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Die Erzählstrategie und ihre Wirkung in E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“

Hausarbeit (Hauptseminar) 2006 22 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Motive E.T.A. Hoffmanns

3. Aufbau der Erzählung „Der Sandmann“
3.1 Nathanael als Erzähler
3.2 Clara als Erzählerin
3.3 Der Erzähler

4. Rolle des Tempus

5. Multiperspektivität
5.1 Bewertungsansätze
5.2 Realität und Wahnsinn
5.3 Beispiel: Die Darstellung des Wahnsinns

6. Fazit
- Quellenangabe
- Literaturangaben

1. Einleitung

Das Nachtstück „Der Sandmann“ gleicht einem verschwommenen, unscharfen Portrait.[1] Dies ist allerdings kein Mangel in der Gestaltung, sondern wurde mit vielfältigen Mitteln und erzählerischen Kniffen von E.T.A. Hoffmann ausgearbeitet. In dieser Hausarbeit wird diese Vorgehensweise systematisch betrachtet und auf ihre Wirkung hin überprüft. Die zentrale Fragestellung der Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Problem, inwieweit die unheimliche Wirkung der Erzählung „Der Sandmann“ bereits in der Erzählweise angelegt ist.

Zuerst werden der Autor selbst und seine Motive im Mittelpunkt der Analyse stehen. Hierbei sollen grundlegende Prinzipien herausgearbeitet und in einem zweiten Schritt die wichtigsten Änderungen im Vergleich mit der ersten Fassung des Stückes aufgezählt und auf ihre Wirkung hin erklärt werden.

Der zweite Unterpunkt widmet sie dem Aufbau des „Sandmannes“, womit die verschiedenen Erzählformen und ihre Perspektiven gemeint sind. Nacheinander werden die Passagen von Nathanael, Clara und dem eigentlichen Erzähler behandelt und auf ihren Effekt hin überprüft. Dabei soll vor allem die Reihenfolge der verschiedenen Erzählstile, dass beispielsweise der Brief Nathanaels den Beginn des Stückes markiert, dargestellt und erklärt werden.

Der Tempuswechsel wird nach diesen grundlegenden Erörterungen in einem gesonderten Abschnitt aufgegriffen und gedeutet. Auch er hat eine besondere Funktion für die unheimliche Wirkung des Stückes.

Der Schwerpunkt der Betrachtung liegt allerdings in der eher verdeckten Multiperspektivität, die für das Leserverständnis einige Schwierigkeiten bereitet. In diesem Abschnitt wird einerseits geklärt, auf welche Bewertungsansätze sich der Leser im Bezug auf die einzelnen Figuren stützen kann, andererseits wird der Wechsel zwischen Realität und Wahnsinn ausführlich mit mehreren Beispielen erläutert und erklärt werden. Die Darstellung der Wahnsinnsanfälle Nathanaels stellen dabei im Stück eine besondere Herausforderung für die erzählerische Gestaltung dar. Mit der ausführlichen Betrachtung der Wahnsinnsanfälle soll detailliert auf die Vorgehensweise Hoffmanns, der das innere Erleben für den Leser greifbar machen möchte, eingegangen werden.

Über das Nachtstück „Der Sandmann“ E.T.A Hoffmann gibt es eine Vielzahl von Sekundärliteratur. Sowohl in der älteren als auch in der neueren Forschung wurde das Werk immer wieder neu interpretiert und behandelt. Die Hausarbeit bezieht sich hauptsächlich auf neuere Literatur zu diesem Thema. Vor allem die Aufsätze von Irene Schroeder und Nicole Calian waren wichtige Interpretationsgrundlagen für diese Hausarbeit. Ältere Aufsätze zu diesem Thema sind zwar ebenso in die Ausarbeitung miteingeflossen, allerdings werden vor allem in der neueren Literatur die für diese Hausarbeit wichtigen erzählerischen Mittel Hoffmanns beschrieben.

2. Motive E.T.A. Hoffmanns

Die Motive und Ziele E.T.A. Hoffmanns mit dem Nachtstück sind vielfältig und daher soll an dieser Stelle nur das für die Hausarbeit Wichtigste herausgegriffen werden.

