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Internationale Standortoptimierung und Direktinvestitionen im Zeitalter der Globalisierung

Hausarbeit 2005 22 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Terminologische Grundlagen

2. Wirtschaftspolitische Zielkonzepte
2.1 Elemente und Phasen des wirtschaftspolitischen Entscheidungsprozesses
2.2 Allgemeine wirtschaftspolitische Ziele

3. Ursachen und Symptome von Standortverlagerungen
3.1 Qualität der Standortfaktoren und der Wirtschaftspolitik
3.2 Länderspezifische Push-Faktoren
3.3 Unternehmensspezifische Pull-Faktoren
3.4 Eklektische Theorie der Direktinvestitionen: das „OLI-Paradigma“ (Ownership, Location, International advantages)

4. Auswirkungen von Direktinvestitionen auf wirtschaftspolitische Ziele
4.1 Auswirkungen auf wirtschaftspolitische Einflussfaktoren
4.2 Zusammenfassende Darstellung der Auswirkungen auf wirtschaftspolitische Ziele

5. Mittel und Maßnahmen der Wirtschaftspolitik

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Terminologische Grundlagen

Bedeutende Entwicklungen in den Bereichen Transport, Kommunikationswesen oder Informationstechnologie wie auch internationale Handelsabkommen in Form des GATT, als nur ein Beispiel, haben die Welt zu einem multikulturellen und zunehmend wirtschaftlich engerem Spielfeld voller globaler Märkte transformiert. Die weltweite Verbreitung von technischem Wissen und Können in Verbindung mit der Mobilität von Unternehmen, Kapital und Arbeitgeber schaffen ein enorm dynamisches Umfeld, welches langfristig zu einem Dahinschwinden traditioneller Wettbewerbsvorteile der Industriestaaten führt.[1]

Eine Form der Einflussnahme auf die Erstellung von Gütern und Dienstleistungen in anderen Ländern ist das Tätigen von Direktinvestitionen (FDI). „Unter einer ausländischen Direktinvestition versteht man eine Investition eines inländischen Unternehmens oder Investors (Direktinvestors), die auf das Ziel gerichtet ist, nachhaltigen, d.h. langfristigen und signifikanten Einfluss auf die Geschäftsführung eines ausländischen Unternehmens auszuüben.“[2] Direktinvestitionskapital besteht dabei aus den Komponenten Kapitalanteile, konzerninterne Kredite und reinvestierte Gewinne.[3] Weiter Charakteristika sind die Langfristigkeit der Investition, das aktive Auftreten des Investors im Gastland, die intensive Handelsverflechtung mit der Muttergesellschaft der Unternehmung und die Übertragung von unternehmerischem Wissen in Form von Technologie- oder Management-Know-how in Verbindung mit der Kapitalinvestition.[4]

Eine andere Form der grenzüberschreitenden Investition ist die Portfolioinvestition in Beteiligungskapital, welche darauf abzielt, einen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg einer fremden Unternehmung zu erlangen.[5] Sie sind im Allgemeinen zeitflexibler als Direktinvestitionen, jedoch auch mit langfristigen Investitionszielen kompatibel.[6]

Der monetäre Gegenstrom erfolgt hauptsächlich über Zinsen, Dividenden und Tilgungen.[7]

2. Wirtschaftspolitische Zielkonzepte

2.1 Elemente und Phasen des wirtschaftspolitischen Entscheidungsprozesses

Das Konzept der Wirtschaftspolitik beruht auf ökonomischem Wissen, eingebettet in einen auf lange Frist ausgelegten Katalog aus zielkonformen Ordnungsprinzipien, die das Handeln des Staates in Politik und Wirtschaft bestimmen. Hieraus lässt sich feststellen, ob eingeleitete Maßnahmen zur Zielerreichung beitragen und mit dem Wirtschaftsystem übereinstimmen.[8]

