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Die Geschichte der Aborigines

von Dominik Ebner (Autor) Ronny Horvath (Autor)

Seminararbeit 2004 24 Seiten

Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kurzfassung

1. Ursprung der Aborigines
1.1 Lebensumstände der Ureinwohner

2 Die Kolonialisierung
2.1 Die „Integration“

3 Landrechte

4 Kommunikation
4.1 Non Verbale Kommunikation
4.2 Verbale Kommunkation

5 Fazit

Bibliografie
1 Fachdatenbanken
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Kurzfassung

Australien wurde von Europäern im 19. Jahrhundert erstmalig betreten. Vor Ihnen lebten australische Ureinwohner, die Aborigines, in Frieden und im Einklang mit der Natur. Diese Hausarbeit soll Erläutern, wie die Aborigines gelebt haben vor und nach der Kolonialisierung der Europäer. Es werden die Lebensumstände, die Landrechte der Aborigines heute und die Kommunikationsmöglichkeiten, der damaligen Aborigines erläutert.

Schlagwörter: Aborigines, Kolonialisierung, landrechte,

1 Ursprung der Aborigines

Die Bezeichnung stammt aus dem lateinischen (origine) und bezeichnet die Ureinwohner Australiens. Die Wissenschaft weiß bis heute keine genaue Antwort auf die Frage woher die Aborigines stammen. Es wird aber überwiegend angenommen, sie seien auf dem Seeweg von Asien nach Australien gelangt. Laut Lenzen (2000, S. 26, zitiert nach Hughes, 1987)[1] war dies das erste Mal, dass Homo sapiens je auf dem Seewege in einen neuen Siedlungsraum vorgestoßen waren. Ebenfalls der Besiedlungszeitpunkt der ersten Ureinwohner unterliegt nur Vermutungen. Archäologische Untersuchungen zeigten, dass man von mindestens 75 000 Jahren ausgehen kann. Der Großteil der Literatur geht jedoch von 40 000 Jahren aus. In den einzelnen Stämmen der Aborigines wurden mehrere hundert Sprachen gesprochen. Nach Münnich (1996, S. 8-9, zitiert nach Berndt/Berndt, 1988)[2] lassen beachtenswerte phonetische Übereinstimmungen den Schluss zu, dass ursprünglich ein einheitliches Ur- Australisch die Basis der sich anschließenden Differenzierungen bildete. Auf die unterschiedlichen Sprachen der Ureinwohner wird mein Kommilitone Ronny Horvath im zweiten Teil der Hausarbeit näher eingehen.

