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Evolutionäre Erkenntnistheorie

von Dr. Stefan Schweizer (Autor) M.A. Pia-Johanna Schweizer (Autor)

Essay 2008 9 Seiten

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)

Leseprobe

Evolutionäre Erkenntnistheorie

Von StefanSchweizer

Einleitend zur Person von KONRAD LORENZ: KONRAD LORENZ war Österreicher und lebte von 1903 bis 1989. Er war Biologe und Ethologe (Verhaltensforscher). In seinem Buch "Die Rückseite des Spiegels" sagt er über sich selbst: "Ich bin Naturforscher und Arzt." [S. 17]. Zusammen mit dem Niederländer Nikolaas Tinbergen begründete er die zoologische Vergleichende Verhaltensforschung. Er lehrte in Königsberg, Münster und München, war Direktor am Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie, zunächst in Buldern/Westfalen und dann Seewiesen/Oberbayern, danach Leiter des heutigen Konrad-Lorenz-Instituts der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Altenberg/Österreich. Einem breiteren Publikum wurde er vor allem durch seine Arbeiten über Prägung und Instinktbegriff bekannt. Seit 1970 setzte er sich zunehmend für Natur und Umwelt ein. In meinem Geburtsjahr 1973 wurde er mit dem Nobelpreis für Medizin und Physiologie ausgezeichnet.

KONRAD LORENZ widmet sein Buch "Die Rückseite des Spiegels"der Erinnerung an Königsberg sowie seinen Königsberger Freunden. Diese Königsberger Zeit, während der er die Grundlagen für seine Erkenntnisse schuf (Anmerkung [Anm.] 1), muß ihm gut und gerne erinnerlich geblieben sein, will man unter einer Widmung einen Sympathienachweis verstehen. Man könnte auch sagen, daß er sein Buch nicht den Erinnerungen und seinen Königsberger Freunden widmet, sondern seinen Erinnerungen und seinen Freunden aus der Königsberger Zeit. Dann würde die Widmung nicht objektiven, sondern subjektiven Erinnerungen gelten. Und genau davon handelt sein Buch, von der Frage, was kann ich, wenn ich mich als Erkennenden (Subjekt) bezeichne, von der realen Welt, die das Objekt meines Erkennens ist, wissen. Was kann ich über die objektive Existenz, die Gegenstand der Forschung sein muß, denken, erleben, mir vorstellen und wollen [S. 10]. Der Rückbezug auf die Frage "Was können wir wissen?" des Philosophen IMMANUEL KANT, dessen Lehrstuhl KONRAD LORENZ in Königsberg innehatte, ist nicht zu übersehen.

Vorausgesetzt, der "Grundpfeiler der wissenschaftlichen Methode ist das Postulat der Objektivität der Natur" (JAQUES MONOD, Le Hasard et la Nécessité [Zufall und Notwendigkeit. Philosophische Fragen der modernen Biologie]) - das erste Postulat für KONRAD LORENZ -, so ist die Neugier an dem zweiten MONODschen Postulat der "strenge[n] Zensur der Objektivitätsforderung" ("il fallait encore l'austère censure posée par le postulat d'objectivité") für KONRAD LORENZ so stark, daß er zur Formulierung dieser Forderung sagt: Sie ist "keineswegs leicht zu formulieren [...]. Wäre Sie es, so brauchte ich dieses Buch nicht zu schreiben." [S. 9]

Nach dieser kurzen Einleitung möchte ich über die Begriffe Erkennen und Evolution und ihre Wechselbeziehungen sprechen. Die Begriffe gilt es abzuklären.

Noch 1961 wurde Evolution lapidar beschrieben als

- "Wandlung in den Genhäufigkeiten".[Anm. 2]

Heute kann Evolution definiert werden als

- "die Entstehung und Veränderung der vielfältigen Organismen auf unserer Erde, also

eine stammesgeschichtliche (phylogenetische) Entwicklung, die Lebewesen fortwährend verändert hat und auch zukünftig verändern wird". [Anm. 3]

Diese Definition ist weiter gefaßt, sie bezieht die Entstehung der Organismen ein, sie versteht die Wandlung (Veränderung) als Entwicklung, und zwar als eine stammesgeschichtliche, historisch-biologische Entwicklung von Lebewesen.

Wir haben mit den Beschreibungen eine kurzgefaßte Theorie der Evolution. Das Wort Theorie kommt aus dem Griechischen und bedeutet Schauen, Erkennen. Wir haben jetzt also eine, wenn auch noch so knappe Erkenntnis über den Begriff der Evolution. Und mit den Worten Erkennen und Erkenntnis sind wir bei dem zweiten Begriff, den wir ja noch klären wollen.

Ich darf mich dazu willkürlich der Philosophen bedienen. Das tue ich gerne, weil ich mich in der Tätigkeit des Philosophen, dem Philosophieren, gerne übe.

[...]

Details

Seiten
9
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640132270
ISBN (Buch)
9783640218455
Dateigröße
445 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v113063
Note
Schlagworte
Evolutionäre Erknenntnistheorie

Autoren

  • Dr. Stefan Schweizer (Autor)

    22 Titel veröffentlicht

  • M.A. Pia-Johanna Schweizer (Autor)

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Titel: Evolutionäre Erkenntnistheorie