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Die politische Anklage der "Ermittlung"

Peter Weiss, der 1. Frankfurter Auschwitz-Prozess und das dokumentarische Theaterstück „Die Ermittlung“

Hausarbeit (Hauptseminar) 2007 33 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhalt

I. Einleitung

II. Hauptteil
1. Der Autor der „Ermittlung“ - Peter Weiss
2. Der 1. Frankfurter Auschwitz-Prozess
2.1 Ein Stück dunkler deutscher Justizgeschichte
2.2 Die Vorgeschichte des Auschwitz-Prozesses
2.3 Der Prozess
3. Die Ermittlung
3.1 Stoffliche Grundlage
3.2 Bearbeitung des Stoffes
3.3 Die Figuren und ihre politische Anklage
3.3.1 Die neun Zeugen
3.3.2 Die Täterzeugen - Zeugen 1 und 2
3.3.3 Das politische Sprachrohr - Der Zeuge 3

III. Eine kurze persönliche Schlussnotiz

IV. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

„Einer war da, ein etwas älterer Junge,

der rief ihnen zu, als die Kinder sich sträubten:

‚Steigt nur hinauf aufs Auto,

schreit doch nicht.

Ihr habt doch gesehen,

wie eure Eltern und Großeltern vergast wurden.

Dort oben sehen wir sie wieder.’

Und dann wendete er sich zu den SS-Leuten

und rief:

‚Aber glaubt nur nicht,

dass euch das geschenkt wird.

Ihr werdet krepieren,

wie ihr uns krepieren lasst.’“[1]

Diese Aussage stammt aus dem 1. Frankfurter Auschwitz-Prozess, der in den Jahren 1963 - 1965 gegen ehemalige SS-Aufseher des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz verhandelt wurde. Dieser Prozess beförderte die Barbarei von Auschwitz in den Blick der deutschen Öffentlichkeit, die sich 20 Jahre dieses Blickes verwehrt hatte. Gleichsam sollte er für den Schriftsteller Peter Weiss Anlass und Stoffgrundlage bilden für den Versuch, das unfassbare Auschwitz in Worten auf der Bühne fassbar zu machen, es in seinem dokumentarischen Theaterstück „Die Ermittlung“[2], das im Oktober 1965, kurz nach Beendigung des Prozesses, aufgeführt wurde, zu betrachten und nüchtern darzustellen. Aber nicht nur Auschwitz sollte dargestellt werden, sondern auch die Folgeverhältnisse in der Welt der 60er Jahre, in der Welt des Kalten Krieges. Die weiterhin herrschenden ausbeuterischen Verhältnisse, die Weiss in dem westlichen System sah, sollten angeklagt und zur Veränderung gebracht werde. Mit diesen politischen Anklagen soll sich diese Arbeit beschäftigen.

Welches sind Weiss’ Anklagepunkte an die deutsche Gesellschaft, an den Kapitalismus im Generellen? Warum wählte er für diese Anklage die Form des dokumentarischen Theaters? Wie verarbeitete Weiss das vorhandene Material? Wie sollte es auf die Bühne transportiert werden, um eine größtmögliche Wirkung bei den Zuschauern zu erzielen?

In dem Kapitel drei werden diese Fragen exemplarisch an den Aussagen der Zeugen der „Ermittlung“ dargestellt.

Zu Anfang der Arbeit steht ein kurzer biographischer Teil, der den Lebensweg des Exilanten Peter Weiss und seinen künstlerischen und vor allem politischen Werdegang skizziert.

Eine knappe Darstellung des Auschwitzprozesses ist für das Verständnis des dokumentarischen Dramas „Die Ermittlung“ unumgänglich; so wird dem in dem zweiten Kapitel Folge geleistet.

„Die Ermittlung“ wurde seit ihrer Uraufführung aufgrund der besonderen literarischen Form umfassend interpretiert. Die politischen Aussagen, die mit diesem Drama getätigt wurden, spalteten die Kritiker in zwei Lager. Christoph Weiß fasst in seiner zweibändigen Dissertation „Auschwitz in der geteilten Welt, Peter Weiss und die ‚Ermittlung’ im Kalten Krieg“[3] aus dem Jahre 2000 sowohl die Rezeption als auch die verschiedenen Interpretationen und literaturwissenschaftlichen Bearbeitungen zusammen und setzt sich mit ihnen auseinander.

