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Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz - Eine kritische Analyse auf Basis des Referentenentwurfs

Diplomarbeit 2008 99 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit

2 Hintergründe des BilMoG-RefE
2.1 Konzepte zur Ableitung von Rechnungslegungsnormen
2.1.1 Klassische Bilanztheorien
2.1.1.1 Statische Bilanztheorie
2.1.1.2 Dynamische Bilanztheorie
2.1.1.3 Organische Bilanztheorie
2.1.2 Moderne Bilanztheorien
2.1.2.1 Zukunftsgewinnkonzepte
2.1.2.2 Entscheidungsorientierte Bilanztheorie
2.1.2.3 Institutionenökonomische Ansätze
2.2 Einfluss der Bilanztheorien auf den Jahresabschluss
2.3 Der Weg zum BilMoG-RefE

3 Darstellung und kritische Analyse des BilMoG-RefE
3.1 Restrukturierungen im Einzelabschluss
3.1.1 Maßnahmen zur Deregulierung und Modernisierung
3.1.1.1 Buchführungsund Bilanzierungspflicht
3.1.1.2 Unternehmensgrößenabhängige Adaptionen
3.1.1.3 Ergänzende Informationsinstrumente
3.1.1.4 IFRS-Einzelabschluss
3.1.1.5 Prinzip der wirtschaftlichen Zurechnung
3.1.2 Bilanzierungsund Bewertungsvorschriften
3.1.2.1 Bilanzierung
3.1.2.1.1 Verrechnung von Vermögensgegenständen und Schulden
3.1.2.1.2 Originäre immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens
3.1.2.1.3 Rückstellungswahlrechte
3.1.2.1.3.1 Aufwandsrückstellungen und Rückstellungen für unterlassene Instandhaltungen
3.1.2.1.3.2 Pensionsrückstellungen
3.1.2.1.4 Sonderposten mit Rücklagenanteil
3.1.2.1.5 Derivativer Geschäftsoder Firmenwert
3.1.2.1.6 Bilanzierungshilfen
3.1.2.2 Bewertung
3.1.2.2.1 Verbindlichkeiten und Rückstellungen
3.1.2.2.2 Latente Steuern
3.1.2.2.3 Folgebewertung
3.1.2.2.3.1 Außerplanmäßige Abschreibungen
3.1.2.2.3.2 Bewertungstechnische Einheiten
3.1.2.2.3.3 Erfolgswirksame Zeitwertbewertung
3.1.2.2.3.4 Geschäftsoder Firmenwert
3.2 Restrukturierungen im Konzernabschluss
3.2.1 Konsolidierungskreis
3.2.2 Konsolidierungsmethoden
3.3 Korrespondierende Steuerrechtsänderungen
3.4 Zusammenfassende Betrachtung

4 HGB – Quo Vadis?

5 Fazit

Verzeichnis der Gesetze, Verordnungen und

Verwaltungsanweisungen

Verzeichnis der zitierten Normen

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit

Mit einiger Verspätung veröffentlichte das Bundesministerium der Justiz am 08. November 2007 einen Entwurf des „Gesetzes zur Modernisierung des Bilanzrechts“ (Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz – BilMoG).[1] Ursprünglich sollte der Referentenentwurf der Öffentlichkeit bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 2004 präsentiert werden.[2] Zülch beschreibt die Situation zutreffend wie folgt: „Am 08.11.2007 war es endlich soweit: Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) hat als Referentenentwurf das Licht der Welt erblickt. Von einer leichten Geburt kann nicht die Rede sein. Der Zeitverzug bedurfte eines Kaiserschnitts, welcher den gut entwickelten Nachwuchs zum Vorschein brachte.“ [3]

Der BilMoG-RefE ergibt sich als ein Resultat des Maßnahmenkataloges der Bundesregierung zur Stärkung der Unternehmensintegrität und des Anlegerschutzes vom 25. Februar 2003, indem mitunter eine Fortentwicklung und Anpassung des deutschen Bilanzrechts an globale Entwicklungen propagiert wurde.[4] Hiermit wird von der Bundesregierung das ambitionierte Ziel verfolgt, dass bewährte, kostengünstige und einfache HGB-Bilanzrecht auf Dauer beizubehalten und im Wettbewerb mit den IFRS[5] zu stärken.[6] Diese Ansprüche ziehen weit reichende Veränderungen nach sich. Das gilt einerseits für den Umfang des HGB, da kaum ein wesentlicher Paragraph innerhalb des dritten Buches „Handelsbücher“ unberührt bleibt. Andererseits ergeben sich erhebliche inhaltliche Folgen, die zu einer Veränderung der GoB führen und damit die Grundfeste der bisherigen HGB-Bilanzierung erschüttern. Der Entwurf des BilMoG stellt somit die wohl größte Reform der HGB-Bilanzierung seit dem BilRiLiG von 1985 dar.[7] Insbes. aufgrund der Aushöhlung des Vorsichtsprin- zips zugunsten des True and Fair View Principle wird der BilMoG-RefE als einen Paradigmenwechsel bezeichnet.[8]

Ziel dieser Arbeit ist es, im Wege einer umfassenden Betrachtung die potentiellen und durch den RefE initiierten Adaptierungen innerhalb der deutschen Bilanzrechtslandschaft darzustellen sowie einer kritischen Analyse zu unterziehen.

1.2 Aufbau der Arbeit

Da eine Würdigung des RefE nur auf Basis seiner Historie möglich erscheint, soll in Kapitel 2 zunächst auf dessen bilanztheoretische Hintergründe eingegangen werden. Darauf aufbauend wird der Weg zum BilMoG-RefE dargestellt. Der Leser erhält hierbei einen Einblick in die Entstehungsgeschichte und die gesetzgeberischen Intentionen.

Kapitel 3 bildet den Kern dieser Arbeit. Hierin werden die wichtigsten Rechts- änderungen beschrieben und kritisch überprüft. Die Ausführungen beschränken sich dabei auf die wesentlichen rechnungslegungsrelevanten Sachverhalte, so dass eine vollständige Wiedergabe sämtlicher Inhalte des RefE nicht unter die beschriebene Zielsetzung zu subsumieren ist.[9] Gegen Ende des Abschnitts erfolgt eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung.

In Kapitel 4 werden mögliche Auswirkungen des Entwurfs auf die künftige Entwicklung des deutschen Bilanzrechts eruiert. Diese Frage kann nur über eine Analyse der Wettbewerbssituation des HGB ggü. den IFRS bzw. IFRS for SMEs befriedigend beantwortet werden. Demgemäß soll auch überblicksartig auf die Relevanz der IFRS für die deutsche Rechnungslegung sowie die hieraus resultierenden Folgen eingegangen werden.

Den Abschluss dieses Aufsatzes bildet das Fazit.