Die Elemente und Phasen des wirtschaftspolitischen Entscheidungsprozesses werden in folgendem Schaubild aufgezeigt. Dieser Prozess soll als Grundlage für die weitere Ausarbeitung dienen, um ein strukturiertes Vorgehen bei der Erarbeitung der wirtschaftspolitischen Auswirkungen auf Standortverlagerungen sicherzustellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ausgangspunkt des Entscheidungsprozesses ist die Lageanalyse. Hier werden Abweichungen des wirtschaftlichen Ist-Zustandes vom Zielsystem diagnostiziert, die Ursachen dafür ermittelt sowie Prognosen über die weitere Entwicklung bei Eingriffen bzw. Nichthandeln des Staates angefertigt. Im Rahmen der Lageanalyse werden unter Gliederungspunkt 3 die Ursachen von Direktinvestitionen und unter Gliederungspunkt 4 deren Auswirkungen auf wirtschaftspolitische Ziele erörtert. Die Phasen Maßnahmenplanung und Programmrealisierung zielen darauf ab, Programme zu erstellen, deren Wirkung zu analysieren und diese im Anschluss bei positiven Entwicklungsaussichten umzusetzen. Zusammengefasst ergeben sie die Mittel der Wirtschaftspolitik, welche unter 5. Mittel und Maßnahmen der Wirtschaftspolitik näher ausgeführt werden. Auf den abschließenden Prozess der Ergebniskontrollen soll aufgrund der hohen Spezifität und Abhängigkeit von der jeweiligen eingeleiteten Maßnahme nicht näher eingegangen werden.[9]

Den Rahmen der wirtschaftspolitischen Entscheidungsprozesse bilden die Ziele (siehe Gliederungspunkt 2.2) sowie die Träger der Wirtschaftspolitik.

„Entscheidungsträger der Wirtschaftspolitik sind jene Institutionen und Personen, denen die Gesellschaft die Befugnis zuerkannt hat, wirtschaftspolitische Entscheidungen zu treffen, und die über das Monopol der legalen und legitimen Zwangsgewalt zur verbindlichen Durchsetzung ihrer Entscheidungen verfügen.“[10] Beispielhaft sollen hier Regierung, Europäischer Rat und Parlament, Tarifvertragsparteien oder auch internationale Organisationen wie der IWF, die Weltbank, das GATT oder die WTO angeführt werden.[11]

2.2 Allgemeine wirtschaftspolitische Ziele

Kern dieser Seminararbeit sind die Auswirkungen von Direktinvestitionen auf die Wirtschaftspolitik der Geber- und Nehmerländer von Investitionen. Hierbei liegt der Fokus bei den Effekten auf die Erreichung von wirtschaftspolitischen Zielen. Im Folgenden werden deshalb kurz die für diese Ausarbeitung relevanten Ziele einer Volkwirtschaft erläutert.[12]

An oberster Stelle der Zielpyramide einer Volkswirtschaft steht die Maximierung der gesellschaftlichen Wohlfahrt bzw. des Gemeinwohls. Im Detail ist damit die Sicherstellung der Primärziele Freiheit, Gerechtigkeit und Sicherheit für die Bewohner eines Landes gemeint. Auf der nächsten Stufe angesiedelt sind die Stabilitäts-, Wachstums-, Struktur- und Verteilungsziele; alles Sekundärziele, die zusammengenommen zur Maximierung der ökonomischen Wohlfahrt bzw. des ökonomischen Wohlstandes beitragen.[13]

Stabilitätsziele, wie ein hoher Beschäftigungsstand oder eine ausgeglichene Zahlungsbilanz, versuchen, Ungleichgewichte in der Volkswirtschaft von Anfang an zu vermeiden oder zumindest in Ausmaß und Dauer einzugrenzen. Wachstumsziele sind darauf ausgerichtet, über industrie-, bildungs-, forschungs- und außenwirtschaftspolitische Instrumente eine gewisse Zuwachsrate des realen Bruttoinlandsproduktes zu erreichen, auch wenn hierbei ein möglicher Zielkonflikt zum Grundsatz der Marktwirtschaft besteht. Unter Strukturzielen versteht man alle Intentionen eines Staates, Anpassungsprozesse an den permanenten Wandel bei Nachfrage-, Wettbewerbs- und Technologiebedingungen voranzutreiben oder auch zu bremsen, sollten soziale Kriterien dies erfordern. Schließlich sind es Verteilungsziele, die versuchen, Effizienz, Dynamik und Freihandelsspielräume mit einer sozial gerechten Verteilung von Einkommen und Vermögen in Einklang zu bringen.[14]