Die Textgenese und die Intertextualität bearbeitete Rolf D. Krause in seiner Arbeit „Faschismus als Theorie und Erfahrung, ‚Die Ermittlung’ und ihr Autor Peter Weiss“[4] 1982 sehr ausführlich.

„Die Ermittlung“ als Beispiel eines dokumentarischen Theaterstücks wurde von Erika Salloch in „Peter Weiss’ Die Ermittlung. Zur Struktur des Dokumentartheaters“[5] dargestellt, ebenso von Ingeborg Schmitz in „Dokumentartheater bei Peter Weiss, Von der ‚Ermittlung’ zu ‚Hölderlin’“[6] 1981.

II. Hauptteil

1. Der Autor der „Ermittlung“ - Peter Weiss

„Die Ermittlung“ ist eines der bedeutendsten Werke von Peter Ulrich Weiss, der erst Maler, dann Filmemacher, dann Schriftsteller war, der in zwei Sprachen schrieb, erst schwedisch, dann deutsch; erst war er mit sich selbst, seiner Entwicklung und seiner persönlichen Tragödie beschäftigt, dann öffnete er sich, fokussierte die Probleme der Weltgesellschaft, entfaltete sich und wurde zum Sozialisten, zum Klassenkämpfer, der „das Schreiben anstelle der Handlung [wählte]“[7], wobei ihn das nicht von seinem eigenen Drama löste.

Geboren wurde er am 8. November 1916 in Nowawes, heutiges Neubabelsberg bei Potsdam, als Sohn von Eugen Weiss, einem jüdischen Textilkaufmann ungarischer Herkunft mit tschechoslowakischem Pass, zum Zeitpunkt der Geburt Leutnant der kaiserlich und königlichen Monarchie. Seine Mutter, die Schauspielerin Frieda Weiss, geborene Hummel, geschiedene Thierbach, war auch die Mutter von zwei Söhnen aus erster Ehe, seinen älteren Stiefbrüdern.

Trotz des Ersten Weltkrieges und der anschließenden Reparationszahlungen Deutschlands leidet die Familie keinen Hunger; nach mehreren Umzügen nach Galizien und in die Slowakei wird der Vater 1920 Gesellschafter und Geschäftsführer einer rentablen Textilhandelsgesellschaft in Bremen, im gleichen Jahr kommt Peters Schwester Irene zur Welt, 1922 folgt Margit Beatrice, 1924 das Nesthäkchen Gerhard Alexander. Die Familie lebt in Wohlstand, beschäftigt einen Gärtner, ein Kindermädchen und eine Haushälterin, die sich um die bezogene Villa kümmert. Der Vater konvertiert wegen des wachsenden Antisemitismus zum protestantischen Glauben.[8]

1930 zieht die Familie nach Berlin, Weiss besucht das Kleist-Gymnasium in Berlin-Schmargendorf, wo er seinen Jugendfreund Uli Rothe kennen lernt, dessen Stiefvater, der Shakespeare Übersetzer Hans Rothe, ihn in die Werke Brechts einführt, ihm die moderne Literatur näher bringt. Brecht wird, betrachtet man das spätere Werk von Peter Weiss, zu einem literarischen Vorbild, sowohl im künstlerischen als auch im wissenschaftlichen Sinne, denn das dokumentarische Theater, das Weiss schreibt, führt Brechts episches Theater fort.

Zuhause stellt Weiss erste Versuche in der Malerei an, nimmt Zeichenunterricht in der Kunstgewerbeschule, schreibt erste Gedichte. An den Wochenenden erkundet er die Kulturlandschaft Berlins, besucht Konzerte, Museen und Galerien. Er wollte Maler werden.

