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Geschäftsprozessmodellierung

Seminararbeit 2003 27 Seiten

Informatik - Wirtschaftsinformatik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffe und Definitionen
2.1. Der Geschäftsprozess
2.2. Die Geschäftsprozessmodellierung

3. Geschäftsprozessmodellierung mit ARIS
3.1. Die Grundlagen von ARIS
3.2. Das ARIS-Basis-Geschäftsprozessmodell
3.3. Die Sichten und Ebenen von ARIS

4. ARIS und andere Modellierungstools

5. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Anhang - Abbildungen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Interaktionsdiagramm des Geschäftsprozesses „Auftragsbearbeitung“

Abb. 2 Funktionsfluss des Geschäftsprozesses „Auftragsbearbeitung“

Abb. 3 Leistungsfluss des Geschäftsprozesses „Auftragsbearbeitung“

Abb. 4 Informationsfluss des Geschäftsprozesses

„Auftragsbearbeitung“

Abb. 5 Zusammengefasstes Geschäftsprozessmodell

„Auftragsbearbeitung“

Abb. 6 Verfeinerter Ausschnitt „Artikel fertigen“

Abb. 7 Das allgemeine ARIS-Geschäftsprozessmodell

Abb. 8 Funktionssicht

Abb. 9 (Aufbau-)Organisationssicht

Abb. 10 Datensicht

Abb. 11 Leistungssicht

Abb. 12 Sichten des ARIS-Hauses

Abb. 13 Das ARIS-Haus

Abb. 14 Ranking der Modelling-Tools

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit, die im Rahmen des Seminars „Informationsmanagement“ entstanden ist, beschäftigt sich mit dem Thema „Geschäftsprozessmodellierung“. Da diese Thematik auf sehr vielfältige Art und Weise analysiert und beschrieben werden kann, ist es notwendig, inhaltliche Schwerpunkte zu setzen.

Zunächst soll der Leser in die allgemeinen Aspekte des Themas eingeführt werden, daher werden im zweiten Abschnitt der Arbeit die grundlegenden Begriffe des Geschäftsprozesses sowie der Geschäftsprozesmodellierung definiert und näher erläutert. Dabei sollen neben einer Definition der Begriffe auch deren zentrale Merk-male vor allem aus betriebswirtschaftlicher Sicht im Mittelpunkt stehen.

Der dritte Abschnitt der Arbeit stellt den inhaltlichen Schwerpunkt dar. In diesem Abschnitt erfolgt die exemplarische Vorstellung eines Ansatzes zur Geschäfts-prozessmodellierung, wobei mit dem ARIS-Konzept ein Werkzeug gewählt wurde, das sowohl in der Literatur als auch in der Praxis hohe Anerkennung findet. Bei der Betrachtung dieses Konzeptes stehen die theoretischen Aspekte im Vordergrund. Dabei soll zunächst kurz auf die wesentlichen Merkmale des Ansatzes eingegangen werden. Daran anschließend erfolgt die Entwicklung des sogenannten allgemeinen ARIS-Geschäftsprozessmodells anhand eines Beispielprozesses, wobei betriebs-wirtschaftliche Aspekte als Ausgangspunkt dienen. Im Anschluss daran werden die verschiedenen Sichten und Ebenen, die innerhalb von ARIS unterschieden werden können, hergeleitet und abschließend zum vollständigen ARIS-Konzept zusammen-gefügt.

Im vierten Abschnitt geht es kurz um die Vorstellung anderer Modellierungs-werkzeuge, die in Konkurrenz zu ARIS stehen. Damit soll verdeutlicht werden, dass die Vorstellung des ARIS-Konzeptes nur exemplarischen Charakter hat. Abgerundet wird die Bearbeitung der Thematik mit einer Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse dieser Arbeit im fünften Abschnitt.

Ziel der Arbeit ist es, dem Leser eine Einführung in den Bereich der Geschäfts-prozessmodellierung zu ermöglichen. Anhand der Entwicklung von ARIS soll ver-anschaulicht werden, wie die Modellierung betrieblicher Prozesse konkret erfolgen kann. Es wird darauf hingewiesen, dass die Thematik im Rahmen der vorliegenden Arbeit hauptsächlich aus betriebswirtschaftlicher Sicht betrachtet wird. Die beste-henden Zusammenhänge zur Informatik werden nur angedeutet.

