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Wichtige Themen im Bereich des frühen Fremdsprachenlernens

Seminararbeit 2008 15 Seiten

Didaktik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung: Warum so früh? Und etwas Historie

2. Zur Begriffsbestimmung Vom Frühen Fremdsprachenunterricht

3. Stand der Forschung
3.1 Erkenntnisse aus der Neurobiologie
3.2 Erkenntnisse aus der Neurodidaktik

4. Vor- und Nachteile des Frühen Fremdsprachenunterrichts
4.1. Vorteile des Frühen Fremdsprachenunterrichts
4.2. Nachteile des Frühen Fremdsprachenunterrichts???

5. Zum Schluss: Der Inhalt des Frühen Fremdsprachenunterrichts
5.1 Wie sieht der Inhalt des frühen Fremdsprachenunterrichts aus?

Literatur

Wer fremde Sprachen nicht kennt, weiß nichts von seiner eigenen"

Johann Wolfgang Goethe, Maximen und Reflexionen, II, Nr. 23.

1. Einführung: Warum so früh? Und etwas Historie

Die Entscheidung, mit der Grundschulfremdsprache bereits in der ersten Klasse zu beginnen ist richtig. Die Studien aus den Neurowissenschaften zeigen: Kinder lernen in frühen Jahren am leichtesten. Am Ende des zweiten Unterrichtsjahrs sind viele Kinder in der Lage, eigenständig Strukturen der Fremdsprache zu erkennen und zu reflektieren.

Wenn in der Vergangenheit vom 'Fremdsprachen-Frühbeginn' die Rede war, war damit meistens das Lernen einer Fremdsprache in der Primarstufe gemeint. Die Möglichkeit, Fremdsprachen noch früher, d.h. bereits im Vorschulalter zu vermitteln, wurde lange Zeit von bildungs- und schulpolitischer Seite ignoriert. Erst seit Ende des 20. Jahrhunderts wächst die Einsicht, dass Fremdsprachen noch früher als in der Grundschule gezielt und erfolgreich vermittelt werden können. Da bereits vorhandene erfolgreiche Modellversuche im Vorschulbereich nicht weiter beachtet, ging die wissenschaftliche Diskussion über das frühe Fremdsprachenlernen in der Grundschule und dem Kindergarten jahrelang getrennte Wege. Der Erkenntnisgewinn beider Forschungsbereiche ist jedoch nachweislich relevant für den jeweils anderen und die Notwendigkeit einer stärkeren Vernetzung ist zu unterstreichen. Die Anfänge des frühen Fremdsprachenlernens zielten auf eine Vermittlung der lateinischen Sprache. Im Gegensatz zu damals spielt diese in der heutigen Frühbeginn Diskussion keine Rolle mehr. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war jedoch Latein für jüngere Kinder (6- bis 7jährige) unverzichtbarer Bestandteil einer elitären Bildung. Zu den damaligen Lernmethoden findet man bei pädagogischen Klassikern Hinweise, die auch heute noch relevant sind. Hierzu gehört beispielsweise, wie Kindern Fremdsprachenlernen leichter und verständlicher gemacht oder die Muttersprache im Fremdsprachenunterricht adäquat eingesetzt werden kann. Der Lateinunterricht an sich wurde jedoch von den Reformern nie in Frage gestellt, sondern eher sein Nutzen für die formale Bildung des Kindes betont. Auch ein frühzeitiger Beginn wurde befürwortet.

Die weiteren pädagogischen Überlegungen zum frühen Fremdsprachenlernen bezogen sich auch im 19. und 20. Jahrhundert vor allem auf den Grundschulbereich. Eine früher beginnende Fremdsprachenbildung wurde hierbei ausgeklammert. Aus diesem Grund wird in der nachfolgenden Darstellung die Entwicklung des Grundschul- Fremdsprachenunterrichts im 20. Jahrhundert dargestellt und auf daraus resultierende didaktisch-methodischen Erkenntnisse für den Kindergartenbereich eingegangen (vgl. Bleyhl 2000:22).

2. Zur Begriffsbestimmung Vom Frühen Fremdsprachenunterricht

Anfang 1990er Jahre ist der Fremdsprachen-Frühbeginn zum dominierenden Thema im grundschuldidaktischen Diskurs geworden. Zahlreiche Veröffentlichungen aus der sprachwissenschaftlichen und besonders aus der neurologischen Forschung waren erforderlich, bis sich in der erziehungswissenschaftlichen und fremdsprachendidaktischen Fachwelt ein Bewusstsein dafür entwickelte, dass das Grundschulalter für den Fremdsprachenbeginn schon fast zu spät ist.

Fakt ist, dass inzwischen sowohl von psycholinguistischer (z.B. Johnson/Newport 1989; List 2001; Singleton 1989; Wode 1988, 1995) als auch von neurowissenschaftlicher Seite (Peltzer-Karpf 2000; Götze 1997; Overmann 2005) das Fremdsprachenlernen im frühen Kindesalter unterstützt und sogar eingefordert wird. Kritische Stimmen, die bislang eine Überforderung der Kinder durch den frühen Kontakt mit einer Fremdsprache prognostizierten, sind angesichts der steigenden Anzahl differenzierender Untersuchungen immer leiser geworden. Auch die Tertiärsprachenforschung (z.B. Hufeisen/Lindemann 1998; Jeßner 1998) leistet hierzu einen wertvollen Beitrag. Empirisch nachgewiesen wurde z.B., dass Kinder, die mehr als eine Sprache beherrschen, in sprachlichen und nichtsprachlichen Intelligenztests bessere Ergebnisse erzielten als monolinguale Kinder (vgl. Lambert/Tucker 1972:203).

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Details

Seiten
15
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783668014329
ISBN (Buch)
9783668014336
Dateigröße
451 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v115318
Note
gut
Schlagworte
Wichtige Themen Bereich Fremdsprachenlernens

Autor

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Titel: Wichtige Themen im Bereich des frühen Fremdsprachenlernens