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Kurze Autökologie der Gemeinen Fichte, Zirbe und Europäischen Lärche

von Hendrik Prerow (Autor)

Hausarbeit 2008 12 Seiten

Biologie - Botanik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Autökologie der Gemeinen Fichte, Picea abies L.
1.1 Klima- und Standortverhältnisse von Picea abies L
1.2 Natürliche Verbreitung der Gemeinen Fichte
1.3 Morphologie von Picea abies L
1.4 Verjüngung, Vermehrung und Wachstum der Gemeinen Fichte
1.5 Wurzelsystem von Picea abies L

2. Autökologie der Zirbelkiefer, Pinus cembra L.
2.1 Klima- und Standortverhältnisse von Pinus cembra L
2.2 Natürliche Verbreitung der Zirbelkiefer
2.3 Morphologie von Pinus cembra L
2.4 Verjüngung, Vermehrung und Wachstum der Zirbelkiefer
2.5 Wurzelsystem von Pinus cembra L

3. Autökologie der Europäischen Lärche, Larix decidua Mill.
3.1 Klima- und Standortverhältnisse der Europäischen Lärche
3.2 Natürliche Verbreitung von Larix decidua Mill
3.3 Morphologie der Europäischen Lärche
3.4 Verjüngung, Vermehrung und Wachstum von Larix decidua Mill
3.5 Wurzelsystem der Europäischen Lärche

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Autökologie der Gemeinen Fichte, Picea abies L.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Gemeine Fichte ist in vielen Ländern Mitteleuropas die häufigste Baumart. Dies verdankt sie weniger ihrer Konkurrenzkraft, als vielmehr ihren guten Holzeigen­schaften und dem schnellen Wuchs, der sie für die Forst­wirtschaft seit Jahrhunderten wirtschaftlich sehr interessant macht. In Deutschland beträgt ihr Waldanteil etwa 28 %, in Österreich sogar fast 50 % (www.waldwissen.net). Aufgrund diverser wald­baulicher Maßnahmen ist das natürliche Verbreitungs­gebiet dieser Art nur noch sehr schwer festzustellen (Ha­nisch und Kilz 1990). Die Gattung Picea gliedert sich in die Familie der Pinaceae (Föhrengewächse).

1.1 Klima- und Standortverhältnisse von Picea abies L.

Da die Fichte ein flaches Senkerwurzelsystem entwickelt, bevorzugt sie feuchte Standorte, deren pH-Werte im leicht sauren Bereich zwischen 4 und 5 liegen sollten, ansonsten stellt sie recht geringe Ansprüche an die Bodeneigenschaften. Die immergrünen Äste ermöglichen ihr zudem ein schnelles Erwachen aus der Winterruhe und sind weitestgehend resistent gegen­über Frost. Diesen günstigen Eigenschaften steht ein hoher Lichtbedarf der Jungpflanzen ent­gegen, weshalb die Art in weiten Teilen Europas durch schattentolerantere Arten auf Sonder­standorte verdrängt wurde. Nur mithilfe von Durchforstungsmaßnahmen kann sie sich gegen diese auch in relativ warmen und niederschlagsreichen Klimaten behaupten, erreicht dann aber sehr gute Zuwächse, die die wirtschaftliche Sonderstellung erklären. Ei­nen artgerechten und gesunden Wuchs erlangt die Fichte hingegen in kontinentalen Klimaten, die sie zu einem langsamen Wachstum zwingen (Ellenberg 1996, Hanisch und Kilz 1990, Schütt et al. 2003).

1.2 Natürliche Verbreitung der Gemeinen Fichte

Die Gemeine Fichte bildet in einem natürlichen Ökosystem den Bestand der borealen Nadel­waldzone und Nadelwalstufen. Die Fichte erreicht bei Graubünden im Unterengadin beinahe 2500 m. Zwar liegt ihr Vorkommen normalerweise darunter, allerdings können nur die Lär­che und die Zirbelkiefer als einheimische Baumarten noch höher gedeihen (die Julitemperatur muss dabei mehr als 10 °C betragen (Hegi 1981, S.55)). Neben den Standorten in den Alpen finden sich Fichtenwälder auch im Dinarischen Gebirge, in den Karpaten, in weiten Teilen Tschechiens und der Slowakei, sowie in den deutschen [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Mittelgebirgen und Skandinavien. Nach Nordosten wird die Art zu­nehmend von der Sibirische Fichte Picea obovata verdrängt, mit der sie zwischen Finnland und dem Ural einen Hybrid na­mens Picea fennica bildet (Schütt et al. 2003). Die Vorkommen sind in den Abbildungen 2 und 3, dargestellt, wobei die letztere die vertikale Verbreitung dieser Art in zwei Querschnitten durch Mitteleuropa dar­stellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.3 Morphologie von Picea abies L.

Alle Fichtenarten sind immer­grüne, einstämmige Bäume und weisen unter art­ge­rechten Be­dingungen einen monopodialen, akrotonen Wuchs auf. Trotz dieser einheitlichen Merk­male kann der Phänotyp sehr unterschiedliche Aus­prägungen annehmen, wie Hanisch und Kilz feststellen: „Insge­samt ist bis heute eine sehr große Zahl mor­phologi­scher Typen beschrieben worden. ( … ) Die Forst­wissenschaft unterscheidet grob zwischen Kamm-, Platten- und Bürstenfichte“ (Hanisch und Kilz 1990, S.30). In niederen Lagen kommt meistens nur die Kammfichte vor, während Platten- und Bürstenfichte Anpassungen an wind- und schnee­exponierte Standorte höherer Lagen darstellen. Unabhängig vom Phänotyp kann die Gemeine Fichte bis zu 60 Metern Höhe erreichen und dabei einen maximalen Stammdurch­messer von 2,5 Metern erlangen (Schütt et al. 2003, S. 269). Die Nadeln sind im Gegensatz zur Gattung Abies gestielt, was vor allem in jungen Jahren ein eindeutiges Erkennungsmerkmal darstellt.

1.4 Verjüngung, Vermehrung und Wachstum der Gemeinen Fichte

Die Gemeine Fichte ist einhäusig getrenntgeschlechtlich (monözisch) und erreicht ihre Blüh­barkeit etwa nach 30 bis 40 Jahren. Die Samen werden durch den Wind verbreitet und sind Schraubendrehflieger. Starke Fruktifikation tritt je nach Witterung alle 3 bis 8 Jahre auf. Die sehr kleinen Samen bieten im Jungwuchs nur eine geringe Nährstoffreserve. Junge Fichtenbäume sind daher sehr schattenintolerant (Hegi 1981).

Details

Seiten
12
Jahr
2008
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v115063
Institution / Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck – Institut für Botanik
Note
1
Schlagworte
Kurze Autökologie Gemeinen Fichte Zirbe Europäischen Lärche

Autor

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    Hendrik Prerow (Autor)

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