Lade Inhalt...

Theorie der Schule

Die Überforderung der Schüler bzw. der Schule

Seminararbeit 2006 12 Seiten

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik

Leseprobe

Inhalt

1. Einführung

2. Was ist eigentlich Schule und welchen Zweck erfüllt sie?

3. Was bedeutet Schultheorie und was soll sie bezwecken?

4. Überforderung der Schule bzw. der Schüler

5. Schlusswort

6. Literaturverzeichnis

1. Einführung

Schon lange befasst sich die Gesellschaft mit der Ausbildung ihrer Jugend, mit Schule, Erziehung und Weiterbildung, entsprechend dem jeweiligen Kulturkreis. Es wurden auch in historischen Zeiten immer wieder, zum Teil schultheoretische Überlegungen angestellt und Erkenntnisse gesammelt und niedergeschrieben, aber es gab bis etwa 1973 keine besonders ermutigenden Beiträge zur Klärung des Begriffes der Theorie der Schule, so dass W. Kramp zu dem Schluss kam, Theorie der Schule sei nur „Ausdruck unerfüllbarer Wunschvorstellungen und daher konsequenterweise aus dem Katalog pädagogischer Grundbegriffe zu streichen“ (Kramp, 1973, S. 76).

Theorie der Schule erschöpfte sich zu dieser Zeit in Beschreibungen, Beobachtungen, Analysen und Erfahrungen. Seit Mitte der 70er Jahre gab und gibt es immer wieder Veröffentlichungen, die sich explizit als „Theorie der Schule“ bezeichnen und sich zum Teil auch kritisch mit der schultheoretischen Diskussion befassen. Daher meint auch Kemper 1983, dass es sinnvoll sei, einen Theorieanspruch weiter aufrecht zu erhalten und zur Diskussion zu stellen.

1980 kann man nach Apel als gewissen Abschluss schultheoretischer Diskussionen sehen, die etwa von 1800-1980 dauerten, was letztlich zur heutigen Erkenntnis einer Theorie der Schule führte, die aber auch weiterhin bereit ist für Neuerungen und sich auf gesellschaftliche Veränderungen einzustellen vermag (vgl Apel, 1995, S. 42).

2. Was ist eigentlich Schule und welchen Zweck erfüllt sie?

Schule ist eine gesellschaftliche Institution, ein Ort der Erziehung und Bildung, der auf das Berufsleben bzw. das spätere Leben in der Gemeinschaft vorbereitet.

Der Name Schule kommt ursprünglich aus dem Lateinischen, „schola“: Muße (Verzicht auf körperliche Arbeit). Ursprünglich war die Schule ein Ort, an dem etwas gelehrt wurde. Früher einmal war oft die Intention zu erkennen, das Wesen der Schule als etwas pädagogisch Eigenständiges auszuweisen, dass man gegen die Gesellschaft verteidigen müsse. Etwa im 17. Jahrhundert wurde die Schule als Ort der Belehrung und Erziehung entdeckt, auch Schulordnungen wurden erlassen. Schon Kant wies auf die Wichtigkeit der Schule (Erziehung und Bildung) in seinen pädagogischen Vorlesungen hin: „Der Mensch wird zum Menschen erst durch Erziehung“ (vgl. Apel, 1995, S.44). Im 18.Jahrhundert beginnt allmählich die moderne Sicht der Schule. Nach Reichwein geht es nicht allein um die pädagogische Arbeit, sondern er betrachtet die Schule schon im Zusammenhang mit dem Kulturganzen (vgl. Reichwein in Tillmann, 1993).

Zedler definiert Schule in seinem Universallexikon 1743 wie folgt: Schule ist „eine zur Erlernung guter und nützlicher Wissenschaften von der hohen Obrigkeit angerichtete Gesellschaft; oder aber der Ort, da die Jugend in nötigen Wissenschaften und guten Sitten erzogen und zum Nutz des gemeinen Besten zubereitet wird; insbesondere aber, wo die freien Künste, Sprachen und höhere Wissenschaften gelehrt werden“ (Zedler in Apel, 1995, S. 22).

Erfahrungen mit Schule und Unterricht müssen in unserem Kulturkreis alle machen, diese sind aber individuell verschieden. Es stellt sich aber immer die Frage nach der richtigen Organisationsform, die in der Theorie der Schule gefunden und definiert werden soll. Schule ist ein gesellschaftlich bedingtes soziales System, das der Erziehung und Bildung junger Menschen dienen soll. Apel sieht den ursprünglichen Sinn der Schule folgenderweise: sie soll eine „Tradierung zwischen den Generationen ermöglichen in jenen Bereichen, die für die Erhaltung von Gattung und Lebensart für allgemein verbindlich und in dieser Verbindlichkeit nur durch Schule vermittelbar erachtet werden“ (Apel, 1995, S.8).

