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Leseprobe

INhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Adipositas
2.1. Adipositas – Krankheit mit Folgen
2.2. Adipositas – Definition und Diagnostik

3 Das Fettgewebe als endokrines Organ

4 Leptin
4.1. Leptin im Mausmodell
4.2. Übersicht über die Funktion und Bildung von Leptin
4.3. Leptin zur Therapie?

5 Ein weiterer Anti-Adipositas-Kandidat

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Adipositas ist mehr und mehr zu einer Volkskrankheit geworden. Mit ihren vielfältigen Begleiterkrankungen ist sie nicht nur für die Patienten mit einem hohen Mortalitätsrisiko behaftet, sondern stellt auch ein großes gesundheitspolitisches Problem dar (Wetzler, 2003). Eine Studie des U.S. NATIONAL DEPARTMENT OF HEALTH AND HUMAN SERVICES von 2002 zeigte einen alarmierenden Trend, der sich auch in Deutschland nachweisen lässt. Die Zahl der Adipositaspatienten nimmt jährlich zu und Prognosen versprechen keine Besserung. In den USA stieg der Prozentsatz an übergewichtigen oder adipösen Erwachsenen, mit einem BMI von 25.0 oder mehr, innerhalb von zwölf Jahren von 56 auf 64. Das entspricht einem Zuwachs von 8% im Zeitraum von 1988 bis 2000.

Solche Zahlen geben einen Anhaltspunkt dafür, weshalb „es vor allem amerikanische Arbeitsgruppen [waren], die das Verständnis der komplexen Netzwerke, die Essverhalten und Körpergewicht steuern, revolutioniert haben.“ (Wetzler, 2003, S.1) Durch Forschungen am Tiermodell konnte das Team um Jeffrey M. Friedman, Professor an der Rockefeller Universität in New York, 1994 erstmals eine wesentliche Komponente dieser autonomen Steuerung identifizieren. Sie klonten das so genannte ob-Gen und konnten ein Jahr später nachweisen, dass es für den Faktor kodiert, der Mäuse vor Fettleibigkeit schützt (Halaas et al., 1995). Das kodierte Hormon wurde Leptin genannt (nach gr. leptos: dünn) und sorgte für viel Hoffnung in der Adipositastherapie. Heute, 10 Jahre nach der Entdeckung, ist die Euphorie längst der Ernüchterung gewichen. Doch geht die Forschung weiter und die Hoffnung, mit dem weiteren Verständnis des komplexen Systems der Gewichtssteuerung, ein körpereigenes Mittel gegen die Adipositas zu finden, bleibt bestehen.

2 Adipositas

2.1. Adipositas – Krankheit mit Folgen

Adipositas wurde lange und wird auch heute noch oft als rein ästhetischer Makel angesehen. Oft hört man Aussagen wie: „Dicke sind eklig. Dicke sind hässlich. Dicke stinken immer nach Schweiß. Dicke fressen den ganzen Tag. Dicke sind bloß zu faul, um sich zu bewegen.“ In der Härte und Verallgemeinerung sind diese Aussagen übertrieben, doch steckt in ihnen auch die ein oder andere Wahrheit.

Menschen, die adipös sind, treiben in vielen Fällen tatsächlich weniger oft Sport und bewegen sich im Alltag weniger als Normalgewichtige. Klar ist auch, dass Adipöse eine deutlich positive Energiebilanz aufweisen, also dem Körper mehr Energie über die Nahrung zuführen als sie verbrauchen. Die erhöhte Nahrungszufuhr geht meist mit unausgewogener Ernährung einher, wozu unter anderem ein zu hoher Anteil an Fett zählt. D.h. sowohl Quantität, Kalorienzahl, als auch Qualität, Nahrungszusammensetzung, der Ernährung entsprechen nicht der täglichen Beanspruchung. Viele können sich gar nicht oder nur schwer vorstellen, dass die dadurch bedingte Vermehrung des Körperfetts nicht den entscheidenden Nachteil hat, ästhetisch unschön zu sein, sondern die enge Verflechtung von Körperfett mit dem Intermediärstoffwechsel und der große Einfluss auf viele metabolische und endokrine Funktionen schwerwiegender ist. Die Einschätzung der „Adipositas als eine ernst zu nehmende, mit hoher Morbidität, Exzessmortalität und Einschränkung der Lebensqualität einhergehende Krankheit“ (Wirth, 2003, S.1) ergibt sich unter anderem aus der differenzierten Sicht von Krankheiten. Vielerlei Beobachtungen und Studien (z.B. Nurses´ Health Study, Framingham) zeigten, dass die Adipositas eine Krankheit mit vielen, schwerwiegenden Begleit- und Folgekrankheiten ist (Wirth, 2003), wie z.B. Diabetes mellitus, Hypertonie, Arteriosklerose, u.a.!

