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Konzept zur Durchführung eines E-Mail-Projektes an einer kaufmännischen Berufsschule

Examensarbeit 2002 61 Seiten

BWL - Didaktik, Wirtschaftspädagogik

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Vorwort

2. Ziel der Hausarbeit/Abgrenzungen

3. E-Mail - warum nicht FAX oder Klassenkonferenz?
3.1 Definition E-Mail-Projekt
3.2 Vorteile eines E-Mail-Projektes
3.3 E-Mail-Projekt in der Schule
3.3.1 Formen von E-Mail-Projekten
3.3.2 Lernfcher fr ein E-Mail-Projekt
3.3.3 Strukturierung von E-Mail-Projekten

4. Vorarbeiten zur Durchfhrung eines E-Mail-Projekt
4.1 Ziele eines E-Mail-Projektes
4.2 Technische-/materielle Voraussetzungen
4.2.1 Hard- und Software
4.2.2 E-Mail-Provider
4.2.3 Finanzielles Budget eines E-Mail-Projektes
4.3 Organisatorische Vorauswahl/Festlegungen vor Beginn eines E-Mail-Projektes
4.3.1 Schulauswahl/Lehrerauswahl/Klassenauswahl
4.3.2 Inhaltliche Themen-Fachauswahl
4.3.3 Projekt-Kommunikationssprache
4.3.4 Projekt-Zeitplanung
4.3.5 Arbeitsformen bei E-Mail-Projekten
4.3.6 Bewertung des E-Mail-Projektes - Klassenarbeit?

5. Abschluss eines E-Mail-Projektes
5.1 Prsentation/Sicherung der Ergebnisse
5.2 Feedback eines E-Mail-Projektes mit allen Beteiligten

6. E-Mail - was noch zu beachten ist!
6.1 Besondere E-Mail Sprache
6.2 E-Mail - ein kleiner Knigge
6.3 Mgliche typische Schwierigkeiten bei einem E-Mail-Projekt
6.4 Pdagogische und Didaktische Besonderheiten eines E-Mail-Projektes

7. Zusammenfassung

8. Anlagen

9. Anlagenverzeichnis

10. Abbildungsverzeichnis

11. Abkrzungsverzeichnis

12. Literaturverzeichnis.

1. Vorwort

Die Bundesrepublik Deutschland ist wirtschaftlich auf den Import/Export von Gtern und Dienstleistungen und auf enge Beziehungen mit dem Ausland angewiesen.

Der zunehmenden politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Verflechtungen der Bundesrepublik Deutschland mit dem Ausland trgt neben vielfltigen bilateralen und multilateralen Manahmen der Lnder im Bildungsbereich (...)1 auch einzelne Projekte, z. B. ein E-Mail-Projekt zwischen Klassen verschiedener Schulen Rechnung. An den Schulen in Deutschland gewinnen die Ziele und Manahmen internationaler, vorrangig europischer Erziehung zunehmend an Bedeutung.2 E-Mail-Projekte und damit (...) die Auseinandersetzung mit einem andersartigen Kulturkreis knnen erheblich zur persnlichen Entwicklung und zur Erweiterung des individuellen Horizonts beitragen.3 In diesem Sinne ist interkulturelle Bildung heute zu einem Teil des Allgemeinbildungsauftrages von Schule geworden.4

Die wesentlichen Grnde veranschaulicht die folgende Abbildung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Interkulturelle Bildung: Warum interkulturelle Bildung?

Interkulturelle Bildung und damit auch das interkulturelle Lernen lassen sich ber verschiedene Lernorte und Lernformen realisieren. E-Mail-Projekte bilden hierbei einen mglichen Ansatzpunkt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2:Interkulturelle Bildung: Lernformen und Lernorte

2. Ziel der Hausarbeit/Abgrenzungen

Diese Arbeit soll eine Anregung geben, wie in der heutigen schnelllebigen Zeit ein E- Mail-Projekt als handlungsorientierter Unterricht im Rahmen des interkulturellen Lernens und des Erwerbes interkultureller Kompetenz in einer kaufmnnischen Berufsschule durchgefhrt werden knnte.

