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Adipositas im Kindes- und Jugendalter. Auswirkungen auf den Schulsport, Präventions- und Interventionsmaßnahmen innerhalb und außerhalb der Schule

Examensarbeit 2007 117 Seiten

Sport - Sportmedizin, Therapie, Prävention, Ernährung

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS:

1 EINLEITUNG

2 DEFINITION VON GESUNDHEIT

3 DEFINITION VON ÜBERGEWICHT UND ADIPOSITAS

4 AKTUELLE DATEN UND ZAHLEN DER EPIDEMIOLOGIE

5 URSACHEN DER ADIPOSITAS
5.1 ALLGEMEINE URSACHEN DER ADIPOSITAS
5.2 GENETISCHE URSACHENFORSCHUNG
5.3 EINFLUSS PERINATALER FAKTOREN UND DAS 1.LEBENSJAHR
5.4 ROLLE DES „SOZIALEN WANDELS“ IN BEZUG AUF ADIPOSITAS
5.4.1 Diäten und ihre Folgen
5.4.2 Elterliches Vorbildverhalten
5.4.2.1 Vorbildverhalten der Eltern bezüglich Ernährung
5.4.2.2 Vorbildverhalten der Eltern bezüglich Bewegung
5.4.3 Körperliche Aktivität bzw. Inaktivität
5.4.4 Verhältnis körperlicher Aktivität und Energiezufuhr
5.4.5 Sozialer Status der Familie
5.4.6 Umfeld
5.4.7 Geschlecht
5.4.8 Alter
5.4.9 Herkunft der Schüler und Struktur der Gesellschaft
5.5 PSYCHISCHE URSACHEN
5.6 ZWISCHENFAZIT BEZÜGLICH DER URSACHEN

6 DIE FOLGEN DER ADIPOSITAS
6.1 KÖRPERLICHE FOLGEN
6.1.1 Bluthochdruck
6.1.2 konorare Herzerkrankungen (KHK), Herzinsuffizienz und Herzinfarkt
6.1.3 Schlaganfall
6.1.4 Typ-2-Diabetes
6.1.5 Fettstoffwechselstörungen
6.1.6 Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
6.1.7 Hyperurikämie und Gicht
6.1.8 Gallenblasenerkrankungen
6.1.9 Krebserkrankungen
6.1.10 Orthopädische Erkrankungen
6.1.11 Veränderte Pubertätsentwicklung
6.1.12 Mortalität
6.1.13 metabolisches Syndrom
6.2 PSYCHOSOZIALE FOLGEN
6.2.1 Depressionen und Angststörungen
6.2.2 Soziale Abkapselung
6.2.3 Selbstwahrnehmung
6.2.3.1 Körperschemaverzerrungen und Körperbildstörung
6.2.3.2 Normative Unzufriedenheit
6.2.3.3 Selbstkonzept und Selbstwertgefühl
6.3 SOZIALE FOLGEN
6.4 ZWISCHENFAZIT BEZÜGLICH DER FOLGEN

7 HEUTIGE SITUATION DES SCHULSPORTS
7.1 ERGEBNISSE DER SPRINT-STUDIE BEZÜGLICH DER AKTUELLEN SITUATION DES SCHULSPORTS
7.1.1 Schülersicht
7.1.2 Lehrersicht
7.2 LEHRPLANANALYSE BEZÜGLICH ÜBERGEWICHT UND ADIPOSITAS – NRW
7.2.1 Grundlegendes zum Lehrplan Sport in NRW – Gesamtschule
7.2.2 Lehrplananalyse bezüglich Übergewicht und Adipositas
7.2.3 Aufgaben und Ziele des NRW-Lehrplans Sport für die Gesamtschule
7.2.4 Fazit bezüglich des Lehrplans NRW

8 AUSWIRKUNGEN DER ADIPOSITAS AUF DEN SCHULSPORT
8.1 EINSCHRÄNKUNGEN UND ERWEITERUNGEN

9 ERKENNUNGS- UND VERHALTENSMAßNAHMEN FÜR DIE LEHRKRAFT IN DER SCHULE
9.1 WORAUF MAN ALS LEHRKRAFT ACHTEN SOLLTE
9.2 WIE MAN ALS LEHRKRAFT REAGIEREN SOLLTE

10 PRÄVENTIONS- UND INTERVENTIONSMAßNAHMEN GEGEN ADIPOSITAS
10.1 ERLÄUTERUNGEN ZU THERAPIEPROGRAMMEN FÜR ADIPÖSE UND ÜBERGEWICHTIGE KINDER UND JUGENDLICHE
10.1.1 Prävention und Intervention innerhalb der Schule
10.1.1.1 Kieler Adipositaspräventionsstudie (KOPS)
10.1.1.2 Ganztagsschule
10.1.2 Prävention und Intervention außerhalb der Schule
10.1.2.1 Intervention und Prävention innerhalb der Familie
10.1.2.2 Freiburger Intervention Trail for Obese Children
10.1.2.3 SlimKids2000
10.1.2.4 Das T.O.M. – Programm
10.1.2.5 Prävention und Intervention in Vereinen
10.2 ZWISCHENFAZIT BEZÜGLICH DER PRÄVENTION UND INTERVENTION VON ÜBERGEWICHT UND ADIPOSITAS

11 AUSBLICK

12 LITERATURVERZEICHNIS

13 ABBILDUNGSVERZEICHNIS

14 ANHANG
14.1 DAS T.O.M. – PROGRAMM
14.2 KÖRPERZUSAMMENSETZUNGSVERFAHREN
14.3 HALBJÄHRLICHE PERZENTILE FÜR DEN BMI FÜR MÄDCHEN UND JUNGEN

1 Einleitung

In den letzten Jahrzehnten ist ein starker Anstieg in der Häufigkeit des Auftretens von Adipositas und Übergewicht im Kindes- und Jugendalter zu verzeichnen. Die Gründe hierfür sind ebenso wie die Krankheit selbst multifaktorieller Natur. Die folgende Arbeit beschäftigt sich eingangs mit den grundlegenden Definitionen von Gesundheit und Adipositas, sowie mit den Daten und Fakten der Epidemiologie der Adipositas. Daraufhin werden die Ursachen sowie die Folgen und Auswirkungen der Adipositas im frühen Kindes- und Jugendalter diskutiert.

Es wird zudem auch national und dann regional am Beispiel von Nordrhein- Westfalen eine Lehrplananalyse bezüglich der Adipositas vollzogen. Der Vergleich zwischen den verschiedenen Schulformen findet ebenfalls statt, wobei hier speziell am Beispiel des Lehrplans des Landes NRW Augenmerk auf die Schulform ‚Gesamtschule’ gelegt wird.

Des Weiteren wird der Schwerpunkt im Rahmen dieser Arbeit auf die Rolle der Institution Schule gelegt. Fragen wie zum Beispiel, welche Auswirkungen Übergewicht auf den Unterricht, speziell den Sportunterricht, hat und was dieser leisten kann, um dem Problem entgegen zu wirken, werden diskutiert. Welche Maßnahmen bereits betrieben werden, auch außerhalb der Schule in Vereinen oder Privat, und auch wie Lehrkräfte das Übergewicht oder gar die Adipositas erkennen und mit diesem Problem umzugehen haben, sollte Gegenstand sowie Ergebnis dieser Arbeit sein. Wie der Titel dieser Arbeit bereits verrät, werden hierzu ausgewählte Präventions- und Interventionsmaßnahmen erläutert und bezüglich ihrer Ergebnisse ausgewertet.

Um die Übersichtlichkeit zu wahren, wird an einigen Stellen ein Zwischenfazit gezogen. Am Ende wird dann ein Gesamtüberblick folgen, der zusammengefasst die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit hervorhebt.

Die Arbeit kann als eine Hilfestellung für Lehrerinnen und Lehrer verstanden werden. Sie soll im sportunterrichtlichen Umgang mit übergewichtigen Kindern und Jugendlichen unterstützen, aber auch generell auf das Problem der Adipositas und des Übergewichts aufmerksam machen.

2 Definition von Gesundheit

Laut WHO ist Gesundheit definiert als ein Zustand des vollkommenen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens. Es ist mehr als nur die Abwesenheit von Krankheit.1 Ein integratives Verständnis von Gesundheit wird in neueren Gesundheitskonzeptionen bevorzugt.

