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Zeitliche Betrachtung des Zusammenhangs von ökonomischer Leistung und Umweltleistung

Seminararbeit 2008 35 Seiten

Umweltwissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Vorbetrachtungen
2.1 Der theoretische Zusammenhang
2.1.1 Einfluss der Wissenschaft
2.1.2 Einfluss der Legislative
2.1.3 Einfluss der Kunden
2.1.4 Sonstige Einflussfaktoren
2.2 Bisherige empirische Untersuchungen in der Literatur
2.3 Hypothesen
2.3.1 Hypothese 1
2.3.2 Hypothese 2

3 Durchführung der Analyse
3.1 Methodik
3.1.1 Auswahl der Studien
3.1.2 Analyse der Studien
3.2 Ergebnisse

4 Kritische Würdigung

5 Schlussfolgerung

Literatur

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Zeitliche Entwicklung der Forschung

Abbildung 2: Weltweite Einführung der ersten Umweltschutzgesetze

Abbildung 3: Dauer der Primärstudien

Abbildung 4: Auswertung der Signifikanzen

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Codierung der Zeit

Tabelle 2: Codierung des Zusammenhangs

Tabelle 3: Kontingenztafel zur Auswertung

Tabelle 4: Kontingenztafel der Studien mit Dauer bis 1 Jahr

Tabelle 5: Kontingenztafel der Studien mit Dauer länger als 1 Jahr

1 Einleitung

Ob Unternehmen ein umweltfreundliches Verhalten an den Tag legen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Das Ökologiebewusstsein der Leitung eines Unternehmens hat dabei einen ähnlichen Einfluss wie die Einstellung seiner Kunden. Wird jedoch das Verhalten auf volkswirtschaftlicher Ebene betrachtet, kann das Verhalten nur dann langfristig und flächendeckend in eine umweltfreundliche Richtung geprägt werden, wenn sich die Bemühungen im Unternehmenserfolg niederschlagen - es also einen finanziellen Anreiz gibt. Dieser Zusammenhang zwischen der Umweltleistung und der wirtschaftlichen Leistung eines Unternehmens wird seit längerer Zeit in verschiedensten Studien thematisiert. Die Wissenschaftler erkennen dabei einen mehr oder weniger starken Zusammenhang, je nach untersuchtem Sachverhalt. In dieser Arbeit soll analysiert werden, in wie weit sich dieser Zusammenhang, seit Beginn der Untersuchungen bis heute verändert hat. Die zentrale Fragestellung ist, ob der Zusammenhang zwischen Umweltleistung und der ökonomischen Leistung im Laufe der Zeit stärker geworden ist und welche Faktoren diese Entwicklung maßgeblich beeinflusst hat.

Zu Beginn wird auf theoretischer Basis analysiert, welche Faktoren den Zusammenhang zwischen Umweltleistung und Unternehmensleistung zunehmend beeinflussen. Es wird zwischen Faktoren, die direkten Einfluss auf den Zusammenhang haben und Faktoren, die lediglich Einfluss auf die Forschungsergebnisse haben, unterschieden.

Im zweiten Teil der Arbeit wird eine Meta-Analyse durchgeführt, die auf Basis von 107 empirischen Primärstudien untersucht, wie sich die Forschungsergebnisse in den letzten 30 Jahren zu diesem Thema verändert haben.

Diese Seminararbeit stellt den Abschluss eines Projektseminars am Lehrstuhl für Betriebliche Umweltökonomie an der Technischen Universität Dresden dar. Das Projektseminar steht unter dem Thema: „Der Zusammenhang zwischen ökonomischer Leistung und Umweltleistung: theoretischer Zusammenhang und empirische Evidenz“. Im Rahmen des Projektseminars werden verschiedene Teilfragen bearbeitet und die vorliegende Arbeit ist als Teil des umfangreichen Projektes zu betrachten. Daraus folgt, dass gewisse Fragestellungen in dieser Arbeit nicht umfangreich ausgearbeitet sind, da sie in anderen Seminararbeiten dieses Projektes umfassend beantwortet werden.

2 Vorbetrachtungen

2.1 Der theoretische Zusammenhang

Der Zusammenhang von ökonomischer Leistung und Umweltleistung wird von vielen Aspekten beeinflusst. Die Wechselbeziehung ist aufgrund der unterschiedlichen Ausgestaltung auf Firmen-, Industrie- und Länderebene komplex[1] und wird in diesem Kapitel nur hinsichtlich solcher Faktoren analysiert, die sich in den vergangenen 30 Jahren maßgeblich gewandelt haben.

