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Prostitution im Mittelalter

Hausarbeit 2008 10 Seiten

Kulturwissenschaften - Europa

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Die Definition von Prostitution im Mittelalter

3. Der Modus in die Prostitution

4. Kontur und Extension städtischer Prostitution

5. Die Rolle der Prostitution innerhalb der mittelalterlichen Gesellschaft
5.1 Vergewaltigung der Frauen

6. Die Einstellung der Kirche zur Prostitution

7. „Freistatt der bußfertigen Mädchen“ oder der Anfang der Kurtisanen

8. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Wenn du die Huren aus der Gesellschaft entfernst, wird die Hurerei sich überall verbreiten… Dirnen in der Stadt gleichen den Abwasserrinnen im Palast. Nimmst du sie heraus, so stinkt das ganze Schloß…“[1].

Diese Arbeit „Die Prostitution im Mittelalter“ geht keiner expliziten Fragestellung nach, vielmehr soll sie das vorgestellte Thema systematisieren, um ein Exzerpt zu gewährleisten. Hierbei war es nötig, Einzelfälle nicht zu betrachten, da sie entweder Ausnahmen darstellten oder aber durch keine weiteren Belege gestützt auf keine Verallgemeinerung schließen ließen.

2. Die Definition von Prostitution im Mittelalter

Mit der Prostitution im Mittelalter wird die käufliche Sexualität in Mitteleuropa in der Zeit zwischen der Antike (bis circa 600 n. Chr.) bis zur Neuzeit (ab circa 1500) bezeichnet.

Als Prostituierte im Mittelalter bezeichnete Frauen, welche käuflich waren, jedoch vielmehr durch den raschen Partnerwechsel zu identifizieren sind. Somit stellen also Konkubinen, Landsknechthuren oder Pfaffenmägde keine Prostituierten dar.

Hierbei ist nur die Rede von weiblichen Dirnen, da Homosexualität mit dem Scheiterhaufen geahndet wurde. Auch männliche Prostituierte wurden mit dem Tode bestraft.

3. Der Modus in die Prostitution

Im Mittelalter war es zumeist Armut, welche die Frauen hinein in die Prostitution zwang; auch das Herausfallen aus der gesellschaftlichen Struktur konnte hierzu führen. Beispielsweise konnte dies durch eine Vergewaltigung oder eine voreheliche Schwangerschaft geschehen. Zumeist gehörten die Dirnen den unteren Schichten an, wie Dienstmädchen, welche in die Stadt kamen und an Kupplerinnen gerieten.

Es ist zu erwähnen, dass zahlreiche Gründe existierten, welche in das horizontale Gewerbe führten.

4. Kontur und Extension städtischer Prostitution

Innerhalb der Stadt - im Zentrum der Kommunikation, des Handels und des Gewerbes – versammelten sich potentielle Kunden der Prostituierten. Im Inneren der Gemeinden existierten Frauenhäuser, welche entweder städtisches Eigentum waren oder von der Stadt an einen Frauenwirt oder einen reichen Bürger verpachtet wurden.

Die Rechte und Pflichten der Dirnen wurden von einer „Frauenhausordnung“ geregelt. Diese Maximen sahen vor, dass eine Prostituierte „frei“, das heißt allgemein zugänglich sein musste und eine gewisse Quantität von Kunden pro Tag zu bedienen hatte. Aber auch Reglements für den Fall der Krankheit oder die Ernährung der Prostituierten wurden in der „Frauenhausordnung“ festgelegt.

Meist wurde das Dirnenhaus von einer „Äbtissin“ oder einem männlichen Inhaber („Hurenwirt“) geleitet. Sie hatten die Aufgabe,

„[…] die Mädchen – mit oder ohne Zustimmung eines Vertreters der städtischen Justiz – aufzunehmen, sie auf die Beachtung bestimmter Regeln zu verpflichten, manchmal auch für den Unterhalt, auf jeden Fall aber für eine gewisse Ordnung innerhalb der kleinen weiblichen Gemeinschaft zu sorgen“.[2] Auch verpflichtete sich der Wirt oder die Wirtin dazu, keinerlei Übergriffe auf die Prostituierten vorzunehmen,

d. h. sie im Schuldenfall nicht zu verkaufen oder zu verpfänden, jedoch gegen sie mit „gebührlichem Recht“ vorzugehen.

Auch wurde den Dirnen zugesichert, dass sie sich frei bewegen können und nicht vom Kirchgang abgehalten werden.

Kranke oder schwangere Frauen sollen vom Wirt oder der Wirtin sofort entfernt werden, d. h. es folgte ein Ausschluss aus dem Dirnenhaus.

Es ist somit ersichtlich, dass innerhalb eines Bordells bestimme Regeln befolgt werden müssen, um das Zusammenleben zu handhaben und dieses zu erleichtern.

Neben den Dirnenhäusern bestanden in jeder größeren Stadt sogenannte Badehäuser; es zeigt sich in der Tat, dass solche Einrichtungen bordellartig waren oder wenigstens zwei Zwecken zugleich dienten: „[…] einem sauber-anständigen und einem schmutzig-anrüchigen“[3]. Trotz der strengen Reglementierung, Prostituierte nicht in Badehäuser einzulassen, waren diese häufig dort vertreten; jene Anwesen waren der Ort offener und ständiger Prostitution, oder auch eine Art „Stundenhotel“ und Schauplatz für kupplerische Aktivitäten.

Auch gab es eine dritte Ebene der städtischen Prostitution: kleinere Privatbordelle. Dies geschah im häuslichen Rahmen, wobei Inhaber zwei bis drei Mädchen bereithielten. Die Hausbesitzer nahmen die Kunden in Empfang und besaßen dabei die Rolle der Kupplerin oder sie machten sich die Dienste der „leichten Mädchen“ zu Nutze, welche auf eigene Rechnung arbeiteten und von Haus zu Haus zogen; teilweise waren diese Damen Konkubinen eines einzelnen oder mehrerer Männer. Dies ist zugleich die vierte Stufe der städtischen Prostitution im Mittelalter.

[...]


[1] Rath, Brigitte: Prostitution und spätmittelalterliche Gesellschaft im Österreichisch – Süddeutschem Raum. In: Frau und spätmittelalterlicher Alltag, Wien 1986, S. 559

[2] Rossiaud, Jacques: Dame Venus. Prostitution im Mittelalter, München 1989, S. 12

[3] Rossiaud, Jacques: Dame Venus. Prostitution im Mittelalter, München 1989, S. 13

Details

Seiten
10
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640118052
Dateigröße
361 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v112559
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
2,0
Schlagworte
Prostitution Mittelalter Kulturgeschichte Sexualität Jericho

Autor

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Titel: Prostitution im Mittelalter