„Gesundheit bezeichnet den Zustand des objektiven und subjektiven Befindens einer Person, der gegeben ist, wenn diese Person sich in den physischen, psychischen und sozialen Bereichen ihrer Entwicklung in Einklang mit dem den eigenen Möglichkeiten und Zielvorstellungen und den jeweils gegebenen äußeren Lebensbedingungen befindet. Gesundheit ist beeinträchtigt, wenn sich in einem oder mehreren dieser Bereiche Anforderungen ergeben, die von der Person in der jeweiligen Phase im Lebenslauf nicht erfüllt und bewältigt werden können. Die Beeinträchtigung kann sich, muss sich aber nicht, in Symptomen der sozialen, psychischen und physisch-physiologischen Auffälligkeiten manifestieren.“2 Gesundheit ist also weitaus mehr als sichtbare Symptome.

Im schulischen Zusammenhang wird Gesundheit „umfassend in der Weiterentwicklung der Gesundheitsdefinition der WHO von 1948 als physische, psychische, soziale, ökologische und spirituelle Balance des Wohlbefindens verstanden.“3

3 Definition von Übergewicht und Adipositas

„In der Alltagssprache wie auch in der wissenschaftlichen Literatur wird oft davon ausgegangen, dass Übergewicht und Adipositas austauschbare Begriffe sind, die das Gleiche bezeichnen. Dies ist allerdings nicht der Fall, und es ist nicht zuletzt auch deshalb sinnvoll, zwischen den Begriffen zu differenzieren, da damit unterschiedliche Implikationen im Hinblick auf die

Notwendigkeit einer Gewichtsreduktion verbunden sind.“4 „Seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist der Begriff Adipositas in die wissenschaftliche Diskussion eingeführt worden, der sich im Gegensatz zu anderen Bezeichnungen (Korpulenz, Dickleibigkeit, Fettleibigkeit, Fettsucht) durch seine Wertneutralität und Sachlichkeit auszeichnet.“5 „Übergewicht und Adipositas (Fettleibigkeit) werden definiert als ein übermäßiger Anteil an Fettgewebe im menschlichen Körper.“6 Steigt das Körpergewicht allerdings aufgrund fettfreier Masse, wie zum Beispiel ein steigender Muskulaturanteil, so werden die degenerativen Erkrankungen der gewichttragenden Gelenke gefördert.7 Andere Quellen besagen, dass Adipositas eine Erhöhung des Körpergewichtes durch eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfettanteils am Gesamtgewicht bezeichnet.8

„Übergewicht hingegen meint eine über den Durchschnitt erhöhte Körpermasse, ohne zwischen verschiedenen Gewebe- und Verursachungsarten zu unterscheiden.“9 Stark vereinfacht kann man also sagen, dass nicht jeder Übergewichtige adipös ist, aber jeder Adipöse übergewichtig.

„Zur Definition und Beurteilung von Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter gab es bislang keine einheitlichen Richtlinien.“10 Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Methoden zur Ermittlung der Körperzusammensetzung, die sich zum einen darin unterscheiden, welcher Anteil der Körperzusammensetzung mit ihrer Hilfe bestimmt werden kann, zum anderen in Messgenauigkeit, Belastung für den Patienten, Durchführbarkeit, Kosten, Strahlenbelastung etc. Aufgrund der Vielzahl,

Differenzierung sowie vor allem der Alltagsuntauglichkeit der meisten Verfahren, wird an dieser Stelle nicht näher darauf eingegangen. Eine Auflistung der Verfahren ist in Form einer Tabelle dieser Arbeit in Kapitel 14.2 angehängt.

„Zur Definition von Übergewicht und Adipositas wird derzeit der so genannte Body Mass Index empfohlen, der auf der Klassifizierungstabelle der WHO beruht und sich international etabliert hat.“11 Der Body-Mass-Index (BMI) setzt „das Körpergewicht in ein Verhältnis zur Körpergröße“.12 Folgende Gleichung ist gültig:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

„Ein internationaler Vergleich der Prävalenz von Übergewicht und Adipositas wird durch die Tatsache erschwert, dass die Ergebnisse oft auf verschiedenen BMI-Klassifikationen basieren. […] Neuere Studien beziehen sich auf die Einteilung der WHO von 1998:“13

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

„Bei Kindern und Jugendlichen lassen sich jedoch keine exakten Werte festlegen, da sich das Größen-Gewichts-Verhältnis während des Wachstums ändert.“14 „Da bei Kindern und Jugendlichen der BMI stark von den alters- und geschlechtsabhängigen physiologischen Veränderungen der

Körpermasse beeinflusst wird, lässt sich das Ausmaß an Übergewicht nicht wie bei Erwachsenen durch feste Grenzwerte bestimmen.“15 Aufgrund dieser Erkenntnis ist eine Grenzwerttabelle entwickelt worden, welche diese während des Wachstums und der Pubertät schwankenden Parameter mit berücksichtigt. „Im Wachstumsalter sollte die Bestimmung von Übergewicht und Adipositas deshalb anhand des altersbezogenen BMI – in Form von populationsspezifischen BMI-Perzentilen für Jungen und Mädchen – erfolgen. Derartige BMI-Perzentile wurden für Kinder und Jugendliche erstellt, und deren Benutzung zur Feststellung von Übergewicht und

Adipositas empfohlen.“16 „Perzentile ermöglichen die relative Positionierung eines Individuums innerhalb einer speziellen Verteilung.“17 „Kinder, die die 90. alters- und geschlechtsspezifische Perzentile überschreiten (deren BMI also höher ist als bei 90 % aller Kinder ihres Alters und Geschlechts), werden als übergewichtig eingestuft, liegt der BMI über 97. Perzentile, liegt eine Adipositas vor, bei Überschreiten der 99,5. Perzentile wird von einer extremen Adipositas gesprochen.“18 In Abbildung 3.1 ist eine alters- und geschlechtsspezifische Auflistung der Perzentile 90. und 97. gegeben, welche die BMI-Werte der jeweiligen Übergewichtsgrenzen und den Grenzwerten der Adipositas darstellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3.1: Perzentile für den BMI von Mädchen und Jungen im Alter von 0-18 Jahren19

Eine andere Abbildung ist dahingehend erweitert, dass die Referenzgruppe Perzentile 50. sowie weitere Grenzwerte der Bereiche von Untergewicht angegeben sind. Sie erscheint dadurch etwas unübersichtlicher, wird aber hier erwähnt und im Anhang (Kapitel 14.3) mit angehängt, weil dort halbjährliche Perzentile angegeben sind, und nicht nur jedes Lebensjahr einzeln aufgeführt ist.

Als Diagrammdarstellung ist die Altersabhängigkeit der Perzentile deutlich besser zu erkennen, allerdings sind die genauen BMI-Werte durch ungenaues Ablesen eingeschränkt. Die Diagramme sind in Abbildung 3.2 und 3.3 dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3.2: Perzentile-Diagramm für den BMI von Jungen im Alter von 0-18 Jahren20

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3.3: Perzentile-Diagramm für den BMI von Mädchen im Alter von 0-18 Jahren21

„Eine weitere Klassifikation der Adipositas erfolgt über das Fettverteilungsmuster, das sich allerdings erst am Ende der Pubertät manifestiert. Hier kann zwischen der weiblichen (gynoiden) Form, die verstärkt Fettgewebe an Hüften und Oberschenkeln aufweist und einer männlichen (androgenen) Form unterschieden werden, mit der Fettkonzentration vor allem in der Bauchregion. […] Differentialdiagnostisch sollte weiterhin zwischen einer primären und einer sekundären Adipositas unterschieden werden. Die primäre Form steht nicht im Zusammenhang mit anderen physiologischen Erkrankungen, während die sekundäre Form die

Folge einer endokrinen oder genetischen Erkrankung darstellt.“22 Da im

Kindes- und Jugendalter diese Fettverteilung noch nicht manifestiert ist, bleibt dieses Merkmal hier vernachlässigt.

4 Aktuelle Daten und Zahlen der Epidemiologie

Aufgrund der in den letzten Jahrzehnten in den meisten westlichen Industrieländern, aber auch in Ländern der dritten Welt, deutlich fortschreitenden Zunahme der Prävalenz von Übergewicht und Adipositas, geht die Weltgesundheitsorganisation WHO von einer globalen Epidemie aus. Von ihr sind nicht nur die Erwachsenen, sondern in letzter Zeit auch speziell die Heranwachsenden betroffen.23 Heutzutage sind folgende Zahlen für Deutschland belegt worden: „Insgesamt sind 45,1 % bzw. 32,4 % der Männer und Frauen in Ostdeutschland und 48,7 % bzw. 31,0 % der Männer und Frauen in Westdeutschland übergewichtig. Gleichzeitig sind 21,0 % bzw. 24,5 % der Männer und Frauen in Ostdeutschland und 18,3 % bzw.