2.1.1 Einfluss der Wissenschaft

Die wissenschaftliche Teildisziplin Umweltökonomie ist im Gegensatz zu anderen Bereichen, wie z. B. dem Rechnungswesen, eine verhältnismäßig junge Wissenschaft. So entstehen beispielsweise die ersten Ansätze zur Umweltkostenrechnung erst in den 70er Jahren und es handelt sich dabei lediglich um umweltorientierte Ergänzungen zur Vollkostenrechnung.[2] Bis zum heutigen Tage haben sich die Umweltkostenrechnungssysteme stark weiterentwickelt. Es handelt sich inzwischen nicht mehr und Ergänzungen, sondern um eigenständige Systeme. In verallgemeinerter Form stellt Hester (2002) dieses Faktum für den gesamten Wissenschaftszweig als einen Lerneffekt dar.[3] Als Auswirkungen des Lerneffekts werden höhere Effizienz und Effektivität erreicht, was sich letzten Endes auch im Unternehmenserfolg widerspiegelt.

Abbildung 1 verdeutlicht, wie die Bedeutung der Umweltökonomie im Zeitverlauf zunimmt. Dargestellt ist die Anzahl der Studien pro Jahr, die sich mit dem Zusammenhang von ökonomischer Leistung und Umweltleistung beschäftigen. Es wird deutlich, dass die Studien zu diesem Thema in den vergangenen 30 Jahren deutlich zugenommen haben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Zeitliche Entwicklung der Forschung

Quelle: Eigene Darstellung

Anmerkung: Die in Abbildung 1 dargestellten Studien umfassen ebenfalls jene Studien, die später nicht in die Analyse aufgenommen wurden (vgl. Kapitel 3.1.1 Auswahl der Studien auf Seite 11).

2.1.2 Einfluss der Legislative

Neben der Entwicklung der wissenschaftlichen Perspektive gab es ebenfalls in der Legislative maßgebliche Entwicklungen. Die Entwicklung der Umweltschutzgesetze beginnt ähnlich wie die Forschung in der betrieblichen Umweltökonomie in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts und hat eine ähnliche Geschichte. In diesem Kapitel wird vorrangig auf die Gesetzgebung eingegangen, wobei die Gesetze stellvertretend für andere ordnungspolitische Maßnahmen wie Verordnungen und Normen zu sehen sind.

Eine wichtige Gesetzgebung ist das Gesetz vor umweltschädlichen Immissionen, in Deutschland ist es das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG). Die ursprüngliche Fassung des Gesetzes stammt aus dem Jahre 1974. Es wurde zu einer Zeit erlassen, als industrielle Emissionen als ein ernsthaftes Problem nicht nur für die menschliche Gesundheit, sondern auch für die sonstige Umwelt erkannt worden waren und deren Regulierung mit dem Instrumentarium der Gewerbeordnung an ihren Grenzen angelangt war. Das Gesetz ist seitdem vielfach verändert, in seinem Regelungsumfang erweitert und in der Regelungstechnik verfeinert worden.

Einen ebenfalls einschneidenden Charakter hat die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls und ist Ausgangspunkt der bedeutendsten Änderungen in vielen Ländern. Mittlerweile haben sind 177 Staaten dem Kyoto-Protokoll entweder beigetreten, haben es ratifiziert oder ihm formell zugestimmt.[4] Das Kyoto-Protokoll verpflichtet die teilnehmenden Staaten zu nachweislich CO2-reduzierenden Maßnahmen. In der Konsequenz wurde beispielsweise in Europa der Emissionshandel umgesetzt. Energie- und Industrieunternehmen müssen, bevor sie CO2 emittieren, ein entsprechendes Emissionsrecht, das Emissionszertifikat, erwerben. Der Emissionshandel wurde auf europäischer Ebene in Form einer EU-Richtlinie veröffentlicht (2003/87/EG), welche im Anschluss daran von den teilnehmenden Staaten in nationales Recht umgesetzt wurde.

