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Zur Beziehung zwischen der Motivation und dem Sprachverlust beim Fremdsprachenlernen

Seminararbeit 2005 28 Seiten

Didaktik - Deutsch - Deutsch als Fremdsprache

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Muttersprache (L1) und die Fremdsprachen (L2..Lx)
2.1. Die Muttersprache (L1) und das Erwerben
2.2. Die Fremdsprache (L2..Lx) und das Lernen
2.3. Sprachenlernen und Spracherwerb
2.4. Der Lerner und der Fremdsprachunterricht

3. Formen des Sprachverlustes
3.1. Die Aphasie
3.2. Das Vergessen

4. Vergessenstheorien
4.1. Spurenzerfalltheorie (Zerfalltheorie) und die Vergessenskurve
4.2. Interferenztheorie
4.3. Die Retrieval-Failure- Theorie

5. Der Ablauf des Fremdsprachverlustes und die Hypothesen für den Fremdsprachverlust
5.1. Die Erwerbsphase und die Inkubationsphase
5.2. Hypothesen für den Fremdsprachverlust
5.2.1. Regressionshypothese
5.2.2. Linguistik-Feature-Hypothese
6. Faktoren, Die den Sprachverlust beeinflussen
6.1. Psychologische und Soziopsychologische Faktoren
6.2. Das Alter

7. Welche Bereiche sind vom Sprachverlust betroffen?

8. Der Faktor Motivation und die Fremdsprache
8.1. Motiv- Motivation- Emotion
8.2. Antrieb und Motivation
8.3 Motivation und Neugier

9. Motivationstypen
9.1. Instrumentelle Motivation (Orientierung)
9.2. Integrative Motivation (Orientierung)
9.3. Intrinsische Motivation
9.4. Extrinsische Motivation

10. Schluss

Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Die Sprache ist ein besonderer Unterschied zwischen den Menschen und den Tieren. Sie ist ein sehr wichtiges Kommunikationsmittel. Jeder Mensch auf dieser Welt benutzt in seiner eigenen Gesellschaft die gleiche Sprache um zu kommunizieren oder mit dem Erlernen einer Fremdsprache sich mit einer anderen Gesellschaft und deren Sprachen in Kommunikation setzt. Jedes Volk hat seine eigene Sprache und so kommt es dazu, dass auf dieser Welt viele Sprachen herrschen und diese Sprachen stehen normalerweise für jeden als eine Fremdsprache nach der Muttersprache. In unserer Zeit gibt es viele Gründe, die die Fremdsprache zu einem sehr wichtigen Punkt bringt. Diese sind z.B. politische, ökonomische, gesellschaftliche Gründe usw. Deshalb ist es für alle Staaten wichtig, dass ihr Volk mehr als eine Fremdsprache nach ihrer Muttersprache beherrschen oder lernen. Aber das ist nicht so einfach wie man es sich vorstellt. Viele Menschen haben Schwierigkeiten beim Erlernen einer Fremdsprache und haben Motivationsprobleme.

In dieser Arbeit wird als erster Schritt vorgelegt was die Muttersprache und die Fremdsprache ist und welche Faktoren beim erwerben und erlernen dieser Sprachen eine Rolle spielen. Der Unterschied von dem Erwerben und dem Lernen wird demnach auch erläutert.

Der zweite Schritt dieser Arbeit ist der Fremdsprachverlust. Hier werden zuerst die Begriffe die Aphasie, das Vergessen und die Vergessenstheorien definiert. Dann wird der Ablauf des Fremdsprachenverlustes und die Hypothesen für den Fremdsprachenverlust erklärt. Im zweiten Schritt werden zuletzt die Faktoren, die den Sprachverlust beeinflussen erläutert und welche Bereiche vom Sprachverlust betroffen sind gezeigt.

Dann als dritter Schritt und letzter Schritt wird der der Faktor Motivation während das Erlernen einer Fremdsprache erklärt und die Motivation wird umfänglich mit ihren Arten definiert. Nebenbei werden auch die Begriffe Emotion und Interesse mit der Motivation zusammen als wichtige Faktoren im Leben des Menschen geschildert.

2. Die Muttersprache (L1) und die Fremdsprachen (L2..Lx)

2.1. Die Muttersprache (L1) und das Erwerben

Als Muttersprache bezeichnet man eine Sprache, die in der frühen Kindheit ohne formalen Unterricht erworben ist . Die Muttersprache ist so dominant, dass man sie außer einer Hirnschädigung (einer Aphasie) oder einer Krankheit nie zu einem Vergessen oder zu einem Verlust kommt, weil der Mensch mit dieser Sprache oder Sprachen[2] seit seiner Geburt entgegensteht.[1]