2. Hintergründe des BilMoG-RefE

2.1 Konzepte zur Ableitung von Rechnungslegungsnormen

Um den Weg zum BilMoG-RefE grundsätzlich nachvollziehen zu können ist es m.E. zunächst einmal erforderlich, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, was man unter „guten“ Rechnungslegungsregeln versteht bzw. inwieweit solche realistischerweise überhaupt existieren. In der Vergangenheit haben sich in verschiedenen Ländern und Kulturen unterschiedliche Rechnungslegungssysteme herausgebildet. Der Grund für diese Entwicklung ist im Wesentlichen darin zu sehen, dass die Rechnungslegung einen bestimmten Zweck zu erfüllen hat. Abgesehen vom einheitlichen Metazweck der Rechnungslegung, der Reduktion von Informationsasymmetrie, ist im Detail eine Divergenz in Abhängigkeit der Adressaten-Wünsche zu konstatieren. Das es bzgl. der Suche nach „guten“ Rechnungslegungsnormen keinen eindeutig zu beschreitenden Weg gibt, kann bereits anhand des Arrow-Paradoxons abgeleitet werden.[10] Haben mehr als zwei Parteien unterschiedliche Präferenzen bzgl. der Auswahl von Alternativen, so entsteht bei Existenz mehrgipfliger Präferenzen ein Zyklus (cycling) und eine eindeutige Rangfolge der Alternativen ist nicht festzustellen. Dieses Dilemma verschärft sich mit der Vielschichtigkeit der individuellen Präferenzordnungen. Allenfalls bei vollständig homogenen Präferenzordnungen kann ein Zyklus ausgeschlossen werden. Nur dann würde durch Einstimmigkeit eine eindeutige Verbesserung für alle Parteien eintreten und keines der Individuen würde einen Nachteil erfahren.[11] Zieht man die Ergebnisse des Arrow-Theorems zu Rate, so ist festzustellen, dass es in der Realität kein aus normativer Sicht „richtiges“ System der Rechnungslegung geben kann.[12] Dennoch beschäftigte man sich in der Vergangenheit immer wieder mit der Systemfrage. Das Ergebnis der Forschung mündete in den sog. Bilanztheorien bzw. treffender zu bezeichnen als Theorien des Jahresabschlusses.[13]

Trotz der Feststellung, dass es keine einheitliche Rechnungslegungstheorie gibt, soll im Folgenden auf die wichtigsten Bilanztheorien eingegangen werden, um so deren Einfluss auf den heutigen Jahresabschluss im Rechtssinne sowie die nationalen und internationalen Entwicklungen und Ausprägungen der Rechnungslegung besser nachvollziehen zu können. Allen Bilanztheorien ist gemeinsam, dass Sinn und Zweck, Konzeption und Ausgestaltung des Jahresabschlusses aus ihnen abgeleitet werden sollen.[14] Bei der folgenden Darstellung wird eine Unterscheidung in klassische (traditionelle) und moderne (neuere) Konzepte vorgenommen.[15]

2.1.1 Klassische Bilanztheorien

Bei den klassischen Konzepten wird in statische, dynamische und organische Bilanztheorien unterschieden. Sie alle zielen darauf ab, die einze]lnen Teilbereiche der Rechnungslegung nach einheitlichen Regeln zu bewerten. Den Mittelpunkt der Theorien bilden hierbei Bilanz und GuV.

2.1.1.1 Statische Bilanztheorie

Die statischen Bilanzauffassungen gehören zu den sog. monistischen Konzeptionen. Sie wurden insb. von dem Juristen Herman Veit Simon geprägt, auf den die ältere statische Bilanztheorie zurückgeht. Demnach besteht die Hauptaufgabe der Rechnungslegung in der Ermittlung des stichtagsbezogenen Reinvermögens als Saldo aus Vermögen und Schulden. Veränderungen dieses Saldos werden als Reinvermögensmehrung (Gewinn) bzw. Reinvermögensminderung (Verlust) bezeichnet. Die Erfolgsermittlung tritt bei der statischen Bilanztheorie allerdings in den Hintergrund und stellt ein „Problem“ der korrekten Vermögensermittlung dar. Ansatz und Bewertung sind bei Simon davon abhängig, inwieweit von einer Fortführung oder Zerschlagung[16] des Unternehmens auszugehen ist, wenngleich die Unternehmensfortführung favorisiert wird.[17]

Beim Fortführungsvermögen wird der Ertragswert des Unternehmens als diskontierter Wert der künftigen Einzahlungsüberschüsse zur Bilanzierung und Bewertung herangezogen. Der aktivische bzw. passivische Ansatz erfolgt der Theorie zufolge durch Aufteilung des Ertragswertes auf die einzelnen Vermö- genswerte und Schulden. Aufgrund der Unmöglichkeit einer objektiven Bestimmung der Ertragswertkomponenten rückt Simon indes von seinem theoretischen Konzept ab. Er entwickelt für die einzelnen Arten von Vermögenswerten und Schulden objektivierte und konkrete Ansatzregelungen. Hierbei kommt der Verkehrsfähigkeit von Objekten eine besondere Bedeutung für die Aktivierung zu.[18] Simon weicht neben der Bilanzierung auch bei der Bewertung von seinem Ertragswertpostulat ab. Mithin erkennt er den im § 252 Abs. 1 Nr. 3 HGB kodifizierten Grundsatz der Einzelbewertung an. Bei den Vermögensgegenständen erfolgt eine Unterscheidung in Veräußerungsund Betriebsgegenstände, was weitgehend der gegenwärtigen Aufteilung in Anlageund Umlaufvermö- gen entspricht. Für Veräußerungsgegenstände hat die Bewertung zum individuellen Veräußerungspreis zu erfolgen, wobei der allgemeine Verkehrswert (Marktpreis) aus Gründen der Objektivierung die Wertobergrenze darstellt. Damit kommt es zu einer Abweichung vom heutigen Anschaffungswertprinzip des Handelsrechts. Der Ansatz gleicht vielmehr einer Fair-Value-Bewertung nach internationalen Standards. Aus dem Verstoß gegen das Realisationsprinzip folgt ein Ausweis unrealisierter Erfolge. Diese sind allerdings durch Ausschüttungsschranken von der Verteilung auszunehmen. Betriebsgegenstände sind im Gegensatz zu Veräußerungsgegenständen zum Erwerbspreis anzusetzen. Somit wird für Betriebsgegenstände das Anschaffungswertprinzip akzeptiert.[19]

Kritik wurde in der Vergangenheit vor allem an der Fortführungsstatik geübt. Sie bezieht sich vor allem auf die letztlich offene Zielsetzung der „ richtigen“ Vermögensermittlung sowie das nicht ganz eindeutig formulierte Verhältnis zwischen Gewinnund Vermögensermittlung.[20]

2.1.1.2 Dynamische Bilanztheorie

Die dynamische Bilanztheorie wurde in ihrer Grundkonzeption zu Beginn des 20. Jahrhunderts von dem Kölner Betriebswirten Eugen Schmalenbach [21] entwickelt. Ebenso wie die statischen Auffassungen ist sie den monistischen Konzepten zuzuordnen. Im Unterschied zur statischen Bilanztheorie besteht die zentrale Aufgabe der dynamischen Bilanztheorie in der Ermittlung periodengerechter, vergleichbarer Unternehmenserfolge. Dieses Ziel dient lt. Schmalenbach einer optimalen Unternehmenssteuerung sowie der Ausschüttungsbemessung. Gleichzeitig würde aufgrund der Rechenschaftslegung des Unternehmers gegenüber sich selbst dem Gläubigerschutz und damit einer wirksamen Konkursvorsorge am besten Rechnung getragen.[22] Aufgrund seiner dynamischen und insbes. an der Gewinnermittlung ausgerichteten Bilanzkonzeption negiert Schmalenbach die Ermittlung eines „wirklichen“ Vermögens anhand der Bilanz und nimmt Verfälschungen der Vermögensdarstellung in Kauf.[23]

