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Bildungsarbeit mit älteren Menschen

Seminararbeit 2007 19 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Gliederung

1. Hinleitung zum Thema

2. Begriffsbestimmungen
2.1 Definition Bildungsarbeit
2.2 Begriffsbestimmung „Ältere Menschen“
2.3 Genauere Beschreibung von Bildungsarbeit mit älteren Menschen

3. Ziele und Zwecke der Bildungsarbeit

4. Bildungsmöglichkeiten
4.1 Die Volkhochschule
4.2 Seniorenuniversitäten bzw. universitäre Weiterbildung

5. Didaktische Überlegungen
5.1 Methoden

6. Grenzen der Bildungsarbeit
6.1 Grenzsetzungen durch die Teilnehmer

7. Reflexion bzw. eigene Bewertung

8. Literaturverzeichnis und Quellenangaben

1. Hinleitung zum Thema

Die demographische Entwicklung unserer Gesellschaft stellt hohe Ansprüche und damit eine Herausforderung für den Sozialstaat dar. Es gibt immer mehr ältere und weniger jüngere Leute. Die Geburtenrate geht zurück, hingegen steigt die Lebenser­wartung voraussichtlich auch weiterhin an. Im Jahr 2050 wird es doppelt so viele äl­tere Menschen wie Neugeborene geben. Außerdem steigt die Lebenserwartung von Neugeborenen bei Mädchen auf 88,0 und bei Jungen auf 83,5, sollte die Geburten­häufigkeit konstant bei 1, 4 Kinder pro Frau bleiben. (vgl. http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerung/VorausberechnungBevoelkerung/InteraktiveDarstellung/InteraktiveDarstellung,templateId=renderPrint.psml). Der Sozialstaat, die Soziale Arbeit, die Hilfssysteme genauso wie die Angebote der Bildungsarbeit müssen sich daher auf die veränderten Ansprüche einer alternden Gesellschaft einstellen. Ältere Menschen sind häufiger politisch engagiert, wodurch sie politische Entscheidungen als Mehrheit der Gesellschaft stark beeinflussen können. Dies wird bisher kaum wahrgenommen.

Auch der medizinische Fortschritt trägt seinen Teil dazu bei, dass Menschen nicht nur älter werden, sondern im höheren Alter noch gesünder sind als früher.

„Es findet demnach sowohl ein Werte- als auch ein Strukturwandel statt und betrifft die Gesellschaft in allen ihren zentralen Bereichen.“ (HEÜVELDOP, 1987, S. 5)

Im Zeitalter der neuen Medien (Internet, Handy usw.) fällt es gerade den Älteren schwer sich auf diese einzustellen. Oft fehlt auch die Motivation sich mit solch komplizierten Dingen zu beschäftigen. Aber gerade dabei ist es wichtig, dass man sich über die Möglichkeiten der Weiterbildung von älteren Menschen Gedanken macht. Die Aufgabe der Landesinstitute zur Schule und Weiterbildung ist im Gesetz verankert. Das Landesinstitut (z.B. Nordrheinwestfalen) unterstützt dabei, Interessen herauszufinden und je nach Bedürfnissen Bildungsangebote zu entwickeln.

Im folgenden wird zunächst auf die entscheidenden Begriffe (Bildungsarbeit, Ältere Menschen und Bildungsarbeit für ältere Menschen) eingegangen. Außerdem sollen Ziele und Zwecke dieser Weiterbildung aufgezeigt werden. Danach werden Bildungsmöglichkeiten für ältere Erwachsene dargestellt und didaktische Überlegungen zu der Bildung angestellt.