1.1 Die Lebensumstände der Ureinwohner

Aborigines lebten von dem was die Natur ihnen bot. Als Volk der Sammler und Jäger waren die Rollen in der Regel klassisch verteilt. So gingen Männer auf die Jagd und die Frauen sammelten Früchte und Pflanzen. Die dafür verwendeten Werkzeuge wie Speerschleudern, Speere, Bumerangs und Keulen, oder seitens der Frauen Grab- und Wühlstöcke waren als einfach einzustufen, erfüllten aber dennoch ihren Zweck. Die Nutzung dieser und weiterer „untergegangene“ Kulturgegenstände wie z. B. der Kopfschmuck lässt sich anhand von Felsbildern rekonstruieren. Diese Felszeichnungen sind in einigen Regionen Australiens erhalten und stellen beispielsweise Jagdszenen, farbige Figurendarstellungen oder Begräbnisrituale dar. Die Aborigines nutzten zur Arbeit Stein und Holz, aber keine Metalle. Das Land der Ureinwohner wurde den Stämmen entsprechend in Territorien aufgeteilt, wobei jedes Gebiet eine ausreichende Nahrungsversorgung darstellte, welche aber mit einer gewissen Anpassung verbunden war. Ein Stamm setzte sich aus verschiedenen lokalen Klans zusammen, die wiederum ihr eigenes Landrecht in Form von Jagd- und Aufenthaltsrecht besaßen. Laut Münnich (1996, S. 12, zitiert nach Odermann, 1957)[3] benötigten selbst Angehörige anderer Klans, obschon demselben Stamm angehörend, zum Betreten eines fremden Gebietes eine ausdrückliche Erlaubnis. Diese Aufteilung des Landes auf Stämme und Klans führte dazu, dass jeder Aborigine innerhalb eines bestimmten Gebietes an die gleichen Stellen zurückkehrte. In der Zeit der Abwesenheit hatte die Natur Zeit sich zu regenerieren. Die Aborigines sahen sich als vollständig integrierten Bestandteil der Natur an. Diese Verbundenheit mit der Natur leitet sich aus dem Glauben an so genannte Totems ab. Laut Knaurs Lexikon (1972, S. 942) versteht man unter dem Begriff Totemismus den Glauben an eine gemeinsame Abstammung und mystischer Beziehungen zwischen einer Menschengruppe und einer Tierart.[4] Letztlich können nach Petri (1954, S. 174 f.) jedoch alle Erscheinungen des Daseins und der Umwelt zu Totems werden.[5] Die Menschen eines lokalen Klans fühlen sich demselben Totem zugehörig, was zu einer festen Bindung der Mitglieder führt. In diesem Zusammenhang glaubten die Aborigines, laut Erckenbrecht (1988, S. 23) an eine mythische Vor- oder Urzeit, eine so genannte Traumzeit –„dreamtime“, in der die Totems die Erde bevölkerten und mit ihren Taten Zeugnisse ihrer Existenz ablegten.[6] Garten- und Ackerbau waren den Ureinwohner Australiens nicht bekannt. Aufgrund der kargen Landschaft wurden sie zu einem ständigen Nomadenleben gezwungen, was natürlich den Aufbau einer Siedlung mit festen Häusern oder insgesamt ein Sesshaftwerden ausschloss. Aufgrund dessen kannten sie keine Transportmittel, sie nahmen nur das nötigste mit wenn sie weiterzogen. Ihre kurzfristigen Unterkünfte waren einfacher Natur und bestanden aus Rinde und Holz. Sie trugen die Bezeichnung „Wurlies“ oder „Gunyahs“. Sie schliefen aber auch im Freien mit einem Feuer zwischen jeder Person. Nach Lenzen (2000, S. 46-47) siedelte jeder einzelne Klan räumlich getrennt für sich innerhalb eines Lagers, die außerhalb der Siedlung gelegenen zeremoniellen Plätze wurden aber gemeinsam benutzt. Die Fläche, die eine Familie mit ihrer Behausung innehatte, war so groß, dass die Behausung im Falle von Streitigkeiten mit direkt angrenzenden Nachbarn „verschoben“ werden konnte. Die Behausung baute man in dem Maße komplexer aus, wie die Dauer des Aufenthalts intendiert war. Die Wahl einer bestimmten Form der Behausung richtete sich ausschließlich nach den zur Verfügung stehenden Materialien und den jeweiligen Wetterbedingungen.[7]

