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Aktienoptionen und deren Bilanzierung nach internationaler Rechnungslegung

Hausarbeit 2008 22 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Darstellungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was sind Aktienoptionen
2.1 Optionen
2.2 Aktienoptionen
2.2.1 Aktienoption als Vergütungsbestandteil
2.2.2 Unterschiedliche Ausgestaltungsmöglichkeiten von Aktienoptionen ... im Kontext von Vergütungssystemen
2.2.3 Principal-Agent-Problematik
2.2.4 Shareholder-Value-Approach

3 Bilanzierung von Aktienoptionen nach IFRS
3.1 Genereller Ansatz der Bilanzierung anteilsbasierter Vergütung
3.2 Bewertungsansätze von Aktienoptionen nach IFRS 2
3.3 Bilanzierung der unterschiedlichen Aktienoptionsvarianten
3.3.1 Reale Aktienoptionen
3.3.2 Virtuelle Aktienoptionen
3.3.3 Kombinierte Aktienoptionsmodelle
3.4 Anhangangaben

4 Aktienoptionen des Daimler-Konzerns 2007

5 Schlussbemerkung

Literaturund Quellenverzeichnis

Darstellungsverzeichnis

Abbildung 1: Systematisierung von Aktienoptionspositionen Quelle: [Wurm, Wolff, Ettmann, Kompaktwissen Bankbetriebslehre, 2004],

Abbildung 2: Gewinnund Verlustpotentiale von Stock Options Quelle: Eigene Abbildung, angelehnt an: [Uszczapowski, Optionen und Futures verstehen , 2005],

Abbildung 3: Systematisierung von Aktienoptionsprogrammen

Abbildung 4: Ausübungsbedingungen nach IFRS 2.19-21 (2004) Quelle: [KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft, IFRS aktuell, 2004],

Abbildung 5: intrinsic value vs. fair value vs. Gesamtaufwand Abbildung 6: Die drei Säulen der Anhangangaben für Stock S. XVIII Options nach IFRS

Abbildung 7: Aktienoptionsprogramme des Daimler Konzerns Quelle: [Daimler AG, Geschäftsbericht 2007, 2008],

Abbildung 8: Aufwand der gewährten Aktienoptionen für den Vorstand Quelle: [Daimler AG, Geschäftsbericht 2007, 2008],

Abbildung 9: Darstellung der Aktienoptionsprogramme nach S. XXI IFRS Quelle: [Daimler AG, Geschäftsbericht 2007, 2008],

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Im Februar 2004 veröffentlichte das International Accounting Standards Board (IASB) eine verbindliche Regelung der erfolgswirksamen Bilanzierung von aktienbasierten Vergütungsinstrumenten in Form der International Financial Reporting Standards 2 (IFRS 2).

Diese einheitliche Regelung wurde aufgrund der zunehmenden Verbreitung dieser Instrumente im Kontext von Vergütungssystemen, als notwendig angesehen. Insbesondere in der aufkeimenden Börsenblase des Neuen Marktes wurden Aktienoptionen als Vergütung intensiv eingesetzt. Die Verquickung der Vergütung des Managements mit dem unmittelbaren Erfolg des Unternehmens, gemessen am Aktienkurs, galt als ideale und vor allem liquiditätsschonende Alternative für junge und liquiditätsschwache Unternehmen dem Management eine „risikoadäquate Entlohnung zu bieten“1. Aufgrund der allgemein stark steigenden Aktienkurse, vor allem im Technologiesektor tätigen Unternehmen, die fundamental nicht mehr zu rechtfertigen waren, nahmen die Vergütungszahlungen immense Höhen an. Da durch Aktienoptionen meist keine Zahlungswirksamkeit auftritt wurden sie aufgrund mangelnder Regelungen bilanziell nicht erfasst. Dieses führte zu einer intransparenten Situation, insbesondere zu einer Beeinträchtigung der Beurteilungsfähigkeit von Investoren und Analysten.

Gerade das Platzen der New-Economy-Blase an den weltweiten Börsen Anfang des Jahrtausends und die öffentliche Diskussion über die Offenlegung der Managergehälter unterstützte das Bestreben einer internationalen Harmonisierung der Bilanzierung aktienabhängiger Vergütungssysteme, welche dann durch das IASB initiiert wurde. Seit dem 1. Januar 2005 ist IFRS 2 für alle Unternehmen innerhalb der EU, die ihre konsolidierten Abschlüsse nach internationaler Rechnungslegung aufstellen, verbindlich anzuwenden.

Im Rahmen dieser Arbeit soll zunächst erläutert werden, was Aktienoptionen im allgemeinen Sinne darstellen und wie sie ihre Wirkung entfalten. In diesem Zusammenhang wird eine Konkretisierung von Aktienoptionen als Vergütungsinstrument statt finden, und eine Darstellung der theoretischen Grundlage und Problematik, die zur Entstehung dieses Vergütungsinstr umentes führten.

