Lade Inhalt...

Schwerpunktbezogene Diskussion über das „Health Belief Modell“ im Bezug auf sporttherapeutische Konsequenzen

Seminararbeit 2003 26 Seiten

Sport - Sportmedizin, Therapie, Prävention, Ernährung

Leseprobe

Gliederung

1 Erläuterungen zum Health Belief Modell
1.1 Grundlagen des Gesundheitsmodells
1.2 Andere Modelle auf Basis des HBM

2 Eigene und negative Aspekte des Modell

3 Themenorientierte Diskussion über einen möglichen Praxisbezug des Modells
3.1 Aspekte der Krankheit Epilepsie
3.2 Zusammenhang Sport und Epilepsie

4 Anwendbarkeit des Modells in diesem Bezug
4.1 Beziehungsgefüge zwischen Epileptikern und Gesundheitsbewusstsein
4.2 Über den Einsatz des Modells bei präventiven Maßnahmen
4.3 Gesundheitsfördernde Maßnahmen im Bezug auf psychosoziale Faktoren
4.4 Gesundheitsfördernde Maßnahmen im Bezug auf lebensverbessernde Faktoren

5 Abschließende Argumente und positive Werte des Modells

6 Literatur

1 Erläuterungen zum Health Belief Modell

1.1 Grundlagen des Gesundheitsmodells

Im Folgenden soll ein Modell der Gesundheitspsychologie näher untersucht werden. Dabei handelt es sich um das Health- Belief- Modell (HBM). Auf Deutsch bedeutet dies soviel wie Modell des Gesundheitsglaubens. Es wurde 1982 von Becker entwickelt und gehört heute noch zu dem glaubwürdigsten Modellen der Gesundheitspsychologie.

Bevor eine genaue Erklärung zu dem Modell folgt soll dies schematisch dargestellt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(vgl. Schwenkmezger 1994, 107)

Nach dieser schematischen Darstellung kann das HBM erklärt und dargestellt werden. Dieses Modell stammt ursprünglich aus den USA und wurde dort entwickelt, weil die Teilnehmer an medizinischen Vorsorgemaßnahmen für zu gering erachtet wurden. Die Intervention war also, dass die amerikanischen Bürger an medizinischen Vorsorgemaßnahmen mehr teilnehmen sollten (vgl. Schwenkmezger 1994, 106). Darauf hin erstellten die Sozialpsychologen Hochbaum, Kegeles, Leventhal und Rosenstock das HBM. In diesem Modell wird den kognitiven Variablen eine wichtige Bedeutung bei dem Zustandekommen von präventiven Maßnahmen zu gewiesen ((vgl. Schwenkmezger 1994, 106)).

Wie schon angedeutet steht das Gesundheitsverhalten bei diesem Modell im Vordergrund. Es betrifft dabei nicht nur das Gesundheitsverhalten in Form von präventiven Maßnahmen, sondern vielmehr auch das Verhalten bei bereits ausgebrochenen Krankheiten. Dabei wird davon ausgegangen, dass die subjektiv wahrgenommen Bedrohungen der Krankheit das Gesundheitsverhalten beeinflussen. Die Erscheinungen der Krankheiten bestimmen also das Gesundheitsverhalten, dies kann natürlich auf positive und negative Erscheinungen der Krankheit zurückgeführt werden. Wenn eine Krankheit einen positiven Verlauf aufweist, also wenn ein Heilungsprozess zu erkennen ist, hat dies auch positive Auswirkungen auf die Psyche des Menschen. Bei negativen Erscheinungen ist dies dann natürlich umgekehrt. Wenn also ein Patient stark negative Erfahrungen mit einer Krankheit macht, zum Beispiel der Patient erfährt, dass er AIDS hat, hat dies auch negative Erscheinungen auf das Gesundheitsverhalten. Er wird dann zum Beispiel den Glauben an eine Heilung verlieren. Wird demselben Patienten dann gesagt, dass es kein AIDS ist wird er positive Erscheinungen haben und er wird dann eventuell wieder an seinen Körper glauben und etwas für seine Gesundheit tun. Genauso verhält es sich mit der Schwere der Krankheit. Wenn zum Beispiel zwei Patienten mit der Diagnose Lungenkrebs konfrontiert werden, der eine aber eine höhere Überlebenschance hat, wird dieser natürlich mehr für seine Gesundheit unternehmen als der andere. Zu diesem Prozess, der Wahrnehmung der Bedrohung kommen noch andere Einflussfaktoren. Diese können zum Beispiel demographische oder sozialpsychologische Variablen sowie handlungsaktivierende Variablen sein. Mit dem Wort demographisch ist im diesem Sinne das Zusammenleben mit der Bevölkerung gemeint, also wird es im gleichen Sinne wie sozialpsychologisch verstanden. Das bedeutet, dass ein Mensch mit der Diagnose AIDS in der Öffentlichkeit diskriminiert oder sogar ausgeschlossen werden kann.