„Als ich, der ich aus einem Milieu der frühen dreißiger Jahre kam, mit dem Malen begann, da war die Welt noch heil, obgleich das Unheil schon ganz nah war. Und das Unheil zeigt sich ja schon in den ganz frühen Gemälden. Das Exil, der Krieg wird da schon vorweggenommen in den Bildern, die ich 1934/35 geschaffen habe. Aber das war noch unbewusst. Das waren intuitive Reaktionen auf eine Außenwelt, die als Bedrohung erfasst wurde.“[9]

Diese Bedrohung, von der Weiss 1980 in einem Interview erzählt, die Machtübernahme der NSDAP, zwingt die Familie, die Emigration vorzubereiten. Peter Weiss verlässt das Gymnasium und besucht eine Handelsschule. Im September 1934 stirbt seine Schwester Margit nach einem Verkehrsunfall, die einzige seiner Angehörigen, zu der er ein enges Verhältnis hat. Die Trauer treibt seine künstlerische Produktivität voran, den Verlust verarbeitet er in düsteren Gemälden.

Die Eltern wählen England zu ihrer Zufluchtsstätte. 1935 emigrieren die Weiss’, Peter arbeitete mit seinem Vater in dem neu gegründeten Textilhandel in London, sieht seinen Weg aber in der Malerei; der Besuch der Kunstakademie wird ihm untersagt, die Eltern haben andere, bürgerliche Berufspläne für ihren Sohn.

Da das Geschäft nur schleppend läuft, verlässt die Familie schon ein Jahr nach ihrer Einreise England in Richtung Böhmen. Warnsdorf, Tschechoslowakische Republik, wird zur neuen, wenn auch kurzen Heimat.

Peter Weiss studiert an der Kunsthochschule Prag Malerei, verbringt einige Monate in der Schweiz bei Hermann Hesse, den er zuvor in einem Brief zu seinem Mentor berief, was Hesse glücklicherweise annahm. Hesse erkannte in Peter Weiss den Künstler, der Weiss so gerne sein wollte; und er gab ihm Kraft, eben dieser zu werden.

Auch in Prag bleibt Weiss in sich selbst verhaftet, malt und zeichnet sein Innenleben, von der Umwelt und dem braunen Nebel, der in Deutschland aufzieht, unbetroffen. Den spürt er erst im Oktober 1938, als die Deutschen das Sudetenland besetzen und die Familie wieder fliehen muss, diesmal nach Schweden.

Dort ist Peter Weiss lange in seinem persönlichen Fiasko gefangen; seine Versuche, sich als Maler zu etablieren, schlagen fehl. Um die finanzielle Abhängigkeit von den Eltern zu lösen, arbeitet er als Holzfäller und Waldarbeiter. So lernt der Sohn des Bürgertums das Proletariat kennen, dem er in späteren Jahren seine Stimme leihen wird.

Trotz der Erfolglosigkeit als malender Künstler fließen seine in dieser Zeit erworbenen Kenntnisse in sein weiteres künstlerisches Schaffen ein; sowohl die kurze Phase als Filmemacher als auch die 1960 beginnende Schriftstellerkarriere wären ohne die Macht des Bildes, die die Sprache von Peter Weiss durchdringt und von der gerade „Die Ermittlung“ lebt, nicht möglich gewesen.[10]

Nach dem Krieg beginnt er wieder zu schreiben, neben der Malerei. Wie seine bildnerischen Kunstwerke sind auch die Texte, die er verfasst, surrealistisch.

Er schreibt in der Sprache seines Exils, Schweden, dessen Staatsbürgerschaft er 1946 annimmt.[11]

Erst nachdem er als Maler erfolglos bleibt, und mit dem Tod seiner Eltern 1960, wählt der Mann, der nie die deutsche Staatsbürgerschaft inne hatte, die deutsche Sprache zu seiner schriftstellerischen Muttersprache. „Abschied von den Eltern“[12] und „Fluchtpunkt“[13] werden seine ersten Erfolge als Autor; beides autobiographische Romane, in denen er seine Jugend und Beziehungslosigkeit zu den Eltern verarbeitet.

Nach dieser Vergangenheitsbewältigung, dieser Selbstbefreiung durch sein autobiographisches Erzählen, öffnet sich Weiss für seine Umwelt und die Systemfragen, die sich in der Zeit des Kalten Krieges zwangsläufig ergeben.

Diesen Fragen, wenn auch noch als Funktionär des dritten Standes, der sich weder dem Kapitalismus, noch dem Sozialismus zuschrieb, widmete sich Weiss in seinem Stück „Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats“[14], welches er 1963 fertig stellte und das ihm internationalen Ruhm als Schriftsteller einbringen sollte.