Folgend wird im Einzelnen auf die bestehenden Regelungen zur Bilanzierung nach IFRS 2 der unterschiedlichen Varianten von Aktienoptionen sowie die erforderlichen Anhangangaben eingegangen. Daran anschließend wird ein übergreifender Ansatz zwischen Theorie und Praxis verfolgt, indem die konkreten Angaben zu den ausgegebenen Aktienoptionen des Daimler- Konzerns im Geschäftsbericht 2007 dargelegt werden.

Abschließend enthält die Schlussbemerkung eine Würdigung von IFRS 2 und ein kurzen Ausblick auf mögliche Entwicklungen und Tendenzen.

2. Was sind Aktienoptionen

2.1 Optionen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Optionen sind Finanzderivate und stellen Termingeschäfte dar. Für den Erwerber einer Option beinhaltet die Option das Recht einen zugrunde liegenden Basiswert (Underlying) innerhalb einer bestimmten Frist oder zu einem bestimmten Fälligkeitstermin zu einem beim Abschluss des Geschäftes festgelegten Preis (Basispreis) zu kaufen (Kaufoption/Call) oder zu verkaufen (Verkaufsoption/Put). Für dieses Recht wird bei Abschluss des Geschäftes von dem Käufer (Optionsinhaber) an den Verkäufer (Stillhalter) eine Optionsprämie geleistet. Dafür verpflichtet sich der Verkäufer der Option im Falle der Ausübung den Basiswert zu liefern (Kaufoption) oder zu übernehmen (Verkaufsoption). Insgesamt können somit vier unterschiedliche Optionspositionen eingenommen werden (vgl. Abb.1). Deutlich zu betonen ist die unterschiedliche rechtliche Stellung der beiden Transaktionspar tner. Der Käufer hat die Wahl das Recht auszuüben, der Verkäufer verpflichtet sich zur Erfüllung für den Fall der Ausübung. Somit wird seine Leistung nach Vereinbarung des Geschäftes vom Verhalten des Optionskäufers determiniert und sind somit bedingte Termingeschäfte.2

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Als Underlying können unterschiedlichste Finanzprodukte fungieren. Beispiele hierfür sind Aktien, Indizes, Zinssätze, Devisen oder wiederum andere Derivate.

Abbildung 1: Systematisierung von Optionspositionen

Quelle: [Wurm, Wolff, Ettmann, Kompaktwissen Bankbetriebslehre, 2004], S. 275.

2.2 Aktienoptionen

2.2.1 Aktienoption als Vergütungsbestandteil

Bei Aktienoptionen liegen der Option als Underlying Aktien zugrunde. Die dem Gegenstand dieser Arbeit zugrunde liegende Variante, sind von Unternehmen ausgegebene Aktienoptionen, welche als Vergütungsbestandteil für Mitarbeiter, insbesondere des hohen und mittleren Managements, oder als Vergütung von Gütern und Dienstleistungen, die von Unternehmensexternen bezogen werden.

Exemplarisch soll hier die gängigere Variante, als anteilsbasierte Vergütung von Mitarbeitern, vorgestellt werden. Das heißt, dass das Unternehmen als Stillhalter Kaufoptionen an die Mitarbeiter begibt, welche das Recht beinhalten, Aktien des eigenen Unternehmens, meist nach Ablauf einer Sperrfrist, zu einem festgelegten Preis zu kaufen. Dementsprechend können Aktienoptionen als Call-Position angesehen werden. Der wirtschaftliche Vorteil für die Mitarbeiter liegt nun darin, dass sie die Optionen i.d.R. ohne finanzielle Gegenleistung, d.h. ohne Prämie erhalten, sowie aus einem möglichen Veräußerungsgewinn bei Ausübung der Option. Es sei darauf hingewiesen, dass in der Praxis in sofern eine finanzielle Gegenleistung erfolgt, indem die Mitarbeiter auf Fixgehalt verzichten und mit diesem variablen Anteil einen eine höhere und mindestens ausgleichende Zahlung in der Zukunft erwarten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 verdeutlicht, dass die Mitarbeiter einen Veräußerungsgewinn erzielen, sobald der Kurs der Aktie oberhalb des Bezugskurses liegt.

Abbildung 2: Gewinnund Verlustpotentiale von Stock Options

Quelle: Eigene Abbildung, angelehnt an: [Uszczapowski, Optionen und Futures verstehen , 2005], S.50.

Da sie die Option ohne finanzielle Gegenleistung erhalten liegt, unter rein monetären Gesichtspunkten, der frühste, sinnvolle Kurs zur Ausübung vor, wenn der Break-Even-Point überschritten wird und der Aktienkurs infinitesimal über dem Bezugskurs liegt. Ab diesem Moment tritt der Optionsinhaber in die Gewinnzone ein. Folglich ist es umso attraktiver und gewinnträchtiger, je höher der Aktienkurs steigt. Sollte der Aktienkurs unterhalb des Bezugskurses liegen, wäre es günstiger, die Aktien über die Börse zu beziehen. Sofern man Transaktionskosten vernachlässigt wäre der Optionsinhaber indifferent zwischen Ausübung der Option und Bezug über die Börse, wenn Bezugskurs und Aktienkurs identisch sind.