Die Erfolgsermittlung wirft bei Schmalenbach für die gesamte Lebensdauer eines Unternehmens keine besonderen Probleme auf. Dieser sog. Totalerfolg ergibt sich aus dem Saldo von betrieblichen Einnahmen und Ausgaben. Aufgrund der mangelnden Abschätzbarkeit der gesamten Lebensdauer eines Unternehmens in der Praxis und der Relevanz von periodisierten Informationen zur Betriebssteuerung führte Schmalenbach die Begriffe „Ertrag“ und „Aufwand“ ein. Die Bilanz dient in der Dynamik zum Ausgleich der zeitlichen Diskrepanzen zwischen Einnahmen und Ausgaben einerseits sowie Aufwand und Ertrag andererseits, mithin zur Aufnahme jener Posten, die eine Separierung in Erfolgsund Zahlungsvorgänge ermöglichen.[24] Sie wird in der dynamischen Terminologie auch als sog. „ Kräftespeicher“ bezeichnet, der noch vorhandene aktive Kräfte oder passive Verpflichtungen enthält.[25] Im Unterschied zu den Statikern gilt in der dynamischen Bilanztheorie für die Bewertung der Aktiva durchweg das Anschaffungswertprinzip. Ein Ausweis unrealisierter Erfolge wird abgelehnt, da dies die Ermittlung vergleichbarer Periodenerfolge beeinträchtigen würde. Auch das Realisationsprinzip des § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB findet demnach eine stärkere Betonung. Hinsichtlich der Bewertung von Vorrä- ten plädiert Schmalenbach für die Anwendung eines Niederstwertprinzips. Hierbei erfolgt ein Vergleich von Anschaffungsbzw. Herstellungskosten, Marktpreis sowie eines auf retogradem Wege ermittelten Veräußerungspreises, wobei schlussendlich der niedrigste aller drei Werte anzusetzen ist. Neben dem Grundsatz der Vergleichbarkeit nimmt das Vorsichtsprinzip im Rahmen der dynamischen Bewertung eine besondere Rolle ein. Dies äußert sich darin, dass Abschreibungen und Rückstellungsdotierungen eher zu hoch als zu niedrig vorzunehmen sind. Spätere Zuschreibungen aufgrund von Schätzungsfehlern werden hingegen als nicht möglich erachtet. Betrachtet man die heutige Bilanz im Rechtssinne, so ist aufgrund der starken Betonung des Vorsichtsund Anschaffungswertprinzips eine enge Verwandtschaft zu Schmalenbachs Theorie der dynamischen Bilanz zu erkennen. Aber auch zu internationalen Rechnungslegungsnormen kann eine Beziehung hergestellt werden. Wie in der Dynamik wird dem Grundsatz der Stetigkeit hier eine besondere Bedeutung beigemessen, um auf diese Weise innerund zwischenbetriebliche Vergleiche zu ermöglichen. Gem. § 252 Abs. 1 Nr. 6 HGB ist der Stetigkeitsgrundsatz auch im deutschen Bilanzrecht kodifiziert. Aufgrund der Dominanz des Vorsichtsprinzips besitzt er allerdings tendenziell ein geringeres Gewicht.[26]

Am Konzept der dynamischen Bilanztheorie werden dessen inhärente und im Vergleich zur Statik verminderte Objektivierungsanforderungen kritisiert. Denn lt. Schmalenbach sind sämtliche mit einem künftigen Nutzen bzw. künftigen Belastungen verbundene Ausgaben zu aktivieren, was zu erheblichen Ermessensspielräumen führt. Des Weiteren werden die unzureichende Berücksichtigung des Gläubigerschutzes i.S.e. vernachlässigten Vermögensorientierung sowie Widersprüche zwischen den Prinzipien der periodengerechten Erfolgsermittlung und der Vorsicht bemängelt. So ist beispielsweise die starke Betonung des Vorsichtsprinzips im Rahmen langfristiger Fertigungsaufträge nicht mit einem angemessenen Erfolgsausweis in Einklang zu bringen.[27]

2.1.1.3 Organische Bilanztheorie

Der den dualistischen Konzepten zuzuordnende Entwurf einer organischen Tageswertbilanz wurde von Fritz Schmidt begründet.[28] Der Dualismus äußert sich hierbei in dem Anspruch einer gleichzeitigen Darstellung der „echten“ Erfolgsund Vermögenslage.[29]

Die organische Bilanztheorie wurde vor dem Hintergrund der Inflationszeit nach dem ersten Weltkrieg und als Reaktion auf die Konzeption der nominellen Geldkapitalerhaltung entwickelt, die Preissteigerungen nicht zu berücksichtigen vermag. Im Zentrum der Theorie steht der Gedanke einer langfristigen Erhaltung des Leistungspotentials bzw. der Vermögenssubstanz einer Unternehmung. Hierzu nimmt Schmidt eine Unterteilung der Unternehmenserfolge in absatzbedingte Umsatzgewinne sowie inflationsbedingte Scheingewinne vor.[30] Scheingewinne können definiert werden als Differenz zwischen den historischen Anschaffungsoder Herstellungskosten von Vermögenswerten einerseits und den Wiederbeschaffungsoder Reproduktionskosten andererseits.[31] Letztlich dürfen der Theorie zufolge nur Leistungserfolge der Ausschüttung zugänglich gemacht werden, während Scheinerfolge durch die Bildung einer Substanzerhaltungsrücklage auf der Passivseite der Bilanz einzubehalten sind. Der Ansatz von Tagesbeschaffungswerten ist in der organischen Bilanztheorie allumfassend. Sie bestimmt sowohl die Vermögens-, als auch die Gewinnermittlung.[32] Die Berücksichtigung inflationärer Tendenzen durch den Ansatz von Tagesbeschaffungswerten sei der entscheidende Schritt zur Bilanzwahrheit.[33] Der in der Erfolgsrechnung anzusetzende Aufwand für den Faktorverbrauch ist lt. Schmidt ebenfalls an Zeitwerten auszurichten.[34] Einem Leistungsverzehr wird in der Organik durch die Bildung von Neubewertungsrücklagen präventiv begegnet und somit eine mengenmäßige Wiederbeschaffung bzw. Reproduktion der Vermögensgegenstände auf gleichem Niveau ermöglicht.[35]

An der organischen Bilanztheorie wird kritisiert, dass sich Tagesbeschaffungswerte häufig nicht vollständig objektiv ableiten lassen und somit für den Bilanzierenden Ermessensspielräume bestehen, die zu Lasten externer Dritter ausgeübt werden können. Weitere Kritik bezieht sich auf den Fall sinkender Wiederbeschaffungspreise. Vermindern sich diese unterhalb den Betrag der Anschaffungskosten, so steht den Unternehmensgläubigern das nominelle Haftungskapital rein wertmäßig nicht mehr zur Verfügung.[36]

2.1.2 Moderne Bilanztheorien

Im Gegensatz zu den eher als idealtypisch zu klassifizierenden klassischen Bilanzauffassungen knüpfen moderne Bilanztheorien an der Rechtswirklichkeit und dem empirisch feststellbaren Verhalten der Bilanzierenden und Bilanzadressaten an.[37] Im Folgenden werden die gängigsten Konzeptionen kurz vorgestellt.