Schon zu Beginn des Nachtstückes benennt der Erzähler ein Ziel seiner Geschichte über Nathanael: Das Darstellen seines inneren Erlebens. „Und nun wolltest du [Leser] das innere Gebilde mit allen glühenden Farben und Schatten und Lichtern aussprechen und mühest dich ab Worte zu finden, um nur anzufangen.“[2] Hier lässt sich Hoffmanns Motivation klar erkennen. Mit dem Nachtstück „Der Sandmann“ sollen die inneren Erlebnisse, Zustände und Emotionen von Nathanael nicht nur dargestellt, sondern für den Leser erlebbar gemacht werden.[3]

Das innere Erleben weicht von der Realität ab und ist oftmals nicht logisch aufgebaut. Gerade Nathanael nimmt durch seine Psychose und seine Wahnsinnattacken seine Umwelt oft irrational und gepaart mit Emotionen wahr. Diese Brüche mit der Realität hat Hoffmann konkret in den Handlungsverlauf eingearbeitet.

Ein Beispiel dafür ist die Passage um den Tod des Vaters:

„Vor dem dampfenden Herde auf dem Boden lag mein Vater tot mit schwarz verbranntem grässlich verzerrtem Gesicht, um ihn herum heulten und winselten die Schwester- [...] Als man nach zwei Tagen darauf meinen Vater in den Sarg legte, waren seine Gesichtszüge wieder mild und sanft geworden, wie sie im Leben waren.“(S. 11)

Dieser Abschnitt aus Nathanaels Brief zeigt deutlich seine irrationale Wahrnehmung. Sein Vater kann nicht mit einem verbrannten und verzerrten Gesicht gestorben sein und zwei Tage später mit sanften Gesichtszügen begraben werden. Eine ähnlich irrationale Stelle im Text ist die Rettung Claras vom Ratsturm.[4] Die verschlossenen Türen auf einer öffentlichen Aussichtsplattform machen an dieser Stelle kaum einen Sinn. Im Text lassen sich noch mehr solcher Ungereimtheiten finden, die gezielt von Hoffmann eingearbeitet wurden. Diese Passagen wirken auf den Leser irritierend und verunsichernd und unterstützen damit die bedrohliche und unheimliche Atmosphäre des Nachtstücks.[5]

Die Ratsturmszene ist nicht nur aufgrund der geschlossenen Eingangtüren unklar. Gerade der Wahnsinnsanfall und der darauf begründete Tod Nathanaels ist in der Sekundärliteratur umstritten. Hoffmann änderte den Handlungsverlauf nach der Rettung Claras in der zweiten Fassung des Nachtstückes ab. Ursprünglich wurde Nathanael von Coppelius in den Tod getrieben:

„Nun raste Nathanael herum auf der Gallerie, da rief eine widerwärtige Stimme von unten herauf: Ey Ey- Kleine Bestie- willst Augen machen lernen- wirf mir dein Holzpüppchen zu!- [... ]-- es war das klein grau Thürmchen [in der zweiten Fassung als grauer Busch gezeichnet] was Clara geschaut- aber nicht ein Thürmchen- der Advokat Coppelius stand da unten am Thurm und schaute und rief herauf- Nathanael erblickte den Coppelius und lachte: haha- Sköne Oken [... ] - Und damit sprang er übers Geländer!- ² (S. 47)

In dieser ersten Fassung treibt Coppelius Nathanael direkt in den Tod, bei der überarbeiteten Fassung ist er zwar auch vor Ort und spricht mit den umstehenden Schaulustigen, jedoch nimmt er keinen Kontakt zu Nathanael auf oder treibt ihn gar mit seinen Rufen in den Tod. Hoffmann hat also absichtlich diesen Beweis, dass Coppelius der Sandmann ist, herausgenommen. Der Leser bekommt so am Schluss des Textes keinen Hinweis mehr auf den Zusammenhang zwischen Coppelius und dem Sandmann. Vielmehr wird dessen Rolle weiter verschleiert und die Figur gewinnt zusätzlich an unheimlicher Wirkung.[6]

Hoffmann will den Leser durch die gezielt widersprüchlichen Informationen und das Herausnehmen von wichtigen Hinweisen verunsichern. Dies zeigt sich besonders deutlich in der Schlussszene des Stückes, die von Hoffmann im Vergleich der beiden Fassungen erheblich verändert wurde.[7]

