassen sich leicht ablenken. Hinzu kommt, dass die Anforderungen seit Anfang des Schuljahres natürlich angestiegen sind. Dies wirkt sich zur Zeit sehr stark auf die Disziplin im Unterricht aus. Es ist sehr schwierig, die Schüler für den Unterricht zu motivieren. Das heißt, es gibt viele „Nebentätigkeiten“ der Schüler, die in ihrer Ganzheit einen normal ablaufenden Unterricht nicht möglich machen. Vor zwei Wochen habe ich mit der Klasse ausgemacht, dass die Schüler, die massiv stören, für die Stunde eine Extraaufgabe bekommen und der Stoff der Unterrichtsstunde in der 8. bzw. 9. Stunde nachgeholt werden muss. Diese Konsequenz ist bis jetzt noch nicht eingetreten. Drei Schüler stehen aber schon dicht davor. Anthony hat außerdem schon Extraaufgaben bekommen.

Trotzdem ist die Mitarbeit Einzelner noch recht gut. Diese Schüler arbeiten sehr engagiert im Unterricht mit und versuchen ihr Wissen zu präsentieren. Insgesamt sind die Schüler sehr wissbegierig und neugierig und stellen viele Fragen.

Insgesamt ist das Leistungsvermögen der Schüler nicht sehr hoch, sie brauchen sehr viel Zeit und auch viele Hilfestellungen beim Bearbeiten von Aufgaben. Ein längeres selbstständiges Arbeiten ist kaum möglich. Hier hat sich jedoch gezeigt, dass es den Schülern hilft, zu zweit zu arbeiten. Außerdem präsentieren sie sehr gerne ihre eigenen Arbeitsergebnisse vor der Klasse.

Weiterhin habe ich festgestellt, dass die Schüler sehr gerne laut Vorlesen und schnell beleidigt sind, wenn sie nicht dürfen.

Die religiöse Sozialisation der Schüler ist sehr unterschiedlich. … ist katholisch und hat ein großes religiöses Vorwissen. Für ihn ist im Unterricht immer der Vergleich des evangelischen und katholischen Glaubens von großer Bedeutung. … und … (wahrscheinlich) sind Mitglieder der Brüdergemeinde. … und … besuchen die Christenlehre in ihrer Kirchgemeinde. Über … kann ich diesbezüglich keine Angaben machen, er besucht jedoch seit der Grundschule den Religionsunterricht. … Eltern sind nicht religiös. Sie hat auch als Einzige in der Grundschule den Ethikunterricht besucht. … war in ihrem Heimatort kirchlich eingebunden. In … hat sie jedoch noch nicht den Anschluss an die Kirchgemeinde gefunden. Somit zeichnet sich die Religionsgruppe durch sehr unterschiedliches religiöses Vorwissen (von sehr detailliert bis kein Vorwissen) aus.

Als Besonderheit dieser Stunde ist außerdem zu beachten, dass die Temperaturen zur Zeit sehr hoch sind und die Arbeitsatmosphäre deswegen sehr angespannt sein kann.

2 Begründung des Themas

2.1 Lernbereichsplanung

Die Unterrichtseinheit: „ Schöpfung“ ist in den Kontext des Lernbereichs 2: „ Menschen suchen Gott einzuordnen. Der Lernbereich beinhaltet:

- das Anwenden der Kenntnisse und Schöpfungserfahrungen bei der Gestaltung des Lebens,
- das Positionieren zum Umgang mit der Schöpfung durch die Gestaltung eines Mediums,
- das Kennen von Gebeten als Form des Sprechens mit Gott und
- das Übertragen der Kenntnisse von Symbolen und Metaphern als religiöse Sprachform auf das menschliche Leben.

Die Inhalte dieses Lernbereichs greifen teilweise ineinander. So habe ich mich entschieden, in der Unterrichtseinheit „Schöpfung“ ebenfalls einen Psalm und das Symbol Baum zu thematisieren.

Die Einheit umfasst insgesamt neun Unterrichtsstunden und ist in folgende Einzelthemen untergliedert:

1. Stunde: Erkundungsgang – Botschtalgrund
2. Stunde: Die Schönheit der Schöpfung
3. Stunde: Geschichten vom Anfang – Schöpfungsmythen
4. Stunde: Die Schöpfungserzählung der Bibel
5. Stunde: Naturwissenschaftliche Erkenntnisse und der heutige Geltungsbereich der biblischen Schöpfungserzählung
6. Stunde: Unser Umgang mit der Schöpfung – Gottes Auftrag an uns
7. Stunde: Gestalten eines Mediums zum Umgang mit der Schöpfung
8, Stunde: Das Symbol Baum und dessen Bedeutung
9. Stunde: Schöpfung im Psalm 104 - Lob und Dank

In der vorgestellten Unterrichtsstunde thematisiere ich den Umgang mit der Schöpfung und den Herrschaftsauftrag Gottes.