Als weiterer Punkt des HBM wird angeführt, dass auch eine Abschätzung der Kosten und Nutzen einer bestimmten gesundheitsbezogenen Verhaltensweise förderlich oder hinderlich auf deren Ausübung ist (vgl. Schwenkmezger 1994, 106). Also wird der Patient mit Diagnose AIDS immer eine Gegenüberstellung von Nutzen und Kosten durchführen. Mit Kosten sind nicht nur finanzielle Mittel gemeint, sondern auch Verschlechterungen des Gesundheitszustandes oder der Verlust von bestimmten Lebenseigenschaften. Mit Nutzen ist der voraussichtliche Erfolg oder das Produkt von einer gesundheitsbezogenen Maßnahme gemeint. Wenn der Nutzen und die Kosten im Auge des Betrachters nicht übereinstimmen, also wenn die Kosten überwiegen, wird er nie diese Maßnahme durchführen. Dies hat natürlich Einfluss auf die Durchführung der Maßnahme, denn wenn der Patient keinen Nutzen sieht oder ihm die Kosten zu hoch sind wird er diese gesundheitsbezogene Maßnahme nie durchführen (vgl. Schwenkmezger 1994, 106).

Das HBM fand in sehr vielen Bereichen des Gesundheitsverhaltens Anwendung. Zum Beispiel im medizinischen Bereich bei Vorsorgeverhalten oder im gesundheitspsychologischen Bereich vor allem beim Rauchen. Dabei konnte es sich nicht in allen Bereichen behaupten. (vgl. Schwenkmezger 1994, 106). Deswegen ist die Annahme entstanden, dass das HBM weniger bei habituellen oder repetitiven Handlungen angewendet wird. Habituelle oder repetitive Handlungen sind Handlungen, die gewohnheitsmäßig, verhaltenseigene oder wiederholende Eigenschaften haben. Das wäre zum Beispiel das Rauchen.

Erwiesen hat sich dieses Modell bei der Planung oder Evaluation von verschiedenen Interventionen im Gesundheitswesen (vgl. Schwenkmezger 1994, 106). Das bedeutet mit diesem Modell können Interventionen im Gesundheitssystem geplant werden und auf ihre Gültigkeit und auf ihren Erfolg untersucht werden.

Im übergeordneten Sinne bestimmen zwei Faktoren das HBM. Zum einen sind dies die individuelle Wahrnehmung und zum anderen die Wahrscheinlichkeit des Handelns. Dazwischen stehen die beeinflussenden Faktoren. Diese sind unterteilt in bevölkerungsstatistische Variablen. Diese sind zum Beispiel Alter, Geschlecht oder Rasse und in sozialpsychologische Variablen. Die individuelle Wahrnehmung setzt sich zusammen aus der wahrgenommenen Anfälligkeit für eine Krankheit, also die Empfindungen und Gefühle über den Erhalt dieser Krankheit und aus der wahrgenommen Schwere und Bedrohlichkeit der Krankheit, d.h. die Kenntnis über der Grad der Ausprägung der Krankheit (vgl. Schwenkmezger 1994, 107). Diese beiden Faktoren der individuellen Wahrnehmung sind der Ausgangspunkt des HBM. Weiterhin wird die individuelle Wahrnehmung von den modifizierten Faktoren beeinflusst. So haben Alter, Geschlecht oder Rasse genauso einen Einfluss wie die Persönlichkeit, die soziale Schicht oder Freunde (vgl. Schwenkmezger 1994, 107). An einem Beispiel kann dies gut erklärt werden. Wenn eine Person A an einer Krankheit erkrankt nimmt sie dies anders war, als eine andere Person B mit der gleichen Krankheit und dem gleichen Krankheitsverlauf. Die Gründe dafür liegen im Leben der beiden Personen. Es wird angenommen die eine Person A sehr viele Freunde hatte und ist im jugendlichen Alter. Die andere Person B ist im Seniorenalter und hat nicht sehr viele soziale Kontakte. Das Modell geht davon aus, dass die zweite ältere Person B die Krankheit nicht so leicht verarbeitet und auch die Krankheit als lebensbedrohlich bezeichnet. Die erste Person A sieht die Krankheit als nichtlebensbedrohlich, weil sie sich auf ihr soziales Netz stützen kann und weil sie noch relativ jung ist. Diese beiden Faktoren im HBM, also die individuelle Wahrnehmung und die modifizierten Faktoren, sowie auch die aktivierenden Momente bestimmen die empfundene Bedrohung der Krankheit (vgl. Schwenkmezger 1994, 107). Die aktivierenden Momente sind zum Beispiel der Rat von Anderen oder Kampagnen von den Medien und andere solche Dinge. Es liegt auf der Hand, dass auch solche Faktoren die beiden Personen beeinflussen. Nach dem oberen Beispiel liest die ältere Person B vielleicht einen Zeitungsausschnitt über ihre Krankheit. In diesem werden Zahlen von der Krankheit veröffentlicht. Die andere Person A lässt sich eine Rat von einem Freund geben, welcher positiv gerichtet ist. Wiederum wird die Bedrohung bei der älteren Person B erhöht und bei der jüngeren gesenkt. Also bestimmen diese drei Faktoren die empfundene Bedrohung durch die Krankheit (vgl. Schwenkmezger 1994, 107).