2.1.2.1 Zukunftsgewinnkonzepte

Im Bereich der Zukunftsgewinnkonzepte wird hier stellvertretend auf die sog. Theorie des ökonomischen Gewinns eingegangen, dessen Konzeption insbes. von Schneider und Münstermann in die Diskussion eingebracht wurde. Beide gehen davon aus, dass sowohl mit dem Konzept der nominellenals auch der realen Kapitalerhaltung nur eine unzureichende Kontrolle der Unternehmenserhaltung möglich ist. Kritisiert wird hierbei vor allem deren Vergangenheitsbezug. Vielmehr sei für die Rechnungslegungsadressaten die Fähigkeit eines Unternehmens zur Erzielung künftiger Erfolge entscheidend, mithin die Möglichkeit zur Realisierung von Erfolgspotentialen. Die Erfassung derartiger Umweltveränderungen stellt die Basis für die Ermittlung des Erfolgsmaßstabes „ökonomischer Gewinn“ dar. Dieser ergibt sich als Differenz des Unternehmens- bzw. Zukunftserfolgswertes zweier aufeinander folgender Perioden.[38] Um die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Unternehmens dauerhaft aufrecht erhalten zu können, darf ein den ökonomischen Gewinn übersteigender Betrag nicht entnommen bzw. ausgeschüttet werden.[39]

Das am Shareholder-Value-Ansatz[40] ausgerichtete Konzept des Zukunftserfolgswertes bzw. des ökonomischen Gewinns hat für die (potentiellen) Anteilseigner den Vorteil, dass sie ihre Investitionsentscheidungen ex ante von der Wertentwicklung eines Unternehmens abhängig machen können. Gleichzeitig bietet die Wertorientierung die Möglichkeit zur Vermeidung von Principal- Agent-Konflikten, da eine an der Ertragswertmaximierung ausgerichtete Geschäftspolitik gleichzeitig den Gesellschafterinteressen dienlich ist. Allerdings wird aufgrund der Problematik der Zurechnung von Wertentwicklungen zu einer bestimmten Berichtsperiode regelmäßig nicht auf das Konzept des ökonomischen Gewinns zurückgegriffen. Hierzu kommen besser operationalisierbare Verfahren, wie z.B. das EVA-Konzept[41] zum Einsatz, dessen Kommunikation über ein Value-Reporting gegenüber den Informationsadressaten erfolgen kann.[42]

Die Konzeption des „ökonomischen Gewinns“ bringt den Nachteil mit sich, dass sie stark von subjektiven Erwartungen über die künftigen Entwicklungen der Einnahmen und Ausgaben geprägt ist. Sie genügt daher nicht dem Anspruch der Rechnungslegung nach Objektivierbarkeit, wie sie insbes. für die Erfüllung der Rechenschaftsund Zahlungsbemessungsfunktion benötigt wird. Mithin kann eine bilanztheoretische ertragswertorientierte Gewinnkonzeption die handelsrechtlichten oder internationalen Gewinnermittlungsregelungen nicht ersetzen.[43]

2.1.2.2 Entscheidungsorientierte Bilanztheorie

Nach der entscheidungsorientierten Bilanztheorie handelt es sich genau dann um „gute“ Rechnungslegungsnormen, wenn sich für die Adressaten aus ihnen entscheidungsrelevante Informationen ableiten lassen. Allerdings gibt es für die Entscheidungsrelevanz von Rechnungslegungsinformationen keine allgemeingültige Definition. Im Allgemeinen kann gesagt werden, und das gilt für sämtliche Rechnungslegungssysteme, besteht ein Trade Off zwischen den Rechnungslegungsgrundsätzen Relevanz und Verlässlichkeit. Welcher Variante im Detail der Vorzug gegeben wird ist vor allem von dem fokussierten Adressatenkreis abhängig. Während das handelsrechtliche Bilanzrecht weitgehend an den Gläubigerinteressen ausgerichtet ist,[44] liegt der Schwerpunkt im Rahmen der internationalen Rechnungslegung bei den Investoren.[45] Unternehmensgläubiger sind an einer eher vorsichtigen und objektivierten Rechnungslegung interessiert. Eigenkapitalgeber benötigen hingegen vergangenheitsund zukunftsrelevante Informationen,[46] um hieraus ihre Dispositionsentscheidungen und Gewinnansprüche ableiten zu können.[47]

2.1.2.3 Institutionenökonomische Ansätze

Die Institutionenökonomie setzt für die Ableitung „guter“ Rechnungslegungsnormen an den Grundannahmen der Principal-Agent-Theorie und der Transaktionskostenökonomie an.

Bei der Agency-Theorie geht es um die ökonomische Analyse von Vertragsverhältnissen zwischen einem Auftraggeber (Prinzipal) und einem Auftragnehmer (Agent). In den Verträgen soll die Ressourcenallokation zwischen den Akteuren möglicht optimal festgelegt und somit die inhärente Unsicherheit reduziert werden. Dies hat zufolge, dass den Akteuren eine Anspruchsgrundlage bei Abweichungen gegenüber der vertraglich vereinbarten Regelung zugestanden wird. Beim Vertragsschluss ergibt sich allerdings das Problem, dass niemals sämtliche Eventualitäten berücksichtigt werden können. Mithin sind Vertragsgestaltungen regelmäßig unvollständig (Incomplete Contracting).

Aufgrund unvollständiger Vertragsgestaltungen und der Annahme eines opportunistischen Verhaltens der Akteure[48] kommt es zwischen den Parteien zu einem diskretionären Handlungsspielraum, der zu Lasten des Prinzipals ausgeübt werden kann. In der Realität sind die unterschiedlichsten Prinzipal-Agenten- Beziehungen vorstellbar. Ein typischer Konflikt existiert hierbei zwischen den Unternehmenseigentümern sowie Gläubigern (Prinzipal) einerseits und dem Management (Agent) andererseits. Ein dem Prinzipal zur Verfügung gestellter und geprüfter Jahresabschluss kann zur Konfliktlösung eingesetzt werden. Die Rechnungslegungsinformationen verleihen dem Management Glaubwürdigkeit und signalisieren dem Prinzipal, dass bestehende Diskretionsspielräume nicht ausgenutzt werden.[49] Die Bedeutung von Rechnungslegungsinformationen zur Minimierung der Agency-Costs steigt mit zunehmender Komplexität und Langlebigkeit von Unternehmen sowie abnehmender Einflussnahme der Prinzipale.[50]

Nachdem bisher herausgestellt wurde, dass Rechnungslegungsinformationen zur Konfliktschlichtung zwischen Prinzipal und Agent grundsätzlich notwendig sind, wurde noch keine Aussage darüber getroffen, auf welche Weise Rechnungslegungsvorschriften generiert werden können. Diese Frage versucht mitunter die Transaktionskostenökonomie zu beantworten. Dem Transaktionskostenansatz sind hierbei als Koordinationsmechanismus zur Steuerung von Transaktionen zwei Aggregatzustände bekannt: „Markt vs. Hierarchie“.

Bei einer reinen Marktlösung unterliegt das Zustandekommen von Rechnungslegungsinformationen dem Wettbewerb (Invisible Hand) und es finden keinerlei Regulierungen statt. Vereinbarungen zwischen den Parteien kommen auf privatrechtlicher Basis mittels Verträgen zustande. Derart liberale Lösungen gehen bei Vorliegen hoher Unsicherheit, Komplexität, Spezifität und Häufigkeit allerdings mit der Gefahr des Marktversagens einher. Einem derartigen Versagen des Marktes liegen die bereits im Rahmen der Agency-Theorie geschilderten Annahmen von opportunistischem Verhalten sowie einer Informationsasymetrie zwischen den Beteiligten zu Grunde. So kann ein Management daran interessiert sein, einem Stakeholder ungünstige Unternehmensinformationen vorzuenthalten.

