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Die Wortarten im Deutschen

Seminararbeit 2008 22 Seiten

Didaktik - Deutsch - Grammatik, Stil, Arbeitstechnik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Wortarten
1. Möglichkeiten zur Klassifikation von Wörtern
1.1. Semantische Gesichtspunkte
1.2. Klassifikation nach morphosyntaktischen Gesichtspunkten
2. Lexikalische Kategorien
2.1. Die „Zehn-Wortarten-Lehre“ der traditionellen Grammatik
2.2. Die Einteilung in Wortarten nach morphologischen Kriterien (nach Pittner/Berman)
2.3. Die „Fünf-Wortarten-Lehre“ nach Hans Glinz
3. Die Subklassifikation der Wortarten
3.1. Konjugierbare Wortarten
3.1.1. Die Vollverben
3.1.2. Die Hilfsverben (Auxiliare)
3.1.3. Die Modalverben
3.1.4. Kopulaverben
3.2. Deklinierbare Wortarten
3.2.1. Die Substantive/Nomen
3.2.2. Die Adjektive
3.2.3. Die Begleiter oder Stellvertreter
3.3. Unflektierbare Wortarten:
3.3.1. Die Adverbien
3.3.2. Die Präpositionen
3.3.3. Die Konjunktionen
3.3.4. Die Partikel

Schluss

Literaturverzeichnis

Einleitung

Sinn einer Grammatik ist es unter anderem, Regeln zu formulieren, wie aus Wörtern Sätze gebildet werden. Sie interessiert sich dabei aber nicht für jedes einzelne dieser gewaltigen Anzahl von Wörtern, sondern versucht, Wörter mit ähnlichen oder gleichen Eigenschaften zu klassifizieren.1 Diese Arbeit soll sich vor allem mit den unterschiedlichen Möglichkeiten einer Klassifikation der Wörter beschäftigen und einen Einblick in die syntaktischen Kategorien, allen voran den lexikalischen, gewähren. Anhand der „Zehn-Wortarten-Lehre“ der traditionellen Grammatik, sowie der „Fünf-Wortarten-Lehre“ von Hans Glinz aus den 50er Jahren soll näher auf die Zuordnung der Wörter zu Wortarten und auf ihre weitere Subklassifizierung eingegangen werden. Hierbei werde ich mich auch immer wieder auf moderne Grammatiken beziehen, vor allem auf „Deutsche Syntax“ von Karin Pittner und Judith Berman, deren Werk eine genaue und nachvollziehbare Übersicht der einzelnen Wortarten gibt.

Die Wortarten

1. Möglichkeiten zur Klassifikation von Wörtern

Wörter lassen sich nach sehr verschiedenen Kriterien klassifizieren, so zum Beispiel nach phonologischen, semantischen oder morphosyntaktischen, etc. Im Folgenden soll kurz auf den semantischen Aspekt zur Wortklassifikation eingegangen werden. Anschließend auf die morphosyntaktischen Aspekte, welche die Basis der „Zehn-Wortarten-Lehre“ der traditionellen Grammatik und der „Fünf-Wortarten-Lehre“ nach Glinz bilden.

1.1. Semantische Gesichtspunkte

Lexeme kann man aufgrund ihrer semantischen Merkmale zum Beispiel in Autosemantika und Synsemantika differenzieren. Autosemantika beinhalten lexikalische Morpheme, welche eine referentielle Bedeutung aufweisen. Im Gegensatz dazu sind Synsemantika Lexeme mit nur grammatischen Morphemen, weshalb sie auch Funktionswörter genannt werden.

Weitere Beispiele für eine Klassifizierung der Lexeme nach semantischen Aspekten kann man auch in der Unterscheidung zwischen Abstrakta (Freude, Friede) und Konkreta (Blume, Haus, gelb), oder Zählbarem (Stift, Flasche) und Unzählbarem (Wasser, Reis) sehen.2 Diese Liste könnte noch um einige Möglichkeiten erweitert werden. Dies soll hier aber nicht der Fall sein, da sich unser Interesse eher auf die morphosyntaktischen Aspekte der Wortklassifizierung richtet.

