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Welchen Einfluss hat die Ethnizität auf den politischen Prozess Malaysias?

Hausarbeit 2003 28 Seiten

Politik - Internationale Politik - Region: Ferner Osten

Leseprobe

Inhaltsangabe

I. Ein neuer Turm in Babel?

II. Entstehung und Entwicklung einer multiethnischen Gesellschaft
1. Die Siedlungsentwicklung
Chinesen
Inder
2. Organisation der Ethnien und Gesellschaftsstruktur
Chinesen
Malaien
Inder

III. Probleme, Interessenwahrnehmung und Entstehung von Parteien
1. Von der Notwendigkeit eine Stimme zu haben
2. Zusammenschluss und Entwicklung der Parteien

IV. Das Politische System

V. Einfluss der Ethnizität in Gesellschaft und Politik
1. Der Einfluss der Ethnien in Wirtschaft und Politik
2. Welchen Einfluss nimmt die Ethnizität auf die Struktur der Gesellschaft?
3. Politische Kultur und Einfluss der Ethnizität auf das politische Handeln

VI. Fehler im System?

VII. Literaturverzeichnis
1. Literatur
2. Zeitschriften
3. Internetseiten

I. Ein neuer Turm in Babel?

Nein! Weder die direkten Nachfahren Noahs sind beteiligt noch befinden wir uns in Bābhel.[1] Und der Turm ist in diesem Fall die Installation eines pluralistischen politischen Systems in Malay­sia. Dennoch eignet sich diese Metapher in vorliegendem Betrachtungsrahmen. Gleicht es doch insofern dem bibli­schen Turmbau, als es aufgrund multiethnischer Zusammensetzung der malaiischen Bevölkerung zu Problemen kam und gemeinsame Ziele, wie z.B. das der gleichberechtigten Koexistenz nicht erreicht wurde.

Als ca. 300 v. Chr. ein Einwanderungsstrom von Indien auf die Malaccahalbinsel (heutiges West­malay­sia) einsetzte, war sie noch in zahlreiche Königreiche aufgesplittert. Bis es dann im Au­gust 1963 durch den Zusammenschluss von Malaya, Singapur, Sabah und Sarawak zur Födera­tion von Malay­sia[2] kam, nahmen zahlreiche Völker Einfluss auf dieses Land.

So waren es im Jahre 1511 Portugiesen, die sich im Kampf um das Königreich - dass seiner­zeit eine Ausdehnung hatte, die in etwa dem heutigen Griechenland entspricht - gegen das islami­sche Reich Aceh von Sumatra durchsetzten. 1641 fiel das Königreich dann an die Nieder­lande, um schon im 18. Jahrhundert von den Briten unter die (Kolonial-)Krone genom­men zu werden: 1786 verpachtete der Sul­tan von Kedah die Insel Penang an die britische Ostindi­schen Kompanie, 1795 (endgültig 1824) brachte Großbritannien Malacca unter seine Kon­trolle, und 1824 nahm es Singapur in Besitz. Zu den sog. Straits Settlements zusammenge­fasst, kamen Singapur, Penang und Malacca nun unter die Verwal­tung der britischen Kolonialregie­rung in Indien und wurden 1867 Kronkolonien. Das Gebiet der heutigen malaii­schen Gliedstaaten Sarawak und Sabah stand bis zum Ende des 19. Jahrhundert größten­teils un­ter dem Einfluss des mächtigen muslimischen Sultanats Brunei. Die Europäer unterhiel­ten zwar Handelsbeziehungen mit Nordborneo, hatten dort aber keine dauerhaften Niederlassun­gen gegründet. Zudem gab es zwischendurch auch Einflüsse und Besitznahmen einzel­ner Regionen durch Siam (heutiges Thailand) und Indonesien, sowie eine Okkupation der Japaner im zweiten Welt­krieg (1941-45).

Diese Entwicklungen blieben natürlich nicht ohne Einfluss. Einen weitaus grö­ßeren und nachhaltige­ren Einfluss aber, zumindest was die Politik des Landes betrifft - und um eben diese soll es in der vorlie­genden Arbeit gehen – hatten die Immigrationsströme. Ne­ben Indern zogen vor allem zahlrei­che Chinesen auf die Halbinsel. So enthält der „Nationalitätenmix“ aktuell in etwa zu 62% Malaien, zu 30% Chinesen und zu 8% In­der.[3] Wenn es auch neben latenten Spannungen zwischen den Ethnien und einer einschneiden­den Eskalation 1969 bei denen ca. 170 Menschen den Tod fanden, zu keinen andau­ernden Verfolgungen oder blutigen Unterdrückungen kam, lässt sich fragen: Welchen Ein­fluss hat die Ethnizität auf den politischen Prozess Malaysias?