Fraglich ist nun die Interpretation dieser Schlussszene durch Sigmund Freud: „Der Schluß der Erzählung macht es ja klar, daß der Optiker Coppola wirklich der Advokat Coppelius und also auch der Sandmann ist.“[8] Einen Beweis für den Zusammenhang zwischen den drei Figuren durch diese Textpassage sehe ich gerade in der endgültigen Fassung nicht, vielmehr wurde diese Verbindung zusätzliche durch die Abänderungen verwischt. Bronfen[9] geht sogar so weit, von einer „Fehlerinnerung Freuds“[10] zu sprechen, der übersieht, dass Clara der maßgebliche Auslöser der Wahnsinnsattacke ist: „Freuds Fehllektüre besteht nun bezeichnenderweise darin, daß er das Objekt, das zu Nathanaels tödlichem Sturz führt, falsch besetzt.“[11] Clara macht Nathanael zwar auf einen grauen Busch in der Menge aufmerksam, der, wie sich herausstellen wird, der Advokat Coppelius ist, allerdings betrachtet Nathanael Clara mit Coppolas Perspektiv und nicht den Advokaten.[12] Die besondere Rolle Claras an dieser Stelle wurde durch die Änderungen von Hoffmann zusätzliche betont und erschweren die Interpretationsansätze in Bezug auf die Todesumstände Nathanaels.[13]

3. Aufbau der Erzählung „Der Sandmann“

Das Nachtstück beginnt sehr unmittelbar mit dem Brief Nathanaels an Lothar, so dass sich der Leser ohne jegliche Einführung mitten in dem Geschehen und in der Sichtweise Nathanaels wiederfindet. Erst nach den beiden Briefen Nathanaels und dem Antwortschreiben Claras tritt der eigentliche Erzähler auf und führt in die Handlung ein.

Dieser für das Textverständnis unlogische Aufbau und die in den Briefen offensichtlich wechselnden Perspektiven[14] sind Stilmittel, welche Hoffmann absichtlich in dieser Anordnung gewählt hat.

3.1 Nathanael als Erzähler

Nathanael ist der erste Erzähler, den der Leser kennenlernt und aus dessen Sicht er das Geschehen betrachtet. Bemerkenswert ist meiner Meinung nach schon der erste Satz –„ Gewiss seid ihr alle voll der Unruhe [... ]“ (S. 3)- da hier dem Leser das Gefühl vermittelt wird, dass es einen Grund zur Besorgnis gibt. Die beunruhigende und unheimliche Atmosphäre, in der der Leser nie ganz die Handlung versteht, wird also vom ersten Satz an bewusst kreiert.

In diesem Brief wird die Emotionalität Nathanaels sowohl in positiver wie auch in negativer Hinsicht deutlich: „Stündlich gedenke ich euer aller und in süßen Träumen geht mein holdes Clärchen freundliche Gestalt vorüber und lächelt mich mit ihren hellen Augen so anmutig an, wie sie wohl pflegte, wenn ich zu euch hineintrat“ (S.3) Gefühlvoll und liebend charakterisiert er Clara, um im selben Absatz seine Erlebnisse mit dem Sandmann sehr düster und dramatisierend zu beschreiben: „Dunkle Ahnungen eines grässlichen mir drohenden Geschicks breiten sich wie schwarze Wolkenschatten über mich aus, undurchdringlich jedem freundlichen Sonnenstrahl.“ (S.3) Mit diesem emotionalen Schreiben und der darin enthaltenen subjektiven Sichtweise Nathanaels werden er selbst und das Stück an sich beim Leser eingeführt und die phantastische Handlung doch kaum erklärt.

Nathanael greift in diesem Brief auch gleich die Reaktion der Adressaten auf, die ihn für einen „aberwitzigen Geisterseher“ (S.3) halten oder ihn auslachen könnten. (Vgl. S. 4) Durch diesen Vorgriff wertet er in gewisser Hinsicht seine Geschichte ab, unterstreicht damit aber auch, dass er sich zwar bewusst ist, Unglaubliches gesehen und erlebt zu haben, dies aber für ihn bedrohliche und lebendige Realität war.[15]