Akzeptiert man, dass der Koordinationsmechanismus „Markt“ nicht immer zu „guten“ und entscheidungsnützlichen Rechnungslegungsinformationen führt, so kann hier das regulierende Element der „Hierarchie“ transaktionskostenreduzierend wirken. Hierbei erfolgt die Institutionalisierung bzw. Regulierung von Transaktionen inkl. der Ausgestaltung von Anreiz-, Kontrollund Sanktionsmechanismen über eine dritte Partei. Bezogen auf die Rechnungslegung kann es sich hierbei sowohl um ein privates Normierungsgremium als auch um eine Institution mit gesetzlichen Befugnissen handeln. Eine Hinwendung zum Steuerungsinstrument der „Hierarchie“ wird solange als Reizvoll angesehen, wie sich hierdurch eine Ersparnis von zusätzlichen Transaktionskosten ergibt.

Vorraussetzung für eine Substitution des Lenkungsmechanismus „Markt“ durch die „Hierarchie“ ist, das selbige zu vergleichsweise effizienteren Ergebnissen führt. Für die Entwicklung von „guten“ Rechnungslegungsnormen ist in diesem Sinne ein qualitativ hochwertiger Normierungsprozess erforderlich. Für einen derartigen Prozess sind einige Kriterien beachtenswert:

1. Es muss sich um einen demokratischen Prozess handeln, indem keine dominanten Lobbyismusbestrebungen erkennbar sind. Alle Interessengruppen[51] müssen gleichermaßen Berücksichtigung finden.
2. Zu Prozessbeginn sollte von einem neutralen Regulierungsgremium ein messbares Ziel festgelegt werden, deren Erreichungsgrad ex post zu überprüfen ist. Wurde dieses Ziel nicht erreicht, müssen Steuerungsprozesse zur Normenadaption eingeleitet werden.
3. Durch Kontrollund Durchsetzungsinstitutionen ist eine weitgehende Einhaltung der Normierungen zu gewährleisten.[52] Kommt es dennoch zu Verstößen gegen bestimmte Regelungen, sind hierfür Sanktionsmechanismen erforderlich.

Die o.g. Merkmale für einen guten Standardsetzungsprozess sind in der Realität allerdings nur eingeschränkt gegeben. So muss jedenfalls davon ausgegangen werden, dass starke Lobbyismusgruppen die Normierung beeinflussen.[53] Auch die Annahme eines neutralen Regulierungsgremiums ist wohl eher eine Utopie.

In der Praxis hat sich für die Herausbildung einer „wirksamen“ Rechnungslegung eine einigermaßen hybride Situation ergeben. Elemente des Marktes und der Hierarchie gehen unmittelbar miteinander einher. Dies gilt sowohl für einzelne Normen als auch für ganze Rechnungslegungssysteme. So wurden in jüngster Vergangenheit in Deutschland immer häufiger freiwillige Jahresabschlüsse nach internationalen Rechnungslegungsnormen erstellt. Diese Entwicklung wurde von der EU und den nationalen Gesetzgebern erkannt. So gestattete man von 1998 – 2004 kapitalmarktorientierten Unternehmen[54] mit der

Regelung des § 292a HGB a.F. die Erstellung von befreienden Konzernabschlüssen und -lageberichten nach internationalen Rechnungslegungsnormen.[55] Aus diesem Wettbewerb auf Zeit gingen die IFRS als „Sieger“ hervor, so dass diese letztlich für Konzernabschlüsse der o.g. Unternehmensformen verpflichtend normiert wurden. Ein weiteres Beispiel für eine Marktlösung sind die US- amerikanischen US-GAAP,[56] die nur von wenigen Unternehmen verpflichtend anzuwenden sind, obgleich sich viele Firmen freiwillig für die Anwendung der Standardisierung entscheiden. Trotz der genannten Beispiele kann ein Marktversagen dazu führen, dass das Optimum verfehlt wird. Damit ist eine gewisse staatliche Intervention sowohl notwendig als auch wünschenswert. Mithin liegt die „Wahrheit“ zwischen beiden Extrema wie so oft wohl in der Mitte. Es gilt somit diejenige Kombination zwischen freiem Wettbewerb und stattlicher Lenkung zu finden, die eine Rechtfertigung für eine „gute“ Rechnungslegung darstellt.

2.2 Einfluss der Bilanztheorien auf den Jahresabschluss

Betrachtet man die Ausführungen zu den Bilanztheorien, so ist festzustellen, dass das deutsche Bilanzrecht vielfältigen Einflüssen unterliegt. Mithin handelt es sich um eine Art „Mixtum Compositum“. Allerdings waren und sind die Einflüsse der statischen und dynamischen Bilanztheorie besonders prägend.

Betrachtet man das Verhältnis dieser beiden Theorien zueinander, so kann de lege lata von einer Theorieneutralität gesprochen werden.[57] Merkmale der statischen Bilanztheorie finden sich insbes. in den strengen Objektivierungsanforderungen wieder, die für einen Bilanzansatz von Vermögensgegenständen und Schulden erfüllt sein müssen. Die Ansatzpflicht wird durch dynamische und mit einer gläubigerschützenden Ausschüttungssperre verbundenen Bilanzierungshilfen ergänzt.[58] Weitere dynamische Elemente ergeben sich aus dem Anschaffungswertprinzip gem. § 253 Abs. 1 Satz 1 HGB sowie dem Niederstwertprinzip gem. § 253 Abs. 2 Satz 3 HGB. Zudem rührt das Stetigkeitsgebot des Handelsrechts aus dem Grundsatz der periodengerechten Erfolgsermittlung nach Schmalenbach.[59] Da das HGB vom Grundsatz der nominellen Kapitalerhaltung dominiert wird, findet die Theorie der organischen Tageswertbilanz von Fritz Schmidt nur eingeschränkt Anwendung. Von einem in der vierten EG-Richtlinie vorgesehenem Wahlrecht zur Bildung einer Substanzerhaltungsrücklage wurde kein Gebrauch gemacht. Dennoch wird einer realen Kapitalerhaltung beispielsweise durch den Bewertungsvereinfachungsgrundsatz „Lifo“ oder der Gewinnverwendungsregelung des § 58 Abs. 2 AktG zumindest teilweise Rechnung getragen.[60] Zukunftsgewinnkonzepte, wie die beispielhaft dargestellte Theorie des ökonomischen Gewinns, spielen für eine Ausgestaltung eines HGB-Abschlusses keine Rolle. Vor allem aufgrund ihrer geringen Objektivierbarkeit kann eine solche Konzeption den vielfältigen Zwecken einer Rechnungslegung kaum Gerecht werden.[61] In der jüngeren Vergangenheit haben auch internationale Bestrebungen einen Einzug in die deutsche Bilanzrechtslandschaft gefunden. Einen Erklärungsansatz hierfür liefern die Ausführungen zur Transaktionskostenökonomie. Nur so sind beispielsweise die

§ 292a HGB a.F. und 315a HGB[62] zu erklären.