Mit den Auswirkungen der multiethnischen Zusammensetzung der malaiischen Bevölkerung, ha­ben sich zahlreiche Soziologen, Ethnologen, Geschichts- und Politikwissenschaftler beschäf­tigt. Manche von ihnen bekleideten gleichsam eine Funktion in der Kolonialadministra­tion. Wenn also die Quellen­lage in manchen Bereichen umfangreich ist, so ist sie gleichsam man­nigfaltig. Oftmals wurde das Thema für die gesamte Region Südostasien behandelt, wo­bei die vergleichende Darstellung dann in eini­gen Fäl­len auf Kosten spezieller Ei­gentümlichkei­ten der Situation in Malaysia im Vor­dergrund steht. Die Majorität der vorliegen­den Arbeiten geht nur wenig auf die Rolle der indischen Ethnie ein, was ihrem Bevölkerungsan­teil, ihrem Einfluss und somit ihrer Bedeutung angemessen sein mag und sich demnach auch in der vorliegenden Arbeit abbilden soll.

Weitere Arbeiten thematisieren den fokussierten Aspekt nur am Rande und gehen vordergrün­dig auf die Politik im Allgemeinen ein, oder untersuchen ein besonderes historisches Ereignis, wie z.B. die Unab­hängigkeit. Andere analysieren schwerpunktmäßig eine bestimmte Ethnie in ih­rem Umfeld. In den meisten Publikationen stößt man lediglich auf einen kurzen Abschnitt oder nur einzelne Kapitel die sich dann mehr oder weniger direkt mit dem Thema beschäftigen, was die Materialsammlung mitun­ter zeitaufwendig machte. Dennoch stehen auch einige sehr nützli­che Werke zu Verfügung.

Für einen guten Einstieg eignet sich neben einschlägigen Lexika das Südostasienhandbuch, hrsg. von Dahm, Bernhard und Roderich Ptak. Hilfreich für das Verständnis und die Analyse der besonders einflussreichen Ethnie der Chinesen waren gleichsam die Arbeiten von Venne­wald und Heidhues, auf­grund ihrer übersichtlichen, klaren Struktur und ih­ren Darstellungen in überge­ordneten Zusammenhän­gen. Daneben gibt es einige Publikationen, welche die Entwick­lung einzelner Parteien untersuchen. Hierzu sei beispielhaft die Arbeit von Heng Pek Koon, ‘Chinese Politics in Malaysia: A his­tory of the Malaysian Chinese Associa­tion’ genannt. Un­ter einer letzten Gruppe von Publikationen, welche isolierte Einzelbereiche behandeln, erwies sich die Arbeit von Eva Schwinghammer über die New Economic Po­licy als besonders hilfreich.

Zur Untersuchung des Einflusses der Ethnizitäten auf den politischen Prozess Malaysias soll zu­nächst die Entstehung und Entwicklung der multiethnischen Gesellschaft betrachtet werden, sowie die Organisation und Struktur der einzelnen Ethnien und ihre Hintergründe (Kap. II). Daran anschlie­ßend werden die ihr inhärenten Probleme und die Entwicklung einer Politisie­rung des Landes betrachtet, sowie die Entstehung der Parteien (Kap. III). Im Folgenden sei dann der Einfluss der Ethnizität auf das politische Handeln Betrachtungsge­genstand, wobei dieser aufgrund der Überschnei­dung und Verzahnung ebenso auf Wirtschaft und Gesellschaft proji­ziert wird (Kap. IV). Abschließen soll die Arbeit eine Zusammenfassung der wesentlichen Probleme und Ursachen und gleichsam eine Analyse der politischen Systemstabilität unter Einfluss der Ethnizität. (Kap. V).

II. Entstehung und Entwicklung einer multiethnischen Gesellschaft

1. Die Siedlungsentwicklung

Wie kam es überhaupt zu einer Bevölkerung Malaysias durch Chinesen und Inder in diesem Um­fang und was waren die Beweggründe für diese Siedlungsströme?

