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Präkinematische Apparate - Optische Spielzeuge vor dem Kinematographen

Seminararbeit 2008 11 Seiten

Filmwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Thaumatrop

3. Das Phenakistiskop

4. Das Zoetrop und das Praxinoskop

5. Daumenkino und Mutoskop

6. Schlusswort

7. Abbildungsverzeichnis

8. Literaturverzeichnis

9. Filmverzeichnis

1. Einleitung

Meist bleibt es unbeachtet, dass die Bilder schon vor der Erfindung des Films laufen konnten, doch es gab allerhand verschiedene optische Spielzeuge und Apparate, die eine entscheidende Grundlage für die Entwicklung bis hin zum Kinematographen waren. Solche optischen Spielzeuge rufen mittels physiologischen und psychologischen Phänomenen die Illusion von Bewegung hervor.

Schon bevor die Gebrüder Lumière ihren Kinematographen erfanden gab es eine Reihe von Erfindungen deren Faszination in der Illusion der bewegten Bilder lag, von denen es im 19. Jahrhunderts eine Vielfalt gab. Diese Vielfalt erstreckte sich von ganz simplen Spielen, wie z.B. das Thaumatrop, bis hin zu verschiedenen präkinematischen Apparaten und Projektoren wie z.B. Edisons Kinetograph. Die Herstellung von bewegten Bildern erfreute sich im ausgehenden 19. Jahrhundert über eine große Beliebtheit. Viele dieser Spielzeuge waren zwar vom Prinzip her einfach, sorgten aber dennoch für erstaunen.

Doch abgesehen von den technischen Vorraussetzungen des Films, zu denen die optischen Spielzeuge zählen, gab es auch gesellschaftliche Vorraussetzungen:

Im 19. Jahrhundert vollzogen sich enorme gesamtgesellschaftliche Umwälzungen, denen die traditionellen Medien nicht mehr zu entsprechen vermochten: Die Bevölkerungszahlen explodierten gleichsam. Der Lebensraum der Menschen wurde durch die entstehende Massengesellschaft verdichtet und zugleich anonymisiert. Kontexte gingen verloren und mussten durch Einzeleindrücke ersetzt werden …Das brachte Orientierungslosigkeit mit sich und führte zu einem zunehmenden Bedarf an Unterhaltung und Zerstreuung.[1]

Die entstandene Massengesellschaft des 19. Jahrhunderts suchte leichte Unterhaltung und sehnte sich nach Zerstreuung. Diese Sehnsucht wurde durch den Film erfüllt, der im Laufe des 19. Jahrhunderts erst entwickelt werden musste. Um die Nachfrage nach Unterhaltung zu decken waren erst einmal verschiedene wissenschaftliche Erfindungen und Entdeckungen nötig. Die wichtigsten Erfindungen, die als Vorläufer des Kinos gelten, werde ich im Folgenden vorstellen.

2. Das Thaumatrop

Die Geschichte der bewegten Bilder geht bis ins 18. Jahrhundert hinein. Die Sehnsucht der Menschen nach Bildern wurde damals zum Beispiel durch Guckkästen oder Laterna Magicas befriedigt. Doch erst das 19. Jahrhundert brachte eine wahre Fülle an optischen Spielzeugen, die zu dieser Zeit sowohl bei Kindern wie auch bei Erwachsenen sehr populär waren.

Eines der einfachsten optischen Spielzeuge ist das Thaumatrop, das 1825 von den Wissenschaftlern Dr. W. H. Fittion und Dr. J. A. Paris unabhängig von einander erfunden wurde. Wer nun der erste oder wahre Erfinder des Thaumatrops war ist nicht sicher. Jedoch war J. A. Paris derjenige, der es Thaumatrope nannte und es als Kinderspielzeug vermarktete.

Der Name des Thaumatrops, das auch Wunderscheibe genannt wird, kommt aus dem Griechischen. Thauma heißt Wunder und Trope heißt soviel wie Wendung.

Das Prinzip des Thaumatrops ist einfach: einer runden oder auch eckigen Pappscheibe sind auf beiden Seiten zwei verschiedene sich ergänzende Bilder zu sehen. An zwei gegenüberliegenden Seiten ist je eine Schnur angebracht, die das schnelle Drehen der Scheibe ermöglichen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1

Vorder- und Rückseite einer Wunderscheibe

Dies ist jedoch nur ein Beispiel für die vielen verschiedenen Motive der Thaumatrope. Neben den einfachen Thaumatropen gab es auch besonders raffinierte Thaumatrope. Zum Beispiel solche mit wandernder Rotationsachse bei denen mehrere Fäden und auch elastische Fäden verwendet wurden, oder auch das Stereo-Thaumatrop, das dicker war und unterschiedliche Rotationsachsen hatte, so dass eine der Seiten beim Rotieren näher war und somit scheinbar ein Relief entsteht.

[...]


[1] Faulstich, Werner, Filmgeschichte,Paderborn:Fink2005. S. 17

Details

Seiten
11
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640095438
ISBN (Buch)
9783640680146
Dateigröße
416 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v111492
Institution / Hochschule
Universität Wien
Note
1
Schlagworte
Präkinematische Apparate Optische Spielzeuge Kinematographen

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Titel: Präkinematische Apparate  -  Optische Spielzeuge vor dem Kinematographen