2 Die Kolonialisierung

Nach den eigentlichen Entdeckern des fünften Kontinents, den Holländern und Portugiesen, welche zu Beginn des 17. Jahrhunderts durch Zufall auf die Westküste Australiens stießen, betrat James Cook 1768 im Auftrag von König Georg III die Insel. Er sollte auf seiner Entdeckungsreise günstige Plätze des Landes im Namen des Königs von Großbritannien in Besitz nehmen. Die Aborigines wurden jedoch nicht gefragt, obwohl Cook mehrfach Gelegenheit hatte um Zustimmung zu bitten. Nach Voigt (1988, S. 21) sandte England aufgrund Cooks Ergebnissen eine Flotte von 11 Schiffen mit insgesamt 718 Strafgefangenen an die Ostküste Australiens, welche 1788 ankam. Um 1790 schickte England weitere 160 000 Sträflinge nach Australien.[8] Wenige Jahre nach Gründung der Strafkolonie suchten die ersten freien Siedler ihr Glück. Laut Erckenbrecht (1988, S. 40) wuchs in der Folgezeit die Zahl der europäischen Bevölkerung von „New South Wales“ rasch, schon 1819 betrug sie 26 000, 1828 bereits 35 000 Einwohner.[9] Zunächst waren es nur Sträflinge und deren Bewacher, die Besitz von dem Land der Aborigines nahmen, doch die freien Siedler entfalteten sich auch rasch. Durch die stark expandierende Textilindustrie in England wurden Unmengen an Land zur Schafhaltung benötigt, was eine Vertreibung und Verdrängung der Aborigines in das trockene Hinterland zu Folge hatte. Mitgebrachte Pflanzen- und Tierarten bedrohten das ökologische Gleichgewicht. Die Europäer brachten ebenso, bis dahin nicht gekannte Krankheiten wie Masern, Syphilis, Pocken und Diabetes in das Land. Weiterhin stellte der importierte Alkohol eine große Gefährdung für die Ureinwohner da. Dieses Aufeinandertreffen weißer und schwarzer Kultur hatte katastrophale Folgen. Die Anzahl von den etwa 500 000 – 750 000 Aborigines zu Beginn der europäischen Kolonisation sank beständig. Bereits 1830 waren es nur noch 80 000.[10] Münnich (1996, S. 25) sagt, dass man den Ureinwohnern ihr Angestammtes Land, die Grundlage ihrer Existenz und Religion raubte.[11] Das System der Aborigines brach im Folgenden auseinander. Sie suchten Schutz im trockenen Hinterland oder in den wenigen Gebieten welche noch zur traditionellen Nahrungsbeschaffung geeignet waren, doch diese wurden überbeansprucht. Auch die Schafe der „Eindringlinge“ nahmen ihnen lebensnotwendiges Wasser und vertrieben das jagdbare Wild. In ihrer Verzweiflung und Not gab es für die Aborigines oft keine andere Möglichkeit als das Vieh der Europäer zu stehlen um zu überleben. Dies führte natürlich zu heftigen Konflikten. Nach Reynholds (1982, p. 70) führte die Vertreibung der Aborigines, die Vernichtung ihrer Lebensgrundlagen, die Infektion mit neuen, europäischen Krankheiten, nicht selten durch die Vergewaltigung schwarzer Frauen übertragene Geschlechtskrankheiten und ein drastischer Rückgang der Geburtenrate zu einer erheblichen Dezimierung der australischen Urbevölkerung.[12] Wie erwähnt entfachten blutige Kämpfe zwischen den Siedlern und den Ureinwohnern, nach deren Annahme die Aborigines ohnehin zum Aussterben verurteilt waren. Nach Voigt (1988, S. 88) wurde aber auch vor gänzlich feigen und hinterhältigen Methoden kein Halt gemacht um sich der „leidigen“ Ureinwohner zu entledigen. So gibt es Überlieferungen, dass Siedler mit Arsen vergiftetes Mehl den Aborigines als Geschenk überreichten.[13] Diesen Prozess der Ausrottung dieser Kultur beschleunigten sie durch Vergewaltigungen der Frauen, die Trennung der Kinder von ihren Eltern, Isolation der einzelnen Gruppen und die Kontrolle der Wanderbewegungen über die Traumpfade. Sie wurden physisch vernichtet und ihre kulturelle Identität wurde zerstört. Die Urbevölkerung war mit ihren Speeren machtlos gegen die weiter entwickelten Waffen der Siedler. So mussten sie sich ihrem Schicksal beugen. Diejenigen die überlebten wurden unterworfen und mussten beispielsweise auf Farmen als Hilfsarbeiter oder industriellen Fabriken arbeiten. Andere mussten am Rand der europäischen Siedlungen leben, in denen sie „zivilisiert“ und missioniert wurden. Laut Parbury (1986, p. 69) existierte im Jahre 1850 kein einziger Stamm von Aborigines mehr in dem Gebiet um Sydney.[14] Weiterhin berichtet Butlin (1986, p. 112) das die Bevölkerungszahl der Ureinwohner einschließlich Mischlingen im Jahre 1850 noch lediglich ein Fünftel des Jahres 1835 betrug.[15] Trotzdem Verlust der Existenzgrundlage, ihrem Land, den Traditionen und der Kultur starben die Aborigines, nicht aus.

2.1 Die „Integration“

Mitte des 19. Jahrhunderts kamen Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Diskriminierung auf, jedoch auch eher aus Eigennutz der Europäer. Da England 1840 die Sträflingstransporte nach Australien einstellte fielen die billigen Arbeitskräfte weg. Nach Münnich (1996, S. 28) besann man sich, um die Lücken, gerade in der Viehwirtschaft zu schließen, der Aborigines, was wiederum der Beweggrund für eine ganze Reihe sich anschließender legislativer und exekutiver Maßnahmen zum „Schutz“ der Ureinwohner war.[16] Sie sollten in Zukunft in Reservatsgebieten vor Misshandlungen, Übergriffen und Landraub geschützt werden sowie lebensnotwendige Nahrungsmittel, Medikamente und Freiraum erhalten. Jedoch sah die Wirklichkeit dieser Segregationspolitik anders aus. In der Regel stellten diese Reservatsgebiete nicht benötigte und für landwirtschaftliche Zwecke ungeeignete Fläche dar und zudem für die Aborigines begrenzte Bewegungsmöglichkeiten. Diese für die Europäer „Wilden“ Menschen verarmten und litten weiterhin Hungersnöte, isoliert von der Außenwelt. Die Vollblut- Aborigines sollten ausgerottet, Mischlinge jedoch fortan integriert werden. Der 1961 bei der Native Welfare Conference von den Bundes- und Landesminister zu Text gebrachter Abschnitt definierte nach Reynolds (1972, p. 175) diese Politik wie folgt:

[…]„Die Politik der Assimilation bedeutet, von allen Aborigines und Halb- Aborigines zu erwarten, dass sie den gleichen Lebensstil wie andere Australier annehmen und als Mitglieder einer australischen Gesellschaft leben; sie sollen gleiche Rechte und Privilegien genießen und gleiche Bräuche und Glauben pflegen, wie andere Australier auch.“ […][17]

Natürlich wurden hierdurch die Arbeitsbedingungen, Siedlungen und die medizinische Versorgung verbessert, doch die Kultur und die Traditionen wurden dennoch unterdrückt. Münnich (1996, S. 31) sagt, dass die Ureinwohner Australiens unter Aufgabe ihres traditionellen Lebens Angehörige einer für sie fremden Welt werden sollten.[18] 1967 wurde erstmals die Gleichstellung aller Australier beschlossen und den Ureinwohnern die vollen Bürgerrechte zuerkannt. Ein weiteres Gesetz welches sie bei Volkszählungen miteinschloss wurde verabschiedet, beziehungsweise wurde ein bis dato geltender Artikel, der die Ureinwohner ausschloss, aufgehoben. Burger (1988, S. 17) meint, dass die Initialzündung der Bewegung 1966 durch den Gurindjy- Stamm im Northern Territory ausgelöst wurde, als Ureinwohner tariflich abgesicherte Löhne und bessere Arbeitsbedingungen forderten. Der Eigentümer der Wave- Hill- Station war dazu nicht bereit was zur Folge hatte das sich das „Outstation- Movement“ auslöste. Dieser Begriff bedeutet, dass sich unterschiedlich große Gruppen ihren Traditionen besannen und zu ihrer ursprünglichen Lebensform zurückkehrten.

[...]


[1] Lenzen, M. (2000). Die Entwicklungen der Siedlungen der Aborigines in Australien bis zur Gegenwart. Stuttgart: ibidem- Verlag.

[2] Münnich, L. (1996). Landrechte der Ureinwohner Australiens. Geschichte und Gegenwart. Münster: Lit Verlag.

[3] vgl. oben

[4] Bolle, F. (1972). Knaurs Lexikon a-z. Ravenstein: Th. Knaur Nachf. München/ Zürich.

[5] Petri, H. (1954). Sterbende Welt in Nordwest- Australien. Braunschweig: Limbach.

[6] Erckenbrecht, C. (1988). Land und Landrecht der australischen Aborigines. Bonn: Mundus Reihe Ethnologie Bd. 25.

[7] Lenzen, M. (2000). Die Entwicklungen der Siedlungen der Aborigines in Australien bis zur Gegenwart. Stuttgart: ibidem- Verlag.

[8] Voigt, J. (1988). Geschichte Australiens. Stuttgart: Kröner.

[9] vgl. oben

[10] Microsoft Encarta Enzyklopädie Professional 2003.

[11] vgl. oben

[12] Reynolds, H. (1982). The Other Side of the Frontier: Aborigines resistance to the European invasion of Australia. Ringwood Victoria: JCU Printers.

[13] vgl. oben

[14] Parbury, N. (1986). Survival: A History of Aboriginal Life in New South Wales. Sydney: Ministry of Aboriginal Affairs.

[15] Butlin, N. G. (1983). Our Original Aggression: Aboriginal Populations of Southeastern Australia 1788- 1850: Sydney: Allen & Unwin.

[16] vgl. oben

[17] Reynolds, H. (1972). Aborigines and Settlers – The Australien Experience 1788-1939. Melbourne:

[18] vgl. oben

Details

Seiten
24
Jahr
2004
Dateigröße
450 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v111786
Institution / Hochschule
Hochschule der Medien Stuttgart
Schlagworte
Geschichte Aborigines Internationale Kommunikationskulturen Einführung Information Retrieval

Autoren

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