21,1 % der Männer und Frauen in Westdeutschland adipös.“24

Diese erschreckenden Zahlen werden untermauert von den Werten der Kinder und Jugendlichen. „Auch bezogen auf das Kindes- und Jugendalter ist in Deutschland von einer hohen Prävalenzrate an Übergewicht und Adipositas auszugehen.“25 „In Deutschland sind […] 10-20 % aller Schulkinder übergewichtig bzw. adipös (Benecke und Vogel 2003); von den 5- bis 6-jährigen Kindern sind bereits zwischen 8 % und 13 % übergewichtig, 4 % bis 7 % adipös.“26 Im Vergleich zu den BMI- Referenzwerten von Kromayer-Hauschild et al. aus dem Jahre 2001 sind 8,4 -13,4 % der Jungen und Mädchen im Alter von fünf bis sechs Jahren übergewichtig (d.h.>90.P.). In dieser Altersgruppe sind 0,7 – 6,7 % adipös (d.h.>97.P.). Bei den neun- bis zehnjährigen Kindern sind zwischen 9,8 und

17,6 % übergewichtig und 3,2 bis 6,3 % adipös. Im Alter von 13 bis 15 Jahren sind bereits 13,8 bis 16,8 % der Jungen und Mädchen übergewichtig, während 5,1 bis 7,9 % adipös sind (Wabitsch, 2002).27 „Für den Ernährungsbericht 2000 (Deutsche Gesellschaft für Ernährung, 2000) wurden für Deutschland repräsentative Daten von 2510 6- bis 17 jährigen Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Städten ganz Deutschlands erhoben. Die Klassifikation des ermittelten BMI anhand der Normtabellen von Rolland-Cachera et al. zeigt, das 11,4 % übergewichtig und 12,8 % adipös waren.“28

Weitere Zahlen zur Epidemiologie der Adipositas können als Kosten angesehen werden, welche eigentlich auch unter Folgen der Adipositas aufgeführt werden können. Da in dieser Arbeit aber unter Folgen nur die Veränderungen des Organismus angesprochen werden, wird nun eine kurze Kostendarstellung der Adipositas als Gesellschaftsproblem aufgeführt. „Aktuelle ökonomische Studien aus den USA, Australien und Europa kamen zu dem Schluss, dass 4-7,8 % der gesamten

Krankheitskosten auf Übergewicht und Adipositas zurückzuführen sind.“29

Weitere Kosten für die Gesellschaft durch die verringerte Produktivität können nur geschätzt werden. Diese indirekten Kosten der Adipositas lassen sich zum Beispiel an der Zahl der Frührentner verdeutlichen. In

Schweden sind beispielsweise ungefähr zwei Drittel aller Frührentner adipös.30

5 Ursachen der Adipositas

Obwohl die rasche Zunahme der Prävalenz von Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter in den letzten Jahren eindeutig zu verzeichnen ist, sind die Ursachen dafür jedoch nicht eindeutig zu klären.31

„Adipositas ist eine komplexe Erkrankung mit einer Vielzahl an Einflussfaktoren aus unterschiedlichen Bereichen: genetisch-metabolische Einflüsse, Lebensstil und Ernährungsverhalten, aber auch soziale Faktoren und Umweltvariablen spielen eine Rolle.“32 Als wichtigste Ursache von Übergewicht und Adipositas im Kindesalter gilt ein inaktiver Lebensstil im Zusammenhang mit inadäquatem Ernährungsverhalten. Zudem können erhebliche psychosoziale Belastungen kommen, die aufgrund des äußeren

Erscheinungsbildes des betroffenen Kindes entstehen können. Ebenfalls ist die körperliche und motorische Leistungsfähigkeit Übergewichtiger oftmals erheblich eingeschränkt, was insbesondere bei Heranwachsenden negative Folgen mit sich bringen kann. „Auf diesem Hintergrund entsteht ein negatives Körperbild, das in engem Zusammenhang mit geringem Selbstwertgefühl zu sehen ist und Ursache für die Entwicklung eines negativen Selbstkonzeptes sein kann. Es kommt nicht selten zu sozialer Ausgrenzung, aber auch zu Rückzugsverhalten und selbst gewählter

Isolation Betroffener aufgrund vermeintlicher Ablehnung durch andere.“33

Die Begriffe Selbstwertgefühl, Selbstbild, Selbstkonzept und Körperbild etc. werden im Kapitel „6.2 Psychosoziale Folgen“ genauer erklärt.

Wie bereits erwähnt resultiert Übergewicht aus einem Ungleichgewicht der Energieaufnahme und dem Energieverbrauch.34 Ist diese positive Energiebilanz chronisch, also andauernd über einen längeren Zeitraum beobachtbar und/oder wiederkehrend, so ergibt sich ein Übergewicht. Die wichtigsten und belegten Gründe für Adipositas werden in den folgenden Kapiteln erörtert.

5.1 Allgemeine Ursachen der Adipositas

„Wie entsteht Adipositas? – Es wird davon ausgegangen, dass bei Vorliegen bestimmter Faktoren die Wahrscheinlichkeit, adipös zu werden steigt (= Risikofaktoren). Es gibt nicht den Risikofaktor für die Entwicklung von Adipositas, sondern an ihrer Entstehung sind viele Faktoren beteiligt.“35

Im Volksmund sind allgemeine Faktoren für Adipositas bekannt, darunter zählen allgemeine Faktoren wie zu geringe sportliche Aktivitäten, zu fettes Essen, zu viel Ablenkung der Kinder und Jugendlichen durch verschiedene Medien, wie Fernseher und Computer etc. Diese Faktoren sind zwar auch Schuld für den steigenden Anteil der übergewichtigen Kinder, allerdings ist die Adipositas nicht durch ein so einfaches Erklärungsmodell zu charakterisieren. Die folgende Abbildung zeigt das multifaktorielle Genesemodell der Adipositas mit den genetischen, den biologischen, den emotionalen, den sozialen Faktoren, sowie den zuletzt erwähnten Ursachen, wie Energiezufuhr, konkretes Essverhalten und körperliche Aktivität bzw. Inaktivität.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5.1: Multifaktorielles Genesemodell der Adipositas36

Die verschiedenen Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Ursachen sind in dieser Abbildung nicht aufgeführt, um die Zusammenhänge zu vereinfachen. Auf diese Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Einflussfaktoren wird aber noch genauer eingegangen. Ebenfalls erhebt diese Abbildung keinerlei Anrecht auf Vollständigkeit, was allerdings keine Abbildung leisten kann. In den folgenden Kapiteln werden die wichtigsten Ursachen genauer erläutert.

5.2 Genetische Ursachenforschung

Viele Menschen mit augenscheinlichen Gewichtsproblemen geben an, dass ihre Gene oder vererbte Krankheiten Schuld seien an ihrem Übergewicht.

„Unbestritten gilt, dass Adipositas eine familiäre Erkrankung ist. Übergewichtige Kinder haben häufig auch übergewichtige Eltern. Das Risiko des Kindes, adipös zu werden, verdreifacht sich, wenn ein Elternteil adipös ist und steigt um weitere 20 bis 30 Prozent, wenn beide Eltern adipös sind.“37 Tatsächlich ergeben Zwillings- und Adoptionsstudien, dass bis zu 70% einer hohen Varianz zur Fettleibigkeit durch genetische Einflüsse bestimmt wird.38 „Die Mechanismen, die genetisch wirksam werden, sind vielfältiger Art. Nach Ellrott und Pudel (1998), Warschburger, Petermann, Fromme und Wojtalla (1999) sowie Hebebrand und Hinney (2000) werden neben einer genetisch-biologischen Prädisposition des Grundumsatzes, der Thermogenese, des Leptinspiegels, der Insulinsensitivität und anderen biologischen Mechanismen der

Energiehomöostase auch das Essverhalten, im Besonderen die Menge und Zusammensetzung der aufgenommenen Nahrung, und der Umfang der körperlichen Aktivität genetisch determiniert.“39 Es wird aber einschränkend beigefügt, dass solche Gendefekte „nicht direkt zu Übergewicht führen, sondern zu einer erhöhten Prädisposition, die sich im Zusammenspiel mit einem ungünstigen Lebensstil in Übergewicht ausdrückt.“40 Diese Einschränkung wird unterstützt, durch die Molekulargenetik, die bestätigt, dass Adipositas eine komplexe Störung ist, deren Ätiologie multifaktoriell ist.