Dieser Zwiespalt, in dem sich Nathanael befindet, drückt er direkt in seinem Brief aus: „Ach, mein herzlieber Lothar! Wie fange ich es denn an, dich einigermaßen empfinden zu lassen, dass das, was mir vor einigen Tagen geschah, denn wirklich mein Leben so feindlich zerstören konnte.“ (S.3) Nathanael thematisiert hier im Brief selbst, wie er diesen am besten und wirkungsvollsten schreiben soll. Diese Methode übernimmt auch der Erzähler und problematisiert vor dem eigentlichen Erzählen die Schwierigkeit etwas adäquat auszudrücken.. Dieses besondere erzählerische Mittel fordert den Leser, in diesem Fall Lothar bzw. letzten Endes Clara, heraus sich aktiv mit der folgenden Handlung auseinanderzusetzen. Natürlich übernimmt auch der heutige Leser des Briefes diese Haltung gegenüber dem Geschehen.[16] Freud bringt die Wirkung dieser subjektiven Erzählstrategie auf den Punkt. Dem Leser würde es ermöglicht durch das Perspektiv des Optikers Coppolas zu schauen.[17]

Der zweite Brief Nathanaels als Antwort auf Claras Schreiben hat eine ganz andere Wirkung. Der Brief ist weniger emotional, da er über die Vorgänge mit seinem Professor gesprochen hat und dieser ihm verdeutlichen konnte, dass Coppola und Coppelius im Gegensatz zum ersten Brief nicht ein und dieselbe Person sind. So zeigt sich hier eine Charaktereigenschaft Nathanaels, die ihn als vertrauenswürdigen Erzähler für den Leser untauglich macht. Nathanael ist sehr beeinflussbar durch andere Meinungen, worauf sich auch seine Wahrnehmung der Wirklichkeit gründet. Dem Leser ist an dieser Stelle schon völlig unklar, wie er die Situation bewerten soll und inwiefern sie der Realität entsprochen hat.[18]

3.2 Clara als Erzählerin

Clara schreibt ihre Antwort ganz im Gegensatz zum emotionalen Brief Nathanaels in einem weitgehend nüchternen Ton.[19] Ihre ausführlichen Erklärungen über das tatsächliche Geschehen zeigen zum ersten Mal die Multiperspektivität in der Erzählweise des Stücks. Hier wird ein Sachverhalt aus zwei unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und bewertet.[20]

Mit ihrem Brief gibt Clara allerdings Nathanael auch unmittelbare Rückmeldung, ob sein Versuch „dich nur einigermaßen empfinden zu lassen [... ], was mir vor einigen Tagen geschah“ (S. 3) gelungen ist oder nicht. Die Erschütterung Claras über den Brief und die Albträume vom Wetterglashändler Coppola sprechen für sich. Nathanael hat ihn in seinem Brief lebendig werden lassen. Zwar setzt Clara Nathanael ihre objektive Sichtweise entgegen, allerdings schürt die enorm erschreckende Wirkung des Briefes auf Clara beim Leser Angst und Unsicherheit.[21] Ich würde soweit gehen zu behaupten, dass der Leser Nathanael nach diesen beiden Briefen ein gewisses Mitgefühl entgegenbringt.[22]

Das Gegenteil bewirkt Nathanael in seinen späteren poetischen Versuchen, als er Clara seine Gedichte vorliest:

„ [... ] jetzt waren seine Dichtungen düster, unverständlich, gestaltlos, sodass, wenn Clara schonend es auch nicht sagte, er doch wohl fühlte, wie wenig sie davon angesprochen wurde. Nichts war für Clara tötender, als das Langweilige;“ (S. 22-23)

Diese Kritik Claras wird zusätzlich vom Erzähler unterstützt, der kurz darauf im Text Nathanaels Dichtungen ebenso als sehr langweilig bezeichnet.[23] Für den Leser ist es unmöglich abzuschätzen, wie gut oder langweilig das Gedicht wirklich war, und er kann sich daher nur der abwertenden Meinung anschließen.[24]

3.3 Der Erzähler

Der Erzähler greift unmittelbar nach den drei Briefen in die Handlung ein und thematisiert, wie schon Nathanael kurz in seinem Brief an Lothar, zuerst seine Schwierigkeiten mit dem Schreiben. Er möchte, dass das Erzählte den Leser trifft „wie ein elektrischer Schlag“ (S. 18), doch jedes Wort scheint „farblos und frostig und tot“(S. 18). Diese Problematik zeigt das bereits erwähnte Motiv E.T.A. Hoffmanns, das innere Geschehen mit allen seinen Emotionen und Zuständen im Stück auszudrücken.[25]