2.2.2 Unterschiedliche Ausgestaltungsmöglichkeiten von Aktienoptionen im Kontext von Vergütungssystemen

Insgesamt kann man drei unterschiedliche Varianten von Aktienoptionen unterscheiden, die wiederum feiner unterteilt werden können (vgl. Abb. 3).

Zunächst ist der klassische Grundfall, die realen Aktienoptionen oder auch stock options, zu nennen. Hierbei wird den Mitarbeitern das Recht eingeräumt zu einem bestimmten Zeitpunkt, oder innerhalb einer Frist eine bestimmte Anzahl zu einem festgelegten Preis zu beziehen. Die Zahlungswirksamkeit beim Inhaber tritt nur indirekt durch den Bezug der Aktien und den darauf folgenden Verkauf auf. Für das Unternehmen liegt damit keine Zahlungswirksamkeit vor.

Mit virtuellen Aktienoptionen (stock appreciation rights) wird den Inhabern keine tatsächliche Option auf Bezug der Aktien gewährt, sonder lediglich der eventuelle Optionsvorteil, der sich ab dem BEP ergäbe.3 Dies geschieht in Form einer Barzahlung, die entweder während der Laufzeit oder am Laufzeitende ausgeübt werden kann.

Die dritte Variante sind die Kombinationsmodelle, die sich dadurch auszeichnen, dass ein Wahlrecht vorhanden ist. Je nach Ausgestaltung kann entweder das Unternehmen oder der Optionsinhaber das Wahlrecht ausnutzen, die Aktienoptionen wie reale oder virtuelle Eigenkapitalinstrumente zu handhaben.

2.2.3 Principal-Agent-Problematik

In der Praxis wird häufig die Geschäftsführung durch den Principal (Geschäftsherren) als Eigenkapitalgeber an einen Agenten, also an einen Manager abgegeben, der i.d.R. durch seine Qualifikationen und Erfahrungen für die Ausübung der Position prädestiniert erscheint. In der Principal- Agent-Theorie wird davon ausgegangen, dass sich Manager, die lediglich angestellt sind, eigennützig verhalten und ihre Position ausnutzen , um ihren persönlichen Nutzen zu maximieren. Aber „eine Verschwendung von Ressourcen durch Manager zu ihrem eigenen Nutzen geht zu Lasten der residualen Ansprüche der Aktionäre“4

Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken soll durch Aktienoptionen für den Manager (Executive Stock Options) die Interessenskonflikte zwischen dem Principal und dem Agent gemindert werden. Durch dieses Instrument „geht die Wertorientierung des Geschäftspolitik in das Nutzenmaximierungskalkül eines Managers ein“5.

Zu berücksichtigen ist, dass der Einsatz von Aktienoptionen als Anreiz- bzw. Motivationsinstrument zusätzliche Kosten verursacht. Diese Kosten (agency-costs) müssen gegen den Nutzen abgewogen werden.6 Somit ist ein wichtiger Bestandteil der Principal-Agent-Theorie die Minimierung der agency-costs unter der Restriktion eines optimalen Anreizsystems.

Dieser Ansatz zur Lösung der Principal-Agent-Problematik führte unter anderem zur Entwicklung des Share-Holder-Value-Approaches.

Abbildung 3: Systematisierung von Aktienoptionsprogrammen

Quelle: Eigene Abbildung.

[...]


1 [Shoukier, Stock Options, 2006], S. 4.

2 Optionsverkäufer liefern sich durch Abschluss eines Optionsgeschäftes einem nicht unerheblichen Risiko aus, da sie als Stillhalter keinen Einfluss auf die tatsächliche Ausübung der Option nehmen können.

3 Vgl. Kapitel 2.2.1.

4 [Kirchner, Verhaltensund Modellrisiken bei der Bewertung von Stock Options, 2007], S. 13.

5 [Kirchner, Verhaltensund Modellrisiken bei der Bewertung von Stock Options, 2007], S. 14.

6 Vgl. [Kirchner, Verhaltensund Modellrisiken bei der Bewertung von Stock Options, 2007], S. 14.

Details

Seiten
22
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640163120
ISBN (Buch)
9783640164554
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v115028
Institution / Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg – Institut für analytische Unternehmensführung
Note
1,3
Schlagworte
Aktienoptionen Bilanzierung Rechnungslegung Veranstaltung Bilanzanalyse Bilanzpolitik

Autor

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Titel: Aktienoptionen und deren Bilanzierung nach internationaler Rechnungslegung