Der Schwerpunkt liegt auf einem internationalen E-Mail-Projekt und seinen mglicherweise auftretenden Besonderheiten und Schwierigkeiten. Die Ausarbeitung greift hier auf partiell aktuelle praktische Beispiele zurck, die der Verfasser dieser Arbeit im Rahmen des Referendariates am kaufmnnischen Oberstufenzentrum Cottbus (KOSZ) als auch durch ein Auslandspraktikum an der deutschen Schule Colegio Aleman Berufsschule ISMAC (Instituto Superior Mexicano-Aleman) in Mexiko- Stadt/Mexiko sammeln konnte. Die erluternden Beispiele zur Veranschaulichung beziehen sich jedoch weitgehend auf die deutsche Situation am KOSZ Cottbus.

Eine Anpassung des vorgelegten Konzeptes an die Gegebenheiten in anderen Schulen und Lndern muss vor Ort durch die entsprechenden Lehrer erfolgen.

Ziel ist es, die notwendigen Vorberlegungen und Anregungen als auch Ideen fr eine Nachbereitung eines durchgefhrten Projektes zu geben. Konzept (lat. concipere = in eine bestimmte Form bringen)5 besagt, dass die entsprechenden Vorberlegungen einer bestimmten Struktur und Form bedrfen.

Das eigentliche Durchfhren eines E-Mail-Projektes in den entsprechenden Fchern einer Berufsschule, z. B. mit einer detaillierten Sequenz- und Stundenplanung innerhalb eines bestimmten Faches des Berufsschulunterrichtes, knnen und sollen nicht Gegenstand dieser Arbeit sein.

3. E-Mail - warum nicht FAX oder Klassenkonferenz?

3.1 Definition E-Mail-Projekt

E-Mail (= Electronic Mail) ist ein Begriff, der im Rahmen der weltweiten Verbreitung des Internet bereits im tglichen Sprachgebrauch Verwendung gefunden hat. E-Mail ist aus dem tglichen geschftlichen als auch privaten Leben nicht mehr wegdenkbar und somit auch fr eine Ausbildung an einer kaufmnnischen Berufsschule elementar notwendig.

Man versteht unter E-Mail eine (...) elektronische weltweite Briefbermittlung zwischen zwei Teilnehmern ber Mailbox oder Datennetze bzw. bertragung von Nachrichten zwischen zwei Rechnern ber Postfcher. E-Mail ist die Umsetzung des altbewhrten Briefsystems auf das elektronische Medium-Netzwerk. Anwender knnen mittels E- Mail elektronische Nachrichten und Daten ber unterschiedliche Netzwerke austauschen.6 Man bentigt eine E-Mail Adresse. Eine E-Mail-Adresse kann man vergleichen mit einer Postfachadresse. Ankommende Post lagert im Postfach, umgekehrt geht die Post, die man abschickt, ins Postfach des Adressaten. Die Postfcher befinden sich auf speziellen fr diesen Zweck eingerichteten Servern. (...). E-Mails kommen also nicht automatisch auf den Computer des Benutzers an, sondern er muss sie beim Mail-Server seines Providers abholen.7

Das in der Schule mglicherweise aufrufen von chat-rooms (Internetpages, auf denen online diskutiert werden kann) oder mailinglisten (E-Mail-Verteiler fr Informationsdienste und Diskussionsforen)8 ist nicht Bestandteil eines E-Mail- Projektes.

Als ein Projekt wird (...) ein Vorhaben betrachtet, das neben einer Zielvorgabe mit Einmaligkeit/Abgrenzbarkeit, durch eine beschrnkte Dauer, finanzielle oder andere Begrenzungen, Komplexitt, potenzielles Risiko, Interdisziplinaritt und regelmig durch eine besondere Organisationsform gekennzeichnet ist.9 Diese wesentliche Merkmale sollten auch bei einem E-Mail-Projekt vorhanden sein und werden in den weiteren Ausarbeitungen noch ausfhrlicher behandelt werden.

3.2 Vorteile eines E-Mail-Projektes

Die Grundannahme, Computer als sinnvolles Werkzeug in den Unterricht zu integrieren, basiert bei Kommunikationsprojekten auf Texten, die auf einem Computer geschrieben werden. Selbstverstndlich knnten diese Texte auch per FAX oder Post versendet werden und so ein Projekt durchgefhrt werden. Dies drfte jedoch die Fax- Kapazitt einer Schule erheblich beeintrchtigen. Oft sind in den Schulen Faxgerte nur im Sekretariat vorhanden und fr die Verwaltung als Arbeitsmittel im Einsatz. Im KOSZ Cottbus und auch an der deutschen Schule in Mexiko, stehen keinerlei Faxgerte fr den normalen Unterrichtseinsatz zur Verfgung.