Der Erzähler nimmt direkten Bezug auf den abrupten Anfang durch die drei Briefe und rechtfertigt sich: „Mir kam keine Rede in den Sinn, die nur im mindesten etwas von dem Farbglanz des inneren Bildes abzuspiegeln schien. Ich beschloss gar nicht anzufangen. Nimm, geneigter Leser! die drei Briefe, welche Freund Lothar mir gütigst mitteilte, [... ] (S.19) Der Erzähler schildert damit sein Problem mit der Darstellungsweise und gibt es im gleichen Satz an den Leser weiter. Diesem hat er die gleichen Informationen, die drei Briefe, gegeben, die auch ihm vorliegen, und nun muss der Leser sich selbst in das Geschehen einfinden.[26]

Hier zeigt sich die Rolle des Erzähler, der weder allwissend ist noch dem Leser Interpretationsansätze im Text bietet. Vielmehr lässt sich der Erzähler als informierter und wertender Kommentator beschreiben, der aber diese Funktion an entscheidenden Stellen nicht erfüllt. Der Leser kann also nicht auf dessen Kompetenz oder Wissen vertrauen.[27] Dieser Schwachpunkt im Erzähler spiegelt sich auch in der Kausalität der Passagen wider, die im Text von ihm erzählt werden. Im Vergleich zu von Nathanaels äußert kausalarmen Abschnitten und Claras ausführlich begründeten Erzählungen, berichtet der Erzähler zwar klarer, aber nicht ganz so fundiert von dem Geschehen.[28]

[...]


[1] Diese Meinung gründet sich auf die im Text beschriebene Absicht des Erzählers ein Portrait zu malen und wird mehrfach in der Sekundärliteratur zum Ausdruck gebracht. Vgl. dazu Calian, Nicole: „ Bild – Bildlichkeit, Auge- Perspektive“ in E.T.A Hoffmanns Der Sandmann. Der Prozess des Erzählens als Kunstwerdung des inneren Bildes. In: E.T.A Hoffmann Jahrbuch. Mitteilungen der E.T.A Hoffmann-Gesellschaft 12 (2004), S. 37-51, hier S.45,50.

[2] Hoffmann, E.T.A.: Der Sandmann. Stuttgart: 2003, S.18. Im Folgenden werden ich Zitate aus der Quellenliteratur nur noch mit der Seitenzahl direkt hinter dem Zitat kennzeichnen.

[3] Vgl. Schroeder, Irene: Die Rede vom Farbenglanz des inneren Bildes. Darstellungen abweichender Wahrnehmung und ver-rückten Erlebens anhand von E.T.A Hoffmanns „Der Sandmann“. In: Akten des X. internationalen Germanistikkongresses Wien 2000 „Zeitwende- Die Germanistik auf dem Weg vom 20. ins 21. Jahrhundert“. Hg. v. Peter Wiesinger. Bd. 10. Bern: 2003 (= Jahrbuch für internationale Germanistik Reihe A Kongressberichte, 62), 251-260, hier S. 251-252.

[4] Vgl. S. 41.

[5] Vgl. Küpper, Achim: Aufbruch und Sturz des heilen Textes. Ludwig Tiecks Liebeszauber und E.T.A Hoffmanns Sandmann: Zwei „Märchen aus der neuen Zeit“. In: E.T.A Hoffmann Jahrbuch. Mitteilungen der E.T.A Hoffmann-Gesellschaft 13 (2005), S. 7-28, hier S. 20-22.

[6] Vgl. ebd., S. 22-23.

[7] Vgl. Walter, Jürgen: Das Unheimliche und seine Wirkungsfunktion. Eine rezeptionsästhetische Analyse von E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“. In: Mitteilungen der E.T.A Hoffmann-Gesellschaft 30 (1984), S. 15-33, hier S. 17-23.

[8] Freud, Sigmund: Das Unheimliche. In: E.T.A Hoffmanns Leben und Werk in Daten und Bildern. Hg. v. Gabrielle Willkop-Ménardeau. Frankfurt am Main: 1968, S. 7-18.

[9] Vgl. Bronfen, Elisabeth: Philosophie der Vernunft, Literatur des Schreckens. Stanley Cavells Lektüren als Cross-Over. In: Profile, Magazin des österreichischen Literaturarchivs der österreichischen Nationalbibliothek 7 (2004), S.68-84.

