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Regionale Disparitäten und Raumentwicklung in Malaysia

von Dipl. Geogr. Franziska Noltenius (Autor) Kathleen Newy (Autor)

Seminararbeit 2004 10 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Regionale Disparitäten in Malaysia
2.1. Indikator PKE
2.2. Sozioökonomische Indikatoren

3. Strategien zum Ausgleich der Disparitäten

4. Fazit

Literatur

1 Einleitung

Die malaysische Bevölkerung besteht aus drei ethnischen Gruppen. Die Malaien, auch Bumiputra, gehören dem Islam an, sind überwiegend im primären Sektor tätig und haben kaum an modernen wirtschaftlichen Aktivitäten teil. Die zweitgrößte Gruppe, die Chinesen, leben hingegen nach den Regeln des Buddhismus und haben den größten wirtschaftlichen Einfluss im Land. Die mit etwa einem Anteil von 8,5 Prozent an der Gesamtbevölkerung kleinste ethnische Gruppe sind die Inder. Sie gehören dem Hinduismus an und arbeiten vornehmlich in der öffentlichen Verwaltung und in gehobenen Berufen des tertiären Sektors.

Auf Grund der daraus resultierenden verschiedenen religiösen, sozialen und wirtschaftlichen Ausprägungen sind starke Disparitäten zwischen diesen Gruppen zu erkennen. Dies spiegelt sich unter anderem in den unterschiedlichen Pro-Kopf-Einkommen und der räumlichen Verteilung der Bevölkerungsgruppen wider. Diese Unterschiede zwischen den ethnischen Gruppen bergen ein hohes Konfliktpotential und sollten berücksichtigt werden.

In der vorliegenden Hausarbeit wird der Focus jedoch auf die sozioökonomischen Disparitäten Malaysias gelegt, ohne im Einzelnen zwischen den Religionsgruppen zu differenzieren.

Nachdem auf die raumstrukturelle Entwicklung im Zeitverlauf eingegangen wird, gibt die Darstellung aktueller Daten zu den Disparitäten mögliche Trends für die Zukunft wider. Des Weiteren werden die Bemühungen der Regierung um einen Ausgleich dieser Unterschiede erläutert, auch wenn die Notwendigkeit und der Erfolg dieser Maßnahmen zu diskutieren ist.

2. Regionale Disparitäten in Malaysia

Die oben beschriebene wirtschaftliche Entwicklung und deren Auswirkung auf das Raumsystem Malaysias führten zu regionalen Disparitäten zwischen den Bundesstaaten Malaysias. Diese Entwicklungsunterschiede werden bei einer Betrachtung des BIP pro Kopf (PKE), sowie verschiedener sozioökonomischer Indikatoren deutlich.

2.1. Indikator PKE

Das PKE als Indikator für die ökonomische Leistungsfähigkeit einer Region weist zwischen den einzelnen Bundesstaaten erhebliche Unterschiede auf. So ist, wie in Tabelle 1 ersichtlich, das Niveau des PKE in den Bundesstaaten im Norden und Osten der malaysischen Halbinsel im Vergleich zum Durchschnitt Malaysias gering, während die Bundesstaaten der Zentralregion um Kuala Lumpur ein überdurchschnittliches PKE aufweisen (vgl. Kulke 1998, S. 197). Die größten Entwicklungsunterschiede bestehen zwischen Wilayah Persektuan Kuala Lumpur und Kelantan im Osten des Landes. 1995 hatte Wilayah Persektuan Kuala Lumpur mit 22799 RM ein fünfmal höheres PKE als Kelantan mit 4484 RM. Für die Jahre 2000 und 2005 (Prognose) ergeben die Daten ein ähnliches Bild. Die Disparitäten bleiben auf gleich hohem Niveau.

Tabelle 1: Veränderung des PKE Malaysias nach Bundesstaaten in malaysischen Ringgit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: 8. Malaysia Plan

Abbildung 1 zeigt graphisch die Entwicklungsunterschiede zwischen den einzelnen Bundesstaaten Malaysias. Der Mittelwert des PKE Malaysias wird von den stärker entwickelten Bundesstaaten durchschnittlich überschritten und von den gering entwickelten Bundesstaaten unterschritten. Sichtbar ist auch hier wieder der Entwicklungsunterschied zwischen Wilayah Persektuan Kuala Lumpur und Kelantan. Ebenso sind im Zeitvergleich zwischen 1995 und 2000 keine Veränderungen hinsichtlich der Disparitäten zwischen den stärker und gering entwickelten Bundesstaaten erkennbar.

Abbildung 1: Verhältnis des PKE zum Mittelwert Malaysias

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: eigene Darstellung, Datengrundlage: 8. Malaysia Plan

Der Bundesstaat Terengganu gehört zu den weniger entwickelten Staaten Malaysias. Das PKE Terengganus ist zwar überdurchschnittlich aufgrund der Erdölvorkommen, die dort gefördert werden (vgl. Kulke 1998, S. 197). Die sozioökonomischen Indikatoren, welche im folgenden Abschnitt dargestellt werden, zeichnen jedoch ein anderes Bild. Berücksichtigt werden muss, dass das überdurchschnittliche PKE Terengganus das durchschnittliche PKE der gering entwickelten Bundesstaaten hebt und somit das Bild der Entwicklungsunterschiede verzerrt.

Abbildung 2 gibt einen Überblick über den Entwicklungsstand der Bundesstaaten Malaysias. Die stark entwickelten Staaten des Landes in der Zentralregion um Kuala Lumpur sind mit einem roten Punkt gekennzeichnet, während die gering entwickelten Staaten im Norden und Osten des Landes blau markiert sind.

Abbildung 2: Bundesstaaten der malaysischen Halbinsel nach Entwicklungsstand

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: UT Library Online

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Details

Seiten
10
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783640124411
ISBN (Buch)
9783640218448
Dateigröße
438 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v112796
Institution / Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin – Geographisches Institut
Note
Schlagworte
Regionale Disparitäten Raumentwicklung Malaysia Seminar Hauptexkursion Singapur

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Titel: Regionale Disparitäten und Raumentwicklung in Malaysia