Im Rahmen dieser Arbeit ist es aufgrund der Komplexität nicht möglich, einen hinlänglichen Überblick über die Geschichte und Entwicklung der weltweiten Umweltschutzgesetzgebung im Detail zu geben. Die Gesetzgebungen der einzelnen Länder könnten kaum unterschiedlicher sein. Während Japan bereits 1967 das erste Umweltschutzgesetz verabschiedet wird, wurde in Bolivien erst 26 Jahre später, 1993, das erste Umweltschutzgesetz veröffentlicht. Abbildung 2 verdeutlicht, in welch ungleichen Zeiträumen die Umweltgesetzgebung in den einzelnen Ländern entstand. Dabei sei nicht mit betrachtet, dass neben den ersten Umweltgesetzen inzwischen eine Reihe weiterer Gesetze veröffentlicht wurden. Ebenfalls bleibt unberücksichtigt, wie streng die Inhalte der Gesetze sind. So ist das Umweltgesetz in China aus dem Jahre 1979 im internationalen Vergleich verhältnismäßig zeitig, bisher scheitert jedoch der Schutz der Umwelt an mangelnder Umsetzung in den Provinzen.[5] Für Australien gilt ergänzend zu bemerken, dass in der Abbildung 2 nur Bundesgesetze dargestellt werden und in manchen Ländern viele Jahre lang recht erfolgreich Umweltgesetze auf Länderebene existieren, bevor viel später ein Umweltgesetz auf Bundesebene verabschiedet wird.[6] Trotz dieser Unterschiede ist ein einheitlicher weltweiter Trend zur Zunahme der Gesetzgebung vorhanden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Weltweite Einführung der ersten Umweltschutzgesetze

Quelle: Eigene Darstellung

Zu Beginn der Umweltgesetzgebung sind die Freiräume der Unternehmen groß und dementsprechend besteht kein gesetzlich festgesetzter Anreiz zu umweltschonendem Verhalten. Mit zunehmender gesetzlicher Regelung steigt auch der Anreiz zu umweltfreundlichem Verhalten. Ein Unternehmen A mit emissionsarmen Anlagen hat keine rechtlichen Konsequenzen in Form von Geldbußen und Strafen zu fürchten, während ein Unternehmen B mit hohen Emissionen erschwert Genehmigungen erwirkt oder zusätzliche Zertifikate kaufen muss. Natürlich hat das Unternehmen A erhöhte Investitionskosten für seine Anlagen, doch es ist davon auszugehen, dass die kumulierten Transaktionskosten geringer sind als beim umweltschädlichen Unternehmen B.

Porter und van der Linde gehen nicht davon aus, dass es immer möglich sein wird, Umweltschutz kostenlos oder sogar gewinnbringend zu realisieren; sie meinen nur, dass der Umweltschutz auf jeden Fall mit geringeren Kosten erreicht werden kann, als dies momentan der Fall ist.[7] In all den Fällen, in denen die Kosten der Firmen, die durch Umweltschutzmaßnahmen entstehen nicht vollständig durch “innovation offsets“ kompensiert werden können, ist also ein Eingreifen des Staates nötig. Dies gilt auch dann, wenn es erst einige Zeit dauert, bis über Lernkurveneffekte die Kosten der innovativen Lösungen gesenkt werden können. Generell sind staatliche Maßnahmen in der Übergangszeit zu neuen, auf Innovationen basierenden Lösungen erforderlich, um zu verhindern, dass Unternehmen, die keine Investitionen in den Umweltschutz tätigen, Vorteile erzielen können.[8]

Eine gesetzliche Regelung kann auch aus spieltheoretischer Sicht vorteilhaft sein. Das Gesetz stellt hierbei den geregelten Zusammenschluss von Schädiger und Geschädigten dar, ohne dass eine Verhandlungslösung zwischen beiden Parteien herbeigeführt werden muss. Fehlt die gesetzliche Durchsetzung, sind die Transaktionskosten durch die Verhandlungs- und Kontrollkosten höher.[9]