2. Begriffbestimmungen

2.1 Definition von Bildungsarbeit:

„Mit Bildungsarbeit ist die freiwillige Weiterbildung gemeint, die von Ausbildung abzugrenzen ist. Sie dient der Zur-Verfügung-Stellung von Materialien für Fortbildung gesellschaftspolitisch Interessierter und Engagierter“. (http://www.ub.uni-duisburg.de/afas/Bewegungsarchive/html/body_glossar.html)

2.2 Begriffsbestimmung „Ältere Menschen“:

In der Literatur gibt es keine vereinheitlichte Definition von „Ältere Menschen“. ROSENMAYER/ROSENMAYER (1978) versuchten die Meinungen der aller Autoren wie folgend zusammenzufassen: Die Altergrenzen bewegen sich zwischen 40 und 70 Jahren, wobei der Schwerpunkt bei den 60 – 65- Jährigen liegt. Andererseits legen einige Autoren keinen Wert auf eine bestimmte Altersgrenze. Es wird der Begriff „Altwerden“ für die Lebensabschnitte von Geburt an bis zum Tod gewählt. Bei vielen Weiterbildungsangeboten rückt allerdings auch die Altersgrenze in den Hintergrund, da eher Schwierigkeiten, die Situation im Leben verbunden mit bestimmten Rollenbildern Grundlage für Angebote sein können. Daher wäre es nach BORCHERT/DERICHS-KUNSTMANN (1978) dann auch möglich, dass Jüngere die Kurse ebenfalls besuchen. (vgl. BEHRENS-COBET, 1984, S. 12)

2.3 Genauere Beschreibung von Bildungsarbeit für ältere Menschen:

„Bildungsarbeit mit Älteren Menschen beschäftigt sich mit den gesellschaftlichen Bedingungen sowie den alltäglichen Herausforderungen des Älterwerdens in der heutigen Zeit.“ (http://www.erwachsenenbildung-ekhn.de/556.0.html)

In diesem Sinn kann hier Bildung als Allgemeinbildung mit gesellschaftlicher Bedeutung beschrieben werden, wobei Bildung einen lebenslangen Prozess darstellt.

„(...) lebenslang zu lernen, d.h. ständig neue Erfahrungen und Einsichten sinnvoll

wertend zu verarbeiten und die eigenen Verstehens- und Deutungsmuster sowie den

eigenen Erkenntnis-, Aktions- und Verantwortungshorizont permanent so weiterzuentwickeln, dass sich über eine adaptive Sozialisation hinaus notwendige neue kreative Situationsbewältigungs-Kompetenzen erschließen.“ (DOHMEN, 1996b, S. 13.

Dazu zählt vor allem, dass Älteren die Möglichkeit der Teilhabe an der Gesellschaft erhalten bleibt, sie ihre nachberufliche Phase mitgestalten und selbst bestimmen können, gerade durch die freiwillige Weiterbildung im Alter. (vgl. http://www.forum-seniorenarbeit.de/media/custom/373_891_1.PDF?loadDocument&ObjSvrID=373&ObjID=891&ObjLa=1&Ext=PDF).

Als Synonyme für die Bildungsarbeit werden Begriffe wie Seniorenarbeit, Altenbildung, Geragogik, Gerontagogik, Weiterbildung im dritten Lebensalter oder Altenpädagogik verwendet. Je nach Begriff kann schon hier eine Art Stigmatisierung stattfinden, die durch den Titel Bildungsarbeit mit älteren Erwachsenen/Menschen vermieden werden soll.

Einerseits ist allerdings die Bildungsarbeit mit älteren Menschen von der Altersforschung abzugrenzen, da man sich bei der Forschung eher auf Teildisziplinen wie die Psychologie, die Medizin und die Soziologie konzentriert. Andererseits gilt die Bildungsarbeit als ein Teil der Gerontologie. (vgl. BEHRENS-COBET, 1984, S. 12)

3. Zwecke und Ziele der Bildungsarbeit mit älteren Erwachsenen

Wenn wir hören, dass ein älterer Herr oder eine ältere Frau noch einmal „die Schulbank drückt“ oder an der Universität studiert, regiert die Gesellschaft mit zwiespältigen Meinungen. Es gibt diejenigen, die respektvoll ihre Anerkennung zeigen und denjenigen für seinen Mut bewundern. Andererseits wird der Mann oder die Frau auch oft belächelt werden. Viele Menschen haben schon in ihrer Kindheit von dem Spruch gehört: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr! Wer kennt diese Aussage nicht? Sie wurde von neuen Forschungen längst wiederlegt, denn es verändern sich nur Fähigkeiten in unterschiedlichem Ausmaß. Beispielsweise ist ein älterer Mensch nicht mehr so ausdauernd und ist durch altersbedingte Einschränkung der Sinnesorgane nur langsamer aufnahmefähig. In den didaktischen Überlegungen (Punkt 5) werden daher einige Tipps gegeben, wie man in der Praxis damit umgehen sollte.