Die Entstehung des Theaterstückes, um das sich diese Arbeit dreht, namentlich „Die Ermittlung“, kennzeichnet auch die politische Positionierung des Schriftstellers Peter Weiss.

Befand er sich während der Bearbeitung des Marats-Stücks noch auf dem Standpunkt des politischen Beobachters, kristallisiert sich in den Jahren 1963 bis 1965 durch die intensive Auseinandersetzung mit Auschwitz, mit dem System des Dritten Reiches und seiner Idee zur Neufassung der „Göttlichen Komödie“[15] von Dante eine Richtung, ein politischer Standpunkt, den er letztendlich mit seiner Rede „10 Arbeitspunkte eines Autors in der geteilten Welt“[16] öffentlich macht, in der er sich selbst die Frage „Kann ich den bequemen dritten Standpunkt aufgeben […]“[17] mit dem Satz: „Die Richtlinien des Sozialismus enthalten für mich die gültige Wahrheit“[18] beantwortet.[19]

Für ihn ist der Sozialismus „das einzige Mittel, zu einer Neugestaltung der Welt zu kommen; nur der Sozialismus birgt die Möglichkeit in sich, die Missstände unserer Gese4llschaft auszurotten“[20].

Dieser Standpunkt bringt ihm im Westen Deutschlands herbe Kritik ein und verklärt teilweise die Rezeption seines dokumentarischen Theaterstücks „Die Ermittlung“, das am 19. Oktober 1965 auf insgesamt 15 Bühnen uraufgeführt wird.[21]

Die Erlöse des Stücks spendet Weiss den Opfern von Auschwitz und den Betroffenen der Apartheid in Südafrika.

Seine politischen Reflexionen beherrschen in den Folgejahren sein literarisches Werk. 1968 veröffentlicht er sein Drama „Vietnam-Diskurs“[22], 1970 folgt „Trotzki im Exil“[23]. Die Romantrilogie „Ästhetik des Widerstands“[24], in der er den politischen Widerstand von 1917 - 1945 bearbeitet, beschäftigt ihn dann bis zu seinem Tod 1982.

Alles in allem bleibt festzuhalten, dass Weiss als bekennender Sozialist doch immer Utopist blieb und zwischen den Stühlen Platz nahm. Real-Sozialist war er nie, da er mit den Partei-Programmen nicht einverstanden war.

Dieser Umstand brachte ihm Zeit Lebens Kritik von beiden Seiten ein, was ihn aber nicht hinderte, weiterhin Kultur zu betreiben und seine literarische Tätigkeit in den Dienst einer gerechteren Welt zu stellen. So steht auch „Die Ermittlung“ in diesem Zusammenhang. Weiss konzentriert den Ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess, die Aussagen der Zeugen, der Angeklagten, die Erkenntnisse über dieses Lager und tätigt so seinen „Beitrag zur deutschen Vergangenheits-Bewältigung“[25], die bis dahin in großen Teilen der Bevölkerung und dem Staatswesen an sich nicht stattgefunden hat, wie die Vorgeschichte des Auschwitz-Prozesses zeigt.

2. Der 1. Frankfurter Auschwitz-Prozess

Das Gerichtsverfahren, welches Peter Weiss’ Anlass und Dokumentenvorlage für „Die Ermittlung“ bildete, wurde am 20. Dezember 1963 in Frankfurt am Main unter dem Aktenzeichen 4 Ks 2/63, Strafsache gegen Mulka u.a. wegen Mordes, eröffnet. In der deutschen und internationalen Öffentlichkeit sollte dieses Strafverfahren unter dem Namen „Auschwitz-Prozess“ in die Geschichte eingehen. „Auschwitz-Prozess“, da in dieser Verhandlung 22 Männer aufgrund ihrer Verbrechen, die sie in dem Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz in den Jahren 1941 bis 1945 als Angehörige der Schutzstaffel der NSDAP, der so genannten SS, oder als Funktionshäftling[26] begangen hatten, angeklagt wurden; „Auschwitz-Prozess“, da im Laufe der 183 Verhandlungstage, in den Voruntersuchungen und -ermittlungen durch die Aussagen von mehreren hundert Zeuginnen und Zeugen, durch die Vernehmungen der Angeklagten und durch die Berichterstattung von Sachverständigen ein Bild des KZ Auschwitz und der Nebenlager gezeichnet wurde, samt des Aufbaus und der Struktur des Lagers, des Lebens, der Arbeit und des Todes der Häftlinge und der Gräueltaten der SS-Besatzung.