Chinesen

Schon zu Beginn des 15. Jahrhunderts siedelten die ers­ten Chine­sen in Malaysia, wobei es sich um Händ­ler insbesondere aus den südchinesi­schen Provinzen Guangdong und Fu­jian[4] handelte. Sie spra­chen bald die malaiische Spra­che und verschmol­zen auch sonst mit der Kultur Malaysias. Den Englän­dern funktionierten sie später als Mitt­ler zu den Sultanen; eine Position die, wie noch zu sehen sein wird, nicht das letzte Mal von den Auslandschinesen eingenommen wurde und auch im Hin­blick auf ihre Entwicklung in Malay­sia nicht ohne Bedeutung bleiben sollte.

Weitere Besiedlungen in den folgenden Jahrhunderten folgten dann den beständi­gen Handels­wegen. Neben den Handelsbeziehungen spielten auch Sprachgruppen eine gewich­tige Rolle. Aufgrund der Exis­tenz zahlreicher verschiedener Sprachgruppen in Süd­china, dem Haupteinzugsgebiet, kam es zu isolierten Siedlungen, in denen nur dort auftre­tende Namen und Gruppen existierten. Vennewald nennt 9 Sprachgruppen[5], de­ren An­teil an den Auslandschinesen in Malaysia sich im Laufe der Zeit nicht maßgeb­lich än­derte. Besonders wichtig für Malaysia sind hierbei die Sprachgrup­pen der Hok­kien, der Hakka und der Kantonesen, die zu­sammen durchgehend zwischen 70 und 80% der Exilchine­sen stellten. Im Folgenden war der Nachzug der Familien ein weiterer Auslöser für große Sied­lungsströme nach Malaysia. Waren anfangs wenige oder gar keine Frauen mitemigriert, was ver­mehrt zu Mischehen in Malaysia führte und so­mit eine Akkulturation unterstützte, kam es nun zu größe­ren Einwanderungs­strömen auch von Frauen. Mit einer allgemei­nen Anwerbung von „Kulis“[6], durch die Kolonialherren und vor allem durch Chine­sen selbst im 19. Jahrhundert, die sich nicht an be­stimmte Herkunfts­regio­nen Chinas, noch an spezielle Sprachgruppen wandte und so­mit unpersön­lich war, verlor diese direkte Verbindung zwischen Herkunftsre­gion in China und Siedlungsgebiet in Südost­asien zunehmend an Bedeu­tung.

Wichtige Auslöser für diesen „Exodus“ waren neben einer geographisch-expansiven Handelstätig­keit die zunehmend schlechte Lage auf dem Festland. Gründe dafür waren u. a. die Taiping-Revolte[7], so­wie die Aushöhlung der Strukturen durch die eindringenden Eng­länder (Opiumkrieg; 1840-42), in de­ren Folge die ge­sell­schaftliche Instabilität wuchs. Ein ande­rer Grund war aber auch die Perspek­tive eines erweiterten Arbeits­marktes durch die Ein­bindung der südostasia­tischen Region, sowie zuneh­mende Überbevölkerung in den Bal­lungs­zentren Südchinas.

Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts stellten die Chinesen im heu­tigen Westmalay­sia bereits rund 40% der Bevölkerung[8], wenn dieser An­teil auch ständig schwankte, besonders aber in den Jah­ren der massiven Anwer­bung von Arbeitern gegen Ende des 19 Jahrhunderts stieg. Heidhues spricht hier von “Menschentransporten, die ei­nem Viehtransport ähnelten[9]. Wenn auch die Mehrheit in der glei­chen Periode wieder nach China zurückkehrte, so kamen gleichzeitig ständig neue Immigranten aus China und Indien, die Ihren Platz einnah­men.

Nachdem britisches Kolonial-Kapital den bisherigen Wirtschaftsbetrieb durch kapi­talinten­sive, aufwendi­gere Produktionsverfahren in weiten Bereichen unrenta­bel werden ließ, kam es zu einer Zä­sur des Erwerbsverhaltens der meis­ten Immigranten. Viele wechselten in den Kreditsektor oder liefen ver­mehrt von der Produktion in den Handel über. Diese neue Wirtschaftsweise löste weitere Einwanderungs­ströme aus. Um 1990 waren von 17,8 Mio. Einwoh­nern Malay­sias rund 30%[10] chinesi­scher Herkunft.

Ein Ende der Einwanderung lässt sich um 1950 bestimmen, u. a. da sich China nach au­ßen abschot­tete. Zudem kehrten einige der ehemaligen Kulis nach China zurück, insbeson­dere nach Ende des zwei­ten Weltkrieges, bedingt durch die starken Modernisierungs­tendenzen. Die Volksrepublik China er­kannte die Einbür­gerung der Chine­sen durch südostasiatische Aufnahmeländer erst in den siebzi­ger Jahren an.

