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Währungsmanagement und Risiko

Studienarbeit 2006 16 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Gliederung

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

1. PROBLEMSTELLUNG

2. DEFINITION VON „WECHSELKURSRISIKO“

3. ARTEN VON WECHSELKURSRISIKEN

4.1 TRANSLATIONSRISIKO (TRANSLATION RISK)
4.2 TRANSAKTIONSRISIKO (TRANSACTION RISK)
4.3 ÖKONOMISCHES RISIKO (ECONOMIC RISK)

5. KURSSICHERUNGSINSTRUMENTE
5.1 WAHL DER FAKTURIERUNGSWÄHRUNG
5.2 FORFAITIERUNG
5.3 LEADING UND LAGGING
5.4 FREMDWÄHRUNGSKREDITE UND –ANLAGEN
5.5 DEVISENTERMINGESCHÄFTE
5.5.1 DEVISEN-FORWARDS (OUTRIGHT-GESCHÄFT)
5.5.2 DEVISEN-FUTURES
5.5.3 DEVISEN-SWAPS
5.6 DEVISENOPTIONEN

6. FAZIT

LITERATURVERZEICHNIS

Abbildungsverzeichnis

ABB. 1: SCHEMATISCHER VERGLEICH VERSCHIEDENER WECHSELKURSRISIKOTYPEN

ABB. 2: ÜBERSICHT KURSSICHERUNGSINSTRUMENTE

1. Problemstellung

In einem Land wie Deutschland, in welchem große Teile der Wirtschaft sehr stark exportorientiert sind, können Währungskursschwankungen teilweise enorme Auswirkungen auf den wirtschaftlichen Erfolg einzelner Unternehmen und Branche haben. Das Handling von Währungskursschwankungen gehört daher in vielen international ausgerichteten Unternehmen zum täglichen Geschäft.

Das Währungsmanagement hat hierbei die Aufgabe, die sich aus Wechselkursänderungen und Kapitalmarktbeschränkungen ergebenden Erfolgsrisiken eines Unternehmens zu managen und somit eine Optimierung von Ertrag und Risiko zu erreichen. Zum Einsatz kommen können hierbei sowohl Finanzinstrumente, als auch realwirtschaftliche Maßnahmen.[1] Nach Nolte beinhaltet ein systematisches Währungsmanagement folgende Teilbereiche:[2]

1. die Identifikation von Risikoarten
2. die Prognose von Kursentwicklungen
3. die Auswahl von geeigneten Sicherungsinstrumenten
4. die Entwicklung von Sicherungsstrategien
5. die Ermittlung des Währungserfolgs und der Kurssicherungskosten

Aufgrund der Komplexität des Themengebietes sowie des eingeschränkten Umfangs der Arbeit wird im weiteren Verlauf lediglich auf die verschiedenen Risikoarten im Währungsmanagementbereich eingegangen. Anschließend soll eine geeignete Auswahl an Instrumenten vorgestellt werden, die zur Risikoabsicherung eingesetzt werden können. Im Schlussteil werden noch kurz verschiedene Absicherungsstrategien beleuchtet.

2. Definition von „Wechselkursrisiko“

In der Literatur finden sich zahlreiche Definitionen für den Begriff „Wechselkursrisiko“. Breuer definiert das Wechselkursrisiko als „Wahrscheinlichkeitsverteilung zukünftiger ungewisser Wechselkurse [...] durch die der Wertausweis (in Inlandswährung) bestimmter finanzieller Positionen beeinflusst wird.“[3] Beike spricht in diesem Zusammenhang von der „Möglichkeit, dass der tatsächliche Währungskurs zu einem bestimmten Zeitpunkt von dem erwarteten Kurs abweicht. Diese Abweichung kann für den Betroffenen (z.B. Unternehmen) einen Währungsverlust oder –gewinn bedeuten.“[4] Allgemein geht es um die Gefahr, dass der Erfolg bzw. die Liquidität eines Unternehmens aufgrund von Schwankungen des Wechselkurses um den erwarteten Mittelwert, beeinträchtigt werden kann. Diese Gefahr erhöht sich mit zunehmender Volatilität der beteiligten Währungen.[5]

3. Arten von Wechselkursrisiken

International tätige Unternehmen sind im Währungsmanagement mit verschiedenen Risikoarten konfrontiert. Diese lassen sich danach unterscheiden, wie die jeweils betrachteten finanziellen Positionen abgegrenzt werden. Hierbei gibt es praktisch unendlich viele Abgrenzungsmöglichkeiten. Im Allgemeinen werden jedoch drei Konzepte zur Erfassung der Währungsrisikopositionen eines Unternehmens unterschieden.[6] Wie in Abb. 1 dargestellt, handelt es sich hierbei um eine zukunfts-, eine gegenwarts- und eine vergangenheitsorientierte Sichtweise. Zusätzlich kann zwischen einer zahlungsbezogenen und einer bilanzbezogenen Perspektive unterschieden werden.[7]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Schematischer Vergleich verschiedener Wechselkursrisikotypen