Aber selbst bei Vorhandensein der Faxtechnik sprechen Grnde der Kosten (20 Seiten per FAX sind teurer als 20 E-Mails) als auch der Fakt, das E-Mail-Texte in digitaler Form vorliegen und bei Bedarf im Projekt weiterverarbeitet werden bzw. vervielfltigt werden knnen fr die E-Mail. Ferner knnen E-Mails auch direkt ohne groen Zeitverzug beantwortet werden. Ein Nachteil am FAX ist, dass (...) beim FAX ein Faksimile bertragen wird, also ein Bild, das der Empfnger nicht ohne weiteres weiter verarbeiten kann.10 Gegen das Versenden von Texten per Post sprechen ebenfalls vielfltige Grnde, z. B. die hohen Kosten eines internationalen Luftpostbriefes als auch insbesondere der Zeitbedarf der Postlaufzeiten und das Risiko, Post auf dem Postweg zu verlieren

Ferner kann auch mit Hilfe eines E-Mail-Projektes eine wesentliche Unterrichtsdifferenzierung durchgefhrt werden. Ein Projekt ist ein ausgezeichnetes Mittel, den Bedrfnissen und Ansprchen der einzelnen Schlerinnen und Schlern so entgegenzukommen, dass sie individuelle Mglichkeiten haben, schriftliche Informationen auf einem entsprechenden Niveau sowohl zu geben als zu erhalten.11 Ein weiterer allgemeiner Vorteil eines E-Mail-Projektes ist ferner, dass es universell in vielen Fchern einsetzbar ist und gleichzeitig mehrere Kompetenzen (siehe auch Punkt 4.1 Ziele eines E-Mail-Projektes) der Schler gefrdert und ausgebildet werden, die heutzutage in der globalen zusammenwachsenden Wirtschaft immer mehr an Bedeutung gewinnen.

3.3 E-Mail-Projekt in der Schule

3.3.1 Formen von E-Mail-Projekten

Es kann grundstzlich zwischen 2 Formen von E-Mail Projekten unterschieden werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Selbsterstellte Abbildung Formen von E-Mail-Projekten

Zum einen knnen (..) gemeinsame Projekte zwischen Partnerschulen (...) unterschiedlicher Nationalitt (...)12 durchgefhrt werden (selbstverstndlich ist dies

auch zwischen zwei deutschen Schulen mglich - dies ist jedoch nicht Inhalt dieser Arbeit), zum anderen ist es auch mglich ein E-Mail Projekt nur zum Beschaffen von Informationen und Daten zu verwenden.

Bei dieser zweiten Variante wird das Projekt ohne festen Partner durchgefhrt und per E-Mail Informationen im Internet abgefragt.

In meinen Ausfhrungen mchte ich mich auf die 1. Form eines E-Mail-Projektes konzentrieren, da das Beschaffen von Informationen mit Hilfe eines E-Mail-Projektes und ohne feste Partner kaum durchfhrbar und abrechenbar ist. Deshalb erscheint es fr einen Schulunterricht an einer kaufmnnischen Berufsschule nicht geeignet.

Eine Sonderform eines E-Mail-Projektes, das von den Goethe-Instituten initiativ veranstaltet werden, sind ein E-Mail-Spiel im Unterricht. Hier werden als ganz spezielles Ziel einfach das unterwegs sein im Internet13 angefhrt. Es wird nicht mit einer ganz bestimmten Klasse oder in einem bestimmten Fach in einem bestimmten Themengebiet kommuniziert. Es geht einzig und allein darum, das Internet und hiermit E-Mail zu nutzen.14 Auch diese Variante eines E-Mail-Projektes soll nicht behandelt werden und stellt kein typisches E-Mail-Projekt dar.

3.3.2 Lernfcher fr ein E-Mail-Projekt

In einer kaufmnnischen Berufsschule sind E-Mail-Projekte in Kombination einzelner Fcher als auch in einem einzelnen Fach denkbar.

