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Die Juden im Osmanischen Reich

Seminararbeit 2006 33 Seiten

Kulturwissenschaften - Naher Osten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil
A. Juden im Osmanischen Reich bis zum 17. Jahrhundert
A.1 Vorosmanische Zeit
A.1.1 Römisches und byzantinisches Judentum
A.1.2. Arabisch-islamisches Judentum
A.2. Osmanische Zeit
B. 17. bis 19. Jahrhundert
B.1 Die Wende im 17. Jahrhundert
B.1.1 Reaktion des osmanischen Judentum
B.2 18. Jahrhundert
B.3 Das Reformjahrhundert
C. Schluss

I. Einleitung

Über 500 Jahre, von Anbeginn des Osmanischen Reiches bis zu seinem Ende nach dem Ersten Weltkrieg lebten Juden unter osmanischer Herrschaft. Die vorliegende Arbeit widmet sich der Geschichte des Judentums im Osmanischen Reich und versucht einen Überblick über jüdisches Leben in jener Zeit zu geben.

In Anbetracht der heutigen Situation im Nahen Osten bzw. in Palästina erscheint die Beziehung zwischen dem islamischen Osmanenreich und seinen jüdischen Untertanen äußerst interessant. Wie gingen die muslimisch-türkischen Machthaber mit den Minderheiten im Reich, insbesondere mit der jüdischen Minderheit um?

Es sind vor allem jüdische bzw. jüdischstämmige Gelehrte, die sich dem vorliegenden Thema angenommen haben. Aber dieses Thema scheint auch Forscher in den meisten nahöstlichen islamischen Ländern immer mehr zu interessieren. Einigen wenigen dient sie wohl mehr zur pseudohistorischen Untermauerung fundamentalistisch Ansichten, wie z.B. dass der Islam weit toleranter sei als andere Religionen. Feststellungen dieser Art scheitern aber meist schon bei näherer Betrachtung, denn oft resultieren sie aus unsachlicher und historisch unnützer Emotionalisierung oder aus schiefen Vergleichen, wie z.B. von Zeit und Raum.

Eine große Mehrheit von wissenschaftlichen Arbeiten aber zu diesem Thema verfolgt die rein faktische Darstellung der Vergangenheit. Dies ist auch erklärtes Ziel der Republik Türkei. Der Nachfolgestaat des Osmanischen Reiches und Anwärter auf eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union ist nicht zuletzt seit der Debatte um einen vermeintlich begangenen Völkermord der osmanischen Regierung an der armenischen Minderheit während des Ersten Weltkrieges mit einer Vergangenheitsbewältigung beschäftigt. So stellen sich viele Wissenschaftler nicht nur in der Türkei die Frage, wie es um das Verhältnis zwischen muslimischen Herrschern und nichtmuslimischen Untertanen im Osmanischen Reich bestellt war, und auch um das muslimisch-jüdische bzw. türkisch-jüdische Verhältnis. Dieser Frage wird im Folgenden nachgegangen. Dabei wird das Hauptaugenmerk auf den Juden im damaligen Kernland des Osmanischen Reiches liegen, also auf dem Gebiet der heutigen Türkei, des Balkans und dem Nahen Osten.

II. Hauptteil

A. Juden im Osmanischen Reich bis zum 17. Jahrhundert

A.1 Vorosmanische Zeit

A.1.1 Römisches und byzantinisches Judentum

Für Menschen jüdischen Glaubens stellte sich das Leben im Kernbereich des Islam und dem Nahen Osten in der antiken vorislamischen Zeit fast ebenso schwierig dar, wie das der Juden in anderen Teilen rund um das Mittelmeer und darüber hinaus zu jener Zeit. Zunächst war das politheistische Rom der jüdischen Bevölkerung gegenüber eher tolerant gestimmt, und das obwohl man den Bar-Kochba-Aufstand im Jahre 70 n. Chr. endgültig hatte niederschlagen und mit der Zerstörung des Zweiten Tempels im Heiligen Land hatte besiegeln müssen. Man gewährte ihnen nahezu alle Freiheiten in ihrer Lebensweise, ihrer Glaubensausführung und ihrer Berufswahl.[1] Auch durften Juden umsiedeln und sich an einem Ort ihres Wunsches niederlassen, wovon diese regen Gebrauch machten. Weite Teile des späteren oströmischen Gebietes wurden von Juden besiedelt, so z.B. die Schwarzmeerküste Kleinasiens, die Küstengebiete und Inseln der Ägäis, Ägypten, syrische Gebiete, die fruchtbaren Gebiete um Euphrat und Tigris bis hin zur arabischen Halbinsel.[2] Auch in weit entfernten Regionen des Mittelmeeres entstanden jüdische Gemeinden, denen in späterer Zeit eine große Bedeutung in vielerlei Hinsicht zufallen sollte, wie z. B. auf der iberischen Halbinsel, auf dem Gebiet des heutigen Italien, an der nördlichen Schwarzmeerküste und natürlich auch in Mittel-, Nord- und Osteuropa.