2. Begriffe und Definitionen

In diesem Abschnitt der Arbeit sollen die beiden zentralen Begriffe des Geschäfts-prozesses sowie der Geschäftsprozessmodellierung definiert und ihre wesentlichen Eigenschaften kurz erläutert werden. Zunächst steht der Geschäftsprozess im

Mittelpunkt, wobei neben einer einführenden Definition auch die wesentlichen Merkmale genannt werden. Anschließend wird der Begriff der Geschäftsprozess-modellierung erklärt. In diesem Zusammenhang soll neben der inhaltlichen Erläuterung auch die Einordnung der Thematik in den Bereich des Informations-managements vorgenommen werden.

2.1. Der Geschäftsprozess

„Allgemein ist ein Geschäftsprozess eine zusammengehörende Abfolge von Unternehmensverrichtungen zum Zweck einer Leistungserstellung. Ausgang und Ergebnis eines Geschäftsprozesses ist eine Leistung, die von einem internen oder externen ‚Kunden‘ abgenommen wird.“[1] Diese Definition verdeutlicht, dass mit dem Begriff des Geschäftsprozesses eine völlig neue Sichtweise auf die Unternehmung geprägt wurde. Während bei der klassischen Funktionsorientierung die einzelnen Teile eines Unternehmens (z.B. Produktion) im Mittelpunkt des Interesses stehen, erfasst ein Prozess das Unternehmen stets in seiner Gesamtheit.

Geschäftsprozesse stellen somit grundsätzlich eine verbundene Abfolge von Aufgaben bzw. Funktionen dar, wobei im Zuge der Ausführung dieser Funktionen eine Leistung (z.B. Produkt oder Dienstleistung) erstellt wird. Diese Leistung ist aus-schließlich an den Bedürfnissen des Kunden bzw. an der Wertschöpfung für den Kunden orientiert. Da der Prozess der Leistungserstellung als Ganzes betrachtet wird, spielen bei seiner Ausführung meist mehrere Funktionen und somit auch mehrere Aufgabenträger (Organisationseinheiten) eine Rolle. Folglich sind an einem Geschäftsprozess in der Regel zahlreiche organisatorische Einheiten des Unter-nehmens oder sogar externe Partner wie z.B. Lieferanten beteiligt. Beispielsweise könnte bereits der einfache Prozess einer Auftragsabwicklung sowohl Lieferanten, als auch die Unternehmensbereiche Beschaffung, Produktion sowie Vertrieb und natürlich den Kunden tangieren.

Die Umgestaltung und Optimierung der Geschäftsprozesse im Rahmen des sogenannten Geschäftsprozessmanagements ermöglicht den Unternehmen eine erhöhte Wirtschaftlichkeit z.B. durch höhere Flexibilität, höhere Qualität und niedrigere Kosten.

2.2. Die Geschäftsprozessmodellierung

Unter Geschäftsprozessmodellierung versteht man die modellhafte Beschreibung eines Geschäftsprozesses. Ein Geschäftsprozessmodell stellt somit eine abstrahierte Abbildung des entsprechenden realen Prozesses dar, wobei jedoch alle relevanten Strukturen und Eigenschaften erhalten bleiben. Die Modellierung erfolgt stets unter Verwendung einer spezifischen Beschreibungssprache.

Im Rahmen des eingangs erwähnten Geschäftsprozessmanagements erlangt die Geschäftsprozessmodellierung zentrale Bedeutung, denn sie bildet die Grundlage für weiterführende Schritte wie z.B. Neustrukturierung und Optimierung der Geschäfts-prozesse. Das Prozessmanagement wiederum ist im Rahmen des Informations-managements den sogenannten administrativen Aufgaben wie z.B. auch Projekt- oder Personalmanagement zuzuordnen.[2]

Daraus ergeben sich verschiedene konkrete Gründe für die Erstellung von Geschäftsprozessmodellen. Beispielsweise dienen sie als Prozessdokumentation zur Zertifizierung nach der ISO-9000 ff. – Norm oder als Ausgangspunkt für Optimierungen im organisatorischen Bereich im Rahmen eines BPR. Des weiteren können mit Hilfe eines entsprechenden Modells die Kosten eines Prozesses erfasst und berechnet werden. Die aus den Modellen abgeleiteten Informationen sind zudem von entscheidender Bedeutung für die informationstechnische Unterstützung der Geschäftsprozesse, da sie die Grundlage für die Einführung und Anpassung von Standardsoftware bzw. Workflow-Managementsystemen bilden.[3]

Es existieren verschiedene Konzepte zur Modellierung von Geschäftsprozessen. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit soll mit dem ARIS-Ansatz eines dieser Konzepte näher erläutert werden.

