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Was ist Wissenschaft und Erkenntnistheorie

Referat (Ausarbeitung) 2008 9 Seiten

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Was ist Wissenschaft?
1.1 Der Begriff im alltäglichen Wortschatz und in anderen Sprachen
1.2 Exkurs: Wissen
1.3 Definition und Ziel von Wissenschaft

2. Was ist Erkenntnistheorie?
2.1 Definition von Erkenntnistheorie
2.2 Historische Entwicklung der Erkenntnistheorie

Schlusswort

Literaturverzeichnis

Einleitung

„Die Fähigkeit, uns zu wundern, ist das einzige, was wir brauchen, um gute Philosophen zu werden.“1

Jeder, der die Worte Wissenschaft oder Erkenntnis verwendet, ordnet ihnen selbstverständlich Definitionen zu. Doch können wir davon ausgehen, dass das Verständnis, das wir von dem Sachverhalt hinter diesen Worten haben, richtig ist? Kann ich davon ausgehen, dass derjenige, demgegenüber ich diese Begriffe verwende, sie genauso versteht? Diese Arbeit möchte die Bedeutung dieser Begriffe ausleuchten, verschiedene Definitionen vergleichen und die historische Entwicklung der erkenntnistheoretischen Schulen überblicksartig nachzeichnen. Angesichts des weiten Feldes muss die Betrachtung an der Oberfläche bleiben und reißt das Thema an, um dem Leser und Hörer eine Idee des Themas zu geben.

1. Was ist Wissenschaft?

1.1 Der Begriff im alltäglichen Wortschatz und in anderen Sprachen

Unterschiedliche Auffassungen allein im alltäglichen Sprachgebrauch verdeutlichen, dass die Frage nach Wissenschaft nicht überflüssig ist. Hier eine Zusammenfassung einer kleinen privaten Umfrage nach der Definition von Wissenschaft: Im Rahmen der Wissenschaft beschäftigen wir uns intensiv mit einer bestimmten Disziplin, untersuchen und zerlegen, wollen Wissen (er)schaffen. Wir gehen systematisch vor.

Im griechischen wird für das Wort Wissenschaft „episteme“ (hier leitet sich „Epistemologie“ für Erkenntnistheorie ab) verwendet, im lateinischen „scientia“. In den Ursprungssprachen kann dies Wissen, Kenntnis, Kunde oder eben auch Wissenschaft bedeuten2. Dieses Konglomerat an Bedeutungen erhellt schon etwas den Hintergrund.

1.2 Exkurs: Wissen

Im Wort Wissenschaft ist „Wissen“ enthalten. Was ist Wissen und wie ist es abzugrenzen? Woher weiß ich, dass ich weiß? Wann ist Wissen nicht Wissen? Mit dieser Frage haben sich früh verschiedene philosophische Strömungen beschäftigt, wie beispielsweise der Skeptizismus3.

SEIFFERT zufolge bestehen vor allem zwei unterschiedliche Arten des Wissens. Die eine ist die episteme (griech.). Dies bezeichnet er als das wirkliche „Wissen, was zu rechtfertigen, zu begründen, zu demonstrieren ist.“4 Demzufolge bedeutet es, Wissen ist nur dann Wissen, wenn es eindeutig und nicht widerlegbar, für jeden nachvollziehbar und nicht zu diskutieren ist. Für diese Form des Wissens ist es unabdingbar, dass sie erstens sprachlich artikulierbar,

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Verlag Ehrenwirth erschienenen Werkes, München 1992., S. 387

zweitens lehr- und lernbar und drittens durch Selektions- und Evaluationskriterien von Meinungen abgrenzbar ist.5

Dem gegenüber steht doxa (griech.). Dies ist ein eher diffuses, subjektives „Wissen“, ein sich sicher sein, es aber nicht beweisen können, wie beispielsweise Religion oder auch die Unendlichkeit des Weltalls. Also „Meinung oder bloßer Glaube.“6 Eher Überzeugung. SCHNÄDELBACH ist noch radikaler: „Einer Sache gewiss zu sein, bedeutet offenbar noch nicht, sie erkannt zu haben, denn auch Wahnhafte sind sich ihrer Sache ganz sicher.“7 Eine mögliche Schlussfolgerung: doxa kann sich zu episteme wandeln, wenn geeignete Methoden vorhanden sind, das doxa zu begründen und zu beweisen.

In der Wissensdebatte lassen sich vor allem zwei Strömungen, Dogmatiker und Skeptiker, feststellen.

Die Dogmatiker sind der Überzeugung, es gäbe echtes Wissen, dieses sei auch zu wissen und zu erklären. Die Skeptiker – die ihren Ursprung in der Lehre der Sophisten fanden8 - stellen den Gegenpol dar: Die Grundhaltung ist der Zweifel. Jede Art Wahrheit wird hinterfragt. Sie glauben, dass man nichts wissen kann. Eine Strömung radikaler Skeptiker glaubt, dass man nicht einmal bezüglich dieser Aussage sicher sein kann9. Es kann also auch sein, dass es möglich ist zu wissen, da man nicht einmal diese Aussage sicher wissen kann. Die Skeptiker haben sich den Zweifel zu einer Grundhaltung erkoren, betrachten die Welt aus einem grundsätzlich kritischen Blickwinkel.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.3 Definition und Ziel von Wissenschaft

Auf der Suche nach Definitionen findet sich ein breites Feld angefangen von SPECK, der von Wissenschaft behauptet, sie sei „jede intersubjektiv überprüfbare Untersuchung von Tatbeständen und die auf ihr beruhende, systematische Beschreibung und – wenn möglich – Erklärung der untersuchten Tatbestände.“10 Wissenschaft lässt sich also einerseits von jedermann überprüfen, nachvollziehen. Sie geht strukturiert vor und schildert, beschreibt und versucht zu begründen. SEIFFET: „dasjenige, was in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht wird. (nach DEREK DE SOLLA PRICE) oder als Alternative: „Wissenschaft ist dort, wo diejenigen, die als Wissenschaftler angesehen werden, nach allgemein als wissenschaftlich anerkannten Kriterien forschend arbeiten.“11

Zusammengefasst kann auch behauptet werden, sie ist der Erwerb und die Weitergabe von Wissen, der Rahmen, in dem dies organisiert betrieben wird und auch die Gesamtheit des so erworbenen menschlichen Wissens.12

Es kommt also auch auf die Art und Weise an, wie mit Wissen umgegangen wird, nicht jeder Vorgang zum Wissenserwerb ist per se Wissenschaft, sondern unterliegt konkreten Bedingungen.