So frei sich der römische Staat gab, so problematisch gestaltete sich doch das Zusammenleben zwischen Juden und der örtlichen Bevölkerung, besonders der zumeist griechischen Bevölkerung in der östlichen Mittelmeerregion, welche regelmäßig offene Verachtung gegenüber den Andersgläubigen an den Tag legten. Schon früh beschrieben hellenistische Schriftsteller die Juden als schmutzige Gesindel, derer sich die Ägypter vor langer Zeit hätten entledigt.[3] Und zu jener Zeit machte auch zum ersten Mal das Ritualmordgerücht[4] die Runde, welches später in weiten Teilen Europas als Vorwand für grausame Verfolgung dienen sollte.[5] Die Juden wurden als blutrünstige Mörder beschrieben, die Menschenblut für ihre religiösen Rituale benutzten.

Die zu jener Zeit als tolerant einzustufende Haltung des Römischen Reiches gegenüber den Juden, welche ca. 10 % der Gesamtbevölkerung des Reiches stellten[6] endete mit der Christianisierung des Imperiums, welche zu Beginn des vierten Jahrhunderts n. Chr. ihren Anfang nahm.[7] Frühchristlich-antijudaistische Tendenzen, welche besonders auf der den Juden vorgeworfenen Kollaboration mit den römischen Behörden bei der Tötung Jesu’ und auch auf die Skepsis und den Widerstand der Juden gegenüber den Neuchristen in den darauf folgenden Jahrhunderten beruhte wurden übernommen. Auch judenfeindlich-hellenistische Ansichten wurden dabei mehr und mehr Bestandteil der Überzeugungen der Herrschenden und mündeten schon sehr früh in Intoleranz und Unterdrückung.

Juden wurden zu Menschen zweiter Klasse erklärt mit weit reichenden Folgen, und sowohl römisches Reichsrecht als auch kanonisches Recht suchte jüdisches Leben in einer Art „Gleichgewicht zwischen Repression und Toleranz“[8] zu bestimmen. Dieses Unterfangen äußerte sich darin, dass es Juden nicht mehr gestattet war administrativen oder militärischen Berufen nachzugehen, zu missionieren bzw. andersgläubige zum Judentum zu bekehren oder gar Beziehungen mit Christen einzugehen.[9] So wie die Christianisierung an sich, so war auch die Unterordnung jüdischen Glaubens und auch aller anderen Glaubensrichtungen unter die offizielle Religion des Römischen Reichs Sache des Reiches und wurde kraft staatlicher Autorität vorangetrieben und durchgesetzt. Zugleich aber wollte man das Überleben des Judentums sichern, da die Existenz des israelischen Volkes als Beweis dazu dienen sollte, dass der monotheistische Gott Israels seine Gnade vom „alten Israel“ auf das „neue Israel“ übertragen hatte.[10] Dieser Umstand hielt jedoch Teile der Bevölkerung nicht davon ab Juden zu verteufeln, zu vertreiben oder gar immer wieder zu verfolgen und zu töten.[11]

Die Haltung des im 4. Jahrhundert entstandenen Oströmischen Reiches ging in ihrer restriktiven Haltung gegenüber der jüdischen Bevölkerung wesentlich weiter. Wurde zunächst christlich-römisches Judenrecht übernommen, so wurde bereits kurze Zeit später durch mehrere Bestimmungen das Fundament für staatliche Unterdrückung, Vertreibung und Verfolgung von Juden gelegt, die bis zum Untergang des Reiches im 15. Jahrhundert anhalten sollte.