Das heißt aber auch, dass die Schule nicht alle Bereiche des Lebens übernehmen kann und nicht für Erziehungsdefizite, moralische Defizite, politische Fahrlässigkeiten etc. zuständig ist, was aber in der heutigen Zeit immer mehr gefordert wird. Schule soll dazu da sein, dass ein Kind durch die vielfältigen Einwirkungen (Lob, Ermahnungen, Erfolg, Misserfolg, behaupten in der Klassengemeinschaft etc.) eine handlungsfähige Persönlichkeit entwickelt, durch schulische Sozialisation. Der Schüler soll in der Schule auch den Umgang mit anderen üben, den Gemeinsinn erlernen, die vorhandenen geistigen Anlagen sollen unterstützt und gefördert werden. Er soll eine gewisse Selbstständigkeit im Denken und Handeln erlernen (entwickeln) um später in der Gesellschaft, aber auch im Berufsleben bestehen zu können. Die Schule soll aber vor allem auch ein Ort der moralischen Bildung sein. Die Aufgaben der Schule stellt Fend in seinem Buch „Theorie der Schule“ folgenderweise dar. Er zeichnet ein Strukturmodell der Schule und ihren Funktionen in Form eines Häuschens. Und zwar stellt er die drei Primärfunktionen (Grundaufgaben) der Schule, wie Bildung (Personalisation), Ausbildung (Qualifikation) und Eingliederung (Sozialisation) in den Mittelpunkt, darüber liegt die Selektionsfunktion der Schule. Auch hat die Wirtschaftlichkeit und Verwaltung ihren Platz in seinem Modell. Alles andere greift ineinander über. Da Schule zunehmend wichtiger wurde für Wirtschaft und Gesellschaft so gab es zunehmend mehr Schulkritik.

Eine sehr kritische Meinung zum Thema Schule vertritt Bernfeld in seinem Werk, nämlich dass „die Schule als Institution erzieht. Sie ist zum wenigsten einer der Erzieher der Generation; einer jener Erzieher, die zum Hohne allen Lehren der großen und kleinen Erzieher, zum Hohne aller Lehr- und Erziehungsprogrammen, aller Tagungen, Erlässen, Predigten aus jeder Generation eben das machen, was sie heute ist, immer wieder ist, und gerade nach jenen Forderungen und Versprechungen ganz und gar nicht sein dürfte“(Bernfeld in Tillmann, 1993 S.12)). Daneben gab und gibt es bis heute noch eine Reihe anderer namhafter Schulkritiker.

3. Was bedeutet Schultheorie und was soll sie bezwecken?

Ganz allgemein gesagt bearbeitet sie die Frage nach dem Verhältnis von Schule und Gesellschaft, wie Tillmann es ausdrückt: „Das Verhältnis zwischen der Institution Schule und dem gesamtgesellschaftlichen System stellt das Kernproblem einer Schultheorie dar“ (Tillmann, 1993, S. 8).

Da Institutionen von der Gesellschaft geschaffen werden, haben sie auch genau definierte soziale Funktionen für die gesamte Gemeinschaft zu erfüllen und somit besteht im Falle des Schulwesens ein gewisser (gesellschaftlicher) Einfluss auf Erziehung und Unterricht.

Tillmann meint „eine Theorie der Schule darf somit nicht bei einer allein soziologischen Funktionsbestimmung stehen bleiben, sondern muss bis zum Kern der pädagogischen Tätigkeit, muss zu Erziehungs- und Unterrichtsprozessen vordringen, um dort die Auswirkungen des gesellschaftlichen Implikationsverhältnisses aufzuspüren“ (Tillmann, 1993, S. 9).

Der Sinn der Theorie der Schule bedeutet, dass die Strukturen, Folgen und Funktionen der Schule als gesellschaftliches System der Sozialisation beschrieben und genau analysiert werden, um das Wissen über die Vorgänge übersichtlich zu vermitteln, aus Erfahrungen zu lernen und notwendige Innovationen zu veranlassen. Die Theorie der Schule muss erziehungswissenschaftlich orientiert sein, muss sich mit positiven und negativen Konsequenzen der Pädagogik, aber auch neben dem Bildungselement mit dem Lehrerstatus und eventuellen Neuerungen im System beschäftigen.

Der Sinn einer Theorie der Schule ist die wissenschaftliche Darstellung der Schule als besonderer Lern- und Lebensort.

Sie dient dazu, den Schulpädagogen durch gründliches Wissen um den Sachverhalt professionelle Beurteilungen und Entscheidungen in pädagogischen Situationen zu ermöglichen. Es ist jedoch keine Praxisanleitung.

Die Schultheorie wird von Pädagogen, Soziologen und auch Wissenschaftlern aus anderen Bereichen erstellt. Sie ist nicht der Schulpädagogik gleichzusetzen. Die Schulpädagogik ist eine Art Oberbegriff für verschiedene schulpädagogische Teilbegriffe, die im Verhältnis zueinander gesetzt werden. Ein methodologischer Ansatz muss gefunden werden, da alles wissenschaftlich nachgeprüft werden können muss. Die Methoden eine Theorie zu erstellen sind Beschreibung, Dokumentenanalyse, empirische Untersuchung und die Fallstudie. Es gibt verschiedene Ansätze einer Theorie. Die Schwierigkeit, eine allgemein akzeptierte Schultheorie zu erstellen ist, dass das Thema aus verschiedensten theoretischen Gesichtspunkten betrachtet werden kann, nämlich soziologisch, sozialisationstheoretisch, sozialpsychologisch, psychoanalytisch, sozialpädagogisch, pädagogisch, didaktisch etc. Auf die verschiedenen theoretischen Gesichtspunkte wird aber in dieser Arbeit nicht näher eingegangen.

Im nächsten Teil der Arbeit wird näher auf die Überforderung der Schule (Lehrer und Schüler) als wichtiger Faktor einer Theorie der Schule, eingegangen.

[...]

Details

Seiten
12
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783640160426
ISBN (Buch)
9783640863525
Dateigröße
391 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v111766
Institution / Hochschule
Universität Wien
Note
Gut
Schlagworte
Theorie Schule Unterricht

Autor

Zurück

Titel: Theorie der Schule