3. Geschäftsprozessmodellierung mit ARIS

Im folgenden Abschnitt soll mit dem ARIS-Konzept der in der Praxis am weitesten verbreitete Ansatz[4] zur Abbildung von Geschäftsprozessen vorgestellt werden. Zu diesem Zweck sollen zunächst die grundlegenden Merkmale des Konzepts im Mittelpunkt stehen. Im weiteren Verlauf des Abschnitts werden die wesentlichen Eigenschaften der ARIS-Konzeption in Bezug auf die Modellierung von betrieblichen Prozessen anschaulich entwickelt und näher erläutert. Dabei wird zunächst das sogenannte Basis-Geschäftsprozessmodell für ARIS entwickelt. Daran anschließend erfolgt die Darstellung der verschiedenen Sichten und Ebenen.

3.1. Die Grundlagen von ARIS

Die Architektur integrierter Informationssysteme (ARIS) wurde von

Prof. A.-W. Scheer bzw. der IDS Scheer AG entwickelt und 1991 zum ersten Mal veröffentlicht. ARIS bildet ein allgemeines Rahmenwerk zur Entwicklung, Optimierung und Implementierung integrierter Anwendungssysteme, wobei zunächst die informationstechnische Unterstützung von Geschäftsprozessen im Vordergrund stand. Inzwischen dient ARIS nicht nur als Konzept zur Geschäftsprozess-beschreibung und Implementierung, sondern beinhaltet mit dem sogenannten ARIS-House of Business Engineering (HOBE) auch einen Ansatz zum Geschäftsprozess-management, das durch Informationssysteme unterstützt wird. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit soll jedoch ausschließlich die Anwendung des ARIS-Konzeptes zur Modellierung betrieblicher Prozesse dargestellt werden.

Bei der Beschreibung von Geschäftsprozessen erfolgt innerhalb des ARIS-Konzeptes eine Reduktion der Komplexität durch die Zerlegung der Prozesse in verschiedene, gleichberechtigte Sichten, auf die später noch näher eingegangen wird. Dabei werden sowohl die einzelnen Komponenten eines Prozesses als auch deren Zusammenwirken beschrieben. In diesem Zusammenhang stellt ARIS ausgewählte, geeignete Model-lierungsmethoden zur Verfügung, die jeweils gezielt zum Einsatz gebracht werden. In der Praxis wird die Anwendung des Konzeptes durch Softwaretools erleichtert, die im sogenannten ARIS-Toolset zusammengefasst sind.

3.2. Das ARIS-Basis-Geschäftsprozessmodell

Um das Basis-Geschäftsprozessmodell für ARIS zu entwickeln, wird zunächst ein einfaches Prozessmodell auf der Basis eines Beispielprozesses erstellt. Zu diesem Zweck wird das Beispiel einer Kundenauftragsbearbeitung betrachtet, bei der ein Kunde bei einem Unternehmen einige Artikel bestellt, die produziert werden müssen. Dabei muss die Bestellung zunächst anhand von Informationen über den Kunden und die bestellten Artikel auf ihre Machbarkeit geprüft werden. Des weiteren werden die benötigten Materialien bei einem Lieferanten beschafft. Daran anschließend erfolgt die Einplanung des Auftrages sowie die Fertigung der bestellten Artikel auf Basis eines Arbeitsplanes, wobei zusätzlich auch Artikeldokumente erstellt werden. Abschließend werden die Artikel sowie die entsprechenden Dokumente an den Kunden versandt.[5]

[...]


[1] Vgl. Scheer (1998b), S. 3.

[2] Vgl. Heinrich (2002), S. 194.

[3] Vgl. Scheer (1998b), S. 3.

[4] Siehe hierzu auch Abschnitt 4, S. 10.

[5] Vgl. Scheer (1998b), S. 10.

Details

Seiten
27
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638176637
Dateigröße
1.7 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v11528
Institution / Hochschule
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Note
1,7
Schlagworte
Geschäftsprozessmodellierung Seminar Informationsmanagement

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Titel: Geschäftsprozessmodellierung