„Dies impliziert, dass genetische Faktoren und Umwelteinflüsse zu Entstehung und Verlauf einer derartigen Erkrankung beitragen.“41 Es konnten bis dato zwar mehrere Gene, die für extreme Adipositas verantwortlich sind, identifiziert werden, aber „dennoch ist die genetische Grundlage der humanen Adipositas trotz intensiver Forschung immer noch unzureichend geklärt. Nahezu alle Informationen zur Pathogenese der Adipositas wurden zuerst durch tierexperimentelle Untersuchungen, insbesondere von adipösen Mausstämmen, gewonnen. Danach ist Adipositas nur sehr selten durch den Funktionsverlust eines einzelnen Gens bedingt, sondern wird fast immer durch ein komplexes Netzwerk interagierender, varianter Gene verursacht.“42 Um genetische Voraussetzungen zur Prävalenz von Adipositas am Menschen weiter zu belegen, wurden drei Arten von Studien durchgeführt. Zum einen die bereits erwähnten Zwillings- und Adoptionsstudien und zum anderen Familienstudien. Als Ergebnis dieser Studien kann festgehalten werden, dass die gemeinsam aufgewachsenen Zwillinge hinsichtlich der Korrelation ihres BMI keine signifikant höheren Werte zeigten.43 „Auch

Adoptionsstudien legen nahe, dass das gemeinsame Aufwachsen einen allenfalls geringen Einfluss auf den BMI hat.“44 Belegt werden kann dies, durch eine Vielzahl von getrennt aufwachsenden Zwillingen, die trotz verschiedener sozialer Umfelder einen verblüffend ähnlichen BMI aufweisen.

„Der deutliche Anstieg in der Prävalenz von Adipositas innerhalb einer Generation zeigt aber auch, dass die genetische Grundlage nur in Verbindung mit exogenen Faktoren wirksam wird. Adipositas ist demnach das Paradigma für die Interaktion einer genetischen Grundlage mit

Umweltfaktoren.“45

Die sekundäre Form der Adipositas, welche wie bereits erwähnt die Adipositas als Folge einer endokrinen oder genetischen Erkrankung darstellt, „macht nach Warschburger, Petermann, Fromme und Wojtalla (1999) nur 5% der an Adipositas Erkrankten aus.“46 Demzufolge spielen weitere Faktoren eine große Rolle, die im Gegensatz zu den genetischen Einflussfaktoren veränderbar sind und somit zu einer Hilfe im Kampf gegen

Übergewicht und Adipositas werden können.

5.3 Einfluss perinataler Faktoren und das 1.Lebensjahr

Auch schon vor der Geburt sind verschiedene Einflüsse von Bedeutung, die auf das ungeborene Kind, in Bezug auf die Entwicklung von diversen Krankheiten, einwirken. „Es wird vermutet, dass nicht nur genetische Faktoren eine Rolle spielen, sondern dass auch intrauterine Einflüsse von Bedeutung sind. Barker et al. sind der Auffassung, dass intrauterine Einflüsse zu bestimmten Zeiten der Schwangerschaft verschiedene Krankheiten wie Diabetes mellitus Typ2, Bluthochdruck, Hyperlipidämie und Adipositas im Alter verursachen. Sie beobachteten, dass Personen, die ein Geburtsgewicht von unter 2,95 kg aufwiesen, ein 10mal höheres Risiko hatten, ein metabolisches Syndrom zu entwickeln, als diejenigen, die ein Geburtsgewicht von mehr als 4,31 kg hatten.“47

Im ersten Lebensjahr ist ebenfalls durch elterliches Verhalten eine Beeinflussung der Neigung zu Übergewicht und Adipositas bestätigt. So ist durch 17 Studien bewiesen, dass jeder Monat des Stillens des Neugeborenen eine Verringerung der Adipositasneigung um ca. 4% bedeutet.48

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5.2: Stilldauer invers mit Übergewicht assoziiert nach 17 Studien49

In der Abbildung 5.2 ist zu erkennen, dass die Neigung zu späterem Übergewicht mit der Anzahl der Monate, in denen das Kind im ersten Lebensjahr gestillt wurde, beinahe proportional abnimmt. Das Stillen nimmt also starken Einfluss auf die spätere Entwicklung, ebenso wie die bereits erwähnte Ernährung im Mutterleib, der so genannten perinatalen Ernährung. Diese perinatale Ernährung „scheint einen langfristig programmierenden, epigenetischen Effekt auf die Gewichtsentwicklung auszuüben. Niedriges Geburtsgewicht ist mit später erhöhtem Körpergewicht und erhöhtem Risiko für ein metabolisches Syndrom assoziiert. Stillen ist wiederum mit einem um ca. 50 % reduzierten Risiko für späteres kindliches Übergewicht assoziiert.“50

Eigentlich ist aber auch schon die Lebensweise der Frauen und Mädchen wichtig, die einmal Mütter werden. Denn schon hier werden die Weichen gestellt. Zum Beispiel sind Diskussionen, ob ein abruptes Einstellen des Rauchens bei einer diagnostizierten Schwangerschaft positiv ist oder nicht, bisher ohne Ergebnis. Es scheint dagegen aber unumstritten, dass im besten Falle die werdende Mutter erst gar nicht geraucht hat. „Präventive

Maßnahmen sollten somit bereits bei den Mädchen und Frauen, die einmal Mütter sein werden, ansetzen.“51 Die eventuell vorliegenden aber in keinster Weise belegten Ursachen der Lebensweise einer späteren Mutter bleiben hier vernachlässigt, da es sich nur um Vermutungen handeln würde.

Wie bereits dargestellt ist das erste Lebensjahr ebenso von Bedeutung wie die Phase zuvor im Mutterleib. „Sehr häufig werden aber bereits beim Säugling nicht nur die unangenehmen Gefühle von Hunger und Durst, sondern auch andere Unbehagensäußerungen mit Nahrung beantwortet. Es wird also gelernt, Angst, Alleinsein oder Langeweile mit Hunger gleichzusetzen. Der entsprechende Bewältigungsmechanismus, der sich bis ins Erwachsenenalter erhalten kann, heißt ‚Essen’ oder ‚Trinken’.“52 Solche

‚Fehler’, die meist einfach aus Unwissenheit gemacht werden, führen zu späteren Problemen im Umgang mit Nahrungsmitteln. Auch im weiteren Verlauf der frühen Kindheit werden diese ‚Fehler’ eingesetzt, um etwas zu erreichen, ohne an die Folgen zu denken. Ein intensives Verlangen nach

Süßigkeiten kann beispielsweise entstehen, weil man als Kind des Öfteren mit Süßigkeiten belohnt wurde, und man diese Verhaltensweise dann im Erwachsenenalter selber weiter praktiziert. Die verschiedenen Esstypen werden also schon in der Säuglings- und frühkindlichen Phase ‚geboren’.

5.4 Rolle des „sozialen Wandels“ in Bezug auf Adipositas

„Pädagogen, Psychologen und Mediziner diskutieren im Einklang mit Sportpädagogen an Schulen und Hochschulen seit Jahren die veränderten Lebensbedingungen von Kindern und die daraus resultierenden Folgen für den Entwicklungsprozess, den Bewegungsapparat sowie die Gesundheit.“53 Mit dem sozialen Wandel unserer Gesellschaft stehen viele Veränderungen im Zusammenhang, die wiederum Ursachen für verschiedenste Erkrankungen darstellen können. Im Folgenden werden die für eine

Adipositasentwicklung wichtigsten Veränderungen aufgeführt und erläutert, die der soziale Wandel mit sich gebracht hat.

5.4.1 Diäten und ihre Folgen

Die Kinder werden heutzutage, wie bereits erwähnt, stark von Medien, Peer-Groups und anderen Einflüssen geprägt. Sie entwickeln somit eine verfälschte Vorbild-Vorstellung, so werden zum Beispiel für junge Mädchen die untergewichtigen Models in Hochglanzzeitschriften zum Maßstab für die eigene „Wunschfigur“. Das es sich laut Definition um ein meist starkes Untergewicht handelt, ist gerade den Kindern und Jugendlichen nicht bewusst. Folge ist, dass viele Kinder bereits in frühen Jahren Diäten gemacht haben oder ständig durchführen. „So gerät der Organismus durch die geringe und zudem unausgewogene Nahrungsaufnahme in den Zustand der Mangelernährung. […] Eine Folge der Mangelernährung kann darin liegen, dass sich der Grund- bzw. Ruheumsatz des Körpers verringert (Pirke et al., 1988). Mit dem Grund- bzw. Ruheumsatz ist der

Energieverbrauch gemeint, den der Körper im Ruhezustand (z.B. im Liegen) verbraucht. Dieser Energieverbrauch macht ca. 70% des Gesamtenergieverbrauchs aus und beträgt bei Erwachsenen ca. 1 kcal pro

Stunde und Kilogramm Körpergewicht.“54 Dieser Grundumsatz kann durch

Diäten stark beeinflusst werden. Wenn der Grundumsatz gesenkt wird, ist der Energieumsatz bzw. der Energieverbrauch in Ruhe, also ohne Aktivität geringer als zuvor. Bei Wiederaufnahme der gewohnten Energiemengen ist somit eine positive Energiebilanz vorprogrammiert. „Bei Nahrungsdeprivation reagiert der Körper mit biologisch bzw. für das Überleben sinnvollen ‚Sparmaßnahmen’, z.B. der Drosselung des Grund- bzw. Ruheumsatzes, der Senkung der Körpertemperatur, der Einstellung der Menstruation. Die biologische Anpassung des Organismus an eine verminderte Energiezufuhr bleibt auch bei ausreichender Kalorienzufuhr noch über einige Zeit bestehen. Wenn die betreffenden Menschen ihre

Nahrungsaufnahme wieder normalisieren, kann es daher kurzfristig zur Gewichtszunahme kommen.“55 Dieser Effekt ist im Volksmund bekannt als der so genannte Jojo-Effekt.