1.2. Klassifikation nach morphosyntaktischen Gesichtspunkten

Der Syntax liegt eine bestimmte Struktur zugrunde, welche sich wiederum aus einzelnen Elementen zusammensetzt. Diese Elemente stehen in Beziehungen zueinander und übernehmen im Satz bestimmte Funktionen. Dabei müssen die Regeln zur Verknüpfung aber nicht für jedes einzelne Element festgelegt werden, da manche von ihnen die gleichen grammatischen Eigenschaften aufweisen uns sich somit auch nahezu gleich verhalten. Diese werden zu einer syntaktischen Kategorie zusammengefasst.3

Die Wörter als „akustisch bzw. orthographisch abhebbare Einheiten mit Bedeutung und Funktion“4 stellen diese Elemente der Syntax dar. Sie lassen sich zu Wortarten gruppieren. Da Wortarten auch im Lexikon einer Sprache aufgeführt werden, bezeichnet man sie als lexikalische Kategorien. Des weiteren gibt es auch ganze Phrasen oder Wortgruppen, welche die gleichen Eigenschaften aufweisen und so zu Phrasenkategorien zusammengefasst werden.5 Auf diese werde ich jedoch nicht näher eingehen.

2. Lexikalische Kategorien

2.1. Die „Zehn-Wortarten-Lehre“ der traditionellen Grammatik

Bis vor wenigen Jahrzehnten noch war die Lehre von den zehn Wortarten in der traditionellen Grammatik und somit auch im Grammatikunterricht stark vertreten. Wie der Name schon sagt, klassifiziert die „Zehn-Wortarten-Lehre“ die Wörter in zehn Wortkategorien:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dass sich diese Klassifikation nach morphosyntaktischen Kriterien richtet, ist jedoch nicht sofort ersichtlich. Aufgrund ihrer lateinischen Namen könnte man nämlich auch noch auf andere Klassifikationskriterien schließen. So ließen sich zum Beispiel Nomen/Substantiv und Numerale auch semantischen Gesichtspunkten zuordnen. Den Beweis dafür kann man in den Eindeutschungen sehen, wie z.B. Dingwort, Namenwort, Zeitwort, Umstandswort, etc.

Konjunktionen, Präpositionen und Adverbien hingegen werden anhand ihrer Namen syntaktische, Pronomen textuelle und Interjektionen pragamtische Funktionen zugeordnet.6

Da die Kriterien zur Bildung der Hauptwortarten Substantiv/Nomen, Verb, Adjektiv jedoch stärker als z.B. die semantischen Kriterien sind, erfolgt die Klassifizierung nach morphosyntaktischen Merkmalen. Dies lässt sich sehr gut an einem Beispiel mit Numeralen demonstrieren, bei denen man ja, als „Wörter, die Zahlen bedeuten“7, am ehesten von einem semantischen Kriterium sprechen würde. „Dieses Kriterium ist allerdings nicht konsequent durchgehalten, denn Million gilt nicht als Numerale, sondern als Substantiv/Nomen, verdreifachen gilt als Verb, doppelt als Adjektiv.“8

Bei den Präpositionen, Konjunktionen und den Adverbien ergibt sich das selbe Problem. Sie sind morphologisch „arme“ Lexeme und daher gibt es sie nur in einer Wortform, während die deklinierbaren Substantive und Adjektive, sowie die konjugierbaren Verben aufgrund ihrer flektierbaren Eigenschaft mehrere Wortformen besitzen. Morphologische Gesichtspunkte fehlen bei diesen Wortklassen folglich völlig. Man kann sie nur anhand ihrer syntaktischen Verwendung, d.h. anhand ihrer Distribution, differenzieren. „Konjunktionen verknüpfen Satzteile und Teilsätze [...], Präpositionen stehen vor nominalen Wortgruppen. Weder Präposition noch Konjunktion können Satzglieder sein[...]. Genau dies können jedoch die Adverben, die im Gegenzug weder die syntaktische Funktion der Präpositionen noch die der Konjunktionen übernehmen können.“9

Aufgrund dieser beiden Eigenschaften ist es uns laut Pittner/Berman sogar möglich, die Wörter aus einem völlig sinnlosen Satz bestimmten Wortarten zuzuordnen.