2.2. Adipositas – Definition und Diagnostik

Neben detaillierten Einträgen, die verschiedene Aspekte der Adipositas aufgreifen, findet man bei der Suche in Nachschlagewerken ebenso auf einzelne Aspekte reduzierte Definitionen. So wird im Roche Lexikon der Medizin (1999) Adipositas als Fettleibigkeit definiert, die eine generalisierte Vermehrung des Fettgewebes infolge positiver Energiebilanz, meist unterschieden als reine Folge übermäßiger Nahrungsaufnahme, als psychosomatisches Symptom, bei Stoffwechselerkrankungen (Cushing Syndrom) sowie bei seltenen angeborenen Syndromen sei. Zudem komme es bei übermäßiger Zufuhr von Nahrungsfett und Fettsäuren zu Leberverfettung, Fettleber sowie sekundären Fettstoffwechselstörungen[…]. Als weitere Folgekrankheiten werden Hypertonie, Diabetes mellitus und Gicht genannt. Dagegen beschränkt man sich in der Encarta Enzyklopädie von Microsoft (2003) darauf, die Adipositas als einen körperlichen Zustand zu bezeichnen, „bei dem sich im Fettgewebe unter der Haut und in anderen Organen […] zu viel Fett eingelagert hat.“(Microsoft Encarta Enzyklopädie, 2003)

Schon bevor erkannt wurde welch große Rolle Adipositas bei vielen schweren Krankheiten spielt, wurde nach Möglichkeiten gesucht, die Körpermasse zu bewerten. Daraus entwickelten sich Verfahren, die je nach Art der berücksichtigten Parameter eine Beurteilung des Körpergewichts oder der Körperzusammensetzung ermöglichten.

Eine weit verbreitete Methode zur Bewertung des Körpergewichts bei Erwachsenen ist die Bestimmung des Body Mass Index (BMI). Seine Ermittlung geschieht nach der Formel:

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] (Hollmann & Hettinger, 2000, S.110)

Um das jeweilige Ergebnis beurteilen zu können, gibt es eine Tabelle, die Wertebereiche als Unter-, Normal-, Übergewicht und Adipositas definiert. Der BMI ist nicht für alle Bevölkerungsgruppen ein guter Maßstab, da nicht berücksichtigt wird, dass hohes Körpergewicht, was zur Steigerung des BMI-Wertes führt, nicht nur durch einen hohen Fettanteil, sondern auch durch einen hohen Muskelanteil zustande kommen kann. Somit ist der BMI gerade für Sportler nicht aussagekräftig.

Eine aufgrund ihrer leichten Durchführbarkeit für Feldstudien gut geeignete Methode zur Beurteilung der fettfreien Körpermasse ist die Caliper-Untersuchung. Hierbei wird mit einem speziellen Gerät, dem Caliper, die Hautfaltendicke gemessen. „Als besonders günstig haben sich Registrierungen der Hautfaltendicke über dem M. triceps und über dem Subskapulagebiet erwiesen.“ (Hollmann und Hettinger, 2000, S.111) Die Einstufung bestimmter Dicken als >>mager<<, >>akzeptabel<< oder >>überdurchschnittlich fett<< hängt vom Ort der Messung ab.

Die zuverlässigste Methode zur Beurteilung der fettfreien Körpermasse besteht in der Bestimmung der Körperfettmasse durch Densitometrie, d.h. das hydrostatische Wiegen in einem Wassertank.

Aus einer sicheren Bestimmung der Körperfettmasse lässt sich leicht die fettfreie Körpermasse (LBM) ermitteln. Diese lässt eine allgemeine Beurteilung der Körperzusammensetzung zu. Genaue Informationen über die Körperzusammensetzung zu haben, ist insbesondere für die Sport- und Präventivmedizin interessant, da nach Hollmann und Hettinger (2000) eine enge Beziehung zwischen der Körperzusammensetzung, insbesondere dem Prozentsatz an Körperfett, dem Ernährungs- und in Verbindung damit dem Gesundheitszustand und der körperlichen Leistungsfähigkeit besteht.

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Details

Seiten
16
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783640151677
ISBN (Buch)
9783640159505
Dateigröße
447 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v113805
Institution / Hochschule
Deutsche Sporthochschule Köln – Sportmedizin
Note
1,0
Schlagworte
Hormone Adipositas Hormonelle Regulationsmechanismen Leistungsfähigkeit

Autor

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Titel: Hormone und Adipositas