Beginnend mit dem Edikt von Kaiser Arkadius bereits 395 n. Chr. sollten sich die Lebensumstände der Juden im Byzantinischen Reich von Jahrhundert zu Jahrhundert verschlechtern. Dabei war die Haltung der byzantinischen Herrscher gegenüber der jüdischen Minderheit, anders als die der römischen Machthaber, deren Haltung mehrheitlich politisch geprägt war im Wesentlichen von religiösem Übereifer, Fanatismus und Intoleranz geprägt.[12]

Den Juden wurde schon sehr früh das Recht auf freie Wahl der Wohngegend entzogen, das Recht auf freie Berufswahl untersagt und insbesondere und zu aller erst das Recht auf Ausübung ihrer Religion erschwert und von Zeit zu Zeit auch verwährt.[13] Ziel der Reichsherrscher war es, eine kulturelle und auch eine religiöse Homogenität herzustellen.[14] Früchte trug diese Bemühung im Hinblick auf die Hellenisierung der jüdischen Gemeinden, die sowohl sprachlich als auch kulturell gelang. Jedoch gelang dies nie vollständig in religiöser Hinsicht.[15]

Weite Teile der jüdischen Bevölkerung wurden vertrieben, waren der öffentlichen Verfolgung ausgesetzt, wurden gezwungen in Massenkonvertierungen den Glauben zu wechseln, wurden je nach Gutdünken umgesiedelt und waren über 1000 Jahre lang der Willkür der Kaiser und der herrschenden christlich-orthodoxen Elite ausgesetzt. Das Schicksal der jüdischen Bevölkerung unter byzantinischer Herrschaft war dabei immer eng verknüpft mit dem Konflikt zwischen dem sich zu Beginn des Mittelalters zunächst ausbreitenden Reich und dem katholischen Europa einer seit, und dem Konflikt zwischen dem im Hochmittelalter schwächer werdenden Reich und den arabisch-islamischen, später türkisch-islamischen Mächten andererseits.

Zwar gibt es einige Phasen, in denen jüdisches Leben zur Ruhe kommt und sogar zeitweilig sich entfalten kann, doch kann man die byzantinische Herrschaft durchgehend als eine judenfeindliche Herrschaft bezeichnen, dessen Ziel oftmals die Vertreibung, Verfolgung und Auslöschung jüdischen Lebens innerhalb ihren Grenzen war.

Das Resultat jahrhunderte langer Verfolgung war, dass von den tausenden Juden auf dem Balkan und Kleinasien, die es noch unter römischer Herrschaft dorthin verschlagen hatte und die sich dort angesiedelt hatten kaum noch welche auf dem Lande und nur noch wenige in den Städten gab als die Osmanen im 14. und 15. Jahrhundert die Gebiete eroberten.[16]

A.1.2. Arabisch-islamisches Judentum

Die arabische Invasion, die im 7. Jahrhundert ihrem Anfang nahm, stellte eine Veränderung der Lebensumstände für diejenigen Juden dar, die unter arabische Herrschaft gerieten. Zwar gab es eine kleine Anzahl von Juden bereits früh innerhalb des arabischen Kernlandes, jedoch waren es besonders jüdische Gemeinden in den eroberten byzantinischen Gebieten, wie z.B. Ägypten oder im Heiligen Land aber auch in Gebieten, die man dem Perserreich im Osten entrissen und einverleibte hatte, die zu einer sprunghaften Zunahme der jüdischgläubigen Bevölkerung innerhalb dieses Herrschaftsgebietes führte.

Dieses arabische Großreich erstreckte sich 711 n. Chr. von Indien im Osten bis Spanien im Westen und war zu einer Weltmacht aufgestiegen. Monotheistisch orientierte Gläubige innerhalb dieses Reiches, so auch Juden hatten es nun mit Machthabern zu tun, die einer neuen Religion angehörten, dem Islam. Diese, vom Propheten Mohammed begründete ebenfalls monotheistische Religion hatte sich in kürzester Zeit zum Glauben des gesamten Nahen Ostens und darüber hinaus entwickelt und sollte für die folgenden Jahrhunderte das Zusammenleben der Menschen in diesen Regionen prägen. Der Kern und zugleich das Unterscheidungsmerkmal der neuen Religion war der Koran, Gottes Wort und Buch und ist bis heute „Ursprung, Quelle und Unterscheidungsmerkmal alles Islamischen“[17], das Fundament des Islam. Ausschlaggebend für jüdisches Leben unter islamischer Herrschaft war der Koran hauptsächlich im Hinblick auf die davon abgeleitete Tradition der Muslime im Umgang mit den Juden. Zwei arabisch-jüdische Traditionen waren es, die in islamischen Gesellschaften des frühen Mittelalters parallel Bestand hatten:

Einerseits sah man Juden wie auch Christen als Menschen an, die denselben Gott wie Muslime anbeteten. Dies ließ sich allein schon davon ableiten, dass zahlreiche Propheten des Alten und Neuen Testaments wie z.B. Moses, Isaac, Jesus und besonders Abraham wieder im Koran zu finden waren und einen festen Platz im muslimischen Glauben hatten. Den Juden und Christen war ebenfalls die göttliche Offenbarung zuteil geworden und genauso wie Muslime besaßen sie göttliche Schriften. Dies machte sie zu „Menschen des Buches“

(arab. ahl al-kitab) und zu schützenswerten und zu akzeptierenden Personen, was auch darin Niederschlag fand, dass christliche aber insbesondere jüdische Stämme als Bundesgenossen umschrieben wurden.[18] Diese und ähnlich positive Umschreibungen fanden sich in zahlreichen koranischen Versen, die nach heutigem Wissensstand der früh-medinischer Zeit zugeordnet werden können, also zu Beginn des Aufstiegs des Propheten.

Eine zweite eher nachteilige Tradition leitete sich von der ersten ab: Glaubten Christen und Juden aufgrund von vorhergehenden göttlichen Sendungen an denselben Gott wie Muslime, was sprach dann dagegen den Sendungen Mohammeds zu folgen, welcher Nach muslimischem Verständnis als der letzte Prophet Gottes die neuere Botschaft des gemeinsamen Gottes verkündete? Genau dieser Idee verweigerten sich die jüdischen Stämme zu Lebzeiten Mohammeds, was auf Unverständnis seitens des Propheten stieß und später auch zum kriegerischen Konflikt zwischen Mohammed und den jüdischen Stämmen führte. Der Koran weist mehrere Stellen auf, in denen offenkundig die anfängliche positive Haltung gegenüber Andersgläubigen ins Negative sich wendete, was auf die Enttäuschung Mohammeds darüber, dass sich die Christen und Juden ihm nicht anschlossen zurückzuführen ist.[19] Juden wurden als ein von Gott verfluchtes Volk dargestellt, die, auf Lügen hereingefallen, einen Irrglauben praktizierten und deren Freundschaft von Muslimen abzulehnen war.[20] Der Koran sah auch Gewalt, jedoch an bestimmte Vorraussetzungen geknüpft als erlaubtes Mittel gegen Ungläubige an.[21] Dieser Verweigerungshaltung der Juden war nun mitunter die eigenständige Geschichtstheologie des Islam geschuldet, die sich im Gegensatz zu den vorhergehenden nunmehr verfälschten monotheistischen Glaubensrichtungen als die unverfälschte Wahrheit Gottes verstand und somit Anspruch auf die universelle Wahrheit erhob.[22] Von Mohammed und seinen Anhänger militärisch besiegt wurde den übrigen Angehörigen der jüdischen Stämme freie Glaubensauslebung gegen eine Kopfsteuer der sog. Cizye oder G izya gewährt, eine Tradition, die sich bis ins 19. Jahrhundert im Osmanischen Reich halten sollte.

Diese ambivalente Haltung gegenüber Juden fand so auch Ausdruck im Leben der jüdischen Bevölkerung im Anschluss an die arabische Invasion: Die politische Klassifizierung zwischen allen besiegten Nichtmuslimen erfolgte nach heiligem Gesetz der Scharia und das Verhältnis zwischen den Nichtmuslimen und dem islamischen Staat wurde im Gesetz wie auch in der Praxis durch einen Pakt geregelt, der sog. dimma. Nutznießern dieses Vertrages

(arab. ahl sl-dimma oder dimmis) wurde ein gewisser Status zuteil, welcher ihnen gewisse Rechte verlieh, aber gleichzeitig mit der Anerkennung der islamischen Überlegenheit einherging. Dies hatte Unterwerfung unter eine Reihe von Beschränkungen zur Folge[23]:

Zu keiner Zeit waren Nichtmuslime Muslimen gleichgestellt: So galten Aussagen von Muslimen vor Gericht als wesentlich gewichtiger als die von Christen und Juden. Auch war es Nichtmuslimen untersagt muslimische Frauen zu ehelichen. Auch der Besitz von muslimischen Sklaven war für sie strengstens verboten, so wie der Besitz von Waffen oder waffenähnlichen Gegenständen. Wollten Nichtmuslime jedoch innerhalb ihrer Glaubensgemeinden ihren Glauben frei ausüben, so mussten sie lediglich Grund- bzw. Kopfsteuern entrichten, welche ihnen im Gegenzug Schutz von Leben, Eigentum und Religion seitens der muslimischen Machthaber garantierten. Selbst die Verwaltung, ja sogar die Rechtssprechung innerhalb ihrer Gemeinden wurde ihnen gegen Bezahlung gewährt.

