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Früher Fremdsprachenerwerb

Seminararbeit 2008 11 Seiten

Didaktik - Deutsch - Deutsch als Fremdsprache

Leseprobe

Inhalt

1 Einführung

2 Muttersprache-Erstsprache (L1)

3 Fremdsprache (L2)

4 Die Synergie zwischen der Muttersprache und der neuen Fremdsprache

5 Frühe Fremdsprache und Motivation

6 Früher Fremdsprachenunterricht und Sprachbewusstsein „language awareness“

7 Eltern-Lehrkraft- Schule Interaktion und Schlussfolgerung

8 Literatur

1 Einführung

„Die Sprache ist unsere zweite Luft. In ihr Leben wir, in ihr atmen wir von Minute zu Minute. Noch in den Träumen ist sie da. Wem die Sprache genommen wird, erstickt. Das kleine Kind wird von der Mutter genährt mit der Milch und mit der Sprache. Über das Reden, hörend und antwortend, kommen wir erst wirklich auf die Welt.“ Dieses Zitat des Literaturwissenschaftlers Peter von Matt erläutert welchen Wert eine Sprache für den Menschen hat. Die Kinder unserer Zeit brauchen aber mehr als nur ihre Muttersprache. So schrieb Erich Kästner in seinem Gedicht „Als ich ein kleiner Junge war“ dass die „Kinder viel mehr zuwege[bringen]. Und nebenbei wachsen sie auch noch.“

Die Erkenntnisse über die fremdsprachliche Frühförderung von Kleinkindern und Kindern haben sich in den letzten Jahren entscheidend weiterentwickelt. Man hat vieles gefragt, beantwortet und kritisiert. Nun möchte ich manche Themen anhand des frühen Fremdsprachenerwerbs bearbeiten, die ich als wichtige Punkte sehe und die meines Erachtens zu vertiefen sind. Anfangs werde ich äußern was eigentlich Muttersprachenerwerb und Fremdsprachenerlernen war und folglich welchen Motivationstyp der kleine Schüler haben könnte und auch ob die erworbene Muttersprache ins Spiel (Fremdsprachenunterricht) gesetzt werden sollte so dass der kleine Fremdsprachenlerner seinen Sprachbewusstsein entwickeln kann.

Zum Schluss möchte ich auch an die Wichtigkeit der Eltern-Lehrkraft- Schule Interaktion eingehen.

2 Muttersprache-Erstsprache (L1)

Das Kind lernt seine Muttersprache, weil es von Natur aus darauf ausgerichtet ist, auf eine Sprache zu achten und aus dem auf ihn einströmenden Sprachfluss die bedeutungshaltigen Aspekte der Muttersprache zu bemerken, zu erinnern und zu nutzen (Miller 1965 zitiert von Wieczerkowski 1971,95).

Man spricht von einem Erstspracherwerb oder einem Mutterspracherwerb, wenn der Mensch, -gewöhnlich ein Kind- noch keine Sprache erworben hat und die Sprache seines Volkes erwirbt. Er lernt sie als eine soziale Entwicklung in seiner Gesellschaft neben seiner physiologischen Entwicklung. Wenn der Mensch bereit ist, fängt er an zu sprechen wie das Laufen. In diesem Zusammenhang erwirbt das Kind eine Muttersprache, „weil es von Natur aus darauf ausgerichtet ist, auf eine Sprache zu achten und aus dem auf ihn einströmenden Sprachfluss die bedeutungshaltigen Aspekte der Muttersprache zu bemerken, zu erinnern und zu nutzen“ (Wieczerkowski 1971, 95).

Nach Neuner & Hufeisen (2001) beinhaltet der Erwerb einer Muttersprache (L1) die generelle Spracherwerbsfähigkeit und die Lernumwelt:

Erwerb einer L1:

- Generelle Spracherwerbsfähigkeit
- Lernumwelt

(Neuner & Hufeisen 2001, 32)

3 Fremdsprache (L2)

Beim Fremdsprachenerwerb handelt es sich um einen organisierten Spracherwerb. Der Lernende verfolgt die Anleitungen der Lehrkraft oder der Sprachbücher. Das Erlernen der Fremdsprache kann nur stattfinden, wenn der Erstsprachenerwerb bereits fortgeschritten ist, denn das Erlernen der neuen Sprache stützt sich auf die Muttersprache.

Erlernen einer L2:

- Generelle Spracherwerbsfähigkeit
- Lernumwelt
- Individuelle Lebens- und Lernerfahrungen und -strategien
- Motivation
- aptitude
- L1

(Neuner und Hufeisen 2001, 33)

Sprachen lernen ist nie wieder so einfach wie im Kleinkindalter. Diese wertvolle Phase sollte man nutzen. In dieser Lebensphase ist das Gehirn darauf ausgerichtet, sprechen zu erlernen. Unabhängig von der Anzahl der Sprachen, lernt Ihr Kind schnell und gut und spielerisch – wenn es regelmäßig mit der Sprache in Berührung kommt. Und was ist nun mit seiner Vorleistung –Muttersprache? Soll es im frühen Fremdsprachenunterricht dabei sein oder nicht?

4 Die Synergie zwischen der Muttersprache und der neuen Fremdsprache

„Beim Erwerb einer Fremdsprache kann die Muttersprache (oder eine andere Sprache, die man schon beherrscht) als wirksame Vermittlungsinstanz fungieren. Anfänglich ist die Beteiligung der Muttersprache im Verstehensprozess nicht nur hilfreich, sondern sogar unvermeidbar“(Butzkamm 1993,23).

- Die Muttersprache als Vorleistung für die Fremdsprache

„Die muttersprachlichen Vorleistungen, auf die jeder Fremdsprachenunterricht selbstverständlich zurückgreift, beziehen sich auf unser allgemeines Welt-und Selbstverständnis, etwa auch das Erkennen der Zeichenfunktion und dass Wörter etwas bedeuten.[…] Muttersprachliche Vorleistungen gibt es auf allen Ebenen der Sprache[…] wir lernen an ihr und mit ihr überhaupt.[…] Muttersprache ist der Wegweiser jeder späteren Sprache(Pathfinder hypothesesis)“(Butzkamm 1993,21). Sie ist auch ein „Wegbereiter jeder späteren Sprache“ und ein „Wegkürzer (short-circuiting)“(Butzkamm 1993,145f).

„Eine fremde Sprache muss man von der Muttersprache aus lehre, in engster Verbindung und ständiger Auseinandersetzung mit der Muttersprache; es muss ein unablässiges Gespräch zwischen den beiden Sprachen sein, das beide klärt und festigt, erweitert und vertieft“(Wandruszka 1979 zitiert von Butzkamm 1993,183).

Bei der Einbeziehung der Muttersprache muss auf allen Ebenen der Unterrichtsgestaltung vorhanden sein . So kann einerseits lassen sich zahlreiche Unterrichtsschritte mit Hilfe der Muttersprache der Lerner ökonomisieren, zum anderen beschleunigt der funktionale und formale Sprachvergleich den Aufbau von Sprach- und Sprachlernbewusstsein (Barkowski 1995,362). Die Gefahr einer Degenerierung der Muttersprache besteht nicht. Im Gegenteil: Die Kinder erleben ihre Muttersprache viel bewusster.

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Details

Seiten
11
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640189816
ISBN (Buch)
9783640194209
Dateigröße
377 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v116877
Note
1.7
Schlagworte
Früher Fremdsprachenerwerb

Autor

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Titel: Früher Fremdsprachenerwerb