In Brandenburg und damit im kaufmnnischen Oberstufenzentrum Cottbus gibt es noch die Sonderform eines Lernbros. Gerade in diesem Lernbro mit den spezifischen Ausrstungen (sehr gute EDV-Ausstattung, permanente Verfgbarkeit der Schlerinnen und Schler, ...) ist ein E-Mail-Projekt denkbar.

Die folgende bersicht veranschaulicht die im KOSZ fr ein E-Mail-Projekt mglichen Unterrichtsfcher. Selbstverstndlich muss die Partnerschule - im In- oder im Ausland

- das Projekt ihren Schlern in denselben Fcher anbieten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Selbsterstellte Abbildung E-Mail-Projekte im Berufsschulunterricht

Grundstzlich bietet sich immer eine Kombination eines Faches mit dem Fach Englisch an, da in den meisten Projektfllen die Sprache Englisch aktiv verwendet werden wird.

3.3.3 Strukturierung von E-Mail-Projekten

Jeder Lehrer sollte fr ein Projekt auch einen Ablaufplan, den jeweiligen Erfordernissen angepasst, erstellen. Anlage2 15 erhlt eine selbsterstellte Strukturierung, die fr einen Groteil von E-Mail-Projekten zum Einsatz kommen knnte.

Dieses Muster entbindet jedoch eine Lehrkraft nicht davon, diesen Ablaufplan kritisch zu hinterfragen und eventuell zu verndern.

Das Projekt findet normalerweise in Phasen statt, die sich auch berlappen knnen und nicht zwingend zeitlich aufeinander aufbauen.

In Anlage2 16 sind die Phasen mit Nummern gekennzeichnet, die eine zeitliche Reihenfolge darstellen sollen. Selbstverstndlich sollte sich die Struktur an die Zielstellung und die jeweilige Lerngruppenanalyse der beteiligten Klassen orientieren.

In der Literatur werden auch andere Strukturen von E-Mail-Projekten publiziert. Es ist

z. B. auch denkbar, die Themenfindung an den Anfang zu stellen und danach erst die Kontaktsuche der Partnerklasse und die Planung durchzufhren.17

Meiner Meinung nach sollte jedoch, damit die Motivation der Schler und Schlerinnen gesteigert werden kann, die Themenfindung innerhalb bestimmter Rahmenbedingungen (Lehrplan, Stoffverteilungsplan) mit Abstimmung und Zustimmung der Schulklasse erfolgen.

4. Vorarbeiten zur Durchfhrung eines E-Mail-Projekt

4.1 Ziele eines E-Mail-Projektes

Ein E-Mail Projekt kann die vielfltigsten Ziele/Lernziele zur Erreichung der verschiedensten Kompetenzen verfolgen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Selbsterstellte Abbildung Lernziele

Ein wesentliches Lernziel eines E-Mail-Projektes im Berufsschulunterricht besteht in der Vermittlung von Fachkompetenz.

Fachwissen knnen sich Schler in einem E-Mail-Projekt z. B. durch (...) gemeinsames oder arbeitsteiliges Bearbeiten von konkreten Aufgabenstellungen durch

mehrere Projektteilnehmer, z. B. durch Austauschen von Umweltdaten, Teilnahme an Wettbewerben (...)18 erarbeiten bzw. bereits vorhandenes Wissen vertiefen und festigen.

In idealer Weise ermglicht ein E-Mail-Projekt natrlich auch das Fremdsprachenlernen (Sprachkompetenz) mit Kommunikationspartnern als Native- Speakers (bedeutet: Fremdsprache als Muttersprache).