Ähnlich wie das HGB stellen auch die IFRS ein Konglomerat von Statik und Dynamik dar. Die statische Bilanztheorie äußert sich in der Möglichkeit zu einer Fair-Value -Bewertung für Finanzinstrumente gem. IAS 39 oder das Sachanlagevermögen gem. IAS 16. Dynamische Elemente ergeben sich infolge einer eher weiten Asset -Definition sowie der besonderen Relevanz des aus dem Grundsatz der Periodisierung abgeleiteten Matching -Prinzips.[63] Die Rechnungslegung nach IFRS wird weitgehend vom Grundsatz der nominellen Kapitalerhaltung bestimmt. Durch einzelne Ausnahmen, wie z.B. der Möglichkeit einer erfolgsneutralen Neubewertung von Sachanlagen, wird der Stringenz des HGB allerdings nicht in Gänze gefolgt.[64] Wenngleich eine Rechnungslegung nach IFRS als entobjektiviert bezeichnet werden kann, erfolgt keine Umsetzung der Theorie des ökonomischen Gewinns. Im Vergleich zu einer solchen Ertragswertkonzeption ist sie somit als weniger subjektiv zu charakterisieren.[65]

2.3 Der Weg zum BilMoG-RefE

Aus den vorangehenden Ausführungen ist deutlich geworden, dass es keine Patentrezepte für die Generierung einer „guten “ Rechnungslegung gibt. Auf Basis der Bilanztheorien lassen sich aber zumindest heuristische Anhaltspunkte ableiten.[66]

Fest steht jedenfalls, dass ein adäquater Normierungsprozess die notwendige Bedingung für eine Entwicklung „wirkungsvoller“ Rechnungslegungsnormen darstellt. Für einen solchen Standard-Setting-Process erscheint es wünschenswert, im Voraus ein normatives Leitbild festzulegen. Anhand dessen kann man im Rahmen einer Ex-Post-Analyse den Grad der Zielerreichung messen und ggf. Adaptionen vornehmen.[67] Diesbezgl. haben die IFRS gegenüber den handelsrechtlichen Normen wohl einen Vorteil. Denn das IASC[68] formulierte bereits bei dessen Gründung im Jahre 1973 das Ziel zur Entwicklung von hochwertigen und verständlichen Rechnungslegungsstandards, die eine Basis für den Vergleich von Jahresabschlüssen bieten und die Grundlage für das Treffen wirtschaftlicher Entscheidungen darstellen.[69] Des Weiteren soll die weltweite Akzeptanz und Einhaltung der Standards gefördert sowie eine Konvergenz zu nationalen Rechnungslegungsregeln herbeigeführt werden. Im Vergleich hierzu lassen sich die Ziele der deutschen Rechnungslegung nicht so einfach ableiten. Vielmehr stehen mehrere Zwecke selbständig nebeneinander, zwischen denen ein Ausgleich geschaffen werden muss. Dies führt jedoch häufig zu dem Eindruck einer mangelnden Konsequenz und hinterlässt nicht selten Spannungen.[70]

Abseits der Regulierung sollten jedoch auch immer Marktprozesse eine „Chance“ haben. Dies wird heutzutage umso deutlicher, da wir nicht in einer autarken Welt leben und die Globalisierung auch im Bereich der Rechnungslegung Einzug gehalten hat. Die Internationalisierung der deutschen Rechnungslegung begann bereits mit der Unterzeichnung der Römischen Verträge[71] im Jahre 1957 und der hiermit einhergehenden Gründung der EWG. In diesen völkerrechtlichen Verträgen verpflichteten sich die EWG-Mitgliedstaaten zu einer Harmonisierung des Gesellschaftsund Kapitalmarktrechts. Auf europäischer Ebene wurde der Harmonisierungsprozess durch den Beschluss der Bilanzrichtlinie, Konzernbilanzrichtlinie und Abschlussprüferrichtlinie in den siebziger und achtziger Jahren umgesetzt. Die für Richtlinien obligatorische Transformation geschah durch den deutschen Gesetzgeber im Jahre 1985 mit dem BiRiliG. Allerdings wurde das Ziel einer Rechtsangleichung aufgrund der zahlreichen Richtlinienwahlrechte nur bedingt erreicht. So war der Gedanke des Gläubigerschutzes auch nach der Umsetzung das prägende Element für das deutsche Handelsund Gesellschaftsrecht.[72]

Kurz darauf kam es in den neunziger Jahren zu einem weiteren Meilenstein in der Internationalisierung der Rechnungslegung, nachdem die Daimler Benz AG im Jahre 1993 den Sprung an die NYSE wagte. Mit dieser Entscheidung unmittelbar verbunden war die Verpflichtung zur Erstellung eines Konzernabschlusses nach US-GAAP, der ab sofort zu den ohnehin aufzustellenden Einzel- und Konzernabschlüssen nach HGB hinzutrat. Dem Vorbild von Daimler Benz folgend erstellten fortan diverse weitere Unternehmen ihre Abschlüsse nach internationalen Rechnungslegungsstandards. Lukrativ waren hierbei neben den US-GAAP insbes. die IFRS, da die Erstellung eines „Einheitsabschlusses“ aufgrund der zum damaligen Zeitpunkt zahlreich vorzufindenden Wahlrechte und den hiermit einhergehenden Redundanzen eine zusätzliche Rechnungslegung häufig überflüssig machte. Getrieben von den o.g. Entwicklungen veränderte sich auch die deutsche Rechnungslegung peu à peu. So setzte sich allmählich die Erkenntnis durch, dass eine Internationalisierung nicht dauerhaft blockiert werden kann. Einen ersten Schritt stellte hier zu Lande der über das KapAEG ins HGB eingefügte § 292a HGB a.F. dar, wonach kapitalmarktorientierten Unternehmen die Möglichkeit zur Erstellung befreiender Konzernabschlüsse nach internationalen Rechnungslegungsstandards gegeben wurde. Durch die Verabschiedung des BilReG reagierte der deutsche Gesetzgeber im nächsten Schritt auf die von der EU im Jahre 2002 erlassene IAS-VO. Da EU-Verordnungen als unmittelbar geltendes Recht in den Mitgliedstaaten anzusehen sind, ist eine separate Umsetzung in nationale Regelungen grds. erst gar nicht erforderlich. Das BilReG äußerte sich mitunter im § 315a HGB. Gem.

§ 315a Abs. 1 HGB wurden kapitalmarktorientierte Unternehmen ab dem

1. Januar 2005 dazu verpflichtet, ihre Konzernabschlüsse nach den von der EU anerkannten IFRS zu erstellen.[73] Des Weiteren wurde gem. § 315a Abs. 3 HGB auch nicht kapitalmarktorientierten Unternehmen die Möglichkeit zur Aufstellung befreiender Konzernabschlüssen nach IFRS gegeben. Mitgliedstaatenwahlrechte betreffend einer Erstellung befreiender Einzelabschlüsse nach IFRS wurden jedoch von Deutschland (bislang) nicht umgesetzt, da die hierfür erforderlichen rechtlichen Anpassungen als zu weit reichend angesehen werden.