Theoretisch war dadurch eine gewisse Eigenständigkeit und rechtlicher Schutz gewährleistet, jedoch war dies nicht zu jeder Zeit und in allen islamisch beherrschten Regionen der Fall. Zwar gab es bis zur Neuzeit kaum nennenswerte politische oder gesellschaftliche Verfolgungen von Juden, doch war das Verhältnis zwischen den islamischen Machthabern und den christlichen und jüdischen Minderheiten von Zeit zu Zeit getrübt und bisweilen von Misstrauen bestimmt. Dies war auf den inneren und äußeren Wandel im Verlauf der islamischen Geschichte allgemein und auf die spezielle Entwicklung der Reiche innerhalb der islamischen Welt zurückzuführen: Zeichnete sich die erste Phase islamischer Herrschaft bis ins 12. Jahrhundert durch verhältnismäßig hohe Toleranz aus, so war ab dieser Zeit „ein deutlicher Schritt in die entgegen gesetzte Richtung zu verzeichnen“[24]. Verantwortlich dafür war ein Dreifrontenkrieg, dem der mehrheitlich sunnitischer Islam bzw. das sunnitisch geprägte islamische Reich ausgesetzt war: Zum einen sah man sich mit der inneren Spaltung des Islam und der Abspaltung der Schiiten von der sunnitischen Gemeinschaft und der daraus resultierenden Auseinandersetzung konfrontiert. Zum zweiten wurde der Islam von einer übermächtigen Bedrohung aus dem Osten konfrontiert, den Mongolen, deren heidnische Machthaber mit noch nie zuvor gesehener Wucht ins Reich einzubrechen drohten. Und zum dritten herrschte im Westen Krieg mit dem Christentum, welche ihrerseits von religiösem Eifer und wirtschaftlichen Interessen geleitet dem Islam den Krieg erklärt hatten. Die Reconquista in Spanien und auch die Kreuzzüge in Palästina waren Hauptschauplätze des Krieges zwischen Muslimen und Christen.

[...]


[1] Stern, Menahem, Die Zeit des Zweiten Tempels, in: Geschichte, Von den Anfängen bis zum 7. Jahrhundert, Erster Band, München, hg. Haim Hillel, Ben-Sasson, (4. Aufl. 1994), S. 231 ff.

[2] Ebd.

[3] Ebd.

[4] Ebd.

[5] Ebd.

[6] Ebd.

[7] Sharf, Andrew: Byzantine Jewry, from Justinian to the Fourth Crusade. London 1971, S. 19 ff.

[8] Cohen, Mark R.: Unter Kreuz und Habmond. Die Juden im Mittelalter. München, 2005, S. 54 f.

[9] Sharf, Andrew: Byzantine Jewry, from Justinian to the Fourth Crusade, S. 20.

[10] Bowman, Steven: Der Balkan bis zum 15. Jahrhundert, in: Handbuch zur Geschichte der Juden in Europa, Band 1, Länder und Regionen, hrsg. v. Kotowski, Schoeps, Wallenborn, Potsdam 2001, S. 288.

[11] Sharf, Andrew: Byzantine Jewry, from Justinian to the Fourth Crusade, S. 2 ff.

[12] Ebd., S. 21f.

[13] Ebd.

[14] Ebd., S. 43.

[15] Lewis, Bernard: Die Juden in der islamischen Welt. Vom frühen Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. München 2004, S. 73 f.

[16] Shaw, Stanford. J.: The Jews of the Ottoman Empire and the Turkish Republic. London 1991, S. 25.

[17] Küng, Hans: Der Islam. Geschichte, Gegenwart, Zukunft. München 2006, S. 95.

[18] Ebd., S. 148.

[19] Ebd., S. 148.

[20] Deutsche Übersetzung des Koran: Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V.(ZDM), Vibibliothek, 2006. Sure 2 Vers 85-90, Sure 5 32-41, 51, 64. < http://islam.de/1422.php>

[21] Ebd., Sure 9 Vers 29-30, Sure 47 Vers 4-6. <http://islam.de/1422.php>

[22] Küng, Hans: Der Islam, S. 150.

[23] Lewis, Bernard: Die Juden in der islamischen Welt, S. 28.

[24] Ebd., S. 57.

Details

Seiten
33
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783640137381
Dateigröße
540 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v112921
Institution / Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg – Neuere Geschichte
Note
1,0
Schlagworte
Reich Geschichte Osmanen Türkei Juden Sephardim

Autor

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