Mit Hilfe eines E-Mail-Projektes kann beispielsweise im fremdsprachlichem Unterricht an der Berufsschule folgendes gezielt erreicht werden:

Schler bauen eine positive Haltung zum Fremdsprachenunterricht auf

Schler erleben eine neue Unterrichtsform und haben Spa daran mit steigender Motivation sich der Fremdsprache zu widmen

Schler verbessern mit Hilfe des authentischen Materials ihre Sprachkompetenz

Schler ben sich im Leseverstehen und wenden dabei Lerntechniken des berfliegenden und textverarbeitenden Lesens an

ber sich in der Reproduktion und verbessern ihre kommunikativen Fertigkeiten

Schler lernen mehr selbstndig zu arbeiten, indem sie z. B. die entstandene Texte ihrer Mitschler korrigieren bzw. auch ihre eigenen Texte berarbeiten

Schler erweitern ihre Vokabelkenntnisse

Schler erweitern ihre Grammatik und Rechtschreibkenntnisse

Neben dieser Zielstellung durch die Benutzung einer fremden Sprache im Berufsschulunterricht werden im allgemeinen jedoch auch noch andere Ziele verfolgt. Durch ein Projekt knnen weiterhin z. B. die Sozialkompetenz, Medienkompetenz, Methodenkompetenz und insbesondere die interkulturelle Kompetenz der Schler erweitert und gefestigt werden.

Durch die Arbeit am Computer ben sich die Schler in unterschiedlichen Sozialformen, die eine Lehrer unabhngige Interaktion ermglicht. Sie erweitern ihre Fhigkeit der Zusammenarbeit und lernen projektorientierte Arbeitsweisen kennen. Erwhnt werden muss auch das Ziel, den Abbau von Stereotypen bei den Schlern zu

forcieren. Die Schler lernen eine mglichst vorurteilsfreie Haltung gegenber dem Anderen/Fremden einzunehmen und diesen als gleichwertig zu akzeptieren.19

Die Informationsgesellschaft tauscht Informationen immer schneller aus. Gleichzeitig findet immer weniger Kommunikation im persnlichen Gesprch statt. Es ist dementsprechend notwendig, alle (...) in die Lage zu versetzen, an dieser Kommunikation teilzunehmen. Ziel der Informationsgesellschaft muss es sein, niemanden auszugrenzen. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit zum Aufbau von Medienkompetenz in der Schule (...)20, z. B. durch ein durchgefhrtes E-Mail-Projekt. Diese Medienkompetenz, die sich Schler und Schlerinnen in einem E-Mail-Projekt erarbeiten, ist ein Teil der sogenannten Methodenkompetenz. Methodenkompetenz heit, sich Methoden, Strategien und Techniken des Lernens und des Wissenserwerbs aneignen, die den individuellen Bedrfnissen entsprechen. Dazu gehrt natrlich die Handhabung von Computern, aber auch von anderen Werkzeugen und Hilfsmitteln. Dazu gehren allgemeine Lerntechniken wie Informationsentnahme, vernetztes Denken, Methoden der wissenschaftlichen Arbeit , Techniken der Partner-, Gruppen- und Teamarbeit, Prsentationstechniken, Zeitmanagement (...)21.

Zielstellung ist gleichfalls auch autonome Lernverfahren anzuwenden, Projektarbeit unter realen Bedingungen durchzufhren und sprachliche Information mit persnlicher Kommunikation auf der Beziehungsebene zu verknpfen.

Die Frderung von interkultureller Kompetenz, z. B. von Empathie, Konfliktfhigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Toleranz oder Identittsbalance erfordert Lernsituationen und Vermittlungsformen, die kognitive, affektive und soziale Lernprozesse integrieren und praktischen Erfahrungsmglichkeiten und Verhaltensnderungen zulassen.22 Im Rahmen eines E-Mail-Projektes knnen alle diese Gesichtspunkte Bercksichtigung finden. Insbesondere wird hier die Mglichkeit geschaffen, Handlungswissen ber Erfahrungen auszubilden. Die folgende Abbildung verdeutlicht die Teilziele und didaktischen Grundstze der Vermittlung interkultureller Kompetenz durch interkulturelle Bildung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Interkulturelle Bildung: Vermittlung interkultureller Kompetenz

Das Ziel der interkulturellen Kompetenz kann als ein Hauptziel eines E-Mail-Projektes bezeichnet werden. Interkulturelles Lernen findet statt, wenn eine Person bestrebt ist, im Umgang mit Menschen einer anderen Kultur deren spezifisches Orientierungssystem der Wahrnehmung, des Denkens, Wertens und Handelns zu verstehen, in das eigenkulturelle Orientierungssystem zu integrieren und auf ihr Denken und Handeln im fremdkulturellen Handlungsfeld anzuwenden.23

Als Unterrichtsziele werden jedoch weiterhin in den meisten Projekten die Fachkompetenz und die sprachliche Kompetenz im Vordergrund stehen, da diese Kompetenzen gerade auch im Berufsschulunterricht weitgehend zu den originren Kompetenzen gehren.