Diese Beziehungen bestimmen letztendlich das Handeln der beiden Personen. Dies wird im HBM als Wahrscheinlichkeit des Handelns dargestellt. Diese Wahrscheinlichkeit setzt sich zusammen aus den Vorteilen (Nutzen) der vorbeugenden Maßnahme abzüglich der wahrgenommen Barrieren (Kosten) gegen die Präventivmaßnahme (vgl. Schwenkmezger 1994, 107). An einem weiteren Beispiel kann dieser Sachverhalt ebenfalls erklärt werden. Die ältere Person B hat schon einige negative Erfahrungen mit der Krankheit gemacht. Ihr wird nur die präventive Maßnahme vorgestellt. Sie vergleicht die Kosten und den Nutzen der Maßnahme. Durch ihre Voreingenommenheit wird ihr die Entscheidung schwerer fallen als der jungen Person A. Diese junge Person A hat keine so schlechten Erfahrungen mit der Krankheit gemacht. Ihr wird die Entscheidung über die Präventivmaßnahme leichter fallen, weil sie unvoreingenommen an die Entscheidung heran geht. Die Barrieren sind also in dem Beispiel die Erfahrungen mit der Krankheit im Krankheitsverlauf und die von anderen Medien übermittelten Sachverhalte. Letztendlich kann anhand von diesem Modell eine Wahrscheinlichkeit für die Befolgung der präventiven Gesundheitsmaßnahme erfolgen (vgl. Schwenkmezger 1994, 107).

Das HBM ist also nicht ein Modell zur Bestimmung von Wirkungsweisen der Gesundheitsprogramme, sondern ein Modell, womit feststellbar ist in wie weit eine Person sich der Gesundheitsmaßnahmen annimmt. Es gibt also keine Auskunft über die Güte eines Gesundheitskonzeptes, sondern über die Wahrscheinlichkeit der Annahme eines Konzeptes.

1.2 Andere Modelle auf Basis des HBM

Im folgenden Abschnitt werden ein paar Derivate, also Ableitungen des HBM vorgestellt. Dabei handelt es sich um Konzeptionen, die auf den gleichen Grundannahmen basieren, aber eine andere Betonung vorliegt (vgl. Schwenkmezger 1994, 106).

Als erste Abwandlung des HBM kann das Social Network Modell von 1977 angesehen werden. Es wurde von Langlie entwickelt. In diesem gilt die soziale Unterstützung als einer der wichtigsten Einflussfaktoren auf das Gesundheitsverhalten (vgl. Schwenkmezger 1994, 106). Das heißt eine Person hat ein stabiles, intaktes und auch großes soziales Umfeld, so wird diese Person ein anderes Gesundheitsverhalten aufweisen als eine Person, die weitgehend isoliert lebt. Sie wird dann durch ihre soziale Stellung motiviert.