Generell zeigen Befragungen unter Übergewichtigen, dass bei 70 % aller Abnahmeversuche nach spätestens 6 Monaten das ursprüngliche Gewicht wieder hergestellt war. Lediglich 9 % gaben an, dass ihr Gewichtsverlust länger als 2 Jahre angedauert hat.56 Diese Aussage (,angedauert hat’) impliziert allerdings, dass mittlerweile auch diese Befragten wieder an ihrem Ausgangsgewicht angelangt sind. Diäten sind also laut diverser Studien keine Lösung des Problems der Epidemiologie des Übergewichts und der Adipositas. Ein weiteres Indiz dafür, dass Diäten keine Hilfe zur längerfristigen Gewichtsreduktion sind, ist folgende Aussage: „Der Prozentsatz übergewichtiger Frauen ist überproportional gestiegen, obwohl gerade Frauen bevorzugt Reduktionsdiäten durchführen.“57 Stark vereinfacht kann man also sagen, dass Diäten das genaue Gegenteil von dem bewirken, was sie angeblich bewirken sollen.

5.4.2 Elterliches Vorbildverhalten

Das Vorbildverhalten der Eltern ist in vielerlei Hinsicht von Bedeutung. Im Folgenden werden die für die Adipositas wichtigsten Vorbildfunktionen aufgegriffen, wobei an dieser Stelle erwähnt wird, dass auch andere grundlegende, teils psychische erzieherische Einflüsse auf die Entwicklung des Kindes und auch auf dessen Entwicklung bezüglich einer Adipositas von Bedeutung sind. „Eltern stellen Modelle für ihre Kinder dar, die deren Ess-, Trink-, und Bewegungsverhalten sowie die Einstellung gegenüber dem Körper schon früh übernehmen.“58

5.4.2.1 Vorbildverhalten der Eltern bezüglich Ernährung

„Der Gewichtsstatus der Eltern scheint ebenfalls ein Einflussfaktor auf die Entwicklung der kindlichen Adipositas zu sein. In einer von Maffeis, Talamini, Fioroni, Bettini und Tato durchgeführten Längsschnittstudie, stellte sich das Übergewicht der Eltern als der Hauptrisikofaktor für die Entwicklung von Übergewicht während des vierjährigen

Untersuchungszeitraumes heraus.“59 Es wurde ein fünffach erhöhter

Anstieg der Prävalenz von Adipositas bei Kindern konstatiert, deren Elternteile beide adipös sind, als bei Kindern, deren Eltern beide schlank sind. In Kapitel 5.2 (genetische Ursachenforschung) ist dies bereits mit weiteren Daten belegt. „Die Eßgewohnheiten der Familie bestimmen zu einem großen Anteil die Energiezufuhr der Kinder.“60 Das gemeinsame Essen im Kreise der Familie entfällt in den meisten Familien. „So schieben sich die Kinder ein Fertiggericht in die Mikrowelle oder essen am Kiosk oder in einer Imbissbude ihr Mittagessen. Aus Langeweile oder anderen Beweggründen überbrücken manche Kinder die Zeit bis zum Abendessen mit Zwischendurchessen. Abends wird vielleicht gemeinsam in der Familie gegessen, aber auch hier muss es schnell gehen, so dass Fertigprodukte

Einzug gehalten haben.“61 Auch hier wird wieder deutlich, dass die Vorbildfunktion der Eltern eine herausragende Rolle beim Übernehmen und Erlernen der Essgewohnheiten der Kinder spielt. Es kann an dieser Stelle festgehalten werden, dass sowohl die Häufigkeit von Mahlzeiten als auch die Kalorienaufnahme bei einer Mahlzeit in hohem Ausmaß durch emotionale Faktoren und Lernprozesse beeinflusst wird, die bereits im

Kindes- und Jugendalter zum Tragen kommen.62

5.4.2.2 Vorbildverhalten der Eltern bezüglich Bewegung

Eltern sind und bleiben trotz veränderter Familienverhältnisse Vorbilder, sowohl im Ess-, als auch im Bewegungsverhalten „Leben die Eltern einen aktiven Lebensstil vor, werden auch die Kinder aktiv sein und dadurch ihren Energieverbrauch erhöhen. Leben die Eltern jedoch einen inaktiven Lebensstil mit einem hohen Fernsehkonsum, so ist dieser Stil für die Kinder vorgezeichnet. Die Kinder werden ebenfalls viel Zeit vor dem Fernseher verbringen. Studien zeigen, dass Kinder und Jugendliche, die 5 Stunden pro Tag fernsehen ca. 5 x häufiger adipös sind als Kinder die 2 Stunden fernsehen.“63 „Moore et al. (1991) haben die Aktivitätsraten von Eltern und ihren Kindern miteinander verglichen. Dabei waren Kinder von aktiven Eltern 2 bis 3 ½ Mal so häufig aktiv als die Kinder von nicht aktiven Eltern. Allerdings sinkt der elterliche Einfluss mit steigendem Alter der Kinder ab, im Alter von etwa 12 Jahren nimmt der Einfluss des Freundeskreises zu.“64 In der heutigen Gesellschaft herrscht, durch den sozialen Wandel und den damit verbundenen Doppelbelastungen der Eltern, eine regelrechte körperliche Inaktivität von Eltern vor, wodurch die Kinder negativ beeinflusst werden.

5.4.3 Körperliche Aktivität bzw. Inaktivität

Wie bereits im elterlichen Vorbildverhalten bezüglich der Bewegung angedeutet, wenden Kinder und Jugendliche nur noch wenig Zeit für körperliche Aktivitäten auf. Aufgrund der Verstädterung sind aber auch Bewegungsräume als Mangelware anzusehen. Bewegung wird beschränkt auf die Feinmotorik beim Bedienen des Joysticks eines Computers oder einer Spielekonsole.

Selbst Treppen steigen oder der Schulweg entfallen heutzutage, und diese Aktivitäten sind noch nicht einmal zu den eigentlich wichtigen aktiven Bewegungszeiten zu zählen. Diese sind im Vergleich zu früher alarmierend zurückgegangen. „Körperliche Aktivität wird vermehrt von passiven Freizeitbeschäftigungen verdrängt. Kinder sitzen heute nicht nur in der Schule, bei den Hausaufgaben und auf dem Schulweg (im Bus oder im Auto), sondern zunehmend auch in ihrer Freizeit, hier in erster Linie in

Verbindung mit audiovisuellen Medien, wie Spiele-Konsolen oder Fernsehen.“65

„Eine Herz-Studie, die in den USA durchgeführt wurde (Janz, Golden, Hansen & Mahoney 1992) belegt, dass sich präpubertäre Kinder nur 30 Minuten am Tag in einer aeroben Aktivität (Verbrennung von Glukose und den aus Fetten stammenden Fettsäuren unter Sauerstoffverbrauch) befinden. Pubertäre und postpubertäre Kinder verbringen dagegen nur noch

8 bis 10 Minuten am Tag in aerober Aktivität.“66 „Mit dem

Bewegungsmangel gehen ein Absinken des Energieumsatzes (Ellrott & Pudel, 1998), eine Appetitsteigerung (Pudel & Westenhöfer, 1991), ein Abbau von Muskel- und Aufbau von Fettmasse (Keys & Brozek, 1953) und meist eine Verschlechterung des allgemeinen Wohlbefindens ( Brownell,

1995) einher.“67 „In einer Befragung von 15.239 Personen in 15 europäischen Ländern von Martinez-Gonzales et al. war das Risiko, eine Adipositas zu entwickeln bei den Personen, die am geringsten aktiv waren etwa doppelt so hoch im Vergleich zu den Personen mit dem höchsten Aktivitätsgrad. Auch die Freizeit, die sitzend verbracht wurde, war positiv mit dem BMI assoziiert. So wiesen die Personen, die mehr als 35 Stunden pro Woche saßen, ein etwa 1,5-fach höheres Adipositas - Risiko auf, als diejenigen, die weniger als 15 Stunden saßen. Das Risiko des vermehrten Sitzens konnte durch eine sonst aktiv gestaltete Freizeit nahezu aufgehoben werden.“68 Diese Zahlen sind ein Hinweis auf die Notwendigkeit körperlicher Aktivität, sowohl als vorbeugende Maßnahme, als auch um einen Ausgleich zu schaffen.