Inder

Die Inder waren gewissermaßen den Briten gefolgt, da auch ihr Heimatstaat eine britische Ko­lonie war. Hierbei wurde ihr Zuzug von den Briten gefördert, da diese bereits Erfahrung mit den Indern in der Verwaltung und anderen Bereichen gemacht hatten.[11] Zu einem sprunghaften Anstieg der Inder in Malaya kam es – wie bei den Chinesen auch – durch die Anwerbung von Plantagenarbeitern. Ei­nen Rückgang der indischen Ethnie in Malaysia lösten einerseits die große Depression um 1930 und der Zweite Weltkrieg aus, welche zu ei­ner Repatriierung von Indern führten. Zudem erließ der indi­sche Staat 1938 ein Migrations­verbot. Wenn auch einige indische Siedler, besonders jene in Westmalay­sia auch wirtschaftlichen Erfolg verzeichneten, hat die Wanderungsbewegung bei weitem nicht den Umfang der chinesischen Einwanderung erlebt, wodurch die indische Ethnie auch zu keiner Zeit einen die Gesellschaft bestimmenden Einfluss erlangte.

2. Organisation der Ethnien und Gesellschaftsstruktur

Chinesen

Zunächst einmal leben Chinesen vorwiegend in städtischen Gebieten und Metropolen, was Heidhues zu der Schlussfolgerung verleitet, „..because of their concentration in ur­ban areas, they are a very conspi­cous mino­r­ity , that is, they appear to be more numerous than they are .”[12]

Innerhalb dieser Städte entstanden durch den engen Verbund der Auslandschine­sen, wie auch seinerzeiti­ger Städtepolitik, ethnisch homogene Stadt­teile, die sog. „China­towns“. Eine Intensivie­rung der Stadtbesiedlung trat zudem ein, als den Chi­ne­sen die Bewirtschaf­tung von Land verboten wurde.

Im Weiteren soll zur Beleuchtung des Hintergrunds vor dem die Organisation der Chine­sen in Malay­sia sich entwickelte, kurz auf kulturelle Besonderhei­ten der Chinesen in ih­rem Sozialgefüge eingegan­gen werden.

Wichtig für das Verständnis chinesischer Organisation ist das von westlichen Traditionen stark abwei­chende Welt­bild, sowie die verschieden aufgebaute soziale Ord­nung. So steht im Zentrum allen Han­delns der Chinesen die Familie, nicht das Indi­viduum. Das Indivi­duum als solches erhält lediglich als Funkti­onsträger des Kollektivs Be­deutung, dessen wich­tigstes Regulativ das Prinzip der Autorität dar­stellt.[13]

Horizontale, gleichwertige Beziehungen, wie wir sie im Westen ken­nen und ideali­sieren, sind nicht nur nicht wünschenswert, sondern sind im Inte­resse ei­ner „guten“ Gesellschaft zu meiden“, bemerkt hierzu Vennewald.[14] Eine wei­tere bestimmende Größe innerhalb der Chi­nesischen Gesellschaft ist die Bestre­bung nach Harmonie. Öffentliche Auseinandersetzun­gen werden aus Angst vor Gesichtsver­lust, oder - was als noch bedeu­tend schlimmer empfun­den wird – vor Aus­schluss aus der Gemeinschaft, vermieden. So­mit existiert auch kein Meinungswett­streit in westlichem Sinne. Ränke­spiele werden inner­halb die­ser an­sonsten stark vernetzten Sozialisation der Chinesen eher in subti­len Takti­ken und Strategien ausgetragen.

Hierzu dient unter anderem das sog. „guānxi“[15], wobei es sich um eine Art Pat­ron-Klien­tel-Verbindung handelt. Diese Verbindung beschränkt sich hierbei kei­nesfalls auf die Elite, son­dern ist in allen Schich­ten zu finden.