2.1.3 Einfluss der Kunden

Die Einstellung der Kunden hinsichtlich deren Ökologieorientierung hat sich in den vergangenen 30 Jahren maßgeblich gewandelt. Die Unternehmen verzeichnen seit einigen Jahren eine steigende Nachfrage nach umweltfreundlichen Produkten, worin sich ein neues Marktpotential für Unternehmen bietet. Das frühzeitige Ausschöpfen dieses Marktpotentials bietet ökonomische Vorteile und stellt einen Anreiz dar, sich umweltfreundlich zu verhalten. Laut einer Studie von PricewaterhouseCoopers aus dem Jahr 2006 sind inzwischen 40 % der Führungskräfte in Technologieunternehmen überzeugt davon, dass der zunehmende Umweltschutztrend ihre Marktchancen erhöht.[10] Bei einer Befragung unter Managern geben 18 % an, dass ihr Unternehmen verstärkt Produkte und Dienstleistungen von Unternehmen beschafft, die diese umweltschonend produzieren. In den nächsten zwei Jahren wird sich ihr Anteil mehr als verdoppeln.[11] Diese Befragung zeigt deutlich den zunehmenden Trend zu umweltfreundlichem Verhalten.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) führt alle zwei Jahre repräsentative mündliche Interviews anhand eines durchgängig strukturierten Fragebogens durch. Die Studie wird unter dem Namen Umweltstudie herausgegeben und berichtet über das Umweltbewusstsein in Deutschland. Entsprechend der Studie aus dem Jahr 2006 ist „die Zahl derjenigen, die bei der Frage nach dem aktuell wichtigsten Problem in Deutschland den Umweltschutz nennen, […] gegenüber der Umfrage 2004 um 7 Prozentpunkte angewachsen. Jeder Vierte zählt den Umweltschutz nun zu einem der wichtigsten Probleme in Deutschland. Damit ist der Umweltschutz von Platz 4 in den Jahren 2000 und 2002, über Platz 3 im Jahr 2004 auf derzeit Platz 2 geklettert.“[12] Als persönliche Umsetzung dieser Meinung geben 41 % der Befragten an, immer oder häufig Bio-Lebensmittel zu kaufen. Gegenüber 2004 ist dies eine Steigerung um 8 %. Auch der gezielte Kauf von Obst und Gemüse aus der Region hat zugenommen. Zudem hat das Interesse an einem ehrenamtlichen Engagement für den Umwelt- und Naturschutz stark zugenommen: 45 % können sich vorstellen, entsprechend aktiv zu werden (2004: 33 %).[13]

Es wird deutlich, dass das Interesse der Kunden zunimmt, ökologisch produzierte Produkte zu kaufen. Dadurch eröffnet sich ein entsprechendes Marktpotential, wodurch finanzieller Erfolg generiert werden kann. Letztendlich verstärkt dies den positiven Zusammenhang zwischen ökonomischer Leistung und Umweltleistung.

2.1.4 Sonstige Einflussfaktoren

Bei der Erläuterung der Einflussfaktoren auf den Zusammenhang von ökonomischer Leistung und Umweltleistung muss ergänzt werden, dass ebenfalls Einflussfaktoren von Bedeutung sind, die zwar nicht auf den Zusammenhang direkt wirken, dafür aber auf die Ergebnisse der Studien. Da die vorliegende Arbeit eine Sekundärstudie ist, müssen ebenso die Einflussfaktoren auf die Primärstudien berücksichtigt werden.

So geht beispielsweise Wagner (2002) auf die Variabilität des Zusammenhangs ein, und begründet ihn mit der Methodologie der Wissenschaftler. Demnach gibt es für die ökologische Leistung keine einheitliche Messmethode, wodurch eine Vielzahl von unterschiedlichen Rankings und anderweitigen Herangehensweisen existieren, um die ökologische Leistung zu messen.[14] Die unterschiedlichen Messmethoden führen zu abweichenden Ergebnissen, was sich ebenfalls auf die Auswertung in dieser Studie auswirken wird. Dieser Aspekt wird erneut in der kritischen Betrachtung eine Rolle spielen (vgl. Kapitel 4 auf Seite 17).

Abschließend bleibt festzuhalten, dass es weitere Einflussfaktoren gibt, die auf die Ergebnisse der Primärstudien gewirkt haben. Diese sollen jedoch an dieser Stelle nicht näher erläutert werden, da die Stärke der Einflussnahme unklar ist und sie in der Meta-Analyse in der vorliegenden Studie keine Berücksichtigung finden.

2.2 Bisherige empirische Untersuchungen in der Literatur

Der Zusammenhang zwischen Umweltleistung und ökonomischer Leistung wird bisher in der Literatur nicht hinreichend untersucht.

Erfolgt eine Betrachtung der Veränderlichkeit über die Zeit, beziehen sich die Studien eher auf die sich wandelnden Strategien, wie beispielsweise Clemens (2001). Clemens untersucht, wie sich die Umweltstrategien in der Stahlindustrie der Vereinigten Staaten über die Zeit veränderten. Er kann bestätigen, dass Unternehmen ihre Umweltstrategien über die Zeit verändern, und stellt fest, dass sie mit der Zeit vermehrt jene Umweltmechanismen einsetzen, von denen sie profitieren.[15]

Jones veröffentlicht 1992 eine Studie, in der er untersucht, ob sich die Grundlagen zu Umweltbelangen über die Zeit verändern. Er analysiert Umfragedaten aus 18 Jahren des National Opinion Research Centers und kann keine bedeutenden Veränderungen feststellen. Die Umweltbelange bleiben, trotz sich ändernder ökonomischer, politischer Rahmenbedingungen und Umweltgegebenheiten, bemerkenswert stabil.[16]

Hart & Ahuja veröffentlichen 1998 eine Studie, in der sie untersuchten, ob es sich umweltfreundliches Verhalten für Unternehmen auszahlt. Die Studie untersucht den Zusammenhang zwischen ökonomischer Leistung und Umweltleistung und neben dieser zentralen Fragestellung wird auch analysiert, ob der Zusammenhang auch von einer zeitlichen Perspektive abhängt. Die Autoren gelangen zu dem Ergebnis, dass der Zusammenhang zwischen ökologischer und ökonomischer Performance in kurzfristiger Sichtweise (von einem Jahr bis fünf Jahre) einen negativen Zusammenhang zeigt, während in langfristiger Sicht (länger als fünf Jahre) der Zusammenhang positiv ist.