Da in diesem Kapitel die Ursachen der Adipositas und des Übergewichtes erläutert werden, sei nur nebenbei erwähnt, dass körperliche Aktivität und vor allem regelmäßige Aktivität nachweislich die meisten der im folgenden Kapitel aufgeführten körperlichen Folgen der Adipositas und des Übergewichtes verringert oder gar verhindert.

Wie auch beim Essverhalten kann sich bei der körperlichen Aktivität ein Teufelskreis bilden. Denn aus negativen Erfahrungen (wie fehlende Erfolge, soziale Diskriminierung usw.) bildet sich ein allmählicher Rückzug von sportlichen Aktivitäten heraus, der dann stillschweigend seinen Kreis vollzieht und zu weiteren Hänseleien etc. führt, wodurch der Kreis wieder geschlossen wird.69

5.4.4 Verhältnis körperlicher Aktivität und Energiezufuhr

Die so genannte Energiebilanz wird durch die erlernte Nahrungsaufnahme, also auch durch das elterliche Vorbildverhalten bezüglich der Nahrungsaufnahme, der Qualität der Nahrung und bezüglich des Bewegungsanteils der Kinder und Jugendlichen beeinflusst. Hinsichtlich dieses Bewegungsanteils spielen auch noch Faktoren wie das Umfeld oder der soziale Status, sowie das Geschlecht oder das Alter eine Rolle, die an anderer Stelle ausführlich beschrieben werden.

„Die These der Energiebilanz besagt: Übergewicht beruht darauf, dass entweder dem Körper zuviel Energie zugeführt oder dass zu wenig Energie verbraucht wird. Dadurch entsteht eine positive Energiebilanz.“70 Der Energiebedarf eines Individuums setzt sich zusammen aus dem Grundumsatz, der Thermogenese und der physischen (körperlichen) Aktivität. Der Grundumsatz macht 55 % des Energiebedarfs aus und dient der Erhaltung aller Lebenswichtigen Funktionen. Die Thermogenese macht

25 % des Energiebedarfs aus und bezeichnet den Vorgang der Wärmebildung durch die Verbrennung der Nahrung. Kälte und Nahrungsaufnahme führen zu einer gesteigerten Thermogenese. Die körperliche Aktivität macht je nach Aktivitätsniveau die restlichen ca. 20 % des Energiebedarfs aus. Dazu zählen nicht nur sportliche Aktivitäten, sondern auch alltägliche Bewegungen. Bei Kindern und Jugendlichen ist ein zusätzlicher Verbrauch von großer Bedeutung, da dieser das Längenwachstum vorantreibt.71

Das Problem bei Übergewicht und Adipositas ist, dass sich diese Energiebilanz bei andauernder übermäßiger Energiezufuhr auf einem höheren Level ausgleicht. So ist eine ausgeglichene Energiebilanz auch bei Übergewichtigen oder Adipösen gegeben und es gestaltet sich erheblich schwerer, dieses Niveau wieder zu senken.

5.4.5 Sozialer Status der Familie

„Als weiterer Bestimmungsfaktor der Adipositas wird der sozioökonomische Status der Eltern diskutiert. Während in Studien mit erwachsenen Adipösen festgestellt wird, dass Adipositas in westlichen Industrieländern gehäuft bei Frauen in unteren sozialen Schichten und bei Männern bei höherem sozioökonomischen Staus auftritt, gibt es bei Untersuchungen mit Kindern und Jugendlichen widersprüchliche Ergebnisse.“72

Immer mehr Kinder sind nach der Schule, d.h. tagsüber, alleine, weil beide Elternteile bzw. das alleinerziehende Elternteil arbeiten gehen.73 Es besteht hier auch ein Zusammenhang zwischen Kapitel 5.4.3 (körperliche Aktivität bzw. Inaktivität) und dem sozialen Status der Familie, denn es ist belegt, dass die Inaktivität der Kinder und Jugendlichen durch einen geringeren sozialen Status zusätzlich gefördert wird. In der

Gesundheitsberichterstattung des Bundes: Armut bei Kindern und Jugendlichen (2001)’ wird darauf hingewiesen, „ dass nur eine geringe Teilnahme an sportlichen Aktivitäten (außerhalb des Schulsports) bei

Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Familien zu verzeichnen ist.“74 Ebenso wird in diesem Bericht erwähnt, „dass Kinder und Jugendliche aus in Armut lebenden Familien oft ein ungünstigeres Ernährungsverhalten aufzeigen und damit eine ungünstigere Gesundheitsbiographie der Kinder und Jugendlichen aus Armutsfamilien angenommen wird.“75 „Übergewicht nimmt bei Jungen und Mädchen mit geringer werdendem sozialen Status zu.“76

5.4.6 Umfeld

Das gesellschaftliche Umfeld hat sich auch im Laufe des Sozialen Wandels verändert. „So steht z.B. 24 Stunden ein Fernsehprogramm zur Verfügung. Die dort laufende Werbung animiert zum Essen, und zwar zum Essen von Süßigkeiten und anderen energiereichen Nahrungsmitteln. Hinzu kommt, dass Essen permanent verfügbar ist und an jeder Ecke ein Kiosk, eine

Imbissbude oder ein Bäcker zu finden ist.“77 „Bei Jugendlichen spielt u.a. der Fernsehkonsum eine wichtige Rolle: Jugendliche, die mehr als fünf Stunden pro Tag vor dem Fernseher verbringen, werden 4,6 mal häufiger übergewichtig als Jugendliche, die pro Tag bis zu zwei Stunden vor dem Fernseher verbringen (Gortmaker et al., 1996).“78

Die zunehmende Mobilität, nicht nur in den Großstädten, sorgt für ein eingeschränktes Bewegungsumfeld der Kinder und Jugendlichen und zusätzlich zur Verringerung der aktiven Wege. Früher wurde der Schulweg zu Fuß oder mit dem Rad bewältigt, heute mit dem Auto oder dem Bus. Durch die zunehmende Motorisierung ist es mittlerweile in vielen Ballungsgebieten so gefährlich, dass Eltern ihren Kindern verbieten mit dem Fahrrad zur Freundin oder zum Freund zufahren oder zu Fuß zum Gitarrenunterricht zu laufen.

Der Spielraum wird immer mehr mit Gebäuden zugepflastert und selbst die öffentlichen Grünflächen zur freien Spielgestaltung fallen weg, wodurch „die Kinder weniger Möglichkeiten haben, sportliche Interessen zu entwickeln.79

5.4.7 Geschlecht

„Bei der Geschlechtsdifferenz im Zusammenhang mit Übergewicht zeigt der Elfte Kinder- und Jugendbericht (2002), ‚dass Übergewicht bei Mädchen häufiger als bei Jungen’ (BMFSFJ 2002, S.223) auftritt trotz eines bewußteren Ernährungsverhaltens der Mädchen.“80 Dies verwundert wohl auf den ersten Blick, denn Mädchen verfolgen wie erwähnt stärker den gesellschaftlich vorgegebenen Werten und vermeintlichen Vorbildern. Doch eben dieser Druck führt dazu, dass bereits in frühem Alter Diäten gemacht werden und eine falsche Ernährung stattfindet. Analysen bestätigen, dass ein großer Unterschied zwischen Mädchen und Jungen besteht, die nie frühstücken, wobei der Anteil der Mädchen überwiegt.81 Dies führt wie in

Kapitel 5.4.1 (Diäten und ihre Folgen) erwähnt zu Mangelernährung und zum Gegenteil des gewünschten Effektes.

[...]


1 Vgl. Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Gesundheit , rezipiert am 31.07.2006

2 Steinmann, Werner: Fitness, Gesundheit und Leistung. Hamburg: Verlag Dr.Kovac, 2004. S.72, Z.19ff

3 Hundeloh, Heinz; Paulus, Peter; Bockhorst, Rüdiger: Arbeitskreis „Schulsport – Gesundheit – Schulqualität: Ein Widerspruch?“ In: Gogoll, Andre & Menze-Sonneck, Andrea (Hrsg.): Qualität im

Schulsport. Hamburg: Czwalina Verlag, 2005. S.157, Z.2ff

4 Tuschen-Caffier, Brunna; Pook, Martin; Hilbert, Anja: Diagnostik von Essstörungen und Adipositas. Göttingen: Hogrefe Verlag, 2005. S.26, Z.1ff

5 Benölken, Marita: Adipositas und Depressivität im frühen Jugendalter. Frankfurt am Main: Peter

Lang Verlag: 2003. S.12, Z.7ff

6 Böhler, Thomas; Wabitsch, Martin; Winkler, Ute: Konsensuspapier Patientenschulungsprogramm für Kinder und Jugendliche mit Adipositas. In: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Gesundheitsförderung Konkret, Band 4. Qualitätskriterien für Programme zur Prävention und Therapie von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen. Köln: BZga, 2005. S.40, Z.3ff

7 vgl. Wenzel, H.: Definition, Klassifikation und Messung der Adipositas. In: Wechsler, Johannes G.