Vor dem Hintergrund dieser Sozialisationsmuster entstand der Klan[16], eine Organi­sations­form, die insbe­sondere in Südchina sehr verbreitet war. Dieses insti­tutionalisierte Netz­werk baut auf zwei weite­ren wesentlichen Grundprinzi­pien chinesischer Kollektivvorstellun­gen auf: zhōng (wird übersetzt mit Loyalität, devot aber auch Auf­richtigkeit) und xiào (Pietät). Diese Klanmentali­tät wurde vom Fest­land in die südostasiati­schen Staaten transfe­riert und nahm dort während der Kolonialzeit einen wichti­gen Platz ein. Sämtli­che Orga­nisationen waren mitunter darauf ausgerichtet jegli­chen Außenein­fluss von seinen Mitgliedern abzu­halten, notfalls auch seine Interes­sen ge­gen jene anderer Verbindungen zu verteidigen. Primäre Aufgaben dieser Organisati­onen wa­ren ne­ben der Vorteilsverschaf­fung und Verbesserung der An­eignungschan­cen seiner Mitglie­der auch die Sicherstel­lung des Ahnenkul­tes, wohlfahrtsstaatliche Aufga­ben, die Wah­rung von kulturellen Bräu­chen, die Un­ter­bringung der Neuankömm­linge, sowie deren Ar­beitsbeschaffung und medizi­nische Versor­gung, genauso wie die Gewährung finanziel­ler Hilfen.

Malaien

Wie auch die anderen Ethnien in Malaysia, sind die Malaien innerhalb ihrer Ethnie keine ho­mogene Gruppe. So gibt es unter ihnen Menschen arabischer Abstammung, Indonesi­scher Herkunft und verwand­ter Rassen. Wesentlich ist unter ihnen aber vor allem die regio­nale Herkunft um sich zu unterschei­den. Dies ist historisch bedingt, da über lange Zeit einige Regionen wie beispielsweise Nordborneo, nicht zu einer staatlichen Einheit zähl­ten, wie sie sich heute darstellt und somit unter verschie­denen Einflüssen standen. Eine Abgrenzung zu anderen Völkern, vollzieht sich i.d.R. über die konstitutionelle Defini­tion (kulturelle Merkmale), die regionale Definition (staatliche Herkunft) und die ethnische Kate­gorie.[17]

[...]


[1] Hebräisch für Babylonien.

[2] Die Föderation von Malaysia, abzüglich des Stadtstaates Singapur, welcher 1965 wieder aus der Föderation austrat, entspricht dem heutigen Gebiet Malaysias.

[3] Lt. Jahrbuch: Aktuell – 2001.

[4] Zur Vereinheitlichung von Ortsnamen wird im Folgenden stets die Deutsche Bezeichnung verwendet.

[5] Vennewald (1990): Kap.3 und Tabelle 35 im Anhang.

[6] Unter „Kulis“ werden die Minen- und Plantagenarbeiter in den Kolonien der Südostasienstaaten verstanden die zu diesem Zweck angeworben wurden.

[7] Aufstandsbewegung in China (1850-64) die sich gegen die herrschende Dynastie richtete und unvergleichliche Verwüstung anrichtete, sowie schätzungsweise 30 Mio. Menschen das Leben kostete. Ziel neben dem Ende der Dynastie war eine vollkommene Gleichstellung aller. (vgl. CHINA, Staiger, Brunhild, 1980/Erdmann)

[8] Siehe Tabelle in Schwinghammer (1998): 10.

[9] Heidhues (1974): 16

[10] Heidhues in Südostasienhandbuch (1999): 365.

[11] Vgl. Schwinghammer (1998): 11.

[12] Heidhues (1974): 4.

[13] Vgl. Vennewald (1990): 40-41

[14] Vennewald (1990): 40-41

[15] Guānxi heißt übersetzt „Beziehung“, wird idiomatisch aber eher dem dtsch. „eine Hand wäscht die andere“ verstanden, jedoch traditionell professioneller, fast wie eine Institution gehandhabt. Inhalt dieser Patron-Klientel-Verbindung ist, dass ein hierarchisch überlegener (Patron) einem anderen seine Unterstützung bzw. Einbindung in sein Netzwerk zusichert und als Gegenleistung erwartet, dass der Klient sich dafür in seinen Dienst stellt, d.h. ihm zuarbeitet und ihn in seinen Möglichkeiten unterstützt. Diese Tradition wird teilweise durch ein Ritual besiegelt.

[16] Ein Klan ist eine Gruppe von Familien, die ihre Abstammung von einem gemeinsamen Urahn ableiten.

[17] Vgl. Schwinghammer (1998).

Details

Seiten
28
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638176057
Dateigröße
664 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v11444
Institution / Hochschule
Universität Passau – Betriebswirtschaftslehre mit kulturwissenschaftlichem Schwerpunkt: Südostasien
Note
1,3
Schlagworte
Malaysia Chinesen politischer Prozess Politik

Autor

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