Ein anderer Begriff ist die Erstsprache, die Synonym mit der Muttersprache verwendet wird. Der Erstsprache kann aber nicht immer als eine Muttersprache definiert werden. Die Erstsprache ist eine Sprache, die als wichtiger gilt als die eigene Muttersprache. Die Familien streben dafür, dass ihre Kinder „die besser angesehene und vermeintlich nützlichere Sprache zu sprechen. Dies geschieht meist mit dem Hintergedanken, dass die Kinder später ein erfolgreiches Leben führen sollen. Die eigentliche Muttersprache wird dann oft nur "nebenbei" erlernt und aktiv nicht mehr wirklich beherrscht. Ein ähnlicher Effekt tritt oft auch bei Dialekten auf.“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Erstsprache)

Nach diesen Definitionen ist es sichtbar, dass alle Menschen ihre Muttersprache von ihrer Geburt an anfangen zu erwerben. Dieser Erwerb ist ein natürlicher Prozess des Reif Werdens. Das ist wie das Laufen lernen. Erst muss das Baby seine Umgebung beobachten, dann fängt es an alles nachzumachen, aber dafür muss er natürlich erst reif werden. Der Mutterspracherwerb kann nach diesem reif werden anfangen und das Baby hat schon bis zu dieser Zeit manches gehört. So kann es mit seiner natürlicher Spracherwerbsfähigkeit die Muttersprache erwerben. Dazu gehört auch wie schon gesagt eine Lernumwelt z.B. Familie, Verwandte usw. mit der es seine Beobachtungen macht. Also kann man so eine Sprache, die schon so früh erworben wird niemals vergessen.

Nach Neuner und Hufeisen (2001) beinhaltet der Erwerb einer Muttersprache (L1) die Generelle Spracherwerbsfähigkeit und die Lernumwelt:

Erwerb einer L1:

Generelle Spracherwerbsfähigkeit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

L1 (Neuner, Hufeisen 2001: 32)

Beim Erwerben der Muttersprache hat der Faktor Motivation keine Funktion als ein Antrieb um die Sprache zu erwerben. Das Kind braucht keine Motivation es erwirbt die Muttersprache von selbst. Dies ändert sich natürlich beim Erlernen einer Fremdsprache sehr viel. (Siehe: 2.2. Die Fremdsprache (L2..Lx) und das Lernen). Für das Erwerben einer Muttersprache wird das Begriff Erstspracherwerb benutzt.

- Erstspracherwerb (ESE)

Man spricht von einem Erstspracherwerb, wenn der Mensch, -gewöhnlich ein Kind- noch keine Sprache erworben hat und die Sprache seines Volkes erwirbt. Er lernt sie als eine soziale Entwicklung in seiner Gesellschaft neben seiner physiologischen Entwicklung. Wenn der Mensch bereit ist fängt er an zu sprechen wie das Laufen. Bis zur Schulzeit hat normalerweise jeder Mensch seine Muttersprache oder Erstsprache schon erworben und in der Schule wird sie erweitert.

In der physiologischen Entwicklung des Menschen gibt es in bestimmten Zeiten eine Zeit, indem ein Verhalten aktiviert bzw. gemacht werden muss sonst kommt es zu Schwierigkeiten z.B. das Laufen. Das nennt man als die „kritische Spanne (critical period)“ (Klein 1984: 22). Der Erstspracherwerb hat auch eine kritische Spanne und diese Zeit ist die Kindheit um die Muttersprache zu lernen. „ Nur in einer bestimmten Zeitspanne, die etwa vom zweiten Lebensjahr bis in die Pubertät reicht, verfügt das Gehirn, über eine gewisse Plastizität, die ihm eine besondere Form des Spracherwerbs, eben den ESE des Kindes gestattet“. (Klein 1984: 22).

2.2. Die Fremdsprache (L2..Lx) und das Lernen

Nachdem das Erwerben der Muttersprache abgeschlossen ist, also das Erstspracherwerb nennt man jede danach gelernte Sprache als eine Fremdsprache.

Eine Fremdsprache ist eine Sprache, „die nicht die Muttersprache einer Person ist. Eine solche fremde Sprache eignet sich eine Person nur durch bewusstes Lernen.“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Fremdsprache).

Mit der Fremdsprache ist auch eine Sprache gemeint, „die außerhalb ihres normalen Verwendungsbereiches-gewöhnlich im Unterricht- gelernt und dann nicht neben der Erstsprache zur alltäglichen Kommunikation verwendet wird.“ (Klein 1984: 31).

Mit dem Erlernen einer Fremdsprache (L2) ändert sich nun die Vorgehensweise mit der Sprache. Nun ist sie eine Fremde Sache. Weil es Fremd ist muss nun der Faktor Motivation mitspielen.