[10] Ebd., S. 81.

[11] Ebd., S.81.

[12] Vgl. dazu das Originalzitat Freuds in seinem oben genannten Aufsatz über das Unheimliche, der diese Stelle wie folgt paraphrasiert: Oben zieht eine merkwürdige Erscheinung von etwas, was sich auf der Straße heranbewegt, die Aufmerksamkeit Claras auf sich. Nathanael betrachtet dasselbe Ding durch Coppolas Perspektiv, das er in seiner Tasche findet, wird neuerlich vom Wahnsinn ergriffen [... ].(S. 11)

[13] Auf die besondere Rolle Claras in dieser Schlussszene werde ich im Abschnitt 3.3 genauer eingehen.

[14] Erst im fünften Abschnitt soll auf den unmerklichen Perspektivenwechsel während des Handlungsablaufes eingegangen werden.

[15] Vgl. Calian, Nicole: Bild-Bildlickeit. Auge-Perspektive, S. 47.

[16] Vgl. Schroeder, Irene: Das innere Bild und seine Gestaltung. Die Erzählung Der Sandmann als Theorie und Praxis des Erzählens. E.T.A Hoffmann Jahrbuch. Mitteilungen der E.T.A Hoffmann-Gesellschaft 9 (2001), S.22-33,hier S. 24. Der Erzähler wählt eine ähnliche, aber ausgeprägtere Vorgehensweise, um den Leser aktiv an der Handlung zu beteiligen. Der Abschnitt 3.3 geht auf diesen Punkt genauer ein.

[17] Vgl. Freud, Sigmund: Das Unheimliche, S. 12.

[18] Vgl. Schroeder, Irene: Das innere Bild und seine Gestaltung, S.26.

[19] Vgl. Lohr, Dieter: Stilanalyse als Interpretation. Kausalität, Raum und Zeit in E.T.A Hoffmanns Erzählung Der Sandmann. Osnabrück: 2000, S. 26.

[20] Der fünfte Abschnitt geht detailliert auf die Multiperspektivität des Stückes ein.

[21] Vgl. Schroeder, Irene: Das innere Bild und seine Gestaltung, S. 24.

[22] Vgl. dazu auch Calian, Nicole: Bild- Bildlichkeit, Auge- Perspektive, S. 47. Hier wird zwar auch die Absicht Nathanaels betont die Leser seines Briefes aktiv aufzunehmen, allerdings sieht Calian den Erfolg in der Umsetzung kritisch und als fehlgeschlagen.

[23] Vgl. S. 23.

[24] Hier zeigt sich bereits deutlich, wie sehr der Leser in seiner Interpretation auf die Meinungen der verschiedenen Figuren und des Erzählers angewiesen ist. Im Abschnitt 5.1 werde ich genauer auf dieses Problem des Lesers eingehen.

[25] Der zweite Abschnitt setzt sich detaillierter mit diesem Motiv E.T.A Hoffmanns auseinander.

[26] Vgl. Vogel, Nicolai: E.T.A Hoffmanns Erzählung Der Sandmann als Interpretation der Interpretation. Frankfurt am Main u.a.: 1998 (= Münchner Studien zur literarischen Kultur in Deutschland, 28), S. 27; vgl. dazu auch Sommerhage, Claus: Hoffmanns Erzähler. Über Poetik und Psychologie in E.T.A. Hoffmanns Nachtstück „Der Sandmann“, S. 520. In: Zeitschrift für deutsche Philologie 106 (1987), S. 513-534, hier S. 527.

[27] Vgl. Schroeder, Irene: Das innere Bild und seine Gestaltung, S. 26; vgl. ebenso Vogel, Nikolai: E.T.A Hoffmanns Erzählung Der Sandmann als Interpretation der Interpretation, S. 78.

[28] Vgl. Lohr, Dieter: Stilanalyse als Interpretation, S. 27.

Details

Seiten
22
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783640193660
Dateigröße
493 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v117001
Institution / Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz – Germanistik
Note
1,4
Schlagworte
Erzählstrategie Wirkung Hoffmanns Erzählung Sandmann“ Unheimliches Sehen

Autor

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Titel: Die Erzählstrategie und ihre Wirkung in E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“