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Konzeptentwicklung im Bereich Freundschaft und Konfliktlösung

Seminararbeit 2005 11 Seiten

Psychologie - Kognitive Psychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Einleitung

3. Freundschaft
3.1 Die Bedeutung von Freunden für die Entwicklung von Kindern
3.2 Die Entwicklung der Freundschaftsvorstellungen nach Selman
3.2.1 Niveau 0:Augenblicksfreundschaften und physische Konfliktlösung
3.2.2 Niveau 1:Einseitige Freundschaften und isolierte Konfliktlösung
3.2.3 Niveau 2:Zweiseitige Freundschaften und kooperative Konfliktlösung
3.2.4 Niveau 3.Dauerhafte Freundschaften und auf Gegenseitigkeit beruhende Konfliktlösung
3.2.5 Niveau 4:Freundschaft als autonome Interdependenz und symbolisches Handeln als Konfliktlösung

4. Fazit

Anhang:

Literaturverzeichnis

1.Vorwort

Im Seminar „Kognitive und sozial-kognitive Entwicklung in Kindheit und Jugend“ beschäftigten wir uns bis jetzt mit der kognitiven Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen und betrachteten dazu vorwiegend Piagets Stufenmodell der kognitiven Entwicklung.

Im weiteren Verlauf des Seminars werden wir uns mit der sozial- kognitiven Entwicklung auseinandersetzen und uns dabei auf die Forschungen von Robert Selman konzentrieren. Eines der Themen wird die Konzeptentwicklung im Bereich Freundschaft und Konfliktlösung sein. Zu diesem Thema werde ich ein Referat halten, dessen Ausarbeitung die hier vorliegende Arbeit ist. Dabei werde ich wie folgt vorgehen:

In der Einleitung werde ich eine kurze Beschreibung zu Selman und seiner Forschung geben um dann im anschließenden Hauptteil die Bedeutung von Freundschaft für Kinder darzustellen und die Entwicklung der Freundschafts- sowie der Konfliktlösungskonzepte beim Kind nach Selman zu beschreiben.

Ich werde mich bei meiner Ausarbeitung, wie auch beim Referat, auf folgende Bücher beziehen: Selman R. „Die Entwicklung des sozialen Verstehens“, sowie Valtin R. „Mit den Augen der Kinder“.

2. Einleitung

Robert Selman, ein amerikanischer Entwicklungspsychologe, untersucht die Entwicklung der sozialen Kognition bei Kindern und Jugendlichen, wobei er sich an Piagets Theorie der kognitiven Entwicklung orientiert und ebenfalls ein Stufenmodell entwickelte .

Piaget untersuchte, wie sich das Denken von Kindern in Bezug auf die äußere, physikalische Umwelt entwickelt, seine Theorie kann aber nicht ohne weiteres auf das Gebiet der Entwicklung der sozialen Kognition transferiert werden. Diesem Gebiet wendet sich nun Selman zu; er untersucht, wie sich das Denken von Kindern in Bezug auf „andere Personen, das Selbst, und die sozialen Beziehungen zu anderen und zwischen ihnen“[1] entwickelt.

Für seine Untersuchungen führte er Einzelinterviews durch und beobachtete Gruppen von Kindern; die Gebiete auf die sich seine Forschungen beziehen sind das Individuum, die Gleichaltrigengruppe, Freundschaften sowie die Eltern- Kind- Beziehung.

Für Selman bildet die Grundlage für das soziale Verstehen die Fähigkeit zur „sozialen Perspektivenübernahme“[2]. Dieser Begriff kommt vom Begriff der Rollenübernahme, welcher die Art bezeichnet, „in der soziales oder psychologisches Wissen der einen vom Standpunkt einer anderen Person gesehen werden mag“[3]. Soziale Perspektivenübernahme bedeutet jedoch mehr, nämlich „das sich entwickelnde Verständnis dafür, wie verschiedene Blickwinkel zueinander in Beziehung stehen und miteinander koordiniert werden“[4].

Die Fähigkeit zur sozialen Perspektivenübernahme ist auch für den Bereich Freundschaften wichtig: Denn um mit Menschen umzugehen und um Freundschaften zu schließen, muss man in der Lage sein, sich vom eigenen Standpunkt loszulösen und Dinge aus dem Blickwinkel einer anderen Person zu sehen.

3. Freundschaft

3.1 Die Bedeutung von Freunden für die Entwicklung von Kindern

Im Gegensatz zu ihrer Familie, in die sie hineingeboren werden, können sich Kinder ihre Freunde selber aussuchen. Die dann entstandene Freundschaft muss aber gepflegt werden, es erfordert soziales Geschick sie aufrecht zu erhalten. Deshalb, so Pädagogen und Psychologen, ist die Freundschaft ein wichtiger Ort „sozialen Lernens“[5] und hat Einfluss auf die „geistige, soziale und moralische Entwicklung“[6] von Kindern.

Die ersten Freundschaften erleben Kinder spätestens wenn sie in die Schule kommen, viele auch schon vorher. Die Beziehung bzw. Freundschaft zu Gleichaltrigen unterscheidet sich von der Beziehung zwischen Eltern und Kindern, welche eher „durch Autorität und Gehorsam“[7] charakterisiert ist, so dass Kinder innerhalb ihrer ersten Freundschaften vor neuen Herausforderungen stehen. Denn in einer Freundschaft muss man die Bedürfnisse des anderen berücksichtigen und mit den eigenen koordinieren, erforderlich wird dies dadurch, dass die Freundschaftsbeziehungen „eher durch Gleichheit, Gleichrangigkeit und Gegenseitigkeit gekennzeichnet“[8] sind was in der Beziehung zu den Eltern nicht der Fall ist.

Nach Valtin können Freundschaften u.a. dazu beitragen,

- dass Kinder ihren Egozentrismus überwinden,
- dass Kinder ein realistisches Selbstbild entwickeln, da sie in Freundschaften sowohl kritisiert werden, als auch Anerkennung erfahren,
- dass Kinder soziale Verhaltensweisen trainieren,
- dass Kinder moralische Maßstabe entwickeln, die sich an Grundsätzen wie Gleichheit und Wechselseitigkeit orientieren.[9]

Im folgenden werde ich nun darstellen, wie sich der Freundschaftsbegriff bei Kindern und Jugendlichen entwickelt und verändert und wie sie mit Themen wie Vertrauen, Eifersucht und Streit umgehen.

[...]


[1] Selman, R.: Die Entwicklung des sozialen Verstehens. Frankfurt am Main, Suhrkamp: 1984 S. 7 .

[2] Ebd. S. 7

[3] Ebd. S.30

[4] Ebd. S.30

[5] Valtin, R.: Mit den Augen der Kinder, Reinbek bei Hamburg, Rowohlt: 1991, S. 8

[6] Ebd. S.31

[7] Ebd. S.8

[8] Ebd. S.31

[9] Vgl.: ebd. S.31f.

Details

Seiten
11
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783640144198
ISBN (Buch)
9783640145652
Dateigröße
387 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v113522
Institution / Hochschule
Universität Lüneburg
Note
1,0
Schlagworte
Konzeptentwicklung Bereich Freundschaft Konfliktlösung Kognitive Entwicklung Kindheit Jugend

Autor

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Titel: Konzeptentwicklung im Bereich Freundschaft und Konfliktlösung