Ein nächstes Modell ist das von Cohen entwickelte Utility Model of Preventive Behavior. Cohen ging davon aus, dass der Prozess der Kosten- Nutzen- Erwägung am stärksten auf die Ingangsetzung der gesundheitsbezogenen Maßnahmen gerichtet ist (vgl. Schwenkmezger 1994, 106). Eine Person, welche die gesundheitsbezogenen Maßnahmen durchläuft, wird also immer mehr den Nutzen der Maßnahme sehen, als eine Person die den Prozess der gesundheitsbezogenen Maßnamen nicht durchläuft. Die Chancen auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes sind dann bei der ersten Person wieder höher als bei der Zweiten.

Eine Weiterentwicklung des HBM vollzog Bausell 1986. Wie schon gesagt, ist dieses Modell keine Abwandlung, sondern eine Ergänzung oder Weiterentwicklung. Er ergänzte das Modell durch primäre Determinanten von präventiven Verhalten. Dazu zählte er die Wirksamkeit, den Wert der Gesundheit, den Wunsch der Kontrolle über die Gesundheit und den Aspekt das Leben zu lieben. Als sekundäre Determinanten des Gesundheitsverhaltens führte er kognitive und affektive Variablen mit ein (vgl. Schwenkmezger 1994, 108).

Alle diese Modelle haben eine Gemeinsamkeit. Sie versuchen die Entstehung von präventiven Verhaltensweisen zu untersuchen. Sie legen dabei den Schwerpunkt auf das Zustandekommen von bestimmten Verhaltensweisen (vgl. Schwenkmezger 1994, 108).

Weitere Ableitungen des HBM finden sich in anderen sogenannten Prozess- Modellen wieder. Eines dieser Modelle ist die Protection Motivation Theory von Rogers. In dieser Theorie werden Aspekte des HBM, des REACT- Modells und von Selbstwirksamkeitsmodellen zusammengefasst. Aus dem HBM wird zum Beispiel die Einschätzung der Schwere der Krankheit oder die Vulnerabilität entnommen (vgl. Schwenkmezger 1994, 108). Als Vulnerabilität bezeichnet man allgemein die Verwundbarkeit oder die Verletzlichkeit einer Person. Aus dem REACT- Modell wurde die Verhaltens- Intention entnommen und einige Aspekte aus den Modellen zur Selbstverwirklichung die Selbstwirksamkeit. Diese Modelle des Prozesses sind ebenfalls Modelle des Einschätzungsprozesses (vgl. Schwenkmezger 1994, 108). Dabei spielen zwei Einschätzungen eine wichtige Rolle. Zum einen, ist es die Einschätzung der gesundheitlichen Bedrohung und zum anderen die Einschätzung der eigenen Fähigkeiten zur Abwendung der gesundheitlichen Gefährdung. Die erste Einschätzung wird als „threat appraisal“, also die Behandlungsabschätzung und die zweite als „coping appraisal“, also Bewältigungseinschätzung, bezeichnet (vgl. Schwenkmezger 1994, 108). Es entsteht dann eine Wechselwirkung der Ergebnisse dieser beiden Prozesse. Diese Wechselwirkung bestimmt dann die Gesundheitsmotivation (vgl. Schwenkmezger 1994, 108).

Allgemein gesagt, sind die hier dargestellten Modelle nur Erweiterungen zum HBM. Sie haben einen gleichen Charakter und in den meisten Fällen auch ein gleiches Ziel.

2 Eigene und negative Aspekte des Modell

Trotz das, dieses Modell eines der meist zitiertesten ist, gibt es meiner Meinung nach ein paar Stellen, an denen es nicht ganz so eindeutig formuliert ist, wie es anfangs den Eindruck erweckt.

Der erste, und wichtigste Aspekt ist der Einfluss der modifizierten Faktoren. Dabei wird davon ausgegangen, dass es positive und negative Einflüsse durch diese Faktoren gibt. Es ist jedoch nicht eindeutig in wie weit sich die Patienten beeinflussen lassen können. Es wirken zum Beispiel bei einem Patienten negative Einflüsse, d.h. er Patient bekommt von seiner Umwelt Informationen, die ein Scheitern der gesundheitsfördernden Maßnahmen erklären. Danach erhält er durch die Massenmedien die Information, dass dieses Programm doch eine Wirkung bei seiner Indikation zeigt. Die Frage ist nun wann und wie sich der Patient für was entscheidet. Durch die individuelle Ausprägung von verschiedenen Patienten können unterschiedliche Kosten- Nutzen- Vergleiche gezogen werden. Ein Patient wertet die negativen Einflüsse mehr in seine Entscheidung hinein und ein anderer wertet die positiven Informationen höher als der Erste. Somit kann kein einheitliches Reglement über die letztendliche Entscheidung getroffen werden. Das bedeutet nicht, dass dieses Model nicht funktioniert, es bedeutet aber, dass es nicht zu einhundert Prozent eine genaue Aussage über die Befolgung der Gesundheitsmaßnahmen treffen kann.