So kann man die beiden Wörter Benziplauk und Wenzipül aus dem Satz Der Benziplauk prümst das Wenzipül eindeutig als Substantive identifizieren, da sie hinter dem Artikel stehen, einer für Substantive typischen Stelle. Hier ist folglich die Position des Wortes im Satz ausschlaggebend. Daher handelt es sich in diesem Fall um eine Zuordnung nach distributionellen Kriterien.

Das Wort prümst ist ebenfalls anhand seiner Stellung im Satz als Verb gekennzeichnet. Es weist jedoch noch ein weiteres verbtypisches Merkmal auf: die Flexionsendung –st. Somit handelt es sich hier um eine Zuordnung anhand morphologischer Kriterien.10

2.2. Die Einteilung in Wortarten nach morphologischen Kriterien(nach Pittner/Berman)

Wie bereits erwähnt, erfolgt die Klassifizierung der Wörter weniger nach semantischen Kriterien, sondern vielmehr nach morphosyntaktischen. Daher sollen im Folgenden nur mehr die distributionellen und allen voran die morphologischen Eigenschaften der Wörter im Vordergrund stehen. Hierbei spielt die Flektierbarkeit der Wörter eine große Rolle, da sie sich in flektierbare und unflektierbare einteilen lassen. Des weiteren kann man die flektierbaren wiederum in deklinierbare und konjugierbare aufsplittern.11

Schema 1 stellt die Wortartenklassifikation nach morphologischen Kriterien dar:12

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Flexion von Substantiven, Adjektiven, Artikeln und Pronomen nennt man Deklination (=Beugung). „Die deklinierten Wortarten haben insbesondere die Gliederung hinsichtlich des Kasussystems [Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ] gemeinsam [...]“13. Sie tragen zusätzlich auch noch Genus- (Maskulinum, Femininum, Neutrum) und Numerusmarkierung (Singular, Plural).14

[...]


1 Linke, A.; Nussbaumer, M.; Portmann, P.R.: Studienbuch Linguistik. S.73

2 Ebd.

3 Pittner,K.;Berman,J.: Deutsche Syntax. Ein Arbeitsbuch. S.14

4 Drosdowski, Günther (Hrsg.): Duden. Grammatik der deutschen Gegenwartssprache. S.88

5 Pittner,K.;Berman,J.: Deutsche Syntax. Ein Arbeitsbuch. S.14

6 Linke, A.; Nussbaumer, M.; Portmann, P.R.: Studienbuch Linguistik. S.74

7 Ebd.

8 Ebd.

9 Linke, A.; Nussbaumer, M.; Portmann, P.R.: Studienbuch Linguistik. S.74-75

10 Pittner,K.;Berman,J.: Deutsche Syntax. Ein Arbeitsbuch. S.14-15

11 Ebd.

12 aus: Pittner,K.;Berman,J.: Deutsche Syntax. Ein Arbeitsbuch. S.15

13 Eisenberg, P.: Grundriß der deutschen Grammatik. Band 2. Der Satz. S. 17

14 Pittner,K.;Berman,J.: Deutsche Syntax. Ein Arbeitsbuch. S.16

Details

Seiten
22
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640104284
ISBN (Buch)
9783640105281
Dateigröße
537 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v112215
Institution / Hochschule
Universität Salzburg
Note
1
Schlagworte
Wortarten Deutschen

Autor

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