Beide biblischen Schöpfungsberichte enthalten eine Weisung an den Menschen, wie er sich der Natur gegenüber zu verhalten habe. Im jahwistischen Schöpfungsbericht wird vom Bebauen und Pflegen eines Stück fruchtbaren Ackerbodens, im priesterschriftlichen Bericht vom Herrschen über die Tierwelt gesprochen. Dabei ist die Grundaussage beider Schöpfungsberichte vergleichbar: Dem Menschen ist von Gott die Pflicht übertragen, sich um die Erde zu kümmern. Daher wird sich die Stunde, was den biblischen Anknüpfungspunkt zur Frage nach dem Umgang mit der Schöpfung angeht, auf die Aussage eines der beiden Schöpfungsberichte, dem priesterschriftlichen Gen 1, 28, beschränken. Dieser Vers soll den Ausgangspunkt und die Grundlage aller weiteren Überlegungen bilden. Meiner Meinung nach ist der biblische Bezug dieses Stundenthemas sehr wichtig, auch wenn er in den meisten Lehrbüchern überraschenderweise keinen Platz findet.

Im Anschluss an diese Stunde sollen sich die Schüler noch einmal vertiefend mit diesem Thema beschäftigen, indem sie eine Collage zum Umgang des Menschen mit der Natur anfertigen.

2.2 Sachanalyse

In den beiden biblischen[1] Schöpfungsberichten findet sich die Anweisung Gottes an den Menschen, wie er sich der Schöpfung gegenüber verhalten soll.

Bei dem zweiten, den so genannten jahwistischen, Schöpfungsbericht aus Gen 2,4b-24 steht die Schöpfung des Menschen im Mittelpunkt. Dieser Bericht entstand etwa im 10./9. Jahrhundert vor Christus. Der erste Schöpfungsbericht, aus Gen 1, 2-4a, entstand etwas im 6./5. Jahrhundert vor Christus und ist somit der jüngere. Dabei handelt es sich um den priesterlichen Schöpfungsbericht, der von der Schöpfung der Welt handelt.

Aufgrund der Entstehungszeit kann man somit ableiten, dass die Suche nach einer Antwort auf die Frage, wie der Mensch erschaffen wurde, älter ist als diejenige, wie die Welt entstand. Es bedurfte erst einer langen Entwicklung, bis der Mensch die Welt als eine eigene, selbstständige, den Menschen gegenüberstehende gegliederte Ganzheit zu erfassen konnte. Das Ergebnis dieses Prozesses ist in Gen 1 dargestellt. Das Augenmerk des jahwistischen Schöpfungsberichtes richtet sich weniger darauf, genau zu beschreiben, was existiert, sondern vielmehr wie die Welt ist, d.h., in welchem Verhältnis Mensch, Tier, unbelebte Natur zueinander und zum Schöpfer stehen. Vor allem in Gen 1, 28 wird dies deutlich. So heißt es hier:

Und Gott segnete sie uns sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“

Der Mensch hat somit eine Vorrangstellung in der Schöpfung, die er aber dazu nutzen soll, den Garten nicht auszubeuten, sondern zu behüten. Die Welt ist somit den Menschen anvertraut. Dabei ist es wichtig die Welt als Ganzheit, in ihrer Fülle, zu begreifen. In dieser Ganzheit hat der Mensch seinen Platz. Aus diesem Grund werden die einzelnen Komponenten (Licht, Himmel, Erde, Meer, Pflanzen, Meerestiere, Tiere der Luft, Landtiere, Mensch) klar gegliedert wiedergegeben. Damit will der Verfasser nicht einen Tatsachenbericht abgeben, wie es bei der Schöpfung genau zugegangen ist. Dies ist schon allein deshalb nicht möglich, da er bei der Schöpfung nicht dabei gewesen sein kann. Die Abfolge der Schöpfungswerke soll stattdessen die Wertordnung der einzelnen Komponenten verdeutlichen. Höhepunkt und Ziel des Schaffens Gottes ist demnach die Erschaffung des Menschen, was in Gen 1, 26 durch die Selbstentschließung Gottes:

[...]


[1] Im Folgenden beziehe ich mich auf: I Schöpfung. Aus: Lexikon zur Bibel. Hrsg. von Fritz Rienecker und Gerhard Maier. Wuppertal: R. Brockhaus Verlag, 2004, Sp. 1416-1420. II Schöpfer, Schöpfung. Aus: Jerusalemer Bibellexikon. Hrsg. von Kurt Henning. Neuhausen-Stuttgart: Hänssler-Verlag, 1998, S. 792-796.

Details

Seiten
21
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640208005
ISBN (Buch)
9783640208128
Dateigröße
446 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v117390
Institution / Hochschule
Staatliches Seminar für das Lehramt an Mittelschulen Leipzig
Schlagworte
Unterrichtsstunde Unser Umgang Schöpfung Gottes Auftrag Staatliches Mittelschulseminar Relgionsdidaktik

Autor

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Titel: Unterrichtsstunde: Unser Umgang mit der Schöpfung – Gottes Auftrag an uns