Ein anderer Punkt ist der Vergleich von den Vorteilen und den Barrieren. Jeder Mensch wird diesen Vergleich anders durchlaufen. Es wird also jeder anders an die Kosten- Nutzen- Rechnung herangehen. Meiner Meinung nach besteht schon ein Unterschied, ob man in diesem Prozess mit dem Nachdenken über die positiven Sachen oder mit dem Nachdenken über die negativen Sachen beginnt. Wenn ein Mensch mit den positiven Aspekten, also mit den Vorteilen der gesundheitsfördernden Maßnahmen beginnt, ist er grundsätzlich schon positiv eingestellt. Die Maßnahmen würden allein von dieser Seite her schon bei manchen Menschen befolgt werden. Umgekehrt jedoch, also wenn ein Mensch mit den negativen Faktoren bzw. Barrieren beginnt, ist er schon negativ eingestellt. Die Wahrscheinlichkeit der Befolgung ist dann schon etwas geringer. Dies hat natürlich weiterfolgend auch Auswirkungen auf die Befolgung.

Ein drittes Problem ist für mich die Vorstellung über die Bewertung. Wenn ein Patient einen Kosten- Nutzen- Vergleich durchläuft, hat er für sich am Ende eine Entscheidung, nach welcher er handelt. Das Modell hat allerdings am Ende eine Wahrscheinlichkeit als Resultat. Dabei tritt bei mir die Frage auf wie kann von einer subjektiven Meinung auf eine Wahrscheinlichkeit schließen und wie kann diese Wahrscheinlichkeit einen Status erlangen, in dem er für den Patienten und für alle involvierten aussagekräftig ist. Die Wahrscheinlichkeit ist also für den Patienten nicht verständlich. So kann das Modell also nur genutzt werden, um für eine große Anzahl von Patienten die Wahrscheinlichkeit der Befolgung zu bestimmen. Es hat von daher nur gesellschaftlichen Charakter. Das bedeutet, es bestimmt bei einer relativ großen Anzahl von Patienten relativ genau das Gesundheitsverhalten. Für den einzelnen Patienten hat es nur wenig Aussagekraft. Es müsste meiner Meinung nach noch eine Art von schriftlicher oder mündlicher Befragung eingebaut werden. Durch diese wird dann die Befindlichkeit des Patienten bestimmt. Dabei allerdings nicht die Befindlichkeit im Bezug auf die Bedrohung, sondern auf die grundsätzliche Einstellung des Patienten. Es spielt in diesem Prozess die grundsätzliche Einstellung, also ob eher positiv oder negativ denkend, eine wichtige Rolle. Wie in einem oben genannten Beispiel bereits beschrieben, wird ein vorwiegend negativ eingestellter Patient den Kosten- Nutzen- Vergleich anders beginnen als ein vorwiegend positiv denkender Mensch.

Weiterhin denke ich, dass bei einem Kosten- Nutzen- vergleich immer die Seite die Oberhand behält, welche die meisten Argumente besitzt. Ich denke auch, dass dies ein Bestandteil des im Modell integrierten Vergleichs ist. Dabei kann nicht davon ausgegangen werden, dass dies bei allen Menschen der Fall ist. Somit kann keine einhundert prozentige Aussage über das Resultat des Vergleiches getroffen werden.

[...]

Details

Seiten
26
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783640160204
ISBN (Buch)
9783640668229
Dateigröße
500 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v114427
Institution / Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg – Institut für Sportwissenschaft
Note
bestanden
Schlagworte
Schwerpunktbezogene Diskussion Belief Modell“ Bezug Konsequenzen Gesundheitspsychologie

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Schwerpunktbezogene Diskussion über das „Health Belief Modell“ im Bezug auf sporttherapeutische Konsequenzen