Allerdings besteht unter bestimmten Voraussetzungen gem. § 325 Abs. 2a HGB zumindest die Möglichkeit zur Offenlegung von IFRS-Einzelabschlüssen an der Stelle eines handelsrechtlichen Jahresabschlusses.[74]

Aus den geschilderten Ausführungen wird deutlich, dass sich die europäischen Zielsetzungen im Zeitablauf veränderten. Wurde in den siebziger und achtziger Jahren noch der Prozess einer Harmonisierung priorisiert, so sollte nun aufgrund der Hinwendung zu den IFRS einer standardisierten Rechnungslegung der Vorzug gewährt werden.[75]

Die Implementierung der IFRS im nationalen Rechtsrahmen über die IAS-VO war aber nicht die einzige Strategie der EU. Auch die Harmonisierung der europäischen Rechnungslegung sollte über eine Änderung bzw. Aufhebung zahlreicher Richtlinien forciert werden.[76] Mit der Fair-Value-Richtlinie, Modernisierungsrichtlinie, Abänderungsrichtlinie und Abschlussprüferrichtlinie ermöglicht man den Mitgliedstaaten eine moderate Anpassung ihres nationalen Bilanzrechts an die IFRS. Eine Umsetzung der im Rahmen der Modernisierungsund Fair-Value-Richtlinie vorgegebenen Pflichtanpassungen geschah in Deutschland bereits im Jahre 2004 mit dem BilReG. Eine darüber hinaus gehende Übernahme weiterer fakultativer Bestimmungen der beiden Richtlinien (Mitgliedstaatenwahlrechte) sowie eine Anpassung des deutschen Bilanzrechts an die Abänderungsund Abschlussprüferrichtlinie erfolgt über das BilMoG.[77]

[...]


[1] Vgl. RefE BilMoG (2007), S. 1-234 sowie Eckpunkte BilMoG (2007), S. 1.

[2] Vgl. RegE BilReG (2004), S. 44.

[3] ZÜLCH, H. (2007), S. 1.

[4] Vgl. 10-Punkte-Programm der Bundesregierung (2003), Unterpunkt 4.

[5] Im Verlauf dieser Arbeit wird für die IAS u. IFRS aus Praktikabilitätsgesichtspunkten die einheitliche Bezeichnung IFRS herangezogen.

[6] Vgl. RefE BilMoG (2007), S. 1.

[7] Vgl. FÜLBIER, R. U. / GASSEN, J. (2007), S. 2605.

[8] Vgl. VELTE, P. / LEIMKÜHLER, C. (2007), S. 937.

[9] Rechnungslegungsbedeutende Aussparungen wurden vor allem im Bereich der HK- Ermittlung, der Bewertungsvereinfachungsverfahren sowie der Währungsumrechnung vorgenommen. Diese Adaptionen sind zwar ebenfalls von Bedeutung. Aufgrund einer überschaubaren u. eher formalen Kritik der Öffentlichkeit kann jedoch von einer Darstellung abgesehen werden, ohne die Aussagekraft dieses Aufsatzes wesentlich zu beeinträchtigen.

[10] Das Arrow-Paradoxon (Unmöglichkeitstheorem) bildet die Grundlage der modernen Sozialwahltheorie. Kenneth Joseph Arrow erhielt für seine Forschungsergebnisse und Überlegungen zum Paradoxon den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften im Jahre 1972.

[11] Vgl. BLANKART, C. B. (2003), S. 116-119; FRITSCH, M. / Wein, T. / EWERS, H.-J. (2007), S. 393-395.

[12] Vgl. PELLENS, B. / FÜLBIER, R. U. / GASSEN J. (2006), S. 1-17.

[13] Vgl. COENENBERG, A. G. (2005), S. 1159.

[14] Vgl. BAETGE, J. / KIRSCH, H.-J. / THIELE, S. (2007), S. 12.

[15] Zum Überblick über die Bilanztheorien vgl. FEDERMANN, R. (2000), S. 114; im Bereich der modernen Bilanztheorien wird aus Zweckmäßigkeitsüberlegungen nicht explizit auf die sog. Kapitalerhaltungsund Anti-Bilanzkonzepte eingegangen.

[16] Moxter spricht von Fortführungsbzw. Zerschlagungsstatik; vgl. MOXTER (1984), S. 6. Da sich die beiden Ausprägungen der statischen Bilanztheorie im Ergebnis nur wenig voneinander unterscheiden, wird auf die Darstellung der Zerschlagungsstatik verzichtet.

[17] Vgl. BAETGE, J. / KIRSCH, H.-J. / THIELE, S. (2007), S. 12 f.; COENENBERG, A. G. (2005), S. 1163 u. 1185 f.; PELLENS, B. / FÜLBIER, R. U. / GASSEN, J. (2006), S. 17 f.

[18] Vgl. BAETGE, J. / KIRSCH, H.-J. / THIELE, S. (2007), S. 14; COENENBERG, A. G. (2005), S. 1187 f.; PELLENS, B. / FÜLBIER, R. U. / GASSEN, J. (2006), S. 17 f.

[19] Vgl. BAETGE, J. / KIRSCH, H.-J. / THIELE, S. (2007), S. 15 f.; COENENBERG, A. G. (2005), S. 1188 f.; PELLENS, B. / FÜLBIER, R. U. / GASSEN, J. (2006), S. 17 f.

[20] Vgl. COENENBERG, A. G. (2005), S. 1189.

[21] Eugen Schmalenbach war Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln.

[22] Vgl. SCHMALENBACH, E. (1962), S. 52.

[23] Vgl. BAETGE, J. / KIRSCH, H.-J. / THIELE, S. (2007), S. 17 f.; COENENBERG, A. G. (2005), S. 1165 u. 1190; PELLENS, B. / FÜLBIER, R. U. / GASSEN, J. (2006), S. 18 f.

[24] Schmalenbach spricht von sog. schwebenden Posten; vgl. SCHMALENBACH (1962), S. 74.

[25] Vgl. SCHMALENBACH, E. (1962), S. 74.

[26] Vgl. BAETGE, J. / KIRSCH, H.-J. / THIELE, S. (2007), S. 18-23; COENENBERG, A. G. (2005), S. 1165 f. u. 1190 f.; PELLENS, B. / FÜLBIER, R. U. / GASSEN, J. (2006), S. 18 f.

[27] Vgl. COENENBERG, A. G. (2005), S. 1191 f.

[28] Fritz Schmidt war Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Johann Wolfgang Goethe- Universität Frankfurt am Main.

[29] Vgl. FEDERMANN, R. (2000), 116 f.

[30] Vgl. BAETGE, J. / KIRSCH, H.-J. / THIELE, S. (2007), S. 23.

[31] Bei unterhalb der Anschaffungsoder Herstellungskosten liegenden Wiederbeschaffungsoder Reproduktionskosten sind freilich auch Scheinverluste denkbar.

[32] Vgl. MOXTER (1984), S. 58.

[33] Vgl. SCHMIDT, F. (1929), S. 355.

[34] Vgl. SCHMIDT, F. (1929), S. 139 f.

[35] Vgl. BAETGE, J. / KIRSCH, H.-J. / THIELE, S. (2007), S. 23-25; COENENBERG, A. G. (2005), S. 1197-1200.

[36] Vgl. BAETGE, J. / KIRSCH, H.-J. / THIELE, S. (2007), S. 25 f.; COENENBERG, A. G. (2005), S. 1210 f.

[37] Vgl. FEDERMANN, R. (2000), S. 113-115.

[38] Die Unternehmenswertermittlung erfolgt hierbei beispielsweise über ein Ertragswertoder DCF-Verfahren.