2.1 Ein Stück dunkler deutscher Justizgeschichte

Der 1. Frankfurter Auschwitz-Prozess war der erste Massenprozess gegen die Verbrecher der NS-Zeit, der in der Bundesrepublik Deutschland vor einem bundesdeutschen Gericht verhandelt wurde, mehr als 18 Jahre nach Kriegsende.[27]

Zwar fanden schon vor 1963 Gerichtsverhandlungen gegen die Täter der Konzentrationslager statt, jedoch selten in Deutschland, selten vor einem deutschem Gericht.

Die Aufklärung der NS-Verbrechen oblag vor der Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1949 vielmehr den Alliierten. So auch der 1945/46 geführte Kriegsverbrecherprozess vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg, in dem die Siegermächte, die USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion, die Nazigrößen Göring, Heß, von Ribbentrop, Speer und andere unter anderem des „Verbrechens gegen die Menschlichkeit“ anklagten und verurteilten. Ebenso fanden in Polen Verhandlungen gegen berüchtigte Nationalsozialisten statt; Rudolf Höß, der Kommandant des KZ Auschwitz, wurde beispielsweise 1947 in Warschau zum Tode verurteilt und in Auschwitz gehängt.

[...]


[1] Naumann, Bernd: Auschwitz. Bericht über die Strafsache gegen Mulka u.a. vor dem Schwurgericht Frankfurt.Vom Autor gekürzte und bearbeitete Ausgabe. Frankfurt am Main und Hamburg: Fischerei Bücherei 1968, S. 102. Im Original ist diese Aussage in Fließtext verfasst.

[2] Weiss, Peter: Die Ermittlung. Oratorium in 11 Gesängen. [1965]. In: Ders.: Stücke I Frankfurt am Main: Suhrkamp 1976. Bei Zitaten aus der „Ermittlung“ beziehe ich mich aber im Folgenden auf die Ausgabe der Suhrkamp BasisBibliothek aus dem Jahre 2005: Weiss, Peter: Die Ermittlung. Text und Kommentar. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2005, Suhrkamp BasisBilbliothek 65. Im Folgenden mit ‚DE’ abgekürzt.

[3] Weiß, Christoph: Auschwitz in der geteilten Welt. Peter Weiss und die „Ermittlung“ im Kalten Krieg. 2 Teile. St. Ingbert 2000.

[4] Krause, Rolf D.: Faschismus als Theorie und Erfahrung. „Die Ermittlung“ und ihr Autor Peter Weiss. Frankfurt am Main, Bern: Peter Lang 1982.

[5] Salloch, Erika: Peter Weiss’ Die Ermittlung. Zur Struktur des Dokumentartheaters. Frankfurt am Main: Athenäum 1972.

[6] Schmitz, Ingeborg: Dokumentartheater bei Peter Weiss. Von der ‚Ermittlung’ zu ‚Hölderlin’. Frankfurt am Main, Bern, Cirencester: Peter Lang 1981.

[7] Weiss, Peter: Notizbücher 1960 - 1971. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1982, S. 118.

[8] Vgl. hierzu die ausführliche Betrachtung bei Dwars, Jens-Fietje: Und dennoch Hoffnung - Peter Weiss. Eine Biographie. Berlin: Aufbau 2007, S. 12 - 22.

[9] Schön, Wolf: Die Malerei ist statisch. Als aus den Bildern Bücher wurden. Ein Gespräch mit Peter Weiss. In: Peter Weiss im Gespräch. Hg. v. Rainer Gerlach u. Matthias Richter. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1986, S. 259 - 262, hier S. 261.

[10] Vgl. Rector, Martin: Laokoon und der vergebliche Kampf gegen die Bilder. Medienwechsel und Politisierung bei Peter Weiss. In: Peter Weiss Jahrbuch 1. Hg. v. Rainer Koch u.a.. Opladen: Westdeutscher Verlag 1992, S. 24 - 41.