Interkulturelle Kompetenz und interkulturelles Lernen in Kooperation mit weiteren Unterrichtszielen werden so ganz nebenbei in allen Projekten gezielt erlernt.

Erst wenn die jeweilige Zielstellung durch die Lehrkrfte klar definiert ist, kann mit den Vorarbeiten zur Durchfhrung eines E-Mail-Projektes begonnen werden.

Bei der Zielstellung sollte auch schon im Vorfeld auf die Abrechenbarkeit und die wnschenswerte Reflexion am Ende eine Projektes abgestellt werden24.

4.2 Technische-/materielle Voraussetzungen

4.2.1 Hard- und Software

Zur Durchfhrung eines E-Mail-Projektes mssen an beiden potentiell beteiligten Schulen die notwendigen technischen Voraussetzungen geschaffen sein.

Hier ist das (...) Absprechen organisatorischer Manahmen innerhalb der Schule (Nutzung der Computerrume, Absprachen unter Kollegen)25 hinsichtlich der technischen Ausrstung unabdingbar. Insbesondere muss allen Beteiligten die vorhandene Technik vertraut sein und ein E-Mail Dienst ausgesucht werden, der es erlaubt, alle Nachrichten schnell und einfach abrufen zu knnen.

Bentigt werden an Hard- und Software bzw. verfgbaren Diensten: (Pflichtenheft)26

- Einen Rechner mit Modem oder ISDN-Karte bzw. DSL Anschluss oder Standleitung
- Einen Telefonanschlu
- Einen Service-Provider27
- Einen aktuellen Browser

Die Betreuungslehrer beider Schulen sollten sich Kenntnisse ber die vorhandene Ausstattung an Ihrer Schule beschaffen und diese mit einem selbst erstellten und den Projektbedrfnissen angepassten Pflichtenheft abgleichen.

Nur bei funktionstchtiger Hard- und Software kann ein E-Mail-Projekt gestartet werden.

Hilfe bieten hier in den Schulen die Fachlehrer Informatik (wie im KOSZ Cottbus) oder spezielle Mitarbeiter einer EDV-Abteilung, die fr die Instandhaltung, Beschaffung und Wartung der EDV an der entsprechenden Schule zustndig sind. In Mexiko ist es z. B. mglich, sich direkt mit seinem Anliegen an die EDV-Abteilung zu wenden, die den Anforderungskatalog28 berprfen und mit vorhandener Ausrstung abgleichen kann.29

4.2.2 E-Mail-Provider

Es wird bei grenzberschreitenden Projekten nicht immer mglich sein, denselben Provider zu verwenden. Ein Provider bietet einen Zugang zum Internet, d. h. er verfgt ber einen Computer, der an eines der Teilnetze des Internet angeschlossen ist.30 Ein Provider verlangt regelmig Gebhren fr die Einwahl ins Internet.

Wichtig ist aber, dass der Provider bestimmte Kriterien erfllen sollte. Die Lehrkrfte sind angehalten, ebenfalls ein Pflichtenheft fr den E-Mail-Provider aufzustellen und auch festzulegen, in welchen Umfang die Dienste eingesetzt werden knnen und drfen.

Hier wre es auch mglich, eine E-Mail-Adresse auf dem Schulserver einzurichten. Ferner ist es auch mglich, kostenlose Dienste wie http://www.web.de, http://www.yahoo.de oder http://www.freenet.de zu nutzen und jedem Schler damit ebenfalls die Mglichkeit zu geben, eine eigene E-Mail-Adresse einzurichten. hnliche Dienste stehen auch kostenfrei im Ausland der jeweiligen Partnerschule sicherlich zur Verfgung.