[39] Vgl. COENENBERG, A. G. (2005), S. 1216 f.

[40] Der Shareholder-Value-Ansatz geht auf eine Veröffentlichung von Alfred Rappaport aus dem Jahre 1986 zurück; vgl. COENENBERG, A. G. (2007), S. 31.

[41] Beim Economic Value Added (EVA) handelt es sich um ein eingetragenes Warenzeichen der Unternehmensberatung Stern/Stewart & Co. Es ist dem Bereich der sog. Residualeinkommenskonzepte zuzuordnen; vgl. COENENBERG, A. G. (2007), S. 807.

[42] Vgl. COENENBERG, A. G. (2005), S. 1220.

[43] Vgl. COENENBERG, A. G. (2005), S. 1219.

[44] Dies sollte jedoch nicht dahingehend missverstanden werden, dass weitere Interessen unbeachtet bleiben. Wenngleich der Gläubigerschutz de lege lata im Fordergrund steht, wird stets ein am Stakeholder-Ansatz orientierter Interessenausgleich angestrebt.

[45] Unter internationaler Rechnungslegung sind hierbei sowohl die IFRS, als auch die angloamerikanischen Grundsätze zu subsumieren.

[46] Es zeigt sich hierbei auch die Verbindung zur Theorie des ökonomischen Gewinns; vgl. Gliederungspunkt 2.1.2.1, S. 9 f.

[47] Vgl. PELLENS, B. / FÜLBIER, R. U. / GASSEN, J. (2006), S. 19-23.

[48] Darüber hinaus sind eine asymmetrische Informationsverteilung, die Trennung zwischen Eigentum u. Verfügungsmacht sowie divergente Nutzenfunktionen der Parteien typische Grundannahmen der Principal-Agent-Theorie.

[49] Gleichwohl lassen sich Handlungsspielräume aufgrund von Wahlrechten und Ermessensspielräumen innerhalb der Rechnungslegungsvorschriften nicht vollständig beseitigen. Zudem kann nicht immer beurteilt werden, inwieweit bestimmte Ergebnisse auf die Managementleitstung oder anderweitige Einflüsse (z. B. Zufall) zurückzuführen sind.

[50] Vgl. PELLENS, B. / FÜLBIER, R. U. / GASSEN, J. (2006), S. 8.

[51] Zu den Interessengruppen gehören die Regulierungsgremien / Standardsetter, Lobbyisten, Entscheider, Anwender, Durchsetzer u. Kommentierer; vgl. PELLENS, B. / FÜLBIER, R. U. / GASSEN, J. (2006), S. 24-27.

[52] Bei diesen Institutionen kann es sich um unabhängige Abschlussprüfer oder staatliche Behörden handeln.

[53] Die Einflüsse von Lobbyisten auf die Normierung wird in den Ansätzen der „Interest group theory“ oder „Capture theory“ untersucht; vgl. PELLENS, B. / FÜLBIER, R. U. / GASSEN, J. (2006), S. 909 f.

[54] Hierbei handelt es sich um solche Unternehmen, deren Wertpapiere am jeweiligen Bilanzstichtag in einem beliebigen EU-Mitgliedstaat zum Handel in einem geregelten Markt zugelassen sind.

[55] Als internationale Rechnungslegungsnormen waren sowohl die IFRS als auch die US-GAAP zugelassen.

[56] Die US-GAAP werden vom Regulierungsgremium FASB entwickelt.

[57] Im Verlauf dieser Arbeit wird noch darauf einzugehen sein, ob auch im Anschluss an eine Analyse des BilMoG-RefE weiterhin von einer Theorieneutralität gesprochen werden kann.

[58] Wie z.B. aktive latente Steuern gem. § 274 Abs. 2 HGB oder Aufwendungen für Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebes gem. § 269 HGB.

[59] Vgl. COENENBERG, A. G. (2005), S. 1192-1194.

[60] Vgl. COENENBERG, A. G. (2005), S. 1194.

[61] Vgl. COENENBERG, A. G. (2005), S. 1218 f.

[62] In § 315a HGB geht es um die Verpflichtung zur Erstellung von Konzernabschlüssen nach IFRS für kapitalmarktorientierte Unternehmen. Er trat grds. für Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2004 begannen, in Kraft.

[63] Ziel des Matching-Prinzips ist eine Zuordnung von Aufwendungen zu den zugehörigen Erträgen einer Periode; vgl. COENENBERG, A. G. (2005), S. 1194.

[64] Vgl. WAGENHOFER, A. (2005), S. 361 f.

[65] Vgl. BREITHECKER, V. (2003), S. 45-47.

[66] Vgl. PELLENS, B. / FÜLBIER, R. U. / GASSEN, J. (2006), S. 31.

[67] Vgl. PELLENS, B. / FÜLBIER, R. U. / GASSEN, J. (2006), S. 31.

[68] Das IASC wurde 1973 in London als privatrechtliche Organisation unter dem Dach der IFAC gegründet.

[69] Dass Jahresabschlussinformationen grds. entscheidungsrelevanten Charakter besitzen, gilt heute als allgemein akzeptiert. Für den Bereich der kapitalmarktorientierten Unternehmen kann immer dann von einer Entscheidungsrelevanz ausgegangen werden, falls eine Beziehung zwischen den Jahresabschlussinformationen u. korrespondierenden Aktienkursen besteht. Dass solche Zusammenhänge existieren konnte bereits in diversen Studien nachgewiesen werden. Allerdings hat die Veröffentlichung von Jahresabschlüssen eher nachlaufenden Charakter. Coenenberg spricht daher von einer „ Informationshygiene-Funktion “; vgl. COENENBERG (2005), S. 1227 f. u. 1235 f.

[70] Vgl. PELLENS, B. / FÜLBIER, R. U. / GASSEN, J. (2006), S. 10-13.

[71] Zu den Römischen Verträgen gehören EG-, EGKS- und EAG-Vertrag.

[72] Vgl. PELLENS, B. / FÜLLBIER, R. U. / GASSEN, J. (2006), S. 46.

[73] Das es sich um von der EU anerkannte IFRS handeln muss resultiert aus dem Umstand, das dem IASB als einer Organisation des privaten Rechts keine hoheitlichen Befugnisse zukommen. Mithin müssen die einzelnen Standards zunächst ein formelles Endorsement- Verfahren durchlaufen, bis sie in den Mitgliedstaaten zur Geltung gelangen können.

[74] Vgl. PELLENS, B. / FÜLLBIER, R. U. / GASSEN, J. (2006), S. 46-51.

[75] Unter einer Harmonisierung versteht man den Prozess einer Rechtsangleichung unter Wahrung nationaler Besonderheiten. Die Standardisierung stellt hingegen eine Rechtvereinheitlichung dar.

[76] Vgl. KÜTING, K. / Weber, C.-P. (2006), S. 5.

[77] Vgl. KRALL, M. (2004), S. 103 f.

Details

Seiten
99
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640153787
ISBN (Buch)
9783640155422
Dateigröße
885 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v114965
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen – Mercator School of Management - Institut für Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfung und Controlling
Note
3,0
Schlagworte
Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz Eine Analyse Basis Referentenentwurfs Wirtschaftsprüfung BilMoG Bilanzrechtsreform

Autor

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Titel: Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz - Eine kritische Analyse auf Basis des Referentenentwurfs