Im Bericht der Kommission Weiterbildung von 1984 wurde folgendes beschrieben: „Weiterbildungsangebote haben die Aufgabe, Rollen- und Funktionsverluste im Alter

auszugleichen und Wege einer sinnvollen Lebensgestaltung aufzuzeigen. Wenn die

körperliche, seelische und geistige Gesundheit auch mit Hilfe der Weiterbildung möglichst lange erhalten bleibt, können die Älteren mit Wissen, Erfahrungen und Aufgaben in der Gesellschaft wertvolle Funktionen wahrnehmen.“ (HERTRAMPH & STADELHOFER, 1991, S. 10)

Lernen im Alter unterscheidet sich erheblich vom Lernen in Schule und Ausbildung. Es handelt sich hier schwerpunktmäßig um freiwillige Bildung, die je nach Interesse und Bedürfnis wahrgenommen wird.

KADE beschrieb dies genauer: „Ältere tun nur noch das, was ihnen wichtig ist und sie geben von außen vorgegebene Verhaltensgrundsätze, auch wenn diese objektiv vernünftig sind, schnell wieder auf, solange diese ihrem Lebensstil widersprechen.“ (KADE, 1994c, S.23)

Bei dieser Art von Bildungsarbeit muss man bedenken, dass man auf Menschen stößt, die bereits lange gelebt und viele Erfahrungen gemacht haben. In ihrem Leben haben Ältere schon Kompetenzen erworben. Dieses Wissen und Können bietet die Chance in Austausch mit den Menschen zu treten, womit in diesem Fall nicht nur Informations- und Wissensvermittlung im Vordergrund stehen.

Wie bereits oben erwähnt soll Bildungsarbeit auch Problem ausgleichen. Daher wird im folgenden eine der größten Schwierigkeiten beschrieben und jeweils dazu erläutert, welches Ziel die Weiterbildung erreichen möchte.

Laut dem Landesinstitut für Schule und Weiterbildung in Nordrheinwestfalen ist eines der größten Probleme für Ältere der Übergang vom Erwerbsleben in die Ruhestandsphase. Welche Aspekte dieser Schritt mit sich bringt, wird nun im folgenden beschrieben: Zunächst verändert sich natürlich die Lebenssituation. Die Freizeit, die man als RentnerIn hat, wird als Verlust des Tagesrhythmus erlebt. Der über Jahre hinweg gewohnte Alltag fällt urplötzlich weg, worauf Ältere häufig mit Resignation reagieren, sich langweilen und sie nicht optimistisch in die Zukunft blicken lässt. Weiterhin zieht das Ausscheiden aus dem Job einen Wechsel des Umfeldes nach sich. Kontaktpersonen sind dann meist nur noch Familienmitglieder oder Nachbarn. Sollte derjenige dann keine Angehörigen haben und nicht mehr mobil sein, vereinsamt er womöglich. Der Arbeitsplatz gilt meist als Statussymbol, das genutzt wird, um Fähigkeiten und Kompetenzen auszutesten. Dieser Handlungsraum fällt aber nun weg, während das Wohnumfeld häufiger weniger Möglichkeiten bietet, sich zu erproben und selbstgestalterisch tätig zu werden. Meist bleibt den Rentnern vielleicht noch ihr Garten. Dies bewirkt meist eine Isolierung oder Desorientierung, vor allem dann, wenn die älteren Menschen körperlich nicht mehr so fit sind (vgl. HEÜVELDOP, 1987, S. 39 ff.)

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Details

Seiten
19
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640186990
ISBN (Buch)
9783640191093
Dateigröße
454 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v116670
Institution / Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
1,0
Schlagworte
Bildungsarbeit Menschen Sozialen Arbeit

Autor

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Titel: Bildungsarbeit mit älteren Menschen