(Hrsg.): Adipositas – Ursachen und Therapie. 2.Aufl., Berlin, Wien: Blackwell Verlag, 2003. S.47, Z.15ff

8 vgl. Benölken, Marita: Adipositas und Depressivität im frühen Jugendalter. Frankfurt am Main:

Peter Lang Verlag: 2003. S.12, Z.13ff

9 ebd. S.12, Z.15ff

10 Zwiauer, Karl: Adipositas im Kindes- und Jugendalter – Prävention und Therapie. In: Wechsler, Johannes G. (Hrsg.): Adipositas – Ursachen und Therapie. 2.Aufl., Berlin, Wien: Blackwell Verlag, 2003. S.213, Z.54ff

11 Homfeldt, Hans Günther; Ritter, Annette: Das dicke Kind. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren, 2005. S.11, Z.28ff

12 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Gesundheitsförderung Konkret, Band 4.

Qualitätskriterien für Programme zur Prävention und Therapie von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen. Köln: BZga, 2005. S.11, Z.17ff

13 Klör, H.U.: Epidemiologie der Adipositas. In: Wechsler, Johannes G. (Hrsg.): Adipositas –

Ursachen und Therapie. 2.Aufl., Berlin, Wien: Blackwell Verlag, 2003. S.47, Z.37ff

14 Homfeldt, Hans Günther; Ritter, Annette: Das dicke Kind. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren, 2005. S.11, Z.36ff

15 Goldapp, Cornelia; Mann, Reinhard; Shaw, Rose: Qualitätsraster für Präventionsmaßnahmen für übergewichtige und adipöse Kinder und Jugendliche. In: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Gesundheitsförderung Konkret, Band 4. Qualitätskriterien für Programme zur Prävention und Therapie von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen. Köln: BZga, 2005. S.11, Z.21ff

16 Gallistl, Siegfried: Adipositas im Kindes- und Jugendalter. In: Ärzte Woche, 13.10.2005, S.36,

Z.65ff

17 Benölken, Marita: Adipositas und Depressivität im frühen Jugendalter. Frankfurt am Main: Peter Lang Verlag: 2003. S.13, Z.36f

18 Goldapp, Cornelia; Mann, Reinhard; Shaw, Rose: Qualitätsraster für Präventionsmaßnahmen für übergewichtige und adipöse Kinder und Jugendliche. In: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Gesundheitsförderung Konkret, Band 4. Qualitätskriterien für Programme zur Prävention und Therapie von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen. Köln:

BZga, 2005. S.12, Z.3ff

19 Robert-Koch-Institut (Hrsg.): Benecke, Andrea; Vogel, Heiner: Gesundheitsberichterstattung des Bundes Heft 16 – Übergewicht und Adipositas. Berlin: Oktoberdruck, August 2003, geänderte Aufl. 2005. Ergänzende Wertetabellen zu den Abbildungen. http://infomed.mds- ev.de/sindbad.nsf/0/d7bc804b0516497e00256d8d0041787e/$FILE/GBE16_TABELLEN.pdf, rezipiert am 19.12.2006

20 vgl. http://www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=343 , Abb.1

21 vgl. ebd., Abb.2

22 Benölken, Marita: Adipositas und Depressivität im frühen Jugendalter. Frankfurt am Main: Peter Lang Verlag: 2003. S.15, Z.17ff

23 vgl. Kromeyer-Hausschild, Katrin: Epidemiologie der Adipositas im Kindes- und Jugendalter in

Europa. In: Erbersdobler, Heseker, Wolfram (Hrsg.): Adipositas – Eine Herausforderung für’s Leben?. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, 2005. S.3, Z.5ff

24 Müller, Manfred J.; Mast, Mareike; Bosy-Westphal, Anja; Danielzik, Sandra: Diagnostik und

Epidemiologie. In: Petermann, Franz; Pudel, Volker (Hrsg.): Übergewicht und Adipositas. Göttingen: Hogrefe Verlag, 2003. S.41, Z.7ff

25 Tuschen-Caffier, Brunna; Pook, Martin; Hilbert, Anja: Diagnostik von Essstörungen und Adipositas. Göttingen: Hogrefe Verlag, 2005. S.27, Z.27ff

26 Goldapp, Cornelia; Mann, Reinhard; Shaw, Rose: Qualitätsraster für Präventionsmaßnahmen für

übergewichtige und adipöse Kinder und Jugendliche. In: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Gesundheitsförderung Konkret, Band 4. Qualitätskriterien für Programme zur Prävention und Therapie von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen. Köln: BZga, 2005. S.12, Z.12ff

27 Müller, Manfred J.; Mast, Mareike; Bosy-Westphal, Anja; Danielzik, Sandra: Diagnostik und

Epidemiologie. In: Petermann, Franz; Pudel, Volker (Hrsg.): Übergewicht und Adipositas. Göttingen: Hogrefe Verlag, 2003. S.41, Z.19ff

28 Benölken, Marita: Adipositas und Depressivität im frühen Jugendalter. Frankfurt am Main: Peter

Lang Verlag: 2003. S.18, Z.15ff

29 Klör, H.U.: Epidemiologie der Adipositas. In: Wechsler, Johannes G. (Hrsg.): Adipositas – Ursachen und Therapie. 2.Aufl., Berlin, Wien: Blackwell Verlag, 2003. S.68, Z.76ff

30 vgl. ebd. S.69, Z.3ff

31 vgl. Homfeldt, Hans Günther; Ritter, Annette: Das dicke Kind. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren, 2005. S.13, Z.30ff

32 Zwiauer, Karl: Adipositas im Kindes- und Jugendalter – Prävention und Therapie. In: Wechsler, Johannes G. (Hrsg.): Adipositas – Ursachen und Therapie. 2.Aufl., Berlin, Wien: Blackwell Verlag, 2003. S.217, Z.83ff

33 Dordel, Sigrid; Kleine, Wilhelm: Motorische Leistungsfähigkeit und Gesundheit –

Gesundheitsverhalten übergewichtiger und adipöser Schulinder. In: Bjarnason-Wehrens, Birna;

Dordel, Sigrid (Hrsg.): Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter. Sankt Augustin: Academia Verlag, 2005. S.111, Z.2ff

34 vgl. Goldapp, Cornelia; Mann, Reinhard; Shaw, Rose: Qualitätsraster für Präventionsmaßnahmen

für übergewichtige und adipöse Kinder und Jugendliche. In: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Gesundheitsförderung Konkret, Band 4. Qualitätskriterien für Programme zur Prävention und Therapie von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen. Köln: BZga, 2005. S.13, Z.6f

35 Warschburger, Petra; Petermann, Franz; Fromme, Carmen: Adipositas – Training mit Kindern und

Jugendlichen. 2. vollst. überarb. Aufl., Weinheim, Basel: Beltz Verlag, 2005. S.24, Z.2ff

36 ebd. S.25, Abb.4

37 Warschburger, Petra; Petermann, Franz; Fromme, Carmen: Adipositas – Training mit Kindern und Jugendlichen. 2. vollst. überarb. Aufl., Weinheim, Basel: Beltz Verlag, 2005. S.25, Z.10ff

38 vgl. Goldapp, Cornelia; Mann, Reinhard; Shaw, Rose: Qualitätsraster für Präventionsmaßnahmen

für übergewichtige und adipöse Kinder und Jugendliche. In: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Gesundheitsförderung Konkret, Band 4. Qualitätskriterien für Programme zur Prävention und Therapie von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen. Köln: BZga, 2005. S.13, Z.22ff

39 Benölken, Marita: Adipositas und Depressivität im frühen Jugendalter. Frankfurt am Main: Peter

Lang Verlag: 2003. S.21, Z.5ff

40 ebd. S.13, Z.28ff

41 Hamann, A.; Hinney, A.; Hebebrand, J.: Genetische Aspekte der Adipositas. In: Wechsler, Johannes G. (Hrsg.): Adipositas – Ursachen und Therapie. 2.Aufl., Berlin, Wien: Blackwell Verlag, 2003. S.113, Z.14ff