Es sollte mglich sein, einen autoresponder einzusetzen. Autoresponder sind eine Funktion vieler E-Mail-Dienste, die es erlauben, eingehende Mails mit definierbaren Hinweistexten zu beantworten, etwas wenn man (...)31 verhindert ist (...) und erst spter die Post beantworten kann.32

Unablssig sind die blichen Funktionen eines E-Mail-Dienstes wie senden, empfangen, weiterleiten, lschen und E-Mail-Ordner anlegen und verwalten. Es knnte auch von Vorteil sein, einen web-mail Dienst im Projekt zu verwenden, so dass die Schler nicht auf das schuleigenen Computerkabinett angewiesen sind, sondern auch Zuhause oder in Internet-Cafes, am Wochenende und in ihrer Freizeit Mails abrufen und beantworten knnen.33 Kriterien fr die Auswahl eines Providers sind in Anlage 4 zu finden34, die Anlage 5 zeigt ein Arbeitsblatt, welches zur Einrichtung einer kostenlosen E-Mail-Adresse in einer Klasse Verwendung finden knnte.35

[...]


1 Beschlu der KMK vom 06.12.2001, Seite 1

2 Beschlu der KMK vom 06.12.2001, Seite 3

3 Auslandserfahrung wird immer wichtiger, Ministerium fr Schule und Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen: Seite 4

4 Reich Hans H., Prnbacher Ulrike: Interkulturelle Didaktiken - Fcherbergreifende und fcherspezifische Anstze, Seite VII

5 Gabler Wirtschaftslexikon: Seite 2497

6 Jecht Hans, Sausel Stephan: Unterrichtsprojekte mit dem Internet, Seite 184

7 Gertsch Christian A.: Lernern und Lehren mit Internet, Seite 21

8 vgl. Herzog Melanie, Kronenberg Friedrich: Das Internet Einmaleins, Seite 424

9 http://www.knowledgemedia.org

10 Diepolt Peter, Tiedemann Paul: Internet fr Pdagogen - Eine praxisorientierte Einfhrung, Seite 22

11 vgl. http://www.bild-online.dk

12 Grigoleit Frank: Internet im Unterricht, Seite 148

13 siehe Anlage 1: Odyssee in ein interkulturelles E-Mail-Spiel

14 http://www.goehte.de

15 siehe Anlage 2: E-Mail Projekt - Selbsterstellter Ablaufplan

16 siehe Anlage 2: E-Mail Projekt - Selbsterstellter Ablaufplan

17 vgl. Jecht Hans, Sausel Stephan: Unterrichtsprojekte mit dem Internet, Seite 12 ff.

18 Grigoleit Frank: Internet im Unterricht, Seite 148

19 vgl. Donath Reinhard: E-Mail-Projekte im Englischunterricht, Seite 14

20 Grigoleit Frank: Internet im Unterricht, Seite 17

21 Donath Reinhard: E-Mail -Projekte im Englischunterricht, Seite 10

22 http://www.nibis.de

23 Auernheimer Georg: Einfhrung in die interkulturelle Erziehung, Seite 169

24 siehe Anlage 2: E-Mail-Projekt - Selbsterstellter Ablaufplan

25 Grigoleit Frank: Internet im Unterricht, Seite 149

26 vgl. Kapitel 4.1.2 ff.: Erluterung Begriff Provider, Allgemeine Begriffe wie Modem etc. werden nicht erlutert

27 vgl. 4.1.2 E-Mail-Provider

28 siehe Anlage 3: Checkliste: Knnen wir ein E-Mail-Projekt an der Schule starten?

29 vgl. Fischbach Margit, Wimmers Ralf: Lehrer-Kursbuch Internet, Seite 24 ff.

30 Donath Reinhard, Volkmer Ingrid: Das transatlantische Klassenzimmer, Seite 358

31 Stangl Werner: Internet@Schule, Seite 29

32 Stangl Werner: Internet@Schule, Seite 29

33 vgl. Stangl Werner: Internet@Schule, Seite 27 ff.

34 siehe Anlage 4: Kriterien fr die Auswahl eines E-Mail-Providers

Details

Seiten
61
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638177979
ISBN (Buch)
9783638853798
Dateigröße
2.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v11724
Institution / Hochschule
Staatliches Studienseminar für das Lehramt für die Sekundarstufe II, Cottbus – Sekundarstufe II
Note
1,0
Schlagworte
Konzept Durchführung E-Mail-Projektes Berufsschule

Autor

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Titel: Konzept zur Durchführung eines E-Mail-Projektes an einer kaufmännischen Berufsschule