Quelle: In Anlehnung an Büschgen, Internationales Finanzmanagement, 1999, S. 311

4.1 Translationsrisiko (Translation Risk)

Bei dieser Risikoart wird von einer bilanzorientierten Betrachtungsweise ausgegangen. Das Translations- oder Umrechnungsrisiko bezieht sich auf wechselkursbezogene Buchwertänderungen des Eigenkapitals. Da das Eigenkapital den Differenzbetrag zwischen Gesamtvermögen und Fremdkapital darstellt, hängt die Höhe des ausgewiesenen Eigenkapitals bzw. dessen erfolgswirksame Veränderung u.a. von der Reagibilität bestimmter Bilanzpositionen auf Wechselkursänderungen ab.[8] So können Translationsrisiken z.B. aus der Bilanzierung von Fremdwährungsforderungen und –verbindlichkeiten entstehen, da diese am Bilanzstichtag in Euro auszuweisen sind. Zusätzlich existieren Translationsrisiken bei multinationalen Konzernen mit ausländischen Tochtergesellschaften, deren Jahresabschlüsse zunächst in fremder Währung vorliegen und für die Konzernbilanz in Euro umgerechnet werden müssen. Hierbei bestehen Wahlrechte zwischen verschiedenen Umrechnungsmethoden, auf die jedoch an dieser Stelle nicht näher eingegangen werde soll.[9] Die Höhe des Translationsrisikos dem ein Unternehmen ausgesetzt ist, hängt primär davon ab, unter welchen Voraussetzungen bzw. Umrechnungsverfahren bestimmte Bilanzpositionen am Stichtag zum Tageskurs umgerechnet werden.[10] Zusammenfassend lässt sich das Translationsrisiko folgendermaßen beschreiben: Eine ungewisse Änderung des ausgewiesenen Eigenkapitals, welche aus einer ungewissen Wechselkursentwicklung in der zu betrachtenden Periode resultiert.

Aufgrund zweier Tatsachen, soll das Translationsrisiko im weiteren Verlauf nicht näher betrachtet werden. Zum Einen handelt es sich bei den genannten Veränderungen „nur“ um Buchverluste oder –gewinne. Die primär interessierende Liquiditätslage des Unternehmens bleibt somit unberührt. Aus diesem Grund ist das Translationsrisiko bezüglich des Risikocharakters weniger hoch einzustufen als Währungskursrisiken, die unmittelbar an Zahlungen anknüpfen. Zum Anderen ist der überwiegende Teil der Sicherungsinstrumente zur Absicherung von zahlungswirksamen Wechselkursrisiken entwickelt worden. Eine Absicherung des liquiditätsunwirksamen Translationsrisikos mit derartigen, liquiditätswirksamen Maßnahmen würde unter Umständen die Liquiditätslage des Unternehmens erheblich belasten.[11]

[...]


[1] Vgl. Müller Adam / Franke Günther / F.A. Axel, Währungsmanagement, HWF, 2001, S. 2179

[2] Vgl. Nolte Wolfram, Währungsmanagement, HWF, 1994, S. 1939

[3] Breuer Wolfgang, Unternehmerisches Währungsmanagement, 1997, S. 110

[4] Beike Rolf, Devisenmanagement, 1995, S. 61

[5] Vgl. Büschgen Hans E., Internationales Finanzmanagement, 1997, S. 307

[6] Vgl. Breuer Wolfgang, Unternehmerisches Währungsmanagement, 1997, S. 110

[7] Vgl. Büschgen Hans E., Internationales Finanzmanagement, 1997, S. 310

[8] Vgl. Breuer Wolfgang, Unternehmerisches Währungsmanagement, 1997, S. 110 ff.

[9] Vgl. Büschgen Hans E., Internationales Finanzmanagement, 1997, S. 312 ff.

[10] Vgl. Breuer Wolfgang, Unternehmerisches Währungsmanagement, 1997, S. 112

[11] Vgl. Breuer Wolfgang, Unternehmerisches Währungsmanagement, 1997, S. 112 ff.

Details

Seiten
16
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783640162093
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v114647
Institution / Hochschule
Fachhochschule Regensburg
Note
1,3
Schlagworte
Währungsmanagement Risiko

Autor

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Titel: Währungsmanagement und Risiko