42 Joost, Hans-Georg: Gen-Umwelt-Interaktion in der Entstehung der Adipositas. In: Erbersdobler, Heseker, Wolfram (Hrsg.): Adipositas – Eine Herausforderung für’s Leben?. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, 2005. S.32, Z.29ff

43 vgl. Hamann, A.; Hinney, A.; Hebebrand, J.: Genetische Aspekte der Adipositas. In: Wechsler,

Johannes G. (Hrsg.): Adipositas – Ursachen und Therapie. 2.Aufl., Berlin, Wien: Blackwell Verlag, 2003. S.114, Z.13ff

44 ebd. S.114, Z.29ff

45 Joost, Hans-Georg: Gen-Umwelt-Interaktion in der Entstehung der Adipositas. In: Erbersdobler, Heseker, Wolfram (Hrsg.): Adipositas – Eine Herausforderung für’s Leben?. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, 2005. S.31, Z.9ff

46 Benölken, Marita: Adipositas und Depressivität im frühen Jugendalter. Frankfurt am Main: Peter

Lang Verlag: 2003. S.15, Z.28f

47 Klör, H.U.: Epidemiologie der Adipositas. In: Wechsler, Johannes G. (Hrsg.): Adipositas – Ursachen und Therapie. 2.Aufl., Berlin, Wien: Blackwell Verlag, 2003. S.73, Z.24ff

48 Koletzko, Berthold Univ. Prof. Dr. med.: Stillen und kindliche Gesundheit.

http://www.lgl.bayern.de/aktuell/veranstaltungen/doc/2006/vortrag_koletzko_kindlichegesundheit.p df#search=%22kindliche%20gesundheit%22 PowerPointPräsentation, rezipiert am 30.08.2006, S.35 49 vgl. ebd. S.35

50 Joost, Hans-Georg: Gen-Umwelt-Interaktion in der Entstehung der Adipositas. In: Erbersdobler, Heseker, Wolfram (Hrsg.): Adipositas – Eine Herausforderung für’s Leben?. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, 2005. S.33, Z.32ff

51 Lawrenz, Anja: Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter – medizinische

Grundlagen. In: Bjarnason-Wehrens, Birna; Dordel, Sigrid (Hrsg.): Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter. Sankt Augustin: Academia Verlag, 2005. S.13, Z.16f

52 Schoberberger, Rudolf: Psyche und Lebensqualität. In: Erbersdobler, Heseker, Wolfram (Hrsg.):

Adipositas – Eine Herausforderung für’s Leben?. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, 2005. S.100, Z.27ff

53 Bös, Klaus: Sportunterricht – heute wichtiger als je zuvor. In: Balz, Eckart; Neumann, Peter (Hrsg.): Anspruch und Wirklichkeit des Sports in Schule und Verein. Hamburg: Czwalina Verlag, 2000. S.46, Z.5ff

54 Tuschen-Caffier, Brunna; Pook, Martin; Hilbert, Anja: Diagnostik von Essstörungen und Adipositas. Göttingen: Hogrefe Verlag, 2005. S.20, Z.23ff

55 ebd. S.20, Z.36ff

56 vgl. Pudel, Volker: Psychologische Aspekte der Adipositas – Prävention, Therapie und Gewichtserhaltung. In: Wechsler, Johannes G. (Hrsg.): Adipositas – Ursachen und Therapie. 2.Aufl., Berlin, Wien: Blackwell Verlag, 2003. S.230, Z.23ff

57 ebd. S.230, Z.41ff

58 Laessle, Reinhold G.; Lehrke, Sonja; Wurmser, Harald; Pirke, Karl-Martin: Adipositas im Kindes- und Jugendalter – Basiswissen und Therapie. Heidelberg: Springer Medizin Verlag, 2001. S.17, Z.1ff

59 Benölken, Marita: Adipositas und Depressivität im frühen Jugendalter. Frankfurt am Main: Peter

Lang Verlag: 2003. S.19, Z.22ff

60 Klör, H.U.: Epidemiologie der Adipositas. In: Wechsler, Johannes G. (Hrsg.): Adipositas – Ursachen und Therapie. 2.Aufl., Berlin, Wien: Blackwell Verlag, 2003. S.73, Z.48ff

61 Lawrenz, Anja: Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter – medizinische Grundlagen. In: Bjarnason-Wehrens, Birna; Dordel, Sigrid (Hrsg.): Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter. Sankt Augustin: Academia Verlag, 2005. S.12, Z.29ff

62 vgl. Laessle, Reinhold G.; Lehrke, Sonja; Wurmser, Harald; Pirke, Karl-Martin: Adipositas im

Kindes- und Jugendalter – Basiswissen und Therapie. Heidelberg: Springer Medizin Verlag, 2001. S.16, Z.41ff

63 Lawrenz, Anja: Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter – medizinische

Grundlagen. In: Bjarnason-Wehrens, Birna; Dordel, Sigrid (Hrsg.): Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter. Sankt Augustin: Academia Verlag, 2005. S.13, Z.1ff

64 Benölken, Marita: Adipositas und Depressivität im frühen Jugendalter. Frankfurt am Main: Peter

Lang Verlag: 2003. S.34, Z.21ff

65 Koch, Benjamin: Notwendigkeit und Möglichkeiten zur Änderung des Bewegungsverhaltens adipöser Kinder und Jugendlicher. In: Bjarnason-Wehrens, Birna; Dordel, Sigrid (Hrsg.): Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter. Sankt Augustin: Academia Verlag, 2005. S.135, Z.27ff

66 Benölken, Marita: Adipositas und Depressivität im frühen Jugendalter. Frankfurt am Main: Peter

Lang Verlag: 2003. S.33, Z.35ff

67 ebd. S.33, Z.16ff

68 Joost, Hans-Georg: Gen-Umwelt-Interaktion in der Entstehung der Adipositas. In: Erbersdobler, Heseker, Wolfram (Hrsg.): Adipositas – Eine Herausforderung für’s Leben?. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, 2005. S.57, Z.25ff

69 vgl. Warschburger, Petra; Petermann, Franz; Fromme, Carmen: Adipositas – Training mit Kindern

und Jugendlichen. 2. vollst. überarb. Aufl., Weinheim, Basel: Beltz Verlag, 2005. S.33, Z.15ff

70 ebd. S.26, Z.27ff

71 vgl. Warschburger, Petra; Petermann, Franz; Fromme, Carmen: Adipositas – Training mit Kindern und Jugendlichen. 2. vollst. überarb. Aufl., Weinheim, Basel: Beltz Verlag, 2005. S.26, Z.32ff

72 Benölken, Marita: Adipositas und Depressivität im frühen Jugendalter. Frankfurt am Main: Peter

73 vgl. Lawrenz, Anja: Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter – medizinische Grundlagen. In: Bjarnason-Wehrens, Birna; Dordel, Sigrid (Hrsg.): Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter. Sankt Augustin: Academia Verlag, 2005. S.12, Z.27ff

74 Homfeldt, Hans Günther; Ritter, Annette: Das dicke Kind. Baltmannsweiler: Schneider Verlag

Hohengehren, 2005. S.45, Z.5ff

75 ebd. S.43, Z.31ff

76 ebd. S.44, Z.8f

77 Lawrenz, Anja: Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter – medizinische Grundlagen. In: Bjarnason-Wehrens, Birna; Dordel, Sigrid (Hrsg.): Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter. Sankt Augustin: Academia Verlag, 2005. S.13, Z.20ff

78 Tuschen-Caffier, Brunna; Pook, Martin; Hilbert, Anja: Diagnostik von Essstörungen und Adipositas. Göttingen: Hogrefe Verlag, 2005. S.28, Z.19ff

79vgl. Lawrenz, Anja: Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter – medizinische Grundlagen. In: Bjarnason-Wehrens, Birna; Dordel, Sigrid (Hrsg.): Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter. Sankt Augustin: Academia Verlag, 2005. S.13, Z.31f

80 Homfeldt, Hans Günther; Ritter, Annette: Das dicke Kind. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren, 2005. S.45, Z.19ff

81 vgl. ebd. S.46, Z.4ff

Details

Seiten
117
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640150953
ISBN (Buch)
9783640151035
Dateigröße
3.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v114302
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
1,3
Schlagworte
Adipositas Kindes- Jugendalter Auswirkungen Schulsport Präventions- Interventionsmaßnahmen Schule sportunterricht dicke kinder übergewicht

Autor

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Titel: Adipositas im Kindes- und Jugendalter. Auswirkungen auf den Schulsport, Präventions- und Interventionsmaßnahmen innerhalb und außerhalb der Schule