„Das Individuum bringt allgemeine Lebens- und Lernerfahrungen und Strategien in den Lernprozess ein. L1 interagiert –positiv oder auch negativ- in individuell unterschiedlichem Ausmaß mit dem L2 –Lernprozess.“ L1

(Neuner und Hufeisen 2001: 33)

L2

Nach dem Lernen der ersten Fremdsprache(L2) kommt die zweite Fremdsprache(L3) und der Mensch hat nun von der L1 und der L2 bestimmte Kenntnisse über Sprachlernen. Nach diesem Erlernen der L3 ändert sich nicht vieles bei der L4...Lx. Nur die Erlernte Sprache wird hinzugefügt:

Generelle Spracherwerbsfähigkeit

Nach diesen Äußerungen ist es Sichtbar wie sich der Mensch nach seinem Erwerb der Muttersprache mit dem Erlernen anderer Fremdsprachen sich ganz positiv entwickelt. Er lernt nicht nur die Sprache einer anderen Gesellschaft, sondern auch deren Kultur. So erweitert der Mensch seinen Horizont und ist nicht mehr die Person mit einer einzigen Perspektive.

2.3. Sprachenlernen und Spracherwerb

Immer wenn man mit der Muttersprache und mit den Fremdsprachen zur Rede kommt, werden die Begriffe Erwerben und Lernen ein Begriffsproblem. Einige Wissenschaftler haben die Unterscheidung dieser Begriffe in diesem Sinne formuliert:

Sprachenentwicklung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Lernen („learning“) Erwerb („acquisition“)

Gesteuertes Lernen natürliches Lernen

Explizites Lernen implizites Lernen

Bewusstes Lernen unbewusstes Lernen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Edmondson, House 2000:11)

„Nach dieser Unterscheidung findet Spracherwerb bei der Erstsprachenentwicklung statt: Die Sprache wird intuitiv, meistens unbewusst durch soziale Kontakte entwickelt. Sprachenlernen [ist] dagegen ein bewusster Prozess, in dem Regeln gelernt und angewendet werden.“ (Edmondson, House 2000:12).

2.4. Der Lerner und der Fremdsprachunterricht

Nun ist es sehr offen wie unterschiedlich es ist eine Sprache zu erwerben und zu lernen. Der Lerner lernt eine Fremdsprache im Unterricht oder in einem Kurs. Weil diese Sprache Fremd ist fällt es manchen schwer sie zu lernen und den anderen vielleicht leicht. Manche Lernende sind im Unterricht sehr aktiv die anderen immer passiv. Man geht davon aus dass der Faktor Motivation hier eine wichtige Rolle spielt. Hier ist die Frage warum die meisten Fremdspracherlernende die gelernte Sprache schon nach einer kurzen Zeit vergessen haben und wie wichtig war die Motivation im Unterricht und nach dem Erlernen einer Fremdsprache? In den folgenden Teilen dieser Arbeit wird nun versucht diese Fragen nach den Wissenschaftlichen Untersuchungen, Theorien und Ergebnissen zu beantworten.

3. Formen des Sprachverlustes

3.1. Die Aphasie

Die Aphasie kann man als Sprachverlust definieren, aber das wird dann nicht so richtig, weil sie nur in bestimmten Teilen nur ähnlich sind. Bei dem Sprachverlust ist es ein ganzer Verlust, aber bei der Aphasie kommt es nicht zu einem totalen Sprachverlust.

„Eine Aphasie entsteht durch Verletzungen bestimmter Bereiche des Gehirns und drückt sich in mehr oder weniger schweren Beeinträchtigungen der sprachlichen Fähigkeiten aus. Unsere Sprache umfasst vier Leistungsbereiche: Verstehen, Sprechen, Lesen, Scheiben. Bei einer Aphasie sind in der Regel alle diese Bereiche negativ betroffen, aber fast nie kommt es zu einem völligen Verlust der Sprache. Meistens berichten Aphasiker, dass die Sprache zwar noch im Kopf gespeichert ist, aber nicht mehr gezielt zur Verfügung steht.“

(http://www.bessersprechen.de/aphasie.htm)

Eine Aphasie erstreckt sich meistens auf alle vier Leistungsbereiche der Sprache (Verstehen, Sprechen, Lesen, Scheiben). Man sagt, dass es dementsprechend zu diesen folgenden Defiziten kommen kann:

- „Wortfindungsstörungen
- Abweichungen in der Lautstruktur der Wörter
(von einfachem sich versprechen bis hin zu Wortneuschöpfungen / Wortsalat)
- Störungen der Fähigkeit, Sätze zu bauen (bis hin zu Einwortäußerungen oder Telegrammstil)
- Störungen des Sprachverständnisses
- Störungen des Lesesinnverständnisses
- Störungen des Schreibens
- Störungen des Nachsprechens und des Sprachgedächtnisses
- Störungen der Kommunikation(Konzentrationsschwächen, falsches Redeverhalten)“

[...]


[1] L1: Muttersprache- L2: die erste Fremdsprache- L3: Die zweite Fremdsprache.

[2] Manche Menschen erwerben nicht nur eine Sprache z.B. Bilinguale.

Details

Seiten
28
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783640198146
ISBN (Buch)
9783640198467
Dateigröße
570 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v116879
Note
1.7
Schlagworte
Beziehung Motivation Sprachverlust Fremdsprachenlernen

Autor

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Titel: Zur Beziehung zwischen der Motivation und dem Sprachverlust beim Fremdsprachenlernen