„Im Übrigen hängt jede Antwort auf die Frage, was Wissenschaft sei, von Auskünften darüber ab, was es bedeutet, überhaupt etwas zu wissen, und wie man auch das wissen kann.“13 Das bedeutet, die Wissenschaft benötigt die Antwort auf die Frage, wie Erkenntnis möglich ist, nur auf dieser Grundlage kann sie begründet durchgeführt werden.

Das allgemeine Ziel der Wissenschaften ist es, „Wissen zu produzieren – also, klassisch formuliert, wahre begründete Meinungen. Das (…) wissenschaftliche Wissen, das auf eine spezifische Weise gewonnen werden soll.14

2. Was ist Erkenntnistheorie?

„Erkenntnistheoretiker interessieren sich mit Vorliebe für Fragen, die nach kurzer Erwägung als unlösbare im Raum stehen.“15

2.1 Definition von Erkenntnistheorie

Auch hier vorab wieder die Zusammenfassung einer privaten Umfrage, was denn überhaupt Erkenntnis sei: Das Erkennen von Ursachen und deren Beseitigung bzw. das Ausnutzen derselben. Der AHA-Effekt, wenn es "klick" macht. Erkenntnis bringt oft Schmerz und Dankbarkeit auf einmal. Etwas so wahrnehmen wie es ist.

Der Begriff der Erkenntnistheorie, auch Epistemologie genannt, ist eine der zentralen Theorien innerhalb der Philosophie. Sie kommt erst im frühen 19. Jahrhundert auf, inhaltlich können dennoch seit PLATONs Dialog Theätet Erkenntnistheoretiker bestimmt werden.16 Erkenntnistheorie fragt: „welche Erkenntnisse können als verlässlich oder wahr bezeichnet werden? Welche Kriterien können dazu herangezogen werden? Wie kommen wahre und gerechtfertigte Meinungen zustande, wie werden sie als solche erkennbar? Wie sind die zentralen Begriffe der Erkenntnistheorie, wie etwa Wissen oder Gewissheit, zu analysieren? Welche äußeren Bedingungen sorgen dafür, dass bestimmte Überzeugungen als gültig oder wahr in Betracht kommen?“17

Die Epistemologie „untersucht (…) das Erkennen generell“.18 Sie beschäftigt sich also nicht

mit dem Erkennen und Erforschen einer bestimmten Disziplin und möchte Wissen hervorbringen, beurteilen, revidieren oder ähnliches. Ganz grundsätzlich fragt sie: Wie ist Erkennen überhaupt möglich. Seit Platon haben sich Generationen von Philosophen diese Frage gestellt und unterschiedlich beantwortet. Ich möchte im Folgenden diese Entwicklung in Grobzügen überblicksartig nachzeichnen.

[...]


1 Quelle der Autorin unbekannt

2 SEIFFERT; RADNITZKY (Hrsg.) Handlexikon zur Wissenschaftstheorie, unveränderter Nachdruck des 1989 im Verlag Ehrenwirth erschienenen Werkes, München 1992. S. 387

3 http://de.wikipedia.org/wiki/Skeptizismus

4 SEIFFERT; RADNITZKY (Hrsg.) Handlexikon zur Wissenschaftstheorie, unveränderter Nachdruck des 1989 im

5 DETEL; Grundkurs Philosophie, Band 4, Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, Stuttgart 2007, S.48/49

6 ebda

7 SCHNÄDELBACH; Erkenntnistheorie zur Einführung, Hamburg 2002, S. 18

8 http://de.wikipedia.org/wiki/Sophisten

9 SEIFFERT; RADNITZKY (Hrsg.) Handlexikon zur Wissenschaftstheorie, unveränderter Nachdruck des 1989 im Verlag Ehrenwirth erschienenen Werkes, München 1992., S. 387

10 SPECK (Hrsg.) Handbuch wissenschaftstheoretischer Begriffe Band 3 (R-Z), Göttingen 1980, S. 726/727

11 SEIFFERT; RADNITZKY (Hrsg.) Handlexikon zur Wissenschaftstheorie, unveränderter Nachdruck des 1989 im Verlag Ehrenwirth erschienenen Werkes, München 1992., S. 391

12 http://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaft

13 SCHNÄDELBACH; Erkenntnistheorie zur Einführung, Hamburg 2002, S. 15

14 DETEL; Grundkurs Philosophie, Band 4, Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, Stuttgart 2007, S.89

15 http://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnistheorie

16 SCHNÄDELBACH; Erkenntnistheorie zur Einführung, Hamburg 2002, S. 8

17 http://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnistheorie

18 PROF. DR. KOMREY Wissenschaftstheorie und empirische Forschung, AKAD Lernheit, 2007, S. 36/37

Details

Seiten
9
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640141050
Dateigröße
655 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v113345
Institution / Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
1,7
Schlagworte
Wissenschaft Erkenntnistheorie Wissenschaftstheorie Forschung

Autor

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