Auch wenn sich wenige Autoren mit der Veränderlichkeit des Zusammenhangs ökologischer und ökonomischer Leistung beschäftigen, finden sich Studien, die die Entwicklung der Gesetzgebung näher betrachten.

Verma, Milledge & Wiest beschäftigen sich 2001 mit der Durchsetzung von Gesetzgebungen. Die Autoren halten fest, dass die Regulierung strenger wird und dementsprechend auch die umweltbezogenen Aufwendungen stetig steigen. Gleichzeitig richten verschiedene Stakeholder, wie Shareholder, Kreditoren, Regulierer, das Management und die Kunden, gesteigerte Aufmerksamkeit auf die ökologische Leistung des Unternehmens.[17]

2.3 Hypothesen

Nachdem verschiedene Studien vorgestellt wurden, die sich mit den Änderungen der Abhängigkeit zwischen ökonomischer Leistung und Umweltleistung beschäftigen, werden in diesem Kapitel Hypothesen aufgestellt, an der sich die Analyse orientieren wird.

2.3.1 Hypothese 1

Aufgrund der immer strenger werdenden rechtlichen Regelungen kann davon ausgegangen werden, dass der Zusammenhang zwischen Umweltleistung und ökonomischer Leistung stärker wird. Ursache dieser Vermutung ist, dass durch zunehmende gesetzliche Regelungen der Zusammenhang quasi per Gesetz verstärkt wird. Mittels dieser Hypothese soll nicht untersucht werden, ob der Zusammenhang von Umweltleistung und ökonomischer Leistung einen zunehmend positiven Charakter hat, sondern lediglich die Stärke dieser Wechselbeziehung soll analysiert werden.

Hypothese 1: Der Zusammenhang zwischen Umweltleistung und ökonomischer Leistung wird mit der Zeit stärker. Die Menge an nicht signifikanten Ergebnissen nimmt ab. Die Menge an signifikanten Ergebnissen, unabhängig davon, ob es sich um eine positive oder eine negative Signifikanz handelt, nimmt zu.

2.3.2 Hypothese 2

Aufgrund der steigenden Nachfrage nach ökologisch hergestellten Produkten kann davon ausgegangen werden, dass sich daraus auch ein zunehmendes Potential und wiederum daraus ein größerer finanzieller Vorteil für die umweltfreundlich handelnden Unternehmen generiert entwickelt.

Hypothese 2: Der Zusammenhang zwischen Umweltleistung und ökonomischer Leistung wird mit der Zeit zunehmend durch eine positive Signifikanz gekennzeichnet sein. Im Gegenzug nehmen die negative Signifikanz und die Nicht-Signifikanz des Zusammenhangs ab.

[...]


[1] Wagner, M. (2003), S. 84

[2] Günther, T. (2005), S. 20

[3] Hester, R. E. (2002), S. 166

[4] UNFCCC (2007), S. 7

[5] Deutsche Bank Research (2006), S. 4

[6] Clayton Utz (2006), S. 49

[7] Porter, M. E.; van der Linde, C. (1995a)

[8] Porter, M. E.; van der Linde, C. (1995b)

[9] Fritsch, Wein & Ewers (2005)

[10] PricewaterhouseCoopers (2006), S.10

[11] PricewaterhouseCoopers (2006), S. 19

[12] BMU (2006), S. 10

[13] BMU (2006), S. 11

[14] Wagner, M. (2002), S. 84

[15] Clemens, B. (2001), S. 7

[16] Jones, R. E. (1992)

[17] Verma, K.; Milledge, V.; Wiest, D. (2001), S. 216

Details

Seiten
35
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640137527
ISBN (Buch)
9783640137640
Dateigröße
704 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v113210
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
1,0
Schlagworte
Zeitliche Betrachtung Zusammenhangs Leistung Umweltleistung Seminar Zusammenhang Umweltleistung Leistung

Autor

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Titel: Zeitliche Betrachtung des Zusammenhangs von ökonomischer Leistung und Umweltleistung