[11] Vgl. Weiss, Peter: Från ö till ö. Stockholm: Bonnier 1947. Deutsche Übersetzung von Heiner Gimmler: Weiss, Peter: Von Insel zu Insel. Berlin: Frölich & Kaufmann 1984; Weiss, Peter: De Besgrade. Stockholm 1948. Deutsche Übersetzung von Beat Mazenauer: Weiss, Peter: Die Besiegten. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1985; Weiss, Peter: Duellen. Stockholm: Privatdruck 1953. Deutsche Übersetzung von J.C. Görsch und Peter Weiss: Weiss, Peter: Das Duell. 4. Aufl.; Frankfurt am Main: Suhrkamp 1984.

[12] Weiss, Peter: Abschied von den Eltern. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1980.

[13] Weiss, Peter: Fluchtpunkt. 6. Aufl.; Frankfurt am Main: Suhrkamp 1973.

[14] Weiss, Peter: Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade. Drama in zwei Akten. In: Ders.: Stücke I. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1976, S. 155 - 255.

[15] Alighieri, Dante: Die Göttliche Komödie. Übertragen von Karl Vossler.2. Aufl.; München: Piper 1986.

[16] Weiss, Peter: 10 Arbeitspunkte eines Autors in der geteilten Welt. In: Ders.: Rapporte 2. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1971, S. 14 - 23.

[17] Ebd., S. 18.

[18] Ebd., S. 22.

[19] Vgl. Cohen, Robert: Peter Weiss in seiner Zeit. Leben und Werk. Stuttgart: Metzler 1992, S 104-164.

[20] “Können diese beiden Deutschlands miteinander leben?“ Vollständiger und autorisierter Text des Ferneseh-Dialogs zwischen Peter Weiss und Wolfgang Neuss. In: Gerlach 1986, S. 106 - 111, hier S. 113.

[21] Vgl. zur westdeutschen Kritik an Weiss’ Bekenntnis zum Sozialismus und zur Rezeption von „Die Ermittlung“: Weiß, Christoph 2000, hier Band 1.

[22] Weiss, Peter: Diskurs über die Vorgeschichte und den Verlauf des lang andauernden Befreiungskrieges in Viet Nam als Beispiel für die Notwendigkeit des bewaffneten Kampfes der Unterdrückten gegen ihre Unterdrücker sowie über die Versuche der Vereinigten Staaten von Amerika die Grundlagen der Revolution zu vernichten. Wissenschaftliche Mitarbeit: Jürgen Holemann. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1968.

[23] Weiss, Peter: Trotzki im Exil. Stück in 2 Akten. In: Ders.: Stücke II. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1977, S. 417 - 517.

[24] Weiss, Peter: Die Ästhetik des Widerstands. Ausgabe in einem Band. 2. Aufl.; Frankfurt am Main: Suhrkamp 1986.

[25] Notizbücher, S. 389.

[26] Funktionshäftlinge waren KZ-Häftlinge, die von der SS mit bestimmten Aufgaben in der Lager-Organisation und -Aufsicht betraut wurden (so genannte „Häftlingsselbstverwaltung“). Sie standen in der Hierarchie über den anderen Häftlingen und waren befugt, diesen Befehle zu erteilen und diese zu bestrafen. Ihnen kamen Privilegien zu Teil, wie z.B. eine eigene Schlafstube und höhere Essensrationen. Funktionshäftlinge in Auschwitz waren meist kriminelle Deutsche.

[27] Vgl. Arendt, Hannah: Der Auschwitz-Prozeß. In: Dies.: Nach Auschwitz. Essays und Kommentare 1. Hg. v. Eike Geisel u. Klaus Bittermann; Berlin: Edition Tiamat 1989, S. 99-136.

Details

Seiten
33
Jahr
2007
ISBN (Buch)
9783640159475
Dateigröße
642 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v111721
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Freiburg im Breisgau – Institut für deutsche Sprache und Literatur
Note
1,0
Schlagworte
Anklage Ermittlung Literatur Film Jahre Peter Weiss Dokumentartheater dokumentarisches Theater Die Ermittlung Auschwitz Auschwitz-Prozess Literatur der 60er Jahre

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Titel: Die politische Anklage der "Ermittlung"