Die Auswirkungen der Sekundärziele auf die Primärziele Freiheit, Gerechtigkeit und Sicherheit sollen in den folgenden Ausarbeitungen nicht weiter betrachtet werden. Gesellschaftliche Grundwerte beinhalten zwar durchweg ökonomische Aspekte (z.B. Interpretation der Freiheit als ein System der freien Preisbildung und des unbeschränkten Leistungswettbewerbs), jedoch interessieren in diesem Fall mehr die direkten, unmittelbaren Auswirkungen von Direktinvestitionen auf Sekundärziele, als etwaige indirekte, mittelbare Auswirkungen über komplizierte Zielbeziehungen auf Primärziele.

[...]


[1] Vgl. Kaufmann, F.; Menke, A.: Standortverlagerungen mittelständischer Unternehmen nach Mittel- und Osteuropa, Schriften zur Mittelstandsforschung, Stuttgart, 1997, S.9.

[2] CLUSE, Reinhard: Ausländische Direktinvestitionen in den Transformationsstaaten Mittel- und Osteuropas – Ansätze zur Verbesserung der Standortqualität, in: Schriftenreihe des Institutes für Allgemeine Wirtschaftsforschung der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Band 62, Rudolf Haufe Verlag, Freiburg i. Br., 1999, S.10f.

[3] Vgl. Wilhelm, Markus: Auswirkungen handelsrelevanter Investitionsmaßnahmen – Eine theoretische und empirische Analyse, in: ifo Institute für Wirtschaftsforschung (Studien zur

Strukturforschung 29) München, 2000, S. 133.

[4] Vgl. Wilhelm, Markus: Auswirkungen handelsrelevanter Investitionsmaßnahmen, S. 8.

[5] Vgl. Wilhelm, Markus: Auswirkungen handelsrelevanter Investitionsmaßnahmen, S. 7.

[6] Vgl. Cluse, Reinhard: Ausländische Direktinvestitionen, S.52.

[7] Vgl. Wilhelm, Markus: Auswirkungen handelsrelevanter Investitionsmaßnahmen, S. 8.

[8] Vgl. Berg, Hartmut; Cassel, Dieter; Hartwig, Karl-Hans: Theorie der Wirtschaftspolitik; in: Bender, Dieter et al (1999): Vahlens Kompendium der Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, Band 2, S. 171-298, München, (7.Auflage), 1999, S. 221f.

[9] Vgl. Berg, Hartmut; Cassel, Dieter; Hartwig, Karl-Hans: Theorie der Wirtschaftspolitik, S. 254ff.

[10] Berg, Hartmut; Cassel, Dieter; Hartwig, Karl-Hans: Theorie der Wirtschaftspolitik, S. 223.

[11] Vgl. Berg, Hartmut; Cassel, Dieter; Hartwig, Karl-Hans: Theorie der Wirtschaftspolitik, S. 224f.

[12] Nähere Ausführungen zu wirtschaftspolitische Zielen siehe: Berg, Hartmut; Cassel, Dieter; Hartwig, Karl-Hans: Theorie der Wirtschaftspolitik, S. 237ff.

[13] Vgl. Berg, Hartmut; Cassel, Dieter; Hartwig, Karl-Hans: Theorie der Wirtschaftspolitik, S. 237.

[14] Vgl. Berg, Hartmut; Cassel, Dieter; Hartwig, Karl-Hans: Theorie der Wirtschaftspolitik, S. 244f.

Details

Seiten
22
Jahr
2005
Dateigröße
423 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v114964
Institution / Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
1.7
Schlagworte
Internationale Standortoptimierung Direktinvestitionen Zeitalter Globalisierung Proseminar Business Strategies“

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